Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 66 (17.8.1934)
- Date
- 1934-08-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. *6, 17 Vמו1״, Schweizer Brief Basel, 13. August. Die äulieren und inneren Wandlungen int deutschen Judentuin wahrend des letzten Jahres haben ihre Rückwirkung auch auf die Juden der Schweiz gehabt. Eine nicht geringe Zuwanderung hat, wie bekannt, die Errichtung von llilfskomitccs erforderlich gemacht, die, da eine produktive Eingliederung der Auswanderer infolge der (lesctzcsbcstim-!!Hingen hinsichtlich Nicdcrlassiiugs-und Arbeitscrlaiibnis kaum möglich war, in der vorlaiiligcn Aufnahme und Betreuung ihre Hnupthrläiigiiiig finden mnlitcn. Sie iinterstamlen der zentralen l.eilnng der llicein In Paris. Es darf anerkannt werden, in welch weitem Umfange die schweizerische Juden• lieit durch Sammlungen, die der ״Schweizerische Gemeindebuml“ veranstaltete, sowohl diese Arbeiten, wie auch die des zentralen Londoner Hilfskomitees durch ilire Opfcrbcreitsehaft unterstützt hat. Eine Konferenz in Zürich, an der Professor. W e i z in a n n teilnahm, legte fest, in welchem Umfange die Betrage der Sammlungen für lokale, für interterritoriale mul für palästinensische Zwecke Verwendung finden sollen. Die ständige Fühlung mit der Londoner Zentrale _ wurde durch den Präsidenten des (iemdudebundes, gleichzeitig das schwcizcrischc Agcncy-Mitglicd, Jules I) r e y f u s - B r o d s k i, hergestellt, die Kooperation mit der llicem durch den Präsidenten der Zürcher Gemeinde, Sally Bratmsch w e i g. Besondere Förderung erfuhren die zahlreichen jüdischen Studenten aus Deutschland, die, um ihre Studien zu beenden, die seit Jahren schon der jüdischen studierenden Jugend aus Osteuropa gewährte Gastfreundschaft der Schweiz in Anspruch nahmen. Für viele von ihnen wurde durch Errichtung von Stipcndirnfomls, Mcnsac und Heimen gesorgt. Einen Mittelpunkt für sic bildete in Basel das Haus des kürzlich verstorbenen Philosophen Karl Joel. Das studentische Leben nahm starken Aufschwung, insbesondere in den bereits längere Zeit bestehenden Verbänden Jordania-Basd und Hcchawer- Zürich, fair die vielen zu neuen jüdischen Inhalten strebenden jungen Menschen wurden Abende eingerichtet, an denen manche sich zuin ersten Mate mit der Welt des Zionismus vertraut machten. ׳— Parallel ging eine starke Aufwärtscnt- Wicklung dir übrigen zionistischen Jugendarbeit. Gruppen des ״Habonim“ wuchsen in kurzer Zeit stark an und vermoehten auch einen beachtlichen Teil der aus schweizerischen Familien stammenden Jugend zu erlassen. Tür die Acltcren wurde alsbald die Gründling einer Landesgruppe des ,,Hechalur.“ nötig, der durch Beschaffung von Hachscharahstellcn und Tarbufbarbcit die Alijalt seiner Mitglieder vorbereitet, wenn auch leider zunächst recht aussichtsvoll erscheinende Pläne, gröflere Oedländereien im Jura zur Urbarmachung zur Verfügung gestellt zu erhalten, nicht zur Verwirklichung kamen. Das unter dem Vorsitz des Präsidenten des Schweizerischen ZionDtenvabaudcs, Dr. Marcus Cohn, stehende Pa- Eistina-Aint Basel konnte unter der Leitung von Dr. Moses Ncwiaski - ilnn verdankt auch die ״Brith Iwrith 01.1mith“ Gründung und Ausbau — eine Anzahl gut ausgcbildeier Chaluzim entlassen. Die Verbindung unter den verschicdenen Gruppen der Jugend wurde durch zwei gut verlaufene Sommerlager in Engelbcrg und durch ein Treffen mit den elsässischen Nachbarbimdcn in Colmar gepflegt. Hand in Hand mit verstärkten Aktionen der z Ion ist!- sehen Fonds (Ansiedlmig deutscher Juden, K’far Ussischkin, Mil’al Arlosoroff, Tibcrias-Ucbcrschwcitimung) ging eine in letzter Zeit besonders intensive Propaganda. In einer Reihe sehr stark besuchter Feiern zum 3t). Todestage Theodor Hcrzis sprach l)r. Alfred Klee-Berlin: seine lebendigen, aus persönlicher Erinnerung schöpfenden Darstel• hingen!unterließen nachlialligcn Eindruck. Die Keren Kajcnicth-Arbcit erfuhr starken Auftrieb durch eine Vortragsreise des Generalsekretärs Adolf Pollak. Beiträge zur inuerzionistisclicn Diskussion holen die Vorträge Jabot! itskys und \V c i s I s, denen Kurt fl 1 u 111 e n f e 1 d die zweifellos von der Mehrheil der schweizer Zionisten gebilligte Auffassung der Exekutive zu den aktuellen politischen- und organisatorischen Fragen gegenüberstellte, nachdem schon verlier das Exckutivnütglied Bcrl Locker eine Darstellung der wirfschaftlichcn Probleme Palästinas gegeben hat. In der großen Gedenkfeier für Leo Motz, k in, die dadurch noch einen besonderen Charakter erhielt, daß der verstorbene Kongreß- Präsident auch der Schweizerische Delegierte des letzten Kongresses war, zeichnete Hans Klee das Bild dieses zionistischcn Führers, der Palästina-Arbeit und Diaspora-Aufgaben mit gleicher Liebe umfaßte. V011 besonderer Bedeutung war ein Referat des Präsidenten des französischen Pro-Palästina-Komitccs (Francc-Palcstinc), Justin Godart, in Genf, in dem der ehemalige Minister sieh warm für die jüdischen Forderungen gegenüber der Mandatarmacht cinsctztc. Die Lage der jüdischen Diaspora hat auch auf die Juden eines Landes, in dem sie in relativer Sorglosigkeit leben, ihre tiefgehende und, wie es scheint, nachhaltige Wirkung gehabt; die wahre Erkenntnis des Wesens der Jmlenfrngc ist im Wachsen, und die Herzen und Hände der Menschen sind den zionistischen Forderungen gegenüber stärker aufgeschlossen. So steht zu hoffen, daß, wenn im Herbst der Ddegiertentag des Schweizerischen Zionistenverbandes ztisanimciitreten wird, ihm der Bericht eines erfolgreichen ,ihres zionistischer Arbeit vorgelegt werden kann. ' Dr. Max Flesch. 111 sind *abtvi ״Oczalel Hcchadasch“ (Der neue Bezalel). In Jerusalem hat sich ein Kreis zusammcngcschlosscii, um die neue Werkschule für Kunst und Handwerk ״Bezalel Hcchadasch“ zu begründen. Diese Schule, die zunächst zwei Lehrwerkstätten für üebrauclisgrapliik und Mctallnrbcitcn eröffnet, hat das Ziel, die Schüler zuin Handwerk, das auf einer künstlerischformalen Basis aufgebaut wird, zu erziehen und gibt ihnen gleichzeitig die Grundlage zur freien künstlerischen Betntigung. Das alte Schulhaus des ״Bezalel“ wurde vom Keren Kajcmcth Lcjisrael der neuen Schule für diesen Zweck zur Vertilgung gestellt, und die Regierung hat für dessen Umhau und Einrichtung -C 1500 gespendet. Das Komitee bestellt aus: Dr. Arthur Ruppin, Frau Anna Ticho, Dr. Albert Ticlio Dr. Josef Lurjc, Professor L. A. Mavcr, Mr. W. A. Stewart’ Dr. Werner Senator, Dr. Georg Landauer, Salman Schocken! Hermann Struck. Als Leiter des ״Bczalcl Hcchadasch“ wurde der Maler und Graphiker Joseph Budko berufen, der vor einem Jahr von Berlin nach Jerusalem übersicdelte. Dr. Gerhard Holdhcim, Tel-Awiw, ersucht uns, im Anschluß an seinen in Nr. 60 der ״J. R.“ vom 27. 7. veröffentlichten Artikel ״Zur Psychologie der deutschen Alijah“ mitzuteilen, daß der Artikel in der Form, in der er zum Abdruck gelangte, nur ein (von der Redaktion stark gekiirztcr) Teil aus einer größeren Arbeit war, die leider aus Raummangel nicht vollinhaltlich veröffentlicht werden konnte. Für Reaktivierung der Jcwlih Agency Berlin, El. August Sehr geehrte Redaktion! Die Ereignisse des Jahres 1033 hahen alle deutschen Jude״, in weiclmn Lager sic auch stehen mögen, mit überwältigender Klarheit die Bedeutung des Palästina-Aufbaues erkennen lassen. Gegen den Palästina-Aufbau ״an sich“ erhebt sieh heute keine mehr ernst zu nehmende Stimme. Der Strom der produktiven Auswanderung geht heute zu neun Zehnteln nach Lrez Israel, mir Bruchteile vermögen sich in Uebcrscc und sonstigen Ländern in den Wirtscliaftsprozcß des Gastlandes cinztiordnen. Viele Niehtzionistcn sind heute direkt und indirekt Nutznießer des Palästina-Aufbaues, obwohl sie früher nie etwas zur Förderung, ja fast nur zu oft zur Hinderung des Aufbauwerkes beigetragen haben. Leider ist dieser für viele neuen Erkenntnis bis heute noch nicht die richtige Würdigung zuteil geworden. Als im Jahre 192Q die erweiterte Jcwisl! Agency gegründet wurde, sollte ihr Zweck nicht allein der sein, einige reiche nicht zionistische Juden zur Förderung des Aufbauwerkes in Palästina z.u veranlassen. Nein, der geniale Gedanke Weiznianris war dieser: Nicht alle Juden können und werden jemals Zionisten sein, aber alic Juden können Förderer der jüdischen Heimstätte in Palästina sein, denn diese steht über den innerjüdischen Auseinandersetzungen. Erez Israel ist eine Sache, die alle Juden angclit. Cs ist ein Fehler der bisherigen zionistischen Instanzen, diesem Ageucy-Gedanken nicht zu der Popu- 1 a r i t ä t verholten z.u haben, den er verdient, Jcvvish Agency -— heute für eine große Zahl deutscher Juden ein unbekauutcr Begriff — hätte die i’.110׳!c werden können, die Zionisten und Niehtzionistcn über alle inncrjüdischcn Gegensätze hinweg vereint — auf dieser Basis eine Einigung der deutschen Juden, weich׳' heute mehr denn je notwendig und erstrebenswert erschaut, herbeizuführen, würde ein unsterbliches Verdienst der Z, V. f. D. bedeuten. Heute ist die Agency nur ein Hilfsinstrument des Keren Hajcssod, morgen könnte sie die allumfassendste Organi• sation aller niclitzionistischer deutscher Juden zur Unter- Stützung des Palästina-Aufbaues sein. Wir haben eilte Zionistische Organisation in Deutschland, cs müßte nun eine umfassende Jewish Agency geschaffen werden, deren Mitglicii alle jüdischen Institutionen Deutschlands wie Gc• meimloii, Vereine, Institutionen tisw״ aber auch, und das ist entscheidend, jeder einzelne in Deutschland, lebende Jude sein kann. Mitglied dieser Agency zu werden, muß Ehrenpflicht jedes deutschen Juden, ob Zionist oder Nichtzionist, sein. Mitgliedschaft in der Jewish Agency bedeutet dann praktisch Förderung des Palastinawcrkcs ohne Gcsinnungszwang, Unterstützung des Keren Hajcssod (nach den finanziellen Möglichkeitcn des Einzelnen), allgemeine Spenden zum Keren Kajcmcth und die Durchdringung aller Kreise mit dem Gedanken, daß jeder Jude im Rahmen einer großen Organisation zur Förderung des jüdischen Palästina beitragen kann. Rudolf Friedmann. Sanliätsfragen in Tel״Awlw Tel-Awiw, den 5. August 1934. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin ln Nr. 60 Ihrer Zeitung brachten Sie mit aller Offenheit einen Artikel ״Steinvviirfc in Tel-Awiwcr Synagoge“, für die Ihnen alle, ohne Ausnahme, aber ganz besonders alle die dankbar sind, die mit großer Begeisterung und mit dem festen Willen, sich cinztiordnen, nach Erez. Israel gegangen sind. Eine jüdische Stadt wie Tel-Awiw hat eine besondere Aufgäbe zu erfüllen, und es darf doclt einmal ausgesprochen werden, daß die Stadtverwaltung, ohne sich in den politischen Streit der Parteien hincinzumischcn, diese Roheiten, wie sie während der Puritntagc auf den Straßen und an dem Schahbath im Gotteshause gezeigt wurden, ganz energisch unterbinden muß. Liier hilft nur eins — ganz energische Geldstrafen gegen jeden rohen Menschen, der auf den Straßen oder am Strande den anderen haut oder mit Steinen bewirft, wie cs immer wieder und wieder geschieht. Werden diese Rowdics, ganz gleich, wer angefangen hat, oder wer im Recht ist, energisch bestraft und angefaßt, dann werden diese unerhörten Vorgänge sich nicht wiederholen. Wer die Geldstrafe nicht bezahlen kann, der muß zu Strafarbeit im Interesse der Stadt herangezogen werden. In diesem Jahre sind an einer Epidemie itt Tel-Awiw eine Anzahl von Menschenleben zugrunde gegangen. Was ist seitens der Stadt geschehen, tun dieser Epidemie Halt zu gebieten? Man hat viele gute Aerztc da, die früher in Deutschland auch diese Epidemie gerade in Ohcrschlcsivit studiert haben, die ilire Erfahrungen haben. Sie werden Auskunft geben können, daß die von den Kaplaiteu /urückgelassencn Ncbeupiätzc neben einem Neubau die besten Bazillenträger sind, daß es verboten werden muß, daß jede cinkaufcndc Frau alle Lebensmittel anfallt, che sie kauft oder nicht kauft, daß die wilden Katzen, die sich täglich und nächtlich auf den Straßen und den *bereits erwähnten, nicht sehr sauberen Bauplätzen herumtreiben, eine große Gefahr in Zeiten einer Epidemie sind. Vieles mehr könnte ich noch hiiraifiigen bzw. werden die Aerztc der Stadt- Verwaltung sagen können, wenn man ihren Rat cinholt. Auch daß das Hadassah-Spital für eine 100 000-Einwohncr-Stadt nicht ausreichend ist, darf ausgesprochen werden! Hier muß alles gesehenen, denn cs darf nicht Vorkommen, daß Kranke, die operiert werden sollen, wochenlang auf ihre Aufnahme warten müssen! So kann cs nicht weitergclien, was die sanitären Anlagen der Stadt Tel-Awiw anbetrifft. Ihr ergebener Schchunat Kwartin 10. Martin jaffc. in der Tat so, daß alle Abteilungen überfül besonders in der chirurgischen und Entbindim״_. ״ Arbeit nur mit äußerster Anstrengung bewältigt wcnL״V und sehr viele aus Raummangel ,׳!!)gewiesen werden!!1 ״ Das letzte Jahr hat sich sowohl durch die Vcrk '’ ansteckender Krankheiten ausgezeichnet wie auch neues Aufflnckcrn der Malaria, so daß die mcdizinischcnSi ’ alle Hände voll zu tun haben. Es muß aber auch nirh! gcsscti werden, daß bei der grollen Eimvamlcriing ajl 'j forderiingen an die sanitären Institutionen, Ambulatorien - Hospitäler außerordentlich rasch steigen und organisatorischer Kraft, Zeit und viel Geld bedarf, UM״ den immer neuen wachsenden Bedürfnissen aiizunawcn ' jetzt im Lande einset/vmtc Kampagne für eine iiiweiie' der sanitären Dienste ist ein /.eichen dafür, «!aß die'- ständigen Stellen und die breitere Oeffentlichkeit sich , Forderitngen der Situation bewußt werden mul ״an /> sorgen wird, Vorkehrungen für die Zukunft zu trefft»* In diesem Zusammenhang mag auch interessieren '! gewisse private Krankenhausprojckte, die bislang 4n'1 I lohe lies erforderlichen Kapitals (das Gesundheitsamt langt eine Mindcstflaclie von 8 Dunam) scheiterten, rum»,'" der Verwirklichung nälierkommen. 20 namhafte Aerztc den'■ schiedensten Spezialgebiete haben sich in Form einer 1* ticiigcscllschaft zur gemeinsamen Kapitilaulhringiing vndt Die ״Assutah“ Ltd. investiert kP 25 030, von denen t größte Teil durch Aktienausgabe aufgebracht wird. Das g, kcnhatis wird im Norden Tcl-Awiws 1 km vor der und 310 m östlicli der Di/engoffstraßc errichtet, die j^,.״ Fläche beträgt 2300 qm. Ls werden zwei zweistöckige * ein einstöckiger Bau errichtet. Das Krankenhaus wird i alle Abteilungen verfügen und mit den modernden |J mittcln ausgerüstet sein. Vorerst werden 60 Kranke! genommen werden können, später wird die Kapazität t 120 Betten erweitert. Das Krankenhaus wird in et«! , Monaten fcrtiggcstellt sein, ücschäftsführcnder Direktor- Hirsltowitz, die Leitung liegt weiterhin in den Iß- Prof. Cltajcs und Dr. Chwoinik. Dr. von Die Neugruppierung im Misrachi Auf den Artikel unseres Berichterstatters aus Tcl-A» J ״Neugnippicrtmg in Palästina“ in Nr. 60 der ״J. R,״ (r 27. 7. erhielten wir eine Zuschrift von Herrn Viktf B a 11 m i n g c r, Vorsitzenden der Misrachi-Lamlcsorgamsi׳ in Palästina, worin einige Angaben dieses Artikels berich* werden. Unser Berichterstatter hatte zu beobachten gcgl«; daß eine Divergenz zwischen dem Weltinisrachi und der f lästinensischcn Landespartei bestehe und hat hierfür mehre Punkte angeführt. Die Zuschrift geht nur auf einen dit״׳ Punkte ein, nämlich auf die Abberufung des Vertreten! Misrachi, Raw Ostrowski, aus der Leitung des Waad Itir diese sei auch von der palästinensischen Landespartei stimmig gebilligt worden. Der Austritt aus der Ltitt» des waatl Lcumi sei aber nicht identisch mit dem Air!•• aus der Knesset Jisrael oder aus dem Waad Lcumi. Fr״! wird berichtigt, daß Rabbi Berlin, der nicht Vorsitzend: sondern nur einer von sieben gleichberechtigten l.e!tr;-1 mitgliedcrn des Misrachi sei, nicht die Verantwortung die Leitartikel des ״Llator“, sondern nur für 1*!| Notizen abgclchnt habe. Die Berichtigung der Misraclii-I.amlesorganisation Kl lästinas betrifft relativ nnbedeutende [’unkte, wobei <•[ Angelegenheit der Abberufung Raw Ostrowskis weiter (6=1 dunkel bleibt. Wir haben aber nicht die Absicht gehabt,ö| formalen Angelegenheiten der Misrachi-Organisation tu I handeln, sondern das Schwergewicht unseres Artikels 'q 1 in der Darstellung geistiger Gärungen in allen Teilen te| lischuw, auch im Misrachi. Reim Misrachi zeigt sich tS׳«| Vorgang am deutlichsten durch die Abspaltung des ״v> rächt Hawatik“, der, wie die palästinensischen Zcita berichten, seine Tätigkeit in Palästina fortsetzt und an S;5| pathien im konservativen Lager gewinnt. V Die Frage der Erweiterung des städtischen Krankenhatiscs in Tel-Awiw, das in keiner Weise den stark gestiegelten Bedürfnissen der wachsenden Stadt entspricht, wird zurzeit in der palästinensischen Presse ausführlich behandelt. Insbesondere hat der ״Dawar“ eine förmliche Kampagne zur Besserung der sanitären Zustände in Stadt und Land eröffnet. Die Arbeikrkrankeukassc veranstaltete kürzlich einen ״Ocffcntliehen Prozeß“ über die sanitäre Lage in Tel-Awiw, um für eine rasche Aktion auf diesem Gebiete Propaganda ztt machen und auf die verantwortlichen Institutionen (Stadtverwaltung, Regierung) einen Druck auszuüben. Bei dieser Gelegenheit erhielt die Oeffentlichkeit umfangreiches Material über die sanitäre Lage und insbesondere über den Betrieb im städtischen Krankenhaus von Tel-Awiw. Es liegt Selbsthilfe jüdischer Chemiker Jüdische Chemiker, die früher in großen Stellungen tät: waren, haben sielt zu gemeinsamer Arbeit zusammen(:eh: Hinzugekommcn sind noch junge und jüngste K;!liegen, denr cs nicht mehr möglich war, ihr Studium fort/usct/cn d!' zum Abschluß zu bringen. Wissenschaftler, Fabriklcittr uni Anfänger unterrichten sich gegenseitig und suchen den Könnt' mit Theorie ttnd Praxis zu behalten. Hier entscheidet nur 41, Fachliche und innerhalb des Faches Kenntnis und Erfahre״: Daß die Teilnehmer das auf der Hochschule einmal (!׳>■ lernte nicht vergessen, dafür sorgen Vorträge und die P״ kussion nach jedem Vortrage; da bietet sich Gelitcnlw’ Unklarheiten nufzukkircti, Unverstandenes verständlich ן• machen. Die älteren, die im Betriebe und tinkr der Fi; ■ fabrikatorischer und ,administrativer ArbcilshatiftMig Zeit gehabt haben, sich mit den neueren Theorien, nnt <״' Fortschritten der Wissenschaft zu befassen, füllen Lücken 1ף die Jüngeren sind natürlich schlimmer <1 ran, und « * ein großes Problem, das wir auch zu lösen gedenken, Theorie kann man treiben, aber ein Betrieb wird betri«"״ und dazu ist die Voraussetzung, daß er vorhanden ist. läufig können wir uns helfen, altere Kollegen haben tr• fahrungen, früher ausgearbeitete Projekte, die nun raschend schnell wieder aktuell werden können. Gewdiese sind wichtig, denn sie sind zeitnaher als nun gerne»-] lieb ahnt: denn diejenigen unserer Gemeinschaft, die_Steil®■ finden, finden sie meist in Palästina oder irgend»״ anders int Ausland, tmd zwar meist in (legenden, ״] die maschinelle Entwicklung nicht oder noch nicht ״■ Hoehstaud wie in Deutschland erreicht hat. Hier P1 gerade, sich schnell mit verhältnismäßig einfachen y'״״', zu belfert, Hier sind wir imstande, den jüngeren, di« nie in einer Fabrik gestanden, die sich plötzlich der t> richtung irgendeines Fabrikbetriebcs gcgcnüncrstchcnschm« raten, unnötig zu sagen, daß diese ganzen Bestrebungen1'' fruchtbringend sein können, wenn möglichst viele der Ae»t!' ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen und möglichst der Jüngeren ihren Fleiß und ihr Interesse nicht nur ( Erscheinen, sondern durch tätiges Mitarbeiten bekun״ Dr. T, Simon (Wamtseß VIC ׳ du::' nauptschriftkiter: Dr. Robert W e 11 % c h. Berlin ■Charlotttnb'W Stellvertreter! Kurt Locwenitcin, Bcr'in W 15. Verantwort'׳^ Schrifllciter für den gesamten redaktionellen Teil: Kurt. Lot** *(ein, Berlin W 15. Anzcigenlciterin und verantwortlich י '1־’י. Anzeigenteil! Helene C 11 a n c i n c r. Berlin N 54. Verla״ ut» icigenvcrwallung: Jüdische Rundschau. Berlin W 13, MeincU״• D.-A. Juli 37 011 Expl. Druck! Siegfried Schalem, Dcrlin־Scttö6L und in Ptdaslma schnell und sicher durch eins Inzeife in der «Indischen Rundschatt _ Varlangen Sie den neuen Sonderprospekt FA von der Anzeigen •Verwaltung der Jüdischen Rundschau