Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1934-04-20 · Heft 32 (20.4.1934) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 32 (20.4.1934)
Date
1934-04-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2651273-2653452-2653481--25109-2682226
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

I jüdische RUNDSCHAU VON JÜDISCHER KUNST Nr. 32, 20. APRIL 1934 H'iin וי % Kiinstwintcr in Palästina De. Karl Schwarz, Direktor des Museums Tcl-Awiw.!,je Winicrsaisoi! hat eine erstaunlich große Reihe von gebrach♦,. die ein Beweis für das immer reger '!pluuie Kimslleben sind. Hs bestellt sogar ein Mangel an!.s1,|1 Il1n1|!''|l'"dbel1keilen, dem in I cl-Awiw demnächst durch V Neubau dis Museums in etwas abgehoben werden soll. ״u das Interesse für Kunst wachst. Die vom Museum ver* ■.׳>111.זtc 11 Ausstellungen werden viel besucht und die 1 roff- ,,״alande haben sieh bereits zu einem gesellschaftlichen miMiis gestaltet. Mau . begegnet liier den bekannten ' leiiilic׳hkeiten, den Seiniftstcllern, Journalisten und Kunst- -n Man vcrlolgt mit Interesse die Aussteilmigsbesprcchungeu ■r'Presse mul gewohnt sich alliniihlig daran, dem Museum 'j.plm ibige Besiidie zu machen. Als erster stellte nach dem Sukkoth-Fesfe Naum Cm t .,11 aus. 1 r 1','beut sieh hier rlureh seine zahlreichen Rubli- ■!innen hesonderer Beliebtheit, Gutmail hat viele |11gcml-;!״r ilhisiriert, hat eine der verbreitetsten Ausgaben der ,1(1,1 mul der Megilla geschaffen und ist seit mehreren .:!reu <hr kiiustleriselie Initiator der berühmt gewordenen jriiiuhki»r.'iIi<men. In diesem Jahr konnte er einen besonderen!ן,.,׳;: verzeichnen, denn sowohl der Hest/ug als auch die ..il’rcii bunten und lustigen StralSeiidekoiatioiien fanden 1111-!eilten Iteif.ill. < int!11.111 versteht es vorzüglich, die traditio-;10 ( md.nikcmvclt in modern-populärer Weise zur Darstellung; l>rim:111 und so eine neue Volkskunst zu erwecken, die '״i'druek eines lebendigen mul lebensfrohen, den Aufbauwillen r jn1t!:e11 ( leneratioii charakterisierenden (leistes ist. Die ׳.׳«trllimg im Museum zeigte (iidman vor allem als. Land- ,!,(fbiiiihr, und auch hier finden wir eine besondere Note, 5 LtIiIhi! der |>ahislinensiscbe11 Landschaft, wie sie wohl;r der zu schauen vermag, der hier von Kindheit an sein;ans Lilien verbracht ,nt. I's folgte Arjcli A 11 w e i I, der in groß geschauten ":'(lern die eigenartigen Hrdsehiehtungen, die so Charakteristik .den Wellenbewegungen der Hügel und das Weite und Groß- :!igc des Landes wiedergibt. Im (iegensatz hierzu steht Cliajim Ci 1 i c k s b e r g, dessen hmhdiaftsl'Mler nur bescheidene Ausschnitte darstcllcn. Man;,,;:net hei ihm häufig den gleichen Motiven, die aber ׳!seine andere Stimmung fcstli,iltcn. Er begnügt sich nicht!dem Einmaligen, geht vielmehr mit einer gewissen Neu- ז und Verliebtheit an jedes Objekt, das er in allen Hrschei- ■:rg!״rmcn ergründen will. Daher ist Glicksberg mich ein Melders feiner Blmnemnalcr. So enthielt die Ausstellung 1!iiiimtiib und intim gemalte Bhimciistückc von erlesener /mheit und harmonischem Farbenspiel. Im Januar stellte sich der aus Berlin hierher übersicdelte :v!l! Steinhardt erstmalig dem hiesigen Rublikum vor. ' ' Ausstellung wird augenblicklich in erweiterter Form im 1 ׳vd i״ Jerusalem gezeigt. Steinhardt ist unseren Lesern ז Ciemige bekannt, als daß wir über ihn in diesem Zuesiatiihang berichten müßten. Au die Ausstellung von Boris Aronson, über die 1 derzeit an dieser Stelle Max Osborn berichtete, schloß .11 die von Flias Ncwmaii, der, nach längerem Aufenthalt Amerika hierher zurück gekehrt, eine Serie von ■10 Aqua- ,'(11 palästinensischer Landschaften zeigte. Ncwman ist ein ■ 1׳ kultivierter Künstler von gediegener Schulung und gutem v dun,ick. Lr beherrscht die Aqiiarclltechnik, in der er be- ■ n.brs das Atmosphärische vorzüglich aiiszudri'icken versteht. b1׳ Farlunlvriker, der den leisesten Hauch zarten, fließenden klius erfühlt und in seinen feinen Blättern wiederzugeben virmag. Lin hier seit einigen Monaten zu Gaste weilender Italiener, uiiiin B r n m a 111 i, ist ein Kleiuküiistler, der «len Holzstiel! ו Beinen, das Ornamentale stark betonende Blättchen sehr ׳schickt verwendet und in seiner etwas archaisierenden ''1״!er interessante Landschafts- und Gruppenmotive dar- Als ein besonderes Ereignis ist sodann die Ausstellung 1n Jakob N 11 ß b a 11111 zu verzeichnen. Niißbaiun, der, aus oiiklmt n. M. kommend, sieh vor einigen Monaten in Kino- ,I! nieder■gelassen hat, war bereits vor neun Jahren eine dlang im Laude und bat schon damals eine Reibe von ’n:kfh;1fl1n geschaffen, die er jetzt durch einige neue Arbci- .י ergänzt hat. In Deutschland gilt er seit langem als einer ז ernstesten mul zielbewtißtcstcu Künstler. Ein abgeklärter in sieh gefestigter Mensch und eine Persönlichkeit von :1׳ui 111111 dabei stets heiterem Wesen dokumentiert durch '11■ Werke eine hohe, durch außerordentliches Können be- -'undettr Knust, die gerade liier, im Lande einer jungen und 'iiiLich suchenden Kimstlergeucration, begrüßt wer- >י muß. Bcr Kunstsalon ״Maskit“ konnte bereits mit kleineren;1'vtiiliingen mil'vv,arten. So sah man dort u. a. den aus der :(s1len1r Dix-Sclnile kommenden Miron Sima und jetzt die '1'!gaiiigc Photograpliickunst I lelmar Lerski.s. Lerski ist '.1,außerordentlicher Künstler seines Faches, ein Pionier einer ,!!/ neuen Bildniskunst, der mit rein photographischen Mitteln,;1״' jede verschönende mul versehleiernde Retoiiche, die ,1'ז in Zonen cimlringcn läßt, die unser gewöhnliches Auge M ohne weiteres sieht. Diese Bildnisse, die einen Bilderls von Menschen aller Art, wie man ihnen hier täglich?!'ginn kann, darstellen, sind Offenbarungen pliysiognoini- (I rkciiiilnjs, enthüllen die Psychologie des menschlichen "1111"׳cs und machen jedes zu einem Erlebnis. Auch in Jerusalem sind verschiedene künstlerische Vor- ׳iltiiiigeu zu verzeichnen. Das Bezalel-Miisetim zeigte zu- : die ihm gestiftete GohHIani-Siuinilung polni- 1׳,,f Kunst, die allerdings mehr durch Quantität als durch '1wität atiffiel. Es folgte eine Ausstellung unter dem Titel : 5י־ Porträt in Palästina", bei der viele hiesige ' ׳nstlcr vertreten waren. Zwar fehlten verschiedene bekannte ״n ganzen bot aber diese Schau einen gewissen ,«blick der im Lande tätigen Kräfte. Die jüngere Maler- '״■ration ist zwar oft gar zu sehr nach Paris orientiert, v1״I, , 11,״nclimal ein etwas peinlich wirkender Anklang eilt- "'",י Man findet aber auch wieder verschiedene Talente und ״ *flf11 ״. a. Namen wie Slonini, Sliorr, Levnnon, Ben* 1 •",clu'111 mul Sehneidleder notiert. Vor allem sei aber auf die ,,'17״ ausgezeichneten Plastiker Ben-Zwi und Melnikow ver- .J*"; ilie dazu berufen erscheinen, eine Monumciitalkunst '1«i großen Formates zu schaffen. 1F1 '!״ Kiinstwintcr ist noch nicht beendet, obgleich der 1 '11״l1״g bereits längst ins Land gezogen ist. Bis in den Mai 1זז s!1*d noch verschiedene Ausstellungen in Vorbereitung. ״ von Ludwig Meidner Am!8. April 1881 wurde Ludwig Meidner in Bernstndt (Schlesien) geboren. Von seinen Breslauer Akademicjahrcn hat er mit prachtvoller Bildhaftigkeit in seinem Buche ״Im Nacken das Stcriicmccr“ erzählt. Sie gaben ihm nur die akademischnaturalistische Ausbildung, ohne bereits seine wahre Natur zu erwecken. Die keimte erst — nach einem kurzen Aufenthalt in Bei hu ״- während der Pariser Jahre 1000—10t)7, die ihn mit einigen ungarischen und französischen Expressionisten hckaniilmaclilen. Damals trat er dem früh verstorbenen jüdischitalienischen Maler Modigliani, einem der Pfadfinder der europäischcn Moderne, in Freundschaft nahe. Nach Berlin zurückgekehrt, begann er langsam den Impressiouismus zu neuen Formen umz.ubilden. Da kam als eigentlicher befeuernder Antrieb das religiöse Erlebnis, das den bis dahin Ungläubigen mit einer Fiilli innerer Gesichte überschüttete. Aus dieser Sphäre heraus ist er, einer der Frühesten in Deutsehland, z.tim Expressionismus gekom* men. In ihm hat er vor allem die Kraft der Linie entdeckt, clic er zu einer bis dahin ungck,Hinten Dynamik zu steigern wußte. Sie wurde ihm der Ausdruck fiir seine erregte Glaubcnswclt, die der Wirklichkeit mit souveräner Gestaltungskraft gegen- 11berlr.it. Seine Gemä'dc galten zumeist der Darstellung mcnschlieber _GesieI1ler, in denen sich das Porträt mit dem Ausdruck intensivsten inneren Erlebens verband. Nicht lange darauf begann Meidner im gleichen Tempo seine Gestalteaiwclt in literarische Formen zu gießen; so entstand ״Im Nacken das Stcrnemccr“ (PJ18) und zwei Jahre darauf ״Der Septemberschrei“. Das nächste Jahrzehnt hat dann den Künstler in ruhigere Bahnen gelenkt und schon der Titel seines dritten Buches, der ״Gang in die Stille" (1929) zeigt diesen Weg, den er einschlug, an. Seine Kunstsprache wird im gleichen Maße gcstilltcr, und nach seinen apokalyptischen Visionen zeigt sieb nun bisweilen ein zartes Gefühl für die Schönheit einer Landschaft, für das geheime Leben eines Baumes. Wenn er Eugen Spiro 60 Jahre Eugen Spiro, von dem wir kürzlich in unserer Kunst-, benage den Steindruck des Rostal-Quartctts brachten, leierte am 18. April seinen 60. Geburtstag. Der Künstler, der als Sohn eines Knltusbcamtcii in Breslau! geboren wurde, erhielt seine erste Ausbildung auf der dorty-i gen Kunstschule als ein Lieblingsschüler von Albrecht Brettes^ dem Urbild von (ierhart Hauptmanns ״Michael Kramer“. Mit dem schlesischen PrminziakStipcmlium ging er 180-1 nach München und lernte an der dortigen Akademie bei Lindenschmidt, Marr und Franz. Stuck. In dieser Stadt hatte er seine ersten Erfolge, vor allem als Mitarbeiter der ״Jugend“. Nach erneutem Aufenthalte in Breslau siedelte er KHH nach Berlin über und von dort nach Paris, wo er als Lehrer an der ״Academic moderne“ wirkte. Der Krieg führte ihn nach Berlin zurück, und hier hat er mm eine vielseitige Tätigkeit entfaltet, als Maler wie als Organisator. Lange Jahre hat er die Berliner Sezession und von 1027 bis 1020 die Vereinigten Berliner Kiinstlervcrbände geleitet. Sein liebenswürdiges Wesen, seine warmherzige Teilnähme an den Bestrebungen der Jungen machten ihn für solche Posten besonders geeignet. I leute widmet er sich den jüdischen Künstlern mit wärmstem Interesse. Von seinen Werken, die in einer Anzahl deutscher Musecrt vertreten sind, sind vor allem die Bildnisse bedeutender Männer, horvor/iilicben. Daneben ist er ein vorzüglicher Maler des Frauenporträts, dem er In Gesicht und Kleidung eine sehr reizvolle Note zu geben weiß. Wenig bekannt und doch von besonderer Schönheit sind seine Kopien, vor allem jene, die nach Manets Olympia gemacht ist. Endlich ist er als Graphiker mit einigen Mappen hervorgetreten, von denen ״Im Konzert“ durch die feinsinnige Beobachtung musikalischen Lebens besonders bekannt wurde. 5 נ \ ׳}■■/■ ׳. . » ),./ ־׳ a ץ V ^0' § ־ J * ■?1'■- ׳־־lr*» ■>. ‘׳"ז. -C#!f . J' ל• n:ß ׳«,!!r 1; J * ■•\\\ ■ ,U ' ־ ׳ ' ‘ 11 ’*״ '׳ n\ ft'*־*'" - '■j, v \ 1:״■; v q ׳ ■י . ,! . N, s '*׳י; \' i i , f /,־׳V« ׳( i '11 ׳ - 'i ( t V- 4 י Mj: \ r;i/l :Ü!lf1 Selbstbildnis jetzt die Welt seines Olatibcns schildert, so wählt er dafür Gestalten frommer Beter, bei denen die Einzelheiten mit naturalistischer Treue gegeben werden. Auf literarischem Gebiete ist Beweis für seine ruhigere Weltbetraclitung, daß er mm auch dem Humor geöffnet ist, dem er in einer Anzahl von Geschichten und Feuilletons, — sie erschienen in Berliner Tageszeitungen — Ausdruck gab. Ein ungedrucktes Manuskript solcher Erzählungen liegt jetzt vor und wird hofleutlieh bald erscheinen. So ist der Künstler in vielfacher Weise tätig. Dabei ist ihm an äußerer Wirkung gar nichts gelegen und sein persönlieber Charakter mehr nach innen gezogen und einsiedlerisch gerichtet, als nach außen gewandt, a. f. Ausstellung jüdischer Künstler aus Deutschland in der Galerie Sieimaizky, Jerusalem Es war ein glücklicher Gedanke der Galerie Steimatzkv, uns einen Uchcrblick über das Schaffen der modernen deutscii* jüdischen Maler zu geben. Der Versuch, eine vollständig harmonischc, alle Seilen des Kunstschaffens umfassende Sammhing moderner Bilder hierher/uhringen, konnte allerdings bei den gewaltigen Schwierigkeiten, die dabei zu überwinden waren, nicht hundertprozentig gelingen. Immerhin genügt das, was die Galerie Steiruatzkv hicrhcrgcbracht hat, um uns einen höchst interessanten Einblick in das künstlerische Schallen unserer Tage zu gehen. Eine Ausstellung, in der Max Liebermann, Ludwig Meidner, Eugen Spiro, Lotte Laserstein und viele andere Künstlernamen von hohem Klang vertreten sind, ist natürlich für uns außerordentlich aufschlußreich. Dem Betrachter, der seit Jahren in Palästina, fern von der unmittelbaren Berührung mit europäischer Kunst lebt, fällt in dieser Ausstellung vor allem eines auf: man ist viel klarer und natürlicher geworden, ist von einem höchst individtialistischcn Expressionismus zu einem an starke allgemeine Gesetze gebundenen Impressionismus zurückgekehrt. Es scheint, als wollten in dem Chaos des unüherhlickbarcn Weltgctricbes unserer Zeit die Künstler Halt und Stütze an ewigen Kimstregeln suchen. Neben der Liebe zu Licht und Farbe haben diese Neuert die Kraft zu einer technisch fast vollkommenen Wiedergabe der Form und ihrer Atmosphäre. Stark spricht diese Vercinigung von Echtheit des Empfindens und Könnens aus dem Atelier-Interieur und dem Porträt einer lesenden jungen Frau von Eiip.cn Spiro, iii drin die Farben lein gegeneinander abgewogen und durch verbindendes Grau gedämpft sind. Das angebundene Kälbchen, der weibliche Rückenakt von Lotte Laserstein sind prachtvoll in ihrer lebensfrischen Farbigkeit. Unter den zahlreichen Blumenstudien in Oclfarben und Wasserfarben von Meta Cohn-Hendel, die stark an japanische Einflüsse erinnern, ist besonders fesselnd der Dahlienstrauß im Wasserglas(•, bei dem alles Licht der viel« farbigen Blumen von der mittleren gelben Dahlie, die wie eine kleine Sonne leuchtet, auszugehen scheint, Prochownik ist mit einer italienischen Landschaft, die stark an Tiberias erinnert, vertreten, Martin Bloch mit einer färbenstrotzenden spanischen Straße, an die sich grüne Wildnis lieramlriingt, Joseph Bato mit zwei Bildern, darunter einem märkischen See, durch dessen Ruhe dennoch lebendige Bewegtheit klingt, Bernstein-Landsbcrg mit einem schönen Bilde vom Wannsee bei Berlin. i.ic her mann ist mit drei kleineren Schwarzweiß- Bildern vertreten, unter denen besonders die ״Polospielcr“ seine bcwundcrswcrtc Freiheit und Weite der Bewegung verraten. Mcidncrs betender Jude ist freier geworden als alles, was ich vor 10 oder 15 Jahren von ihm sah. Auch von den Künstlern, die wir schon lange als zu uns gehörig betrachten, weil sie tiefer im jüdischen Empfinden ais in der deutschen Kunsttrndition wurzeln, sind einige der Besten vertreten. Bud kos Bilder vom Jiidenmarkt, von der Icschiwnlt und dem in einen Synagogenwinkcl׳ gedrückten einsamen Juden haben noch vieles von der Magie, die wohl mitsprechen muß, wenn man den einzelnen Juden als Vertreter des Volksschicksals gestalten will. Jakob Steinliardt gibt ein eindrucksvolles Porträt und ein Stück Tel- Awiwer Strand mit einer etwas romantischen Blüten- und EarhenfiiUc. Erwähnt seien noch die Namen Henry Happ, Kulvia 11s ky (in dessen Blumenstock das Bild der Blumen fast aufgelöst und mir ihr leuchten geblichen ist), Adele Reifen bcr g, Fanny Remak, Arthur Scgal (mit einem eigenartigen, ganz auf Lichtwirkung gestellten Selbstoorträt), Hans und Else Micliaelson und — last not least! — W. Sclinclein (mit zwei feinen Strandbildern). Unter den Klcinplastikcn ist die ״Junne Mutter“ von Rosen* berg-EIeck von starker Realistik. Helene Hanna Thon. Lluissidischcr Rabbi foto1as.Som1.11UM Der Maler Rubin zeigt im Buch- und Kunstsalon St eimntzky in Jerusalem Zeichnungen, Aquarelle und Oelbildcr. Allen eigen ist der geradezu ungewöhnliche Geschmack des Künstlers. Dazu kommt die Leichtigkeit seines Stiftes, der Dutt seiner Farben, und so entsteht eine Kunst, die den Beschauer entspannt und fröhlich macht. Seine F'edcrzciehnungen sind mühelos auf das Papier geworfen, und solch halbe oder ganze Linie wird zum windbewegien Stoff, zum in der Ferne verschwimmenden Berg, zu Wolke und Luft. Nicht wenige seiner Zeichnungen sind so mit genialischem Schwung entstanden. Er nimmt den Stoff aus dem täglichen Leben. Das ist eben das Große dieser Skizzen, daß sie bildhaft und voll Leben sind. Die Aquarelle sind weich und zart in den Farben, jedoch ohne Süßlichkeit, und besonders die Landschaften von Safed sind entzückend. Und wenn Rubin in Oet malt, so geschieht auch das mit so viel Leichtigkeit und Eleganz, wie man diesem Material gar nicht zutraut. Gerte Rachel Karden,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.