Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 32 (20.4.1934)
- Date
- 1934-04-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Der flinke Fingesten i*incr jener Falte von Vererbung künstlerischer Kräfte, wie sie hei aller Vielfalt von künstlerischen ״Familien“ in der Cieschichte — mau denke bloß an Crmiaeli, Steen, van Eyck, Brcughd, Kaulbncli usvv. — nicht alltäglich vorkommt: das ist der Fall Michael mul Peter F i n g v s t c n. Der im April 50 Jahre alle Michael Fingest e 11, .י:!",!dien Gebieten der bildenden Kunst uns seit Jahren wohlvertraut, einer der eigenartigsten < Iraphiker und Maler, dessen Werke in den Galerien der’ganzen Welt 711 finden sind, hat seit Jahr/eliiden das kulturelle I,eben Berlins mit den PorlrüD markanter Köpfe Begleitet. bin in sielt fest Ruhender, <511 in allen Techniken I leimiseher, jede seiner Zeichnungen, Aipiareife, Bilder in sich }geschlossen, zu'lsklicr. Als Graphiker irgendwie einmal an den Kubismus Picasso« aiigescliiosscn — aber schon findet er durch ihn 71t sich, malt und griffclt dann seine durchaus eigene, starke Note. So stellt Michael Fingesten mit einem erstaunlich reichen und vielseitigen Oeuvre, 0(1 ans hihliseheu Slotfeu, ans ihrer Urkraft schöpfend, heule als!1117,׳ reifer an der Schwelle der Fünfzig und überschreitet sie dennoch mit immer neuen bnt• wicklungsinüglidikciten, stets aus dem gewählten Thema — der Mensch, die Natur — unmittelbarste Oe/icliunij holend, die da Lehen lieilit! Aber, der Vnfer kann es nicht hindern, wenn heule hier noch deutlicher, noch ausdrücklicher aut die erslatiiiliche Be* g.ilnmg hiitgewiescn wird, <lie der jel/.l kaum achtzehnjährige Peter Finitesten darstellt. Fr ist mit seinen 18 lahreii henfe schon ein im ent* sclieiilcmlsten Punkl allen Küustlcrischcii Schaffens!'eiliger, so sehr man sich sträubt, dies aus/.uspreclieu. Doch ein Blick auf seine Plastiken, diese Büsten, Statuen, Torsi, macht es einem klar, daß sieh da eine gar nicht einmal frühreile, einfach eine schon völlig dtirciigcbildetc, schöpferische Kraft gebieterisch auswirkt. Jedes dieser Werke frappiert durch den Gnimltoii, das Grnmllempcrniiinit, :ms dein es erschallen ist: so die seltsame, mysfiscl1-sphyn\hafte llol/maske eines weihliehen Kopfes, die schon in der Jüdischen I landwerkliehen Ausstellung 711 sehen war 11ml die Peter Finitesten bereits als löjiihrigcr formte! Welche tiefen (ielieimuisse birgt sie nicht in ihrer geisterhaften ״Ruhe“, die doch nur das lonn.de Ciefaß, zugleich formale Beherrschtheil, für das gestaltete Frlebnis ist. Und in der großen liron7e eines Fraucnlcibes (Torso) mit dem kiilmen Kopf-Rhythmus sind schon die Elemente jener hastigen, ״fliegenden“ Technik Roilins mit der (iehundenheit Majollcs 711 einer in sieh üherraschemi gesteigerten, gefestigten Synthese geworden, die 1111s Frsimmeu abzwingt. Eigentümlich und noch stärker neigend 711 slilisierter, kultischer Strenge — die ja einem stillen Fciiladcu gleich durch alle Arbeiten Peter Fingestens schreitet — der weibliche Akt ״Ruhende Tiiu7erin“, dessen sakrale Kraft aus dein Körperlichen geradezu musikalisch aufklingtl Wie überhaupt diese dtirchgcbilddc handwerkliche Technik, diese Material-Dynamik nie die Grenzen des jeweiligen Stoffes durchbricht. R. K. Nr-32, 20. IV. y, r ■ r.ך r1 a f» n ח!! y r־־y ־! נ״׳ ri M /נ״׳/ ו״׳, י״ ׳ t'י י"׳, ך־ 1 ־ו , j / * 5 ' ’! . .! 1! — 1, ן -. w י#! w״.. i c.*J V..• 4 y y u ף־/ \t ן.ri r ח n n ק ח - v' t; ן i 4.4 iM» ׳d y wJ k .,P G Am bingang zum Israelitischen Waisenhaus In der Gritlvscheuer Straße 711 Breslau erblickt der Fintrdende seit Mo naleu du hescheideiies Schild: ״Jüdisches Museum“. Anspruchslos und verborgen hat sich hier eine kleine dgeue Well aufgetaii. Bereits vor einigen Jaliren, als weite ji'idlsclie Kreise sieh der < icseliiossenlicit «les eigenen VolKstiims nur wenig bewußt waren, ließ die Initiativ(.; F.in/elner Samiiielstäfleu jüdischen Knl< 111־gutes entstehen und leistete damit eine wertvolle Vorarbeit für das Aufgabengebiet unserer Gegenwart. In Breslau bildeten sieh linde I'׳// die ersten Ansätze ־zur Errichtung eines jüdischen Museums. Eine Ausstellung der Sozialen Gruppe für erwerbstätige Frauen und Mädchen: ״Die jüdische Frau -- Das jüdische Hans“ brachte die Tiifsachc /um Bewußtsein, daß auch der Osten au noch erhaltenen Kuusi- und Kulllirgegeusläiuleil reich ist. Fine solche ’l'alsa je verpflichtete, dem wertvollen Material iinclizugelien, das überall Zerstreute zu sammeln und auf diese weise seiner Vernichtung vorzngreifen. Auf Anregung des Vorstandes der Svuagopengemeinde wurden Vorbereitungen zur. Gründung eines Jüdischen Museums getroffen und im März 1628 faiui die ende Versammlung des Vereins ״Jüdisches Mus e 11111 H.V." zu Breslau statt. Die Feitmig der neuen Gründüng legle man in die Hände des Kunstsanimier» Max Silb e r b e r g. Auch heute noch denken viele an das erste Erscheinen des Jüdischen Museums in vier Oeffcnllichkeit in Gestalt einer sechswöchigen Ausstellung: ״Das Judentum in der Geschichte Schlesiens von 1050 — 1850". Sic Fand Fehrn,ar/März Id'.d) in den Räumen des Breslauer Altertums• museums rdail unter regem Beistand des seither verstorbenen Prof. Dr. F. 11 i 11 t 7 e, des ehemaligen Direktors «les Schloßmuseums. Der große Erfolg dieser Veranstaltung, die ein Publikum verschiedenster geistiger Interessen heranzog, zeigte, daß hier eine Sammlung von allgemeinem, über die ntissehhellliehen Aufgaben am Judentum iiinaiisgeliemlen Wert angelegt wurde. Späterhin blieb das jüdische Museum als eigene Abteilung in einer der hiesigen Sammlungen bestehen. Nachdem es aber durch die Neugestaltung der Museen im vergangenen Jahr vor die Frage nach eigenen Räumen gestellt worden war, gewann der ihm Innewohnende Sinn einer speziell jüdischen Kulturstätte an entscheidender Bedeutung. Dem Breslauer Museum obliegt die Betreuung der ostd c 111 s c 11 e 11 Jiidenheit. Die Ocscliidilsalrtcilung enthält hier Material zum Leben der Juden in Schlesien; die Satnmhing der Kult- und Kiiiisterzeugnissc umfaßt Gegenstände aus Synagogen Ostdeutschlands mul zugleich auch aus den Gotteshäusern der an Polen gefallenen Provinzen, sowie aus dem Privat besitz innerhalb dieser Gemeinden. Der Zweck dieser Sammlung ist allein durch Ihr Zust.mdekoinnien noch bei weitem nicht erfüllt. Jetzt beginnt tung. Dein Wissenschaftler bietet sich hier ״״,',! w־': erforschter Stoff und die würdige Aufgabe all' j1 v srhlossonc und Schwelgende sprechen zu jassen' f, '׳' vielen I fandst hrifleii, Silherger.iten, hcsfickfeii (K׳‘ י ״ die dem < ieiiiemscli.iflsleheii und dem religiösen' i«VV" ״ Bjiruiigeu sind, bcsii/eii cin/elne Stucke einen |,co״״i ,7 Kosibar ah enter Versuch, jüdische Gehelges;,״ge <| ״V ten dammtellen, ist das Buch Job. Rcurliliits v יי Aiif.ing des 16. Jahrhundert. Lime mit farbigen a .iro״.' " Figuren versehene Abschrift des Scfer Shrcmoih "1-id' dem Schreiber Morderl!,1i Markei, Sohn des R,,b־,j 1h' Rzes/ow, verferllgt, gibt ein beredtes Zeugnis; Iciiderkunst. Graziös zieren die bunten llliistr.itioiu-1, ,1' V gameiilgebelbiieh, das 1780״ dem Jüngling (1,ן..,״|ן aus GrofM ilogau“ gehörte. Zu den scliöns'fen StmVe־! ' mich eine 1־ horarolle aus Ohcrglogau, deren ManUigft' , Wappen, der Hatzfelds schmückt und deren Rinm•,״ 1 horazeigcr vom Siiberarbeiter Muche aus Breslau 177(1.■ ' gearbeitet worden sind, laue hervorragende Sti lle 1!ן(..! der Sammlung der S1lbersd1.il/ der Zu 17er (ic1mi,p.: : den sie durch Jahrhunderte himlureh hewalim! «lurfte''r finden sich gesdiiekt geformte, meisterhaft verzierte Atb-; wie Becher, Waschgeläße, Rimonim, Thoraschilder |,nl ■ ‘ die nicht mir aus schlesischen, sondern nachweisbar 1 T * ’ aus Augsburger Werkstätten stammten. Auch die La ״TU dorr er (inneinde ist ebenbürtig vertreten: prunkvolle So '* stiickc stellen z. B. ein grüiisanitener Timravorharg (1,. i phnutasicreicher Gold-Silber- und Furbenstk kerti ״״j"f große messingne Menorah, von einem Doppeladler pd7,׳• t beide aus der ,zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert«. Ih ׳" aus derselben Zeit stammend, verraten die meisten Kuh] \ der Synagoge l.issa bei Posen den zierliebemlen, verw׳ '״ Rokokogeselunack.^ An den Familicntisch fuhren;tlirfh ' Exemplare von Feiert,ig.s-Speisegcrüten. Die iiltesle s1 ״'- Schlüssel der Sammlung aus Zinn mit reichen Oriiamenttri• ד in Rcliefgtil! wurde 1610 vom Ziimgieller Hans Spat; |j ׳ Nürnberg angefcrtjgt. Ein einzigartiges Stück bedeutet. 4 bronzene Schalent-Topf vom Jahre 1582 aus der Saum!, י Fitfdor. p * י Die Leiiimg des Museums hat seit seiner Neuerüli!■.■.,׳ * Führungen und Vorträge über jüdische Kultur 1■ j Kunst in ihr Programm aiifgenommen, wobei auch das kg! fett, moderner jüdischer Künstler stark berücksichtigt u:• i In diesem Sinne soll auch das Sammlungsgebict aut die 1•j gcnössischc bildende Kunst erstreckt werden. Als A11I1,! clazu wurde eine Bilder- und Skulpturenausstcllnng von kr 1 den und verstorbenen jüdischen Künstlern für die näci 1 Zeit in Aussicht genommen. Dr. L. B. Asclihcim, ייזלץץי־זכ״יןך p•-—' r~| i״.i.11| j> .J : l 11 i .1 '.ui 111 U i ד u v\ »* ir ־*V -«TU«( . . •X . ra« ״ bis zu £\£ \ bis zu 80x130cm 90 x140cfn a< י׳ r1 j\ •.,lüU'׳'., rnic y üf :1?//# ״ Dlf» ZU r j l, 3 Spandauei /?״״־;J 100x190cmi ä•״־ Strasse$2L Unser Lager echten T״\ Ihufschfandt gmSkl P£RS£R-Tepp!cheaHer | jS \Fa6'tgCSihäfffür'fipp:u^ , nr i! ■V 111 Provenienzen enlholfStücke 'L* “ in allen Größen von seltner ״ Tn f it!tä!:m7A!?.!r![ JÜ Fu) he» Spi Da׳ Spi aus Ha Ha tat 6 : tio! Hi Ha J״R B.S Ap a n bat teil Un Ab dri sch in Dl sc ste tra aal ea! Ro sch hin spi ga! Ste krä for fiel wu rer far wu Sit H fu Di ms fu! hir fui au! Hi sic 1 GESUCHE CI ך־־־־*׳ (tad 4k. IbJ '*»*,־iS• heile Fritn., crstUl. /etign , Ifinöj. Slellun^, mehr. Jnhre Schwester tfew., Im Hatiiwesen firm,suejit ent^pr.Position. Gif. uni. M 97 »n Anr. ״Abt., Meint kesiraße J0. Junger Chauffeur, *et. Aulf!«chlo1«er und in^ x, Bti'llttnjg;!;trich welcher Art. Off.tinl. M H9 nn Arueijlm-AhteiluniJ( McinekestraUe 10. CC2«äi|7!0r BOcnerrcelsoPG hem. fUirhfiihtung־, lliinnxfertijvting, Kevinion, KrataUjr. V. CuiUchlrnj ert. f'.inreiunlerrichl. Raum. Berlin. AtUUierUlr. 66, K7, vlmtnowUr. 41ÜHU Kranken8chwofttor übernimm( mificr ambul, Tü(ij!keil und Teilpflctffn tätigl'.cit ««icIttAnl. Vit'rzijjer, biftb. Ir. Beruf. Kitlfm. Kcnnln.vorh.,da nach absolv. I.ehrzt. mebrj. Ilörnliillö. InKrf Off. 1mt.Me7ft.A״r.-Abl. Mrhicitrslratie JO. von Sprechstundenhilfen. II Ä Warner 2f80. /.wischen 2—4 Uhr. fm Hntishalt, «clhst., von tfebiidfter Jüdin Kctucht, bevorrußl frauenlos, J 6, 2884. StuJ, m*d. cf phfl ( per{. ept;l. u. franr., •Ile Mittel«chul!üch., SUCtll lüdßfn^SSteli. al« Hauslehrer gujf. frolo Wolmg. u. V1D״ pflegt• Mrstltl. Kcf. Antfeb, crT>, ftn Ccortf llium, Wt5, Melnekeatr.!9 oder II 8, Warner StHH, 2c■'. roadtotngeniour, fciektrofftchmJp.Tolijjk.als kmtifrn. u. tcchn Leiter {Jr. Betriebe, vollk. «dh#t,, erstkl.Or* ganisatorm.het.Kenntn.in d. Konstruktion v. R und funk Inh. rit*. Svitut/r״ bek. Inder Kadioitulusirk* Kticllt GteiSaiifj;!min* od. Aull-, brt brich. Anspr. Krs.ic i<<*i tt. /c»11<n. atehen zur Vcrf. Antworten unt. M 3% an Ant.'Ah{., Berlin WI3, Mcinckestraüc 10. yyiiuii verden v. iiilftn/inidihfilter gewissenhaft bitU^sl nusjjefulnt 7+c Westend ££41. für *of. od. ap«ler aueht verh. Ti«dder m. 2 crw. Kindern. Keparnt Licht״, Sehloni,*, Klempneru. Ti«chk־t nrb tn. eijb WerkreUj{ atusiuhr. Warm.* Heit, vertraut. Beite Iftntü. /ett^n. I « Krfercn? vofltandeu. WohlgGmuth, Wfdufalr. 8 fi. PculicSs׳ Junf, diplom.. stiehl Titligk. 1ין. welch. Art, AniUllg. od. Ilcfeitiomtg im AuiL trw. 1‘ührerach. J B. Gute Kcnntoiaie in SpelaceUfahrikaUon. Offert, unt. I. 099 «n An**iien־AMeihm|«, MainekaitrftOe iU. חץ־׳/ c~H ג 1 ח 1/ /! וזי; w י Ü J U. * U v .׳ g ftHerenteni Textil. Großunter« nehmen•! beite inijef (ihr t hei Konfekt., Verhd., Katifii, sucht für Groß■־Berlin noch weitere eritkl. Vartrelung. la Kefer, Gefl. 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