Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 52 (29.6.1934)
- Date
- 1934-06-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Aai bis {lilircii. eine in »min en* läsliiia* eine!«• g licrrt düngen , dazu, itarlieit st zur eil des l, daß dauern Uklinft 1״״״״*״״״" BERLINER RUNDSCHAU Synagogen - Konzert 3° fhhrlgen Jubiläum Alexander Weinbaum* Alles, was unser hiesiges Kulturleben lebendig macht, Hf, l’rolilciiialisebe, das eine Aiixciiiaitderselztnip fordert, ’tl|j lirlite mehr denn je begrüßt weiden. Alexander Wein- J,Un1 hat•1' ׳׳" M,i״e״)' 1״jährigen Jubiläum bei der Jiidi• (itic11 Gemeinde nichts Schöneres tun können, als diese 7.wei j'(ffcss,1ntc11 Werke zur Diskussion stellen, das eine von Bloch, das andere von Sebald. Blocks ״Awodass hakodcscli“ (für BariEm, Chor, großes Orchester) hat i״ der originalen italieiiiselieii Ausgabe mir j(ii Untertitel ״Servi/io saero“ (was die wörtliche lieber- *ttninK '011 ״Awodass hakodeseh“ ist und etwa ״Gattes- Bienst“ bedeutet). _ Den Titel ״Gottesdienst-O r a t o r i tt 111" 1 ,t matt ihm erst in Deutschland gegeben -- mul mit gutem geeilt. I'S ist mehr ein ׳Oratorium als eine Liturgie, mehr ein t(incs Kunstwerk als eine dienende synngognlc Musik. ״Illoch ״cint“. so .•eltreiht Tibaldi Chiesa in ihrem Huch, ״dal! der Text nur ein Mittel gewesen sei, um seine Anschauung vom Beben, vom Tode, von der Menschheit, van den Beziehungen pischcn Mensch mul Nntiirgcivnltcn aiis/iidriickcn“; ״des- ״egen“, so set/t die Verfasserin hinzu, ״ist das Werk nicht <0 sehr jüdisch 11ml liturgisch als;dlgcmciiimnischHch", ‘Awodass hakodeseh“ verhalt sich /u einer Liturgie wie der farsifal zur Matthäuspassion, wie die Gliiiibigkeit zum Glau• Ben. r.s ist mehr eine sehr persönliche, literarische, stimfitiinpsnialligc Interpretation des Gottesdienstes als der Gottesdienst selbst, Bloch legt das ganze Werk auf grolle wunderbare Klangwirkungen an, auf _ mächtige Steigerungen, auf farbige Instrumentation. Nichts ist indifferent, alles ist erfüllt; wir dürfen Bloch glauben, wenn er immer wieder betont, daß er ״wahr‘* sein will. Wer an die Thematik Lewandowskys geiiobnt ist lind sich für eine Stunde davon nicht frei machen lann, der wird mit Bloch wenig anfangen können. Bloclis Thematik ist nicht populär. Sie hat eine Linie voller Spannungen und Gestik; sie ist mehr instrumental, symphonisch als vokal. Ls ist äußerst bezeichnend, wie Bloch das Sclmia jisroel vertont, Er geht als Dramatiker an seine Arbeit; er bekennt nicht nur einfach, sondern er schreit sein Bekenntnis in alle Welt, er steigert es, damit es au den Thron Gottes brande, lir schreibt eine Lunfarv, die dreimal einsetzt, immer hoher nach oben drängt und in einer scharfen übermäßigen Quarte den Höhepunkt erreicht. Hier äußert .«ich einer, der auf eine sehr ichbetonte eigene Art den geheiligten Text erlebt. Ls gibt starke Stellen, wie etwa im Adon oloin, mit den wesenlosen Bässen im Orchester, die einein den Boden unter den ITillen wegziehen, wo sielt Hintergründe auftun. Wenn man die liedhafte, helle Passung Lcxvaiulowskvs dagegenhält, daun wird man den Gestaltungswillen Blocks ganz verstehen. Da nun das Gottesdienst-Oratorium in der Synagoge aufgeklärt wurde, so läßt sieh ein Vergleich mit dein (Jeist einer richtigen Liturgie kaum umgehen. Während ich zu• liorle, konnte ich das Gefühl nicht loswerden, daß dieser ungeheure Aufwand an Karben, an Aiisdmcksmiaiicen, dieses ganze Ins/encset/eii der Thematik, der .Steigerungen nicht am l’htzc seien, l.benso der Pomp, die Art der Verzückung, die Ergebung, die Mildheit in der deutsch gesungenen Benediktion. Das stammt alles mehr aus der römisch-italienischen Atmosphäre, in der Bloch gerade lebt. Den harmonischen, melodischen, iiistrumcnteilen Mitteln merkt man zu sehr ihre Herkunft aus der verfeinerten, profanen (iesellschaftsmusik des endenden P). Jahrhundert an, und das paßt nicht recht an einen Ort, der die Pflege uralter Tradition sich zur Aufgäbe gern,■!eilt hat. Ich denke, daß im Konzerts,aal, w0׳ ״Awodass hakodeseh“ als reines Kunstwerk nnfgeuommen werden kann, diese Bedenken wegfallen und die Wirkungen unmittelbarer ■sein werden. Die Freitag,ibcmllitiirgie (für Chor, Kantor und Orgel) von Heinrich Schallt ist im Charakter viel ecliter als das Werk von Bloch, weint auch einfacher und weniger vielbhig. Sic hat nichts Opernhaftes an sich, nichts an Effekten. Schalii folgt streng dem traditionellen Text; er bleibt dabei persönlich, ohne, wie Bloch, sein Ich allzu stark heraiiszu• arbeiten. Er benutzt oft alte jüdisch-orientalische Gebets- I weisen; und auch da, wo er nicht auf traditionelle Melodien zurückgreift, ist er orientalisch. Das l.echo dodi ist wie eine arabische Tan/melodic; seine Skala (eine nach c transponierte dorische) ist hei den Arabern sehr beliebt. Diese Anlehnung an den Orient verleiht dem Werk den f tauch des Uralten, Jüdisch-Geschichtlichen. Ebenso scheinen uns die alten Tonarten, die heute noch in Europa im gregorianischen Gesang || '׳™ten sind, ״iiberpersönlicher“ als Dur und Moll. Schalit ff hat fast alles neu komponiert; nur von ״Bornchu ess adoiioj"; 1 Ts ״Scluna jisroel“ lehnt er sich ein wenig an Lcwan- || dowsky an. '1 n l*'0 ^1;,rheilimg traditioneller Melodien ist ja immer ein i | 1/obleni. Schalit hat uns hierin einen wesentlichen Schritt; J '״fivärts gebracht. Er vermeidet einen kompakten Satz; sehr II?1י «öBt •er einstimmig singen, vereinzelt setzt er Fugati; er |,| ™״ionisiert äußerst geschmackvoll und sparsam. Die Tonnli- II s! 'kr Melodien wahrt er meist (er bringt also weder Dur {י“?"!׳ Moll), er. verwendet zuweilen einfache Dreiklänge, aber §1 hübt er sie durch mixturhaft hiuzugesetzte Septen und 1! 'ua|fr״• Neoprimitive Elemente wie Quint- und Quart- ״I p'ällclen sind ihm bekannt. Seine Mittel sind im ganzen voll r| "Werner Klarheit und Schürfe. ft ״ Scl,n'its Liturgie könnte ein Ausgangspunkt für weitere {:'S; ,'"aRO;<11־e Kompositionen sein. Mail spürt heute besonders ff ״e bickh.iltlosc Anlehnung l ewandowskys an den Stil 1! ן ‘ cndelssolms, deutscher Volskslicdcr, 11. :1. Schalit hat uns '"״״hek ״' die Zukunft eröffnet. Das Werk Blocks ist zu M JM'K. z.1i sehr mit dem persönlichen Erlebnis seines Autors ' | '«knüpft, als daß es vorbildlich wirken könnte. ׳ I xr :'׳exander Weiuhaum hat an die Ausführung beider!'■״,!׳,H ff.•,d!r ßroflc Sorgfalt verwandt. Alles klang sehr licht J ׳ . •״uszipliniert, insbesondere war der Klang des verstärkten *! hifU , mscl,c'1 Chor« «i» überaus geschlossener. Im Kul- I Ai. Uft-0׳.rc*,rs*cr 'la״e *'cr «hrigent einen guten Helfer; die T V״.s',uhr״ "K 111’,י Begleitung des B 1 o c 11 s c h e 11 1 *ul,.8 ׳Tst rccllt diffizil. Das Ilaritousolo im ״Awo-!4 ,1•™״descli“ sang Herrmann Sclicy mit seiner ihm! tB1fC" Lieistigkeit und mit biegsam-metallischer Stimme. B Ivri״n •״ 1 ׳ war '״ St’l1alits Liturgie ein guter Kantor, fl »•Sr ״!י' s511()״c״ Kopf tönen; den sehr ausgedehnten und 'S Ult ,, , , Orgclpart spielte Ludwig A 11 m a n 11 mit Sorg• i® interessanter Registrierung. Dr. Hans Nathan. ״Vox Populi" ä'ir frnschhtß an die Kritik unseres Referenten bringen die J7 r1nr uns a,,s Rttscrkrcisen :»gegangene Zuschrift, RusihL wrlc,w starke Resonanz die Frage der liturgischen *1" *״,He findet. (Red.) MusikICHriCndcfvorfi״m,n£ tlcr Schalitschen Neugestaltung der «Kind* « Frcitagabend-Ciottcsdicnstcs war einer großen Ge• «1UB r.״u״ ncuem, ein Erlebnis. Die fachliche Würdigung Berufeneren überlassen bleiben: der musikalische Laie, '׳׳ fl!, ) fK v j ׳•% ‘W A .*י^ J*. '*ft■ 1 ן V *■ י׳1; '"t' ' v '■K’i■ - '* . «וי y * ״ f r t \ v-־?! v* c' ® ‘1 /' 1־»!»tillnH 1/,. Linlu oben; Ein lustiges Orchester. Rechts oben: Umsug der Teilnehmer. — Links unten: Honahtanzen. — Rechts unten! Blick in den ״Zuschauerraum'' Fm:!. Abraham Die dritte Veranstaltung der Kinderbühne des Kulturbundes unter der umsichtigen Leitung von Lucic Gelber fand am Mittwoch in Zusammenarbeit mit der Kiinstlcrhille und dem Wohlfahrtsamt •der Jüdischen Gemeinde aut dem Sportplatz im Grunewald statt. Das Wetter, das noch kurz, vorher mit Regen drohte, wandte sich zu Beginn der Veranstaltung zum besten, so daß die Feier ungestört vor sieh gelicii konnte. Nach einem Umzug mit Musik lieg,um eine Vorstellung der Kinder b ii 1111 c mit Darbietungen der uns aus den früheren Veranstaltungen schon bekannten K i n d e r k a p c 11 e; darauf fand die Preisverteilung des vor einigen Monaten ausgeschriebenen Preisausschreibens statt, für das zahlreiche Einsendungen von Theaterstücken, Gedichten, Bildern und Versen erfolgt waren. Lin Teil der Preisträger war unter den Zuschauern und wurde unter großem Hallo auf die Bühne geholt. Es gab an Preisen u. a. einen kleinen Handkoffer, eine Aktentasche, Malkästen, mit denen die Kleinen freudestrahlend die Bühne verließen. Es folgte dann ein ״Boxkampf“, der allerdings nicht so sehr mit den Händen als mehr mit den Füßen ausgetragen wurde, in• sofern nämlich die Kinder wie wild auf den Brettern umhertollten. Es war ja eben ein Scherzspicl, dessen Geheimnis und Wirkung auf die kleinen Zuschauer in der Bewegung lag. Der zweite Teil des Programms brachte einen großen Rummel, dessen einzelne Buden auf dem großen Platze im Quadrat aiifgestellt waren. IJcbcrall gab es etwas zu gewitinen; durch Sackhüpfen konnte man zu Schokolade, dureli das Spucken von Kirschkernen zu einem Reifen, durch Lassnwcrfcn zu einem Saudcimer, durch O c s'ch i ck I ic h k c i t s w ii r f c zu einer Keksstange und ähnlichen Herrlichkeiten gelangen. Die Kinder nutzten diese Chancen weidlich ans und versuchten überall ihr Glück. Frei• lieh war all dem eine Grenze gesetzt, weil sich die Groschen, die an jeder Bude zu entrichten waren, allmählich zu einer crklceklidicu Summe anhäuften. Besonderen Anklang^ und Zulaut fand das Kasperletheater, dessen alte Späße immer wieder wie neu wirkten. Es war ein Tag des Ver• gniigens und der Abwechslung für zahlreiche junge Menschen. dem unsere Synagogcntmisik in ihrem oft öligen Konzert• und Thealcrstil allmählich peinlich geworden ist, erschließt sich willig dein großen neuen Eindruck, Geheime Quellen, die versiegt schienen, sprangen lebendig auf. Wir empfanden beglückt, unseres fernen Ursprungs plötzlich wieder gewiß, den orientalischen, jedenfalls 111 e 111 c 11 r o p a i s c h c n C 11 a r a k t e r dieses Siugeus und Miisizicrcns, I )as war einmal nicht mehr die glatte, ausgeglichene, zweifelsfreie, seelisch unkomplizierte (manchmal geradezu kitschige) Melo• dik des Westens — nein, hier strömten uns dunkle, ungcbändigte, mystische Toitwcllen zu. Mancher Anklang an den katholischen Kirchengesang, zugleich au süddeutsche Cliasannt, wurde empfunden. Solche Aelmliclikeit mag einen oft schon hei der lateinischen Psalinciirezitation, hei einer Messe im Dom angcsprochcn haben; aber erst im jüdischen Raum begriff der Instinkt, w׳ie rccllt die jüdischen Musikforsdier haben mögen, die, wohl noch ohne cs beweisen zu können, den g r e g o r i .1 n i s c 11 e 11 Gesang auf a 11 j ü d i s c 11 c s Kulturgut zuriiekftihreit. So rundet sich der Krcisgaiig der Wanderung der Musik, und was ungelehrigen Tempel- Wächtern als hellste Assimilation vcrdaiiiineiiswcrt, als von fremden Ufern gestohlen gilt, erweist sich, im engeren oder weiteren Bezirk, als Blut von unserrn Blut. Oft klang es im Sehalitschei! Niggtin wie ein chassldis ch es Liedcl. Bei der unerhört wirkungsvollen Rezitation des Sclmia durch den C.ltasan stand der Rebbc vor mir, der mit dem Junge! in aller Kawwnna lernt. Dann glitt das innere Auge aus dem eleganten Stcintanpii hinaus zur öst• liehen I lolzsvuagogc, in das alte russische Stiidtel, auf die jüdische Gasse, und noch weiter ostwärts — ostwärts. Dabei war das musikalische Arrangement durchaus vor• sichtig. Zahlreiche Melodien, die wir aus unserer Liturgie keimen, werden benutzt; aber variiert, vcrjüdischt, naipcnt• lieh gegen das Ende der einzelnen Stücke, das fast Immer, linscrm auf Scliliißharmonicn gedrillten Ohre fremd, ins Dunkle, Unruhige, Unabgeschlossene, Unausschöpfbarc verklingt — so 1111 befriedigt wie unbefriedigend. Und gerade hier liegt, glaube ich, der eigentliche religiöse Kern der neuen Musik. In unseren herkömm• liehen Melodien löst sich alles und immer in musikalischem Wohlgefallen auf — das happy end der bourgeoisen Rcligiosität. Das war das rationalistische 10, Jahrhundert, das aut jede Frage die Antwort hatte, bei dessen exakten Reellmingeii kein irrationaler Rest blieb. Wir sind heut unruhiger geworden, erschüttert, auch religiös entwurzelter. Wir haben auf jede religiöse Antwort wieder eine Frage. Diese kämpferische Haltung unserer Zeit verkörpert sich ln der neuen Musik. Die alte, die ewige Kasche! Und in diese Frage nach dem Woher, dem Wohin, dem Wozu, in diese Frage, die, im Tiefsten, religiöser Ist als positive Lehre und Praxis, münden ruhelos die neuen Akkorde Schalits. Wanderung der Seele ins Ungewisse ... Das Ist der Osten. Das ist, beute noch, jüdisches Schicksal. O. R. In den Synagogen der Berliner Gemeinde werden von einer Reihe der Berliner Rabbiner am Freitag abend oder im Sabbat-Gottesdienst in ihren Ansprachen und Predigten Er« innerungsworte an Theodor Her 11 gesprochen werden. ׳ Religion und Jugend in Palästina Ein Berliner Vortrag von Dr. Ernst Simon Dr. Ernst Simon, Haifa, jetzt Frankfurt a.M., sprach am 27. Juni im den Musikcrfcstsiilen im Rahmen einer Voranstaltung der Misraclü-Gnippc und des Snif Berlin des Brith Chaluziin Datiim (religiöse C.lialtizim) über das Thema: ״Die religiösen Probleme der Jugend in E r c z 1 s r a c 1“, Nach einleitenden Worten von Rudi Herz, der das Wesen des llritii Chaluziin Datiim skizzierte, gal» der Redner einen kurzen Ucbcrblick über die wechselseitigen Beziehungen von Volk und Land bis zur heutigen Zeit. Dieser Ucberblick ist nötig, um das erforderliche Verständnis aufzubririgen für die Situation, die bestand, als die ersten Einwanderer nach Erez Israel kamen. Zwischen dem alten Jisctmw und den neuen Einwanderern vermittelnd und verbindend zu wirken, ist die historische Aufgabe, die der ״llapocl llamisrachi“ in Erez Israel und der ״Brith Chaluziin Datiim“ in Deutsch• land zu lösen hat. Eingehend, wurde die Stellung A. D. Gordons behandelt, von dem die Formulierung ״Religion der Arbeit“ stammt, und eine Kritik der von Samson Rafael Hirsch und der deutschen Neo-Orthodoxic lieraiisgegcbcncn Parole ״Thora im Derech Erez“ gegeben, Durch eine falsche Interpretation des Bcgriffcs ״Derech Erez“, der nur aufgefaßt werden kann als ein Lehen voller täglicher Arbeit und den Samson Rafael Hirsch in den Bcgriii ״westeuropäische Kultur“ umgebogen hat, ist die Trennung zwischen Leben und Lehre vollzogen worden. Daß in Erez Israel jetzt von den Kreisen des Weltmisrachi versucht• wird, die Thora und ihre Autorität einzusetzcii zugunsten einer kleinbürgerlichen Schicht gegen die arbeitenden Kreise des Jischuw, darin sieht der Redner den historischen fehler des Misrachi, Besonders wirkungsvoll war die Polemik gegen die N o a r A g 11 d a t i und gegen die von Isaak Breuer neu entdeckte Zionsliebe der organisierten Trennungsorthodoxie. Mit scharfen Worten geißelte der Redner die Anmaßung, die darin liegt, daß man für sich in Anspruch nimmt, jetzt die ״Heiligkeit“ nach Erez Israel zu bringen, in das Erez Israel, von dem auch diese Kreise zu^chcn, daß cs gebaut worden ist von den 1 Linden der zionistischen Arbeiterschaft. Diese Kreise wiederholen jetzt einen Fehler, der schon seinerzeit von ähnlichen Kreisen durch die künstliche Synthese zweier an sich nicht identischer Begriffe Thora im Derech Erez gemacht worden war; jetzt fügt man statt westeuropäischer Kultur den Begriff Chaluziuth der Thora hinzu. Aber nicht darum handelt es sich für die Thora wa Awoda-Bcwegtiiig, in deren Namen der Redner an diesem Abend sprach. Die beiden Seiten der .Gleichung Thora wa Awoda erscheinen in dieser Bewegung nicht als getrennte Wesenheiten, die nachher zueinander gefügt werden müssen, sondern sic bringen zum Ausdruck, daß die Lehre das ganze Leben zu durchdringen Jiat und daß das ganze Lehen wiederum erst die Lehre wahrhaft gestaltet und verlebendigt. Im1 letzten Teil seiner Ausführungen beschäftigte «ich Ernst Simon mit der Steilung dieser Bewegung zu der Hist»• . druth. •Wenn «uch viele Elemente den beiden Bewegungen