Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 69 (28.8.1934)
- Date
- 1934-08-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 69, 28, Vl|! vott einer Panik erfaßt, da man mit der Möglichkeit ahn- Hclicr Exzesse rechnet, wie sic sich in Algerien ereignet haben, Paris. 2.1. August. (J. T. A.) In einem am 21. August In Paris eingetroffenen offiziellen Bericht des jüdischen Konsistoriums aus Consta ntinc wird es mit aller Entschiedenheit in Abrede gestellt, daß, wie cs in Zeitungsmetdungen über die Unruhen in Constantlnc hieß, ein jüdischer Soldat sich in der dortigen Moschee In einer die religiösen Gefühle der Mohammedaner verletzenden Wels« betra* gen und damit die Unruhen provoziert hat. Es wird festgcsicilt, daß cs sich um einen wohl vorbereiteten Plan zur Plünderung des jüdischen Viertels gehandelt hat. Gegen die Behörden werden schwere Vorwürfe wegen ihrer Duldung der Vorbereitungen zu diesen Ausschreitungen erhoben. Inzwischen wird aus Algerien berichtet, daß die in den letzten Tagen häufigen kleineren Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern in Höne nunmehr ernsteren Charakter angenommen und zu verschärften Poli/eimaßnalnnen geführt haben. Die Atmosphäre sei äußerst gespannt. In der jüdischen Presse von Tunis werden ebenfalls scharfe Angriffe gegen die Behörden von Algier gerichtet, deren sorglose und nachsichtige Haltung die Ausschreitungen ermöglicht habe. _ Die Uebcrfölle in Litauen Kaunas, 21. August. (J. T. A.) Immer noch kommt es in der litauischen Provinz zu judcnfciiidlichcn Exzessen. An dem letzten Markttag in Sc ha u len haben nntiscniitisclic Agitatoren die in großer Zahl aus den umliegenden Dörfern erschienenen Bauern dazu .™gestiftet, jüdische Markthäiullcr anzugreifen. Einige von diesen wurden schwer mißhandelt. Eine Anzahl Juden gehöriger Marktbuden wurde demoliert. Die Ausschreitungen auf dem Mnrkt griffen bald auch auf die umliegenden Straßen über, in denen mehrere jüdische Geschäfte ausgepliindcrt wurden. Erst nach geraumer Zeit konnte die Kulm durch verstärkte Polizei-Abteilungen wieder hergcstellt werden. Eine Anzahl Exzedenten wurde verhaftet. Gleichzeitig wurden vier Juden festgenommen, die sich der Plünderung jüdischer Geschäfte ent gegengest eilt hatten. ln der Ortschaft Kurse 11 any ist cs laut Bericht der litauischen Telcgrapben-Agcntur zu schweren judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen, die in ihrer Art au die Vorfälle in Schauten erinnern. In der Nacht zum 2t. August ging ein Trupp־ jugendlicher Litauer gegen das Gcmeinschaftshaus der Zionisten in Kurschany vor und w׳arf mit Steinen die Fenster des Gebäudes ein. Die offizielle litauische Telecraphen-Agentur erklärt, daß nähere Einzelheiten über die Ausschreitungen in diesem Augenblick noch nicht vorlicgcn, daß aber der Umfang der Kundgebung daraus ersichtlich sei, daß die örtlichen Behörden polizeiliche Hilfe aus dem über 20 km entfernten Schaulcn;״!forderten. Der litauische Innenminister hat augearüuet, daß gegen alle Ruhestörer, welcher Seite sie auch angeboren mögen, auf das s t r e n g s t c v o r g c g a n g e n wi rd. Einer jüdischen Delegation, die im Zusammenhang mit den Unruhen hei der Zcntralrcgierutig in K a u n a s vorsprach, wurde erklärt, daß strenge Maßnahmen im ganzen Lande er* griffen werden würden. London, 23. August. (J.T. A.) Auf eine Anfrage hat die litauische Regierung mitgeteitt, die ״sogenannten antijüdischen Angriffe" seien durch Personen, die ein Interesse daran haben, die traditionell guten Beziehungen zwischen Litauern und Juden zu stören, außerordentlich übertrieben worden. Niemand sei verwundet worden (bekanntlich war das Gerücht verbreitet worden, Juden hätten einen litauischen Apotheker verwundet; dies führte zu Angriffen auf die Heime jüdischer Jugendgruppen). In Schaulcn seien vier Litauer zu Geldstrafen oder einem Monat Gefängnis, mehrere Juden wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu Geldstrafen oder zehn bis fünfzehn Tagen Arrest verurteilt worden. Die Regierung sei entschlossen, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln eine Wiederholung ähnlicher Vorfälle zu verhindern, Ueber judenfeindliche Ereignisse in Rasscin und PonevezW lägen keinerlei ,Meldungen vor. Antisemitische Geheimbündler in Polen verhafte! Warschau, 22. August. (J.T. A.) Die der Regierung nahestehende Presse berichtet, daß zahlreiche Mitglieder der aufgelösten antisemitischen nationalradikalen Partei verhaftet worden sind, weil sic unter der Bezeichn nung ״Nationalrevolutionäres Lager“ einen Verband gcgri'tndet hätten, der eine geheime umstiirzicrischc Tätigkeit entfaltete. Unter den Verhafteten befinden sich der Führer dieser Gruppe, Rechtsanwalt Witold Rosciszcwsky. Im Besitz, Rosciszewskys wurde schwer belastendes Material gefunden. Er wird wegen Vorbereitung zum Aufruhr vor Gericht gestellt werden. Allen Verhafteten droht nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmung«, eine Gefängnisstrafe von drei Jahren. Es wird angenommen, daß durch das ״Nationalrcvol'Jtionäre Lager“ die verbotene nationalradikalc Zeitung ״Nowa Sztafeta“ illegal hergcstellt und verbreitet wurde. Die Exemplare dieser illegalen Zeitung waren voll von antisemitischen! Heizmaterial. m ei p, g ך־׳ן , fei1 »־Ji 1 ך־"""־/ 4 r:1 I ^W-־' S®, t ^י־**ץ j n ן״־יי I f ד* r-f , *, »»׳. ך־־, ® t Ki Wie bereits kurz gemeldet, hat die Jüdische Arbeiterpartei Palästinas am 24. d. M. ein Manifest ״An alle Kreise des Jisclmw und der zionistischen Bewegung" herausgegeben. Dieses Dokument liegt 1ms mm im Wortlaut vor. Es zerfällt in eine allgemeine Einleitung und konkrete Vorschläge, Der leider etwas wortreiche erste Teil Ist abgc• stellt vor allem auf den Grundgedanken, daß die jüdische Arbeit im Lande durch die fremde Einwanderung aus ara• bischen Nachbarländern bedroht sei. Es bestehe die Gefahr, daß die Juden in Ercz Israel ״zu einem der Arbeit und des Bodens ermangelnden, zu einen! vaterlaudsloscn Volk werden“. Die Ueherfltitimg durch fremde Arbeit würde auch notwendigerweise zur Folge haben, daß der Jischuw ״unter das , joch einer feindseligen Politik“' geriete. Angesichts dieser C):f.1hr appelliert das Manifest an alle Kreise des Jischuw, sich zur Rettung der Errungenschaft des Zionismus zusammenzutun, und schildert demgegenüber die Zerrissenheit des Jischuw und die eingelassenen Ocwaltmcthodcn. Dabei wird, 01111c daß der Revisionismus genannt wird, dcutlieh auf die Parolen der revisionistischen Propaganda ange* spielt. Die Arbeiterpartei wendet sich ״an alle, <Jic Sorge um das Schicksal des Jisclmw und des Zionismus tragen“ und schlägt eine Verständigung vor, ״die darauf gerichtet ist, alle Gewalt und Brutalitäts-Anwendung in jeder Form und Erscheimmg schonungslos aus dem Leben des jischuw und der zionistischen Bewegung auszurotten“. Die Vorschläge beziehen sich in erster Linie auf das Arbeltsvcrhhltnl*. Wir geben diesen zweiten Teil des Manifestes nachstehend wieder: ״Die Arbeiterpartei Palästinas schlägt allen Aufbauenden und allen der Bewegung Treuen eine Vereinbarung für den Jisclmw und für die zionistische Bewegung vor, welche geordnete und ordentliche Beziehungen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern lestsetzt, kameradschaftliche Beziehungen der Arbeiter untereinander trotz Anschauung*- oder Parteiunterschieden sichert, welche die Unvcrschrncit der Organisation des Jischuw garantiert, volle Aktionsfähigkeit und volle nationale Autorität der Zionistischen Organisation nach außen und nach innen herstcllt, ohne die Freiheit der Diskussion und der ideologischen Tendenzen der verschiedenen Frakiionen und Parteien anzutasten. Die Arbeiterpartei Palästinas erblickt ln den folgenden Grundsätzen das Fundament zu angemessenen Beziehungen im Jischuw und der zionistischen Bewegung! A. Beziehungen zwischen den Arbeitern untereinander werden geordnet auf Grund eines allgemeinen Anerkenntnisses dreier Prinzipien! 1. Jüdische Arbeit. Entschiedene Solidarität in der Verteidigung des jüdischere Arbeiters gegenüber jenen, die ihn vertreiben oder boykottieren. 2. Volles und gleiches Recht jedes jüd 1 - sehen Arbeiters auf Arbeit; gerechte Verteilung der Arbeit unter allen Arbeitern ohne jeden Unterschied nach Partei oder Strömung oder Gemeinde In einem allgemeinen Arbeitsamt. 3/ Schutz ordentlicher Arbeitsbedingungen und geordneter Beziehungen zu den Arbeitgebern durch entsprechende Organisation- Alle Arbcitcrintcrcssen werden durch eine allgemeine Arbeiterorganisation wahrgenomment solange nicht eine ein* heiillthc Arbeiterorganisation bestellt — au! Grund »1 , .״ kommen zwischen den verschiedenen Arbeiteroromi״,. 'U (nach Art des Abkommens zwischen der Hlstadruth ,,״tH Hapoel Hamlscachi). B. Die Beziehungen zwischen den Arbeitern und Ae gebern werden geordnet aul Grund von ArbeitsabW׳*. die aut folgenden Prinzipien basieren: w'״'hl 1. Organisierte Arbeit. 2. Angemessene Arbeitsbedingungen. 3. Schiedsgerichtsbarkeit bei Arbcltsstreltigkelten. C. Die Beziehungen innerhalb des Jischuw sind gcgrüi •uf! 1. Einheit der ״Knesseth Israel״ (Geiamtorganisaii™ palästinensischen Judentums). * 101״ 2- Gleichberechtigung aller Mitglieder der Knesseth |״״ I 3. Gewissenhafte Erfüllung aller Verpflichtungen tl durch die Knesset!! Israel aulcrlcgt werden. ' D. Die Mitgliedschaft in der Zionistischen Omni״!; Ist bedingt durch die Anerkennung folgender Crundslt(e!w 1. Integrität der Zionistischen Organisation und Ihre ÖD hobelt über alle Teile der Bewegung ln allen zbiif I sehen Fragen. ״ I 2. Gleiche Rechte und gleiche Pflichten für jedes Mit.s,, der Zionistischen Organisation. 8 ־* I 3. Freiheit der Diskussion, der Propaganda und der 101» für alle Fraktionen und Parteien. Wlilt 1 4. Disziplin und Befolgung aller Beschlüsse der my. I sieden Institutionen der Organisation. 5. Gewissenhafte Pflichterfüllung gegenüber den tto.! stischen Fonds.” 1 Es ist abzuwarten, welche Resonanz diese Vorschläge @ 1 Jischuw finden werden. Im Gegensatz zu dem von uns ל־ meldeten Fricilcnsvorschlag der Revisionisten, der ohne T;* Konkretisierung; in der Presse erschienen war, stellt die I beiterpartei eine Reihe von Punkten auf, die nicht pm» mäßig bedingt sind, sondern von allen jüdischen Oruppei 1 Palästinas anerkannt werden können. Es ist anzunchmtn, d!i in dieser Zeit, da die Unhaltbarkeit der Lage von'alita! Seiten beklagt wird, die Gelegenheit zur Erörterung eise konkreten Plattfo r m begrüßt werden wird. Wesentlich sind vor altem die unter A zusammengefaßten Punkte. Ife | wird der Wille der Arbeiter-Organisation zu einer völlig gU|, chen Behandlung der Arbeiter ohne Unterschied Ihrer politischen oder religiösen Anschauung proklamiert trf I von einem ״allgemeinen Arbeitsamt“ gesprochen, in dm I (obwohl dies hier nicht ausdrückEich gesagt wird) wohl auch I die Arbeitgeber maßgebend vertreten sein sollen, Wenn ti je llrigt, in diesem Punkt eine Einigung hcrbelzniiihren, vt״t einer der schärfsten Konfliktstoffe aus dem palästinensischen Leben entfernt. In einer hierdurch beruhigten AtmosphäreI könnten dann wohl auch die anderen Fragen, die in dem Ma■ ] nifcst nicht berührt werden, Insbesondere die immer dring• Jlcher werdenden Fragen der Au ßenpolitik, über die sehr | weite Kreise des Jischuw (tmd zwar aller Parteien) bedenkliche | Ansichten haben, geklärt werden. Wir könne« nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß ms nach dieser Initiative der Arbeiterpartei auch die Mittel• gruppen, die den Schlüssel der Situation in der Hiad' Haben, sich aktiv für eine innere Befriedung cinsctrcn wtrda. Beisetzung Dr. Viktor Jacobsons in Genf Am Sonntag, dem 26. August, wurden die sterblichen Ueberreste Dr. Victor Jacobsons seinem letzten Willen entsprechend in Genf zu Grabe getragen. Die Beisetzung erfolgte um 10.30 Uhr vormittags auf dem Jüdischen Friedhof i!1 Versoix bei Genf. Zahlreiche führende jüdische Persönliclikciten gaben dem Toter! das letzte Geleit. Aus Arosa war Dr. Chaim Weizmann licrbeigeeilt und hielt am offenen Grabe eine Ansprache, in der er die Vorzüge des Verstorbenen pries und seine hervorragenden Leistungen in Erfüllung der ihm übertragenen schwierigen und verantwortungsvollen diplomatischen Aufgaben nervorhob. Der Völkerbund und das Internationale Arbeitsamt, mit denen Dr. Jacobson als akkreditierter Vertreter der Jcwlsh Agency dauernd in freundschaftlichem Verkehr stand, waren bei der Begräbnisfeier offiziell vertreten. Das Gcncralsckretariat des Völkerbundes hat an die jewish Agency ein herzliches Beileids-Telegramm gerichtet. Anläßlich des Hiiischcidcns vor! Dr. Jacobson ver- Bffcntliclit die Zionistische Exekutive in London, der der Verstorbene angehörte, eine Kundgebung, in der der liefen Trauer über den erlittenen Verlust Ausdruck gegeben wird und die glänzenden persönlichen Eigenschaften des Veritorbenen gewürdigt werden. Ruhe In Palästina Jerusalem! 22. August. (J. T. A.) Die Gerüchte, daß der bei N a 111 a 111 a verletzte arablscho Pfadfinder gestorben sei, haben sich nicht bestätigt; der Zustand des Verletzten ist zufriedenstellend, ln ganz Palästina herrscht Ruhe. In Jaffa, Nablus und Tulkarem wurden die verstärkten Polizei-Patrouillen zurückgezogen. Der nach Nathania entsandte Polizeiposten verhaftete vier Einwohner der Kolonie und stellte sie den arabischen Pfadfindern gegenüber, die aber In Ihnen Ihre Angreifer nicht erkennen konnten. Die Verhafteten wurden wieder hi Freiheit gesetzt. ________ ״Osservatore Romano" über politische PalSsllnatragen Rom, 26. August. (J. T. A.) ״Osservatore Ro• mano“, das ofliziellc Organ des Vatikans, veröffentlicht einen bemerkenswerten Aufsatz über die Frage des Legis• lative Council in Palästina im Zusammenhang mit der bevorstehenden Reise Sir Arthur Wauehopes nach London. Das Blatt ist der Meinung, daß Sir Arthur bemüht sein wird, in London die Bestätigung für sein Projekt einer gesetzgebenden Körperschaft zu erlangen. Seit seinem Eintreffen 11! Palästina, schreibt ״Osservatorc Romano“, hat der High Coniinissioner keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um zu versuchen, die Opposition der Araber zu mildern und sie zu bewegen, nach dem Muster der Jewish Agency eine Art von arabischer Agentur m schaffen, die der Regierung als beratendes Organ zur Seite stehen könnte. Alle sein« Bemühungen seien jedoch infolge des Widerstandes der Araber, die in einem solchen Schritt die Anerkennung des bestehenden Zustands erblicken, vergeblich geblieben. Würden die Araber folgerichtig handeln, so müßten sic sich jetzt auch gegen den Legislative Council wenden; die arabischen Führer aber suchen irgendeinen Vorwand, um ihren Ehrgeiz befriedigen und Abgeordneten• Mandate erlangen zu können. Im Anschluß daran wird die Art, wie der Council zu* sammengesetzt sein tmd welche Befugnisse er haben 8011, auscinandcrgcsctzt und betont, daß ein heftiger Kampf von beiden Seiten um eine noch nicht ganz aktuelle Frage ge• führt wird. Selbst wem! es zur Errichtung des Legislative Council kommen sollte, «׳erde dieser nur das SeheinbÜd einer parlamentarischen Einrichtung, wie •le von einem demokratischen Regime aufgefaßt wird, *ein. RabindranaUi Tagorc liest an der Jerusalemer (Jaiverslt&t Rabbi dieser Awimelech Rokeach, der chassiclisehe Rabbi von Radom, ist gestorben. Der Verstorbene war ein Mitfjlicd der Rabbiner-Dynastie von Kozenitz, eines Zweiges der thassidischen Zaddikiin-Dynastie von Beiz. * Im 72. Lebensjahr Ist der Bakteriologe und Hygieniker Universitätsprofessor Dr. Qottücb Salus in Prag gestorben. Jerusalem, 2ö. August. (J.T.A.) Der indische Dich• tcr und Nobelpreisträger Rabindranath T a g ז ס e, der Anfang September nach Palästina kommt, wird an der fcrusalemer Hebräischen Universität Vorlesungen halten, in denen er sich u. a. mit der Rassentheorie beschäftigen will. Rabindranath Tagorc wird von seinem Sohn begleitet sein, der als Agronom die Absicht hat, die Entwicklung und Methoden der modernen Landwirtschaft Palästina* zu *tu• dieren. Nichtarische Beamte von der Beförderung ausgeschlossen Zur Beachtung bei Vorschlägen für die Beförderung von Beamten weist der Reichsminister des Innern i» einem Erlaß darauf hin, daß solche Beamte, die nach ihr« früheren Betätigung oder Parteizugehörigkeit, insbesondere zur Sozialdemokratischen oder Staatspartei nicht die untre• dingte Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit für den 111h»• nalen Staat eintreten würden, vorläufig von eint! Beförderung ausgeschlossen bleiben ת!(!««!• Ebenso sind Beamte außer Betracht zu lassen, die sich gegen die nationale Erhebung gestellt haben und solche, d ie nie״' r e i n a r 18 c h e r Abstammung oder mit eine! Frau nichtarischer Abstammung verheiratet * 1 n d. Der Reichsministcr macht für die Berücksichtigung Einzelfätien einen Vorbehalt. Unter Beförderung ist ״IC"' nur der Aufstieg von einer Besoldungsgruppe in eine höhere, solidem auch jede Hcraiishchung eines Beamten au* sc!״« Oruppc zu verstehen. Nach der Anweisung des Rclchnnn«• minister* erhalten diese Grundsätze nicht nur für die Reich»• beamten, sondern auch für die L ä nd c r bcamten un« Lehrer und für die Gcmeindcbcatntcn und oe■ amten der Körperschaften des öffentliche! Recht* Oeltung. _______ «Jüdische Versicherungen״ In dem amtlichen Mitteilungsblatt des obersten Berichts der NSDAP, ״Der P ar t c ir i chi c r1* ,״rd f der Frage Stellung genommen, ob ehemalige Frei m jUt Mitglieder der NSllAP sein und Parteiämter bekleiden ko״״™ Dies ist eine Angelegenheit, die an und für sich uns J״‘״״ nichts an geht. Die Sache erhält für uns eine Bcdeu'Ml dadurch, daß die Kundgebung der Parteizeituiig auch ׳u Judentum zu sprechen kommt. In der Erklärung hei« “ nämlich: ״Die NSDAP hat au» den ErMirungcn und d״׳ Di"^J durch die »ic seit der Machtübernahme Einblick in d»* י“״ deutsche Wesen der Freimaurerei gewonnen hat, die Lehre geroj1 den Worten von Freimaurern ebensowenig n tr,ua wie jüdischen Versicherungen. Sic hu geht1'11 ׳ beide dem gesprochenen Wort in Gedanken eine undotc llcdtuw» beimessen, als dies im deutschen Sprachgebrauch sonst üblich 1 ' Wir sind nicht berufen, für die Freimaurer zu spreche^ aber wa* die Juden anfangt, so glauben wir, saBc״ { können, daß die hier in solcher Verallgemeinerung geceoc Charakteristik des jüdischen Verhaltens nicht *u * ״«a wiß gibt es unter den Juden Menschen, die voll Falschheitu sogar Lüge sind, wie bei allen andern Mcnschcngntpp«*JU; bald mehr bald weniger, aber wir können nur mit Be»tu״״T aus der hier wiedergegebenen Erklärung die Ansic•» To nehmen, daß den Worten eines Juden schlechthin « * zu trauen sei. Dem anständigen Juden Ist *ein Wort et*״״ «hrlich gemeint wie dem anständigen Nichtjuden. Nach einem Erlaß des Preußischen Kultusminister* <׳L, *taatliche Anerkennung als Volkapffeger (bisher ״ך" fahrtspfleger) Personen nichtarischer Abst*®®"״• künftig nicht mehr zu erteilen.