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Jüdische Rundschau · 1934-04-27 · Heft 34 (27.4.1934) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 34 (27.4.1934)
Date
1934-04-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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pplSCHl RUNDSCHAU JUGEND - RUNDSCHAU NR. 34, 27. APRIL 1934 /‘7'tx ✓W» ״׳a ,o״': G j*׳,י-, \ ךי׳ו .***l! y i VS: י, J r J1 Lj ׳ •t_ j ן £/n *rtfcr Teil der jüdischen Jugend Deutschlands, da soeben in das Berufsleben cingctretcn ist oder einen Weg zu neuen Berufen sucht, ist im Hechaluz organisiert. Dieser stellt mit seinen etwa 14 000 Mitgliedern heute die größte Organisation der jungen Generation im deutschen Judentum dar und erfaßt seine Angehörigen in einem Umfange, der in früheren Zeiten niemals von irgendeinem jüdischen Jugendverbande erreicht worden ist. 3000 dieser Mitglieder befinden sich bereits auf Nach, scharah, in der beruflichen Ausbildung für ein Leben der Arbeit in Palästina. Ein Teil von ihnen ist int Auslande untergebracht, sowohl in der Landwirtschaft wie in Lfandwerk und Industrie, In den meisten Ländern Europas sind Mitglieder des Deutschen Hechaluz tätig, aber auch außerhalb Europas wird in einigen Ländern die Hachscharah durchgeführt. Wir veröffentlichen heute Briefe junger Menschen, die über ihr Leben während der Hachscharah im Auslände berichten, und glauben, daß diese Schilderungen in ihrer einfachen Nüchternheit unsere Leser besonders stark interessieren werden. (Red.) Briefe aus der Hachscharah Aa» Algier Seit dr ei Wochen arbeite ich in K a r ni o u d a, in einer 0״n jenen (׳rollen Dominien, die den Reichtum des (ranzüsi- <(hc11 Alrikas bilden. Das Ciut liegt in einem Teil Algeriens, wo ander einer ganz, dünnen europäischen Oberschicht die j-jfizc Bevölkerung fast ausschließlich arabisch ist, wo Ziviiisition und Hygiene unhekauut sind, wo cs nur gezählte Menschen gibt, die ein Alphabet beherrschen. Karmomla ist fast ausschließlich auf arabische Arbeit an- «wiesen. Aul 35(1 hier;ingestellte Arbeiter kommen nur drei Europäer, denn die arabische Arbeitskraft ist viel billiger als europäische, die _ soziale oder kulturelle Forderungen stellen wurde. So niedrig man auch die Löhne ansetzt, es werden sich immer Menschen linden, die noch billiger arbeiten werden. Die Arbeit, die ich hier zu verrichten habe, ist sehr vieljeitij׳ Ls ist eine Art. Konglomerat von Vor- und Ueberwaduingsarbeit. Gewöhnlich erhält man 10—20 arabische Arheiter, 1״,inchmal mehr, und mit ihnen zusammen soll mm eine Arbeit dieser oder jener Art getan werden, ich möchte liich den ersten Tag schildern, weil er für mich Neuling in dieser Arbeit mit einer vier schwersten war. Ls wurden mir also 12 arabische Arbeiter ztigewiesen, und mit ihnen zusammen sollte man eine große Anzahl von kaiilseimkrohmi mit dünnem Draht bewickeln. Ich sollte mm diese Arbeit leiten. Leiten heißt aber nicht kommandieren, son« dem milnrbeiten, ja sogar Vorarbeiten, d. h. noch mehr als andere arbeiten, denn mir so kann man den arabischen Arbeiter zur Arbeit bringen. Die Arbeit am Anfang war nicht zu schwer, obgleich sie schon von Beginn an große physische Forderungen stellte, aber sehr bald wird es schwerer. Die Hitze wird langsam unerträglich, die Sonne steigt immer höher und sendet ihre «r.bamilierzigeu Strahlen auf uns. Das Hemd klebt am Körper, tollst,un!ig durchnäßt. Daun kommt noch, daß der dünne Draht die Hände vollständig blutig geschnitten hat, aber man 1 tut nicht Zeit, sic zu verbinden. Zu allem verdoppeln noch die Araber, die ganz gut bis jetzt gearbeitet haben, das Tempo. IVIIilze macht ihnen nicht viel ans, aber dem Europäer soll ut-lnr alleinal gezeigt werden, daß er zur Arbeit nicht ge- W'nct ist mul daß er infolgedessen auch nicht das Recht hat, zur Arbeit anziitreibcn.! Ls ist eben die Feuerprobe, ein Eiltlu'lIcMxIcr. Entweder hält inan das erste Mal durch, oder ... nun wird bei diesen Menschen sieh nie durcl1sctz.cn, nie Diszip'm cinhalten können. Mail heißt die Zähne zusammen, die Minuten vergehen wie Stunden. Alle fünf Minuten schaue ich auf die Uhr.... man glaubt zusammciizufallen. Acht Sinnden dieser Artreit hei 40 Grad im Schallen ist tatsächlich nicht leicht! Die letzte Stunde datiert eine wahre Ewigkeit. Aber «llicl! geht auch diese Zeit vorüber. Mittagspause. Ich taumele in mein Zimmer. — Nach einer Stunde Pause arbei- Wen die Araber noch weitere 7 Stunden. Für diesen Tag i üf ich erledigt. Jetzt werden mir die Schwierigkeiten klar, die unsere I '■haweriitt der 2. Alijah hatten. Jetzt erst versteht man den; Kampf um jmliscite Arbeit. — Ls ist kein Zufall, daß Algerien nur eine sehr geringe Limvandertiiig von europäischen Arbei- Wn atif/uwciseii hat. Nicht nur, weil der so niedrig gehaltene Hlm sie dazu nicht anreizt, sondern weil, wenn den Arbeiter! Min idealistischer Wille dazu beseelt, er nie und nimmer! Woigrcidi mit an das Klima gewöhnten Arabern konkurrieren kann. Hie Zusammenarbeit, das ständige Beisammensein mit den arabischen Menschen bringt natürlich viele Vorteile mit sich. Wit mir kann dadurch die arabische Sprache — mir Verein-;iitc sprechen etwas französisch hier — gründlich erlernt *Wien, sondern man begreift allmählich auch viel besser das *tSfn dieser Menschen, ihre spezifische Mentalität. Brr Araber ist nicht der verschlossene Mensel!, wie man 1",י gewöhnlich darzuslelleu pflogt, sondern er wird bei näherer ',1Mimisch,dt leicht offenherzig. Fs kommen jetzt häufig nach 'זי Arbeit Menschen zu mir, mit der Bitte, diesen oder jenen |w| .... ,,s handelt sich fast immer um Steuersachen — zu ihnen diesen oder jenen Rat zu gehen. Bei jeder Krankkommen sie und verlangen Medizin. Durch all diese Dinge und wenn man sich bemüht, arabisch zu :?«11011, ist meistens der Bann gebrochen, der Kontakt 11״gestellt. | klm g Uhr ist Arbeitsschluß. — Wir arbeiten von 3 Llhr jl ™״gens bis 8 Uhr abends. Wenn ich nicht zu müde bin, vor- | p* ich mein Zimmer und gehe hinüber zu den Baracken, wo kl araNscl1cn Arbeiter schlafen. Die Menschen, die man am enil antrifft, erkennt man nicht wieder. Wo ist dieser mrrische (icsichtsaiisdriick, wo die ewig mißvergnügte!1”Urning? Nach der Arbeit ist der Mensch wie verwandelt. ״ח״ , מ", das er Dir entgegenbringt — im Arabischen gibt II; kf״ 1״Sie" — ist ein anderes, ein ״Du“ von echter Freude St l'n11.Kan״,r,■״Ischalt. Man sitzt zusammen um ein großes Feuer,!!"*״'er Stunde fühlen sich alle, obgleich sie sich mir wenige If t G kennen, obwohl die einen aus Algerien, die anderen aus I '"ף die dritten aus dem Süden sind, gleich. Alle Unterk .:י״"f״c simi in diesem Augenblick verschwunden, es herrscht II7,׳. ,tos Gemeinschaftsgefühl, wenn auch für eine sehr kurze IN'- dem, schon am Morgen gehen wieder die Streitigkeiten IS Hn׳ Cln/tdncn Gruppen und Familien los. Aber diese Stunden 1 1 ןRfn sie alle. Man tanzt und singt. Die Flöten und |1 '״imiielii Sind schr baId zur Hand. Die Müdigkeit «st ver- I, *;*״״den, der Ernst des Alltags ist vergessen. Wie kleine P vl, 1 haben sie die Fähigkeit, in einem Augenblick alles ij.j^hte und Böse von sich zu weisen. — Nur die Lieder |man braucht nicht viel arabisch zu kennen, um sie zu ver- SJC, "' dcnn die Stimmen und Gesten sprechen die klarste iJr Ehc r ״׳'fß'n, daß eine seelische Not vorhanden ist, Dji •״ Setmsucht nach einer besseren Zukunft aus. Der In- : fast Immer gleich. Er handelt von der Geschichte eines 1 "'ס mächtigen Volkes von einst, von seinen Kämpfen, Siegen und I leiden, von der inneren und äußeren Knechtschaft von heute. Aber kein Lied endet traurig. Jedes schließt mit der Hoffnung auf bessere Zeiten. Denn diese Menschen hier leben nicht von und in der Gegenwart, sic leben in Erinnerung an einst und in der Sehnsucht nach einer schöneren Zukunft. Ich sage ״Sehnsucht“, denn noch fühlt sich das Volk zu schwach, noch scheint ihm seine Not eine Selbstverständlichkeit, die nicht das Volk, sondern nur Allah ändern kann. M. R. Aus Jugoslawien Unser 1 lacliscliarnhkibbuz besteht aus 8 Chawerim Unter 20 Jahren, 20 Chawerim von 20 bis 25 Jahren, 11 Chawerim von 25 bis 30 Jahren; demnach ist das Durchschnittsalter ein recht hohes. Die berufliche Tätigkeit vor der Hachscharah war folgende: Chawerim Chawcroth Kaiifm. Angestellte 13 Universitätsstiidcnten 3 kaufm. Lehrlinge 3 ׳ in der Hauswirtschaft tätig Viehhändler 2 Schauspieler 1 Maler 1 Dentist 1 Drogist 1 Dekorateur 1 Photograph 1 Gärtner 1 Mechaniker 1 gärtn. Lehrling 1 techti. Assistentin Sekretärin 30 3 2 2 t 9 Von diesen 39 Chawerim sind 5 dem ostjüdischen Kulturkreis zu/urechnen, während alle übrigen aus meist stark assimiliertem westjüdischen Hause kommen. Bei ungefähr 40<y« kann man mit einer erweiterten kulturellen Bildung in allgemeinen Fragen, aber auch besonders auf jüdischem Gebiet rechnen. Linen eigenen Stempel drückt dem Großteil unserer Men- , scheu ihre Herkunft aus dem gntbürgcrlichcn Milieu auf, was sieh in besonders gnicr Ausrüstung, gesteigerten Komfortausprüdicu, entwickeltem Individualismus und schwieriger Einordnung in das Gemeinschaftsleben bemerkbar machte. Auch die ׳Zugehörigkeit zu den Siiifim des Hechaluz ist bei fast allen Menschen schr jungen Datums. Länger als >/» Jahr gehört nur ein Chawer dem Hechaluz an, alle anderen 2 bis 6 Monate. Zur Haelischnrah sind unsere Chawerim mit verschwindenden aber entscheidenden Ausnahmen nicht auf Grund einer zionistischen Entscheidung, sondern aus dein Fehlen einer materiellen Lxiston/basis gekommen. Fast niemand war schon früher auf I lachscliarah, nur wenige hatten eine wirklich positive Stellung dazu, den meisten erschien sic als ein notwendiges Hebel, durch das man so schnell wie möglich hindurch kommen wollte. Die erste Aufgabe, die uns gestellt war und jetzt erst als gelost zu betrachten ist, war die Bemühung um die Schaffung einer Gemeinschaft. Diese Aufgabe war nicht rasch zu bewältigen. Lines kam uns zu Hilfe, und wirkte andererseits erschwerend, da cs schr große Anforderungen an den einzelnen Menschen stellte: Die schr schlechte materielle Situation auf unserem Arbeitsplatz; jeder wußte genau, wie der andere unter dem mangelhaften Essen, unter den anfangs leeren Zimmern, unter der Kälte des Winters und allen anderen damit verbundenen Unannehmlichkeiten litt, wodurch wenigstens die Notwendigkeit des Versuches, alle diese großen Schwierigkeiten gemeinsam zu überwinden, einleuchtend erschien. Sehr schlecht wirkte sieh psychologisch die Tatsache des Zuschusses aus, den zu zahlen für fast alle Chawerim Pflicht war, da man bewußt oder unbewußt eine Gegenrechnung aufstellte, was man für das gezahlte Geld in der Stadt, geschweige denn auf dom Lande alles hätte haben können. So schwer war es für die Menschen, sich in ihrer Zeitcintcilung ziireclitzufiiulen. Die körperliche Arbeit füllte mit Absicht mir einen bestimmten Teil der Tagesarbeit aus, um in der übrigen Zeit intensiv dem Sinn unseres Zionismus näherzukommen. Jedoch war in der ersten Zeit nicht die erforderliehe Ruhe vorhanden, die cs gestattet hätte, wirklich in der FrcizeP zu schaffen. Wegen all dieser dauernd von neuem auftauchenden Schwierigkeiten, der Nervosität der Chawerim, war es notwendig, immer wieder die an sich kleinlichen, aber für die Gemeinschaft notwendigen Dinge in allgemeinen Vcrsammhingen zu besprechen und langsam eine störende Kleinigkeit nach der anderen ahzustellen. Unsere Erziehungsarbeit soll alle Gebiete enthalten, die für die Vorbereitung auf ein Arbeitci leben in Ercz Israel wichtig sind. So ergab sich u, a. eine eindringliche Bcschäftigung mit dem Land Palästina, mit all seinen wirtschaftlichen, politischen, sozialen Problemen, die teils nur verstanden werden können im Zusammenhang mit der Kenntnis der Problejuatik des vorderen Orients, mit der Kenntnis gewisser allgemein gültiger ökonomischer Gesetze, der Entwicklung und Ideologie des Zionismus, sowie einiger wesentlicher allgcmciner Fragen. Als zweiter Komplex ergab sich die Beschäftigung mit der Landwirtschatt, angefangen von Bodenkunde über Rentabilitätsuntersuchungen einzelner landwirtschaftlicher Zweige zu allgemeinen handelspolitischen Absatzfragen, wobei natürlich auch die Frage der Wirtschaftsführung Beachtung fand. Als Kulicpunkt der Woche bemühten wir uns um eine lebendige Ausgestaltung des Freitag-Abends, der jedesmal immer von neuem gestaltet werden muß. Die Gefahr der Isolierung im Geistigen ist nicht gering. Wir versuchen durch Presseberichte, Lektüre allgemein wichtiger Werke, durch tindringcn in das jüdische Leben in den wichtigsten Zentren der Welt in Kontakt mit den Strömungen der Zeit zu bleiben, immer den eigenen Weg daran vergleichend und neu büfestigend. Und doch darf unsere geistige Arbeit nicht nur auf Schulung beschränkt bleiben; denn wir wollen ja lebendige Menschen auch in ihrer geistigen Betätigung, Der Aus- Spannung, der notwendigen persönlichen Befriedigung und zur Ergänzung der geistigen Arbeit dienen Feiern und Musik. Unsere Bibliothek umfaßt etwa 4(XI Werke aus den vcrsclüedenen Gebieten des Zionismus, des allgemeinen jüdischen Lehens und der besonderen Pal.istinafragen; Werke zur Schn- ‘.1",R;״d allgemein •philosophischer, besonders wirtschaftlicher, fachkundlicher Basis, sowie eine Auswahl moderner bellctristischer Literatur. ' Die llchräisclikcnntnissc unserer Chawerim waren ungclalir folgende: 20 ׳y« konnten weder lesen noch schreiben. 50 0״ waren Buchstaben und Schrift sowie die ersten Lektioncn des Rath bekannt, 20 ״:״ hatten einige Anfangsgründe der Gr-mmatik schon gelernt; während der Rest zwar gr'ammatisch geschulter, aber des Sprechens genau so wenig mächtig war wie alle anderen. Bei dieser Verteilung ist es ganz natiirlieh, daß an eine hebräische Atmosphäre weder Wissensnoch willcnsmäßig zu denken war. P. D. Au* Dänemark Unsere Umstellung vollzieht sich ja nicht nur auf kärper- ׳ hch-geistigcm Gebiet, sondern darüber hinaus verändern uns unsere Uuistellungsproblcmc von Grund auf. Was für unser Gemeinschaftsleben von entscheidender Bedeutung ist, das sind die ״elialu/ischcn Lebensformen“, wie wir sie schlechtweg genannt haben. Unsere Menschen, die aus den verschiedensten Schichten, aus dem verschiedensten Milieu zu uns kommen, bringen auch eine andersartige Lebensweise mit sich. Diese Formen aber aut einen bestimmten Nenner zu bringen, ist eine unserer schwersten erzieherischen Aufgaben. Wie unendlich schwer fieses manchem von uns, den Gedanken des eigenen Geldbcsit/es z u g u n s t e n der Gcmcinschaftskassc aufzugeben. Was für ehrliche Uebcrwindung hat es manche Chawerim gekostet, dem Tanzboden fcrnzublcibcn, den Kragen und Schlips abzulegen, gemeinsam mit dem Essen ZU beginnen und was nicht alles sonst noch. Es ist klar, daß unsere Erziehungsarbeit für all das TU Entbehrende Ersatz liefern muß, daß wir für unsere neuen f ormen Begründungen finden müssen, daß wir unsere Menschon eine echte Beziehung zur Gemeinschaft empfinden lassen müssen. Aber der Weg? Am richtigsten scheint mir zu sein, ein Vorbild zu schafffcn, den Menschen zu beweisen, daß unsere Formen wirklich Inhalt haben. Weiter sollen wir uns bemühen, die schwachen Menschen an die Gemeinschaft zu ״fesseln“, indem wir unser Gemeinschaftsleben gestalten und auf den Einzelnen eiiizugclien versuchen. Ich weiß auch hierbei, wie schwer die Aufgabe ist, schon aus objektiven Gründen. Man stelle sich vor, in einem Bauernzentruin geht die Altcrskurvc von 17—33 Jahren. Wie soll da eine Be- Ziehung zwischen den Menschen zustande kommen! Es gibt den Weg, wenn nicht der direkten, so doch der mittelbaren Beziehung. Ott ist dazu ein gar nicht einmal altersmäßig in der Mitte stehender Chawer notig. Denn wenn man recht hin-, schaut: Fs gibt ja soviel Gemeinsames, soviel, das man parallel erlebt und erstrebt, daß cs nicht schwer faßen dürfte, ein Gemeinschaftsleben seihst in diesem Rahmen erfolgversprechend mul fruchtbar zu gestalten. Damit möchte ich midi auch griuid- * sätzlich gegen eine Teilung der llaclisdiaraligriippcn wenden. Ich stelle es mir furchtbar vor, wenn ein llacliseharahkibbuz von 30jährigen geschaffen werden sollte. Desgleichen ist cs meines Erachtens nach falsch, alle 20jährigen zusammenzustellen. Ich glaube, daß das Zusammenleben von jungen und älteren Menschen für beide Teile, besonders für den älteren Teil, sehr positiv ist. Dabei muß man aber wohlgcmcrkt j auf gute Zusammenstellung der Gruppen bedacht sein. Es' darf z. B. nicht Vorkommen, daß in einem Zentrum von zehn Menschen ft 27jährige und 4 18jährige Zusammenleben; denn cs liegt dabei auf der Hand, daß zwei voneinander getrennte Gruppen entstehen werden. M. Z. Ein Führerseminar des Hechaluz Der starke Aufschwung, den der deutsche Hechaluz Im letzten Jahre erfahren hat, und der die Institution vor eine Fülle neuer Aufgaben und Probleme gestellt hat, vcranlaiftc den Merkas, zum erstenmal ein Führerseminar für die leitenden Chawerim der Snifim und Hachscharahzcnticn zu veranstalten, um die Durchführung der geistigen Arbeit und die Erziehung der Chaluzim zu ihren Aufgaben im Lande zu ermöglichen. Diese geistige Schulung und Er- Ziehung, die früher von wenigen Menschen geleistet werden konnte, muß jetzt von einem größeren Kreis getragen werden. Etwa 70 Teilnehmer halten sich zu dem Seminar, das in Berlin stattfand, cingefunden. Die Leitung hatten die Chawerim Be r t h c n t a I und F r ä n k c 1. Drei große Themen standen im Mittelpunkt der Arbeit während dieses Monatslieber jüdische Geschichte gab Siegfried U c k o einen Ueber* blick; Enzo Seren i behandelte die weltanschaulichen Grundlagen des Zionismus, und Elieser Licbcnstein führte in, die eigentliche zionistische Problematik ein. Es ist auf dieser Tagung sehr ernst und' gründlich gearbeitet worden. Man beschränkte sich nicht auf die großen Vorträge vor sämtlichen Teilnehmern, sondern der eigent- אם ׳איךאד לי ם, לי;כשאני לעצם, סה אני Ly h v j; ,ft' k % v \ #»״ ׳ * •״>• : /׳ \ t Das Seminar, bei der Arbeit Foto H. S. Sooo«n(«l4

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