Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 72-73 (7.9.1934)
- Date
- 1934-09-07
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653520--25740-2682896- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
M 11 die, 1׳I ft'iler- J 11 fr- <|f זוי' ־ d vcren *1 stellt. 1!ht i ITTasw ■ i *I f1 I הו .f! h, P«n* uh lur 'יי. Nur ׳ \ «n tii׳■?str. |0 nl!!»., tri. *B Uan) itr. 10 #tt<M i*rb' '< 1)9 IS. C«*R׳ ult״״־׳■ miu״׳*■ ime | •4! '0‘ 1י׳(י זוז .#., iteilu״f 2׳ <ße 21 aiin b.rA■ 11. V«• ן י־ י^׳ו AS» י <B, 1a 4] *?יויוזן sn«• Kr, 72/73, 7. IX. 1934 ־— ***** Schnitzler im Kulturbund Montag fri'li ist '»•״>־ ™fällig auf rin״ Anhnlter Bahnhof di bemerkt "!■•»'«"־ .lc.11 direkt״, Wagen Prag.Wie״ Rosa Valet I י innnitvn eine־־grolle״ Kr״״״, der fromulschnmich 11!,tr/lidi von ihr Abschied ״״!״nt. Die Künstlerin, die lürvrc Woche..' « er Msttelpuukt des Theaters des ^,lUirlmmlcs wnr \erl,1־!it Berlin - - ein Zeichen, daß das ״tl״rj1111e sieh .1 ikmit Die zu so frtilicr Stunde -- Abfahrt 5־! Uhr-SIC sk'[!('1'• S!,H| '1«re Kollegen und Kolleginnen, 1■ SühHi-piv vr vom kiiltiirhimd. liier merkt man, dal! unter ״sc״ judeclicii Schauspielern die, aus ihrer früheren Um- ״,■Inuit,׳ licrausgcrisscn, |)lot/hcl1 unter ganz anderen Verhalt- 1 <״!' spielen müssen und zum Teil vielleicht Jetzt erst ,!■fahren haben, nns Jude sein bedeutet, so etwas wie eine Oe- ״ißinscliaH entstanden ist, Die Valetti war einst der Liebling yjeier Herliner, jetzt begleiten sie mir Juden, cs mag fC!1tm־r/li1'h sein, aber es ist fast symbolisch für uns alle: m.iiu'liiS uiirile verloren, aller auch manches gewonnen, und f5 |1.1m,d davon ab, was wir aus «lein neuen, dem jüdischen Üc111dnscl1alBgcf11hl zu mache״ vermögen. Vom llalmhot geht es wahrscheinlich zur letzten Probe pd abemls sieht .. dieselben Mens« heu auf der Huhne in;(iiiiil/lrrs 1111״ Spiel der S o m 111 .׳ r I ii f t e“. Cs ist das >0/11■ stuck, das Schnitzler vor seinem Tode schrieb, der jiiiTitdc Schnitzler, der doch uttverbriiehlich noch in .lerscllwn ^,׳It leid wie sein eigenes Schauspiel in der Welt um 1900, jn jener Atmosphäre lies frau/iskojcisefinischen (testerreich, in ,j(r die österreichische Eigenart zu einer liebenswürdigen, wficlu11׳, tnifragisehen Entfaltung kam, _ obwohl die Oru'ml- ]j״en, aut denen diese Welt ruhte, bereits erbebten. So sehr Sl'■ Dinmrnng an diese Weit denen, die sie miterlcbt haben S1>(i ihr schöne Stunden verdanken, wert sein mag, der hetiti- ״eil Jugend, der Naelikriegsgeueration, hat sie wohl wenig zu 1j״e11. Pi!■ leichte Melancholie, die Müdigkeit und Textesjiiiiiiiur, die uns ans der Literatur jenes Wien, in manchen (],׳,lichten lloliiiainistlials, in den Novellen und Dramen Arthur gyul/lirs cntgegoiiwelu'ii, tragen deutlich die Spuren des Vcr/iehles und der Auflösung. Dieser Atmosphäre hat sich rin jüdisches Element sehr stark ciugepn'igt. I>enn das!111• Volk der Juden mit seiner (iefiihls- und Verstandesptcii'itat, das 111111 in der Spanne eines Jahrhunderts die ganze f11r0|1,rische Bildung aufgenommcit hatte und sieh seihst immer mehr hiiisinken licli, hatte nichts von der Harte, die zu Ertti,111111111g und rat״! treibt, wohl aber ein tiefes Verständnis l״r die geheimen Regungen der Seele und — über alle Zweifel hinweg - ein feines Empfinden für die Reize und die Schönhut des I i'bciis, das mit;illen seinen Konflikten ziiglcklr unter der Perspektive eler Jahrtausende wie ein Traum voriilierzjelit. jy id vielleicht kein Zufall, daß der repräsentative Dichter di,-;,י Wien der Jude Arthur Schnitzler war; aber wir Juden messen 1ms auch erinnern, dal) dieser Schnitzler der Jugendfreund eines anderen Wiener Literaten, Theodor llerzls, war, mit dein er einmal ein denkwürdiges Gespräch über die Jiitlcnfrage hatte. Dieser Theodor llerzl, der auch die Wiener Rmn.ntik nicht verleugnen konnte, hatte andere 11,1111m■ als das Spiel der Sommerlüftc. Rieses Spiel, das nun vor uns vorüberzieht, ist ein Spiel m liehe, Ucimß und Verzieht, Ivpisch gesehene Figuren, fimationeit und Konflikte des alltäglichen Lehens, nlies im (invalide des Wicnei luiiis von Die ״Handlung“ ist dann, im'lir hiiigchaucht als dramatisch, der Gegenstand ist r!1 ״niilu■deutend“, es ist wollt Schnitzlers schwächstes Stück, jbr doch auch voll (einer Pointen und kluger Gespräche 1lii!ch.u1s״:!lu• hei S. Fischer Verlag, Berlin). Im Vordergründe <h Interesses stellen hei der Aufführung des Kulturbundes «e beiden I r,׳men. Jennv Schaffer ist die reife Frau nu jer Schwelle des Alters, die an dem Werk, dem der Mann tdi widmen muß, keinen vollen Anteil nelimen kann und?:cli darum einsam fühlt; in dem Moment, wo ihr Mann sich ihr wieder voll /!!wendet, ist die Anfechtung, die in Gestalt einer Zuneigmig zum Kaplan sich geregt hatte, verflogen. Neben ihr Mira Rosowsky als ent/ückcmle lOjnhrigc Gusti, in di!■ sieh alle Männer mehr oder weniger ernsthaft verlieben ■äI die dieser Situation sehr gut gewachsen ist. Beide Frauen »:!reu in I rscheiinmg und Spiel ausgezeichnet. Wenn Schnitzkr Iran |osefa zu der angehenden Schauspielerin Gusti sagen :!!11, sie w urde schon Erfolg haben ״mit dem Gesicht! und der Figur" und von ״Talent" nicht reden will, so kann tu,ווו von du zwei Schauspielerinnen dieser Aufführung sagen, dal) sie fl dies in liolicm Mal! besitzen, und darum auch den verd.oiHii Erfolg finden. Den Professor, der auf der Höhe des! Ziiimsalicis mit überlegener Lcbenskliigheit auf das wccli- ׳"hule I iehes-piel hiiiabschaut, obwohl er seihst innerlich! wclit (111:׳/ unberührt ist, gibt Fritz Wisten mit der nötigen , weichen Würde. Als unglücklicher Liebhaber stellte sich ein wikt Schauspieler, Walther 11 e r 111 e r, vor, der durch seine (Kduikhare Rolle hamlieapped war. Heu Kaplan gab Martin; Brandt mit großer innerer Bewegtheit. Die religiösen Fra-! ün, die in seinem Gespräch mit Frau Josefa ltcrvorbrechcn, sind w«»l1| nicht nur ״ehröstliche“, cs sind Frage״ der niensch- 1 liehen Evgtenz überhaupt, mit denen jede Religion fertig zu *wlcn hat. Trotzdem fingen wir uns, warum der Kulturbund F'ade ein Stuck gewählt'’hat, in dem ein christlicher Kaplan «iv Hauptfigur ist. In «lein Dialog, dem Höhepunkt des Snickes, geht es um die Gegenüberstellung menschlicher mul g'tilidicr Weisheit «ml «in die Aufgabe, Gott auch dort ge- Ben zu sein, wo sein Ralschlul) «len Menschen im verständlich «Irr de!« eigenen Wunsch entgegeugcsdzt ist. Das ethische M׳l theologische Problem der Rolle des Bösen in der Welt (5md in Gottes Heilsplan) wird liier von dem Skeptiker Seite 19 JÜDISCHE RUNDSCHAU י SS ^■0•^%$( ס''7: \Q 0' Lr *C ף <- I F Je.■ / ר״*=־ ־״׳> *,/ r l ג 7• 4*«• ׳., \ 1 / ' A׳■׳. h \ ” M J* ״׳•»־ ., : t' t ■i\ ' \ \ ׳, ■X* \Y/(’X q y e. . 4 \ . . Fotos» Links ohm» Eduard (Fiacdebcrß) und Prof. Friidlein (Wüten) — Mitte: Kaplan Holl (Brandt) un Josefa Friedlcin (Schaffer) — Unten: Dr. Faher (Iierlnn), Cutti Pflegner (Rosowsky). Josefa Fritdltln (Schaffer Zeichnungen! Links unten! Josefa Fr le dl ein (Schaffer) und Kaplan Holl (Brandt) im Ut. Akt — Recht! okn Gusti Pflegner (Rosowsky) und Leutnant Holl (Unart) im 1. Akt — Rechts unten! Eduard (Friedeberg) un Gusti Pflegner (Rosowsky) im II. Akt. Fol0t unä «״,״,.: Hnbnt &,nnnm _ z.rü״».״,״,D4־» Bu*n Schnitzler gerade nur angedeutet. Die Frau ertappt den Priester bei seiner eigenen Schwäche, aber <1 er Zweifel, der dann aus ihm lnrvorhiieht und den er niederkämpft, wird ebenso wenig tragisch wie sonst irgendetwas in diesem Stück. Den Sohn Eduard gibt Heinz Fr jede borg, ein junger Schauspieler, der, wie mitgetcilt wurde, hier zum ersten Male auf tler Bühne steht. Fr hat das Jungenhafte, die Mischung von Ungeienkigkeit, Lchcnsnhnuug und Verspieltheit sehr gut herausgebracht. Ernst Eennrt hatte diesmal nur die kleine Rolle des Leutnants zu betreuen. Außerdem wirkten in Nebenrollen Gina Pdrusehkn, Lieselotte Jacohi, Ruth Anselm, Lrnrt Raden. Die Regie führte flott und bewährt Fritz. Jessucr, Bühnenbild und Kostüme stammen von Heinz Comlcll, «ler bemüht war, den Stil jener Zeit von 1000 zu treffen. Int ganzen war es ein gelungener und unbeschwerter Abend, — freilich sehr fern von der Welt, in der wir leben, Mi—r. Hebräische Lehrer gesucht. Für einen größeren Ort in SiUldeutschlaml für Kursus- und Privatunterricht, möglichst Palästinenser. Garantiertes Einkommen 200— 3(M) RM. monatlich. — Für eine größere Stadt in Westdeutschland, in der Nähe einer Universitätsstadt, mit deutscher Staatsangehörigkeit. Garantiertes Gehalt von 150 RM. monatlich. Bewerbungen zur Wcitcrleitung erbeten an die Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Mcinckcstr. 10. nächste Abfahrten nach Palästina (mitgetcilt vom Palestine & Orient Lloyd, Berlin NW 7, Friedrlchstr. 100, Tel. A6 Merkur 2915) Pilsnn 12. 9. ab l’rovklcnce 12. 9. ab 1 lelouan 13. 9. ab 1 lelouan 11. 9. ab Ocrusalemme BJ. 9. ab Sphinx .3־2 9. ab Pilsna 26. 9. ab Tcvcrc 27. 9. ab Tcverc 28. 9. ab Mariette Pacha 3. 10. ab (ierusalemme 5. 10. ab Proviilence 23. 0. ab Pilsna he 10. ab Poionia 11. 10. ab Vienna 11. 10. ab Vienna 12. 10. ab Patria 12. 10. ab Triest Marseille Triest Marseille Flugverbindung: Jeden Donnerstag ab Halle-Leipzig nach Gaza. Die Anglo-Palesflne Bank Limited wurde 1m Jahre 1902, gegründet. Nach den ersten zehn Jahren Pionierarbeit belief sich ihr Kapital per Ende des Jahres 1913, vor Ausbruch des Weltkrieges, auf £ 100,000 und ihre Depositen auf £ 340,000. Ende des Jahres 1933 waren die Ziffern wie folgt: Kapital und Reserven £ 350,000, Depositen £ 4,050,000. Die flüssigen Mittel beliefen sich auf £ 2,,900,000. Das Hauptbüro der Bank befindet sich in Tel-Aviv. Sie unterhalt ein Büro in London (10/12. Walbrook, E. C. 4) und folgende Filialen in Palästina: Tel-Aviv, Allenbystraße; Jaffa; Jerusalem; Haifa, Hadar Hacarmel; Tiberias; Safed; Petach-Tikvah; Chedera; Rechowoth. Die Bank betreibt alle üblichen Bankgeschäfte'und hat sich in allen Finanz- und Wirtschaftslagen, die die deutsche Einwanderung betreffen, spezialisiert. Sie steht neuen Einwanderern mit Auskünften und bankmäßigen Diensten ber eit willig st zur Seite.!111.׳״< L3