Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 54 (6.7.1934)
- Date
- 1934-07-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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6 ,54 .זא. VII. 1934 j'ÜDFSCHE RUNDSCHAU Seite 7 ״Ahnemdiwieriglccitcn" In der Zeitschrift ,,Deutsche Zukunft“ vom 30. hin! be• Sitnrf sicfi der Dichter Gottfried Bcnn darüber, clab er fälschlieh der jiulisdu'11 Abstammung verdächtigt worden war. ״Wir sind in d1׳s Zeitalter der Genealogie cingctrctcn, aber auch in ‘,las der genealogischen Verdächte." Er schildert dann wie folgt, was dun begegnet ist: ״Ein solcher (sc. Ah1u1־!scUmimrr — Red.) — aber keineswegs dem neuen Sinai angchoiig und ergeben — mit He die l.sgf und m;l(l11e sieh kür/lieh an midi, l)C-.,er liinlcr midi. Kr fclirici» iiu (;laulnn, itali ieh es nielit Iiimlc, an eine (iesdlschafl.!laß er in 510 niliil ei»!tüte, da ich, derreinblülige Jude, ihr ungeholte, b'b seluieb ihm, daß ich rein blutiger Arier »ei und nni״c 1' ■miilit’ bis 1704 in den Kirehonlmeliom sliiulc, seit hundert J.ihren gar als evangeli-!110׳ Planer. Inleressnni, ciwidcrlc er gewandt, außer .1׳ inirres׳.anl, daß Sie sieh liir einen Arier ballen, aber tausche» Sic sich niclil? Sir tii״(•,.•״•!, sidi, ich weiß cs besser, iiuin gcnr.ilngi-i her lnslinkl isi umruglidi, tviclitmU empfinde ich Ihr Judciiltunt Ihr Nullte, «las ist gar kein Nnine, .sondern eine jialpdie \‘cn«,1n11t'.d1allsl1crcid11111ng, Ihre tragische (!1 iindcinslollung ist die tvpisdie I ״iinuicinslf Illing des jiiilisdicn Mi-chtingi, Ihre ticdis hie sind (vpisebe jüdische Meisterwerke. Ai>cr Sie v< יויז b ri mirh dodi liiliiigi* Ich liebe die Juden! Das klingt doch auch in un ■inen 9 "!11111111 11־' Sie »rr.stclicu midi doch imhl falsch, nirtils grgen dos Knltindi inen( 11er lleliiiieil Ich Irin so groß und weil, mul die Ahmt" ht i׳.t so vietgcslilllig, da kann inan um (loltwcißwus ,lauiineii, «,gar aus tininii lelbatcr Nalic. ton Kolteklcnhculcln und l'nlmn ilileii und i-t doch Jude. «In konnlr ja jeiler Kieuzuoilcnlrtil.sler 1.0111111111־ und sieb als Cluisl ausgeben, die Wissenschaft nennt das, «11111 ieh aus inciinr unemlliihen Weile Sie aufkliiren dar(, Men• dclisimc, — s״ äußerte sieh dieser Freie.“ ln laugen Ausführungen weist er dann nach, daß er reiner Arier sei. und daß der ilnn gemachte Vorwurf eine reine Bös* Willigkeit gewesen sei. Per Zufall will es, daß zur gleichen Zeit in der von WU* heim Stapel hcrnusgcgcbcnen Zeitschrift ״Deutsches Volkstum'׳ (im 1. Juliheft) vom Herausgeber über das gleiche Thema unter dem Titel ״Falsche Verdächtigungen" eine Glosse er* scheint, die denen, die ein besonderes Vergnügen darin finden, den Blutdicstandteiloii ihrer Mitmenschen nachzuspüreii, eine scharfe Antwort gibt. ״Zuweilen ist der Kampf mit dem Unkraut der Verdächtigung“, so schreibt Stapel, ״geradem erbitternd." Er weist dann darauf hin, wie sehr man sich davor hüten müsse, leichtfertig solche Behauptungen autzustcllen und bemerkt u. a.: ״Aber muh von deutscher Seite werden falsche Vfrdiirlilijnmgcn aufjd'ia׳ In. Manchmal genügt ein Name, der auch als Jttdcnnmnc torkemiiii, 11111 (las Mißtrauen entstehen zu lassen. Alx*r nielit einmal Her Name Colin ist immer ein Zeichen für das Judentum s-inc.s Trägers. Kotin (Kohne) und Cohn kommen, nEs Abkürzung des «iwm Komad unil Conrad, in Norddeutsehlnml als echte deutsche Fauiilirnmimcn ror. Mag inan einen Menschen nicht leiden, so giiiugen schnalze, krau-c Haare oder eine diitarischc Nase, tim das Mißtrauen lierroi/uiufeit. Wer nicht fest in tlcr Kas«enk11ndr ist, verwechselt lcictii dinarisclic und jüdische Nasen. Sdioiti.elt« r, irischer, sudlmtzü'ischi'r Kinscidag wird manclimal als jüiliah mißdeutet. K.s gilit sogar Fülle, in denen jüdisches Aussehen Tiillig uni'ihl,Irlich ist: unter den Bakairi-Indiancrn (Karailan) 1.1 n׳i man — sie waren bis dahin nie mit Weißen zusammeng« kommen ־— einzelne Leute von verblüffend jtidt schem Aussehen. {Abgibihld bei Karl von den Steinen, t'mtr 11111־ Naturvölkern Zintial-Ilmdlieus. Itcilin 1887. Seite 100.) Alwr Milicr in nie einer der zwölf Stumme Israels in die brasillaiiisihui Vrividikr bis zu den Qucllllüsscn des Sehingn gewandert. I's bt a!0־ auch in bezug auf «las Aussehen Vorsicht geboten. t (Wenn man Rnh.iul Wagner jüifiselies Blut znschrcihb so u. n. wegen des Biide. der ]iih.inna Uccer-Wagner geh. I’ätz — man findet cs hei Ludwig Avcnariu«, Avcnarianisehc Chronik. Leipzig. 1012. Seite255. «Vier sohlte Zcielinungeii sind keine genügende Grundlage hir ein Erteil.)" Wildenbruch, Walter Flex, der Göttinger Theologe Emaiiticl Hirsch und der Frankfurter Soziologe Heinz Marr seien z, B, oft der jittliscliett Abstammung verdächtigt worden. Stapel zeigt in seinem Artikel, daß diese Behauptungen unbegründet sind und schließt seinen Aufsatz mit der Bemerkung: «Wir müssen uns die ungeprüfte Annahme und Weitergabe von Verdächtigungen, die zur Pathologie aufgeregter Zeiten gehört, abgewöhnen,“ Für uns Juden ist es interessant, zu selten, mit welcher Infcnsitiit sich die der jüdischen Abstammung ״Verdächtigten" ihres Blutes wehren. Ja selbst die ״Bakain-lndianer" werden gegen falsche Vermutungen verteidigt. Aenderunf» von Familiennamen Der Preußische Minister des Innern hat Richtlinien für die Bearbeitung der Anträge auf Aendcrutlg des Fa- "י mich namens herausgegeben, die jetzt im Ministerin!- Watt für die Preußische innere Verwaltung (Nr. 27) veröftentlicht werden, Zifler VII dieser Richtiinien betrifft die Aernle« r״״R von ״J ud en 1! a in c 11". Ls heißt dort: ״Führen Personen arischer Abstammung jüdische Namen, so wird Anträgen auf Aendcruiig dieser Namen statt- Begehen. Angehörigen der gleichen Familie wird dabei grundsätzlich nur der gleiche neue Name bewilligt• Welche Namen als jüdisch anzuschcti sind, bestimmt sich nach der Auffassung dCT Allgemeinheit. Es gibt zweifellos zahlreiche Familiennamen, die ihrem Ursprung nach deutsche yMnu'it sind, in der Volksauschammg aber allgemein als Judenname!! gelten (/. B. I lirsclt, Goldschmidt usw.). Es gibt ''־Mter zahlreiche biblische Namen, die ebenfalls ah Jypuh'h jüdische Namen!»!gesprochen werden, aber sowohl 1«״ w״’ bei Nichtjuden Vorkommen (Salomon, Israel, Moses usw.). Zu den Judennanicn werden int allgemeinen auch ujejenigen Namen gerechnet, die von dem Herkunftsort abgeleitet sind (Krotoschincr, Hamburger, Darmstädter usw.). 1'1׳Regen können hierher nicht Namen gerechnet werden, die zwar auch von Juden, häufiger aber von C 11 ri - S'CI' gehraucht werden (Meyer usw.). Anträgen von Personen nichtarisch er Abstammung, tnren Namen zu andern, wird grundsätzlich nicht stattffvgeben, weil durch die Armierung des Namens die nicht* arische Abstammung des Namcnsträgcrs verschleiert würde. Auch deT Uebertritt zum Christentum istnicht Kcc< Rn ct, cl n c N am cu s ä nd er u n g zu bc g r ii n den.־ Lediglich anstößige jüdische Kamen, die crfalirungsmälijg JX\ Spötteleien Anlaß geben oder Abneigung gegen den Träger erwecken können, werden gleich den anstößigen Namen anderer Namenstrngcr geändert werden können, indessen nur durch Gewährung eines anderen jüdischen Namens (Cohn, Lcvy, Isaaksohn usw.).'* Mittelalter in K&rpc,thon!$lßnd Von unserem Korrespondenten. hl. Prag, 1. Juli 1934. ln Karnathorußland, dem östlichen Teile der Tschcclio- Slowakei, leben an hiimlcrttaiisciid Juden, 'zumeist Handwerker, landsvtitsch.iftlielic Arbeiter, Holzfäller, Händler und eine Unzahl Luftmensrhen. Die jüdischen Massen leben in reclit^ dürftigen Verhältnissen und stellen kulturell auf einer niedrigen Stufe, liier treiben jioelt immer ,,Wumlerrahbls" mit großem Gefolge, deren prunkvolle Lebenshaltung autfallend zu dem armseligen Leben ihrer Untertanen knntr,׳!stiert, ihr Unwesen. Der Zionismus fängt in Knrpathortißland 111m sehr schwer Wurzeln und stößt vor allem aut «len erbitterten Widerstand der ״Wtindcrrnbhis“, die in tliitt mit Recht einen gefährlichen Gegner erblicken. Durch die mnistische Bewegung wurde in Karpathonißland ein hebräisches Sehulnetz mit eiiient Gymnasium an der Spitze geschaffen, das jenen Kreisen der Ortlnnloxie, besonders dem ״\Vu1nt_errahhi" Spira in Munkncz ein Dorn im Auge ist. Mit welchen Mitteln er gegen diese Relnden kämpft, ist aus einem Bericht seiner Zeitung (״Jüdische Zeitung1') zu ersehen, ln dein cs heißt, einige im Bezirk aufgetretene Typhus fälle seien die Strafe liir den Besuch der Itebräischcn Schulen. Mit Aufgebot einer kaum wiederzttgebemlcti Rhetorik wird der Besuch dieser Schulen als Sünde hezeichnet. Offenbar ist .sich der ״Wimdcrrabbi“ bewußt, daß die aus den hebräischen Schulen hcrvorgchciidcn Menschen keine willige ׳Gefolgschaft mehr für Ihn nhgeben werden. In der ׳Zeitung des Rabbi lesen wir weiter: Die Leitung der israelitischen k'ulttisgemcinde Munkncz hatte auf Befehl des Rabbiners ein Gesuch an den Regicningskoinmissär der Stadt Munkacz cingcrcicht, er möge die Namen der Jeh u d a 11־ a 1 e w i - (i as s e auf ״Darkc Tsuwa"-Gnssc («1er Titel ׳eines lialacliischen Werkes «les ehemaligen Mttnkac/cr Rabbiners, Vater «les jetzigen Rabbiners Spira) und die Bialik-Gns.se auf den Namen eines tschechischen Politikers oder Dichters umiindem. Das Gesuch wird damit motiviert, daß der Name Jcliuda Hnlcwis dem demokratischen Geist des Staates nicht passe, die zweite Umbenennung damit, daß dadurch der jüdischen Jugend Gelegenheit geboten wird, die tschechische Kultur kciinenzulcrncn. Der Rcgiertmgskomuussar hat die Umbenennung der J c h u «1 a - i I a I e w i ־ G a ss e bewilligt, die der llialik- Gasse nicht, mit «ler Begründung, daß cs eine Herabsetzung eines tschechischen Dlclitcrs wäre, eine an tlcr Peripherie der Stadt liegende Gasse, wie es die Bialik-Gasse ist, auf seinen Namen zu benennen. Diese Namen sind seinerzeit auf Antrag des zionistischen Stadfrnfmitgllcdes gegeben worden. Rabbiner Spira versuchte nun die ganze Zeit hindurch eine Umänderung der neu benannten Gassen herbeizuführen. Beim Stadtrat gelang ihm dies nicht. Nun hat er seine Beziehungen zur Partei der tschechischen Agrarier, die im Lande großen Einfluß haben, atisgemitzt und die Umbcncnmmg durchgesetzt. Aus palästinensischen Zeitungen England im Urteil de* jüdischen PalSsiina Der Redakteur des ״Haarcz“, Dr. Oliieksohn, nimmt den Entschluß der Palästina-Regierung, für die technische Er- Ziehung der palästinensischen Bevölkerung CP 60000 auszuwerfen, von denen CP 20000 den jüdischen Institutionen zugute kommen werden, zum Anlaß, um einige allgemeine Befrachtungen über «Sie Einstellung «1er jüdischen Bevölkerung zur englischen Mandats-Regierung anzustcllen. In der letzten Zeit haben sich im Jiscliuw vielfach anti-englische S t i m m u 11 g c n geltend gemacht. Gliicksolin warnt den {ischuw davor, solchen Gefühlen allzu sehr nachzugchcn. Eir hahen sicherlich Grund zu berechtigten Klagen über die Stellung der Regierung zu lebenswichtigen Fragen des jüdischen Volkes und des Jiscliuw, und die psychologische Versuchung ist sehr groß, sich von diesen Beschwerden entscheidend beeindrucken zu lassen und die positiven Leistungen der Regierung außer Acht zu lassen. Ein solches Verhalten wäre wohl verständlich und natürlich, aber es wäre politisch sehr unklug. Der Jiscliuw dürfe in keiner Weise die jiositivcn Maßnahmen der Regierung insbesondere auf dem Felde der ökonomischen Politik unterschätzen. Religiöse Feste und politische Propaganda ״Haarez“ macht auf eine Interessante Erscheinung aufmerksam, die man jetzt bei den palästinensischen Arabern beobachten kann. Religiöse Feste bekommen po• Ht ischcn Charakter, und neue Feste werden zu politischen Zwecken erfunden. Das auffallendste Beispiel für die Ncuschopfufig eines Festes und für den Wandel seiner Bedeutung aus einer religiösen in eine politische ist «las bekannte Nchi-Musa-Fcst zur Pcßach-Zeit. Dieses Fest wurde vor knapp einer Generation von «len Türken ciiigcftihrt und war damals als eine Gcgcntlemonstratiofi gegen das christliche Osterfest gedacht, «las in der Osterzeit der Stadt Jerusalem einen christlichen Charakter verlieh. Dieses ursprünglich zum Zwecke religiöser Propaganda geschaffene Fest bekam nach dem Kriege einen ganz anderen Charakter. Es wurde der Zcntralpuukt der nationalen gegen den Zionismus gerichteten Propaganda, und die Nebi-Musa-Tagc waren ln «len ersten Nacnkricgsjahrcn Tage höchster Spannung zwischen Arabern und Juden. In diesem Jahre wurde ein anderes Fest mit neuem Inhalte erfüllt. Zum erstenmal wurde der üeburtstag des Propheten Mohammed, welcher diesmal in den Juni fiel, als ein großes religiös-politisches Fest bcgangen. In Haifa fand eine große moslemische Prozession, begleitet von den üblichen Sclnyerttänzeii und Reden gegen den «Zionismus, statt, aber auch in anderen Stä«lte11 Palästinas und im Ostjordanland wurde das Fest mit besonderem Glanze gefeiert. Es ist charakteristisch, «laß die moslemische Bevölkenmg bereit Ist, religiöse Traditionen und Giaiibcnsvor- Stellungen neuen nationalen Begriffen und Bedürfnissen anzupassen, ohne «laß es deswegen zu Mcinungsverschiedcnhelfen käme. ״Haarcz.“ stellt dieses Verhalten der Moslems in Gegensatz zu dein Verhalten der Juden, welche weder vermocht hätten, «las Alte zu bewahren, noch die alten Formen neuen Inhalten anzupassen. Wie uns mitgeteilt wird, ist soeben in Palästina ein neues Buch von Josef Kastein ״Süßkind von Trimbcrg oder Die Tragödie der Heimatlosigkeit“ erschienen (Preis 20 und 25 Piaster. Auslieferung in Palästina durch Liberty Bookstöre, Tei-Awiw, Scheinkhistr. 9.) Zur fjcisliöen I101׳f11n<| der jüdischen Studenten in Amerika In der amerikaiiHch-jüdiseheu Zeitschrift .,The Menoraht oimial“ veröffentlicht j.ikub J. Weinstein unter da« 'Hel ״JewMi Students at Columbia" eine Studie über die verschiedenen T y p e n j 1111 i s c h e r Student e 11. Der Vcrfaxscr ist 1032׳'J3 ״advisor“, also eine Art StudcntenseiTsorger an der Columbia-Universität gewesen und verarbeitet Reine Beobachtungen in recht eingehender Weise. Der erste Typ, «ler ihm niifgefallen ist, ist der der indifferenten, ״f-cbcii“, so schreibt er, ״bedeutet für sic nichts als auf die Welt kommen und seine Arbeit tun. Sie glauben, daß das Leben bereit» erfnllt ist, wenn sie körperlich voll bcsi'häftigt, finanziell gut gestellt und geistig ein wenig unterrichtet sind." Der Verfasser meint, «laß Studenten sogar häutiger f c i 11 d 1 i c h gegenüber dem Judentum eingestellt sind als gleichgültig. 111 re Ablehnung ist gewöhnlich bedingt durch eine Kindheitserfahruiig mit einem schlechten Religionslclircr oder mit einem strenge» Vater, der nicht verstehen ktmtde, «laß ITißhall für sie mehr bedeutete als Synagoge und Gebete. Studenten der Naturwissenschaften, der Anthropologie und der Philosophie [)Hegen nach der Erfahrung des Verfassers die altbekannten rationalistischen Argumente gegen «Sie Religion ins Feld zu fuhren. — Eine kleine Minderheit jüdischer Studenten ist noch gesetz cst reu, Die meisten von ihnen entstammen oi tluKloxen Häusern, Aber auch für sie ist das Judentum nicht mehr Selbstverständlichkeit, sondern viele Reformplaiie schwirren durch ihren Kopf. Ein anderer Teil der Studenten wir«l durch den Zio- 1t i s 111 u 1 ztim Judentum liingefiilirt. ״Eine Mischling von Kräften, ähnlich denen, die Sclimarja l.cwin in seiner Autobiographie als wirksam in der Jugend des zaristischen Ruftlamls beschreibt, bestimmt die Wahl für die jüdische Stu- 1lc״tc!1Rcneratior1 in Amerika. Diejenige״, die sich linuptsächlich in ihrer ökonomischen Sicherheit bedroht fühlen, werden Sozialisten; die, die sich hauptsächlich als Juden in ihrem Jndcsein bedroht fühlen, werden Zionisten." Aber die zionistischen Studenten wissen nach Meinung des Vcrfassers nielit mehr über die Geschichte und geistige Oruml- Icgung des Zionismus als von jüdischer Geschiente überlumpt. Ihre Orientierung sei nur palästinensisch, so daß sich für «len in Amerika bleibenden Zionisten keine Ausfidlun,; seiner jüdischen Existenz ergibt. Doch gibt es eine aktive Minderheit von Studenten, die fühlen, «lall «1er Zionisitms die einzige Alternative zu einem Verschwinden des Judentums darstellt, Manchmal sei der zionistische Student etwas chauvinistisch mul betrachte er Zion als cin«*11 Ort, wo die Juden die Araber ״benutzen" könnten, so wie die ... Haams erfaßt hätten und Palästina als das Land eines Lebens- Vorbildes betrachteten. Noch seltener sind unter den Studeuten die, deren geistiger Vater A, I). (iortlon gewesen ist, und «He Palästina vor allem als das Land anselicn, wo die organische Verbindung der Juileu mit dem!knien wieder hcrgcstcllt werden soll. Aber die zionistischen Studenten sind trotz all ihrer Felder, so schreibt Weinstein, die ihres Judentums bewußtesten. Sie sitzen in allen Kollegs über jüdische Geschichte und Semitica. Neben diesen Typen existiert endlich noch ein Typ, der dem Judentum nur mit Ratlosigkeit gegemibersteht. Die Kollegs über RiTigionsphilosophie iiber/euge» ihn, «laß er nicht Jude ist im Sinne der Anerkennung des Glaubens und der Gebräuche des Judentums. Die Anthropologie beweist ihm, daß es keine jüdische Rasse gibt. I )io Geschichte gibt ihm viele Definitionen von Nationalität, mir keine auf Juden passemie. Und tlie Psychologie führt auch nicht weiter mit ihrer Aussage, daß Judentum nur ein ״(iemüts/ustand“ sei (,state of niind‘). So kommt dieser ratlose Student zu dein Ergebnis, daß Jude der ist, «lein die Majorität «las Etikett .,Jude" mifkiebt. Unter dem Eindruck der Ereignisse des letzten J,־ihres jedoch hat sich die seltsame Tatsache ergeben, «laß viele Studenten plötzlich ihre Indifferenz ab legten und ihr Judentum stolz bekannten. Es war dies aber nur eine Art ״sportmäßige“ Haltung, der der Verfasser skeptisch gegemibersteht, weil keine wirkliche Verankerung Im Judentum vorhanden sei und Rückschläge deshalb nicht ausbleiben können. ״Photographiert jüdische Kulturdenkmäler!“ Der Preußjsctie Landesverband jüdischer Gemeinden wendet sieh an die jüdische Ocffcntiichkeit mit einem Aufruf, Ptntographicn von alten Synagogen, bemerkenswerten Kultusgeräten, Fried• liöfen und ähnlichem lierzusiellcn und möglichst in mehreren Abzügen an das ״Gesamt,׳irchiv der den(,sehen Juden“, Berlin N 24, Oranienburger Str. 29, cinziiscnden. Ebenso wird gebeten, diese Stelle auf alle geschichtlich wertvollen und crhaltuiigswcrtcn Altertümer wie Geineiiidcakfcn, Thoraschmuck, Thoravorhänge, Tliorawimpel usw. aufmerksam zu machen. , Ein Hcrzl-ßlhl für das Wiener Rathaus-Museum. Dia Direktion «k־s Wiener R a t h a u s - M u s c u m s hat sich, angeregt durch die II c r z I - A 11 s s t e 1111 11 g, die ein zahl• reiches Publikum aus allen Kreisen der Wiener Gesellschaft angc/ogcn batte, an die Leitung «les 1 lerzl-Arcliivs um lieber• lassung eines Ikrzi-Biklnisses für die Galerie der städtischen Sammlungen gewandt. Der Her/I-Klub, an den das Archiv diesen Wunsch weiterleitete, hat beschlossen, dem Wiener Rathaus-Museum das bekannte llcrzl-Biklnis Hermann Strucks zu überlassen. Die Mitarbeiter am Phllo-Lcxlkon. Wie uns mitgeteilt wird, zählen zu den Mitarbeitern des im Spätherbst dieses laliri's erscheinenden einhändigen ״liaiulbucli des jüdischen Wissens“ u. a. eine große Zahl von Personen aus allen deutsch-jüdischen Lagern. Die Subskription wurde bis zum 10. Juli verlängert. Bi zu diesem Termin kann das kleine ״Philo-Lcxikon“ zum /orzugspreis von 3,01) M. bei jeder Buclihaiitllung oder iiickt beim Verlag bestellt werden. Danach tritt der endgültige Preis von 1,80׳ M. in Kraft. Vom Seebad Kolbcrjj. Von «ler Pension Frau Dr. Papilsky ln Kolberg wird uns mit Rücksicht auf mehrere vorliegende Anfragen geschrieben, «laß jüdische Erholungsuchende in Kolberg völlig ungestört ihrer Erholung nacligehen können, «na «laß auch die Badcvcrwaltung eine Störung von Gästen, welcher Bcvöikerungsgruppc sic auch angeboren mögen, nicht duldet, Wie wir ous Arcndsee erfahren, geht der Betrieb «ler Hausmann-Stiftung unverändert weiter. Den jüdischen Kur* gasten stehen sowohl «ler Strand als auch alle sonstigen Kuranlagcn zur Verfügung. Der Besuch Ist sehr rege, für Juli sind daher nur noch wenige Doppelzimmer frei. U0W5M75D&1 fl m yi SoßC nach auswärh:/' \ verlangen sie %2T0ZI. 295 Jl; 315 ד tr.- 390uü; *# » bemusterte j;)angebote •—— — ■grJ ta 200 beftum. - ״״-.״v,. Ujufw ta fS«3W<)nHÖ llöü ־r 2vorlag.« 65*120 ZU.32 ״vorlo9 65*1201%™ Vorlagen«.57*110 3.^4>12*165» ״<?S n du n ge n ״Z, m i it Verkouf nur Berlin CISpandauerStrM