Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 60 (27.7.1934)
- Date
- 1934-07-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Carl Joel Einer der größten jüdisclien Philosophen der Gegenwart, Carl Joel, Professor der Baseler Universität, ist am 23, d, M. gestorben. Erst im März d. J. hat die wissenschaftlichc Welt und insbesondere die Selnvei rer Gelehrtenweit den 70. Geburtstag dieses Mannes gefeiert. In den Würdigungen, die damals in den Schweizer Zeitungen erschienen, wurde auch seiner Herkunft aus altem dcutsehen Rabbinergeschiecht X n; ״ iv" ■ \ •<* 1 4 -4: V L. ehrenvoll Erwähnung getan, Joel stammte aus I lirsehbcrg in Schlesien, sein Vater, der Rabbiner Hermann Joel, wurzelte ganz in der großen Tradition deutscher Bildung, er war Schüler von Ranke, Savigny, Böckh und Schölling; Hermanns Bruder Manuel, Lebrer am Jüdisch-Thcologischen Seminar in Breslau, war einer der Begründer der modernen jüdischen Rcligionsphilosophic. Aus diesem Milieu einer freilich heute versunkenen Epoche stammte Carl Joel. Dieser Mann, einer der letzten großen Humanisten, hat — vvic er sich in einem Briefe einmal ausdrückte — Jerusalem und Athen als die für die Geschichte des menschlichen Geistes wichtigsten Orte erkannt. Fühlte er selbst sich beiden zugehörig, von beiden herkommend, so galt doch seine Arbeit vor allem nicht der jüdischen, sondern der griechischen Komponente. In einer Zeit aber, wo man fälschlicherweise jüdischen Geist mit ״Materialismus“ zu charakterisieren versucht, war Joel einer der stärksten Gegner alles Materialismus und Mcchanismus. Er knüpfte an Plato und an den deutschen Idealismus an. Gegen allen Positivismus betonte er ähnlich wie andere jüdische Philosophen seiner Zeit — wir nennen nur Bcrgson und Simmel — die Macht des schöpferischen Lebens. Sein auch für viele junge jüdische Menschen der Vorkriegszeit wichtiges Buch hieß ״Seele und Welt“ (1912), darin gibt Joel die systematische Zusammenfassung seiner Wcltschau, nachdem er früher schon dem ״Ursprung der Naturphilosophie aus dem Geiste der Mystik“ nachgcgangcn war. Vielleicht ist in diesen Werken eine Nachwirkung der Welt der Kabbala zu spüren, deren Tradition in seinem Hause noch fühlbar war. Der Dozent an der Züricher Universität Carl I. Burckhardt gab anläßlich Joels 70. Geburtstag eine Charakteristik seines Werkes, aus der wir folgende schöne Sätze, die das Wesentliche besser sagen, als w׳ir es vermöchten, wicdcrgcbcn: ״In all seinen Werken, die nun entstehen, wirkt ein glückliches Lebensgefühl sich aus. ,Nietzsche und die Romantik‘ oder ,Seele und Welt‘, die dazwischen liegenden Arbeiten, sie alle sind in ihrer Fülle voll fröhlicher Farbe, oft wie barock iiberqueilend, ob sic die dunklen Gründe streifen oder ins Licht streben, ob sie in Dialogform oder in dieser Joel eigenen, romantischer Musik verwandten, bewegten, bilderreichen Prosa dahinströmen. Allen ist gemeinsam ein von Werk zu Werk leuchtkräftiger werdendes Grundgefiihl, das schließlich in der Erkenntnis mündet, daß der ganze Wcltproz. cß als ein ethischer zu verstehen sei. Eine organische Anschauung rettenden Ausgleichs erscheint vor der Unendlichkeit des Erfaßbaren, Gedachten, als das Spiegelbild eines edcln und gütigen Menschen und seines Wunsches. Ordnung wird gesucht, Synthese wird angestrebt und dabei von Werk zu Werk, mit einer gewissen inneren Unruhe, geht bei Joel die uralte theologische Frage nach dem freien Willen mit, bekenntnishaft wie ein schwer errungenes Gut eigenster Erfahrung. Ein letztes ergreifendes Anrufen klassischer Harmonie angesichts des Weltkriegs ist das 19t 1 erschienene Buch Autibarbarus.“ Diese alte ethische Grundfrage, die Joels Denken aufwühltc, ist sic nicht auch uraltes jüdisches Erbgut? Joels letztes Werk ist ein gigantischer Uebcrbtick über den Dcnkprozeß der Menschheit: ״Wandlungen der Weltanschauung“ (Verlag Mohr, Tübingen), auf das wir schon bei mehreren Gelegenheiten in der ״Jüdischen Rundschau“ als auf eines der größten Werke jüdischen Denker- 'geistes in unserer Zeit hingewiesen haben. Das Buch ist noch nicht zum Abschluß gelangt, und man muß hoffen, daß Joel den noch fehlenden Rest!unterlassen hat. Dieses Werk ist — wie übrigens auch schon die früheren Bücher Joels — nicht nur ein Buch der Wissenschaft, sondern es ist ein Werk künstlerischen Geistes, der die Fülle der gcistcsgcschiclitlichen Zusammenhänge rhythmisch gliedert und mit der Krait des gestaltenden Wortes durchdringt. Alle, die Joel kannten, bestätigen, daß nicht nur sein!werk für ihn zeugt, sondern daß seine Persönlichkeit als Lehrer und Mensch eine ganze Generation hindurch der Mittelpunkt eines geistig bewegten großen Kreises war und nicht vergessen werden wird. So mögen hier noch die Worte zitiert sein, mit denen Ernst von Schcnck seinen Nach* ruf in den ״Basler Nachrichten“ schließt: ,;י11,׳■ ',at. Pl'ikisophic gelebt und lebendig gelehrt — י!נ " ort ״j'd Beispiel. Katastrophe auf Katastrophe ist über che Welt hcreingcbroche», und bis zu seinem letzten Tag spielte die Krisis der Zeit Hilfsbedürftige in sein Haus, denen er sich nie versagte, so wenig er sich der Jugend je versagt hat, die von ihm zu den Quellen des Geistes gcfuhrt werden wollte. Und wer in dieser Zeit verantwortlich 1m Ringen um ihre geistige Bewältigung stand und Basel passierte, kehrte in Joels Haus ein. Durch ihn, wie wohl durch keinen in den letzten Jahrzehnten in unserer Stadt «Wirkenden war sie geistiger Mittelpunkt. Wir Jün* geren, die wir das Glück hatten, ihn lehrend und ratend zu erleben, geloben uns, in seinem Geiste weiter zu schaffen an einer endlichen Bewältigung der den Menschen gestenten Aufgaben: in lebendigem Glauben an Güte, Schönheit und Wahrheit, auch wenn uns Nachgeborenen es oft wohl schwerer wird, mit mancher Anfechtung fertig zu werden als dem, der noch im Abendglanze einer hellen Zeit aufwuchs.“ 1K..Ä1T Ha״P.bUr.P gemeldet wird, ist dort der ursche• Verl« er Oskar En och gestorben. Er war der haber und Gründer des Verlages Gebrüder Enoch und I sich m letzter Zeit besonders durch die Gründung des A ,T1,?VX cr,’ aSLc.s, verdient gemacht, der eine gre ausgab,C״e1SC lCr ^erke m 8״*gezeichneter Ausstattung8 h Wessel-KraSter? Leite.r Röntgen-Abteilung des Hoi «U OastorofeL«״laUSe V ״£ ״lm* Prי"" ־»• Max Cohn, wui «is Gastprofessor an die University 01 Chicago berufen. JÜDISCHE RUNDSCHAU Pariser Brief Von unserem Berichterstatter F.‘ O. Paris, 23. Juli 1934 Hochbetrieb am Gare de Lyon. Der Gare de Lyon Hatte einen großen Tag: Mehr als 60 Auswanderer hat das 1»* lästina-Aint auf die Route nach Ercz Israel gebracht und der Bahnsteig zum Marseillcr Zug wimmelte von Menschen, die ihre Lichen und Freunde noch einmal ׳ sehen wollten, ihnen noch einige gute Worte sagen, ihnen ein letztes Schalom zurufen, sie auf ein baldiges Wiedersehen in Palästina vertrösten. Diesmal waren cs in der Hauptsache Handwerker, die auf die Reise gingen: Tischler, Schlosser, Mechaniker, Maurer, Schneider usw. Sic gingen mit ihren Familien, ihren Frauen und Kindern. - Es gingen auch vier französische Chahi/im mit auf die Route. Wieviel haben Arbeit bekommen? Hier geht das Wort Von der ״Krise" um. Darunter leiden auch die jüdischen Aus- Wanderer, die Arbeit suchen, und trotzdem die Krise in Wirklieh Weit gar keine ist — •was sind 300 090 sogenannte Arbcitslose bei fast einer Million fremdländischer Arbeiter und bei acht Millionen arbeitender Frauen —, wird den Acrnistcn unter Achselzucken bedeutet: ״|a, die Krise״. Das Hilfskomitee versagt. Das jüdische Arbeitsbüro hat in den ersten drei Monaten d. J. tot Menschen Stellen vermittelt, in der Haupt- Sache in der Hauswirtschaft. Gemeldet haben sich 550. Internationale Arbeiter-Olympiade. Vom II.—15. August d. J. findet hier eine Zusammenkunft von Arhcitersportiern statt, die von 22 Ländern beschickt wird, bei der auch eine jüdische Kommission gebildet wurde. Diese hat sich an alle jüdischen Sportklubs in der ganzen Welt gewandt, ohne Unterschied der politischen oder weltanschaulichen Anschauungen, und sie zur Teilnahme an diesem internationalen Treffen aufgefordert. Zahlreiche Länder haben ihre Teilnahme angemeldet. Kampf gegen jüdische Geschäfte In der ״Marienwerder Zeitung" lesen wir einen Bericht über eine Mitgliederversammlung der NS. Hago, in dem sich in Fettdruck folgende Bemerkungen befinden: ,,Aiim hljelieml s|1r.1tl1 l’g. Jost über die Judenfrage, Jeder anständige deutsche Mann und jede deutsehe Frau kauft nicht in jüdisclien De schäften. Wir haben nichts gemein mit Schiebern, (iaunern und Verbrechern, die jahrzchn'ciauj' das deutsche Volk knct'hielen und nntlcrc Völker immer noch unter der Knute des Materialismus demütigen. Jeder Deutsche, ob Mann oder Frau, muß sich der ungeheuren Schmach bewußt werden, die wir erduldet haben und teilweise noch erdulden. Von August an wird über den ganzen Kreis Marienwerder eine Veisainnilungswrtle Hüten, durch die die Volksgenossen in Stadt und Land aufgeklärt werden sollen. Die Versammlung in Marienwerder wird in Form einer Warenschau aufgelogen werden. Volksgenosse, du versündigst dich, wenn du bei Juden deine Einkäufe tätigst." Nach den zahlreichen gegenteiligen Aeußerungen führender Männer, die stets betonten, daß diese Form einer eigenmächtigen Wirtschaftsgcstaltung in einem kleinen Landkreis unzulässig sei, und daß die Wirtschaftspolitik des Deutschen Reiches durch die zentralen Stellen bestimmt werde, dürfen wir wohl der Hoffnung Ausdruck geben, daß cs zu. dieser Kampagne gegen jüdische Geschäfte in Marienwerder nicht kommen wird. SUitne für die Paderborner Friedhofsschändang Wie das ״Westfälische Volksblatt" meldet, hat vor dem Paderborner Schöffengericht die Verhandlung gegen drei Angeklagte stattgefunden, die in der Nacht vom 28. zum 29. Juni 54 Grabsteine auf dem Israelitischen Friedhof in Paderborn 11 m g e s t ii r z t und zudem den ״Magen David“ vom Dach der Leichenhalle heruntergeschlagen haben. Das Urteil lautete gegen den Hauptangcklagtcn wegen Grabschändung und Sachbeschädigung auf ein Jahr, gegen den zweiten Angeklagten auf sechs Monate und gegen den dritten Angeklagten auf vier Monate Gefängnis. Ein seltsames Angebot Im ״Berliner Tageblatt“ erschien kürzlich ein Inserat, das folgendermaßen lautet: ״Palästina-Auswanderer. Hand* werk lehrt in 8—14 Tagen H.O. W.Berlin C2“. Es scheint sich tun einen Druckfehler oder um eine mysteriöse Angelegenheit zu handeln, denn In 8—14 Tagen kann niemand ein Handwerk lernen, und cs liegt der Ver* dacht nahe, daß hier irgendein Unfug getrieben werden soll. Der in dem Inserat genannte Name (im obigen Text nicht voll wicdcrgcgcbcn) ist keiner verantwortliehen jüdischen Stelle bekannt. Sollte es sich um einen Schwindel handeln, so müßte sorgfältig untersucht werden, von wem er ausgeht, Daß die Essener ״Nationalzcitung“, die dieses Inserat abdruckt, irgendwelche Schlußfolgerungen allgemeiner Art daraus zieht, ist solange unberechtigt, als nicht fcstgestcllt ist, wer oder was hinter dieser zweifelhaften Ankündigung wirklich steckt. Die naeh Palästina auswandernden Juden, die ein Handwerk lernen wollen, wissen genau, was dazu gehört. Die Tarifpllicht nlchtarlschcr Firmen, ln einem Urteil des Arbeitsgerichts Berlin (Nr. 25/26 AC 220/34) war der Standpunkt vertreten worden, daß nichtarische Firmen, d, h. Firmen, deren Inhaber oder ■gesetzliche Vertreter Nichtarier sind, ihren Beschäftigten gegenüber an die über den 30. April 1934 hinaus verlängerten Tarifverträge nicht gebunden seien, soweit diese Tarifverträge nicht für allgetneinvcrbindlieh erklärt worden sind. Diese Auffassung des Arbeitsgerichts Berlin wird vom ״Nationalsozialistischen Wirtschaftsdicnst" schart zurückgcwicscn und als ״schon rechtlich unhaltbar“ erklärt. Das Gericht meine, daß Üie von der Aufnahme in der Deutschen Arbeitsfront ausgeschlossenen nichtarischen Firmen auch nicht an nicht für allgemein verbindlich erklärte Tarifvertrage gebunden seien. Judenbesuch ln Bädern. Zu diesem Thema schreibt uns ein Leser: In dem neueröffneten Strandbad ״Neue Mühle“ bei Königswusterhausen wurde an mich beim Betreten des Bades die Frage gestellt, ob ich Arier sei. Als ich dies ver* ״einte, wurde ich zum Verlassen des Bades aufgefordert Da sich dieser Vorfall, wie ich nachträglich fcststeiite, schon mehrmals ereignete, möchte ich vor einem Besuch warnen damit sich andere nicht diesen Unannehmlichkeiten auszu’ setzen brauchen. Aionisiiscnes Lcocn in Spanien. Wie uns ein Gestammt freund aus Barcelona berichtet, ist es dort geiungi das jüdische Leben durch Arbeit für den Keren K lerneth anzuregen. jm juni wurde einer der Lichtbi strafen des KKL ״Tel-Awiw und die Orangenküste" v< geführt, der sowohl in propagandistischer ais auch in n tendier Beziehung ei״ tt foLg war. Unser Berkhterstat schreibt, daß trotz der heißen Jahreszeit und lokaler Schw Tigkciten es möglich war, eine größere Anzahl v Karten zu verkaufen, als es bisher zu irgendeiner iüd Bcherr Veranstaltung möglich gewesen ist« Nr. 60, m% die Jledcddity Zur Polemik gegen Rtw Kuk B״c!'au- ״■ A* An die Red. d. ״Jüd. Rundschau“, Berlin In Nr. 58 der ״J. R.“ veröffentlicht Dr. Marti״ t!«. ■us Haifa eine Zuschrift an Sie, in der unverhüllt p. der Parteinahme für die Revisionistenpartei und SOp ’ des Mangels an gutem Glauben beschuldigt wird nV Auftreten Raw Kttks befremdlich erschien, leugnet ■ aber wer diesen Mann mir ein wenig aus seine» Schr11־|Clr; vielleicht auch noch persönlich kennt, weiß, daß eine Beschuldigung des Gam1 selbst nicht gerade von Unna״'' keit zeugt. Fs geht hier aber nicht um eine RcdmJ' R. Kuk» aus persönlichen Ucbcrzeiigungcn und r ׳ niomentrn, sondern um den Hinweis auf eine direkte Er!.] Raw Kuks zu den Beschuldigungen der Parteilichkeit ihn in den letzten Wochen gerichtet wurden. ' 'H-, In der palästinensischen Zeitschrift ״Hahcd“ fv wendet sich ״R. Binjamin“ in einem offenen Brief Kuk mit der Anfrage, was es mit seiner angeblichen für den Revisionismus und seiner angeblichen Abneicunr* die Histadruth auf sieh habe. Darauf antwortete R V’: derselben Nummer. Ich will einen Teil seines Brief« ich es vermatr. wörtlich wiedergeben. (Die Sner0*!״״,״ ״Aus der Quelle meines Herzen», das Schmerz emplirv),. da» Unglück meine» Volkes, erwidere ..daß j(׳|, |j1n1w(‘ Erde 1U Zeugen tur mich anriitc, daß meine Liebe, witkli-h Liebe von ganzem Herzen und ganzer Seele, groß ist w ' »amtheit unseres Volkes und zu seinen Einzelnen und!״ ' *einen Parteien, weit ich zuversichtlich glaube, daü von ihnen ein besonderes Glied ist der heiligen und baren G e s a in t g e s 11111, welche die Gcmei1w:lu1(t js״(i! ihrer Totalität im vollen Sinne bildet. Jede Arbeit “ Werk, sei ct materieller oder ideeller Art, wclrhcs in naher " auch in ferner Weise die Sammlung unserer Zerstreuten 4,״ Rückkehr unserer .Sühne in unser Land fördert, liebe ich mit«, zenloser Liebe der Seele. Ls ist mir klar,;• Erkenntnis und in zuversichtlichem Glauben, daß auch r1,1 einander widerstreitenden Parteien nach dem IM,me Gollt!, Erlösers Israels, ein ewiger Hau erstellt werden wird, sa| ,j. Grundlage unsere vollkommene Erlösung ruhen wird." N־JC|, /, weiteten Erklärung, daß das Eintreten hir den Angeklagten ca vollen Ueberzeugung von dessen Schuldlosigkeit entsprang, _ . die Wahrheit in ihrer Reinheit ist es, die meine Augen erleuchtet'« mein Herz stützt, daß ich meine geringe Kraft hinget«, Tode ohne jede Grundlage für seine Schuld Ucl1rrjnl»otmt< reiten“ — heißt cs zum Schluß: ״t n jeder Partei usi jeder Bewegung gibt es gewiß Dinge, denen ich nicht! »tim men kann. Aber das kann nicht bewirken, daß 1». flammende Liebe, die in mir brennt für unser heiliges Volk »Ile seine Einzelnen, auch nur im allergcrinj,:en «. träebtigt würde. Sie bleibt in mir bestehen in gleichem '11 gegenüber denen, die mich ehren wie gegen״• denen, die mich schmähen. Sie alle lieb«! ohne Grenzen." Nach diesem Schreiben kann wohl niemand mehr R1 ״ Kuk Parteilichkeit vorwerfen und ihm den guten Glaub«!;- \ seinem Vorgehen absprechen. \ Abraham Schlesinm! י . « * Eine Reminiszenz Prag, 25. Juli »3 ] Sei« geehrte Redaktion l I Der Jerusalemer Prozeß gegen Stavskv ruft Rcminür j zen aus früheren Jahren auf den Plan. Nach den IW־ j im Jahre 1929 standen zahlreiche Araber vor den pal \ nensisclien Gerichten, einige wurden verurteilt, aK % wiederum freigesprochen. Für den Pogrom in Mozah man « sich einige Araber aus der dortigen Gegend vor den Riete־ j verantworten, die sic jedoch, infolge mangelnder Beweiser j da sich auch die Belastungszeugen in Widersprüche <:1 ־ wickelten, freisprachen. Das führte in manchen jiidisdir * Kreisen, die daran erinnerten, daß in türkischen Zeit«ז solchen Fällen immer irgend jemand, sei es auch ei« 1־ ' schuldiger, aufgehängt wurde, zu Kundgebungen des Wii j Spruches. Das damals iin revisionistischen Geiste gchifc’ j und den Revisionisten nahestehende ״Palcstine Buiie- : tin“ schrieb im Anschluß an den Prozeß: ״Es mag besser sein, einen unrichtigen Mann zu hing1.״ j gar keinen zu hängen. Das war stets die für den Oiicnt p<a Ansicht." » Stimmen, die sieh in der zionistischen OcflentlW»׳; gegen eine solche Geisteshaltung wandten (z. B• >u«f j ״Jüd. Rundschau“), wurden damals vielfach mit Un»1 _ 1 aufgenommen. Es ist gut, daß sieh die palästinensisch« jj; ] richte nicht von solchen Ratgebern beeinflussen ließen. I' j werden wahrscheinlich heute auch jene zugeben, die sW־ zeit die zitierte Meinung geäußert haben. Mit Zionsgruß Dr. Hans Lichtwiü. Luftpost In Palästina vor 800 Jahren So merkwürdig cs klingen mag, vor achthundert J! gab es schon in Palästina, Syrien, Mesopotamien und ״< ten eine außerordentlich gut organisierte Tatibenp; eingerichtet durch Sultan Nur cd-Din, der 1116 den ' bestieg. In einem Werk ״Les Postcs en Egypfc“, 35״ ägyptische Postvcrwaltung anläßlich des Im Fcbrinf März dieses Jahres in Kairo stattgehabten X. »e!f kongresscs hcrausbraehte und das sich auf 132 Seit« zahlreichen Landkarten und Diagrammen eingehend um Postgeschichtc und dem Postbetrieb Aegyptens befallt,1'1, wir sehr interessante und teilweise bisher unbekannte veröffentlicht und verarbeitet. ,, Diese Brieftaubenpost, die ihren Haupt-AusgaiiCT״״״ Kairo hatte, verfügte über folgende Linien: 1. Kairo-Ai« drien, 2. Kairo—Damictte, 3, Kairo—Obcrägvptcn, 4■ K*n. Gaza — Jerusalem-Damaskus, 5. Damaskus redschik am Euphrat, 6. Biredschik—Kaisarich in Klein?' 7. Rabha am Euphrat—Aleppo, 8. Damaskus-Saida-Bc״׳ Tarabulus, 9. Damaskus—Baalbek und 10. Gaza-Kef״ Ostjordanland. Alle genannten Linien wurden mit großer hchkcit und Regelmäßigkeit beflogen. Die und die Gouverneure legten, wie das erwähnte werk *• drucklich betont, großen Wert sowohl auf die Zucht tüchtigen Brieftauben als auch auf die Ausbildung ״ ״ behandelnden Personals. Es wird berichtet, daß im A 1288 m Kairo allein etwa 1900 Brieftauben ständig ״L, gehalten und verwendet wurden, daß ferner auch ein heitsdienst bestand, um bei Unglücksfällen Nachricht«"'' gleichem Wege kurze Zeit später noch einmal schick«‘ können. י ,|( Erst um 1400, durch die Jnvasion der Tataren, *UJ diese ganze Einrtchtung vernichtet. Die Tauben wutd«*' ״ ׳*“"‘י .d£ Stationen zerstört, so daß an eine Wieder״!« f tung nicht mehr zu denken war, p■^־