Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 36 (4.5.1934)
- Date
- 1934-05-04
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU BERLINER RUNDSCHAU v—/ ך־ן ״* ׳ ן 1 ‘ .14 Li r \~ ־/ ו %*״“־• *»* «<*y p»**־ 1 M' ן ן L IJ 1 Eine Massenkundgebung der B. Z.V. Am Vorabend des La!,׳ B’omer hatte die B. Z. V. ihre Anhänger zu einer K 1111 d g e I) u 11 g gerufen, die so starke Beteiligung fand, daß viele keinen Einlaß mehr erhalten konnten. Es war ein Abend der geschichtlichen Perspektiven über 2000 Jahre hinweg. Vom Aufstand des Bar Kochba spannte sich der Rahmen bis zu dem Kampf, den wir in unserer Gegenwart um unsere Selbstbehauptung zu führen haben. Von nicht endcnwollendem Beifall begrüßt, sprach als erster Redner Dr. Joachim Prinz über den Aufstand des Bar Kochba. Er erinnerte an die Pilgcr/üge, die am Lag B’omer in Palästina zu den Gräbern von Schimon bar jochai und Rabbi Akiba ziehen, und sagte, das Kennzeichen des westeuropäischen Judentums sei, dal! es nicht mehr wisse, wo Misrach ist, daß cs also gleichsam die Orientierung verloren habe. Sinn dieser Feier sei es, im Zeichen der Verbundenheit mit der Geschichte sie zu begehen; und wir dürfen cs um so mehr, als wir' wissen, daß sich in Palästina der Aufbau und der N״e u b a 11 unseres V o I k c s vollziehe. Der Redncr kam dann auf die geschichtlichen Ereignisse nach der Zerstörung des /weiten Tempels zu sprechen und entrollte ein lebendiges Bild von der damaligen Situation. Palästina war keine Einöde; es lebten noch Juden dort - ohne Glan/, aber mit Kraft. Jerusalem war ein Trümmerfeld, die zehnte Legion beherrschte das Land. Die I'ricstcrseiiaft war vernichtet, die Adelssrhicht der Sadu/äer zugrunde gcgegangen. Dafür standen zwei neue Schichten auf; die Pharisäer und die Rabbincn. Sie wurden damals nicht mir die geistigen, sondern auch die politischen Führer des Volkes und ließen das nationale Bewußtsein nicht cinschlafcn. So kam es, daß allmählich unter dem Druck der römischen Herrschaft überall Aufstände auf flammten, deren ernstester schließlich der des Bar Kochba war. Fr siegte gegen Rom, und erst mit vielfacher Uehermacht konnte der Aufstand niedergeschlagen werden. Dreieinhalb Jahre hatte sich Bar Kochba in Bctliar verschanzt. Rabbi Akiba erlitt den Märtyrertod, und heute noch nach 2000 Jahren gedenken w׳ir dieser Zeit. Auch für uns Heutige ist jene Epoche beispielgebend. Der Zionismus erobert sich die Welt und ist im Begriff, die Weltallschaumig der Judcuhcit zu werden. Hat man dies begriffen, so ist cs nötig, auch zu betonen, daß jüdischer Natnnalis• mus eine Sache für sich ist. Er wird nicht darin bestehen, bloß zur Volkwerdung auf/urufen, sondern die Aufgabe ist, zu wissen■: w a r 11 m wir eine Nation geworden sind. Zionisimiä bedeutet im letzten: daß Juden bereit sind, die zerrissene, geschichtliche Kette wieder zu einer Einheit z u s a in in e 1! z 11 f 11 g e n. Es geht uns nicht um das Schicks a I eines Einzelne n, sondern um das Leben der Gesamtheit. Dr, Hans Friedenihat sprach sodann über den Geist der M a k k a b i he w e g u n g. Vor •10 Jahren ist die jüdische Turnerschaft entstanden, tim der körperlichen Verkümmerung der Juden cittgegenzuwirken. Welche Entwicklung von jenen kleinen Anfängen bis zur heutigen, weitverzweigten Mnkkahihcwcgung! Intcllektualismus und Individualismus waren in früheren Zeiten die hemmemlcn Faktoren in unserer Entwicklung. A11 die Stelle der kritischen Eigenbrödelei• sei zu setzen der Typ des Chaluz und des M a k k a h i, der Typ des unbekannten Soldaten der Arbeit, der es versteht, schweigend seine Pflicht zu tun. Infolge der besonderen Umstände, unter denen Juden in den letzten Jahrhunderten leben mußten, haben sie verlernt, zu gehorchen mul eine Autorität über sich an/ucrkcnitcu. Durch die Bünde insbesondere׳ muß in dieser Richtung hin die Erziehungsarbeit an den Juden geleistet werden. Zum Teil Ist ja dieses Ziel schon erreicht. Das große Wunder unserer Tage ist die Kolonisation eines verwüsteten Landes durch Städter und Händler. Dies konnte nur geschehen, weil jene Menschen, die sich dem Aufbauwerk widmeten, gelernt hatten, sich einer Idee lintcr/uordiien. Im Judentum sei heute ' die Tendenz zur Sammlung spürbar; und wir können init Freude konstatieren, daß die Makkabibcwcgung mit an der Spitze marschiert. Aber auch heute noch wie zur Zeit des Bar Kochba steht der Feind in unserer eigenen Mitte. Deshalb müssen wir den Freudentag des Lag B'omcr mit dem Kampf gegen einen Ocmclndcvorstand verbinden, der die jungen und besten Kräfte des Judentums von der produktiven Mitarbeit am gemeindlichen Leben ternhält. Als letzter Redner sprach Dr. David Schlofjberg über die Zukunft der Gemeinde. Die Gemeinden unserer Zeit haben sich gelockert. Sie haben das Judentum auf die religiöse Sphäre beengt und sind zu Kultusgemeinden geworden. Die an der Spitze der Gemeinden stehenden Männer verkündeten diese religiösen Ansprüche, während sie in den meisten Fällen seihst mir sehr wenig von Religion in sich hatten. Ihr religiöses Judentum war für die andern bestimmt, die ,,noch nicht so aufgeklärt" waren. Wir Zionisten haben stets gefordert, daß die jüdischen Gemeinden das ganze jüdische Leben sowohl in seiner religiösen wie in seiner nationalen Ausprägung zu umfassen hätten. Es ist keineswegs erstaunlich zu sehen, wie alle die Forderungen, die bereits vor vielen Jahren in dem Genieindoprograinin der Z. V. f. D. erhoben worden waren, nun Punkt für Punkt verwirklicht worden sind oder werden - aber keineswegs freiwillig und aus der inneren Frkennlnis der Richtigkeit heraus, sondern mir auf Grund äußerer Umstände. Die heutigen Repräsentanten, die unter völlig anderen Umständen gewählt worden sind, haben nichts h i n z ti g c 1 c r n t. Sic sprechen unsere Vokabeln nach, ohne ihren Geist erfaßt zu haben. Sieht man sich auf den verschiedensten Lcbcnsgcbietcn um — wie traurig ist es da bestellt. Berufs umsc 11 Ichtung: das große Schlagwort unserer Zeit; aber cs ist eine bewußte Irreführung der Jugend, der man eine handwerkliche und landwirtschaftliche Ausbildung ohne den Weg nach Palästina verspricht, während man doch Innerlich durchaus überzeugt Ist, daß dies nie zur Wlrklidikcit werden kann. Jüdische Schule; ja, sie ist da, aber ohne jüdischen Geist. Sie ist eine Halbheit, eine Vcrlcgcnhcitslösung. Fine Gemeindeversammlung für die Jugend; und mir die größte, die zionistische Gruppe kommt auf ihr nicht zu Wort. Jüdischer Sport: wo ist der jüdische Geist in ihm? •_ Assimilation lind die sog. zweite Emanzipation sind die beiden großen Seifenblasen, die zerplatzt sind. Nur d i c G e tu c i 11 d e g c w n 11 i g e 11 h a b e!1 es nicht gehört. Sie leben weiter in ihrer libernlistischcu Gedankenwelt. Wir müssen demgegenüber an der Forderung festhalten, daß die Führung in der Gemeinde nur den Menschen gehört, die eine klare Z 11 k 11 n f t s s I c 111 bcsitzen und wissen, wohin der Weg des Judentums führt. Allein wir Zionisten haben schon seit Jahren den Geist und die Zeichen der Zeit verstanden. Hinter der ״Autorität" der Geincindcgewaltigen steht die Volks mein 11 ng nicht mehr. Die Führung gehört denen, die zum Volke gehören. Rezitationen und Sportvorfiihrungcn umrahmten die Veranstaltung, die bei allen Beteiligten einen tiefen Eindruck hinterlicß. 41!י1 Mm ■י׳ •»י •Nr Ziöifalcclie Veranstaltungen :1 Bczlrksgruppe Nord. Mittwoch, den 9. Mai, 20.30 Uhr, Ktlu,״ >,? Wedding, ScKcrstr. 35. Waller Tempel! ״Der neue Mensch!״ p ׳ lästina." LlchlblldervorlUhrung 1 ״Nahalal — «In Dorf wird g״ ״' wah"; Bcgleltmtragi Dr. Eva Lübeck. i Die Bcilrksgruppc Jannowilibrücke errichtet eine Tagcs-Kindn1 ׳' ׳ kolonic (9 bis 6 Uhr) uulSerlinlh Berlins. Interessenten 1 von 4 bis 0 Uhr im Heim, Hriiekenstr. 6 a, bei Connard m m * (F7 1017). Bexirkigruppe Friedrichshain. Somabcnd, den S. Mal, 20.35 Uhr 1״ Helm, Landsberger Sir. 87, Bui.tcr Abend. Mitwlrkcndei ן ,:., v lenberg (Cello), Rudoll Wallenberg (Klavier), Mordechal R״(^ pt*. ’ »Uns (Gesang), Fcla Roth-Tennenbaum (Klavier), Hildegard C1«״j ■־■ (Reillatlon), Karlen iu 50 und 70 PI. — Sonntag, 6. Mal, 4 Uhr im Helm, Landsberger Sir. 871 Kindernachmittag. - Mltt**,!‘ . 5 9. Mal, 20.30 Uhr, Landsberger Str. 87. Dr. Josel Weis! ״Akt*(!■’! wirlschallllchc und politische Probleme de» Palästina-Aulbaui.״ I! Bcilrksgruppc H.msaplatx. Mittwoch, den 9. Mal, 20.30 Uhr, K« I dilorcl Hansa, Flensburger Sir. 19. ״Gesprochene Zeitung." Au» dt•! Inhaiti Die neue Assimilation; —■ Alljahpollllk! — Die Hallas! - Neueste Nachrichten! — Literatur-Beilage 1 (Jeher Dichter der Hetlkwah! — Muslkbellage! — Hebrlliche Rcdaktlonsstabr A. Gundermann, F. Isaak, K. Rcienberg, Dr, 8* acnblalt, H. Levinsohn. Bcilrksgruppc Witlenbcrgplatx. Mittwoch, den 0. Mai, 20.30 I}, I.ogcnhan», Kleist'fr. 10, Mitgliederversammlung. R A. Benno ״Die politische Lage im Zionismus.“ Erwin Pollak: ״Zionut!<־>; Arbeit in Deutschland.“ Bcxlrksgjuppe Spandau. Dienstag, den 8. Mai. 20.30 Uhr. Svnjjnj-r,. grliiimle, Spandau, Lindenufer 12. Kurt Tuchler: ״Die!weite f.ims. ripation?“ Arbeitsgemeinschaft Iwria. Die für Dienstag, den 8. Mai pp!s» Veranstaltung ist auf den 15. Mai verschoben. Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Pallstlna. Gruppen West w. Bayerischer Platz: Am 7. Mai, nachm. 4.30 Uhr, Aihtn» gcmcinschafl unter Leitung von Frau N'alhanson: Autocmannpi!« von l'insker. Bei Frau Sehtnalinski, Srhöncberg, Am Park 20. - Gruppe Westeud: Am 8. Mai, narlmi. 4.30 Uhr. Arbeitsgeme-r. schall; Iterzl; Der Judenstaat. Bei Frau Glcsinger, Kaiserdamm K5, Garlenliaus. Hebräische Kurse der BZV. In nächster Zeit werden in Charlotten, bürg, in Wilmersdorf — unter Leitung von Herrn Ilarasrh —!1 Zehlendorf-Wcsl und im Hansaviertel neue Anfängerkurse eingrtick■ tet. Unterricht wird zweimal wöchentlich je 1>,> Stutulcn erteilt. Urse, richtsgehühr 3 KM. monatlich. Aufnahmemöglichkeit für Hebriivh. * lernende, die bereits Vorkennfnissc besitzen, bestellt in folgenden Ktis sen: Kurse, die ab Mai 1033 bestehen: Brunnenslraßr, Steglitz, Kant• : Straße; ab Juni: Charlottenhurg, Wedding; ab Juli: IHmiplt1!,; Danzigcr Straßei ab August: Sieglitz, BrunnenstraSr, Charleuten. ׳ bürg; ab September: Wilmcrdorf, Charlottenburg; ab Oktober: Stcglilr, Wilmersdorf, Charlottenhurg, Neukölln, Zentrum, Tcm(*!• bof; ab November: Charlottenhurg, Norden, AlcxanderpHtz, Pr». : rischer Platz, Brunnenstraße, Kottbusser Ufer: ab Dezember: Ale»׳, •״ derplalz, Kantslraßc: ab Januar 1034: Kanlstraße; ab Febril«: Oranienstrtße, Kantstraße, Bayerischer Platzt ab März! Knnlstrs!(, j Alexanderplalz. Anmeldungen an die Kullurabteihmg der B7.V, ' , Meinckestr. 10, IV. St., Tel. Bismarck 7185. —־ Wir sind in de i Lage, erfahrene Privatlcbrer für hebräischen Privatunterricht mcK zuweisen. — Wir bitten alle, ilie sich hei Dr. Kaleko für «in״ neuen Anfängerkursus gemeldc! halsen, zu einer Besprechung •s 8. Mai, abends 7 Uhr, in unser Heim, Kantstr. 64, zu kommen. Sex Anmeldungen w״erden noch entgegrngenommen. Chor der BZV. Nächste Proben: Im Norden am 7. Mai, abend! 20 Uhr, im Heim, Landsberger Str. 87, im Westen am 8, ML abends 20 Uhr, bei Dr. Nathan, Koristanzcr Str. 2, NcuanmcMwps werden entgegengenommen. Hebräischer Chor, Makhelat Hanoar Hechalu*. (Leitung: Mai «c Clcei). Nächste Probe: Am 6. Mai, abends 8.45 Uhr, BZV.-1(015, Kantstraße, a> Jüdische Wender- und WirlschaÜsfragen Mehr denn je stehen Fragen der jüdischen Wirtschaftstmd Sozial|K>litik im Vordergrund des öffentlichen Interesses. Die zionistische Bewegung, die schon vor Jahren zu diesen Problemen des jüdischen Lebens Stellung genommen hat, ist bemüht, den deutschen Juden in ihrer gegenwärtigen Lage die grundsätzlichen zionistischen Gedanken über her u f s 11 in s c 11 i c 11 tu n g und Wand er 1111g zu übermitteln. Die klare Erkenntnis dieses Fragenkomplexes wird immer dringlicher. Die Berliner Zionistische Vereinigung hat aus diesem Grunde Dr. Michael T r a 1111, einen hervorragenden Kenner jüdischer Wandel- und Wirtsdiaftsfragcn, gebeten, in einer Reihe von Vorträgen zu den Aufgaben der jüdischen ()Öffentlichkeit auf diesen Gebieten Stellung zu nehmen. Der erste Vortrag behandelt das Thema: ״Berufsumschichtung — und dann? Wanderung — wohin?“ Näheres wird noch bekanntgegeben. Fragebogen ausfiillcn! Der letzten Nummer des Genieiiuh'lilatk's waren Fragebogen beigefügt, um deren Ausfüllung zur Vervollständigung des Gcmeindekatastcrs gebeten wurde. Diejenigen, die den Fragebogen nocli nicht ausgefüllt und zuriickgcsciiickt haben, werden gebeten, dies umgehend zu tun. Wo die Formulare nicht mehr zur Hand sind, können neue vom Genicindebiiro, Oranienburger Str. 29, bezogen werden (Weidendamm 5921). Nur wenn jede Familie die Fragebogen ausfüllt und uns übersendet, Ist die Gcmcindc in der Lage, ein vollständiges Mitgliedcrverzeichnis herzustellen, das als Grundlage für den Aufbau der Gcmcindcarbeit sowie der sozialen Institutionen zu dienen geeignet ist. Sonnabend, den 5. Mai 1934, 20H Uhr! im Logenhaua, Berlin W, Kleiatatr. 10 \ Mltwlrkanslai Proframmt (Fr«y, Prager! Meyer, weil) Dr. Leo Barczinski (Bariton) Dr. Han« Nathan (Klavier) Einleitender Vortrag / Klavfovtrt• Psalm EU! Eli / Streichquartett ׳ Eintrittekarten *u RM —!50 und RM 1!— m der BZV, Meiackettreß« 10, j im BZV'Heim, Kantatr. 54, im AtUnlic-Expreß, Friedrichtirafie 300 (dir. S-Beha) J I und im Logonheus, Kleiatatr. 10. Berliner Zlonlitlsctie Vereinsam), Halisr-SifcilaE «Der Brief des Uria" Autiührun!• <Qr die Künsilerhllfe Es sind gerade 25 Jahre her, als in Reinhardts Kammerspielen an einem Abend drei Entdeckungen gemacht wurden: ein Autor und zwei junge Darsteller. — Die Schauspieler hießen Ludwig Hartau lind Lcopoldlnc Consfantin, der Autor — Emil Bernhard, der mit seinem Stück ״Der Brief ״des Uria“ bei Publikum und Presse einen großen Erfolg hatte. Das Stück ging dann über viele Blihijcu, um nacli 25 Jahren wieder nacli Berlin ziirürimikelircn, und wir sind dem Scliwcsternvcrband der U. O. B. B.•Logen, der diese Vorstellung für die Kiinstlcrhilfc ermöglichte, für dieses Wiedersehen dankbar. — Es war erfreulich, fcstzustelleu, daß das Stück auch nach einem Vicrtcljahrhundcrt die Zuhörer zu interessieren vermochte und duren seine an Spannungen reichen Situationen, und vor allem durch seine echte Thcatralik zu fesseln vermochte. Die Aufführung; unter der künstlerischen Leitung von Fritz Leyden •vermochte mit Erfolg all die sprachlichen und psychologischen Feinheiten des Dramas auf der kleinen Bühne des Logenhatiscs zur plastischen Wirkung zu bringen. Die Spannung im Zuschauerrauni und der starke Beifall, der'nach den Akten und besonders nach dem Schluß einsetzte, sind . die besten Beweise einerseits für die dramatische Kraft dieses Stuckes, andererseits für die künstlerische Einheit der Aufführting. Die problematische Figur des Dramas — der König David — war bei Fritz Leyden in guten Händen. In einer interessanten Charaktermaskc (vielleicht ein wenig zu starr), umriß er all die Schwankungen zwischen Liebe und Pflicht in der Seele dieses Königs, der trotz der Erkenntnis seiner Sünde von ihr nicht lassen will. Seinem Gegenspieler Erich Walter, der das Opfer dieses Dramas, den unglücklichen Uria verkörperte, gelang cs. die innere Umwandlung aus dem naiven Soldaten in den sieh selbst opfernden ״Dritten״ zu dokumentieren. — Marin Flore, die Frau zwischen den beiden Männern, vermochte als Bathscba die Sympathien der Zu* hftrer und Zuschauer zu erobern, nicht nur wegen ihres schönen modulationsfählgcn Organs, sondern auch wegen der Echtheit ihrer Gefühle. Daß sie In ihrer Liebe zum König auch die Eitelkeit der F'rau, der zukünftigen Königin, durchbiicken Heß, zeigt von feinem psychologischen Einfühlungsvermögen dieser Schauspielerin. — Mit großer Wärme spielte Bianca Eisholz die Sklavin-Freundin, die trotz ihrer lugend genötigt ist, ״diplomatisch“ zu sein, um ilfre Herrin nicht zu verraten. Josef Stein *teilte den treuen Leibwächter glaubhaft dar. _ p. Familion-Nndniclifon Am 7. Mai begeht Herr Isidor Cohn, Breslau, Augiutaatr, VII (früher Witkowo, Provinz P0»e11) dm ML Geburtstag. Ankündigungen Hebräische Lehranalalt der jüdischen Gemeinde tu Berlin, Hamburger Sir. 27 und Klopstor kstr. 58. In allen Klauen Du«'• Neuaufnahmen erfolgen. Für Interessenten mit Vorkenninissen (*• steht im Hebräischen eine besondere Auswallt der F.ingliedeW1? moglichkeilcn, da laufend neue Anfängcrklasscn gegründet sind. Unterricht in allen Klassen je zweimal wöchentlich J</| den. Auf Anregung aus Kltcrnkreisen sind wir bereit, einen heb»׳* sehen Anfängerkursus für Kinder im Alter von li bis 12 Jd,1׳,! in der Schule Klopslorkstr. 58 bei genügender Beteiligung^ <** zurichlen. Kennlnis des Lesens wird vorausgeseilt. Der l,״״ rieht, wird in aefardiseher Ailaspraehe erteilt. Anmeldnngen «־bfr-!* lieh an den Leiter der Hebräischen Lehranstalt, Herrn N. grün, GrunewaUl, Trabener Str. 2. Die angcmohlcten Sclmlcr *c<',s gebeten, zur Vorbesprcehung am Dienstag, dem 15. Mai, mc* p um 4.30 Uhr, in der Schule Klopstockstr. 58, au erscheinen. Sp״c׳;' zeit: Montag und Mittwoch von 17.30 bis 18.30 Uhr in der Srt״ Große Hamburger Str. 27. — Dienstag und Donnerstag von 1 bis 18.30 Uhr in der Schule Klopstockstr. 58. KUnstlcrhilfc der Jüdischen Gemeinde tu Berlin. (Telephon: D* rnarck 1060.) Am 5. Mai, abends 8.30 Uhr, im Hause Dr. A. ",,*,י Joarhiinsthaier Str. 0, Hnuskonzcrt unter Mitw-irkung vnn l.imlberg, Julius l’eissaeliowilz, Elsa Koch-Stabinski. Mndrigal-D ’• I.citung: Dr. Ludw ig Miseli. — Am 7. und 8. Mai, abends 8 ’.D fl 'jn der i'liilliarmonie, Bernburger Slraße, im Verein mit den) h1״® bund ״Judas Maeeabäus“ von Handel, Dirigent I)r. Kurt Solisten: Lotto Leonhard (Sopran), Paula Lindberg (Alt), Mai feld (Tenor), Fritz Lcchner (Baß). Am 10. Mai, abends 8.15 im Bechstcinsaal, I.inkstr. 42, Kompositionen von James Roth'tt“׳ mit Marg.1 Burlin (Alt), Fritzi Jokl (Sopran), I.eo Gollanin (Ten״^ Dr. Fritz Liebeck (Baß), das Modern-Quartett (Max Modern, Ruhmann, Soma Gut freund und I.eo Rosl.11). Am 15. Mai, 9 Uhr, im CaR Leon, Kurfürstendamm 155. Bunter Abend mit '_ marsch von 30 RabcreltKtcn unter dem Motto: ״Meine tv»lc stung"; ״Jeder Künstler gibt seine Visitenkarte ab“. Am 21• ־ ' vorm. 11.30 Uhr, im Berliner Theater,»Charlottcnstr. 90-91 ״ ( kunstschaffende Frau“ (Kunstgcwcrbcaussteilung), Leitung: 1 Condeil, Vortrag! Iletta Bandiergcr (mit Lichtbildern), ״U Margarita Julies, Kritik und Neubesinn iprioht ׳0%