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Jüdische Rundschau · 1934-08-03 · Heft 62 (3.8.1934) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 62 (3.8.1934)
Date
1934-08-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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-G j i yt 02 / Jahrgang 39 נ^נור׳י־ז ן—ן r־־־~r>, r3~־ vi ער. \ רה p ך"—־״״ן . \י" f : /;;l נ...,",'! '<״ \ ןך*.»ן!«»"«.,*"...,»ן p«—*«י^ p-״^j VJ / / X L~- J Y...J S».3 L ׳.^ Lu.׳ t < y v: Preis RMjmP» ^bwotwi^i A \ /;: /# , \ »1J ^i׳:״,»«״.־,,!t״>:J Eä*.ä:«3 11 1111i1l1i»">3l gd1rWW״*t'׳n*>v»׳,*f ■• An*«lB0nv*rw«ltBng 1 BarUn W* S, Malnakotr. 10 f,״,r11l15m1׳״׳-N׳• P Bi.m.rck J181/82,7165Z70,7240/42, . B״u,.rr«l, pro Mon.1 PM2,—,proQ"*fl*l 5*5ל• I’wiwltrrk - Kamen der Abonnement«• Aliteihine B״H»7I573 (l״r Groll.Berlin). Berlin 17192 (lür d.. (,l,rlR״ Kelch). Au.l.nd.- h״!!»״ I•»•111*״ L»nd«w*hmr1B■ - Er.ch.Int J.d.n Dl.n.Ug and Fr.lUB. 3 S a LI K כ״ב אב תרצ״ד FREITAG, 3. AUGUST 1934 An*91 |»ni•rlf1 Di• ßte»p»Itr׳n» Mittim«!״r״ZriU RM —,20. für Stell«nf#«uch• RM —J0. Hir FsmÜiennachHchten RM —45• FJnrelanreigf׳« nur trgtsf» Vorsu•• ••WUmg •ul P0*t*hc>1#ck-Konto Berlin 1618ל oder in der Am#icen<Armehtz1• Montag bl• Freitag 9—iS Uhr Annahtneachhift für die Di#n*fa1|'Au«g«b• Montag 10 Uhr lür die Fraita(.At1»geh• Mittwoch 13 Uhr (Familiananreigen bli Donnerstag 10 Uhr) per Zlontsmus erstrebt tur das ]Qdlsctie Volle die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Pallstlria. 111—1—1■! 11 ■1 iriTTMiinwiii 1 1! 1111 ■nnww— ■!ui זו־וו! 11 m ־ווי^־1זוהזו; ■^- ***""*"**₪—*mmmmmmmmmmKJ ״Datolar Programm״• yCüi'AUGdü miSim nie 1ד־ *** | ®IC Rcidwcrirc/ung der Deutschen Juden teilt uns mitt | **®m Rel«*» Empfinden der deutschen Juden Ausdruck zu geben, hat die Reichsvertretung der Deutschen | Jaden folgende Depesche an das Büro des Herrn Reichspräsidenten gerlchteti f Tiefe innige Trauer um den Heimgang des Reichspräsidenten erfüllt die | deutschen Juden. Als ein Mann, dessen Persönlichkeit dem Gedanken der | tapferen Pflicht seine Wirklichkeit gab, als ein Mann, der dem Alter, das die Bewährung eines Lebens erwarb, seine Größe verlieh, als ein Mann, f der das gemeinsame Ganze immer sah, immer auf das Vaterland, das alle umschließt, den Blick richtete, als ein Mann der Geschichte stand Hindenburg I vor der Welt. In der Treue der deutschen Juden wird sein Bild alle Zeit bleiben. ■ , Die Reichsvertretung der Deutschen Juden I Baeck, Hirsch ן Das ganze Deutsche Reich ist In tiefe Trauer versetzt. I Mit allen anderen Mitbürgern beklagen auch die deut- | sehen Juden das Hinscheiden des Reichspräsidenten von Jlimicnburg. In der ehrwürdigen Gestalt des nunmehr Verblichenen verkörperten sich nicht nur die Mannes• ' fugenden, die seit je die Menschheit bewundert hat, ' sondern auch eine Epoche deutscher Geschichte. | Gerade am Tage der zwanzigstui Wiederkehr des ן Kriegsausbruches ist Feldmarschnll von Hindenburg ge* I slorbcn. Es hätte nicht dieses äußeren Zusammentreffens 1 bedurft, tim bei diesem Ereignis die Gedanken an den; grollen Krieg wieder au flehen zu lassen. Fcldmarschall von Hindenburg war der ruhmreiche Führer der deut- ׳ sehen Armee während dieses beispiellosen Ringens, und; er hat auch nach dem Kriege stets in unwandelbarer \ Treue das Schicksal seines Volkes geteilt und seine Persönlichkeit in den Dienst der Gesamtheit gestellt. Auch die deutschen Juden, die in großer Zahl als aktive Kämpfer der deutschen Armee während des Krieges angehörten, haben stets mit Bewunderung und Verehrung zu in Feldmarschall von Hindenburg hingeschaut, überzeugt, daß unter seiner Führung der kameradschaftliche Geist der Armee fortlcbcn wird. So fühlten sich die Juden׳ der Kriegsgcncration als Bürger und Soldaten Im Heere Hiudenhurgs. Der verewigte Reichspräsident hat erst vor wenigen Wochen durch die Stiftung des Ehren• kreuzes, das allen Teilnehmern am ,Weltkrieg ohne Un• tcrschicd erteilt wird, gezeigt, daß er jener Zeit unverbrüchSieh eingedenk ist. Uns Juden im heutigen Deutschland von 1034 Ist die Teilnahme am politischen Leben und an öffentlichen Angelegenheiten versagt. Aber in einer Stunde, wo das ganze deutsche Volk schinerzerfüllt an der Bahre der historischen Persönlichkeit des Fcldmarschalls und Reichs• Präsidenten steht, ist׳ cs unsere Pflicht, auszusprechen, was auch wir deutschen Juden empfinden. Unser respcktvollcr Tribut gilt der Person und dem Menschen Paul von Hindenburg, zugleich dem zum Symbol ge• wordenen Oberhaupt des Staates, dem wir angchören. Das Hinscheiden Hindcnburgs wird weit übef Deutschlands Grenzen lebhafte Anteilnahme wecken. Eine große geschichtliche Figur ist dahingegangen, einer der bedeutenden Charaktere, ein Mann von Ent• schlosscnheit des Willens und Gerechtigkeit, der sein Volk und Vaterland über alles liebte, und der in seiner Bereitschaft, sich in guten und bösen Tagen mit vollem Einsatz seiner Person hinzugeben, ein Vorbild für alle Bürger des Staates und für alle Völker sein kann. Wer ist Jude? Eine bio - soziologische Betrachtung zur Statistik der Juden Von Priv.-Doz. i. R. I)r. Georg Wolff, Berlin Die Zahl der Juden im Deutschen Reich betrug nach der Volks;,ihhmg vom 1(1. Juni 1925 501379־, wobei als Unterseite!• «H'smcrknial lediglich die Religionszugehörigkeit diente, tiiie solche Konfessionsstatistik hat naturgemäß mir tuten beschränkten Wert für die Rassenzugehörigkcit bzw. die Abstammung in biologischer Hinsicht; sic erfaßt die Kon- Rssion am Zeitpunkt der Zählung, sie erfaßt nicht diejenigen, aus dein Koiifessionsverband ausgetreten sind, hlutm.illig Jhr der jüdischen Bevölkerung ebenso angeboren, sie erfaßt t,st recht nicht die aus Mischehen mit einem tiichtjiidischcii f’irtncr hervorgegangenen ״I lallt- und Vierteljuden״ nichtjüdischer Konfession, die nach der neuen Gesetzgebung des Deutschen Reiches ebenfalls als ״nicht-arisch“ zu gelten haben. Deshalb wird auch die Volkszählung vom Jahre 1913, deren ergthnissc nach Aber und Geschlecht, nach Familienstand inid Religionszugehörigkeit ״och nicht vorliegen, keine genaue• rc1' Ergebnisse als die einer Konfessionsstatistik bringen kön* nt״; denn die Fragen nach der früheren Konfession, bzw. ״ach der biologischen Abstammung im Sinne der Ariergesetz-?chung waren nicht gestellt und können daher auch nicht ״*antwortet werden. Pies wird leider auch nicht möglich Sci» hei Zuhilfenahme einiger statistischer Annahmen aus der **thematischen Theorie des Bevölkcrungswcchsels, da sich die Nische Bevölkerung inmitten der anderen Völker, durch 'D'ulcrhewcgung und durch Austrittsbcwcgung als eine, viel ‘״ variable Größe erweist, wobei von Aendcrungcn der naturlc״e1' biologischen Bevölkerungsentwicklung (durch Geburt• i|cllk״it und Sterblichkeit) zunächst ganz abgesehen sei. ״ Wir gehen also bei den folgenden Betrachtungen von der _ konfessionsstatistik als der einzig gegebenen Grundder amtlichen Bevölkerungsstatistik aus. Dabei bleibe es Wch unerörtert, ob der philologische Terminus ״arisch )e,ciß״et ist, eine Abgrenzung gegenüber den Juden als Nicht-!r!״n auch im rasscnkundlichen Sinne zu bewerkstelligen, •ubrieb doch einer der markantesten Vertreter und Begründer äCr Rasscnhygicne in Deutschland, der noch lebende und sehr verehrte Alfred Ploetz.') In den ״Grundlinien einer Rassen-I lygienc“, deren erster Teil nur erschienen ist, von den Juden — freilich im Jahre 1895 — gleich in der Einleitung: ״Im weiteren Verlauf des Buches werde ich stets, wenn nicht ausdrücklich anders bemerkt, das Wort Rasscnhygienc im allgemeinen Sinne verwenden, entsprechend meinem Gebrauch des Wortes Rasse, Dies schien mir um so eher gestattet, als, wie ich glaube, die Hygiene der gesamten menschlichen Gattuug zusammeufällt mit derjenigen der arischen Rasse, die abgesehen von einigen kleineren, wie der jüdischen, die höchstwahrscheinlich ohnehin ihrer Mehrheit nach arisch ist, die Kultiirrassc par cxccllcncc darstcllt, die zu fördern gleichbedeutend mit der Förderung der allgemeinen Menschheit ist.“ Man müßte den Rassenbegriff biologisch erheblich einengen, um die zweifellos vorhandenen Unterschiede nicht zu verwischen, die etwa zwischen Süd und Nord, Ost und West in Europa bestellen, etwa zwischen den heutigen süditalieriischeu und norddeutschen Menschen oder den Ostslavcn Rußlands und dem französischen Rassengemisch, wie es sieh seit der Völkerwanderung integrierend gebildet hat. Derartige Unterschiede in biologischer Hinsicht bestehen zweifellos auch zwischen dein jahrtausende-alten, immer wieder verfolgten, durch die Konfession Zusammcngcschlosscncn und gelegentlich auch neu aufgcfülltcn Rasscugcbiide der curopäischcn Juden und ihren Wirtsvölkern. Größer dürften die rein biologischen Unterschiede kaum sein, worauf hier nicht im einzelnen ciiraigehen ist. Auf die Problematik des im Völkcriebcn einzigartigen Phä* nomens der Juden, das sich als eine biologische Aus-, lese und Inzucht mit bestimmten seelisch-geistigen Vor- Zügen und Nachteilen bisher erhalten hat, kann hier nicht ein- gegangen werden. Auch nicht darauf, ob das jüdische Volk seine historische Aufgabe als Kulturvolk und Mutter der gro- Ben welterobernden Religionen, die aus seinem Schoß geboren wurden, erfüllt hat; das ist eine metaphysische Frage und nicht mit den Mitteln unserer Naturerkenntnis zu beantworten. ג) Grundlinien einer Rasscnhygienc von Dr. Alfred Ploetz, 1. Teil: Die Tüchtigkeit unserer Rasse und der' Schutz der Schwachen. Ein Versuch über Rasscnhygiene und ihr Verhältnis zu den humanen Idealen, besonders zum So• zialismus. Berlin, S, Fischer, 1895, Die Konfessionsstatistik ist die einzig mögliche, die ein gleichartiges Unterscheidungsmerkmal als Zählein heit zugrunde legt; nach diesem Merkmal wurde die Zahl der Juden bisher, und mit Recht auch in der letzten Volks- ־Zahlung vom lf>. Juni 1933, ermittelt. Jude ist danach, wer, sich zu seiner Religion offen bekennt. Die viel weitergehenden Bestimmungen der Ariergesct/gebuug im Deutschen Reich müssen mit ihrer Einführung des Nicht,irier-Bcgriffcs, unter völliger Vernachlässigung des konfessionellen Momentes, zwangsläufig ein schwerer feststellbares Element in die neue Begriffsbestimmung des Juden oder der mit ihm blutsverwandten Abkömmlinge tragen, zumal in der gegenwärtigen Form, wonach der!/,-blutige Jude (als Abkömmling eines jüdischen Großvaters unter vier Ahnen) als nichtarischer zu gellen hat als ein anderer Vrblütiger (als Abkömmling zweier jüdischer Urgroßväter unter acht Ahnen), d. 1. bei völlig glciehern Anteil des ״nichtarischen Blutes“, in einem Fall war der eine Fitcrntcil ein Ilalbjudc, im andern beide Eltern Viertelnden. Aus diesem Dilemma gibt es keinen Ausweg in der biologischen Ahncnrcihc; cs verschwindet scheinbar höchstens dadurch, daß viele Menschen schon über ihre vier Großeltern nicht mehr aktenmäßig aus Staudcsamtsbcurkimdungen oder gleichwertigen Aufzeichnungen Bescheid wissen (10—12 ס/י׳ aller Geborenen sind unehelich), wenige noch ihre acht Urahnen biologisch einwandfrei nacliweisen und naturgemäß noch wem* gcr über ihre sämtlichen 16 Ururahnen entsprechende Nachweise erbringen können. Damit wird der Nachweis der Abstammung oft schon in der Gegenwart schwierig, er wird vollends zur Unmöglichkeit, wenn man von der entgegengesetz• ten Seite der unendlichen Ahnen kette in der Vergangenheit ausgeht. Somit erweist sich schon in der historischen Ver• gangenheit die Reinrassigkeit einer Menschenart als wissenschaftlich schwer feststellbar, womit nicht in Abrede gestellt sei, daß etwa das indogermanische Rassengemisch im deutschen Sprachgebiet auch noch heute in seiner Zusammensetzung anders geartet ist als das ursprünglich orientalische der eur> päischcn Juden. Damit entfällt auch in der Gegenwart jede Möglichkeit, die Juden anders zu zählen als nach ihrer Kon* lessionszugehörigkeit, wie es bisher stets auch der

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