Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 69 (28.8.1934)
- Date
- 1934-08-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653517--25682-2682835- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
t Seite 4 Der Fellach in den Berßen Judäas Von Adolf II ö h m. /.ur Ergänzung unserer Amlührungen ״Die ,Times' und der Fellach" In Nr. 66 schreibt uns Adolf Bühnt, Wien, fol• gerttles: 1. Ucbcr die Ursachen, warum die Fellachen hauptsiiclilieh in den Bergen ansässig sind, führte Dr. Jacob Thon in der Zeitschrift ״Palästina" Jahr(1931 .׳ S. 02 folgendes aus: ״Den Unterschied in der Bevölkerungsdichte zwischen Berg- und Talbewoliiicrn kann man mit den verschiedensten Momenten erklären. Die Bergbewohner waren vor rauberischen Ueherfällvn, die seitens beduinischer Stämme an der Tagesordnung waren, besser geschützt. Die Berge versperrten den Angreifern den Weg. Auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus ziehen die Araber die Bergbc/irlte den Ebenen vor, denn die Bcrgluft ist gesund, während die Ebene mit ihren Sümpfen dureli Malaria die Einwohner dezimierte. Auch die Qualität des Bodens war auf den Bergen für den Fellachen besser als in der Ebene, den« trotz felsiger Bezirke gibt es im (iebirge fruchtbare Flächen genug, die der Araber mit seinem Esel und mit seinen primitiven (ieräten bearbeiten kann: die Berge sind ihm kein Hindernis, während er in den Ebenen nur magere Erde und Sandboden fand, der, wenigslcns mit seinen primitiven Mitteln, nickt gewinnbringend zu bearbeiten war. ... Der Küstenbezirk ist nur von Juden erschlossen worden, sic haben durch intensive Bewirtschaftuug, die die arabischen Landbewohner seit Jahrhunderten eben nicht verstanden, den Boden entwickelt und gencrationcnlang brachliegende Bezirke in blühende Orangengarten verwandet♦.“ Hierzu i.' noch '• icrken, daß die fruchtbare Ebene Jcsrecl bis zum Einsetzen ('׳::׳ jüdischen Kolonisation in » einem Grade versumpft war, daß Kein arabisches Kind dort am Leben!)lieb, und daß die Erschließung der Ki'istencbenc, da diese Pflanzungsgebict ist, so große Investitionskosten verlangt, wie sie der Fellache nicht aufbringen konnte. Erst als die Juden ihnen teure Preise für überschüssigen Boden bezahlten, konnten die Fellachen dort ca. 10(MX) Dunam Orangen pfiaii/cn, Es ist also gerade umgekehrt, als cs ln der ״Times“ geschildert wurde. 2. Der Korrespondent dieses Blattes befürchtet, daß die Fellachen im Bcrglattd wegen Verschuldung ihr Land an die Juden verkaufen und landlos werden müssen. Darauf wäre folgendes zu bemerken: Der Korrespondent gibt zunächst selbst zu, daß mit der Verschuldung der Fellachen die Kolonisation der Juden nichts zu tun hat. Er vergißt zu sage•!!, daß die L 111 s c 11 u i d 11 n g s a k t i o n, wie in der ״J.R.“ schon vor zwei Jahren ausgeführt, eine wichtige Aufgabe der Negierung wäre, die aber gar nichts in dieser Richtung tut. Die Aktion, die von Strickland zwecks Errichtung von arabischen landwirtschaftlichen Kooperativen eingclcitet worden ist, wird nur sehr langsam vonstatlcn gehen. Sie ist bis jetzt in Wahrheit nur eine verschleierte Form dafür, daß, statt eine Entschuldung im Wege einer allgemeinen ״Grundciitlastiing“ dureh/ufiilircn, einigen Gruppen von Fellachen Geschenke gemacht werden können. Dies erhellt aus dem Bericht der Regierung für 1033. Es heißt darin (S. 13), daß bisher bloß IT arabische landwirtschaftliche Kooperativen mit 264 Mitgliedern gegründet worden sind, die bisher — LP 2( 1b cingc/ahlf haben (11. s. also l 1 per Kopf)! Die Regierung hat mit Barclny's Bank Abmachungen (arrangements) getroffen, daß sie diesen Kooperativen die CP 266 Eigcnkapital haben, CP 3.360 zu 7 0״ borge. Also das 12'j fache ihres Eigenknpitals. Diese ״arrangemems“, über die nichts Näheres angegeben wird, können natürlich mir in einer 100 *nigen Ausfallsgaranfie der Regierung bestehen, die außerdem 20IKK» I’fd. aus der Liquidation der türkischen Agrarbank an arabische Kooperativen zu 5 "0 zu leihen beschlossen hat. (Bekanntlich hat die Regierung den jüdischen Kooperativen noch nie eine Kredithilfe gewährt.) All das sind, wie gesagt, keine durchgreifenden Maßnahmen für die Entschuldüng der Fellachcnbcvölkcruug, dafür aber ziemlich einseitige und ökonomisch anfechtbare Transaktionen. 3. Was ferner die Frage der Verdrängung der Fellachen betrifft, so ist darüber erst kürzlich hier erwähnt worden, daß die offizielle Zählung der durch die Juden ״landlos“ gewordenen Araber ein klägliches Resultat ergeben hat. Daß ferner die Auswanderung der Araber aus Palästina gleich Null ist, wurde in dem letzten Artikel schon betont. Auch sind keine von den Juden angeblich ״verdrängten“ arabischen Lamlbaucrn in die Städte geströmt, Die Volkszählung von 1931 ergab vielmehr das verblüffende Resultat, daß bei den Moslem der Prozentsatz der ländlichen Bevölkerung gegen 1922, wo er 71,2״;« betrug, gestiegen ist — auf 73,2 ״>, Der absolute Zuwachs der moslemischen Landbevölkerung war allerdings so groß, daß er auf normale!Weise gar nicht zu erklären ist und auch bis heute nicht ausreichend erklärt werden konnte. Er betrug 164 000 Köpfe, d. s. 47 ס/״ der 1922 am Lande seßhaften moslemischen Bevölkerung. Man nimmt an, daß angesichts der rapiden Ver- J0D1SCHE RUNDSCHAU uiimlerunp dir Beduinen (von 6Ü060 auf 4 1 000 Köpfe) viel Tausende' von ihnen seßhaft geinai'ht wurden, was aber nur einen Teil des abnormalen Zuwachses nufkliirt, aber gerade das Gegenteil von dem bedeutet, was der Verfasser bc* fürchtet: Statt seßhafte Fellachen vom Boden zu vertreiben, sind in diesen neun Jahren starker jüdischer Kolonisation arabische Nomaden seßhaft g c m a c h t wor d c 11. Jedenfalls zeigt es sich aber, daß die Vermehrung der gesamten nirhtjtidisclicn S t a d t Bevölkerung von 264 317 auf 386 787 Köpfe, d. 8. 422 470 — 38,7 ״/o, nur verschwindend größer war, als die «csamtzunahmc der Bevölkerung (36,7 <V0) ־.: um 2°'״, d. s. 2 ISO Köpfe oder 0,24 ״/״ der Gcsamthcvölkcrting. Nimmt mau nur die Ziffern der Moslem, so hat sich die städtische Bevölkerung unter diesen nur tun 34 0<׳ vermehrt, also um 2,7 ״/a weniger als die nichtjiidischc Bevölkerung der Städte. Die HerausUchung der Distrikte Ramallah, Nablus und Dschenin seitens des Korrespondenten der ״Times“, mit dem Hinweis, daß dort keine Juden zu finden sind, ist ohne jede Beweiskraft. Denn abgesehen davon, was schon von der Redaktion gesagt worden ist, sind eben, weil dort keine jüdischen Siedler vorhanden sind, die die allgemeine Wirt- Schaft gehoben hätte«, die Zunahmen in diesen Distrikten viel kleiner gewesen als im Landesdurchschnitt (29 ״״, 28«0׳,״ 25 ,״ für die niehtjüdisclien Landbewohner dieser Distrikte. — Siehe darüber Dr. Prcuß: Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Bevölkerung von 1922—1931, Zeitschrift ״Palästina“ Jahrg. 1932 S. 317 ff.). Dagegen wiesen gerade solche Bezirke, wo die Juden kolonisierten, eine relativ ungemein große Vermehrung der nichtjüdischen ländlichen Bevölkerung auf, 1. B. Distrikt Jaffa 98 <V0. Damit soll gesagt sein, daß dort, wo die Juden kolonisicren, sich auch die arabische Landbevölkerung verdichtet, nicht aber sich vermindert. Die Ausnahme des Einck betritt{ natürlich einen ganz, spezifischen Falt, durch den das Gesamtbild nicht geändert wird. Daß die Juden aus moralischen, wie aus ökonomischen lind politischen Gründen an der Hebung des Standes der Fellachen interessiert sind, wurde schon unzählige• mal und zuletzt auch in den Bemerkungen der Redaktion in Nr. 66 gesagt. Eines der wichtigsten Mittel dazu ist aber die jüdische Kolonisation, und sic hat sich als solches so sehr erwiesen, daß cs doch schon an der Zeit wäre, mit den Behauptungen des Gegenteils aufzuhören. Deutsche Juden im Libanon? Eine Gesellschaft, die sich' aus deutsch-jüdischen Emigranten zusammenset/t, beantragte 1t, ״Eildicnst für Außenhaitdel. und Auslandswirtschaft", Berlin, vom 23. 8., bei der libanesischen Regierung eine Konzession zur Erriclitting von Kasinos und Bädern längs der libancsisehen Küste, insbesondere in der Nähe von Beirut. Es heißt, daß mehrere ,C 10 WM) dafür investiert werden sollen. Die Genehmigung ist zurzeit noch nicht erteilt. Die in Beirut erscheinende arabische Zeitung ״Alcalm Alashraili“ schreibt: Die erste Frage, die ein Libanon-Einwolincr an einen ihm auf der Straße, im Caf«S oder im Geschäft begegnenden Juden richtet, lautet: ״Warum kom* men die Juden nicht nach dem Libanon?" Die Zeitung fügt hinzu, daß gewisse Wirtschaftsgruppcn im Libanon, vor allem die Kauflcutc, Unterschriften unter ein Memorandum sammeln, das dem französischen Oberkommissar für Syrien überreicht werden soll,und in welchem freie Ein- Wanderung deutscher Juden nach Syrien und dem Libanon gefordert wird, von deren Einströmen man einen wirtschaftlichen Aufschwung des Landes erwartet. Das Wüstenauto Haita—Bagdad Die irakische Regierung hat beschlossen» die Abgaben auf den Reisendenverkehr durch die Wüste, die bisher in Form von Zuschlägen auf die Fahrpreise für angebliche Bewachung* zwecke durch die Bcduincnstämme der Wüste erhoben wurden, aufzulicbcn. Wie ״Palncwa" berichtet, soli die Firma Haim Nathanicl, die den neuen Autodienst Haifa - B a g d a d betreibt, die Absicht haben» ihren Sitz von Beirut nach Haifa zu verlegen. ״Har G;lasch“ (Vulkan), eine Werkstatt für den Bau von Aulokarosscricn in Tcl-Awiw, hat jetzt die Karosse• rien iür die Wüsten au tos hergcstcllt, die die Ver* bimlting zwischen Palästina und Bagdad besorgen. Die Wagen sind aul die speziellen Erfordernisse der langen Fahrten eingerichtet (der Weg dauert 36 Stunden), haben besondere bequem und verstellbar gebaute Sitze, einen Wassertank auf dem Dach, der durch eine Leitung das innere des Wagens mit Wasser versorgt und eine Reihe anderer für WüstcnFahrt notwendiger technischer Neuerungen. Viktor Issakowitsch Zum Tode Dr. Viktor Jacobsons Genf, 24. August 1934, Ir! Südrußland, irgendwo in der Gegend der Krim geborcn, in der Jugend völlig an das Russentum assimiliert, Mitglied einer revolutionären russischen Bewegung» dann Chemiestudent in Berlin, unter dem Einfluß Leo Mot/kins Zionist geworden, später Bankdirektor, Mitglied der russischen Duma, Vertreter des Zionismus in Konstantinopcl, Leiter der ständigen Agentur der. Zionistischen Organisation (spater der Icwisli Agency) beim Völkerbund in Genf, auf dem Prager Kongreß 1933 zmn Mitglied der Exekutive gewählt, gestorben auf der Fahrt von den Züricher Beratungen der Exekutive zu der Jahresversammlung des Völkerbundes in Bern im Alter von 05 Jahren. Dies sind die wichtigsten Lebensdatcn. Sie vermögen jedoch nicht, auch in: entferntesten, eine Ahnung zu vermittclii, welch ein vornehmer, lieber, herzlicher, kultivierter, idealistisch in allen Lebcnsäußcrungen bestimmter Mensch Dr. Victor Jacobson, von seinen Freunden aus Rußland Viktor Issakowitsch genannt, gewesen ist. * Victor Jacobson hat viele Jahre seines Lebens in Berlin, viele in Konstantinopcl und im letzten Jahrzehnt ständig in Paris gewohnt. Am heimischesten fühlte er sich in Paris. Er, der in Siidrullland zur Welt Gekommene, war eigentlich, seinem ganzen Wesen nach, ein geborener Pariser und wurde sich dessen innc, als er seinen dauernden Wohnsitz *m Herzen der französischen Hauptstadt, nicht weit von Notre Dome, am Seine-Quai auf der Insel, die von dein Flusse gebildet wird, in der Rue des Deux Ponts nahm. Welcher Zionist, der in den letzten Jahren Paris passierte, kennt nicht das Haus und die Wohnung, wo Dr. Jacobson gewohnt hat? Wie herzlich empfing er seine Besucher! Wie war er stets bereit zu erzählen, zu belehren, zu beraten und zu helfen! Er war ein glühender jüdischer Patriot, er verleugnete in «einem Wesen niemals seine Herkunft aus der weichen südrussischen Landschaft» aus einem Milieu der ״breiten russischen Natur“, aber in der Art, wie er sich gab, wie er dachte und für seine Sache, die Sache des Zionismus wirkte, lag sehr viel Französisches: Esprit, Charme, Eleganz. # Jacobson war Kavalier ״saus peur ct reproehe“, ohne Furcht und Tadel, Er hatte die Routine des gewandten Diplomaten, er verstand cs zu bezaubern, er hatte die Gabe, Freunde zu gewinnen und, was eine noch größere Kunst ist, auch festzuhaltcn. Er hatte keine Gegner und noch weniger Feinde, Doktor der Chemie, gewesener ßankdircktor, Verlagsleitcr, zionistischer Unterhändler — (las alles vermag nicht einen Schlüssel zur Erschließung des Wesenskerns Dr, Jacobsons zu geben. Viktor Issakowitsch war im tiefsten Grunde Künstler und Schöngeist und fühlte sich erst dann in seinem ureigensten Element, wenn er sich mit Werken der schönen Literatur abzugebcu vermochte. Wenn er, und das kam sehr oft vor, auf irgendein verschollenes lind vergessenes oder modernes aber unbekanntes Buch stieß, konnte man sicher sein, daß er nicht ermüden werde, alle Freunde und Bekannte auf die gemachte Entdeckung aufmerksam zu machen, von ihr zu reden, sich an ihr zu begeistern, bis ein neuer Fund sein ewig waches jugendliches Interesse in Beschlag genommen hatte. * Eine Unterhaltung mit Dr. Jacobson ln seiner Pariser Wohnung oder in den Couloirs des Völkcrbundgcbäudes oder währe ■ l eines Spazierganges durch die Qäßchcn des alten Paris oder auf der Terrasse des Cafd Weber in der •Rue Royale gegenüber der Madclciite oder In der Altstadt von Jerusalem war ein Genuß ganz eigener Art. Denn Dr. Jacobson würzte das Gespräch durch cingcstreutc Reminiszenzen an Menschen, Bücher, Ereignisse und Erlebnisse. Er liebte die Schönheit ln jeder Form, die Schönheit des Wortes, Tones, der bildenden Kunst, des Geistes und der Lebensführung. Was ihn zum gläubigen Zionisten, zum ewig jungen Schwärmer für Zion machte, war in stärkstem Maße ästhetisch bedingt. Er erzählte, wie es ihm in Paris gelang die bedeutendsten Geister des französischen politischen Lebens und der französischen Wissenschaft zu Freunden des Zlonismus zu machen. ״Ich schilderte diesen Männern in erster Nr. 69, 28. Vl!], 153( ist immer offen amft!♦ ewesen, aber entsprechend Ihrer"pliilosonhisHi-thj-ti1''1־''* faltung hat die Zeitschrift stets versucht, ihre r i 11 z i p i c 11 zu formulieren, So z. B. hat der י• 'cram öffentiieht sie in ihrem 2 Ucbctschrift ״Die eines Wiener jüdischen ״1״v iiölierwertige Blattes zitiert den gab sind krit liehen Sch Die Vergiftung Die Zeitschrift ״Deutsches Volksltini" Jn aus gelier Dr, Wilhelm Stapel & r>r. Stapel die jüdische Ethik der zehn Gebote Vf ■ Leider befolgt aber auch diese Zeitschrift die ,vt»״ f״‘ zufällige Zitate weitgehende Folgerungen zu knünfntc . ־ Augustheft eine C״ 04!״ Rasse?״, worin der V sicherlich anfechtbaren Form und mit großen UchrLil* ־'. Stolz auf die Leistungen der jüdischen Rasse i®:1; Wir sind immer gegen jüdische UebcrlicblichlÜ;'־ gegen Kritik nicht wehleidig und betrachten" k als unentbehrliches Element jeder nationil7 , ״״ Erhebung. Aber in einer Zeit, wo ummterk? nähungen lind Herabsetzungen auf die Juden ™יי prasseln, kann man psychologisch verstehe*1' der verletzte Stolz sich in gereizter und übcrtriebcnwV Luft macht. w *' Bemerkenswert ist aber die Schlußfolgerung a• ״Deutsche Volkstum“ zieht. Seine Glosse endet moralisj*״ 4״m übrigen ist tu 1 .״merken; Leid, das sich in ״,U. wandelt, vergütet sieh selbst.“ 6 ״’• In der Sache können wir heistimmen: wir betracht* als wesentlich für die jüdische Seele, daß sie, trotz ■׳" Angriffen auf das Judentum, sich nicht vergifte»/ Aber eine Frage drängt sich auf; Warum gibt das ,!)«/ Volkstum“ gerade den Juden diese gutgemeint«, V schlage? Wir haben noch nie gelesen, daß die Zeitschrift־‘■ dem ״Stürmer“ ähnliche Vorhaltungen gemacht hatte V׳ unserer Auffassung von Nationalismus beginnt das mL’, sicren zu Hause. 1 Frontkämpfcrprinzip für jüdische Artfstci Uns wird geschrieben: Eine erhebliche Anzahl jüdischer Unternehmer 1* Künstler war in der Vergangenheit aul den Gebiete« ,1 Varictd tmd Zirkus tätig. Spitzenorganisation Iür die. * Bezirk künstlerischer Arbeit ist der R'cichsvrrbi• der Deutschen Artisten c. V., der Mitglied ( Rclchs-Thcatcrkammcr ist. ln ihm sind die Variete- 1H Zirkus-Direktoren, die Artisten, die Schauspieler tmd t Zirkus- und Variete-Agenten vereinigt. Der Verband *fei;:, sich nun bei den Aufnahme-Anträgen der in Frage L .| inenden jüdischen Unternehmer und Künstler aut d« s״,<, piinkt, daß eine Aufnahme als ordentliches Milgliti nicht möglich ־ sei. Da diese Mitgliedschaft jedoch VwaZ Setzung für die Ausübung des Berufes ist, bedeutete , •| solche Stellungnahme die Lahmlegung der beruflichen Arb,: der Betroffenen. Nunmehr ist seitens der Rcichs-Theatr kanimcr auf eine Beschwerde hin entschieden worden, cM nichtarische Frontkämpfer, sowie Kinder gt-1 fallener Frontkämpfer und die Väter von gc 1 fal lenen Frontkämpfern die ordentliche Mitfli.׳!. schaff im Reichsverband erwerben können und dadurch d.:| Möglichkeit zur Berufsausübung behalten. Sitzung der Zionistischen Exekutive. Das Zionistisc'־: Zentralbüro meldet: Am 17. August fand in Zürich er Sitzung der Exekutive der Zionistischen Orgatmjtion dr, an welcher sich die Herren: Prof. Dr. S. Brodctsky fb׳ don), I. ürünhaum (Jerusalem), Dr. V. Jacobson (0tnf.,l L. Lipsky (New York), B. Locker (London) Md b׳,f A. Rtippin (Jerusalem) beteiligten. In der Sitzung, die de ganzen Tag dauerte, wurde die innere Lage in der 0״קז> sation sowie eine Reihe aktueller politischer und finanziciier| Fragen besprochen. Die Stadtverwaltung von Tcl-Awiw Ist zurzeit mit dnen 1 Prolckt beschäftigt, das darin besteht, den T c 1 - A wi w erJ Strand in der Gegend der Mündung der Jon» Hm»'׳• I Straße in einer Ausdehnung von 600 m um 120 nt in d»j Meer hinauszuschieben, wodurch eine NculmH fläche von über 70000 qm gewonnen würde. Das Projt׳»:| könnte den Ansatzpunkt zur Entwicklung eines Halens bi'J ־ Die Zentrale des KKL hat in einer KKL-Angdepb'] betreffend Bielefeld ein Schreiben ohne Unterschrift #ף Adresse des Absenders erhalten. Sic bittet, da sie sich ח' dem Briefschreiber in Verbindung setzen möchte, um gäbe der Adresse. ________ fn der ״Frankfurter Zeitung“ vom 21. August ist *ווי längerer Bericht über ״Musikpflcge in PaU*‘11״, f von A. J. L. veröffentlicht, der einen interessanten Uerert״״j über das musikalische Leben im Land« gibt. Linie die Schönheit und Erhabenheit der zionistische« kl'J zeption“, sagte er einmal. Besonders stolz war er »1‘f'j von ihm bewirkte Bekehrung des großen Physikers LanS1'11’': der» ein Gegner jedes Nationalismus, nichts vom Zioitis״■; wissen wollte, aber dann, gefesselt durch die Erkenntnis,״- im Zionismus der Versuch gemacht wird, eine neue Gern« J Schaft planvoll zu schaffen, aus einem Verneiner ein I des Palästinawerks wurde und es bis heute in treuer Ab»‘־ j lichkcit geblichen ist. Die Beziehung Jacobsons zu Menschen, Werken ui" | wegungen war durch Liebe bestimmt. Er liebte Theodor m ־ er liebte Bücher, er liebte Palästina, er liebte den Ziorism er liebte Museen, er liebte Städte, er liebte vor allem ‘1 ’ Wenn er nur eine freie Stunde erübrigen konnte, lief ״ 111 ״,I Louvre, um eine seiner größten ״Lieben", die Venu» , Milo, zu betrachten. Einmal — es war eine halbe »tun« Schluß der Besuchszeit — kam er eilig zur Eingangs?!®”? ' Louvre und wollte noch rasch einen Blick aul ».seine1*t - werfe». Der Torhüter aber erklärte, daß der Eint1» ״״ mehr gestattet sei. Jacobson lächelte den Concierge mit 1 «י gewinnendsten Lächeln an: ״Machen Sie eine Ausnahme׳ j er den strengen Hüter. ״Ich habe mich verspätet u* J blcn-aimdc (meine Hcrzcnsgeliehtc) erwartet mich dnn >» er fort. Der Portier war gerührt und gab den Eingang er ahnte nicht, daß die angebliche Geliebte aus Marin« und keine Arme hatte. in ln den letzten Jahren seines Lebens war Jacobson leidend. Selten aber sah man einen Menschen, der ׳,,•׳* *«״ Ergebung und soviel Rücksichtnahme auf die Umgebung tödliche Krankheit ertragen hätte. ״Wahre Vornehmheit , , Theodor HerzI, ״ist, von sich das Höchste zu verlang״ cs die anderen merken zu lassen“. Victor Jacobson zeig«* in seinem körperlichen Leiden die unerschütterliche vcmm ן heit seines Wesens. Mit Viktor Issakowitsch sinkt wieder einer der- Garde*• des Zionismus ins Grab. Unsere Welt, dt« Zionismus, ist durch diesen Verlust um Unersetzliche», , vergeßliches, Liebenswertestes ärmer geworden. °*־