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Jüdische Rundschau · 1934-09-07 · Heft 72-73 (7.9.1934) · page 23

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 72-73 (7.9.1934)
Date
1934-09-07
Page
– (sequence 23)
Language
German
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JÜDISCHE ו * RUNDSCHAU RRUNDSCHAU NR. T5/73. 7. SEPTEMBER 1M4 *4| (1*״"״l «־’» IhüJ W ן « ן*־ ין וי"""} ן־ף־-יי ja ך־י* 1• t ti } »״* *■ ׳*!יי״ן ^״) ן**ירן <״_»!*<#) lg# er V-. 3»-« %*־'/ 1 Vm# ti Am 20. April veröffentlichten wir unter dem Titel ״Schallt jüdische Jugendber.itunßssicllenl“ einen Aufruf. In dem eine moderne Form der Jugcndlürs״fße verlangt wurde. Wir freuen uns, daß dieser Appell nicht ungehört verhallt Ist, sondern Wirklichkeit wurde, und hülfen, daß die Arbeit der neuen jugcnd'tcratungsstclle, In deren Tätigkeit die nachfolgeriete Schilderung einen Einblick gibt, eine fruchtbare sein möge. Red. Im Herren des alten Berlin, in der Augtisfstr.ißc 17, (,flindrl sich die erste J ti g e n d h e r a t u n g s s t e 1 i c der fifim’imle. Schon im WarUratitn, mit nett gedeckten Tischen, [llunicn und Büchern, merkt man, daß liier eine besondere Tjiifkeit entfallet wird. Es ist das Verdienst des Sozial- '‘,linkers l)r. I ranz Pollak, der in Cicmcinscliaft mit den Rf/irkslcitern!זי. Ludwig Men de! sohn und Detmar Prinz diese Ocmeindeeiiirichtung für die Jugend sehuf. Inzwisdien haben andere jüdische Wohlfahrtsbezirkc Berlins ״Kh diesem Vorbild gleiclic Einrichtungen ins Leben ge- ״!C\׳on Kindern und Jugendlichen umgehen, wird Dr. Pol- )1k ingrtrulfen, der von seiner Arbeit berichtet, ln schwic• rifff Arbeit hat er das umfangreiche Adressenmaterial der Kindrr tiad Jugendlieben gesammelt und sie zur Jugendterjliinfissfcllc eingclaileu. Montag und Mittwoch abend finden diese Beratungen vorerst satt. Pie Ersten, die das Sprechzimmer betreten, zwei Jungen, \fjistnkindcr im Aller von 12 und 14 Jahren, sind recht;;heu, Dr. I’ollak erkundigt sich nach den! Gesumllicitsi׳»d des I iiweluen, oh sic genug zu essen hatten und was |ic in ihrer Freizeit treiben, ferner, ob ihnen auch die teouiemndiUingeu der Gemeinde bekannt seien. Audi wegen eines AiM'lihisses an eine Jugendorganisation wird mit den Hindern gesprochen, selbstverständlich ohne die Kinder irgend- »je וון beeinflussen. Interessant ist, dafi fast alle zur Beratung trscltfüiemlcii Kinder aus kinderreichen Familien stammen. Traurig ist das Leben dieser beiden Jungen, von denen der eint? bereits S c 11 11 I» in a c h e r I c 11 r 1 i 11 g ist. Nur 7.0• pennt berichten sie von ihrer freudlosen Jugend, weinend, dili;ic last nie satt werden. I)r. Pollak verspricht den beiden Brndern, die wirtschaftliche Not ihrer Mutter, ״die für Brot, Hehl und Zucker soviel Schulden hat", möglichst zu bescitijcn. Nach ihren Sportwünschcii befragt, ist der Acltcrc für Radsport, der Kleinere für FufSball. Nun wird der kleinere Bruder ans dem Zimmer geschickt, und der Leiter läßt sich von dein Vierzehnjährigen verschiedene Auskünfte geben. So a. j, 01» der׳ Lehrvertrag mit seinem Meister in Ordnung ist. ts stellt sieh heraus, dal! dies tatsächlich nicht der Fall ist and daß die zuständige (icuicindcsteile wird eiligreifen müssen. Grob ist die Freude des blassen Jungen, als ihm die Teilnahme au einer Ferienkolonie in Aussicht gestellt wird. Beglückt und zufrieden verabschieden sielt die Brüder. Nim betritt ein anderer 12jnhrigcr aufgeweckter Junge iss Zimmer. Wieder ist es ein Waisenkind, das bei seiner *hwester wohnt. Leider kann sicli diese nur wenig lim ihn kümmern, so daß auch dieses Kind eine freudlose, einsame, ja traurige Jugend hat. Er schildert die wirtschaftliche Lage seiner Angehörigen, so gut er cs vermag. Auch er ergreift die lland des neuen Freundes, der ihm Helfer sein will. Viele Kinder und Jugendliche gaben noch an diesem Abend erschütternde Berichte ihrer Not. Es ist meid nur materielle, sondern auch seelische Not. Riescngrol! ist die | i n s am keit fast aller dieser junger» Menschen, von der man bisher so gut wie nichts wuiltc. Dieser enttäuschten, armen und freudlosen Jugend tnuß wirklich und schnell ge• 11 olfcn werden! Die letzten, die ahgeferfigt werden, cs fst bereits 0Uhr geworden, sind zwei kleine spaniolischc Jüdinnen, die sclioii einmal in dieser Sprechstunde waren. Lisa, das )11ngste_ Kind von neun Geschwistern, scheint der besondere Schützling l)r, Pollaks zu sein. Diese Mädchen, der unver• kennbare Typ der Spaniolen — übrigens türkischer Staat»• angeliorigkeit —, erzählen ebenfalls von ihren kleinen und groben Sorgen. Lisa, die soeben erst aus dem Krankenhaus entlassen ist, erzählt von ihrer ״Tätigkeit“ Im elterlichen Haushalt. ״Zwei Zimmer und die Küche habe ich aufgc• wischt“, berichtet sie, auch über die Verwertung einer ihr geschenkten Mark. Für ihren Fleiß wird sic mit einen! Buch belohnt. Beide Mädchen wissen jetzt, trotz ihrer Jugend, dal! sie jemanden hallen, der sich um sie kümmert, wenn es irgendwie zu helfen gibt. Schnell eilen sie beim, um ihren Angehörigen Bericht zu erstatten. Julius Walter. Hebräischer Fernunterricht. Die nächste Lektion erscheint in Nr. 71 vom H. September M34. Die Broschüre von Z. Liberman ך,«ןןףקן Ist vergriffen und kann erst wieder Ende nächster Woche gelle• fert werden. Bestellungen, denen ein frankiertes Kuvert uud 10 Pf. hi Briefmarken beizufügen sind, sind zu richten an die Red. der ״Jüd. Rundschau“, Berlin W15, Meinckcstr. 10. KALENDARIUM 1934 — 36. Woche 5695 - 1. Woche Freilag 7. September 37. Ellul Samstag 8. ״ .38 ״ Sonntag 9. * 39. ״ Honlag 10. I. Tlsdirl Dienstag 1t, * X m Mittwoch 13. m 9. ״ Donnerstag 13. » 4. ״ Jabbat-Auiasn«, D«lln 7H Breslau 7« Frankfurt a. M. 7״, Manchen 7■ 7. 9. IS9I1 Der Ceithlchlnehtelbef Heinrich Grade geilnrben. נצנים ערב ראש mtm א׳ וראש חשג* t.Tagftoivb Hatchanah נ׳ וראש השנח 3■ Tag Roidi Hasdianth נום גוליח Die neue Spielzeit ״ des Kulturbund -Theaters Uns wird geschrieben: Nocii vor den Feiertagen ist der Winter-Snielolan des Kulturbundes icstgelegt worden. Es ist dein Kultur• blind gelungen, nach lieber Windung großer Schwierigkeiten Stefan Zweigs dramatische Dichtung ״Jeremias“ zur Erstaufführung in Berlin zu gewinnen. Die Bühne des Kul* turbundes wird mit diesem Stück zum ersten Malt vor die Aufgabe gestellt, grolle Massenszenen auf die Bühne zu brln* gen. Die Premiere fimlet Anfang Oktober statt. 1111 November wird Beethovens Oper ״Fidel io" zur Aufführung gelangen, und in unmittelbarer Folge geht , dann die Komödie ״D ,1 m c Cobold" von Calderon in der Bearbeitung von I lolfmannstha! in Szene. Es folgen in der Oper die Aufführungen der ״V erkauf• t e 11 Brau t“ von S m c t a n a und im Schauspielhaus S h 1 kespoa res ״Romeo und Julia". Als Uraufführung in Deutschland bringt der Kulturbund im Miirz die Oper ״Nabucco“ (Nebukadnezar) von Verdi. Für eleu Beginn des Sommer» plant man eine Operette von Johann Strauß oder Offen bach und ein heiteres Oescilscluftsstüek. Kammermusik, Orchesterkonzerte und Vor• träge werden in abwechselnder Folge gebracht, und zwar kommen neben klassischer Musik in jedem Konzert j 0 d i sehe Komponisten mit Erstaufführungen zu Gehör, Der Opernchor, der »ich mit seiner» Madrigal- und Volks- Liederabenden gut eingcfiihrt hat, bereitet ein ganz neues Programm vor. Zum Abschluß der Konzertsaison plant der Kulturbund die Aufführungen der 9. Symphonie von Beet- Hoven und eine große Chor-Orchester-Veran* staltung zum 250. Geburtstag von Bach und Händel. Für die musikalischen erhöhten Anforderungen des Kulturbun d -Orchesters ist dieses stark vergrößert worden. Das Vortragswesen wird in Zusammenarbeit mit dem j ft d 1 sc h e n L c h r h au s nusgebaut. Für geplante Onemauffülirimgcn werden regelmäßig ciucrscImiHartige Ein füll rungen mit musikalischen Demonstrationen in Sonder-Ver* anstaltungcn gebracht. Die Kleinkunst-Abende werden Im Laufe des Winters unter Einbeziehung des Balletts weiter ausgebaut und sollen eine regelmäßige Veranstaltung des Kulturbundes wer• den. Der Plan, auch F i I m v o r f ii 11 rungen in das kuiturcllc Arbeitsgebiet des Kulturbundes Deutscher Juden ein• zuglicdern, steht vor dem Abschluß. Anmeldungen als Mitglied sind an die Mitgliederabteilung des Kulturbundes Deutscher Juden, Kochstraße 64, zu richten. Familien - Nachilchien Fräulein Minna Braun (bei Herrmann), Landsberger Str. 108, {Ju. I, begeht am 7. September den 09. Geburtslag, Frau Mari» Goldschmidt, Jablonskiatr. 2«, begeht am 13. September den 80. Geburtstag, Frau Faul ine J oa eh 1 m st b a 1, geh. Heinemann, Haienste, Katha• rirvenstr. 27, begeht am 12. September den 05. Geburtstag. Herr Jakoh Sulke, SW «8, Oranienstr. 112, begeht am 14. September den 65. Geburtstag. dir BZV und de• Mlsrachl an den Hohen Feiertagen ISlP.IO Inden Bäumen der zuio, raeinenc Abends 18.«• Uhr, morgens 7.30 Uhr C] mJ iftd•« Hohen Felortegen von d•r BERLINER ZIONISTISCHEN VEREINIGUNG Abend« lfl.45 Uhr, morgen* 7.30 Uhr trfiek •fifttrafie Vorverkauf im Helm. bei H*pner, Imelstfafi• 81 und bei Silber, Lothrinfer Straß* 69 Preise der Pliilre RM 1!•■“ bi* $#•־• Klfltltraoe 94 Vorverkauf im Helm und im Büro d*r B. Z.V.* MplnekestraOa IO Preis* d«r Platt« RM 1*90 bi* 9*90 (ftaiulatianeA'v «4 JUteU UastkoHoU u.a. fydeqettUeäen *ul Glückwunsch *Telegramrren d08 K. K. L Eilö! tlitser Telegramme hilft, neuen jüdischen Eiden ln PalaaÜna tu *duffen Prell 30 Rpl. *וי bsbm im Büro d•■ K.K.L. MninnknntraOnlOuod . im Zentrami Im Nord«»»• •}■dar* kmenthairr Straße 42 IMInraidil* Neue Schönhauser Str. 9 ״®•»!er, Gr«n*dirrstr*Be 13 Silber, Loihnnger Straß« 69 ״®Bier, Orftuicnburjjer Straße 26 |m Weitem Mfmhnrdstraßn 6 Gereon, MelnekfStraß« 2 ®PPelaecr, Neu« FriedrichsriraO• 59 Kettem* Oahtmannstraße 8 *«ng»*, Neue KönigslraBe 74 M*n•■« Pe*ti1017.i»lr*ße 15 1%״ Im Süden! w * " T •.11 '• יי ייי °J* , ■•2.V.-Helm, Btückeneliaße 6». Ep^eoetetn, SchuUnburg Kmj 1 ״ bei ConnarH I» NenkSIlOi "•PBer» InscUtraße 8 W. Schwelb. Henmannitreße 46, Q W 50, Spfchernslr. 13 /TV1 Lär^dk U.3-יי־ 04 Bavaria 0974 .O V. 4 ^-M Auguste Münzer Charlottanbura 4, lybetatr. SS zeigt neue Modellel Bcrg's losiaurant Charlottcnstr. 69 erwartet Sie an den Feiertagen Besondere Spezialitäten i* nnerreichter Qualität TeUfoo A 6 Merker 7945 KurVUrstondariim 205 **• Simtl. neuen modcito Sir FunH-fiussioilong lopiraturea — fintennon ־ ftniosan Motnmeenatr. 36. F6Blclblr,ü/J9 Voriüijlichc Kucbcnfliiiweht. VIrland nach alten Stadtteile«, “GDD da. b.Vannt. KAFFEH am OMunsn p&nia X GESCHft'FY H ABIS A PL ATI Beetellung&ennahme für EISSOC1QEM J 1 OISCIARCil 3GG 4*■«׳ 1,11*1 1QS Beeltierj Oscar Aberbadt, Beyrlaeher Flat« % , Spiel-u, Vereifu«äle * Treffpunkt bc•!. jüd. Ge*c)l»cb. B«*t *nerk. Wien, Küche * Dezente Musik. Mittagu. Abend « Gedeck v, RM 1,t0 »n m 211 Mittags• u. AbcneStiscIt M.TINKOWSKI Wiener Küche und!’u»8, Sprxintitaten An der Sp*ndnuer Drücke 4-5, I.F.te. . Neu ronovlort * D1, 7779 Tiechbcstrlhmy. *u den Feiertagen ' rechlrritijf 4>rbeten. Für die Feiertags meine S p c 3 ו a U t i ten Torten / Hobes / Barche* MÖrbegehÜfk /Schokolade fflQlft MOSOf» Uh!1׳f״lstf.?7 e. KurlürsUnd., Büm. 3849 *" " f"Q <s» XfetwS AaJt Karlsbad QU» Konditoreien ,*P'.kl.B״ d. brvorntph. F.lcru.r״ in bak.nn! b״,.n QualMt.,״״!. Varw«dunK T.» a.1״r felnat.׳ N.H,ri«uttar. 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ADMIRALS• 1 Klee, TnedticbilrsO• 101 11 Uhr vorm, Mi | Uhr nachts , Snnnlaijl• ab 3 Uhr Der größte B'ihntnetloljt Paul Komp 10 ChQriQy’s Tante 1 ASTRA- Llektsplai«, Chauiscestr. 16 11 Ubr verm.bi* UUkrsBchU Sonnte!!• *b 3 Uhr uuiiaraucura.ctrntu« Harn ui Ein niaizer!ur Dich mU Heinz Rühmarm, Adele Sendrock, Theo Urnen

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