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Jüdische Rundschau · 1934-09-14 · Heft 74 (14.9.1934) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 74 (14.9.1934)
Date
1934-09-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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'1 Mr 74, 14 IX■ 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 9 •!«>..«Wtä#! *! c 11. g. Zu seinem 65. Geburtstag am 13. September Von Fritz Rosenthal (Bcn-Chorin) Aus sterncngold in heiliger nacht geschlagen Mit spaten kränzen träumerisch gc/icrl. (icnct/t mit tiefem du ft betaut von klagen Birgst du die wunder, die der tag verliert. — Aus: ,,Gesänge“, AuscanK und 7-icl dcr Dichtung Karl Wolfskclds ist die (.,heue, marmorkiihlc, in Gesetz und Bindung stell biltciide männlicli-bcrbc Kunst Stefan Georges. Ihm, dem ־V(istff, dankt er den Weg, ihm widmet er den Band ge• jiinmelter Gedichte, die, 1903 erschienen, noch heute den 1, (. r. 4 '!r* j»75G in iin!;»RS. 40s .51׳nft ..447»* IU \ / *4*,.׳ / / sit ■! , | •h» en- :«•יו! »8(«r >• I״;1 h 1• .Jand, •"•!ן. .»1 ׳1' rin? 1 ■11» .1 10. 113 i|ff• [W• § 'h• ft: Zum 60. Geburtstag am 13. September Von seinen frühesten Anfängen an hat Arnold Scliönberg kämpfen imisscn. Kämpfen in sieh selbst, um sein inneres ltnrai in konkrete musikalische Form bringen zu können. Kampfe!^ mit der Umwelt, die bei jeder Erstaufführung eines neuen Werkes eitlen Skaml.1l inszenierte, und für die Reinheit seines NVollens, das hohe Lllios seines Schaf feil» kein Ver* »täiuhiis aufhringen konnte. Unbeirrt aber ist Schönhcrg den Weg gegangen, den er in sieb vorgezeiehuet fühlte. Cr lut — wie Egon Well es/ in seiner kleinen Biographie vom Jahre 1921 sagt — in wenigen Jahren einen Entwicklungsweg zurück* Rc’lcgt, zu dessen Vollendung man das Wirken von Genera• honen für nötig gehalten!kitte. Und auch heute — nach einem intensiven Weitei׳• mul Höherstreben von etwa 35 Jab• reu (wenn wir als Ausgangspunkt das erste gröbere öffentliehe 1 lervortreten!$98 nehmen) — tut seine weiterdrängende Kraft noch die unverminderte Frische. Cr hat den Satz seiner 1 larmonielehre: ״Was heute fern liegt, kann morgen nahe liegen•‘ an sieh selbst erfahren; wenn sein Schaffen sich langst von dem Ausdrucksvermögen der früheren Werke ent• lernt hatte, begann das Publikum gerade diese zu verstehen. So wurde oft hei einer Uraufführung ein älteres Werk voran• gestellt, das schon anerkannt war, hei seiner ersten Auf• führuug aber selbst Ablehnung hervorgerufen hatte. Arnold Schi'uibcrg ist gegen jeden Mittelweg, alles Zu• rückblicken, aber auch gegen alle die, die sich bemühen, möglichst ״modern“ zu sein, ohne von innen heraus zu schaffen. Sein höchstes Schönheitsideal, sein höchstes Prinzip ist die Wahrheit. Er hallt alle unproduktive Theorie und die ״angebliche Wissenschaft, die unsere Noten nicht lesen und unsere i.aulsprache nicht verstehen kann“ und sich bemüht, ״wenigstens unsere Seelen zu zergliedern“. Wie konnte mau seine Musik ״konstruiert“, ״errechnet“ nennen, wo er sich seihst als den ausgesprochensten Mclo• diker bezeichnet, wo das unvoreingenommene, kritiklose Genießen von Musik ihm das Schönste scheint! Das ethische Prinzip: Streben zum Reinen und Wahren, das hohe Vermächtnis Gustav Mahlers, hat Schönberg zu dem musikalischen Führer gemacht, durch dessen Lehre direkt oder indirekt, bewußt oder unbewußt a 11 e _ Komponisten der jüngeren Generation beeinflußt sind. Dies im einzelnen aiif/u/cigen, ist liier nicht möglich; es kann aber nicht geleugnet werde״, daß Schöubcrgs Werk bis ©p, 21 (״Pierrot hmaire“, 1912) bereits historisch und doch in seiner ■Wirkung ewig jung ist. i71010: Mu(Ur - H4U<forf fern des dichterischen Werkes Wolfskclds ausmachen. Für folfskchl, den ,,Adepten Stefan Georges“, wie Arthur floracr ihn in seiner Literaturgeschichte nennt, crhalteri die Imc aus dein ,,Stern des Bundes“ einen besonderen Sinn: ״Wer je die Flamme tunschritt Bleibe der Flamme trab,mit! W ie er auch wandert und kreist: Wo noch ihr Schein ihn erreicht Irrt er zu weit nie vom Ziel..,.“ Die Flamme im Lehen und in der Dichtung Wolfskclds ikr war Stefan George. Man hat — vielleicht nicht zu Un• ntlil — oft gegen die Dichter aus dem Kreis um diesen hm den Vorwurf des Epigonentums erhoben, ja Edwin lindau meint sogar, die Kunst des Kreises habe sich zu der Ciforgcs seihst verhalten wie der Jugendstil zur Gotik. Für wiche, wie Pcrls und Schüler, mag das gelten, für Karl Mlskchl aber nicht. Er hat sich, im vollsten Bewußtsein wer Herkunft, ein eigenstes Gebiet Vorbehalten, indem er «11 in seinem Zyklus ״An den Alten Wassern“ zum Säuger äs ludcimdkcs machte. Und mit dem für den Kreis neuen!"kalt kommt die neue, eigene Gestalt — die ״Wolfskeil!• um rin Meistersingcrwort zu gebrauchen. Und dort;ז wolfskehl am größten, wo er von Leid und Größe und morgenfrohen Aufbruch in die alt-neue Heimat seines 1wts singt. Wenn er in seinem ״Psalm“ zum alten Gotte weis ruft: ״Verstoß uns nicht, du warst der hirt. V'״ blichst du, da wir ahgeirrt. Wir waren deines schinus gewiß 1 Der Fackel in der Finsternis.“ j«r das Los Judas in solche Verse schmiedet: ״In allen landen angstsieches gasten An allen tagen (pialliiltres fasten Wo ist das erbe, du der uns erkoren? hi ringen und wandern sind wir verloren.“ **m /״m Mm1d des Volkes, zum priesterliehcn Dichter. ״lagt sich aii, sich selbst, den Rufer des Aufbruchs, daß ז *einem Stamme lange ein Fremder war: ״teil bin fern gewesen Her mutter fern. Wie könnt ich da genesen von mir Vvie könnt ich genesen.“ — I» da״n gräbt der heimgckelirte, echte Sohn der Mutter ״«l das alte Hcldeusdtwert Judas aus und mißt cs mit den :1f'V!rltr״ tlcr v''*l<cr■ Doch, ״sich ihre Schwerter blinken“, Io״ in Scl״vcrt Judas ist befleckt vom Kampf gegen ruh• ‘laimncngier. ״Mein schwort, mein Schwert, wer badet Krh»;1״." ruft.tr und gibt sich selbst die Antwort in dem So!,,, ׳׳••• die weit der Wanderung Geht »achtend unter und ein neu Gesetz •leisclit neuen Herrn....“ Am 13. September 1871 wurde Schönberg in Wien geboren. Es ist das Jahr, in dem Wagner die ״Oöttcrdnmmc• rung“, Mussorgski den ״Boris Godnunow“ vollendet. Dcbussy ist 12, Richard Strauß 10, Mahler 14 Jahre alt. B r a h m s ist •11, W a g n c r M Jahre alt, Ccsar F r a 11 c k 52, Mussorgski 39 Jahre. 111 seiner Jugend spielte Schön• berg viel Kammermusik und komponierte kleine Stücke zum Musizieren. Von entscheidender Bedeutung wurde für ihn die Begegnung mit Alex, von Zemlinsky und seinem Kreis, ' unter dessen Leitung er Kontrapunkt arbeitete (anderen Unterrieht bat er nie gehallt). Die dürftigen häuslichen Verhält• nissc (sein Vater starb früh) zwangen ihn, eine kleine Be* nnitenstelle in einem Baiiklinus anzunehmen, bis er eines Tages seinen Freunden mitteilte, er habe wegen Konkurs des Hauses seine Stelle verloren. Nun wurde er ganz zum Musiker. Fr bekam eine Chorincisterstcllc in einem kleinen österreichischen Ort, kommt um die Jahrhundertwende als Kapellmeister des Ueberbrcltls nach Berlin und bekommt später auf Empfehlung von Richard Strauß eine Lehrer• stelle am Slcrnsclien Konservatorium. Zwischendurch kam• poniert er Lieder, arbeitet an den ״Gurrelicdcrn“ und der symphonischen Dichtung ״Pellcas und Mclisandc". Seine erste öffentliche Aufführung ist 1898 das (tinver• öffcntliehte) D-Dur-Strcichquartctt und im selben Jahr ein Liederabend, hei dem cs bereits einen kleinen Konzcrtsk.mdal gab, der sich seither hei allen neuen Werken Schönhergs wiederholte. Schon in seinen ersten Liedern fällt die schwung* volle, warme Melodielinie auf, die für seinen Stil so charaktc• risliseh ist, wenn cs auch in späteren Werken nicht immer ganz, leicht ist, dieser Melodie heim ersten Hören zu folgen. 111 Frau Dr. Schwarzwalds Seluilanstatten in Wien wurde er 19113 Lehrer und hatte hei Proben im Ansorgc-Verein seine erste Begegnung mit Mahler, der vom Strcicliscxtctt ״Verklärte Nacht" (komp. 1899) einen starken Eindruck hatte. 19(11 5 aber entstellt »las erste Werk, das Schönberg auf dem Gipfel technischen Könnens und gestaltender Kraft zeigt, wenn cs auch seinem eigensten Ideale noch nicht entspricht: das D-Moll Streichquartett op. 7. Bei seiner Uraufführung durch das Rose-Quartett 1907 kam cs zu einem ungeheuren Krach, ln den folgenden Werken vollzieht sich der stilistische Ucbcr- ..... Aufbruch, Aufbruch Von Karl Wolfskehl Aus drin Almmmch des Schocken - Verlages bringen wir mit Bewilligung des Verlages das neueste Gedicht Welfsgang zu immer strengerer Knappheit des Ausdrucks (״U* tan ei“ im Quartett op. 10, Klavierstürke op. 11), bis zu den Gcorge-Liedern op. 15 (1938), in denen e r zum ersten Male ein Ideal verwirklicht sieht. Stand Schönberg bisher noch immer in mancher Bc/ichuir zu früherer Tradition, so hat er nun den Weg gefunden, seinen Weg. Seine Mclodielinie steigert sich in großen Int(■rvnllspriingcn, in Aufgabe von allen alten Symmetrie-, I larnionie-, Scc|11cnz-Prin/ipicn. Schön* berg schafft sich eigene formale Gesetze, die Harmonie erhalt neue Funktionen, Rhvthmus und Zusammcuktang haben neue Bedeutung. Im Vordergrund stellt die lineare Melodie. Und wenn auch Schönberg alle technischen Hilfsmittel, da» ״Kunsthamlwcrk“, virtuos bc icrrscht, so tritt demgegenüber nie die Erfindung zurück. Ist Arnold Schönberg ein jüdischer Komponist? Solche Frage zu beantworten, ist schwer. Bekanntlich war Schönhcrg getanIt und ist im vorigen Jahr wieder Jude geworden. Wenn man von allgemeinen Dingen absieht, wie etwa der Tatsache, daß er die immer mehr sich in Klänge , steigernde Musik vom ״——«-יי— .- ---Melodischen her revolutionierte, so er- /-״' gibt sich immer noch '•׳ .! die merkwürdige Tat- >' ׳ saehe, daß im Prinzip; seine ״Komposition mit je * , ׳ , zwölf Tönen“ und ihrer I .. ״(iruntlgestalt“ eine — 1 unbewußte! — Parallele ן,‘ hat in der Maqarnf ' Komposition, die die? orientalischen Juden von I / den Arabern schon früh I ■ übernommen hatten, i . Wenn man die Maqa• men in ihrer Funktion als ״Weise“, Leiter und Motiv betrachtet und die Schönbcrgsche ״Grundgcstalt“ mit ihrer Variationstcchnik dancbenstcllt, so eröffiicn sich ganz erstaunliehe Vcrglciehsmöglichkeiten. Schon im Jahre 1917 fühlte Schönhcrg den kommenden Schiffhruch der Assimilation; in seiner Militär/eit entdeckte er, daß der Krieg ebensosehr gegen innere Feinde wie äußere geführt wurde, daß man aber zu diesen inneren Feinden auch die Juden zählte. Dieses Frlcbnis brachte ihn zur Klarheit darüber, daß die Juden auf sich selbst angewiesen seien. Fr schreibt ein (nicht veröffentlichtes) Drama ״Der biblische ■Weg“, in welchem er auf die Möglichkeit der Errichtung eines selbständigen Judenstaates hiuwcist (Konzeption dieses Werkes etwa 1921, erste Niederschrift 192h). Scliönberg nimmt für oder gegen den Zionismus keine Stellung. Seine Bestrebungen sind ihm wesentlich, wenn er sich ihm auch — ■wie er mir seihst schreibt — ״aus taktischen und strategischen Gründen“ nicht voll anschlicßcn kann. Augenblicklich arbeitet Schönhcrg an seiner biblischen Oper ״Moses und Aron“, deren erster Akt 1931 in Territet, und zweiter Akt 1932 in Barcelona beendet wurden. Das Werk sollte ursprünglich Teil einer Trilogie sein und wurde zuerst 1928 in Form eines Oratoriums aufgeschricben. Später änderte er den Grtuidphui, der ״Biblische Weg“ wurde selbständig, und das dritte Stück entfällt vorläufig ganz. ״Moses und Aron“ wurde Oper, Es hat zu in Hauptgedanken den Widerspruch zwischen Prinzip und Politik, zwischen dem reinen üottesgedanken und dem primitiven Volkscmpfindcn. In diesem Streit siegt für Scliönberg der Gedanke. Ein Oratorium ״D i e Jakobsleiter“ ist bisher nur Im Text und musikalisch teilweise vollendet. , , ruit er und gibt sich sc, ״wiBendcn Gedicht ״Aufbruch“: "^:lllu1iclt euch am heiderand «0 die päppeln stehen! Lang ist der weg zu cucrnt Iand Z Givcrsvaitdt &j11 dlr fürder gehen.“!1 ,;ן,w'r״ das Schwert wieder rein gebadet werden: er sieht i{1• .״' s'l'rbendcu Moses ״vom Ncbo“ den Anbruch einer c" «It für scjn Volk: itnH.- vv־,smRt er in hymnischen Strophen, was er int deu• «rht üc'r °oL ,Denn neben dem Dichter Wolfskchl!Urängtcn iänz H:!’,s •Vod tiefer Weisheit deutete: ״Das Judentum ist . *tSiOriC tlttll CY1#1׳* Ur>4nn)1©e!l/ ne «et Koi/lnC t*t'h Hilf!! UthJf ״V״*cr1 in seinem kurzen, aber erkenntmsi Sn‘‘4. jüdische Qehemuus״ das Wesen des?ן״י ttn'!1!•"! •Und Kanz Metaphysik, es ist beides schlechthin:;י!ז־ un 1 ' l c'* 11 "d ganz. Klee.... Gott ist diesem Wesen sciut1t|. na" gewesen, nie so eins mit ihm, daß es ganz ab2t8.,’,.״a7,״ übergehen ließe In das andere Reich, nie so ü untcrgci!(, ״a® Cs *n Schutt ut)d Scherben zerfalle, daß Kirfev«cn den Dichter und Deuter der Jüdischen Seele, >Ikn dpe dm j ' an 4*cm Tage, da die deutsche Welt vor 1"י und«/•1 j r8 t*cr deutschen Sprache und des Samm• ftalieg ,out ־rerweckers alten deutschen Dichtergutes ge« ‘0Ute. — kehls zum Abdruck. Sdiaut nicht zurück, Was sShl ihr auch? Was war. ist Rauch, Ihr schreilel frank In Morgens Hauch. Horcht nicht zurück — Lauschen macht krank, Was war, versank. Euch ruft das Wort Von morscher Bank. Denkt nicht zurück, Was war, verdorrt. Ein einziger Hort Ist euch gereift, י Der Hort helfet: Dort) Sehnt nicht zurück. Den Slab ergreift I Was war — bereift Vereister Hang, Der Hordsturm pfeift Red. Liebt nicht zurück, Was war, zersprang. Der Tag Ist lang Verronnen, •eil Ein Bild euch zwang! Grollt nicht zurück! Wink» mit der Hand, Was war - verzelhll Holt aus und freit. Die Feme freit I Wollt nicht zurück. Jung lenzt das Land Was war, Ist Tand, Ist r »d — ihr seid Im Wanderkleid: Fortgehn Ist Leid, Fortgehn Ist Glück - Bleibt nicht zurück! In den etwa 35 Jahren intensiven Schaffens hat uns Schön• berg nur wenig über 39 Werke beschert. Von diesen aber ist jedes ein weiterer Schritt vorwärts. Seine drei Streichquartette, seine Lieder, die ״Kammersinfonie“, die ״Gurre* licder", der ״Pierrot lunairc“, die •Kammermusikwerke der letzten Zeit und die Chore, seine kleineren und größeren Opcrnwcrkc gehen ein vielseitiges Bild seines Schaffens. Und vielseitig ist auch das ganze Bild dieses Menschen, der nicht nur als schaffender Musiker seiner Zeit weit vorauscilt, sondern auch malt, an musikalischen Lehrbüchern arbeitet und in seinem unerbittlich logischen Denken Vorbild seines Schiilerkreises geworden ist. Nach langer Lehrtätigkeit in Berlin ist er Im vorigen Jahre 11,ich Amerika berufen worden. Peter üradenwitt. Ein Vortrag Ober Arnold Schönberg. Der Kulturbund Deutscher Juden stellte sich die Aufgabe, das Schaffen Arnold Sc hon hergs, der jetzt seinen (>U. Geburtstag leiert, einem interessierten Publikum durch eine instruktive Veranstaltung näher/ubringen. Ls ist verdienstvoll, daß Dr. Hans Nathan es übernahm, über das schwierige Problem ,,Si'lmnberg“ zu referieren. Er wählte die populäre Form der Darstellung unter Hintansetzung jeder wissriischaftlirlicn Fachhelehrung. So erschien cs ihm zweckmäßig, die ideellen und künstkrischen Hintergründe der Schönhcrgschcn Musik an Bildern zeitgenössischer Maler auf/u/eigen, musikalische Beispiele seiner Komnositionen in den Vortrag eiiizustrcuen, so daß sich seine Ausführungen überaus fesselnd und lebendig ge• staltcten. Die mit viel Hingabe von Hans Nathan (Klavier), Leo Barczinski (Gesang), Boris Schwarz (Geige) aufgeführten Werke lösten Zustimmung und Beifall aus, ein Beweis, daß es dem Referenten gelungen war, den Kontakt zwischen dem Hörer und der Musik Selmnbcrgs hcrzustcllen. Der Vortrag selbst behandelte die musikalischen Wandlungen seines Schaffens: die Intensivierung des Tristanstils in seinen Früliwerkcn, die Abkehr von der Tradition, Sprengung der vorhamlcncn Formgesetze, schließlich vollständige Auflösung des gegebenen Klangmatcrials und als letzte Phase die Aufstellung eines neuen Formprinzips, der Technik der Zwölftonmusik, da• mit vollkommene Negation der Harmonik, absolute Herrschaft der Melodie, des gegebenen Motivs. D*־• J akobSciiönberg, Erich Fuchs vorn Kulturbund Ist an das Stadt• theater in Rci chcnbcrg (Tschechoslowakei) für die kommende Saison als erster Bassist engagiert worden und wurde ferner cingcladcn, am Theater de la Monnaie in Bruxelles und an der Flämischen Oper in Antwerpen als Gast den Rocco in ״Fidclio“ und Osmin in ״Entführung“ in französischer Sprache und den Baron Ochs im ״Rosen• kavalicg“ in deutscher Sprache zu singen.

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