Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 31 (17.4.1934)
- Date
- 1934-04-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus palästinensischen Zeitungen Boden und Sprache 3|״.a\var״ veröffentlicht eine Rede, welche C11. N. »jaijlc in Ifaif.1 In der Versammlung des dorii^ci! Spraehveremes [fsdiom’1111 gehalten hat. Bialik verglich dort die hebräische Sprache mit dem palästinensischen Boden, denn dieses seien die beiden Forderungen, welche das jüdische Volk an jie Mandatsregicrung gestellt mul durchgesel/t hat, das Recht ״,{ liodeiierwei l> und die Anerkennung der Rechte der lichtäjsclicn Sprache in i’alii-dinn. Während aber das jüdische Volk die Beileiitimg des Bodenbesitzes erkannt hat hat es die criimllcgemh’ Bcdruhittg der Sprache mul der Arbeit für die Sprache noch nicht erkannt. Und doeli ist die Sprache i)cr einzige Wechsel, den wir für unser Recht auf das I. a n d vorrmvdsen haben. Gleich wie der Mensel! von der Freie lebt, ״.je sein Besitz von der Erde stammt mul zur Freie znrüekkehrt, so kommen unsere geistigen Güter ans der Sprache mul kehren zur Sprache zurück. Alle anderen (־״'der sind ver¬ *änglich. Philosophische Systeme kommen und gelten, Bücher Sahen ihren Tag mul vergehen, das einzige, was lebt, und einen dauernden Besitz darstellt, ist die Sprache. Alle geistigen und sozialen BcwcRtniRon iimcrhalb des Volkes hintcrlassen ihre Spuren in der Sprache. Jeder Dichter baut an der Sprache »■eitcr. Der Dichter wird sterben, seine Schöpfungen werden vergehen, aller was er der Sprache lüimigcfügt hat, das wird bleiben. Und cs gibt in der Sprach« auch eine AuftndchunR der Toten; Worte sterben, werden vcrRcssen und kehren zu neuem!.eben zurück, mul die Kraft der Wiederbclclmng der Sprache ist eine ewige Kraft. Hieraus aber erwachsen gewaltige Aufgaben für unser Geschlecht, in welchem sich die Wiederbelebung der hebräischen Sprache vollzieht. So wie der Boden Palästinas auf weite Strecken verödet ist und darauf wartet, dall wir ihn neu befruchten, so wartet di« hebräische Sprache darauf, dall wir sic aus den Büchern und Handschriften erlösen, in denen sie heute gebannt ist. Wir 11;ihm ein totes Kapital in Büchern und Archiven, das?11 iiciieiii Lehen erweckt werden muH. Wohl ist uns der begriffliche Teil der Sprache lebendig, aber der reale Teil ist nur (ielchrten bekannt. Bei anderen Völkern ist dies gerade umgekehrt; die reale Sprache ist dem ganzen Volke bekannt, und der abstrakte Teil nur den gebildeten Schichten. Bei uns ist dies gerade umgekehrt. Es ist dringend notwendig, dal! die reichen Schätze der Sprache, die sie seit viertausend Jahren aufgehäuft hat, durcliforscbt werden. In nächster Zeit wird ein hebräisches medizinisches Wörterbuch erscheinen, das seelizigtaiiseml Worte um lassen wird. Der kitrzlich verstorbene Prof. Levias in Amerika hintorliefl eine Handschrift, die ■10 Bogen stark ist, und in der die medizinische Terminologie gesammelt wurde; aller niemand küininerte sich tun deren Veröffi utlichiing. Der Traktat Seraim der Mischna enthält einen Schatz der Terminologie der Botanik und Landwirtschaft, aber niemand kümmert sielt darum, ihn zu liehen. Ans Mangel an Kenntnissen behelfen sieh die Fachleute mit einem Jargon von Wortbildungen. Wären wir ein Kulturvolk, so mülllen wir, gleich wie wir einen Natiomlfomls und einen Keren 1 laicssod für die Kolonisation haben, so auch einen E o mls f ii r d i e Sprache und deren Durchforsclnmg schaffen. Seit 28 Jahren arbeitet in Palästina das Sprach-Komitec ohne jede öffentliche finanzielle Hilfe. Dieses Sprach-Krmiitee lnt bisher 15 01)0 Eachnusilriicke festgesetzt, hat Wörterbücher für verschiedene Fächer lierausgegeben, aber seine Arbeit wird 11ur von freiwilligen Helfern, in deren freier Zeit und in den Nächten geleistet. Wissen wir z, B., was Frankreich für seine Sprachakadcmie ausgibt, und wieviel Miiltc und Auslagen au die Festsetzung der Bedeutung jedes einzelnen Wortes aufgcwomlct werden? Was uns not lut, Kl, alle Winkel unseres Sprncligutes zu durchforschen. Das Wörterbuch von Ben Je 1111 da enthält mir ein Fünftel unseres Spraclihcsit/es. Prof, David so lin hat sich der!rforscliung der imitklallerlichcn hebräischen Dichtung der l’ajtanim gewidmet und hnt vier Bände lierausgegeben, in denen die Namen von füufziglauseitd Dichtungen der mittelaltcrlichcn Pnjtatiim-Poesie verzeichnet sind. Das Sprachgul dieser Dichtungen wartet noch auf seine Erforschung. Und 50 müßte man tlas Sprnchgut des Maimoiikles durchforschen, und ebenso das Raschis und so durch Detnilforsdnmg die Grundlage schaffen für das große hebräische Wörterbuch, das einmal entstehen wird. Die Bedeutung dieser Forschungssrbeit für das Volk ist nicht zu überschätzen, Ein Volk, dessen Sprache verwirrt ist, hat auch einen verwirrten Geist, denn im Anfang war das Wort. Bevor es Licht gab, gab es das Wort: ״Es werde Licht.“!Wenn die Sprache unklar und verwaschen ist, müssen auch die Begriffe des Volkes verwaschen sein. Wir verkrüppeln unsere Kinder, wenn wir ihnen nicht eine vcivollkonunnctc Sprache überliefern. Vielleicht entstammt die ganze Verwirrung im jüdischen Leben von heute dieser Wurzel, der Verwirrung der Sprache, Denkmäler in Palästina , Abraham Scharon (Schwadron) wendet sich in hnenr mit Ironie geschriebenen Artikel im ״Dawar“ gegen “1e in der letzten Zeit im Jischuw aiiftauchcnde Tendenz, hir Errichtung von Denkmälern. Der Artikel, der mit wr sarkastischen Ucbcrschrift: ״Sichen Meier hach, •18 Ton-?tn schwer“ versehen ist, gellt davon aus, wie sehr dieser ״rauch dein jüdischen Erbe entgegen ist. Eine der Wohl- Wtn, welche wir der Gallith verdanken, ist die Einfachheit ™ Zurückhaltung in unserem öffentlichen Leben. Ein Volk, ״essen ganzer Besitz, sein Wandcrstnb war, konnte sich keine riesenhaften, glänzenden Aeulierliclikeifen erlauben. Aber *,um machten wir unsere ersten Schritte auf heimatlichem öoden, und schon vergaßen wir die Lehre der Selbst- Mherrsclmng einer Kultur, die ihren Schwerpunkt ins Innere fl T? '•h J iÄ Wie soeben bekannt wird, hat Palästina fm Dczem• her 10:0 an Warenausfuhr AfP 317 335, an Warcncinfuhr CP 1185 860 gehabt. Die nunmehr berechenbaren Gesamtjahrcsergcbnissc von 1033 In Gegenüberstellung mit 1031 und 1032 betragen (ohne Wiederausfuhr, Transit und Edelmetallbewegmig): Ausfuhr 1031 CP 1572 061 10 )2 .CP 2 38HO 1 1033 £P 2 591617 ‘J KJiJ L. k s f? j Einfuhr ,CP 5910000 CP 7 768020 •CP 11 122169 Die führenden A b s!11 z I n 1033 waren Großbritannien mit 11 d c r der Ausfuhr im Jahre CP 1 550106 (1032: 1 312031), Deutschland mit .CP 373719 (332723)'und' Syrien mit £P 212 082 (220 003). Die wichtigsten Bezugsländer der Einfuhr 1933 waren Großbritannien mit £P 1919936 (1032: £P 1 522073), Aegypen mit CP 1 208 217 (I 165 607), und Deutschland j>" CI 1103 31) (775071). Im Verlaufe des Jahres 1033 Hat sich der palästinensische Warenbezug aus Deutschland fast verdoppelt: von CP 75 587 im Januar 1033 auf XL LI I 752 im Dezember 1053. Der Passivsaldo des Außenhandels 1033, der sich unter Berücksichtigung von CP 310 302 Wiederausfuhr auf insgesamt .Cf* 8 211550 stellte, fand seinen Ausgleich in erster Lmie durch die umfangreiche Kapitaleinfuhr, ferner ,!.,.,rc'' '1'° Auslandseingänge für Funds und Stiftungen, die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr und den Aiisfulirüber- Fdehnetallbcwcgimg (CP 115 306 Einfuhr und s-P 811 0/8 Ausfuhr). Wie in der Expansion des Außenhandels, trat Palästinas I rospcnt.it auch in der Zunahme des Seeverkehrs zutage. Im Jahre 1033 suchten den Llaifaer Hafen 1063 Schiffe mit 2 081 622 Tonnen (1032: 787 Schiffe mit 1 733 036 7rr>A0d״,l,a״«r Sf)(> Sclliffc '200 2041ייTonnen (1932: 608 Schiffe mit 1128 151 Tonnen) auf. Dr. J. Adler, Tel-Awiw. äußere Pracht aber, die dem Toten oder seinem Qrabe gcwidmet ist, ist imjüdisch. Die Aera der Monumente in Palästina begann mit der Errichtung des Denkmals für Ephraim Z i s 1 k in Hulda, wo er als Verteidiger der jüdischen Siedlung 1929 gefallen ist. Dieser Mann verdient wahrhaftig unsere Verehrung, aber was hat diese Verehrung zu tun mit den 18 Tonnen Gewicht des Monumentes, von dem die Zeitungen berichteten, hinzufiigeiHl, cs sei besonders schwer gewesen, den Stein aus Jerusalem zu bringen, und seine Ueberfühnnig habe ■€ Rio gekostet? Bei der Einweihung des Denkmals sprach der Vertreter des Jüdischen Nationalfonds von den beiden Denkmälern, die jetzt im Lande erstehen. Im Norden, sagte er, wird auf dem Grabe Joseph Tnunneldors eine Bildsäule geschaffen in Gestalt eines Löwen, Symbol des Löwen, der an den Grenzen des Vaterlandes Wache hält, und hier weihen wir ein zweites Denkmal ein. Schwadron erzählt nun im Anschluß die Geschichte der Errichtung des Löwendenkmals in Tel Chaj. Obwohl dieses Grab dein Jischuw heilig ist, hat 'man durch viele Jahre es nicht dahin gebracht, einen kleinen bescheidenen Grabstein aufzustellcn. Bis der verstorbene l.nrd Melchctt unsere Schande sah, und einen großen Betrag für die Errichtung eines Monumentes stiftete, den dann die Arbeiterorganisation noch ergänzte. Daß Lord Mdchetf, der fern von der jüdischen Tradition aufgcwachscn war, ein bmnbastisehes Monument in Rieseiiausmaßen zu errichten beschloß, ist kein Wunder. Aber wie kommt es, daß sich niemand imlcr uns fand, der dem fremden Wohltäter erklärt hätte, wie fern ein saldier Plan dem Rahmen unseres Lebens in Palästina ist? Auch wenn man von der künstlerischen Seite der Sache absieht, über die so manches zu sagen wäre, so muß mau seine schweren Bedenken gegenüber der demonstrativen Bedeutung eines solchen Monumentes zum Ausdruck bringen. Die Zeitungen berichten von dem brüllenden Löwen, der sein Antlitz dem Hcrmon znwendet. Warum brüllt eigentlich dieser Löwe? Was bringt er zum Ausdruck? Ist dies der Stil unseres Lebens hier? Bringen wir auf solche Weise unsere Hoffnungen und Bestrebungen zutn Ausdruck? Besonders die Arbeiter haben sieh seit Jeher gegen den äußeren Prunk, gegen das leere und leichte Spiel mit äußeren Formen gewandt. Ist nun nicht dieser Löwe ein schreiendes Symbol dieses Geistes? Man sprach von dem Löwen, der die Grenzen ,der Heimat bewnclit. Ist «lies die Art, wie wir die Wacht versinnbildlichen? In furchtbarem Gegensätze zu dem Prunk dieses Denkmals steht die Verlassrnheit der schwer um ihre Existenz ringenden Kwtizah Tel Chaj an diesem Platze. Wenn man die Disteln und Dornen sieht, die auf dem Hofe von Tel Chaj wuchern, krampft sich einem das Herz zusammen. , .. , ,״vniv tragen. Ein Beispic. .״• Ecre Massengepränge und die Aufzüge des Purim f estes ״Tel-Awiw (gegen das Schwadron seit Jahren kämpft), “nd das man nun sogar zu einer nationalen Uclicrlicfcnmg־ machen will. Dies bedeutet nur doppelte nuchliaHung. Wenn ws die Ueberlieferung sozusagen eine Fröhlichkeit und einen estiärrn auhefiehlt, wie dies beim Purim der Fall ist, dann ccdcn wir uns, diese Uebcrliefcrung mit aller Pünktlichkeit? erf'dle11, und ihr noch so und so viel zuzufügen. Wenn , fr unsere Uclierlieferimg ein anderes Mal den Acußerhcli- Vpn widerspricht, und sie als unjiiilisch auffaßt, dann »'״ersetzen wir uns ihr. Im Laufe der vielen Generationen V nח wir "ns damit gerühmt, daß wir nicht wie andere d״ Lf ^1־"dhilder ans Stein errichten, sondern unsere Großen ,rrc" die Erinnerung im Geiste des Herzens und yolkes F׳ri• Und plötzlich, in Palästina, beginnen wir mit der ״״chümg von Standbildern. Wo andere Völker heutzutage Brauch der Errichtung von Denkmälern mehr und mehr (1.׳:“’SCl1t nehmen wir diesen Brauch auf. Ein Standbild bek*i« ״. nc Ehrung für unsere großen Persönlichkeiten und חי Mute! der Erziehung für die heraitvvaclisende Genera- 7'״ Nur die Verehrung lind der Dank, der im Herzen lebt, in!״. v0״ Generation zu Generation vererbt wird, nur der Cni, ^llt7 die Lehren unserer Bahnbrecher zu erfüllen sinn 1״re Gebote zu beobachten, nur diese lebendigen Werte £111 Standbild, das unserer Oroßcn würdig ist. Jede 1H-JT '*««י ״*»*K ןוו'/^?־?י BÜÜ. Ablehnung eines Richters jüdischer Abstammung Die ״Jüdische Rundschau“ hat in Nr. 16 vom 23. Februar 1031 den Beschluß der 63, Zivilkammer des Landgerichts Berlin vom 10. November 1933 mitgeteilt, der die Ablehnung eines jüdischen Richters wegen Besorgnis der Befangenheit als begründet ansah, nachdem die ablehnende Prozcßpartel in einem Schriftsatz einzelne Juden und die jüdische Rasse angegriffen hatte. Zu dieser Rechtsfrage veröffentlicht jetzt die ״Jur i s t i s c h e W oc 11 e 11 s c 11 a u“ vom 14. April 1934 einen weiteren, diesmal von einer anderen Zivilkammer des Landgcrichts Berlin ergangenen Beschluß, der bei einem gleichartigen Tatbestand« hinsichtlich eines christlichen Richters nichtarischcr Abstammung zu demselben Ergebnisse gelangt wie der Beschluß vom 10. November 1933. In den Gründen dieses Beschlusses heißt es 11. a.: ״In ihr(•!״ SWiritl.nU führ! die Bekl. tmsl ,K« kommt hinzu, daß Ixi drn Juden niul! den Vor.ehrilien des 3'almud die hiltchc Aus.iigo |>e״ehiil1rr einem Nirhtjmlen nie!!! nur erlaubt, sondern *״gar vorgi .elirlelM'ii in: wem! mirh inunrhc Juden Angst. Indien vor dem Staat.anwall, und nieht immer gewagt wird, diese Vor• schritt des Talmud zu befolgen, so ergibt siel! doch ans ihr eine derartige Vorwnhrlo.ung der jiidisehen Anssagenioral vor Gericht, daß den AiH-ugcn von luden, zumal wenn sie im der .Sache .seihst in1ere.,sier! sind, und sieh in einer Silcmtimi befinden, daß sie den Meineid für schwer nachweisbar hallen können, mit allergrößte r Vor.iehl zu U-gegnen ist, mit derselben Vorsicht, mit der man ihnen grundsätzlich Ivi allen geschäftlichen Transaktionen begegnen muß, wenn man nicht schwer hereinl'tillrn will.* Du man unterstellen muß, daß dic-c AU'fiihrmigcu die per-önliehc Anflas.img der Hclslngten selb.!, nieht bloß die ihres jetzigen l’n>/cßlH‘vaU1narh!igton wiedergeben, so 1.1, /״null von der Würdigung der Aus.agc der angegriftenen jüdischen Zeugin die Entscheidung des Recht.streils weitgehend ahhängt, nicht zu veikennen,!laß die Beklagte in der Tat die Besorgnis Ingen darf, daß gegenüber diesen scharfen Angriffen auf die jiiili-ehe Lide.- und Geschäftsnmral «Irr ahgclchnlc Rirlilrr als Niehlarier ihr gegenüber nieht völlig unbefangen bleiben werde. Es kann hierbei nieht ins Gewicht fallen, daß nach *einer dienstlichen Avuftcrung der ahgcU'lmir Richter selbst und seine Kll>־rn Christ• lielier Religion sind, da srlion «las Vorhandensein jüdischer Vorfahren im Rahmen des Beamlengcselze* hei den gegen das Judentum gerichteten Angriffen die Besorgnis der Beklagten bezüglich der Befangenheit des (!)!gelehnten Richters zu rechtfertigen gec'gnet erscheint.“ (I.andgerirht Berlin, 88. Zivilkammer, Beschluß vom 23.2. 1034, 286. S. 12 135/33.) Die Leitung der Tel-Awiwcr Levante-Messe wurde verständigt, daß der Direktor des französischen Komitces für Auslandsausstcllungcn, M. Mosnier, die Leitung der französischen Abteilung auf der Levante-Messe übernehmen wird. ftlfc 3 I WICH A O C N C Y POFl PALftTINR W 15; Mefnekcstr. 10. Telephon! J 1, Bismarck 7165/70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 167 08. Sprechstunden: Täglich, mit Ausnahme von Sonnabend tnid Sonntag, von 9.31) bis 12 Uhr. Auswärtige Besucher, die in Berlin beim Palästina-Amt persönlich Auskunft einholen wollen, werden gebeten, der betreffenden Abteilung vorher schriftlich davon Mitteilung zu machen. Schriftlichen Anfragen ist unbedingt ein Unkostenbclfrag von RM. 1,— in Briefmarken bclzulcgcn. Das Palästina- Amt ist infolge der hohen Bürouukostcn nicht In der Lage, Anträgen ohne Gebühr zu beantworten. Vorstädtlschc Ansicdlting deutscher Juden auf KKL-Boden In der Halfa-Bay. In der Siedlerversammlung vom 18. März wurden unter 42 anwesenden Mitgliedern der Kooperative tlic Parzellen ausgelost, so dall die Mitglieder aut Grund des Parzellieruugsplaius nunmehr schon wissen, an welcher Stelle sich ihr Boden befinden Wird. Es ist an/tinehmcn, daß die zur Verfügung stehenden 100 1-Dtinam-Pitrzellen in sehr kurzer Zeit besetzt sein werden. Betreffs der Kosten des Hausbaues hat sich ergeben, daß die von der Sacliverständigen-hxpertise aufgcstclllcn beiden llaitstypen «loch so viel Komfort vorschcn, daß die ursprünglichen Gcsamtkosten sich etwas erhöhen. Nähere Informationen erteilt die Landes- Abteilung des Palästina-Amtes auf Anfrage. Beschaffung von Kaplfalisten-Vlscn für Kategorie AI. Im Einverständnis mit dem British Passport Control Office ist das Palästina-Amt bereit, die Besorgung von Kapitalisten- Visa der Kategorie A I (CP 1000) gegen mäßige Bcsorgungsgebühr zu vermitteln. Interessenten erhalten auf Anforderung eine Aufstellung der beizubringenden Unterlagen. Anfragen sind an das Palästina-Amt, Berlin W 15, Meiiiekestr. 10, zu richten. ״Alljah“, die vom Palästina-Amt hcrausgegcbeiie 10• formations-Broschiire für Palästina-Auswanderer informiert über alle den Palästina-Reisenden interessierenden Fragen. Sie berichtet über Eiiirciscbcstimmnngen, Steiiervorsdirifteu, Transfermöglichkcitcn, Lebens- und Arhcitsmögliclikeitcn, landwirtschaftliche und industrielle Ansicdlungs- und Nicdirlassungsmöglichkcitcn und vieles andere mehr. Da ein großer Teil der vorkommenden Fragen in der ״Alijah“ beantwortet sind, empfiehlt cs sich, sie zu lesen, bevor man sich mit einer mündlichen oder schriftlichen Anfrage an das Palästina- Amt wendet. Palästina, Wirtschaft und Verwaltung. Das American Economic Committee hat ein Informations-Heft herausgegeben, das kurz zusammengefaßt und übersichtlich die wichtigsten Fragen im Verwaltungs- und VFirtsclinftswcsen Palästinas behandelt. Das Heit ist durch das Palästina-Amt zu beziehen. Pal.’lstlna-Rcisc des KJV. Die Prospekte für unsere Mal- Reise sind zum Versand gelaugt. 13er vorläufige Anmelde• termin ist auf den 15. 4. festgesetzt worden. Wegen der erscliw'erten Visaboschaffung müssen Entscheidungen über die Teilnahme schnellstens getroffen werden. Die Reise führt am 30. 4. von Berlin über Florenz (eintägiger Aufenthalt) nach Neapel, von dort am 2. 5. mit der ״vulkania“ nach Haifa, ln Palästina sind verschiedene Eandreiscn vorgesehen, an denen die Beteiligung freisteht. Rückfahrt erfolgt offiziel! am 22. 5. mit Dampfer ״Polonin" über Konstantinopei (eintägiger Aufenthalt) nach Konstanza, oder bei Verlänge* rung des Aufenthaltes In Palästina mit den regelmäßig verkehrenden Dampfern ״Italia*‘ und ״Martha Washington" nach Triest bzw. der Lttägig verkehrenden ״Polonia“ nach K011stanza. Alle näheren Einzelheiten ergeben sich aus unserem Prospekt, den wir sofort anzufordern bitten. Das Prä st• d i um des Kartells J ii d i s c h c r Verbindungen, Berlin-Charlottenburg, Bleibtreustr. 50, Steinplatz 4736. Zum 50. Geburtstag Janot S. Rosklns. Heute feiert Janot S. Roskin seinen 50. Geburtstag. Wir wollen nicht verfehlen, diesem gütigen Menschen unsere Glückwünsche aiiszusprcchen. Er hat sich um die Verbreitung des jüdischen Volksliedes bemüht zu einer Zeit, in der das deutsche judentum von der Geschichte und den Kräften seines Volkes nur wenig wissen wollte, und daher ein starkes Echo nicht zu erwarten war. 1916 hatte er den ״Verlag für nationale Volkskunst“ gegründet, der noch heute unter dem Namen ״Hatikwah“ bestellt. Lieder, die er schon in seiner Jugend gesungen und gesammelt hatte, gab er nun in populären Bearbeitungen heraus. Er hat damit sehr wesentlich zum _ Verständnis der ostjüdisclicn Mentalität beigetragen. Auch in eigenen Kom- Positionen hat er seiner Eiche für das Ostjudentum Ausdruck gegeben. Schon als Junge zeigte er musikalische Begabung; er batte eine außergewöhnlich schöne Stimme. 1903 kam er nach Berlin und studierte am Scharwcnka- Konservatorium Klavier, Harmonielehre, Gesang. Von 1918 ab war er ständig Chorleiter der Jüdischen Gemeinde. Mit einem eigenen Chor hat er sehr oft mit Erfolg Konzerte gegeben. Dr. Hans Nathan. Das Mitglied des Schweizer Hilfskomitees für lntellek* tucllc aus Deutschland, Prof. Minkowski, trifft in den nächsten Tagen aus Genf in Warschau ein, um Verhandlungen betreffend Arbeitsmöglichkeitcn für einige jüdische Profcssoren aus Deutschland an polnischen Hochschulen zu führen. 1