Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 41-42 (25.5.1934)
- Date
- 1934-05-25
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE ßUNDSCH'ÄU Seite 13 r Kr. 41/42, 25. V. I(M «״"-4 \‘ 1 /״^rm / Zu seinem 60. Gebmlsfejj em 23. Mai 1934 ,;«! ׳ Je ■׳I i'ir £ליח ft i *J4|^ ןן50ג'*י“יי r J.W '״ J-s» 1a . .י! ' ׳־ J iif: ־nn1 ,"*י »"".I■■״״, Y'" ׳"-Mrhir ׳■U'.vh In v«»n, «F UM 6,-. tiii iWs.) וו! v'5(;!18 11) '״1 יי Villa mit 3t •יfr V■ «rpüpj, ’lt:il W, fifli, ,4׳i *. Deynootwt! Ui ^mtrnOifirunj, me* Wns**p. {l׳:echl) II 1״! if t «M I tö lul 1t*ro Li'ldcn. aur imrl Ar?! iprrchrr 3465!icnhnin ioicnhnla W'-'tW.{ ut־<׳Auf{ahrl ■ i o n s p ז f * י• impfoUIeö• n, Kurhani• •hv-r!» 1» s.wp.nG l : ,r. I'.hrw. י I hlhorddl :I־i. M״l jüinstetB ■hi Sr.Ffirw. , rl>»Fh» gs|ill* יי1! yft, r I ft ** ' yi ר׳ f 1j .* ■J *•)*,, H •ף־ו *-:£ 0 Mt?U* •*"׳״ס,»ilr ־״* tM», j 11,;״,״ Mose I ilini wurde am 24. Mai 1874 zu Drohobyez : 1. uah/ieti geboren. Mit Muhe gelingt Cs dem Vater, von ,1|" ,minii.ili'ii Verdienst als I)reelislermeisier den ältesten 1 iilnt vii’r J-itnc ה ui die HcolschuU* zu schicken. Noch drei! l׳i;]Jcr iniissen ernährt werden, und so tritt an l.ilien bald I ü. Notwendigkeit heran, sieh einen Broterwerb /u wählen. ' L N'n!!m)|4 des Knaben /um Zeichnen weist den Wc!׳, und < ' 1(0111111( bei einem .Schildermaler in die Lehre. Schließlich j!׳ וt es ihm, in die Kunstschule von Kr a k a u zu I;,1011,״״, mul unter der Leitung des Krollen p.ilnischen llislnrieiunalers Mateyko empfängt er seine erste' kirnst- 1״]Johc Ausbildung. In einem Wettbewerb um ein hhrenj,llf״or-l)i|1l״1״ gewinn! er (len ersten frei ל und nun scheint j)cfh\Ve׳; ins l eben oLen. Lilien geht mit der bescheidenen Im ho des Preises nach Wien, muH aber nach wenigen Tagen ״'itioii'.olii in die Heimat /uriiekkehrc״, weil die Summe, die (i!1״ om Vermögen dünkt, nicht einmal die Kosten der וו! וו״|,ןilviil.'iüoii tleekl. Im Jahre IS')(• gelingt der grolle Sprung. Lr kommt nach g 111! c h e 11. Mit 21 J.1111 i n, nach einer schweren eiitbehriings• ״i.mii Jugend, mit der Bildung des kleinen jüdischen Hand- *I »orkois;ms dem Osten, mit der Bildung, die ihm die I Lilinmlsclmh־ und einige Realklassen haben mitgeben können | lll1, |״er Sehnsucht, alles Schöne, das sich seinen Augen dar- | hetet. /11 /i-ielinen. l.ilien berichtet später einmal: ״Ich •I tnimcre mich mir, vier Jahre lang trostlos gelebt /u haben. |(!1 konnte nicht arbeiten, denn ich hatte nichts gelernt und i;h linde keine Aussicht etwas /11 lernen, und wenn ich jft;t daran denke, d dl ich nicht mehr hungere, so kann ich mir (Inch nicht erklären, wie es kam. Ich empfinde keinen l’ober;: .11t :g In Munclien cnlslchen die eiston Zeichnungen, besonders |;1r die neu gegründete ,,J u g e n d“, durch die er bekannt 1:1:1011,״( wird. I ilien .stammt aus ilcm Handwerk, und alle 50(11 c Ai ln׳i:en lassen das deutlich erkennen. Das erste Buch, er ilhi'.tiierl, eine (ieseliichte aus dem deutschen Bauernkrieg, zeigt /.viehiiuiigon in der Art altdeutscher 1 Inlzsclinitte, 1״h\oise noch sehr schwerfällig, aber handwerklich bis iss Letzte (liirchgearheitet. Die Münchener Lchr/cit ist für die künstlerische I iitwickliing wenig bedeutend. Die ständige Lnlmarheil, Illustrationen und Zierleisten für Zeitschriften, mal 11ioe Bilder zu einem Buch, eine Einbanddecke und der-;!«keil, lallt eine künstlerische Klee nicht zur Entfaltung kommen. Im Jahre 18• )0 übersiedelf Lilien nach Berlin, und liier a der Siadt aufstrebender Wirtschaft sammeln sich im Kreise: 10(1״ Kommenden“ Literaten und Künstler zu gegenseitiger liirogmtg und Befruchtung, liier lernt l.ilien StcfanZweig können, der sein erster Biograph wurde, und hier begegnet tr Id! r r 1 e s v o n M ü 11 c 11 b a 11 s e 11. |)or Sproli alideutselicn Adelsgeselilechts liest dem Sohn des jiidisciien Ostens seine Balladen vor, und unter diesen MohIiii sioli eine Reihe nlttestamenlariselien Inhalts. Der Lnbder In'iei.iert sieh an der hohen dichterischen Schön• lieit der Werke und beschließt, mit dem Dichter zusammen en ilnoh zu veröffentlichen. Nicht daß cs darauf anknin, Illustrationen zu Gedichtet! zu schaffen. Hier sieht Lilien die grolle künstlerische Aufgabe, ein Buch zu gestalten, wie es ilun vorsclnvebt, bei dem Text, Textanordnung und bclisdiimick eine Einheit sind, und für Lilien ist cs eine Selbstverständlichkeit, dali zum Buchschmuck auch Vorsatz ind Liiiband gehören. Das Erscheinen des Buches ״Juda" l| fct in der (ieseliichte des deutschen Buches ein ׳Ereignis. In Berlin gewinnt l.ilien auch Anschluß an den Zionis• 51!us. Die alle jüdische Sehnsucht, Palästina wieder ־zu einer '(irkliolicn Heimat zu inaclien, um die Jahrhundertwende zu euer (lolilisclicu Realität geworden, erfaßt auch den jungen 'hier, und mit dem ganzen Ungestüm seiner Jugend stürzt e sich in die politische Arbeit. Aber mir kurze Zeit ist fr aktiv tätig. Er ist Kongreßdelegierter, mit den Führern öcs Zionismus befreundet, und wir verdanken ihm eines der schönsten Bilder von Herzl, die Photographie mit der Rhein• ״rucke im Hintergrund. Die politische Arbeit befriedigt ihn aber wenig: er sieht eine Aufgabe mehr in der Verbreitung und Bekanntmachung!kr jüdischen kulturellen Leistung. Mit Ruber und Feiwcl zusamnicn gründet er den Jüdischen Verlag, dessen estc Veröffentlichung ,,Der jüdische Almanach“ einen Querrtnitt durch das moderne künstlerische jüdische Schaffen Qt, Der Almanach entfesselt eine Diskussion über die Frage, 'יי es eine jüdische Kunst gibt. Lilien hat einmal auf den hw.iml, daß schon da; 2. (iebot den Juden die Kimsiaus- 11״1'״g verbiete, erwidert, daß es im Gegenteil beweise, yü es zu biblischer Zeit immer jüdische Künstler gegeben Dk Penn mir so sei cs zu erklären, daß die Bibel die j'frsiclluiig von Bildern zum Zwecke der Anbetung ausdrück• untersage, ,!11 der Art des Buches ״Juda“ erscheint wenige Jahre!Pkr ״Die Lieder des ühetto“ von Morris Rosenleid. A111.I1 in Lilien lebt die Sehnsucht, Palästina zu scheu, ,,?ך ein gütiges Geschick hat ihm Vorbehalten, in seinem | oH'11 all das zu erreichen, was er sich vorsd/te. Die (ie• ן!™ch,•dt Bezalcl schickt ihn zusammen mit Boris Schatz | 'יי Jahre lhOy nach Jerusalem, um die KutistgovyerlH'scImle 711 gründen. Last ein Jahr bleibt Lilien in Pa- | יייי״ /ן und er kommt verwandelt zurück. Seit der ersten f, '1«tina-Reise ist die gesamte künstlerische Arbeit nur I ן f,' 1^’r Schilderung des J 11 d c n t u m s gewidmet. :!• .,חך plant die I lerausgahe einer illustrierten Bibel. ■| Vci|! einer Bibel als Erbamiiigsbiich, sondern einer Bibel '1 |׳" ץas sie ist, als eines der schönsten und bedeutendsten der Weltliteratur, ausgestattet mit Illustrationen, die " ('יך nur aus dem Geist des Textes, sondern aus dem // 7-1 1'fs Landes, in dem sie entstand, gewachsen sind. 1hu ^:1|״!c soll das Werk umfassen, aber bis zum Tode im ik 1,' 1'21י sind nur drei Biimle vollendet worden. Lilien 1 ״''!!er nur als Zeiclmer gearbeitet. Abgesehen von einer U ' l'AlihrLs schuf er fast nur im Rahmen von Zeitschriften W (In. ,111'!"•‘r״, und diese selbstgewählte Begrenzung erlaubte J (nrC r- 'L' IvLmstlorische Miitfaltung nicht. Die Ausdrucksj.I 7 l1;״!‘e seiner künstlerischen Neigung entsprach, fand er in ' St,,!. 'n,'*' c r u 11 g, und in der Zeit von BK17 bis!921 cut-!•: Vrl?1 ,'Is* 250 Radierungen. Ich sehe den Grund für die!.,01!!0,, ׳Klung des Biheivvcrkcs darin, daß Lilien die kiinst• «fP, 1 Frc'!H־ii, die ihm durch das Mittel der Radierung 6; war, ohne' die Beschränkung und Anlehnung 17 n ■ *fs — iiicl't mehr missen konnte. 7״ lebt» 1״,al Aon»tc Lilien noch nach Palästina reisen, das r )״״»” Y31 'm Kriege, und jedesmal kam er erfüllt und! ,,jW von der Schönheit des Landes zurück, und das I )tilg{?erF’ .entstanden in einer ungeheuren Produktivität, | Tim |V?m «flehten Land Palästina und vom erlebten Juden• I tril i L!!ICI' schildert das Land, wie er es auf seinen Reisen f unter 1 Me״schen, wie"sie ihm begegnen: schwer gebeugt die p‘ler Last des Wassersackes, oder ein Kamel führend, knit,,,1«1)׳ "ie sie zum Brunnen gehen mit dein Wasser• I Gaum ,!cn1 Kopfe und dann die Juden in ihrer vielfältigen 1 4‘w Die vornehmen Juden aus der Buchara, die nach Palästina gekommen sind, um zu lernen und zu studieren. Oder den armen Thorn-Schrciber, der auf dem Boden seines kahlen Hauses sitzt, vor sich die riesige Pergamcntrolie, Aus ,ilien jüdischen Köpfen, die Lilien uarstcllt, sehen uns Augen an, die von dem jahrhundertelangen Studium und von dem meusclilirlieii Erleben des stets Verfolgten eine tief• grundige Ruhe zeigen. ־׳■p \ \ r X Selbsf/jortroit 4., k JiA 1021 ist Lilien gestorben, erfüllt von künstlerischen Plänen. So wollte er auf Grund der Kriegseriebnissc im Heiligen Lande einen großen Totentanz, radieren. Es ist wie ein Schicksal, daß das letzte Blatt, das er vollenden konnte, aber von dem er niemals einen Druck gesehen hat, ein Blick auf die Heilige Stadt, auf Jerusalem, ist, Otto Lilien. Lilien ־־־ der Nationaljude Lilions Bedeutung ist eine viel größere als die, die ihm seine Bilder zu verleihen scheinen. Lilien ist für uns eine historische Persönlichkeit. Das sollte man nicht übersehen; Er ist nicht bloß zufällig und zeitlich der Begleiter von Theodor Herzl. Es hat zwar vielen schon zu seinen Leb• Zeiten nicht immer gefallen, daß er Theodor Herzl, als den idealen Typ des Jtidenvolkcs, immer wieder für die Dar- Stellung historischer Persönlichkeiten verwendet hat, so vor allem fiir unseren Lehrer Mosche. Aber so wie Herzl, — in viel größerem Maße —, mehr noch als selbst schaffend, anregend gewirkt hat, so war Lilien wegweisend fiir die jüdischeu Künstler, auch wenn sie nachher ganz andere •Wege in der Kunst gegangen sind. Er war der erste, der sich bewußt von dem Wege nhgckchrt hat, auf dem er begonnen hatte. Er unterließ es, weiter an der Kunst anderer Völker, mitzuwirkeii. Dabei konnte er sich keineswegs von der Tech• nik und dem Geselnnackc frei machen, aus dem er hervorgegangen war. Aller das wäre ja auch ganz unnatürlich gewesen. Es hatte jedoch eine ungeheure Bedeutung, daß er als Jude und jüdischer Künstler in seinem Volke und aus seiner angeborenen jüdischen Natur heraus wirken wollte. Lilien hat besonders auch sehr viele jüdische Exlibris geschaffen, wie er denn überhaupt die Schönheit des jüdischen Bitc h e s zu seiner Aufgabe machte. In dieser Hinsicht ist er der wichtigste Vorläufer der späteren ״Soncinogcscllschnft der Freunde des jüdischen Buches“ geworden. Der erste Jüdische Almanach wurde maßgebend. Da sah man nach langer Zeit wieder einmal ein Buch, das einen spezifischen jüdischen Inhalt hatte, und das doch Wert darauf legte, in möglichst schöner Form auf dem Markte zu erscheinen. Leider war ja das jüdische Buch drei Jahrhunderte lang völlig verwahrlost. Mit Stolz rühmen sich die Juden, ״das Volk des Buches“ zu sein. Aber gerade ihr eigenes, ihr jüdisches, ihr hebräisches Ruch ließen sie in Lumpen als Bcttelkind lieruinlaiifen. Und doch hatten die Soncino und Conat, die alten Drucker in Italic!], und noch der Amstei^ damer Probst gezeigt, daß das hebräische und jüdische Buch ebenso schön und ebenso vornehm erscheinen könnte, wie nur irgendein nichtjüdischcs Werk. V \ Jtmmitis&tr Judt ׳y 1,י!! Auch die, die linde l.ilien als Künstler ablclinen, die in ilun keine künstlerische Ader zu entdecken vermögen, weil ihr Geschmack und ihre Anschauung sich weit von den Bahnen entfernt hat, die man in jener Zeit in den Ländern ging, in denen Lilien wirkte, können nicht umhin, seine liistorisclic Bedeutung für das jüdische Buch anzuerkeniien. Aber nicht inimicr groß ist seine Bedeutung, wenn man sich überlegt, in weh.her Weise er anregend auch auf solche jungen Künstler gewirkt hat, die noch in die Gegenwart liiueiiiragen. Ohne sein Auftreten wurden die heutigen Künstler auf dem jüdischen Gebiete vielleicht Künstler geworden sein, weil die künstlerische Betätigung in ihrem Blute liegt, Sic würden aber kaum den Weg gefunden haben, sich gerade als jüdische Künstler und in jüdischem Gischmarke zu betätigen. Was Lilien zu seinen Bildern an regte, waren Volk und E,ind, und zwar zuerst das Volk. Er wurde der erste ju- (lische oder vielleicht besser Jiidcnmaler, seitdem die erste kleine jüdische Malcrscliule in Deutschland vom Schauplatz, abgetreten war. Zuerst war es das lebende jüdische Volk, dabei zeitlich erst die armen Schichten, dann die alte ju- (lische (1:1״׳!■, endlich das historische Judentum in seiner klassischen Erscheinung in der Bibel, das er sich zum Vorwürfe nahm. Als er das Land Israel kenne nienite, wirkte es auf ihn in einer Weise ein, die unfaßbar bleibt, wenn man das I־״ind nicht kennt. Lilien war N a t i o n a I j u d e durch und durch. Nicht bloß mit Worten. Lr war kein Anhänger eines mechanischen Nationalismus. Lr lichte die Sprache, aber sie war ilun nicht identisch mit der Kultur. Er wußte, daß sie das Hauptwerkzeug der Kultur sei, notwendig, unentbehrlich. Aber sie ist doch erst das Werkzeug. So wichtig das Bekenntnis zum Nationalismus ist, es dirf nielit heim Bekenntnis allein bleiben. Er wollte den Nationalismus mit nationalen Inhalten erfüllen. Das hat ihn seinerzeit in den Kämpfen mit und um Herzl hei aller Verehrung seines Heros in einen scharfen Gegensatz zu ihm geführt. Das war es auch, außer einem gewissen Oppositionsgeiste, der ihm nicht nbging, was ihn mit Weizmatm und Mot/kin zusammen zur Gründüng der demokratischen Fraktion auf dem Kongresse voranlaßte. Damals wurde Herzls Witzwort von ״Lilien auf dem Felde" geprägt. Das heutige Oesrhlceht der Künstler und Kunstgclchrten weiß wenig von Lilien oder will wenig von ihm wissen. Und wir sind ganz gewiß nicht kompetent, über Kunst und Kunstwerke zu urteilen. Es wäre auch ganz verfehlt, wollten wir auf seinen Fleiß und seine Sorgsamkeit, auf seine Studien der Literatur und Geschichte Hinweisen. Nicht unser ist das Urteil. Aber die historische Bedeutung eines Moses Ffraim Lilien, der nicht vergessen werden darf, ins Licht zu rücken, Ist unsere unabweisbare Pflicht. Heinrich Locwe. Abstellung füdischer Künstler in London Die Londoner Ben U r i - G c 5 0 I i s c 11 a f t, die sich seit 1015 der Pflege jüdischer Kunst mit Lifer widmet, hat vor kurzem •im W'oburn tlou.se eine Ausstellung indischer Maler und Bildhauer eröffnet. Da ein einziger Saal zur Verfügung steht, konnte nur eine., kleine Auswahl gezeigt Werden, in, der man Gutes lind weniger Gutes etwas bunt durcheinander sicht. 1 Naturgemäß sind die englischen Künstler vor allem vertreten, der bcstgcschätzte Bildhauer Jacob Epstein z. B. mit einer Anzahl seiner sehr lebendigen Porträtköpfe, darunter ״ das erst kürzlich eiilstnndciie Von Dr. Cliaim W'oi/innnn. ״ Von Malern vermißt man Sir William Rollirnstein, findet dafür •1 aber den tüchtigen Realisten A. A. Wolmark mit einem Damenbildnis und einem scliönfarbigen Bliimenstüek, ferner Delissa Joseph mit einem ticfrüumigcn Interieur, und die friihverstorbene Mahd Grccuberg mit einem {eintönigen Mädchenkopf. Soiamon J. Solomon zeigt ein .schönes Dnmcnbild, der junge Schotte Benno Schatz den sehr lyrisch empfundenen Bronzekopf■ eines Mädchens. Die französische Gruppe ragt durch einige Bilder von Camille Pissaro hervar, vor allem durch ein frühes entzückendes Sclincehild bei London, anläßlich des England-Aufenthaltes 1870 entstanden. Sein Sohn, Luden Pissaro, ist mit einer bereits an Bczunne anklingenden: Landschaft vertreten: dessen Tochter, die unter dem Namen Orovida arbeitet, mit einem dekorativen Gemälde kämpfender Tiger. Das junge Frankreich ist durch ein gutes Stillcbcn von Leopold Levy, durch einen farbenfrohen Biumenstrauß von M. Kisliiig, durch ein Rosenbukett von Chagall — ganz naturalistisch ־ und endlich durch ein Mädchcnhildnis von P ascin vertreten. Von den Italienern sieht man den besten: Modig• liani, dessen Porträt Morgan Rüssel alle Vorzüge seiner großen Kunst zeigt: eine geschmeidige Linienführung und eine unvergleichlich anmutige Farbengebung, hier auf mahagonihraun . und silbergrau gestimmt. Die deutschen Künstler müssen sich mit ein paar Stichproben begnügen: einer Zeichnung von Liebermann, einer Radierung von Struck, einer expressionisti-! sehen ״Opferung Isaaks“ von Hans Fei husch, der jetzt in London lebt, und dem guten Tcrrakottakopf eines cliincsisehen Prinzen von Heinz Rosenberg. Franz Landsberger« Musikalische Sensation in Tel-Awiw Zu gleicher Zeit, da die Levantemesse durch die Vollkommcnlicit ihrer Organisation Mcnsclicnmasscn begeistert, erlebt Tel-Awiw eine musikalische Sensation von ungewöhnliclicm Ausmaß. Michael Taube, Dirigent des Berliner Kulturbundes, reißt in einem Orchesterkonzert das Publikum zu frenetischem Beifall hin. Auf dem Programm stehen Handels H-moll-Konzert, Mozarts kleine Nachtmusik und die Serenade von Tschai* יז\1י)!"יח I ״ l'Vliv II JWNVjHJ (4UI III i U l lilll llUdllllllll• der Tongebung Arien von Stradella und Pergolcse mit Or״ cliestcrbcglcitung, Der Abend ist das Resultat einer intensiven Probenarbeit. In ihnen wurde das Entscheidende geleistet. 1 iier galt cs, die Spieler zu disziplinieren, die Einheitlichkeit der Ausführung zu sichern und eine echte Enscmblclcistung zu schaffen. Die Nuance wird fcstg.elegt und letzte Genauig« keit verlangt. Der Dirigent, mit dem Geist der Geige innig vertraut, bezeichnet Stricharten und Fingersätze und erl.äiitert Phrasierung und Gestaltung der Melodie. Der Musiker verläßt seine Probe mit glücklichem Gesicht. Er sieht sich einem Meister gegenüber. So werden im Händclkonzert die letzten Feinheiten des piano und der Endpunkt des forte erreicht. Bei Mozart verändert sich das Bild. Hier ist alles entspannt und gelockert. Das Anmutige wird lebendig. Die Bogen hüpfen unter den Händen in leichten Rhythmen, das Musikantische wird frei. Nach Tschaikowskys Serenade ras' die Masse Beifall, liier feiert der Rhythmus Triumphe Mittels des Rubato werden im Walzer Leichtigkeit und Eleganz erzeugt und Uehergängc voller Spannung geschaffen Auch hier bleibt an Klang nichts unerfüllt. Erich-Walter Sternberg, \ * 1 (! < ו 1 1 I I 1 < / c i 1 I 1 < i 1 I I i 1 1 t 1 t ( t r * ן f ו 1 ן F 3 * 3 * 1 ) י I ו 1 1 *4