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Jüdische Rundschau · 1934-04-27 · Heft 34 (27.4.1934) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 34 (27.4.1934)
Date
1934-04-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 UMDSCH AU;. ד ".!JOD Nr. 34, 27. IV.!934;liehe Schwerpunkt lag in den engeren Arbcitsgemcin- Schäften, die sich für die verschiedensten Gebiete zu* ■saminengefumlen halten, So wurde in einem Fortgeschrittenen- Kurs die jüdische Literatur der Gegenwart behandelt und die hebräischen Zeitungen gelesen; in Kursen für Anfänger wurden hebräische Studien getrieben, in einer anderen Arbeit*- Gemeinschaft wurden talmudischc Texte und Ten ach durchgenommen. Für alle Vorträge wurde in kleinerem Kreis eine intensive Vorbereitung betrieben. Neben der sachlichen Arbeit war das g c 111 e 111 s c h a f t - liehe Z u s a in m c 111 e b e 11 ein erstrebtes Ziel, das zumindest gegen Hude der Tagung in gewisser Weise als erreicht betrachtet werden konnte, Mancherlei äußere und innere Schwierigkeiten stellten sich der gegenseitigen Anniiherung der Chawerim in den Weg, insbesondere ersciiwerten die vielen Ablenkungen der Großstadt den engen Zusammenschluß, wie man ihn eigentlich erstrebt hatte. Dennoch gab es Höhepunkte der Tagung, bei denen das Gcmcinschaftsbcwiißtscin bei allen besonders leitendig war, so bei einem Oncg Schabbath, der dem Andenken an Trumpcldor gewidmet war. Audi eine Aussprache über Chassidismus führte die Teilnehmer außerordentlich ettg zu* snmmcn. Fininai ging man auch auf Fahrt in der Niilie Berlins. Das gemeinsame Leben während des Monats trug viel zum K en n e n 1 e r 11 e n der Teilnehmer bei; der Vormittag stand im Zeichen der großen Vorträge, und vor Tisch fand noeii ein kleinerer Kurs statt. Der Nachmittag war den Arbeiisgemeinschaften und Aussprachen gewidmet. Fs wurde auch sehr viel musiziert und gesungen, und vielleicht war dieser gesellige Teil nicht zum wenigsten daran mitbeteiligt, das Seminar zu dem Erfolg zu führen, der es geworden ist. Das Ergebnis der Tagung veranlaßt jedenfalls die Leitung des Hechaluz, auf diesem Wege fortzusclirciten und in regelmäßigen Abständen auch in Zukunft Führerseminare zu veranstalten. des Haschomer Hazair In den ersten Tagen des April fand in Berlin eine Bundesrafstagmig des Haschomer Hazair in Deutschland statt. Die Tagung, die ihre besondere Bedeutung durch die Teilnähme von Vertretern aller Ortsgruppen erhielt, sollte einen Uebcrblick über die Arbeit des letzten halben Jahres gehen, zugleich aber auch die Entwicklung des Bundes, dessen Wachstum viele neue Probleme aufgeworfen hat, maßgebend beeinflussen. Das Eröffnungsreferat über ״Die Lage In Erez lsr a e 1 und die Aufgaben der chatuz ischcn Be w egung“ beschäftigte sich u. a. mit den Gefahren, die dem Aufhau aus dem Ucberhamlnchmcn der Privatintcrcsscn erwachsen. In der Golali, so betonte der Referent, müsse die chaiuzischc Bewegung das Bollwerk gegen die Gefährdung der jüdischen lugend durch den Revisionismus sein; in der erzieherischen Sphäre der clialuzisclieii Bewegung, nicht in der Phraseologie über chaiuzischc Erziehung, liege ihr Schwergewicht. Ziel der Erziehung sei der Typus des Menschen, für den der Kibbuz Lebensweg und seelisches Bedürfnis sei. Im weiteren Verlauf der Tagung erstattete die Bundeslcitung den Rechenschaftsbericht und stellte das Programm der weiteren Arbeit auf, die im Zeichen der Erwcitcrmig, der vollständigen Hcbraisicrung und der noch stärkeren Mitarbeit des Bundes an den zionistischen Körperschaften stehen muß. Im Referat über ״Hechaluz, Hachscharah und K i b b u z“ wurden, ausgehend von dem ständigen Wachstum des Hechaluz, die besonderen Aufgaben betont, die dem Ha- 'scliomer Hazair als Erziclumgsbund erwachsen und eine aktive *Mitarbeit sowie stärkere Initiative seitens unserer Menschen im Suchen neuer Wege und Arbeitsmethoden zur Vertiefung der Erziehungsarbeit verlangen. Selbständigkeit der Bünde in der Bestimmung ihrer Kulturarbeit, ihres eigenen Weges in der Hachscharah und Alijali, sowie Schaffung der objektiven Voraussetzungen für die freie Entscheidung jeden Chawers in der Wahl der Hachscharahform und seiner Einordnung im Lande seien als Quellen einer starken Chalu/hcwcgung zu wahren. Im Mittelpunkt des Erzieliiingsrcferats standen die Fragen der Führung, der Bildungsarbeit und der hündischen Haltung. Außer den angeführten Referaten, über die eine sehr friedliche Diskussion geführt wurde, wurden am Ende der agung noch eine Anzahl von Kurzberichten über hebräische Arbeit, KKL-Arbcit und zur Frage der Errichtung von Hei- »11 en gegeben. Der Himdrsrat schloß die Tagung anläßlich des 20jährigen Bestehens der Bewegung mit der Verpflichtung zur Eintragung des ״Haschomer Hazair“ in das Goldene Buch des KKL. Mädchen - Alifah aus Deutschland Aus der Arbeit der Jung •Wizo Von der Wizo-Konferenz im vorigen Sommer war eine ungewisse Nachricht gekommen, daß die Wizo bereit sei, in ihre Institutionen eine kleine Zahl von Mädchen aus Deutschland aufzunehmen, die während eines Lehrjahres in iaiulwirtsehaftlielicm oder iiauswirtschaftlichem Beruf ausgcbihlct werden sollten, in dringenden Fällen sollten Ereiplätze zur Verfügung gestellt werden. Mau fragte hierauf an, aber die Antworten waren nicht ganz ablehnend, aber auch nicht so, daß man Gewißheit über diese Möglichkeiten hatte. Dann schrieb man, daß etwa 30 Mädchen gemeldet werden sollten. Man benachrichtigte die Juiig-Wi/o, die Ortsgruppen des Verbandes und den Hcchaiuz und bat um Meldungen von Mädchen, die gewillt waren, als landwirtschaftliche Arbeiterinnen in Palästina zu arbeiten und ihre Hachscharah in den Institutionen der Wizo vorzunchmcu. Mit aller Energie betonte man immer wieder, daß noch keine festen Zusagen Vorlagen, daß man aber diese Vorarbeiten einleitend unternähme, damit man gerüstet sei, wenn icr Bescheid aus Palästina eintreffen würde. Die Anmeldungen mehrten sich. Immer noch fehlten aber die entscheidenden Nachrichten. Endlich teilte man aus Palästina mit, daß man bestimmt mit der Alijali der Mädchen aus Deutschland rechne, daß man ihnen Plätze frcihicltc, und daß das Immigration- Department zugesagt habe, Sciiüicrinnenzertifikate, die nicht auf die allgemeine Quote angerechnet werden, zu bewilligen. Endlich kamen die Zertifikate, die von der Geschäftssteile und den Mädchen erwartet wurden. In kurzer Zeit waren 50 Mädchen abreisebereit, denn alle hatten sie darauf gcwartet. In fieberhafter Eile arbeiteten in allen Ortsgruppen, aus denen Mädchen «ach Palästina gingen, die Vcrbancfsmitglicdcr mit, um den Mädchen bei der Bereitstellung der Ausstattung ־zu helfen. Am Montag, den 23. April, fuhren 50 Madclien — 25 werden am 7. Mai reisen — nach Palästina. Es ist das erstemal, daß eine geschlossene Mädchengruppe aus Deutschland nach Palästina geht. Der Verband J i't d i - scher Frauen für Palästina-Arbeit ist dankbar, daß die Wizo gerade in dieser Zeit, in der es schwer ist, Ausbildungsstellen zu beschaffen, und in der die Zertifikate für Mädchen besonders knapp sind, Möglichkeiten gefunden hat, 75 Mädchen aus Deutschland zur Alijali zu verhelfen. Der Verband hofft zuversichtlich, daß die Mädchen, die sich hier für das Leben in Palästina vorbereitet haben, sich in der Wirküchkeit Erez Israels bewähren werden. ו ־ f f״1 \י" י; ו \ i ''s ( f f t "׳tj ד *fl SO w ®ו * ״> יד ״*י׳ •■׳ .״״ . * יי־ _ יייזז 1 ׳׳, ך% Ij ״-. י,,־• ‘ f ■״-׳v*-» יי» י• י י* י!י׳ Ä.A־ W"״••'. ■%> , .» ... J V* ,.׳• V •.<;..«,i Erez Israel braucht iicijie mehr denn je I d c a H s in u!!, Sobald man den Boden des, Landes betritt, hört man ein einzige.'i Wort, das überall geflüstert oder laut gesprochen wird; ״leliisiader“. Das bedeutet: ״Sieh zu, daß Du in möglichst sei in eil er Zeit möglichst viel Geld verdienst I“ Td-Awiw wird vollgestopft, Haifa erringt nur allniählieh ״Gnade", Jerusalem wird 1m Stich gelassen, viele Arbcits- Positionen auf dem Lande werden preisgvgeben — alles nur wegen des Strebertum!!, •fas sich vieler liier infolge der Kon* junkinr bemächtigt hat. Wir stehen vor der Hochsaison in den Orangenplantagen. Es fehlen Arbeitskräfte. Und nicht nur deswegen, weil cs zu wenig Zertifikate gibt — nein auch deshalb, weil alle von der besser bezahlten Bauarbeit an gelockt werden. Und *o drohen schwer errungene Arbeitsplätze der jüdischen Arbeit verlorenztigelien. Daher muß schon unseren ganz jungen Menschen die Erkenntnis eingeimpft werden; Wir bleiben Pioniere, auch wenn ein Teil des jüdischen Volkes aus akuter Not nnrli Palästina geht. Und Pionier, Clialuz, sein, heißt nicht dorthin gellen, wo mehr verdient wird, sondern wo mehr Arbeit zu leisten ist, die vielleicht dem Einzelnen nicht viel einbringt, dem Volke als solchem jedoch die Tore des Landes öffnet. Dieser Idealismus hat sich im Lande gleich zu Anfang bei der Wahl des Arbeitsplatzes zu bewähren. Es gibt ein Zentrum idealistischen Strebens — Kwuzoth und K i b b u z i m. Was ist ein Kibbuz? — Jene Gemeinschaft, die Starke uns! Schwache vereint, die Vielvcrdiener und Wenigverdiener, Fachleute und Scliwarzarbcitcr, Landarbeiter und Bauarbeiter, Lohn- und Eigenarbcit verbindet, die die in ihr vorhandenen Kräfte dort einsetzt, wo Arbeitspositionen erobert werden müssen, die von Einzeiarhcitern nicht hätten gehalten werden können, die sich nicht nach dem Eigennutz des Einzelnen, sondern nach dem Interesse der Schaffung neuer Arbcitspiäfzc richtet. Absolut falsch ist cs, zu glauben, daß in einem Kibbuz eine neue Gemeinschaft fest vorgefunden wird, sie befindet sich vielmehr in den ersten Anfängen ihres Baues. Und jeder neue Mensch kann den Bau ebenso stören, wie er ihn fördern kann. Passiv genießen ist im Kibbuz auch auf » . schafilkiicm und kuiturclicin Gebiet unmöglich, •“tk* Der Kern des Kibbuz bestellt aus Menschen ideii; c , Haltung. Wir sind aber alle Produkte des Lebens' früher geführt haben. Und wenn gerade dieses Leben 1״ einen neuen Genieiiischaftswiilcn erzeugte, so crschün't U!!l häufig unser Wiile in 11er Leistung der Produktiv«•«״ ״ S’P übrigen bringt dieses frühere Leben es mit sieh, t|aß ״?•' I;" kleinen Egoisten bleiben, ja, dieser Egoismus' vm, ',י• sielt milunter instinktiv in der Gemeinschaft des Kibbuz , er Sich dort bedroht fühlt. All unsere Liebe zur nn'״T'’ Lebenssphäre wird jetzt gesteigert. ®5J Diese Erkenntnis scheint recht elementar zu sein 1!!1 trotzdem sind viele so häufig enttäuscht, weil sie die L,-, | menschliche Gemeinschaft im Kibbuz nicht vorfimlcn llfK| 3’1‘I sie weit bessere Menschen 111 ihm zu treffen erhoffte1. ״.? t selbst es sind. ’ s i Der Kibbuz stellt objektiv gewiß eine große I.eis(UlvM. J ist aber innerlich eine Gruppe mit sich selbst rinin•,■tJ' I Menschen. Wer von Fremden Errungenes sicii aneignen y״'| I der gelte nicht in einen Kibbuz.'. Wer hingegen sich Sl׳s" » richtig cinschätzt und ein gemeinsames Werk schaffen w1 ׳ um der kommenden Generation die Grundlagen ein« nJ» 3 Gemeinschaftslebens zu geben — der kann in ihm leben S 1 sich bewähren. ׳“ f Das Kultur leben im Kibbuz ist nicht so inte-ä׳ I wie etwa das ״Leben“ in einem Jugeudbund. Die Arbeit 4■ I Klima, die Neuartigkeit des Alltagslebens verbrauchen | besten Energien im Menschen. Der Arbeiter hat auch ni*! die Muße, in seinen Gedanken die ganze Welt zu umspann«‘ j Er muß ‘seine Gedanken sehr konzentrieren, 11m mit ejrej! möglichst großen Radius den Gesichtskreis zu ziehen, _ 4,'; ,! dennoch über die durch die Wirklichkeit gezogenen Gmia! hinweggclangcn zu können. ' 1 1 Es ist auch schwer, auf gewohnte K u 11 u r formet ' zu verzichten, und daher erscheint uns vieles hier Oe• schaffcne ״langweilig", gerade wenn wir selbst die Schaffen-; den sind. Sehr leicht passiert cs, daß man eine ThcaterauHnh• rung in Haifa als Kulturansdnick ansieht, eine Pflanzung fc. gegen als langweilig empfindet. Audi hierbei kommt es darauf an: Nicht passiv genießen, sondern aktiv gestalten wollen, Boris Eisenstadt, En Cliarod,!pme EHwnera In Palästina bot und bietet sieh in diesen Wochen ein eigenartiges Schauspiel: die älteren Schüler an den Schulen des Landes haben zu Hunderten den Unterricht verlassen und sind in die Kolonien geströmt, um dort zusammen mit den jüdischen Arbeitern jüdische Arbeitspositionen zu erhalten. Es ist bekannt, daß die Beschränkung der Aiijah durch die Palästina-Regierung einen starken Arbeitermangcl im Lande geschaffen hat. Da die Arbeitsbedingungen in der Stadt viel anlockender sind, ist es dazu gekommen, daß große Teiie der Arbeiterschaft in die Städte strömten und die!andliehen Kolonien im Stich ließen. Dieser Zustand, der sich schon einige Mönafc liinzog,*erfuhr eine *besondere Dringliciikcit mit dem Beginn der Pflückerute, die lahr für Jahr 'eine große zusätzliche Anzahl von Arbeitskräften erfordert. Fs bestand die Gefahr, daß Tausende von arabischen Arbeitern in dieses Arbeitsgebiet einströmten. Die Histad r u 111 begann daher mit ihren Bemühungen, jüdische Arheiter in die Kolonien überzufiilireii. Sic hat dabei keine Mitlcl des Zwangs; das einzige, was ihr zur Verfügung stand, war der Appell an das chaiuzischc Gewissen des einzelnen Arbeiters. Und dies hatte Erfolg: I hinderte verließen die hochbezahlte , Bauarbeit und gingen in die Kolonien — ein Beweis für den auch heute noch vorhandenen Idealismus der jüdischen Arbeiterschaft im Lande. Der W a a d 1 e 11 m i schloß sicii dem Appell der Histadriith an. Dennoch genügte das alles noch nicht, Daraufhin griff man zu dem Mittel, da« mau bereits einmnt angewandt hatte: man wandte sich an die lernende Jugend und forderte sie auf, in die Kolonien zur Arbeit zu gciien. Der Appell ging an die Schulleitungen. Man erklärte ihnen, daß es Zeiten gebe, in denen es wichtiger sei, den Unterricht für einige Zeit zu unterbrechen, als ihn im Bewußtsein nichterfüllter Pfliciit fortzusetzen. Obgleich große Teile der älteren Schüler ohne Bedenken bereit waren, dem Appell zu folgen, wurden ihnen von einigen Schulleitungen Hindernisse in den Weg gelegt; man stellte Bedingungen, deren Erfüllung zumindest einige Tage in Anspruch genommen hätte — in Zeiten, in denen jeder Tag einen Verlust von Arbeitsstellen mit sicii bringen Konnte, Es kam so weit, daß die jüdischen Jugendverbände von sich aus gegen einige Schulleitungen protestierten und ihre Mitglieder aufforderten, den Unterricht zu unterbrechen und in die Kolonien zu geilen. Dieses Vorgehen, dem Hunderte von Schülern Folge leisteten, führte in der palästinensischen Oeffentiiciikeit zu einer heftigen Diskussion über die Frage der Disziplin der Schüler gegenüber ihren Schulleitungen. Die Schüler, die aus den Schulen zur Arbeit aus/ogen, gingen in die verschiedensten Kolonien. Ihre Stimmung sowie die mit ihrem ״Auszüge“ verbundene Problematik kam am klarsten auf einer Z u s a m 111 e n k u 11 f t zum Ausdruck, die Ende März veranstaltet wurde, Dem Berichte hierüber entnehmen wir folgendes: Jugendliche Freude beherrschte das Treffen der zur Arbeit gegangenen Schüler, das in Giw’ath Hascho!schal! (bei Petacli Tikwah) sfattfand. Etwa 350 Schüler und Schülerinnen waren zusamuicngcsirömt. Audi einige Lehrer waren gckommen. Die gebräunten Gesichter aller bezeugten, daß man vom Felde gekommen war. Die Unterhaltungen der Schüler in den Stunden vor der Eröffnung drehten sich um die Eindrücke, die man von der Arbeit und den Menschen erhalten hatte. Aus allen Schulen des Landes und von allen Arbeitsplätzen her war man gekommen: aus Herzliah, Raaiiannh, Kfar Saba, Magdiol, Iladar, Naaneli, Giwatli Brenner, Risclion Le Zion, allen Arbeitcrlnncn-Wirtschaftcn in Petacli Tikwah, Ness-Ziona und Giwath Haseliloschah. Nach der Eröffnung wurden künstlerische Darbietungen gezeigt. 111 den Pausen vereinten sicii alle zu fröhlichen Liedem. Sodann sprach ein Lehrer der Haifaer Realschule. Auch er würdigte zunächst die Tat des Auszuges, beklagte sich aber darüber, daß diese Tat ,,nicht in Gemeinschaft mit der Schule, sondern im Gegensatz zu ihr“ geleistet worden war. Ein anderer Lehrer der Haifaer Schule begann gleichfalls mit einer positiven Wertung des Auszuges zur Arbeit. Er gab sodann die Eindrücke der Schüler wieder, die sich auf ihren Arbeitsplätzen gutfühien und gehobener Stimmung sind. Er schloß sich dann allerdings auch der Klage an und wies darauf hin, daß die Organisierung des Auszuges mancherlei Mängel aufgewiesen habe. Sein Vorschlag war, die Schul« sollten in den Sommerferien einen Auszug aller Lehrer und; aller Schüler über 15 Jahre organisieren. Man müsse auch im ganzen Lande dje Pfliciit eines jeden Menschen über; 18 Jahre, zur Arbeit in die Kolonien zu gehen, proklamieren. Ein Lehrer aus Bcn-Sclienien erklärte, daß die Arbeit in; den Kolonien noeii immer in Gefahr sei. Das sei die bren-» uendc Frage, lieber andere« sei jetzt keine Zeit zu mkn. j Dieses Schüiertreffen müsse die große Erregung zum Aus• ן “ druck bringen, die gegenüber der Alijali-Polilik der Regierung j und gegenüber denen herrsche, die nicht jüdische Arbeiter j beschäftigten. ״Nicht diejenigen, die auf der Straße dcnion*| 8 frieren, sorgen für das Volk und für die Alijali, sondttc j diejenigen, die dein Ruf nach Rettung jüdischer Arbeit durch eigene Tat gefolgt sind.“ f Inzwischen war die Zahl der teilnehmenden Schüler mehr und mehr angewachscn, und der geräumige Saal von Giwatli Haschlosclialt war zu eng geworden, um alle n fassen. Bcrl Kaznelson mußte seine Worte von einem Lastauto aus sprechen, um das herum sicii Hunderte von Schülern versammelt hatten. Gespannte Aufmerksamkeit herrschte während seiner Rede. Er begrüßte zunächst die 1 Schüler, die zum Treffen gekommen waren und richtete eine« : besonderen Gruß an diejenigen Lehrer, die zu dem Treffen erschienen seien. Audi er schloß sicii der Ansicht an, daß . die Jugendbewegung im Lande im rinvernehmen mit ‘kf ׳ jüdischen Schule, die ja auch ein Teil der Hritciii'riing׳ neweguug sei, ihre Entwicklung nehmen müsse. Die Disziplin der Schule gegenüber sei wichtig, aber es gebe Zeiten, wo man uin chahizischer Hingabe willen auf diesen Wert ver■ zicliten müsse. Es habe sich eine tiefe Wunde gezeigt, M der die jüdische Schulc kranke. Das Erzielumgsdepartcment und 'die Schulleitung hätten die Pfliciit gehabt, den Auszug zur Arbeit seihst zu organisieren. Es sei allerdings fcst/o* 1 stellen, daß das Werk in einigen widiiigcn Schulen eine I ernste und lebendige Aufnahme und die erforderliche Hw I gefunden habe. 1 Nach Abschluß der Tagung gingen die Jugendlich1״ wieder an ihre Arbeitsplätze in den Kolonien, um die Ira• willig übernommene Aufgabe zu Ende zu führen. Zwei neue Broschüren des ״Hechaluz". Soeben sind vom Hechaluz, Deutscher Landesverband, zwei neue Broschüren herausgegeben worden. Es sind: Tel-Chaj, eine Sammiung von Dokumenten und Schilderungen der Verteidigung von Tel-Chaj sowie Würdigungen dieser historischen Tatsacnc aus der Feder von Brenner, B. Kaznelson, Schiller u. >•״־ ״ Hachschara, eine umfangreiche Broschüre, die haupts»• lieh Berichte ans der Hacliscliara bringt, aller auch c|IH Teil, der den aktuellen Palästina-Fragen und Schilderung‘• aus dem Leben Palästinas gewidmet ist, enthält. Zu erwiihnc sind Artikel von B. Kaznelson (Erlösung) und S. Rubascnow (Nationales Kapital). ״׳1'v "״•1*V ־vr ־■־;*! ״ 1׳־ik־■ CAU DE CO LOG Ni• ' r "■».•%r*1!׳|r r. ~4>AREÖM fr fr cf Das interessanteste, pikante Modepanfäm artwu-r caoisc« ** t NC PAßfÖMCOttN «KCOLiN, Zu lr% ollen c lies IQhranda llboralo Woltblatt r:ll,u1״ f jährlich 13.- Ralch•״«״• Waokly Edition 1 j!/,jährlich •.BO n Daily Edition 1!/, Jbhrllch 21•— . Commorclai Edition! >/!Jährlich •■SO Contln«ntai• Qa•ehlHו•t•Uoו e 21 S BERLIN W 9, POTSDAMER STRASSE »

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