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Jüdische Rundschau · 1934-05-01 · Heft 35 (1.5.1934) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 35 (1.5.1934)
Date
1934-05-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU fl Beim echten Dichter Ist es entweder die Phantasie, die ihn zum Dichten drängt, oder ein übermächtiger Wille oder eine unbändige Leidenschaft. Bei Brenner liegt die Quelle in etwas anderem. Ilm bewegt nicht die eigene Lebensnot, sondern die der Mitmenschen. Das Leid der Welt hat ihm keine Ruhe gelassen und ihm die Feder in die Hand gedrückt. Freilich: wer von vornherein Partei ergreift für den Oerechten und gegen den Bösewicht, der wird die Vielheit des Lebens nicht überschauen, denn dieses kennt noch andere Urmachte als nur Oute und Bosheit. Das ist der Grund, warum es Brenner gar nicht leicht geworden ist, über sich selbst Gewalt zu gewinnen und die Höhe des Dichters zu erklimmen, die _ er zu Zeiten erreicht. Errungen hat er diese Stufe vermutlich deshalb, weil zu dem Weltschmerz bei ihm noch der judcnschmcrz hinzukommt. Docli ist cs nicht das Gesamtschicksal Israels, das ihn erschüttert, vielmehr das Elend des Einzelnen. Für Brenner ist das Exil, das Leben in der Verbannung, gleichsam ein langer, endloser Winter, Er klagt nicht über Kälte und über Frost, er spricht immer weniger aus, als er im Innern fühlt. Wer aber das Ohr spitzt, der kann die Töne vernehmen. (Uebersctzt von Emanuel bin Gorion.) Die Verteidigung von Tcl-Chaj Tei-Chaj, Sinn und Geschichte der Verteidigung, herausgegeben vom H c c h a I u z. Deutscher Landesverband. Der- ]in. 0,60 RM. In einer iimfangreichen Rroschürc sind eine große An- 7ah! von Dokumenten über die Ereignisse bei der Vcrtcidigurig von Tcl-Cliaj im Jahre 1920 zusammengcstelit. Die politischen Fragen, die In jenen Wochen aktuell waren, treten aus Aufrufen, Zeitungsartikeln, Protokollen und Er- Inncrungcn lebendig vor Augen. Das wichtigste aber sind die Menschen, die damals gekämpft haben und zum Teil gefallen sind, ganz besonders die Person Trumpeldors, die wir in ihrer menschlichen und zionistischen Reinheit erleben. Gerade heute, wo im Zionismus um Trumpcldor und um die Fragen, die schon damals, als Td-Chaj verteidigt werden sollte, aktuell waren, heftige politische Kampfe geführt werden, tut cs not, Tatsachen und Menschen sprechen zu lassen und sie aus dein Getriebe des Parteienstreitcs emporzuheben. Diesem echten pädagogischen Ziele dient die Broschüre in hervorragendem Maße. —in. Lilcraiur zur Zeit- und Cxcistc5']cscI1icl1fc Hermann Feilst: Bolschewismus und Judentum. — Das jtidisehe Element in der Führerschaft des Bolschewismus. Eckard-Kampf•Verlag, Berlin-Leipzig 1931. 3,50 RM. Das Buch des Dozenten an der Deutschen Hochschule für Politik, das vom Institut zur Erforschung der Judciilrngc in Zusammenarbeit mit dem Gesnintvcrbänd deutscher nntikommunistischer Vereinigungen in Berlin herausgegeben warden ist, und das in der gesamten deutschen Presse sehr stark beachtet wurde, stellt die These auf, daß der russische Kommunismus wesentlich von Juden und Personen jüdischer Abstammimg durchgcsetzt worden sei und von ihnen getragen werde. Die Rolle der jüdischen Führer Innerhalb der KOinmunistischen Partei Rußlands wird aus der Situation der Juden im alten Rußland mul aus den unter ihnen vorhanden gewesenen sozialistischen Strömungen abgeleitet. Trotzdem bestelle heule wieder eine Judcnfr.ogc in Rußland, und es wachse das nationale Gefühl der Völker der Sowjetunion, so daß die eigentliche Revolution erst begonnen habe, die eine russische Revolution gegen das Judentum sei. — Ls ist nicht unsere Aufgabe, uns mit den von Fcbst vortrefciicii Thesen über das Wesen der bolschewistischen Herrschaff und den Anteil der Juden au ihm auseinanderzusetzen. Allerdings wäre zu wünschen gewesen, daß sich der Verfasser nicht nur mit der Lage der Juden im alten Rußland, sondern auch mit der Situation der jüdischen Massen im kommunistischen Rußland beschäftigt hätte. Fs würde dadurch eine Ergänzung des Bildes Insofern eingetrden sein, als man nicht nur die Rolle, die eine Reihe jüdischer Führer im Bolsrhcwisimis spielen, so erkennen, sondern auch die tingeheureu Leiden sehen würde, die über das russische Judentum durch den bolschewistischen Umsturz gekommen sind, und nicht zuletzt die Angriffe, die gegen alle positiv-jüdischen Regungen in Rußland durchgeführt werden — mag cs nun die Bekämpfung des jüdisch-religiösen Lehens oder auch der nationalen Bestrebungen, insbesondere des Zionismus sein. Wie man auch zu der TI1c.se, die von Feilst vertreten wird, stellen mag: die überwältigende Mehrheit des russischen Judentums ist durch die Revolution vor schwere Probleme gestellt worden, deren Bewältigung bis heute noch nicht gelungen ist und die für weiteste jüdische Bevölkerung«• schichten Not und Elend gebracht haben. Friedrich Hussong: Kurfilrstcndamm. Zur Kulturgeschichte des Zwischenrciehes. Verlag Scherl,, Berlin. 2,20 RM. In diesem Buch gibt der bekannte Publizist eine Reihe von Aufsätzen heraus, die in den Jahren von 1919 bis 1933 erschienen sind. Wie schon der Titel des Buches sagt, __ Nr• 3S■ 1- V.!934 wenden sic sich gegen den ״k'urfürsicmlamm" ,11, ...ן hier als Kulturhegrifi schlechthin gebraucht ’wird f!!w?» vielen Stellen des Buches Dinge behandelt werden dir• , ä״ auch für die deutschen Juden von Interesse sim! ieuch^»^' Als einen ausgesprochen auf jüdische Probleme 1׳e״ ״ t׳1״ Artikel erwähnen wir den über das Berliner Qashrw','n Ilabimah im Jahre 1929. ■ sP1d <jCf Dr. P. Kapistran-Romcis: Das Alte Testament im I ichte geschlclitllcbcn Wahrheit. Buchverlag Germania A.-Q im inj 1, 11,111 km. ׳׳ um• Dieser Sonderdruck einer Artikelserie, die in der ««- kisclicn Volkszeitung‘• in Berlin erschienen ist, behandelt /־ Angriffe, die gegen das Alte Testament in der letzt7 ,״ ' gerichtet wurden. Vom katholischen Standpunkt a!״ ״•!! die Bedeutung des Alten Testaments als Grundlage Christentums und für die Menschen unserer Tage dargelc“ ____ oc,” Hachichara, herausgegeben vom H e c h a 1 u z, Deutscher!« desverband, Berlin. 0,30 RM. X U־״ einleitenden Aufsätzen von Bcrl K a 7. n e 1 s o’n (Erlös״״! und S. Ru base ho w (Nationales Kapital) Schilder״,,׳״״ von Chawerim des 1 lechaliiz, die ihren Weg zu dieser Ort״׳ sation und zur Hachscharah beschreiben. Es schließen Abt hieran eine Reihe von Briefen und Berichte״ aus den einzeln« Ilacliscliarahzeiitrcn sowohl innerhalb wie außerhalb Deutsch lauds. Ein Aufsatz über A. I). Oordou, Schilderungen aus p," lästina sowie Probleme der Organisatorischen Arbeit im Hechaluz beschließen das Heft, das einen interessanten Ei״ blick in das Leben der Jugend gibt, die den Weg der Fm’ Stellung auf ein Arbeitsieben in Palästina geht. t Prof. Dr. Guido Kisch, Unlvcrsltätsgcschlchte und lüdljchs Familienforschung, Sonderdruck aus der Zeitschrift |״di sehe Familienforschung1'. ”J 'י Der Verfasser, Professor in Halle a. S., beschäftigt sich in diesem Aufsatz mit dem Verhältnis der Juden 7u den Uni. versitäten und mit den Universitätsstudien der Juden in frühe, rer Zeit. Er behandelt dann die jüdischen Doktoren der Uni. versität Frankfurt a.O. im 18. Jahrhundert als einen wichtigen Beitrag zur famiiicngcscliichtlichcn Würdigung des deutschen Judentums, % In Jerusalem erscheint seit kurzem als Wochenzeltuw eine arabische Zeitung in englischer Sprache unter dem Titel ״The Arab Federation“. t>)/a\ r' —D i IK § iiJi/iX Ni!. iXJ '7/ fi. P ca1ic;;::ü:1l unü l/srüaiil ln II APULE (Emok) f | Wer Bode!» In Aftile zu verkaufen ן! hat oder PlonUdenbodtn kaufen I | will» w^nde sich an: II MENDEL PROSTAK Dr.mciuiuoo Beier | Facharzt!ur Hals, Rase, Ohr | früher Berlin, praktiiiert jetzt in 1 Tel-Avlv, Raisceiid Bcuieuarfl 58 f | ״ik— ( <!. . » i Kip A. HERRMANN HcritiliKiijf von SpetfaKNIhmiBchinan G. ra.b. H. Berlin 0 27, Brauner Weg 109 Knopfloch-, Pikier-, Featon•, Peiz - Nähmaschinen DEfüTÄLOül Dental-Depot! Tal-Avlv, P. 0. B. 1 1ל RothirKild Boulevard IS I (.&L Zur ןחין 4I11 Piiny1‘ kUUll in Th* 1c. Li P. O. B. 119, Telephone 963-964 Tel-AVIV Cable address! "Ashralbank" Tel-Avlv Ausführung sämtlicher Bankgeschäfte Th# rei! I Z5* wohnt man ןןחדייז^חץ״־י׳ן וון ץ״/1-״§ LvJ Li LJ A C H A D HAAM STR• 82 >e: NIC! Haifa Hadar Hacarmel. P, 0. B. 950, Tel, 344 Cabla address: "Ashralbank" Haifa HAIFA, Jaffastr, P.O.B.371 Tel.420 TEL-AVIV,Horzlstr. P.O.B.650Tel.Q73 Übernehme nach aad Ira Lind• ilmlHch• Trimport• ~ and Verzollung. 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