Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 30 (13.4.1934)
- Date
- 1934-04-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 jodische Rundschau l'f ' n 1 ׳ ׳ f י%; * ni״׳ i M ־,־/ , ןnl! f ־r ד^ך־ן ri!! 1' i! '} \ 1 ץ■*" ׳ p ■»־. (:«! I»«<U «.«»4!*•I* lut ד:יז נדו m ע v. י ך־־ן י"־־! ד־ j /»יי ״־> ' |!!'!!! f | i wl k»*- •י..< W-4 W, 4»s>ß Des Echo der Richtlinien der Rcichsvcrireiung Von Julius Stern ״Die 1 TneiicHing des Judentums durch die Erziehung wird Iit'itle zur Frage unserer Zukunft" (IHeck). Diese Worte pclien eine Begnimiimg für das lebhafte Interesse, das jetzt )11 weiten K1 eisen des deutseheii Judentums für die Erziehung des Nachwuchses spürbar geworden ist. Das Gefühl einer besonderen jüdischen Verantwortung der kommenden Generatioii gegenüber bewirkt eine Aufgeschlossenheit fur jüdische Erzieliiiugsfragcn, 11111 die in Deutschland lange Jahre verleb• lieh geniügni wurde. Die Diskussion, die tim ״die Rieht- .ki n i c n d e r R e i e I! s v e r t r c 111 n g d er deutsche n ) n d e 11 f ü r gl i e Gestaltung ries Lehrplans tu d e n j ü d i s c ii e ti Volksschulen Deutsch( a 11 d s״ in der jüdischen Presse geführt wird, beweist, in welchem Ausniai! die deutsche Judeiiheit jetzt die Spe/ialatif^nlwn einer jüdischen Erziehung als v־1׳rptlichtend für sich ansieht; die unterschiedliche Stellungnahme skr versehledeneu Richtungen 71! dr'ii I׳;!■YiehiinpspriiiHhat/eii der Reiehsvcrirctuug vcrdcutlifht aher;null die Differenzen im deutschen Judentum, die {׳erade solcher Vereinheitlichung In kulturellen Fragen hinderlieh im Wege sichen. Der Widerspruch mancher Kreise richtet sich insbesondere fp'peii die Grundtendenz des Er z 1 e h ti 11 g s r> r o* g r n 111 ms der Reiehsvcrtrclung; dem Gedanken, ein jüdisches Sdmlwerk mit einheitlicher ZicKdzuug aufztihnuen, glauben )loch nicht alle Teile des deutschen Judentums zustimmen zu können. ״So wenig wie die weltanschauliche Einheit des Juden- 111111s diktiert werden kann, so wenig ktiniien pädagogische Richtlinien von oben her erlassen werden.'■ In diesen Worten faßt ein orthodoxer Schulmann sein Urteil über das hiuhcitssehidprograium der ReiehsveiIrdimg zusammen. Mit ebensolcher l.nlsehiedenheit wird von extrem-liberaler Seite der Ablehnung Ausdruck gegeben: ״Sie (die Richtlinien) sind ein Meisterwerk der.Unklnrheit mul Vieldeutigkeit, ein Meisterwerk der Zwiespältigkeit und Disharmonie. Offenbar ist der V1 ■rsiich luitermmimcn, eine I uriniilienuig zu finden, die allen Richtungen gerecht wird, die allen Richtungen die Möglichkfit gibt, nach ihrem Sinn und in ihrem Sinn die Rieht* liuien nus/iilegen ..." Im R,;Innen einer Polemik );egen die Reiclisverli ctiing weist eine andere jüdische Zeitung die Heinülnmg um ein gemeinsames Scluilprogramm zurück: ״Die von ihr hermisgegebeiien ,Richtlinien für die Aufstellung von Lehrplänen für die jüdischen Volksschulen' haben ja in der Tat ein wahres Trommelfeuer von links und rechts gegen die Reiehsvertictiing entfesselt, weil sie den Versuch machen, allen Ricldungeu gcuclit zu werden. ... Aber 1m ganzen hat dieser Versuch, ,durch Vieldeutigkeit der Eor- Kt 111 i e r 111t g e 1t dem Streit der Richtungen vorr u b e u g e n', In Wirklichkeit den Streit der Richtungen erst neu entfacht,“ Diese Prcsscslimmcii entsprechen aber weder der Stirnniung iler gesamten deutschen Judeiiheit noch der innerhalb der einzelnen Richtungen. Die Richtlinien sind bekanntlich im Er/iclumgsausschuß der Reiehsvertrctnng unter Mitwirkung aller Gruppen des deutseheii Judentums entstanden, mul hier waren alle von der Notwendigkeit eines einheitlichen kr/ichimgsprogrnmins überzeugt. Es fehlt auch in der Oeffentlichkeit nicht an Aeulleraingcn von l iberalen um! Konscrvativen, sli<■ das Einheitsstreheii der Richtlinien bejahen. Ein jüdisch-liberaler Pädagoge, der die Tendenz der Richtlinien anerkennt, sagt hierzu folgendes: . insbesondere den ansgesprochenen Partcimcnscheii, den sogenannten ,Unentwegten‘, gefallt manches an ihnen so wenig, daß sie sie im ganzen ,ablehnen. Wenn auch zuztigchen ist, daß die ,Richtlinien1 nicht den Wünschen aller Beteiligten entsprechen können, so muß doch gesagt werden, daß sie im großen und ganzen;eeignet sind, alle vernünftigen Wünsche zu hetriedigen.“ n dem Organ einer (iroßgcmeimle wird nachdrücklich darmit bingewiesen, wie notwendig es ist. daß die Jugend von vornherein das Einhciisbewußtsein erlebt, ״Deshalb kann die jetzt neu ins Lehen gerufene Schule nur die jüdische Einheitsschule sein, in der Kinder aller Richtungen ihren Platz finden und unter geeigneten Lehrern auch finden können. Wir Alten, die wir uns schon weitgehend auseinandergeredet und -geschrieben haben, versuchen jetzt mühselig, uns wieder ziisnmmenzufinden. Unsere Kinder sollen von Jugend an in Eintracht miteinander wandeln ., ,״ Von konservativer Stile werden die Richtlinien^ folgendermaßen beurteilt: ״Wenn mir die Frage gestellt wird, welche Stellung die gesetz.estreuc l.chrcrschnlt zu den ,Richtlinien‘ liunchimu wird, so gibt es Unmut nur eine Antwoit: Wir b e g ruße n die Richtlinien als (׳inen he* detilsunmi, eisten Schritt vorwärts zur Schäftung der spe/1fl־uh jüdischen Volksschule, wir freuen uns lier/lichst des Anfangs.‘' Unabhängig von der iniierjiidlschcn Gruppierung erfolgt also, wie hieraus ersichtlich, eine verschiedene Bewertung der Grundgedanken der Richtlinien, Ein solches Frziehtinpsprogramm muß selbstverständlich all die unbefriedigt Iftssetij die unbeschadet der besonderen Erfordernisse des Augenblickes nur bestrebt sind, ihre spezielle Auffassung vom Wesen des Judentums als die allein wahre der hcranwnclisciidon lügend zu übermitteln. Wenn man aber an die innere Vernimhing aller Glieder des Judentums glaubt und daraus eine Verpflichtung zu einer wirklichen Einheit ahleitet, muß man trotz allen Mängeln, die einem solchen Kompromiß naturgemäß auhaften, diesen Richtlinien Anerkennung zollen. Viele kritische Heinerklingen zu den Richtlinien wären in der jüdischen Presse sicher nicht erhoben worden, wenn lediglich pädagogische Gesichtspunkte Maßstab für ihre Bewertung gewesen wären. Sonst wäre cs nicht zu verstehen, warum gerade die E'ormulienuig von dem ״doppelten Urcrlebnis, das jedes in Deutschland lebende jüdische Kind in sieh trägt, dem jüdischen und dem deutschen“, so starke Gegncrschnft in manchen Teilen des deutschen Judentums tarnt. In bemerkenswerter Weise setzt sich Professor El ho gen mit diesen Vorwürfen, die insbesondere in einem auch in der ״Jüdischen Rundschau׳‘ schon besprochenen Auls,atz ״Zweiscelenthrnrie“ erhoben werden, auseinander. Er sagt hierzu: ״Wir Juden haben ein beneidenswertes Talent, uns gegenscitig mit Schlagwortcn totznmnrhen. Da liest Herr Rabbiner Dr. Rieger in Stuttgart in den zusätzlichen Richtlinien für den I.ehrplan jüdischer Volksschulen die Worte von den zwei Urerlelmissen des jüdischen Kindes in Deutschland, dem jndisehen und deutschen, und er findet darin sofort eine ,Zwei- Seelentheorie'. Das steht nun in einer Zeitung wenige Zeilen unter deren Zweckbestimmung ,für deutsches Judentum‘, was doch wohl beweist, daß es auch ein anderes Judentum gibt, mul wenige Spalten vor lobenden Auseinandersetzungen über die Svnthese von I)eutscliliim und Judentum -׳- woraus doch wieder hervorgeht, daß die zwei Begriffe, wenn säe auch durch das und verbunden sind, immerhin zwei sind und erst einer .Synthese bedürfen. . .. Wenn die Richtlinien daher von einem jüdischen und einem deutschen Urerlcbnis des Kindeg sprechen, so wollen sie keine ,Zweiseelenthcorlc' aufstcllen, solidem nur der Tatsache Rechnung tragen, daß aut die eine Seele des Kinde» die verschiedensten Eindrücke einwirken. Das ist eine imnhiimlerlieUe Tatsache, an der auch der alle Baal nichts ändern kann." Das Kind Ist nun einmal trotz aller ihm etwa entgcgcnstchcuden theoretisch fundierten Anschauungen ein Ganzes, geformt aus seinem Erleben im Elternhaus, der Straße, der Landschaft usw. Diese Totalität muß anerkannt werden und nur die sich hieraus ergebenden psychologischen Erkenntnisse dürfe!) Leitgedanken einer pädagogischcu Arbeit sein. Die jüdische Schule soll ihre Prägung aus diesem tloppclten Urericlmix des jüdischen Kindes erfahren. Sie soll ebenso wie alle Staatsschulen, die Grundlagen deutscher Kultur vermitteln .. und dafür bürgen ja die staatlichen Lehrpläne, die für die jüdischen Schulen selbstverständlich bindend sind — sie muß aber gleichzeitig jüdische Erziehung«• und BitlUingsnrhcit leisten. Diese lebendige Beziehung zu jüdischen Kulturwcrtcn kann aber nicht nur in besonderen Stunden geschaffen werden. Die Richtlinien verlangen deshalb mit Recht: ״das Jüdische ist in den Mittelpunkt aller dafür in Betracht kommenden Unterrichtsfächer zu stellen.“ ״Gleich in den Mittelpunkt?“ frafft ganz ängstlich ein Kritiker. Und von anderer Seite wird befürchtet, daß eine solche Schule, in der diese Richtlinien befolgt werden, eine Vorbereitung»- schule sein soll für Wanderer, für Menschen, denen Deutschland ein Durchgangsstadiuin ist. Demgegenüber steht die Metnung des Leiters einer orthodoxen Schule; ״Nach meiner persönlichen Auffassung ist cs unmöglich, die beiden Grund* crlehnissc des jüdischen Kindes — das jüdische und das deutsche ־— gleichmäßig zu entwickeln, Wenn wir eine wahrhaft jüdische Schule sein wollen, so muß das Jüdische das Primäre sein. ... Wir müssen — die Genehmigung Bestrafte Erpressung Wegen vollendeter und versuchter Erpressung an einem Juwelier und seiner Schwester verurteilte die Große Strafkammer des Landgerichts Braunschwcig It, ״Erankf. Zeitung“ vom 12, 4. eine Frau zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust. Die Angeklagte hafte sich in das Juwcliergcschäft begeben und dort behauptet, de sei bei Brauaschweiger Stellen der NSDAP, beschäftigt und habe dort aus Akten erfuhren, daß der Geschäfts- Inhaber und seine Schwester, well sie Juden sei cn, in ein Konzentrationslager gebracht werden sollten, Es bestände jedoch eine Möglichkeit, ,diese Maßnahme zu verhindern; das Geschäft solle 50 RM. für die Winterhilfe zahlen. Die Schwester des Juweliers Zahlte daraufhin diesen Betrag. Einige Tage später erhielt feie jedoch einen Brief von der Angeklagten, in dem sie aufgefordert wurde, weitere 600 bis 1000 RM, zu zahlen und monatlich 50 RM. zu reservieren. Nunmehr wurde die An- Gelegenheit der Polizei gemeldet, die die Angeklagte, als sic das Geld abliolcn wollte, festnahm. Sic war in der Vorhandlung geständig, die 50 RM, sind auch nicht an die Winterhilfe geflossen. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, die Angeklagte habe aus rein persönlichen Motiven gehandelt. Kleine Nachrichten Der Obermeister der Bäckerinnung Im Bezirk Dieburg hatte lt. ״Frnnkf. Zeitung“ vom 12, 4. Mitte März in einer Bekanntmachung von den Mitgliedern der Innung verlangt, daß jüdische Lieferanten und christliche Lieferanten, welche jüdische Verkäufer haben, auszuschalten seien. In einem Schreiben der Hessischen llandwcrkskammer wird mitgeteilt, daß dies Vorhaben Inzwischen gerügt und der Obermeister aufgefordert worden sei, derartige Veröffcntiichungcii künftig zu unterlassen. In einer B.uicrnvcrsammlung in Hcrbörn wurde, wie die ״Baucrn-Zeitung Rhein-Maln-Neckar“ lt, ״Frankl. Zeitung" vom 10. 4. berichtet, die Gründung einer Viehverwcrtungsgenosscnschaft für den Dillkrcis beschlossen. Zu Beginn habe Kreisbauernfiihrcr Tricsch (Hohenroth) mit aller Schärfe betont, daß kein Bauer mit Juden G c sc 11 ä f t c machen dürfe. Der Geschäftsführer der Viehverwcrtungsgenosscnschaft des Kreises Biedenkopf, Fisch bacli, habe die Notwendigkeit der Genossenschaft für den Kreis Dillen* bürg an dem letzten schlechten Marktergebnis in Herbarn bewiesen, das auf die beherrschende Stellung jüdischer Viehhändler auf dem Hcrborncr Markt zurückzuführen sei. Nr. 30, 13, IV. m I tNr 3 der AulskUkbebördeu dazu uatuilkU vut au־,gc-!־!/t _ ,. jüdische Schule mit deutscher U11lcr1i1li1״[>ra1|,c den“ wct. Die Eigenart jeder Seluile ist am schärfsten spnrbar 1. s t a 11 u n 1׳ der k 11 11 u r k u n d I i e h 1* n ־ ״ ץlr׳ der Gestaltung der k 1111 u r k u n d I i c h e n Bei der inneren Nciiformnug des gesamten deutschen Vc, wesens im letzten Jahre galt beispielsweise auch die AuitiH-e' I snmkfit insbesondere den w.genannten Gesiiiimngsiachcrn. \t', I deutsche und christliche (,haruktor der staalliclien (Im!,ן ־!,j, {! Volks ,1 hule findet seinen lebendigsten Ausdruck im R, J Deutseh-, Geschieht«■ und 1 ieiinatkinuieunten lebt. Die hm•,[.'1 I dere I ialluitg der jtidi-eheu Volksschule muß auch in t|jfi׳(j,' | Fächern eindeutig hervortreten. Folger iehtig verlang,.n | Richtlinien deshalb mich eine dem Wesen der jtiBisclie״ I Schule entsprechende Eiirmung dieser Unter!ichtsfädier. flnj. 1 besonders ausführliche Behandlung erfahrt in diesem /.jj 1 »ammeulinng der!1 e i 111 a t k n 11 d 11 c 11 e A r! 8 c 11 au!! n ן '\״ unterricht, das Kernfach der gesamten GrurulsdHilarhgj" |f Die Richtlinien wünschen eine Durchdringung dieses I rieht« mit jiidiseheu lirlulten mul fordern eine lkr1k'L,'cj'. I tigimg des jüdischen I Icimakerlebiiisses. Alle die Kritdm < die den Fragen der Volkssehulpadagogik fremd gegen;,p,; I stellen, lehnen diese von den Richtlinien geplante <JestahuV״ | des Hcimatkundcunterrichls ab, weil ihnen anscheinend a״h | unbekannt ist, welche Aufgaben diesem Fach in der sig;. “ meinen deutschen Volksschule gestellt sind. Die Hichtiir.R,■ übertragen auch hier nur sinngemäß die amtlichen prculli,!;{'j Bestimmungen auf jüdische S! huhu beit und gleichen in diese) Beziehung jüdische Volksselmlpruxis der allgemeinen an, Njg den amtlichen preußischen Richtlinien ist Ausgangspunkt (lifsfs Unterrichts das Erlebnis des Kindes in Familie, Straße mg 1 sonstiger Umgebung. Nach dem Lehrplan ftir die Volk!. 1 schulen der Stadt Berlin sind Stoffe für diesen hcrniatkunj. f liehen Unterricht ״Höhepunkte im Jahreslaufc und im Lebe,״! des Kindes" sowie ״der Lebens- und Pflichtenkreis des Kinde!? unter Berücksichtigung besonderer Höhepunkte". Detngrmaä } steht beispielsweise das Weihnachtsfcst wochenlang im Mitte;, tninkt des Grumtsclitihiiiterrichts der allgemeinen deutschen Volksschule. Ist cs fur die jüdische Volksschule nicht selb!!■ 1 verständlich, daß auch die Höhepunkte im!.eben des ja,;!, sehen Kindes, die jüdischen Feiertage, der Scliabh.ath 1uw. im heimatkundlichen l biterrieht in einer der betreffender, Altersstufe entsprechenden Weise Gegenstand der Bchamüun; sind? Im 1 Icimatkuiuicunterricht des 3. und 4, (irimdsdiui• jalires soll nach den amtlichen Bestimmungen I leinuthoirk, -stndt und •provinz besprochen und nach erdkundlichen, ge. schichtlichen und naturkundlichen Gesichtspunkten nusgewertg werden. Ist es für den jüdischen Volksmhullehrcr nicht fine selbstverständliche Erkenntms, daß er hier auch jüdische Mo. meide aus Geschichte um! Gegenwart in kiinlesgcin.dSer Form berücksichtigt? Es bleibt deshalb für den Lehrer an Volks• schulen völlig unverständlich, wenn in einer Besprechung de! Richtlinien in einem konservativen Blatt zu lesen ist: ״Ein großer Teil dessen, was zum heimntkuiuilichcn Unterricht gesagt wird, gehört in die Rubrik: Religions- und judhehft Geschichtsunterricht." Auch von liberaler Seite verlangt nur. Beschränkung dieses Erlcbnmstoffcs auf den Rcligiottsunt«• rieht und verkennt damit ganz die Art, wie in einer modernett 'Volksschule erzieherische Arbeit geleistet wird. Fast übereinstimmend betonen die meisten Kritiker, tM die Richtlinien nur rohes Material darstellen, das erst durch die lebensvolle Arbeit des Lehrers zur vollen Wirksamkeit gelangt. Von dessen jüdischer Verbundenheit, seinem jikli• sehen Wissen und seiner Einstellung zum Judentum überhaupt hängt unabhängig von vielen anderen Faktoren das Gelinge:! des jüdischen Er/iehungswerkes ab. Dieser Franc muH im Augenblick besondere Aufmerksamkeit gelten. Denn so pan• dox cs mich klingen mag, an jüdischen Lehrern dieser Alt wie sic jüdische Schularbeit jetzt erforderlich macht, besteht ein gewisser Mangel, Es strömen gerade jetzt In die jüdisch( Schule eine Reihe von Lehrern, die bisher nur geringe Re׳ Ziehung zum Judentum hatten, und die jüdische Er• Ziehung dieser Erzieher ist erste Voraussetzung 111׳ positive jüdische Bildimgsnrbeit an der jüdischen Jugend Deutschlands. Ohne eine freudige Bejahung der jüdischen Schule, ohne ein inneres Verhältnis zum jüdischen Kultur• und Goistesgnt, ohne eine lebendige Verbindung zur jikli• sehen Vergangenheit und Gegenwart, ohne gründliche Kennt• nis der hebräischen Sprache kann kein jüdischer Erzieher er• folgrciche jüdische Jugendarbeit leisten, Die Vorschläge für eine intensive Zusammenarbeit mit Palästina verdienen in diesem Zusammenhang besondere Beachtung, An dieser leb«!• digen Ucgcnwartsaufgahe, dem Aufbau einer jüdischen 110111• statte, kann keine jüdische Lehrerschaft und jüdische Schuir Vorbeigehen, und die von Palästina ausgehenden Energien müssen für die Erziehungsarbeit fruchtbar gemacht werden, Jud j c r prüft di V ‘ ״ A ‘ 1! t e ',1 tu n י 11 / 111׳ f;;of.1iHll 11hl •1!וי rr.diein in S1 fiel juificn sjoi alieln in (Kr (t:1 V er u:ld Mol;cm dci lilcidue eine Un der Gre durcligel ifuncrn wirrt. Ft bcab.ich 11! grün! I e f Trlr'gra׳ Vorsehr praxi» dtmnäcL dahin Bürge erteilt Zustiom allzu gl werden J«־ ölfenillc ordnnng lii h r t. des Küt sc t /11 r fi’slpcle{ lieh nicl viel f,1s bi'-timm zeitlich miss der Mle I c wenn c nicht el hesehäd Will de die Iv.iu dies dei mitioilet K n m m 11'id Vei Inls-ciiel Beruf un gcricl wheidur Chutl., Wl .itd'hsfhp!ן «ul!.»•jvr,! Im Vpfk. Kotii u An dem neu eröffneten städtischen Luftbad am Mann• heimer Stadion ist eine Tafel angebracht, die h^agt, das Nichtariern der Zutritt zum Luftbad nicht gestattet ist. Am 11. April wurden die provisorisch auf dem jüdischen Friedhof von Monlparnassc beigesetzten sterblichen lieber׳ restc des iin November verstorbenen Vorsitzenden d« Aktions-fjomitecs der Zionistischen Organisation, Dr. Lj« Motzkin, zur Uchcrfiihrung nach Palästina verladen. Vor Abgang des Zuges fand auf dem Bahnhof ein Gcdcnkgottw dienst für Motzkin statt. Aut der in den letzten Jahren zu stärkster Bedeutung füj den Handel Italiens mit den übrigen Mittelmecrl.'imlen) «™ dem Vorderen Orient gelangten Messe von Bari wird1״« jüdische Industrie Palästinas in einem eigenen Pavillon ver* treten sein. Antisemitische Studenten in Rumänien beslralt Bukarest, 10. April. (J. T. A.) Das Kriegsgericht Dt einige Studenten, die im Kino Sidoli eine a n t i s c m it1scil Kundgebung veranstaltet und Fensterscheiben zerscnBg® natten, mit harten Strafen belogt. Der Anführer, * PF Dumitru, wurde zu einem Jahr, drei andere Studenten n!! 6 Monaten Gefängnis, alle vier zu Geldbußen verurteilt. In dein rumänischen Städtchen F r u 11! u s i c a bei iDD’F brach ein Grotifeucr aus, durch das 24 von Juden bewohn Häuser vernichtet wurden. '«1״ h»I, R»rislt#d ''־’irlüin 101511! U SynngoB 1־.'׳:■•■ai kliil «')»,״!«1ויי1, ״,kV n Ul•׳1"1,, ipri ורו *iiklj Art!# »Xil.t ®ן: ד■;:די;Bl'« י ■ס “‘1*»•4'*♦» i** finden Sie in allen modischen Abteilungen. 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