Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1934-05-25 · Heft 41-42 (25.5.1934) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 41-42 (25.5.1934)
Date
1934-05-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2653452-2653490--25263-2682389
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 14 JÜDTStHvE RÜHDSCHAÜ Eine Habima - Premiere! Romain Rolland: ״Die Wölfe״' Tel-Awlvv, Im Mai 1931. Nachdem das ״OI1e!“-TI1cater als letzte Aufführung vor seiner Europa-Tournee Büchners ״Da ntons Tod" herausbrachte, sehen wir heute bei ״Habima" Hollands ״Die Wölfe“, gleichfalls vom Geist der französischen Revolution durchtränkt. Auch Rolland schrieb einen ״Danton", nicht mit der kristallklaren, geschliffenen Dialektik, die wir bei Büchner so lieben, aber mit einem wahren Instinkt für die Möglichkeiten der Bühne, die er bis /.tim letzten ausiiut/t. Zweifellos Ist das Manuskript der ״Wölfe" — von Jacob II orowi tz. ausgezeichnet ins Hebräische gebracht — schwächer. Es wird viel in diesem Drama debattiert. Die Handlung ist eine konstruierte, auch wenn sie ein, in der französischen Nach- Revolutions-Zeit aktuelles und schwer lösbares Thema zur Diskussion stellt: die Eingliederung der Aristokratie in die Front der Volks-Revolution. Immerhin fesselt uns der Autor auch in diesen drei Akten, in denen er uns Anteil nehmen läßt atn Schicksal dieses D’Oyron, der seinen Generalstabskollcgen im Wege und im höchsten Grade verdächtig ist. Es ist bei Rolland ein Zufall, daß der Aristokrat D’Oyron nicht allein durch seine Genossen vom Leben zum Tode befördert wird, daß sie nur Mitschuldige werden. Denn nicht nur sie hassen ihn, sondern auch jener Kreis, aus dem er ging, ein resignierendes Emigrantentum verschmähend, dessen Verlogenheit er beim Namen nennt, gegen das zu streiten er von nun an entschlossen ist. Der eigene Bruder will ihn unschädlich machen und spielt den Revolutionären, denen nichts gelegener kommen konnte, einen Brief in die Hände, der die Konspiration D’Oyrons mit den Preußen erweist. (Das Stück spielt zur Zeit der Mainzer Besetzung im Jahre 1793.) Es nützt nichts, daß der Brief sich als Fälschung herausstellt, daß der Rivale des Hochverrats-Angeklagten d es rechtzeitig genug erfährt, um D’Oyron, wenn er wollte, zu befreien. Man ist froh, den Unbequemen, Gebildeten, Theoretisicrcinlen loszuwerden, und der Kommandant Teulicr spricht sich selbst sein Todesurteil, als er versucht, der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen: Wölfe, die einander selbst verschlingen, sowie der gemeinsame äußere Feind geschlagen ist. Aut dein Pcrsoncn-Verzcichnis finden wir keine Frau. Und wie Habima schon einmal mit dem Männcr-Stiick ״Kellen“ eine ihrer besten Leistungen der letzten Jahre herausbrachtc, so wird auch diesmal ״Wölfe“ eine gute Arbeit. Die Regie lag in Händen des Habima-Schaiispielers Fried land. Man stellt erfreut fest, daß seine Bemühungen diesmal darauf gerichtet sind, jedes falsche Pathos zu vormeiden und daß gewaltsame Effekte nicht geduldet werden. Finkel als brutaler, aber siegreicher Koniin,־tmlaiil,. erhitteitster Gegner D'Oyrons, fällt verhältnismäßig am meisten aus dem Rahmen. Er ist nicht der Schurke, dem man um seiner Vitalität und seines Draufgängertums willen noch vieles verzeihen muß. Er spielt nur den ehemaligen Schweine- Schlächter, aber nicht den gegenwärtigen fanatischen und bcsessenen Revolutionär. Seine Maske ist zwar ״genau wie sie im Buche steht“, aber nicht wie Rolland sie sich für den lebenden Menschen auf der Bühne vorgcstcllt haben mag. Die besten Leistungen des Abends boten M c s k i n und Bcrtonoff. Moskaus Konvent-Deputierter Qucsncl hat ganz großes Format. Er ist von einer Sicherheit noch in der kleinsten Geste, als wäre ihm seine Rolle seit Jahren vertraut. Bertonoft findet in der nicht sehr großen Rolle des Spions, der sich mit dein Brief fangen läßt, erschütternde föne. K I a t z k i n, A v i t a I, Warsclmvcr und R r u c k bleiben ziemlich farblos. Mau hat den Eindruck, daß der Regisseur nicht mehr viel Zeit auf sie verwenden konnte, zumal er selbst die wesentliche Rolle des Teulicr übernommen hatte. Fried land kann auch mit der Lösung dieser Aufgabe einen Erfolg für sich buchen und erreicht oft — besonders in der Dialogszene des zweiten Aktes — starke Wirkungen. D’Oyron ist Bcn-Chnjim, zum erstenmal seit zwei Jahren in einer Noueinstmliening der Habima wieder beschäftigt. Er sucht scheinbar noch nach der letzten Ausdrucksform für diese Rolle und wird daher nicht so stark von der reinen künstlerischen Intuition mit fortgerissen, wie man es in früheren Rollen bei ihm sah. Er gibt der Gestalt an Haitung und Geste das, was ihr gehört, aber wenn er den Auklägern nichts als das Wort ״Lüge“ ins Gesicht schreit, so ist man nicht so erschüttert wie man es sein müßte, Ben* jamin 1 stellt unauffällig eine Charge dar. Das Ganze könnte etwas mehr Tempo vertragen und würde durch einige Streichungen des etwas zu langen Dialoges gewinnen. Ein sauberes Bühnenbild besorgte M. Schmidt. Manfred Geis, Kipnis und die Schallplatte Nach dem machtvollen Eindruck, den Alexander Kip* nis in seinem Konzert im Berliner Kulturbund gemacht hat, werden viele nach S c h a 11 p 1 a 11 c n dieses Sängers gefragt haben. Denn für alle bedeutete dieser Abemi die Entdeckung eines ganz großen Liedersängers. Kipnis war aber vor allein als Bühnenkünstler bekannt. Ls gibt von Kipnis auch Licdcrplattcn mul sie gehören, wie man gleich sagen muß, auch technisch zu den besten Aufnahmen überhaupt. Ein so großer Könner wie Kipnis, ein Meister, wie er, des Atems, des Rcgisterwcchseis, der "1 oiiiiilming und der Aussprache, bietet selbstverständlich auch der elektrischen Aufnahme ein Organ, das mit aller Klarheit auf der Platte wiedcrcrschciut. So haben also seine Platten den Vorzug, daß sic seine Stimme mit allen Sclnvcbilligen und Obertönen ganz rein wiedergehen. Schubert, Schumann, Brahms, Hugo Wolf sind die Meister, die ihn von dieser Seite aus zeigen. Wer sich Platten von ihm wünscht, soll sich zuerst die Lieder Vorspielen lassen, Der ״Wanderer‘‘, die ״Mondnacht“, das ״Wanderlied“, der ״Aufenthalt“, der ״Doppelgänger“, der unheimliche ״Wegweiser“ (alles bei Columbia) sind von einer ergreifenden Einfachheit und Schönheit. Wie frei und, man möchte sagen, würdevoll, schwebt die Stimme über den Worten hin; und doch zeigt gerade Kipnis, daß Singen Sprechen ist. In der angelsächsischen Welt spielt die Schallplatte eine viel größere Rolle als auf dem Kontinent. Aus der Hcimniusikpflegc der angelsächsischen Länder sind verschiedciie Societies entstanden, die einem Meister dienen und seine Werke für ihre Mitglieder auf Schallplatte!! aufnehmen lassen, So gibt es eine englische II u go - W כ I f - S 0 c ie t y, die nach und nach alles Wichtige von Wolf auf ihren Platten bringt. Auch Kipnis — im Ausland lange schon als großer Meister des deutschen Liedes geehrt — trägt durch eine Reihe von Wolf-Liedern zu diesem schönen Werk bei. Bisher sind dort von ihm die Michel Angch-Licdcr Wolfs erschienen. Von den O ין e r n platten von Kipnis ist Wotans Abschied, eine seiner ältesten Aufnahmen, stimmlich besonders stark. Wer seinen Marke kennt, sicher den ergreifendsten, den es jemals gab, bedauert, daß es ihn auf keiner Platte gibt. Als V c r d i - S ä n g e r ist Kinnis durch den Monolog des König Philipp und durch Simone Poccanegra vertreten. ״Hier dieses unvernarbte Herz“. Der Bel canto verbindet sich bei Kipnis mit dem dramatischen Ausdruck zu einer neuen Wahrheit (Elektrola)... X.R. Nr. 41/42, 25. V. BERICHTE AUS DEM REICH (Von unatm Berichtaratattem) uivitvn/. .... , , In der Aula der Gleiwitzer Mittelschule fand am 13. Mal ein Elternabend statt, bei dem Szenen mit Chor und Orchester aus dem Oratorium ״Saul“ von O. F. Händel aufgefülirt wurden, sowie eine von Gcrta Lew!״ verfaßte Kinderrevue ״Die Jahreszeiten“. Nach einer Ansprache des Vorstehers der Synagogengcmeindc, Justizrat Kochmnnn, snrach Rabb. Dr. Öelis über die frühere und die gegenwärtige jüdische Schule. Mannheim Am 13. Mai tagte in Mannheim unter dem Vorsitz von Dr. Lazarus (Wiesbaden) der Südwcstdcutschc Rabbiner- Verband. Das erste Referat hielt Rabbiner Dr. Schiff (Karlsruhe) über: ״Kontemplation und Exerzitium als religiöse Notwendigkeit“. Nach diesem Vorträge erstattete Rabbiner Dr. D i c 11 e mann (Offenbach) einen Bericht über die Tätigkeit des Allgemeinen Deutschen Rabbiner-Verbandes In den letzten Monaten. Sodann hielt Rabbiner Dr. Lauer (Mannheim) einen halachisclien Vortrag über: ״Die halachischen Voraus- Setzungen zur Restaurierung eines Synliedrions in Palästina“. Es wurde beschlossen, diesen Vortrag im Druck erscheinen zu lassen, und so die Frage der Errichtung eines für die gesamte judenheit maßgebenden Synhcdrions zur öffentlichen Diskussion zu stellen. Bocholt! Die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am Niederrhein fugt am 3. Juni in Mülheim (Knlir) 11m 18 Uhr im israelitischen t'.cmeimlehmisc, 1.0)1,11 r. 63. Talmud Berachoth. Abschnitt 1. —- Breslau 1 Zur Vorbereitung für die von der Ilrednuor Zionistischen Vereinigung geplante Teilnahme an einer wesentlich verbilligten Reise narb Krakau (und die jüdischen Städtchen der Umgehung) findet ein Vortrags-Zyklus statt. 1. Abend: 30. Mai, 20.30 Uhr. im l’alä'-tina-Iiiiro, Gnrtenstr. 25, Dozent! Dr, I. Rahm! Historisch- Kllmologisrlier Urberblick über die jüdische Gemeinschaft in Polen. — Frankfurt am Malm Chttg Iwri. Am 27. Mai, abends 0 Uhr, Vorlrag: Herr KacznUki. — Jüdische* Lrhrhnus, Am 27. Mail Dr, tiimdersheimcr. Führung durch das Museum jüdischer Altertiimer, Falirgnsse 146, 9 Uhr. Am 28. Mai: Dr. Bauer, Dr. Malidorff, Fimnalige Verlegung geplant. Auskunft erteilt die Geschäftsstelle, Telephon! 672 12. Atn 29. Mail Dr. Franz Wolf, ״Die jüdische öffentliche Meinung", Ilanptsynagoge, 20,16 bi* 21.45 Uhr. Am 30. Mai: Rabbiner Dr. J. llorovitr, ״Auge um Auge, Zahn um Zahn“, Unterlindaa 21, 19.30 bis 20.30 Uhr, — Wormii Am 3, Juni findet aus Anlaß de» 900jiihrigcn Bestehens der Synagoge ein Wcihe-Gottcsdicnst statt. Die Feier findet nur im Kreise der Gemeinde-Mitglieder «tatt unter Teilnahme des Vorsitzenden der Rciehsvcrirelung der Deutschen Juden und einiger Vertreter jüdischer Korjxtrationen. Kulturelles Leben in den Gemeinde Söddeufidhland ® In Frankfurt jüdische Volkskunde ״Von Hiob zu Fat hält ״ן ■< a M sprach in der Oesetisch Dr. Ernst bimon über das ,״ 1׳ , . .. allst“, — Unter den mannigfalti׳,cn 11' icrischcn Veranstalttinge״ fiel ein Liederabend Kassel durch die geschmackvolle Haltung tles Programm* — Am 17. 4, konstituierte sich in ITaitkfurt der 16 t י“,׳ deutscher Juden, Bezirk Rhein-Main. Der Vonhml aus 14 Mitgliedern unter Vorsitz von Dr. A In Karlsruhe fand am 9. 5. ein mimischer V״ fi ~ von Dr. Rosenfeld-Ritter ״Mensclfen und ' Typen“ Ä« Begleitung lag nt den Hände״ von Dr. Julius (i״D,!a״n Ut l!1 Mattttheim veranstalicte der Liederkranz einen H״~ von I ioffinaniistlial- und Richard Strauß-Abend, bei de ל?,״ Josef, Lieshetl!!)!ihren und Kapellmeister Siti/hämcr min! teil. br. Hans Hirsch hielt einen Vortrag über Iiö|׳■«״״״V — Ans Max Gnuicwahls Dichtung ״Hiob“ hat Julius Kr״' " Heidelberg, den Abschnitt ״Das Li«! vom verlorenen zur Vertonung gewählt. Die Aufführung hinterließ beim P״ ktttn eine tiefe Wirkung. — In München rezitierte()(/" Bernstein auf Entladung des Jüdischen Kulturbundes B t zeitgcnossisehe■ jüdische Dichter (E. B. Colm, HuberT? wtg Strauß, _ Beer-I ioffmattn, Stiinmmn und Wassernuß' Lola Kroiilmincr (Klavier) und Ernest Frank (Bariton) enien Brahms-Abend. -!״Stuttgart wurde am 3 1 Oscar Rothschild zum Vorsteher der Gemeinde gewählt u 17. 4 begann der Unterricht att der ncucrrichtcton iüdisd,. Schule. *-־ In der Jüdischen K1mst#cmcinschaft rezitierte Fra** Oppenheimer melodramatische Werke, Frau Dr. Emmi!״״• sang Arien von Händel, Bach, Mozart lind Strauß _!« Berthold Auerbach-Verein sprach Dr. Siegfried Koste über zionistische Probleme. — In Wiesbaden fand an 15. 4. eine Feierstunde statt, bei der Dr. Lazarus über sei* Palastina-Reise berichtete. Den künstlerischen Teil bestntteil die Damen I lirscIt-Bratnson und Kappoport mit Oauu und Frau Edith Herz mit Rezitationen. ' Familien-Nachrichten Herr Sigmund Bctgcr, Mannheim, R 7. 10, begeht um 26, >!» den 81. Geburtstag. Bar Mizwah •Termine Am 26. Mai —• 12. Siwim: David Schimmel, Sohn von Abtshss! Schimmel, Frankfurt am Main, Uhl.inrKtr. 21. I Am 2. Juni — 19, Siwan: Hans Lcvi, Sohn von Max Levi, Konjani. .! fO' L ״SR 3SWI8H W 15; Mcinckestr. Postscheckkonto! Berlin AfrSNCY FOa 10. Telephon! J 1, PALBSTINB Bismarck 7165/70. Nr. 167 08. Palästina-Touristik. Die palästinensische Regierung hat vor einigen Monaten angeorunet, daß das Totiristcn-Visiim für Palästina nur gegen Hinterlegung von CP 60 oder 800 RM. erteilt werden darf. Die Leistung der hiernach von der Brttischen Paßstelle verlangten Kaution war in Deutschland mit Schwierigkeiten verbunden, weil in jedem einzelnen Falle eine Genehmigung der zuständigen Devisenstelle erforderlich war, die nicht ohne weiteres erteilt wurde. Es ist nunmehr ge• lungeit, eine Regelung hcrbciztiführen, die für die Palästina• Touristik eine wesentliche Erleichterung bedeutet: Die Bank• liiitiscr Gebrüder Ar 11 hold, Deutsche Bank und Di«conto־Gesellschaft, A, E. Wasser• mann, M. M. War bürg & Co, und H. Auf• It actis er, München, haben eine ״Sammelgcnelmtigung" erhalten, wonach diese Banken berechtigt sind, ohne eine besondere Genehmigung der Devisenstellen Kautionen zur Er• langung des Touristen-Visums entgcgcimmchmcn und hier• über Bescheinigungen ausznstcllen, Die Britischen Paßstellen haben sich bereiterklärt, aut Grund> dieser Bescheinigungen das Touristen-Visum zu erteilen. Die Kaution verfällt, falls der Tourist nicht spätestens am 120. Tage seit Erteilung des Visums bei der Britischen Paßbehörde, die das Visum erteilt hat, persönlich die ßankbcschcinigung abholt. Gegen Rückgabe der Bnnkbcsclieinigung wird die Kaution von der Bank zurückgczahlt. Die Bescheinigung muß jedoch den Vermerk der Britischen Paßstelle enthalten, daß von ihr keinerlei Rechte geltend gemacht werden. Die Banken berechnen für die Ausstellung der Bescheinigung 8,50 RM. einschließlich Stempel. Achtung Handwerker! Dem Palästina-Amt stehen eine beschränkte Anzahl von Zertifikaten für folgende Berufs• kategorien zur Verfügung: Maurer, Tischler, Schlosser, Rohr• leger, Mechaniker^ Maler. Die Voraussetzung der Verteilung dieser Zertifikate ist der Nachweis, daß der Betreffende nicht älter als 35 Jahre und seit langen Jahren in einem dieser Berufe tätig!st. Bewerbungen für diese Zertifikate werden bis Ende Mai entgegengenommen. Die Bewerber müssen darauf eingerichtet sein, im Laufe des Juni ihre Uebersied• lung vorzunchmcn. Nächste Abfahrten nach Palästina (mitgctcilt vom Palestirte & Orient Lloyd, Berlin NW 7, Friedrichstr. 100, Tei. A6 Merkur 2915). oh % Viehzucht in Palästina A 11 e n s t c i n, den 12. Mai 1031. In dein Artikel ״Pioniere“ von H. H. Tlmii itt Nr. 31 erzählt die Berichterstattern!, daß die junge Sicdlcrfamilic die Absicht habe, sobald der Kuhstall fertig sei, noch drei Schweizer Kühe zu kaufen. Dies gibt mir Veranlassung, Sie zu bitten, folgende Ausführungen ־in Ihrer Zeitung zu »er• öffentlichen. In einem in der Zeitschrift ״Palästina“ veröffentlicht« Artikel über die Verbesserung der Viehzucht habe ich thuui hingewirsen, wie gefährlich es ist, wenn junge jnterfalmtie Siedler europäisches Vieh kaufen, dessen Akklimafe• fähigkeit nicht absolut sicher fcststeht. Gerade Schweizer Vielt wird, und das schon ans biologischen Gründen, sich bc■ stimmt itt Palästina schlechter clngewöltncn, als jedes andere europäische Vielt, und zwar aus folgenden Cmindcii: Palästina ist ein Land mit subtropischem, hartem Kontinentalkliina und ausgesprochener Trockenheit. (Nicdcrsclihiß• menge 600 mm.) Das Schweizer Vielt stammt aus eine» der niedersclilagsrciclisteii Gebiete Europas mit ausgesprochen feuchtem Seeklima. (Niederschlagsmenge stellenweise 2000 ntm und darüber.) Hierzu kommt, daß dieses Vielt durch die jahrhundertelange Haltung in I!ölten bis zu 1890 m mul dar־ über an eine besonders dünne und leichte Luit gewöhnt ist. Dieser dauernde Aufenthalt in niedrigen atmosphärisch« Luftdruckgebieten hat selbstverständlich zu einer Anpassung des Brustkorbes und der Lungen an diese Verhältnisse u״» zu einer Ausbildung dieser Organe geführt, die geradezu da Gegenteil von dem darstdlt, was die in Palästina bisher ge־ halten«! Vichrasscit in ihrem Typus aiilwelsen. Im Gegensatz zu anderem europäischen Vielt werden also die Schweizer Möhcnticrc ihre Umstellung nicht nur v« feuchtem, kühlem Seekiima auf trockenes, heißes Kontinent״■ klima, nicht nur von bekannt bester Wartung und best« saftreiclien Almen auf relativ schlechte Slallliiitcrung u“ Pflege durcii/uführcn halten, iltr Körper wird sich als sondere Zugabe noch der schweren Beanspruchung unterzieh• müssen, sich vott dem leichten schweizerischen LtiftdruckgcW aut die besonders schwere palästinensische Luft um/ustel״^ Selbst wenn diese durch eine so schwerwiegende Stellung geschwächten Körper den für sie besonders gro׳׳u Gefahren der Tropenkrankheitcn entgehen sollten, mun n wendig, wenigstens in den ersten Generationen, eine deram-• Herabsetzung des Milchertrages cintretcn, daß die י/״״ץ dieser Tiere in Palästina, wie Herr l)r. Schwager, י ' seinerzeit in Berechnungen narhgewiesen hat, sicit nicht r« ׳ tieren kann. Dr, Pricbatscb, Tierarzt, KALENDARIUM _ Polonia Italia Marictte Pacha Esperia Gcrusaicmme Vienna Patria Polonia Italia Sphinx Gcrusaicmme Helouan Mariette Pacha Polonia Italia Patria 30. 5. 30. 5. ab Konstanza ab Triest 1934 — 21 . Woche 5694 1. 6. ab Marseille 2. 6. ab Genua Freitag 25. Mal 1t. Siwan 3. 6. ab Neapel 6, 6. ab Triest Samstag 2«. 1» 11. tt 7. 6. ab Genua 8. 6. ab Neapel Sonntag 27. 15. N 8. 6. ab ,Marseiile 13. 6. ab Konstanza Montag 28 M 14. N 13. 6. ab Triest 15. 6. ab Marseille Dienstag 29. f» 15. 20. 6. ab Triest 21. 6. ab Genua Mittwoch 50. 16. 22. 6. ab Neapel 27. 6. ab Marseiile Donnerstag 51. 17. 27. 6. ab Konstanza 27. 6. ab Triest Ubbs'-Auegang Bettln «<*, BreUim »״ tränktet 29. 6. ab Marseiile 1a. s. 1*741 E(r«lm Mo*e Ulten geboren. X?i 17. I. 1*641 H» Brod geboren. 1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.