Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 32 (20.4.1934)
- Date
- 1934-04-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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I Nr. 32' 20. IV. 1934 jüdische Rundschau Seite 5 \י (ieisfiße Einordnung Von H c 1 c ״ c H amu f ho n, Jerusalem Die Diskussion über den Wert der Einwanderung deutscher Juden filr den Aufbau /*<!M-NüiMas wird in dtr% nachstehenden Ausführungen fortgesetzt, die gegenüber dm hier m Wort gekommenen kritischen Stimmen eine Reihe positiver Momente hervorheben. (Red.) Als die EiriwanderiingsweHe aus Deutschland einsetzte, oll man ihr im palästinensischen Jischuw mit einer aus den Fvtr einen hoffnungsvoller Erwartung und pessimistischer Befurchtunft gemischten Stimmung entgegen: die einen erwar- «dfn von ihr eine Belebung und Vertiefung tut■ jeres geistigen Lehens, die andere״ eine Verfliehun g und Verfälschung. Das Vorherrschen des oder anderen Gefühles war abhängig vom Ucberwiegen einer der beiden ^Komponenten im Wesen des Betrachtenden, äl)s denen sich jüdisches Wesen in seiner heutigen Ausprii- ^ung zusanmicnsetzU der östlichen oder der westlichen. Dieenigen, die in sieh ein Judentum tragen oder sich nach einem Judentum sehnen, wie es sich in östlichen Ländern entwickelt hat, fürchteten, daß die deutschen Juden das junge Gebilde des palästinensischen Judentums umbiegen und un- Kht färben würden. Diejenigen dagegen, die an den tinivtrsalcn Wert westeuropäischer Kultur glauben, erhofften jtmle von den deutschen Juden eine Sublimierung unseres gütigen Lebens, eine disziplinierte Zusammenfassung und Klärung des Schweifenden und Unklaren. Als dann die große Welle der Einwanderung sich über d» Land ergoß, war das erste Gefühl, von dem fast der ׳«amte Jischmv ergriffen wurde, das einer VerwundefU11g und Enttäuschung; schien doch auf den ersten Blick das kulturelle Ocsamtniveau der neuen Einwanderung weniger hoch, als man geglaubt hatte, Mit der großen Welle »׳iren sehr viele gekommen, die es unter normalen Um- M.mdcn niemals nach Palästina gezogen hatte: Menschen, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit Arbeit, Streben und Ideale verloren hatten und sich hier ein leichteres, ungebundeneres Leben versprachen; Juden aus östlichen Ländern, die bei ihrem Zurre durch Deutschland und andere Länder ihre östliche Kultur cingehiißt und eine westliche noch nicht dafür eingetauscht hatten; Leute, die sich schon vorher in der Ge-!cllschaft nicht hatten behaupten können und gern die Ge- Irgciilu'it zur Auswanderung ergriffen. Es kamen auch allzu bürgerliche Existenzen — Zionisten und Niclitzionistcn — »eiche die Zeit, in der man sich noch ganz einer Idee schließen kann, hatten verstreichen lassen und in der Gc* »ohnung an ihr behagliches Leben erstarrt und entjudet waren. Diese Kreise, von denen ein Teil inzwischen wieder fortprägen ist, ein anderer Teil auch vom Geist des Landes illm.ihlich berührt und umgeformt wird, entzogen zeitweilig dem tilick des Jischmv das Bild derjenigen, die wirklich 11s Vertreter des deutschen Judentums gelten ’״.nnen. Je klarer aber dieses Bild allmählich hervortritt, Asto mehr befestigt sich im Jischuw das Bewußtsein, daß;«Land von diesem neuen Element wirklich etwas zu ervifen hat. Nur einige Stellen an der Peripherie unseres Lebens seien aufgezeigt, an denen sich der Einfluß der neuen fi,«anderer bereits erweist und sicherlich bei ihrer tieferen Einwurzclung im Lande immer stärker fühlbar werden wird. Im Beruf Ls ist oft darauf hingewiesen worden, — teils mit hartem Tadel, teils mit leichter Ironie —, daß die fachliche!Ifistupg in Palästina nicht immer genügend ernst genommen ״ird. Der Maurer, der nicht zu bauen versteht, der Tischler, 1'135er, Schuhmacher, der kein ״Fachmann“ ist, der Lehrer, Landwirt und Angehörige eines akademischen Berufes, der 5'inc Arbeit mit der geringen Zuverlässigkeit des Dilettanten friedigt, sind bekannte Erscheinungen. Diese berufliche Un* -üängiichkcit läßt sicli nicht nur 1nit dem Mangel an Aus- , Hlrtungsniügliclikcitcn erklären, unter dem der osteuropäische!"11״ palästinensische Jude zu leiden hatte; cs scheint vielmehr ן rutuntcr, daß der östliche Jude das Ziel seines Streben* an i!;w von der konkreten Leistung entfernte Stelle verlegt und jClt Leistung fast ein wenig verachtet. Sicher ist, daß der i, Putsche Jude — nicht nur der jäh aus seiner Laufbahn ge-!'*Miene anerkannte Wissenschaftler! — der scjnc Möglich-; ,fiten einer gründlichen Ausbildung ausgenutzt hat, die Qualij'<tdes Aufbaues in mancher Weise günstig beeinflussen wird. ן bem Arzt, Ingenieur, Anwalt aus Deutschland bringt י van schon jetzt im Lande großes Vertrauen c11tgegcn( das s rr׳ch dadurch erhöht wird, daß neu ein gewanderte Wissen- ־ ,'wtler sich gleich nach ihrer Ankunft den wissenv *ehaftlich e n Gesellschaften des Landes anschlossen ״d auf diese — bevor noch ihre eigen!: materielle Existent l *1׳sichert ist — belebend wirken, Sie finden neben den Familien- und Geschäfts ־ Anzeigen noch folgende feststehende Ansteigen-Spalten In jeder Ausgabe An- und Verkauf Beteiligungen Heirats-Anzeigen Stellenmarkt Unterricht und Erziehung Vermietungen 8n jedem Dienstag Palästina-Anzeigen Speditionen jedem Freitag Grundstocksmarkt Hotol8f Pensionen u. Sanatorien ■ Jüdische Rundschau Anzelgen-Verwaftung '!-״ 1׳׳ rG,'1! j ' V , Achnlichcx Vertrauen bringt man auch dem aus Deutsch- 1.1ml kommenden Handwerker entgegen. Der Begriff der ,,Hamlwerksehre“ ist noch wenig ausgebildet in einem Lande, in clem allzu lange die maiuielk■ Arbeit als Gebiet der am wenigsten entwickelten orientalischen Bevölkerung angesehen wurde. Die Einwanderung gründlich ausgebildetcr Handwerker, die neben ihrer mamicllen Geschicklichkeit auch einen geblldeten Geschmack und verfeinerte Handwerkssitten mitbringen, wird allgemein als ein Gewinn für das Land betrachtet. Auch im G e s c h a f t s 1 e b c n machen sich bereits posltive Eigenschaften der deutschen Juden geltend. Nicht alle geschäftlichen Unternehmungen, die im letzten Jahr von deutsehen Juden begonnen wurden, bedeuten einen Gewinn für das Land: viele der neu ciugeführteu Waren sind für die gegenwärtige Entwicklung des Landes überflüssig, vielleicht sogar schädlich und — was noch bedenklicher ist — nehmen keine Rücksicht auf die Notwendigkeit, die junge einheimische Industrie zu fördern. Aber andererseits beginnt ein erheblicher 1 eil der Kauflcutc aus Deutschland, mit hochwertigen Waren, geschmackvoll ungeordneten Auslagen und vor allein mit einem Kundendienst In so zivilisierten Formen, wie man aie bisher im Lande nicht kannte, den Ehrgeiz, der Kauflcutc nnzuregen und das Ansehen des gesamten Kaufmannsstandes zu heben, In der Kunst Ist es auf manchen Gebieten noch außerordentlich schwer, eine Basis zu finden, auf der die aus Osteuropa eingewanderten oder im Lande geborenen und die deutschen Juden gemeinsam geistige Werte schaffen können, so ist dieses Z.icl doch auf einem Gebiet ziemlich mühelos erreicht worden: in der Kunst. Sicherlich war Palästina auch bisher kein künstlerisch steriles Land, das auf seine Befruchtung wartete, im Gegenteil, das palästinensische Kunstlebcn ist auf allen Gebieten: Bühne, bildende Kunst und Musik in einem Maße entwickelt, welches das Erstaunen ausländischer Besucher erregt und Künstler von Weltruf anregt, vor das palästinensische Publikum zu treten, Im letzten Jahr aber ist das palästinensische Kunstlebcn durch aus Deutschland eingewanderte oder dem deutschen Sprach- und Kulturkreise angchörige Juden außerordentlich erhöht worden. An einer der führenden Bühnen wirkt jetzt ein Regisseur aus Deutschland, unter den Architekten, Graphikern, Malern und Zeichnern, auch unter den Kunstkrit i k e r n und Kunsthistorikern stammt ein unverhältnismnßig großer Teil aus dem Kreise der deutschen Juden. Besonders fühlbar aber ist die Mitarbeit der Einwanderer aus Deutschland in der Musik. Hell trat diese Bereicherung des palästinensischen Kunstlcbcns in den Konzerten zutage, die rl über mann liier gab. Das Spiel des Meisters selbst, und sein Zusammenspie! mit einem palästinensischen Trio, dem zwei Juden aus Deutschland angeliftren, und mit dem von einem deutschen Juden geleiteten und stark mit aus Deutschland eingcwaiulcrtcn Kräften besetzten Tcl-Awiwcr Orchester, war ein künstlerischer Moment, der die Bereicherung unseres Lebens durch die deutschen Juden enthüllte, besonders, da auch in der Zuhörerschaft die Einwanderer aus Deutschland stark vertreten waren. Auch au der künstlerischen Erziehung des Jischuw durch Konservatorien sind die deutschen Juden heute schon stark beteiligt, ebenso wie sie an der allgemein en Erziehung durch Organisierung von Elterngruppen einen Einfluß zu gewinnen suchen, der unseren Schulen bisher bitter nottat. Alle diese Kräfte werden noch wirksamer werden, sobald die bisher durch die mangelnde Kenntnis der hebräischen Sprache geschaffene Fremdheit zwischen Einwanderern und Einheimischen überwunden sein wird. Bcrufsumsdiichiung in Palästina Palästina leidet großen Mangel an Facharbeitern, der sich von Tag zu Tag verstärkt. Die Alijah aus Deutschland hat nur eine ganz geringe Zahl gut ausgebildetcr Bauarbeiter ins Land gebracht. Die Erfahrung des letzten Jahres hat gelehrt, daß das Land qualitativ immer höhere Ansprüche an den einzelnen Facharbeiter stellt und die schlechte und schnelle Ausbildung, mit der im letzten Jahre die Alijah zu einem Teil ins Land gekommen ist, nicht genügt. Um die Alijah aus Deutschland im Lande zu verwurzeln, beabsichtigen das Tcchnion, die Histadruth Haowdim und die Hitachduth Olei Germania, gemeinsam Neucinwandcrer in den Bauberuf ciuzuführen. Es sind Kurse geplant für sanitäre Installation, Bautischler, Bctongicßcr, Betonvcrschaler und Eisenbieger. Die Ausbildung wird 3—6 Monate dauern. Der Lehrling wird in dieser Zeit zur Hälfte auf dem Bau oder auf der Chaussee uml zur anderen Hälfte auf dem Bauhof des Technions arbeiten. Die Ausbildung auf dem Bau wird alle praktischen Arbeiten des Berufes umfassen; besondere Lehrer und Instruktoren werden die Kurse leiten. Während des Kurses wird die theoretische Ausbildung auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Nach Beendigung des eigentlichen Kurses und Uebcrführuiig des Lehrlings in die Arbeit werden im Tcchnion Abendkurse für theoretische und praktische Fortbildung eingerichtet werden. Die Arbeiten auf dem Bau oder aut der Chaussee dienen im wesentlichen zur Finanzierung des Lebensunterhaltes für den Kursteilnehmer. Um jedoch jedem Neucinwandcrer die Teilnahme an dem Kurs zu ermöglichen, werden durch die HOU Darlehen an Kursteilnehmer unter gewissen Bcriingungen gewährt. Meldungen werden du roh die Büros der Hltachduth Diel Germania, Haifa, Tcl-Avviw und Jerusalem und durch das Tcchnion Haifa cntgcgcngenommcn. D, T. Tanzabend ln Tel-Awiw. Nach zweijähriger Pause trat die Wienerin Gertrud Kraus wieder vor das palästinensische Publikum, Der Ruf ihres früheren großen Erfolges geht ihr voraus. Sie war eine der ersten europäischen Tänzerinnen moderner Schulung, die man hier zu sehen bekam. Höhepunkt ihres Programms ist merkwürdigerweise ein Tanz, der fast völlig von der sonst von ihr cinpchaltcncn Linie abweicht. Im ״Seltsamen Gast“ gleitet sic nämlich, vielleicht unbewußt, ins Szenische, Mimische, schafft eine eindringliche Figur, erfüllt die Bühne und halt den Zuschauer in Atem. Von annähernd gleicher Stärke ist der ״Tanz einer Büßerin“, ebenso wie ״Flucht“ rein auf das Bcwcgungstcchnische gestellt. Einen guten Aufbau weist die Komposition ״Wodka“ auf und eine starke Steigerung erzielt sie in ״Sehnsucht“, wo Sic sich auf knappesten Raum beschränkt. Zu äußerlich hingegen bleiben eine Mutter-Figur, ״Song“ und das technisch effektvoll gebaute Ritual eines Feuertanzes. Hier könnte die Künstlerin bei einer Umarbeitung sicher weit bessere Resultäte erzielen. Gelegentliche Wiederholungen ein und derselben Bewegung (besonders ein Nach-außcn-Bicgcn der Hände in ägyptischer Manier) wären zu vermeiden und manchmal wünscht man sich sichereres Aushalten der Bewegungsphase. Manfred Geil. Tel-Awiw — Hafenstadt oder Kulhirstadi? Die Universität Jerusalem hat seit dem Herbste, ver* nrilaßt durch die palästinensische Gesellschaft der Freunde der Universität, in f c I - A w i w Volkshochschule .1״rf״״ ti"ß!'rif||tctdie einen großen Erfolg brachten. Mehr als ■ICH» Teilnehmer hatten sich für die Kurse inskribiert, ein lebendiges Zeugnis für das starke Interesse an geistigen Werten unter der Tel-Awiwcr Bevölkerung. Nach den Pcßaciilagen beginnt das Sommersemester, und unter den Lehrern erscheint diesmal auch der Name Bialik. ״Da war“ nimmt x1 1 ״ ölll״ {*CS Sommersemesters der Universitätskurs« zum Anlaß einer Betrachtung über die kulturelle Lage in Tel-Awiw überhaupt. Das Wachstum Tcl-Awiws, schreibt die Zeitung, ist kein organisches. Jedes Schiff, das im Hafen landet, bringt neue Wellen vor! Einwohnern nach Tel-Awiw, Hunderte von Menschen, die dem Lande und einander fremd sind. Tel- Awiw verwandelt sich zu einer Stadt der Zerstreuung, nicht mir Im irjkalr!! Sinne, sondern auch in schier Kultur. Ein Spaziergang durch die Straßen belehrt uns, daß dies eine m LV״" sicb/ig Sprachen, siebzig Gemeinden und Kulturen ist. Wer der Stadt übe! wollte, könnte, nicht ohne Bercchtigtiiig, sagen, es sei eine Stadt zusammcngclaufencr Menschen. Aller diese Sache ist natürlich. Tel-Awiw ist die Hafenstadt der Einwanderung und hat das Recht, ja sogar das Privileg, in sich vielerlei Sprachen und Gemeinden zu vereinigen. Ab:r wenn auch diese Tatsache verständlich ist, so bleibt doch der unorganische Charakter des kulturellen Bilde! der Stadt bestellen und damit die Sorge, wie ihm belzukommen ist. Je mehr man einsieht, daß die Vielfältigkeit der Stadt begründet ist, desto größer muß die Sorge und die Anstrengung sein, alle diese Reste von Kulturen zu einer einheitlichen Kultur, zur Kultur Israels zusammenzuschmelzcn. Die Wege zur Erreichung dieses Zieles einer organischen jüdischen Kultur in Tel-Awiw sind viele. Der wichtigste aber ist der der Schule, des Bctli Hamidrasch. Die Universität erfüllt durch ihre Kurse eine wichtige Aufgabe in dieser Beziehung, deren Wert weit hinausgeht über die einfache Beibrlngung von Kenntnissen im gewöhnlichen Sinne. Die Durchführung dieser Kurse, deren Programm alle Gebiete des Wissens umfaßt lind zwar sowohl in den Naturwissenschaften, wie in den Ocistcswlsscnschaftcn, bedeutet für Tel-Awiw eia wichtiges Mittel im Kampfe um die sich ständig erneuernde Aufgabe der Verwandlung einer Hafenstadt in eine Kulturstadt. Jüdische Proselylen und Paläsiinaautbau ״Doa r Hajo m“ erinnert in seiner Pcßach-Nummer an ein merkwürdiges Jubiläum, welches in Palästina in diesen Tagen zu feiern wäre. In diesem Jahre sind hundert Jahre verflossen, seit David Kl äsen, ein Danziger Christ, zum Judentum übertrat, um in Palästina der Kolonisierung von Juden die Wege zu bereiten. Der Proselyt wurde Aufseher der Ornngen-Pflanzungen im Montefiorc-Oarten bei Jaffa, der heute im Weichbild von Tel-Awiw liegt. Die Tatsache, daß dieser Proselyt ein Ackerbauer war, ist sehr charaktcfistisch, Während der hundert Jahre, die seither verflossen sind, sah Palästina die Einwanderung zahlreicher Proseiyten (Gerim), die sich alle dem Ackerbau zuwandten. Es gibt keine genaue Statistik dieser Gerim, aber ihre Zahl ist relativ ziemlich groß, und sie haben lebhaften Anteil genommen sowohl bei der Begründung neuer Kolonien, wie sie auch für die Wächter-Organisation ״H,ixchomer“, die vor dem Kriege den Sicherheitsdienst in den Kolonien versah, zahlreiche Mit-, glieder stellten. Besonders stark war die Einwanderung der Gerim nach Palästina in den neunziger Jahren des vergangeneu Jahrhunderts. Damals strömten Hunderte russischer Neuluden aus den entferntesten Winkeln des Zarenreiches nach Palüstiiia, die, in dem Augenblick, wo sic die jüdische Religion annahmen, auch zur jüdischen Erde hingezogen wurden. In den Kolonien Ober-Galilaas, in Rosch-Pinah, Jessod Ha* manlah, Mischmar IInj;irden und in anderen Kolonien findet man beute zahlreiche GcrimTamillcn. Vor dem Kriege kamen sehr viele Neu-Jtidcn aus Grusinien. Der Verfasser dieses Aufsatzes über die Gerim, $, Ernst, erinnert an die Gestalt eines anderen Prosclyten, weicher dem Palästina-Aufbau gedient hat. Dies ist Werner Cris• s 0 n, der Abkömmling einer Quäker-Familie in Philadelphia, geboren im Jahre 1798, der das Judentum annahm, nach Palästina ging, dort der erste amerikanische Konsul wurde, und von Palästina aus in der amerikanisch-jüdischen Zeitschrift ״Occident“ in den fünfziger Jahren eine eifrige Propaganda für die Gründung kooperativer jüdischer Kolonien in Palästina führte. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden teilt mit: Der Preußische Landesverband judi;eher Gemeinden hat bekanntlich beschlossen, eine jüdische Volksscluillchrerbildungsanstatt liberaler Richtung in Berlin zu begründen. Die Verbandhingen mit dem Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst uml Volksbildung sind noch im Gange. Um keine Zeit zu verlieren, gibt der Preußische Landesverband den An- Wärtern, die sich zur Aufnahme gemeldet haben und ihm geeignet erschienen, durch Veranstaltung eines privaten Kursus die Möglichkeit, sich schon jetzt auf den Besuch der zu begründenden Lehrerbildungsanstalt vorzubereiten. Der Unterricht wird in Anlehnung an die für die Hochschulen für Lehrerbildimg maßgebende Stundentafel erteilt. Rabbiner Dr. Oailin c r, der Schuldczerncnt des Preußischen Landesverbandes, eröffnete den Kursus am 18. April in den Räumen Lützow- Straße 16. Im Anschluß daran machte Dr. Fritz Bamberger, der die Leitung übernommen hat, nähere Mitteilungen über die Durchführung des Kursus. Die erste Gruppe der ״Ahawali“ ln Palästina. 29 Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren sind unter Leitung der Schwester Oberin und ihrer langjährigen Erzieherin ln Paliisiiita angekommen und haben Ihr Helm In Ncvch-Sehaanan bezogen. _ KALENDARIUM 1934 — 16. Woche 5694 — 31. Woche Freitag 30. April 5. Ijar Samttag 31. ״ תזריע מודרע - •» Sonntag 33, ״ « .ז Montag 35. ״ 8. Dienstag 34. ״ ״ .9 Mttiwoda 35. ״ 10. * Donnerstag 34. H ״ .11 Sabbat-Auigan!! Dtilln »». Bratlau T*>. frankfurt «. K. §*, MCndtan 1“ n u נ j 1 i 1* I 1 D n 4. 4 t׳l f •I 1 נ V El n I ■ 1 * i 1 ו t נ I < I