Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 35 (1.5.1934)
- Date
- 1934-05-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Anaalgantarlfi Dia I2e*.p«l״.n» M1lllm(t«r-7>U• UM —,20, bl» S1»H«n8«*utka RM —,10, Ilir Famillannachrfchtan UM —41 Elmal»nt»i*an nur (a|n> Voran»• *•Mim* •ul Po«t•(hark• Konto Koriin 71 «W orlar In d.r Anral״n■ Annahm• Mnma* bla AJVar■, Annihmrarhhih lür <11• Dlrnataj.A>1«!ah• Montag 10 Uhr Illr dia Fraltag-Atiagaha Mmwoch U Uhr (Famlllananialgan bla Donnantag 10 Uhr) Helmstatto in Palästina. ״Battltr Programm'* n. 11. *!inen rT r*'■!! f^^'X .ץ״ v ך' י ״ i 1״״.״׳ ן n. . , r... E* ,**mmJ tb•» »■■*!ו p״-*t ShlrMaJ L.fa-..wi hjn^J^ ipa■-—-.»1111,».״^ - -^•J L-'’-■ n ן ך—•־־׳ן— l י /! \ / [ \,J \w~aaaff i \ 1 \ , 2«״ V־״״/ Wa«/ ך־י® n. Rn««■ Blr. 57־ »r iU 1.I7.IL aHrr Art »*״ Drink. ־Clfltl{.« 10a 34 \s% Telegraphischer Bericht unseres palästinensischen Korrespondenten. gl. Tcl-Awiw, 26. 4. 34. Heute wurde neben der'diesjährigen Levante-Wesse auch noch eine andere Institution eröffnet, und zwar der Flugputz von Ludd. Damit ist Tcl-Awiw in flugtechnischer Beziehung erheblich besser erreichbar als bisher. Der Flugplatz wurde durch die Landung eines Flugzeuges eröffnet, in dem sich der Oberkotnmissar Sir Arthur Wauchopc bcfind. Lr begab sich von dort aus auf das Messegcliinde, um der Eröffnung der Lcvantc-Mcssc beizuwohnen. Neben dem Obcrkommissar war das konsularische Korps Palästinas, die Chefs der Regierungsdepartcments, die meisten wichtigen jüdischen Persönlichkeiten des Landes und auch eine Anzahl arabischer Gäste bei der Erüffnungsfeier anwesend. Der Bürgermeister von Tcl-Awiw, Mclr Diezcngoff, eröffncle die Messe mit einer Ansprache, in der er Tei-Awiw als den Handelsumschlagsplatz des Nahen Ostens bczcichnctc. Er wies darauf hin, daß die Beteiligung an der Messe sehr stark gewachsen sei, so daß 2000 Aussteiler an der diesjährigen Veranstaltung teilnchmcn. Palästina, rlas Land ohne Anteil an der gegenwärtigen Welt- Wirtschaftskrise, sei damit in den Brennpunkt des öffentlichen wirtschaftlichen Interesses gerückt. — Der High Commissioncr Sir Arthur Wauchopc schilderte den großen Fortschritt, der 111 Palästina vor sich gegangen ist, und insbesondere den Fortschritt der Lcvantc-Mcssc gegenüber der letzten Voraiislaltung dieser Art. Er würdigte sic nicht nur als eine Monomische Leistung ersten Ranges, sondern auch als eilt Im Aesthctischen äußerst gelungenes Werk. . , ln der Tat ist der architektonische Eindruck dos neuen Mcssegcländes sehr bedeutend. Unter den: verschicdenen Pavillons ragen der Tozcrcth Haaretz-Bau, der die verschiedenen Landesprodukte zeigt, der britische Pavillon und derjenige der palästinensischen Landesregierung durch ihren Umfang wie auch durch das gezeigte Material hervor. Aber auch die nationalen Institutionen des Jischuw und der 'IN . 20, 21 14, 10M ureiici »n*- land ung#JW n!3:s3f• 10 n יי»<4: El, 0 n.lilf• dw״l1• ko׳״'•’'; im״•■ co»׳, nun “1׳Bima► nfhn*“• Rin«80• |, {1-1!'"* 4f. Til'Äwiw 2,^3 O ben» Das Hauptgebäude (Palästinensischer Pavillon) ver der Vollendung Rechts oben; Modellplan des Messegeländes Rechtst Ein Cafe auf dem Mfcssegelätvde Foto! H. Kr»uth»1»m»r Tel-Awiw J $ yP יי י ״j ׳ r \/ י V# <t0f - § ד‘ -, / s M ■f ✓-־־. I לא״\ "׳י K ' X' שץ"׳׳׳ ןז V*.. mt '׳■%# ppfj *i äy,- Jcwlsh Agency sind In sehr eindrucksvoller Weise auf, der Messe vertreten. Es grenzt nahezu ans Phantastische, was hier in kurzer Zeit geschaffen worden ist, wobei man durchaus die Prinzipien der modernen Ausstellungstcchnik gcwahrt hat im Hinblick auf die übersichtliche Einteilung des Messegeländes, auf die klaren Linien der Bauten und auf eine reizvolle Abstimmung der verwandten Farben. Schon bald nach Eröffnung durchwogte eine festliche Menge das ganze Gelände, die Pavillons und die am Meer gelegenen Terrassen. Ferner entnehmen wir der Ita folgenden Bericht über die Messe-Eröffnung: ■Tcl-Awiw, 20׳. April. (J.T.Ä.) Die Eröffnung der Levante-Messe in Tel-Awiw am 2b. April.fand in einem bcsonders festlichen Rahmen statt mul gestaltete sich, zu einer gewaltigen Kumlgehung.׳ Im grollen Saal des Mcsse-Reslaiirauts fand zu Ehren des High Commissioncr von Palästina, Sir Arthur Wattchope, der die Scliutzhcrrschaft über die Messe übernommen hat, der Leiter der palästinensischen Rcgieriings-Departmcnts und tler ausländischen, Delegationen ein Bankett statt. In einer Reihe von Ansprachen wurde aut die außerordentliche Bedeutung der Messe für die wirtschattliebe Entwicklung Palästinas und darüber hinaus für die wirtsehafUiche Erschließung des gesamten Vorderen Orients sowie für den Ausbau der I landeishczichungcn zwischen diesen!,ändern und den grollen europäischen und amerikanischen Märkten hingewicscii. Hierauf nahm High Commissioncr Sir Arthur Wauchopc in Anwesenheit der offiziellen Dolegntioiien von 21 Staaten und vieler Tausende ausländischer Gäste die' Eröffnung der Messe vor. Der Beginn der Messe wurde durch das langgezogene Tönen einer Riesensirene weithin bekanntgegeben. Vom Stadthaus, wo Bürgermeister Diz c 11 g o f f einer Abordnung der Mcssclcitung die Fahne der gleichzeitig das Jubiläum ihres 25jährigen Bestehens feiernden Stadt Tel-Awiw übergab, bewegte sich ein imposanter Festz 11 g durch die monschenerfüllten Straßen zum Mcsscgelände, •auf dem die Fahne für die Dauer der Ausstellung gehißt wurde. Die Stadt ist von Messebesuchern aus allen Ländern der Erde übcrilutet. Sämtliche jüdischen Zeitungen Palästinas, haben anläßlich des Mcssebegimis Sonderausgaben .veranstaltet• Einen ausführlichen Bericht über die Levantä-Mcssc werden wir in der am kommenden Dienstag, dem 8׳. Mai, erscheinenden Sonderbcil^ge ״Die Levante-Messe 1934*', veröffentlichen, . Das Problem der Arbeit nicht nur als Mittel der Existcn;erhaltung, sondern als Verbundenheit mit dem; Werk stellt vor uns deutschen Juden in dieser Zeit mit1 aller Eiiulringliclikcit. Schon seit vielen Jahren ist ein Teil der deutschen Juden im Gefolge der allgemeinen wirtschaftlichcn Entwicklung aus dem Arbeitsprozeß ausgeschaltet worden. Um so mehr trat das Bemühen der Ju- Die Zukunft der Berliner Gemeinde — Palästinensische Wochenschau — Zum Lag B’omcr — Rctchsfluchtsteucr und Dcviscn-Anblctungsplllcht — Juden als BetrlcbsiUhrcr — Orthodoxie und Zionismus Beilagen: Kindcr-Rundscliau — Literatur-Blatt (u. ■•! Joach im Prinz: Herz) der Erneuerer des Volkes — Ephraim BrHudo: Rachel — M. J. Bcrdyczewskh J. Ch. Brenner) — Berliner Rundschau Hebräischer Fernunterricht den seihst hervor, einen Weg zur Arbeit für alle zu bahncn. Wenn das deutsche Volk am heutigen Tage ein Fest der Arbeit feiert, das zugleich ein nationales Fest darstcllt, an dein alle Schichten des Volkes teilnchmcn, dann kön* ncn wir Juden die Bedeutung dieses Tages nachempfin* ’ den. Wir empfinden sic nicht nur in der Hinsicht, daß das Judentum seit Jahrtausenden den Gedanken des produktiven Schaffens des Einzelnen wie auch der Gesamtheit in den Vordergrund seiner sittlichen Lehren gestellt hat, sondern um?״ :mehr, als in unserer Generation da*׳־ Bcwußtscin wach geworden ist, daß wir Juden in allen Ländern der Welt, über die wir zerstreut sind, durch den Zwang 1 historischer Tatsachen in einem Verhältnis zur Arbeit stehen, das von Grund auf gewandelt werden muß. Es ist ein nicht von uns gewollter Zustand, daß das jüdische Volk im Verlaufe seiner mittelalter- Heben Geschichte immer mehr und mehr von den Zentren der produktiven, neue Güter schaf- . lenden Arbeit nbßedrüngt und in die vermittelnden Berufe hineingestellt wurde. Gewiß sind wir weit davon entfernt, diese Tätigkeiten als unproduktiv zu bezeichnen, die in einer sieh immer mehr verfeinernden Volkswirtschaft nicht mehr zu entbehren sind; aber wir kennen cs aus unserer Geschichte, welche Gefahren die Massierung der Angehörigen eines Volkes in diesen wenigen Berufstätigkeiten mit sich bringt, und wir wissen auf der andern Seite, daß die Verdrängung der Juden aus ihren ursprünglichen Arbeitsgebieten, aus der schaffenden Arbeit in Sfaiit und Land eines der schmerzliebsten Kapitel unserer üaluthgcschichte war. Wenn heute die, zivilisierte Welt den Juden die Chance gibt, in Pa* lästina auf dem mit ihnen historisch verbundenen Boden sich ein neues Leben aufzubauen, dann bedeutet dies zugleich eine Wiedergutmachung dessen, was einstrnals hei der Verdrängung der Juden aus den ihnen an gestammten schaffenden Tätigkeiten geschehen ist. So steht heute die Judenfrage in ihren wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen vor uns. Immer wieder sehen wir, wie sie die Judcnhcit erschüttert. Gewiß gab es auch für uns Zeiten wirtschaftlichcn Aufschwungs, und wohl waren Juden Pionicrc der wirtschaftlichen Entwicklung in einzelnen Ländern — aber diese Funktion vermögen sic nur eine gewisse Zeit über zu erfüllen, bis der nationale Gegensatz sich nicht zuletzt an dieser Funktion der Juden entzündet und sic durch Nichtjuden ersetzt werden. So entsteht auf Grund der Besonderheit ihrer ökonomischen Schichtung der Zustand, daß das wirtschaftliche Ergehen der Juden nicht allein von Faktoren der Ockonomic bestimmt wird, sondern viel entscheidender von politischen Einflüssen, über die die Juden keine Macht besitzen. Die Juden sind in aller Welt nicht allein ein Volk ohne Land und ohne Formen staatlicher Hoheit und damit der Selbstbestimmung, sondern sic verlieren in allen,Perioden ihrer Geschichte stets von neuem die Möglichkeit der Steuerung ihres ökonomischen Schicksals, und dieses gleicht einem Fahrzeug, das den Winden preisgegeben ist. Aus dieser Situation klare Erkenntnisse zu ziehen, war der modernen zionistischen Bewegung Vorbehalten. Sie erkannte, daß es darauf ankommt, die