Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 33 (24.4.1934)
- Date
- 1934-04-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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vSeite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU iu" 1V# -י׳-ל. Von unserem palästinensischen Korrespondenten. Kapitalisten- Das amerikanische ökonomische־ Komitee, Einwanderung hei dem sich die Beratung der Investitionslustigen im Lande konzentriert, hat in den ersten drei Monaten des Jahres 193101• 1־ Kapitnüstcn-Eiu- Wanderer beraten. 250 davon kamen aus Deutschland. In den drei ersten Monaten des Vorjahres betrug die entsprechende Zahl 71, von denen 7 aus Deutschland kamen. Arabische Ans- In Jerusalem ist auch dieses Jahr — als stclluna in Gegenstück 7.u der von Juden veranstal• Jerusalem teten Ausstellung in Tel-Awiw — eine J ' arabische Ausstellung veranstaltet worden. Dies ist der.zweite Versuch dieser Art. Es beteiligten sich Handwerk und Industrie aus Palästina und den Nachbarlandern. Zwei wichtige Zweige der arabischen palästinensischen Wirtschaft, die große Zigarettenfabrik _ in Haifa und die Seitenunternchmungen in Nablus, sind dieses Mal nicht vortreten. Ucbcriragnng einer palüsiinensischcn Fabrik nach Cypcm? Es verlautet, daß die Fabrik für künstliche Zähne von Blum, die einen bedeutenden Absatz im In* und Ausland hat, mit dein Plan umgeht, einen Teil der Herstellung nach Cypern zu überführen. Ausschlaggebend ist bei dieser Absicht der Status von Cypern als Kronkolonie, die ein dortiges Unteniehmeii in den Zollvcrhand des Britischen Imperiums einbezieht. Die Fabrik von Blum, die in _ England einen ihrer bedeutenden Absatzmärkte sieht, beabsichtigt, von den möglichen Erleichterungen in Cypern Nutzen zu ziehen. Palästina ist bekanntlich als Mandatsland handelspolitisch nicht m den Rahmen des Imperiums einbegriffen. Arabische Arbeiter gegen Zuzug aus Chauran Im Haifaer Hafen wurde in letzter Zeit eine Anzahl von Arbeitern beschäftigt, die aus dem Chauran, angelockt durch die guten Arbeitsverhältnisse und steigenden Löhne im Lande, zugewandert waren. Diese Fel* lachen bedeuten durch ihren sehr niedrigen Lebensstandard eine Konkurrenz gegen die einheimischen Ar* beiter. Der Lohn in Palästina, auch der Araber, ist während des letzten Jahrzehnts gestiegen und befindet sich jetzt wäh* rend der Hochkonjunktur in einer weiteren Aufwiirtsbewe* gung. Das arabische Lohnniveau in Palästina ist also höher als m den umliegenden Ländern. Die Haifaer Hafenarbeiter wollten sich nun mit der Konkurrenz der neuen Einwanderer — die durch die offene Grenze von Transjordanien ein* sickern — nicht abfinden und jagten eines Tapes die Neuanköminlingc mit Gewalt aus dem Hafen. Es ist in diesem Zusammenhänge bemerkenswert, daß es nicht das erstemal Ist, daß man sich von seiten arabischer Arbeit gegen das Erscheinen billigerer Arbeit von außerhalb auf dem ein* heimischen Markte wendet. Die Bahn ver- Gegen Schluß der Orangensaison hat sich spridii Verdie Haifaer Handelskammer an die Eisen* besserunaen hahnleitimg gewandt, um die Beseitigung verschiedener Miftstände, die sich bei Transport und Abfertigung der Waren zeigen, zu verlangen. Vor allem ist ein Mangel an Lastwaggons bemerkbar und das Fehlen geeigneter und genügend weiträumiger Lagerhäuser. Die Eisenbnlmvcrwaltuug führt einen Teil der Mißstände aut die Enge des Haifaer Hafens zurück, verspricht aber ihrerseits die Bereitstellung weiterer Lastwaggons, den Bau eines Magazins für Zitrusfrüchte und eventuell die Schaffung noch einer Ladestation hei der Bahn. Sowohl Export wie Import sind im letzten Jahre so gewachsen, daß die Be* hörden mit den steigenden Bedürfnissen des Transports nicht Schritt halten konnten. Prophylak- Auf Initiative des Waad Leumi sind in tische Arbeit letzter Zeit verschiedene Beratungen von für die Som- Aerztcu und Vertretern öffentlicher Kör* mermnrtnft' pcrschaftcn abgchalten worden, um die prophylaktischen Maßnahmen für die Som* mermonate zu beraten. Es handelt sich in der Hauptsache um die Verhinderung von Malaria, Ty* phus und Dysenterie, die sich im Vorjahr stärker bemerkbar machten als üblich. Es soll eine umfassende Aufklärungsarbeit unter der Bevölkerung durchgcfiihrt werden, um die Kenntnis über prophylaktische Mittel zu verbreiten. Außerdem stellt die Vergrößerung der Hospitalisicrungsmögliclikeiten, vor allem in Tcl-Awiw, zur Debatte. Die steigende Einwanderung des letzten Jahres verlangt naturgemäß eine Ausbreitung des sanitären Dienstes in den Kolonien und Städten. A.- C- Nach Abschluß der Beratungen in Jerusalem Mitglieder begab sich ein großer Teil der Mitglieder im Emek des Aktions-Comitces auf eine Tour in die Siedlungen des Emck. Dr. Ru pp in, der Vorsitzende der Palästina-Exekutive, und Experten des Siedlungsdepartements dienten bei der Tour als Führer und gaben־ die entsprechenden Aufklärungen. Beilegung des Nach langwierigen Verhandlungen ist der Konfliktes Konflikt zwischen Pflanzern und Arbeitern in Kfar Saba in Klar Saba, der entstand weil von einigen .Seiten Araber eingestellt wurden, beigelegt worden. Die Arbeiterorganisation verpflichtet sich, den Pflanzern die genügende Zahl an Arbeitskräften zu stellen, wofür diese von der Beschäftigung von Arabern ahschen wollen. Es wurde eine Kommission eingesetzt, die zwei schwebende Fragen lösen soll: die durchschnittliche Arbeits- Icistung (diese war in letzter Zeit als Folge der starken Einwanderung, die ungeübte Kräfte ins Land brachte, gesuiiken) und die Organisierung der Pflückarbeit. In vielen Fällen wird von Juden die Frucht auf dem Baume an arahische Händler, verkauft, die sie dann pflücken und packen lassen. Die jüdischen Arbeiter verlangen in solchen Fällen, daß der arabische Händler vertraglich verpflichtet werde, beim Pflücken und Packen Juden zu beschäftigen. Verhaftung Die palästinensische Polizei hat nach sehr eines langem Suchen und vielen fruchtlosen Beberühmten mülumgcn einen großen Fang gemacht. Ein Rlhthers bekannter Vagabund und Räuber, der im Volke Abu Djelde genannt wird und vielerlei aut dem Gewissen hat; ist verhaftet worden. Die Polizei hat ihn monatelang mit Flug* zeugen und Panzerautomobilen gesucht, immer neue Ex* pcditioiicii ausgesandt, um auf seine Spur zu kommen, ־ aber es gelang Abu Djelde immer wieder, seine Verfolger irrezufiiiiren. Der Zweikampf zwischen seiner Bande und der Polizei wurde im .Lande mit größter Spannung verfolgt, und Abu Djelde hat sich im Laufe der Zeit unter der arabischen ׳ Bevölkerung eine beträchtliche Popularität erworben. Sein Bild erschien verschiedentlich in den Zeitungen, und hei ׳ Volksaufläufen und nationalen Festen konnte inan gelcgent* lieh zusammen mit Hochrufen auf die arabischen Führer auch solche für Abu Djelde hören. JL tJük» (Von unsern Berichterstattern) —33’ fr*■ jVHOtj R E 1 q jj Hamburg Den Auftakt zur Palästina-Woche bildete ein Vortrag von Dr. E. Simon (Haifa) im Zionistischen Akademischen Klub über ״Die geistigen Werkstätten des heutigen Pa* läsfiims1'. Der Redner gab eine umfassende Darstellung der heutigen Kultureinrichtungen Palästinas, der Theater, des Schul-, Bildungs* und Zcitungswcscns, der Universität und sonstiger Institutionen sowie eine Schilderung der Entwich* hing moderner jüdischer Kunst in Palästina. Am 15. April fand im Citriohntis ein Konzert mit Oberkantor J. Alter (Htmnover) statt. Die musikalische Leitung hatte Oberkantor Hermann Lieber (Hamburg). Alter brachte Schäumer Israel, J aal eh, Akawio sowie Chassidischc Lieder in eigener Vertonung zum Vortrag. Hervorragend diszipliniert und mit wunderschönen Solistimmen sang der Chor ״Hasomir1‘ unter der Leitung von Oberkantor Lieber jiddische Volkslieder, ver* tont von L. Finkei, der selbst am Flügel mit großer Ein* fühlimg begleitete. E. Kz. Lübeck Die Gemeinde feierte die Eröffnung der neu gegründeten jüdischen Volksschule, die Rabbiner Dr. Winter aufgebaut bat. Bei der Einweihungsfeier in der Synagoge, zu der sich die Vertreter der Gemeinde, Eltern, Lehrer und Schüler eingefunden hatten, sprach Dr. Winter den D;..,k an alle Mitarbeiter aus, die dieses Werk ermöglicht hatten. Der Vorsteher der Gemeinde, Herr Alfons Frank, gab hier* auf die Versicherung ab, daß die Qemeinde die Schule in ihre Obhut nehme. jß/״. /* fl rtfli,+* ftf-z׳V gp jrf v#1׳ iiPitir & ■ ’VVi i* ׳■' W 0 0 Breslau. Zionistische Vereinigung: Schulungskurse. Am 25. April, abends 8.30 Uhr, im Palästina-Büro, Gattcnstr. 25: Dr. Willy Cohn» ״Die Geschichte der Juden im Zeitalter der Emanzipation“, 3. Teil. — Emden, Am 25. April: Jüd. Jugendhund: Kurt Lyphold: ״Der jüd. Arbeitnehmer in Deutschland“. Am 20. April: Zionistische Ortsgruppe: Mi1gli.11cr.|1i1u|1tvcr>amm)t1ng. llicrnneli Lnnrlrnbb. Dr. Blum: ״Der jüdische Arbeiter zur Zeit der Misrhnah“. Am 28. April: Jugend■ gruppe: Oneg Schabbath. —■ Frankfurt «. M. Zionistische Verein!• gung: Vortragszyklus, Die zionistische Bewegung. Die zionistische Idee — Wandlung und Entwicklung: Dr. Ilnns Fomcrnnz: 28, April. ־— Der Kampf mit der Judenheit um die Durchsetzung der Idee — Zionismus und Assimilation: Dr. Han« Pomcrnnz: 3. Mai. —* Die politische Entwicklung der Bewegung: Assessor G. Guthmann; 14. Mai. — Historische Einführung in die Kalonisationsgeschichtc Palästinas! Assessor G. Guthmannt 28, Mai. — Das neue Palästina — Ein Gesamtbild: Dr. Han* I’omeranz. Private und nationale Kolo* nbation: Assessor G. Guthmann. — Die Arabetfrngc. 1. Das ata* bische Volk: l’rnf. Dr. Gotth. Weil, 2. Juden — England — Araber! Dr. Hans Pomeran*. Probleme jüdischer Erziehung: Dr. Httns Epstein. Die netihobräUche Literatur, — Alle Vorträge beginnen 20,30 Uhr: Untorlindnu 21. — Hamburg. Zionistisch-Akademischer Klub! Vortrag von Dr. Joachim Prinz! ״PaHistinn-Romnntik oder Pnliistinn-Aulbrm“: am 8, Mai, Curiohaus. — Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr. Aachen. Am 29. April: Konzert Hermann Schcy (Dallsanl), 20.30 Uhr. Am 3. Mai, 20.30 Uhr: ,,Tobias und der Erzengel“, eine heilere Legende in sechs Bildern von James HrUHe (Wcstpnrktheatcr). — Bonn. Am 1. Mai, 20.30 Uhr: Kantoren-Konzcrt (Loge). — Essen. Am 20. April, 20.30 Uhr: Konzert Hermann Srhev (Kruppsaal des Saalhaues), — Gekcnkirchen, Am 2. Mai, 20.30 Uhr: Kantoren-Konzcrt (Loge), — Köln. Am 23. April, 20,30 Uhr: Konzert Hermann Schcy (Weißer Saat d. Bilrgergcs.). — Krefeld. Am 30. April, 20.30 Uhr! Konzert Hermann Schev (TheiUcrsnal der StadthaUc). — Wuppertal. Am 5. Mai, 20 30 Uhr: Konzert Hermann Schcy (Gesellschaft! Kasino). — Mannheim. Am 2. Mn!! Uraufführung de» Oratorium• ״Daink und DiUini" von Hugo Adler. Bar Mizwah-Termine Am 28. April —- 13. Ijar: Leo Weinstein, Sohn von Hermann Weinstein. Bremen, Briiekcnstr. 32. Am 28. April — 13, Ijar: Aron Naftali Reifen, Sohn von M. Reifen, Plauen (Vogtland), Weltinstr. 1 b. Am 1)5. Mai — 1, Siwan: Willi (Scw) Margulics (früher Essen), Sohn von B. Margulics, London NW 8, Priory Rd. 10. Berichtigung. Der Vorname des Sohnes von M. Jahre, Dortmund, heißt richtig Herrmann (nicht N.). Familie!! - Nachrichten Herr Enianucl Wulf und Frau Mathilde, geh. Vollmer, Frankenthnl (Pfalz), begehen am 20. April das Fest der Goldenen Hochzeit, den Gemeinden 'rj Eliclaland und Westfalen In Aachen fand ein Konzert unfer Leitung v0״ p;.v Heidelberg und unter Mitwirkung von Oberk-nt״ (Hannover) und Oberkantor Alt (Aachen) statt - r h fcld (Westf.) sprach Rabb. Dr. Steinthal (M״l. ' Jugcndbuiid und in der Gemeinde über Berufs׳. tungsfrageit. — In Emmerich a. Rh. sprachen“ r 1. Behrait (Berlin) über Wirtschafts- und Wohlfahrt^ "י'0׳ Dr. Bluhni (Krefeld) über ״Jüdischer Glaube in heut ‘״V' und Hat« Scidcnberg über Palästina. Anläßlich deski gen Stadtjuhil;iuins hielt Lehrer Lilienfeld einen Vortm'•:‘־ die Geschichte der Juden Emmerichs. — In Essen v״"” »taltete die jüdische Kiinstlcrgruppe am 25. Mir; Kk’inkuiistahciul, der großen Anklang fand. - [״,V? kund sprach Prof. Salomon über die ״RehVimivr« 1“ *' liehe Bedeutung der Prophetie“. Unter den Kultiirinmiיי'.״ Stauungen sind ferner zu erwähnen: die Aufführung £ ,,Stella‘’ tind ״Mirandolfna“, sowie der Kon/ertabeml v>r hi Kisch-Arndt, — In O e 1 s c n k i r c h c n wurde durch 1K״ f turlumd Bernsteins Schauspiel ״Der Dieb“ mit gutem gegeben. — In Köln fand ein Kulturbimdknn/crt M'Gmei (Diano), Siegfried Urias (Bariton) und!: Saß (Begleitung) statt. — im Jüdischen Lehrhaus hielt p••!' Guido Kisch (Halle) einen Vortrag über die Beziehir״ der deutschen Juden zur Wissenschaft, in dem er auf *״א starken Anteil der Juden an der wissenschaftlichen ArC, einging. Mitteldeutschland, Sachsen und Thüringen , In Dresden veranstaltete die Jüdische Künstler)־,;;, einen Konzertabend mit dem Neuen Streichquartett. -!J' Fulda wurde ein ״Ausschuß zur Förderung jüdischer Kö turarbeit“ gebildet; man hörte ein Violinkonzert von A״ Stcigcr-Bctzak, einen Rezitationsabend von Karl Gcr.b t•: einen Vortrag von Dr. Arnold Hcrzhach ,über das ״Judis;r; Kind von heute“. — in Gotha veranstaltete die Gerne;!׳ ,־• am 1. März eine Purimfeicr für die Kinder; am 1׳, Mj״ brachte der J, P. D. durch eine Reihe von Darstellung; seine Tätigkeit den Gemcindemitgliedcrn nahe, — Für lUt, tin gen bedeutete die Einweihung des neuen Gemein,!<. haus es ein großes Fest. Rahb. Mcir Rasenberg hielt 0 Weiherede, die umrahmt war von Gesängen Trude Ha'; und Kantor Tausteins sowie von dem Vblinspiel Leo Hat — in Halle sprach Prof, fernst Wertheimer über ״Ras:״•:, fremdheit als biologisches Prinzip“. Ein Konzcrtabetid v׳• Kunstkreis des jüdischen Jttgcmlbundcs und der itiiliich« Cliorgcmeinsdiaft ,ii'ter Mitwirkung von Lern Schw,1hö Frau Dr. Nelson, Fräi./i Rosc11th,1l, Irmgard Schloß, Sopra: Locwe und Ignascha Gliickmann hinterließ einen tiefen E!r• druck. ־- tu Hannover bedeutete das Konzert des Neue Streichorchesters mit dem gemischten Chor ein Ereignis U die Gemeinde. Es wirkten mit: Oberkantor Alter, Hann . Lcwy u. a״ die Gcsamtloilung hatte Julius Paperle. - In Ko bürg hat Prediger Hermann Hirsch eine Kultwbfe ״Hagelud“ gegründet, die die kleinen Gemeinden Franks; und Thüringens bereisen soll. — In M a g d e b u r g »־ ־׳.׳ am 25. März Dr. Anneliese Landau über die Musik des ait.5 Wien, unterstützt von den gesanglichen Darbietungen Gii Mastings. — In Nord hausen fand ein Kammermusikaha!* des Mendelsohn-Trios aus Leipzig statt, der viel ikiii'l . fand. — In Plauen sprach am 7. April Dr. C. Fricdlanäa über Dichtungen jüdischer Schriftsteller. Neue Richtlinien des Zentralausschusses der deulsdici Juden für Hilfe und Aufbau. Nachdem sich die Ergebnis)! der Arbeit des ersten Jahres im Zcntralausschnü über■ blicken lassen, ergibt sich die Notwendigkeit, Grumten und Methoden der wichtigsten Arbeitsgebiete einer gnindsätzlichen Uebcrprüfung zu unterziehen. Der Zentralausschd beabsichtigt daher, für alle Arbeitsgebiete neue RiciniiiM! herauszugeben, die das Ergebnis eingehender Beratung«' darstellen. In einer eigens hierfür cmbcrufcncn Tagung uni•’ Heranziehung führender Sachverständiger ist zunächst i» ־ Gebiet der Berufsumschichtung und der damit« Zusammenhang stehenden Fragen beraten worden. Richtlim«,j die das Ergebnis dieser Beratungen darstellen, werden«! Kürze veröffentlicht werden. Aus palästinensischen Zeitungen Un sere Jugend Die Monatsschrift ״Mosnajim“ veröffentlicht einen leitenden Aufsatz ihres Redakteurs Jakob Fleh man, der unter dem Titel ״Kampf um die Vernunft“ das Problem der palästinensischen Jugend behandelt: ״Diese Jugend ist Fleisch von unserem Fleische, und manchmal ist sie uns ganz fremd, uns ganz unaufgcschlossen. Wir verstehen nicht, wessen Hand hier gewirkt hat, wir verstehen nicht, wie sie sich ganz, verändert hat und welches die Kraft ist, die sic bewegt. Wir sehen, daß große Menschheitswerte, die uns unendlich teuer sind und für die wir unser Leben hingegeben haben, für sic wertlos sind, und wir sehen, wie sie verworfene Werte heiligt, welche irreführende schmeichlerische Hände ihr dnrrcichen. Diese Jugend trinkt verdorbenes Wasser und spricht noch den Segcnsspruch darüber.... Die Welt ist für unsere Zeitgenossen entleert worden, die Tradition verlor ihren Zauber und die Freude, die sie einmal gab. Unsere Jugend sicht die Erlösung in einer vollständigen Umwertung der Werte, aber vorläufig begnügt sie sich damit, alle Werfe zu verneinen. Ihr wichtigster Impuls ist, nicht zu einem Hafen zu gclangen, sondern einen Hafen zu verlassen. In diesem -Sinne ist die ganze Generation revolutionär, ob sie nun nach rechts geht oder nach links. Das wichtigste ist ihr, den festen Standort zu verlassen, und deswegen wird cs ihr so leicht, von einem Extrem ins andere zu fallen, denn ihr Hauptantrieb ist, nur dort nicht stchcnzublcibcn, wo sie gestanden hat. Die Freiheit schätzt sic nicht, sic weiß nichts mit ihr anzufangen. Auf die Kultur stützt sie sich nicht, denn diese versagte am Ta;! des Verhängnisses, Also Ist die Jugend bereit, auf beide zu '■■erlichten. Es ist, als streckte diese Jugend ihre Hände in die Höhe, betend, daß man sie knechten möge, oder daß man sie von der Last der Tradition befreien möge, wenn sic mir die Sicherheit hat. daß der morgige Tag dem gestrigen nicht gleichen wird. Wer mit der Jugend unserer Zeit in Berührung kommt und auf sie Einfluß zu nehmen sucht mit den Mitteln des menschlichen Verstandes oder mit den Mitteln der großen Menschheitstradition, der erkennt sofort, daß alle Anstrengungen vergeblich sind. Die herrschende Empfindung ist, daß alle Werte getäuscht haben und daß einzig und allein die We(t der Partei, der man sich angeschlossen hat, ■״<ä ן Heiligkeit und alle Hoffnungen auf sich zu ziehen bcrecnV ן ist. Kommt man mit logischen oder sittlichen Argumenten,»׳ sind die Ohren verschlossen.; Einst gab cs bei uns den Kampf zwischen Achat! Ha® j und Hcrz.l, zwischen Achat! H,1.1111־ und Bcrdyczcwskt. Iיי'״‘! Kampf befruchtete unser Denken, befruchtete unser, ן ־;״״ Anders der furchtbare Parteicnkampf, dessen Zeugen wir ׳:1ך‘;; sind. Dies ist kein Kampf um Meinungen, denn die Jugend «״!; zum großen Teile nicht imstande, um Meinungen zu; Die Impulse kommen vor der gedanklichen Oesinnu.t־ Der neue Kurs, um den bei uns mit ingrimmiger Erlן;‘11!״ rung gekämpft wird, entlehnt seine Waffen fremden Ars^'j! j Kampfmittel sind bei lins gebräuchlich geworden, wie sic den Tagen Sabbate! Zwis und des Kampfes /.wischi’# f Chassidim und ihren Gegnern bei uns unbekannt waren; ׳' noch: »vir sind zuriiekgekelirt zur Wildheit des kulturwiu, Kampfes gegen Maimonidcs, jenes Kampfes, der für ';icK'! schlechter den Geist des Volkes verkrüppelt .hat \ öffentlichen Verwilderung, deren Zeugen wir sind, j{ : Periode jenes Kampfes um Aufklärung ’und um eine £<י׳ Weltaiiffassung zum Abschluß gelangt, welchen unsere n Volkserzichcr von j. L. Gordon bis Aehad Haani «״ j A. D. Oordon geführt haben, diese Menschen, die mc״(■ ‘; fürchteten als die Erneuerung einer jüdischen Sanן,.־.׳ j wie sic falsche Propheten in Israel immer mit sich i haben. Abgeschlossen ist die Periode eines erhabenen , liehen Zionismus, der ganz, durchdrungen »var von <lc : heit einer gesunden Seibstbcschränkiing, die 7m <■!"׳U.״,־,;. : gen Vertiefung führt, aber nichts zu tun haben will ,‘ff־ haften Sprüngen, deren ׳Quelle die Kraitlosigkeit u״a Ende die völlige Zerstörung ist. Nur durch le״.e. h *,״rd1H > Grundlagen ist erreicht worden, was bisher erreicm ׳ ״a!1״; ist. Nur wenn alle diejenigen, die noch nicht in du'«‘.1 a׳ .|״ hincingczogcn worden sind, wie ein Mann gcffc1: .״ :cder f stehen werden, werden wir ihm beikommen. Mehr;׳ ייג £f. j anderen Epoche richtet sich hier der Ruf an den Jutl' , U״J t zieher, an den jüdischen Schriftsteller. Nur eine s' 5C|!• 1 reine Welle der Menschenliebe und der m« j,a״״ j liehen Werte in der Schule und in der kitw®*״ unsere Kinder vor der Zerstörung ihrer Seelen retten. r ♦