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Jüdische Rundschau · 1934-05-18 · Heft 40 (18.5.1934) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 40 (18.5.1934)
Date
1934-05-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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*. "1 JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 40. 18. MAI 1934 ' f / Tn ־ ,»־'! •« יי ' ' 1 י׳ ־ד*, ft״ ,!׳"ד 1«.!. ICi\ L Sr u| " '11 ן u'iU’ll j fl;»' j (,iil'l?ru ז1י!' Mt. ״r,( v־•■ ףו f י1 t i'iif! i'tfrt ‘י'־׳'׳; .?pS ־■‘ i ויו׳!!. ׳; f h ״ C ' TT«• י" ' "'Hi• »11' i- ף«׳•", י ’ IS - “ Mille,!>> 1 Ve׳» j..,T in f 1 •107 11--! «׳־•■Ir. IQ, «MR«• Un י■ י r<|,.!r!: m־| '1 ׳ n יn. It. ■»1 «irT .־1 .1 DUO Hj, חיי‘ D i ‘II. ei 1 n 1 «■■fr 10 «—u f n '״"׳׳ 1 L * 1 •* WI fr: (זוזוו -V' "tM ■r־ä!:r8Wt!1|, Anri'un «;!»• ״r } TV,!( ä. Ulijj.? 200. I ,uir r r 1*1. ן ierl. Oft. »rV*־Mf. 1Ü t I n l lUM-tnritiiUr• ׳).tml.M .IM l׳«•■ »r.'tiU• 10. *0▼ ne׳noh ןזתתר 2[ ul! inrkvOr. Ifc r ■ר־־־ L]3ilfl. 11 .1« 11׳ hfl ' nrl׳;, I. t 113 בל- ין B, .,,« Ui| f\1' pUtht ״•1lh »r׳!!{., i ehmami», »מיי: ״;.־In ■lu׳«ir. 10 s ־*1!»׳rticl *1^*ייי סי»10 0 l.flK■«1*• vcrlr*«״ \^s\x. W 1/ nt«eh»K r!).י׳יזי® , MS»6 k״tr. ״ Musikleben in Jerusalem p1s pal.tsäiiu-nsische Musikleben bewegt sich weiterhin in j.irfii.ins cmoP‘hsclu'11 Hahnen. Lin Konzert jagt das andere, l'v1״!int mit dem anderen, das Publikum kann die Fülle |1t’walli1,׳e11. Besonders Jerusalem hat den Flirgeiz, es ״t kaler einop.iischeu Großstadt auf/unchmen. Dali so viele 1 ,,Im!:inliten Musikern Iuropas es nicht verschmähen, 1',!, jui der Durchreise hier wochenlang auf/uiialfeii, ist na•;״IUI1 veii t111sd1.it/baren1 Wert. So wird ein allgemein gül- Mveau geschaffen, der einheimische Musiker, der nur Ja׳ wi! behältliche Möglichkeit hat, seine Fähigkeiten in r:[״T ,,!11/ufi isehen, kann sieh immer wieder aufs neue aiti'ert’H mul kontrollieren und ״auf der Hohe“ bleiben; . ,!,■1 וו Im er sind die Konzerte muuker/ieheriseh unendlich er lernt Musik als kulturellen Faktor, als berei- und verlieleudes Moment des Lebens immer höher , , al/rii, schon die Jugend wird in die Liebe zur Musik J ]'׳•ci11p'/01:11• .1|'׳•‘I man begegnet liäiilig spontanen Wiin-!,!fii n,1d! Miisikuuterridit, denen ja jet/t in reichlichem jj;1״ reichlichem) Malle entsprochen werden kann, j Widitii er als die Feststellung, ob Schnabel, Hubcrmann, } ft Morini, Tliihaiid, Kuhiustciii liier lieber musizieren als ־ d furopa, oh einer von ihnen hier mehr Erfolg hatte als der;,,crC1 wieviel Empfänge ihnen zu Ehren veranstaltet wurden, wer alles bei diesen Empfängen /.«gegen war, ist die wie sieh diese Starkou/erte auf die breitere tjj’sse ,luswiiken, wie weit sie dazu beitragen, eine wirk-;,;ja* Musikkultur zu schaffen. Fs kommt je letzten Endes liier iut Fände nicht so sehr darauf an, oh das Hefntuis des Aristokraten oder des Bürgers befriedigt wird; ist vielmehr zu fragen, was der Arbeiter dabei gewinnt ,ן-י «je er es fruchtbar macht. Fin noch so bewegtes Kon- :,iSklHii ist ja noch lange keine Musikkultur, Hier sind ״r /mi.iclist bei der Frage der Konzcrtprogrammc 2ידrdח ה d• Wenn wir uns anseben, was hier den Winter über in den U'uidK't! Konzerten gespielt und gesungen worden ist, sc»;,,,ןך wir leider konstatieren, daß diese wichtigste Hörers;!;ait mit solchen Programmen teilweise nichts anfaugen gm; weil ihr die musikalische Vorbereitung fehlt und daun, ml sic mit Wellen konfrontiert wird, die mit ihrer Welt,?;ar Vergangenheit, ihren Erlebnissen nichts oder wenig za *;;n halieii. So ist es z. B. in der ganzen Welt üblich, 0(! ein tieiger sieh mit einem der bekannten Violinkonzerte ahilimi muß. Nun ist aber die Form ries Konzertes eine;!,(iijii komplizierte wie überholte Kunstform; sie ist ein;,:!Hinkt der Virtuosen zeit und geht mehr den Interpreten A den Komponisten au. Fs ist klar, (lall es dem Chain/, iii t;1:M1l'er schwere körperliche Arbeit verrichtet hat, völlig 11,;׳ i-t, oh ein Virtuose diese oder jene Karlen/ technisch kwer helierrsclit als ein anderer. Dem unbefangenen Hörer Nt kommt es auf das Werk an, auf den neuen otler ver-!־jiiU’ii I ildmishereieli, dem er sich ergibt — oder es kommt 1:011 ilavnnl an, überhaupt einen Kontakt mit Musik!11 c e w 1!1 11 e n, Formen zu hören, die er übersehen kann, eie ihm nicht entgleiten. Dazu hat der palästinensische Arbci-!er auch zur Musik eine sehr aktivistische Einstellung. Die V.'iterien, aus denen die Form des Violinkonzertes etwa ents's-.ilen ist, liegen ihm ebenso fern wie die Welt der deuttri Romantik. So waren auch Schnabels Konzerte liier ar — neben I lubennaiin — vielleicht das stärkste kirnst-!»che Frcigtiis der Saison; seine eigentliche Wirkung hat!ז aber doch wohl mir auf die Kenner ausgeiiht. Für g« ist seine über alle Begriffe meisterliche Beethoveniikrprctatiou immer von neuem ein kostbares Geschenk. Der ph.dincnsische Durchscimittshörcr jedoch — besonders der 1!-Ijiule -- reagiert stärker aut einen weniger abstrakten "!1>ikertyp. Er verlangt von tler Musik mehr Gefühlswerte, he mit seinem Lehen zu tun haben, auch wenn sie _ ihm in weniger vollendeter Form geboten werden. Dabei wirkt die Mlmbcrlsrhe Einpfiiidiingswclt auf ihn kaum als solche —!;eist eine zu sentimentale und ästhetische Zone, von ihm p ge■ dien. Fs versteht sich von seihst, daß er einem 1'T0.rrr.1n1n mit tiinf Bedliovensoiiaten nicht gewachsen ist — ss ist sogar für den gebildeten Miisikhorer eine ungeheure hiimitini!•, während der Musiker über eine derartige Pro• .'nmimvalil natürlich seiir glücklich ist. Dagegen hätte ein Typ wie Erica Morinl hierzulande :!!'1mi eine stärkere Fas/iiiationskraft haben können: sie ä etwas Zigeunerisches, einen grollen romantischen Bogen, pn edlen, blulvollen Ton. Ihre Gefühlswerte konnten;/r immüplich durch so formale und virtuose Dinge wie das 1‘,)/ouinmkon/ert oder wie die sublimierte Stilisicrthcit einer 'vir Franck-Sonate für die palästinensische Masse zum Aus- -1wk kommen. Daß Künstler wie die Morini, Hubcrmann ן 'pd Tliib.md sielt immer noch nicht zu gut dafür sind, den ׳ ' ן'!«Rtcil ihrer Konzerte mit flachem und süßlichem Salon- | ‘bell mis/uhdicn, Ist absolut unverständlich. Man soll doch 1 ":lr ״icilt glauben, daß es für so etwas noch eine halbwegs 1 *1,׳•'llialte Hörerschaft gibt!! fl's ‘dll‘d"׳pr0gran1m kann hingegen die Auswahl gelten, I Karl S a 1 0 m o 11 in dem ersten Konzert des Jerusalemer I ״,iilcimsclieii Chors brachte unter dem Titel: ״Biblische 1 ״ד,־ klassischer Musik“. Es umfaßte ״Salomoiis Urteil‘‘ 1 ״ ■״Salomon“ von Händel), ״Jephta“ von Cavissimi und m '■«t Ibclik.antale, also drei stilistisch verwandte Werke bihiij| r!’״ I'dialts, die ohne große Schwierigkeiten und ohne allzu;J pfiileiide Veränderungen ins Hebräische übertragen wer- 1 ס!* a״md0״ (durch Dr. Noah Braun). Die Premiere dieses f ,;;'•/erts hatte vor zwei Jahren in Berlin stattgefunden; man /? »I,׳D beobachten, daß die beiden Solistinnen Dela Gott* 11״d Edith Boruschck, die damals ebenfalls mit• •י ‘;*™,hatten, mit der hebräischen Ueberset/uug erstaunlich i >■ Icrtig wurden (die hebräische Piionetik wurde von Mir• »!1,011 tiawriel kontrolliert). Heberlinupt waren die So• A c,■!’ 1"1sgezeiclmet, besomlers Sclilomoh Weißfisch. Die k " 111111!mg slaml aut guter Höhe, hätte allerdings eines noch i;!aliipeicii (;hores bedurft, um als vollendet gelten zu kön- 1 •"׳״;׳niiii'i'liiit ist in Palästina mit der Einstudierung jind 5'i* p!11 lr1ll|g derartiger Chorwerke schon ein erhebliches Stuck p:r׳;ruknvvr Arbeit geleistet. Der Eindruck war im ganzen *;,»»" ן r'rc1dich, wozu allerdings die unvergleichliche _ Sze•!14l!« v s ^1"P'iitheaters auf dem Skoptis das ihrige beitrug.; [» Konzert stand — wie viele der letzten musikalischen fr'u!!!"־־ ״ד linier dein Protektorat des High Commissioncrs. f » <cr c.״'f V0" dcr Musikabteihing der Universität zugunsten veranstaltet. Als Mitwirkende seien ge-!! t״‘1״1״,.U‘r dc״ Solisten Esther Jcliudith Salomon und h'C"*,01fls tein, der Chor des Y. W. H. A., das Jcru- I Mn' v ,,11,11'erorchestcr mit den Solisten: Hauser, Mi r-! Fcliv Rc,llin• Schocken, der Pianist Bauer und ür. V U 1,1 a 11 ״ (Cjitarre).! Hlücklif!1" aucI1 dicsc Programmwalil als eine besonders I ^(!1/prt äe Xln^ zutreffende angesclicn werden kann, sollen die I l'llich "lrcndc״ Künstler Palästinas sich damit keineswegs der I (Ts{1!'1',!״'oben fühlen, dasjenige auf Zufuhren, was hier in I Allt Ar!1(110 an1 Platze wäre, nämlich: jüdische Musik. ‘ Stpllm ״,.'R vor dcr Bach- und Beethoven-Kultur, die hier ן Kt Wird _ es geht aber nicht an, daß alle Kon• F*■״, 1-W *||T V Inmitten der geistigen Fuge, in der Zeit einer öden Indolenz in religiösen Hingen, wie sie bei dem saturierten und assimilierten jüdischen Bürgertum am Ende des 1•). Jahrhuuderts vorhanden w.1־r, verdankt Gustav Mahler seine Große doch de in Gewissen ries Judentums. Im Wesen und Werk Mahlers timte« wir die dämonische Kraft der Prophetie wieder, die religiöse Unruhe eines Jcclieskei. Mahler suchte ״den Weg zurück״ sein l.ebeu laug, aller er hat seine geistige Heimat nie gefunden, obwohl sein ganzes Wirken und seine Musik den ekstatischen Kampf, die verzehrende Sehnsucht nach diesem ״Zurück“ widerspiegeln. Hiireh seine Gcsamtpcrsüiilielikcit gellt der Bruch z. w i s c 11 e n W i s s c 11 u 11 d Wolle 11, zwischen Kön• neu u 11 d Müssen. Sein Ringen nach dem Göttlichen hat etwas verzweifelt Heroisches an sieh, und seine Ekstasen in Schmerz 11ml Imst gemahnen auffallend an ähnlich ge• steigerte gleichartig empfundene cliassidischc Hymnen. Er glaubte, die Welt, die er ersehnte, in der katholischen Mystik eines Hrabaiius Maurus, eines Faust im Himmel gefunden zu haben; ob nicht vielleicht die Welt des Baal Schein ihm gemäßer gewesen wäre? Diese. — ihm übrigens unbekannt geblichene — Ver• wamltschaU mit der cliassidischen Gefühlswelt äußert sich nicht nur in der Aelinlichkcit der Ziele, die er mit der ost• jüdischen Musik gemeinsam hat; wie diese will auch seine Musik Meditation, Bekenntnis, göttliche Ekstase und mcnscli• liebes Wehgesehrei zugleich sein, wie diese ist sie moto• risch, sprunghaft, ja eigenwillig. Mehr noch: dicsc Wesens• glcieiilieit zeigt sich in geheimnisvoller und wahrhaft er• schlitternder Weise ein paarmal in seiner Musik durch die Identität der rein musikalischen Substanz. Fs ist wirklich so — man mag darüber den Kopf schütteln und lächeln —, daß in einzelnen Sätzen Mahlers nahezu wörtlich ostjüiliseh-chassiilische Mclodicwcndungcn nachweisbar sind. Ueberall da, wo Mahler ganz aus sich 11er• ausgeht, wo er sein Innerstes offenbart, zeigt sich die Verbimdenhcit mit dein prophetischen Geist. Ob er in der Fischpredigt des Antonius die Indolenz, der Zeitgenossen *L3 geißelt, ob er im ״Aufcrstchu“ seiner zweiten Symphonie ' den hebräischen Geist des ״L0 amuth, ki eclijch“ in seinen eigenen Worten wiedergibt: ״Sterben werd ich, um zu leben“, ob er in seiner achten Symphonie den schöpferischen Geist Gottes beschwört, immer klingt durch die ganze Inbrunst seines Gottsuciiens die jiidiscli-ehassidisehe Art ries t: 1 fcrns mit Gott liiinlurtli, immer aucli das jubelnde Bekennen Gottes, wie wir es im Osten wicderliiulen. Vielleicht kenn/ciclmot eine Anekdote am besten die rcligiöse Kraft, die von Kind auf in Mahler steckte. Als der Knabe gelragt wurde, was er werden wolle, antwortete er: ־ ,,Märtyrer“. Fines seiner UeUlinpswotte war (aus Dost> jewskys Briidern Kar,1111,־isso(f) ״Wie kann icli ruhig sein, wenn irgendwo ein anderes Geschöpf noch leidet?“ Diese echte religiöse Unrast kennzeichnet auch Mahlers Musik׳ im Gegensatz zur erhaben-unbeirrbaren Ruhe, wie sie in schönster katholischer Verklärung sieh hei Bruckner manitestiert, spricht sich das Religiöse hei dem Juden Mahler immer im Kampf, oft im Krampf aus. Dem felsenfesten ״in te dotnine speravi“ des Brueknerschen Tc dcum steht bei Mahler der erschütternde Ausruf gegenüber: ״O Gott, beschwichtige die Gedanken, erleuchte mein bedürftig Herz.“. Musikalisch gesehen war er Melodiker und nur Mclodiker; auch dies belehrt uns über seine liefe Verbundenlu’it mit dem Orient, der ja auch keine Harmonik kennt. Daß er oft gar keinen Wert auf Originalität in seiner Erfindung legt, ja daß er sie manchmal bewußt bngatcllisiert, dürfte in. E. auf die von der Kunst seiner Zeit völlig abweichende Zielsetzung seiner Musik zurück- Zufuhren sein. Nicht Kiinstimisik wollte er schallen für kultivierte bürgerliche Kreise, sondern Bekenntnismusik für alle, ׳ die Ohren hatten zu hören. Seine achte Symphonie bczciclinete er darum als ein ״Geschenk an die deutsche Nation“. Nun, wir müssen es beklagen, daß Gustav Mahler nicht den Weg zu seinen eigentlichen Quellen gefunden hat; aber die tragische Ersclieiniing dieses Musikers und Menschen soll uns eine Mahnung sein. Erich Werner, Saarbrücken. z e r t e in Palästina von jüdischer Musik ger a d e z 11 entleert sind. Ferner ist völlig unverstündlich, daß gerade an dieser Stelle und in 11 i c s c in M onat kaum ein Musikwerk aus der Zeit, in der wir leben, zur Darstellung gelangt. Heber diese beiden Unterlassungssünden wird jeddeh noch ott und ausführlich zu sprechen sein. Das letzte Konzert der ״Musical Society“ ließ — trotz der hochstehenden Einzcllcistimgcn (das Jerusalern er Streichquartett mit der hervorragenden Sangerin Sarah G oldst ein) wegen der ungünstigen Vcrbindüng v11״ Kammermusik und Gesang sowie wegen der lieferogeiicn Progranuti/iisamincnstclhiug ziemlich unbefriedigt. lieber das Konzert des elfjährigen Violinisten Isaac Gitclis 7,u urteilen, fällt diesmal schwer, weil der Abend unter einem nicht sehr glücklichen Stern stand. Ohne Frage ist der Knabe sehr begabt und vorzüglich geschult (Frau B e 11 * A in i ist seine Meisterin), jedoch fehlt ihm fast jede Selbständigkeit. Dabei hat er unbedingt das Zeug zu einem Musiker von Format: er hat den richtigen Griff. Alice Jacob Loewcnson. Der Hiffli Commissioner als Musikliebhaber Wir veröffentlichen nachstehend — mit unwesent• liehen Kürzungen — einen liericht über das Palestine Conscrvatoire, der uns von der Leitung übergeben wurde. f'ia.s Jerusalem Konservatorium für Musik und dramatischc Künste hat, seit au dieser Stelle über seine Entwickhmg berichtet wurde, einen Aufschwung genommen, der zu einer Armierung des Namens geführt hat; der neue Titel lautet nunmehr: lhc Palestine Conscrvatoire of Music and Dramatic Art in Jerusalem. Verfolgen wir kurz die einzelnen Wendepunkte der äußeren Fntwickluiig seit seiner Gründung im Oktober vori• gen Jahres, so ist zuerst zu erwähnen die von Bronislaw Hubcrmann begonnene Aktion, die durch ein gemein• sames Konzert mit Emil Hauser (Violine), Thclma Yellin (Cello) und Wolfgang Schocken (Viola) zugunsten der jungen Gründung eingeleiiet _wurde und zurzeit durch die Werbetätigkeit Hiibenn.imis in Europa und Amerika fortgesetzt wird. Der zweite Wendepunkt der Fntwickluiig war tlie oüizielle lieber1111110,״ des Patronats des Konservatoriums durch den lligli Commissioner Sir A. O. Waucliope. Diese Tat des als Musikliebhaber bekannten höclisteil Staatsbeamten bedeutete höchste Anerkennung für das ernste Streben des Konservatoriums und besonders seines Direktors Finit Hauser. Der dritte Wendepunkt war das erst kürzlich veranstaitete Kammerkonzert im Pal aste des High Commissioncrs. Iin ersten Teile spielten Emil Hauser (Violine), Artur Schnabel (Piano), Thclma Yellin (Cello) lind Wolfgang Schocken (Viola) Trios und Quartetts von Beethoven, Mozart und Schubert, lm zweiten Teile gab der High Commissioner einen Empfang fiir die Gesellschaft der Freunde des Konservatoriums, ihre bisherigen Mitglieder und eine Anzahl von Gästen, unter ihnen sämtliche höheren Regieruni'shcamten der jüdischen, christlichen und arabischen Kreise. Der musikalisch und gesellschaftlich außerordentlich eindrucksvolle Alieml war berufen, dem Konservatorium eine Menge neuer Freunde /uztiführcn, und fand auch in der Eandespresse einen entsprechenden Widerhalt. Am Vorabend des Konzertes fand im Konservatorium selbst eine Generalprobe im intimeren Kreise statt, zu der alle Musikfreunde Jerusalems gebeten worden waren. Diese Entwicklung des Konservatoriums, das die besten Lehrkräfte und Künstler Palästinas zu gemeinsamem Werke vereinen soll, folgt einer für die Zukunft klar zu zeichnenden Bahn: Das Konservatorium, in dem bisher mir Juden als Lehrer, aber etwa 30 ״/o Nichtjuden als Schüler arbeiten, soll eine allgemeine Pflegest,»ttc ernsthafter Musik werden, die Rolle von Schule, Seminar und Akademie in seinen einzelnen Abteilungen übernehmen, den jungen Künstlern Palästinas eine gediegene Unterrichtsstätte geben, die den Aufenthalt an europäischen Musikhochschulen auf eine Minimalzdt lierabdriicken kann, die Berufung namhafter jüdischer Künstler ermöglichen und gemeinsam mit den bisher bestehenden Musical Societies Palästinas für wohlgewählte und künstlerische Musikvorträge in Palästina Sorge tragen. ■ * Musilcbrief aus Tcl-Awiw Pal&stina-Strcichquarlctt Im Hause von Dr. Volikovsky fand ein Kon/ert des Pa- I,»still;»-Quartetts statt. Die ausübenden Künstler sind Elishcva Kramcr-Vclikovsky, eine Meisterschitlcrin von Busch, der Konzertmeister der Habimah Rosenzweig, der Bratschist des ״Berliner Streichquartetts“ Blumb c r g und — von seiner Mitwirkung beim Kolisch-Qnartett her in Erinnerung — H o f m e k 1 e r. Diese Vier haben sich ziisamim-ngrschlosscn und repräsentieren einen Klangkörper, der keinen Vergleich mit europäischen Quartetten zu scheuen braucht. Fs hat sich bereits ein Kreis der Freunde für Kammermtisik konstruiert, der sich sicher schon bald wesentlich ver• , großem wird. Symphonickonzcrt Der Waad Hatarbuth setzt seine populären Symphonickonzertc mit dem Tcl-Awivver Orchester unter Leitung von J. D. Jacobson fort. Man hörte diesmal die Schellerazadc von Rimsky-Korsakow und die Mcistersingcr-Ouvcrtu re von Wagner. Den Klavierpart im E-Moll-Konzert für Pianofortc und Orchester hatte Arie Abik'ah übernommen, der durch einfühlsames Spiel und gute Technik diesem Miticlstiick des Programms zu einem starken Erfolg vorhalf. Das Orehest erspiel selbst genügte indessen nicht ganz den Ansprüchen, und man hatte den Eindruck, daß für Hie Proben keine ausreichende Zeit zur Verfügung stand. Besonders die Bläser und im dritten Satz der Scheherazade auch das Cello spielten sehr unrein. Die Meistersinger-Ouvertüre hätte eine Steigerung des Tempos wohl vertragen können. Die einzelnen Thein, .a bei beiden Konzerten kamen nicht klar genug heraus. Kornett des ״Hanignn״ Vor etwa 3/4 Jahren zog Ncchemia Win a w c ז von Berlin aus, um seinen etwa dreißig Mann starken Chor der Weit vor/ustcllen. Inzwischen hat der Chor in vielen Ländem Beifall geerntet. Fleute gastiert er in Palästina. Von den elf Stücken des Programms wiesen acht einen ausgesprochen kultischen,?ynagogalen Charakter auf; eines gehört in das Gebiet der ״Scmiroth“, ein jüdisches Volkslied (״Was wird sein, wenn Maschinell kommen wird?“) ist ins Hebräische übertragen und das temanisclic Volkslied ״Gamal, Gamali“, das als einziges palästinensischen Typus vertrat, ist für den Chor arrangiert, winawers Sänger zcich- , neu siel» durch große Disziplin aus. Die Stimmen sind durchweg kultiviert und ergeben in ihrer Gesamtheit eine Klangwirkung von großer Schönheit. Die Kompositionen sind von Birnbaum, Sulzcr, Lcwandowski und anderen bekannten Meistern synagogaten•Chorwerkes, die Bearbeitungen für den Chor sind größtenteils vom Dirigenten. Ein Fehlen der Knabenstimmen wird durch das — fast zu oft angewandte — Falsett der Tenörc ausgeglichen. Den Vorbctcr ersetzt Winawer jeweils durch Solisten (Gothelf, Händl, Henin, Philip, Salno u. a,). Freilich kann hierbei trotz ausgezeichneter Einzclleistungen die Wirkung nicht erreicht werden, die sonst von dein scheinbar ungesetzmaßig improvisierten Rezitativ des wirklichen Chasan ausgeht. Palästinensische Kammer־ Oper. Die unter Leitung von Benno Frankel (triiher Hambürg) neu ins Lehen gerufene Kammer-Oper führt sich ausgezeichnet mit ״Scrva Padrona“ (Die Magd als Herrin) von Pcrgolesi und Offenbachs kleiner Operette ״Das Mädchen von Elizondo“ ein. Die Idee, in Palästina Kammer-Opern aufzuführen, ist außerordentlich zu begrüßen. Sic erfordern einen kleinen Apparat von guten Solisten, über die wir jeweils verfügen dürften, ein kleines Orchester und ein einfaches Bühnenbild. Man ist also nicht von vornherein mit einem Etat belastet, der eine Rentabilität für Mitwirkende und Unternehmer fast ausschlicßt und wird bezüglich der wenigen benötigten Kräfte kaum Kompromisse schließen müssen, sola״ge die Leitung in den Händen eines Fachmannes von Geschmack ruht. Bleibt nur abzuwarten, wie das pakistinensischc Publikum sich zu diesem, ihm fast unbekannten Stil steilen wird. Darf man den großen Premieren-Erlolg zugrunde legen, so kann man diesem jüngsten Theateruntcrnchmen des Landes eine durchaus günstige Prognose stellen. Die Inszenierungen beider Stücke durch Benno Frankel verrieten׳ eine sichere Hand. Er läßt der reizenden Buffo-! ' 1

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