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Jüdische Rundschau · 1934-04-05 · Heft 27-28 (5.4.1934) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 27-28 (5.4.1934)
Date
1934-04-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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»34 Nr. 27/28, 5. IV. 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 9 ין 1 n״, ' Mit. tsdli'j) 1’Kru r\ n i r-! . A״I. fltf-lirt ) ״׳ v׳ # rin , rin. Url״.n Wirt. Und ü <1 i. Fellen י Mi. ׳*lrnrn chi«!־ cmivi! Rede, An(. crvnr. tnn[;s. Steile n ■liri^rr, umh » W(1* ^!uinn (rnluir 'vcr. :cinpr. sicht. 1 sind lptvl!•, rinpr Wir. llgim;. fr die t ■1 n c E 'Irr Sol! ho lU'liPI), H«,h. ■di'non T״l I :,!״(. Iiinif'k Juden und :r ihr nu-711. hclien invi'ir. llltine Sir״• ne mutig eirhs• dicht,; von von i.irts- 1 s e n In• 1 der t die Tel cn. zum nach eine für Prüs-iieit sind. Zu- Jront ichen oder oder 1 Im issen Ted auf rtho־ eine den werndigt Oe• >u * ' der Per• l. *•• Paul . Dr. laubt 3ast- » *u; am' «ich der einen I der den sium rtitttt r.v r? 1ן ו״ r r :״ r ה n p ■"׳ י! jT^; IJpmu y v.11 ׳ ki UM 1^.44VtyJ11 ii l|.JI ך*'״/ f tri ךי״—ץ . ^יי־־"^ ץ״״׳״׳ן ויין ך׳ץ \ ז! ^1# / ן■• gcin neues Problem nie Fr.'i.;(• der B e r u f s u in s c 11 i e 1111111 g ist nicht erst vnr einem Jahre nufget,nicht. Wer die Probleme des jüdi- U *eben I chens in früheren Jahrzehnten und wer insbesondere > die Ansichten des Zumisimis in bezug auf die soziale Neu• I; ״liederntifr des jüdischen Volkes keimt, weiß, daß die Forde- ־ ,im? der Henifsumscliichttmg ebenso alt wie dring- «1 |icl1 ist. ״Seit hundert Jahren ,bemüht1 man sich um eine •i flcrtifMMiscliiclitiiiig der Jude״. Sie gehörte ja sozusagen!' ,um Programm der F 1nan/1pati011“, so schreibt Hugo Rosen-;»! (ןג,ן i!1 einem Aufsatz In der ״Jüdischen Rundschau“ vom i| 1 Juli IW. Her Mangel an jüdischen Arbeitern wurde be- >|!anders in Palästina in früheren Jahren noch merklicher als;| heute deutlich; so finden wir in der ״J. R.“ vom 18. ja- •:i nuar 121יי eine Klage von R. Pacovskv über die Schwierigi| keile״, die sieh ans der Knappheit gelernter jüdischer Arbeiter :1 Jur den Aufbau ergaben, ״Unter den Juden war das kon-;} struktivo Handwerk immer schwach vertreten; so erweist jf sielt ״im der Mangel an Vorarbeitern, üaupolieren und Bau-? meistern . .. als besonders empfindlich.“ Pr berichtet, daß 5 damals 05 "׳.« aller eiiigewamlcrten Arbeiter ohne jede praktische Vorbildung ins Land gekommen seien. Zwangsläufig ergib sieh aus solcher Situation für den Zionismus d i e " Aufgabe, mit allen Kniften der Schaffung eines ■: jüdischen Arbeiter• und Bauernstandes zu-;! justrebe 11. ״Fs gibt nur einen Weg, der zum Ziele f führen kann, das ist der Weg, den mail in Frcz Israel gc-!] gangen ist und geht: die P.rziehmig der Jugend zur Fremle sii manueller Arbeit", so schreibt I i. Rosenthal in dem oben; ffw.’ilinten Aufsatz. Und der Leiter der Berliner jüdischen 1 Berufsberatung, S. Adler-Rudel, stellt in demselben Jahre I IW) in einem Aufsatz in der ״J. R,“ fest: ״Heute stellt I bereits der größte Teil der organisierten jüdischen Jugend , Deutschlands auf dem Boden der beruflichen Umschichtung.“! Halt diese Bestrebungen bis eiiiscliließl. 1932 ohne nacliliai-; t;״c praktische Wirkung geblichen, ist 01111c weiteres verstandlieh. Solange man in anderen Berufen günstige Erwcrbsmüg* , |>d!l;1׳itc1! fand, bestand keine zwingende Veranlassung, Kinder Berufe erlernen zu lassen, die geringere Aufsticgsmügliclikriten 11ml materielle Vorteile boten und dazu noch das 1 Odium einer mimleren gesellschaftlichen Bewertung au siel» trugen. Der Zwang des letzten Jahres erst hat es vermocht, der schon seit Beginn der zionistischen Arbeit propagierten Idee zum wirklichen Durchbruch zu verhelfen. Eine Umfrage Viertausend jüdische Schüler und Schülerinnen verließen mit dem jetzigen Semesterscliluß die Schule, um sich einer Bmikuishildiiiig zu widmen. Was werden sic be• f in ne 11? Wir haben versucht, durch eine Umfrage bei jiidhdicn Volksschulen und höheren Schulen in Berlin wie i!11 kt-ieli (Mamburg, Altona, Breslau, Köln, Frankfurt a. M., Lfip/i :) 11ns einiges Material zu verschaffen, aus dem sich ücHcicht Schlüsse für den weiteren Lebensweg der Schüler liehen lassen. Wir haben 222 Schüler mit dieser Statistik frf.uit, also rund 5״;״ der Gesamtzahl derer, die jetzt de Schule verlassen. Dennoch, so klein diese Statistik natnr• rcmali nur sein konnte, sic hat faktisch eine gewisse Bc- (i'iiiung und (gibt eine Beurtcilungsmögliclikeit. Die Zahlen, <i;c wir erhalten haben, entsprechen, in Prozente umgerccluict, den tatsächlichen Oesanitverhültnisscn, wie uns durch Sachbmicr bestätigt wurde. Auf der anderen Seite sind wir uns Mir darüber, daß sowohl Tcilzalilen als auch Gesamtzahlen )iirlit zu überschätzen sind, weil man ja bekanntlich aus Zahlen alles heraus- und in sie alles hineinicscn kann. Aller mit aller gebotenen Vorsicht betrachtet, kann man in den Zahlen, die wir erhalten haben, doch ein gutes Stück jüdi• Seins leben sich widerspiegoln sehen. Unter den 222 Schülern Inf,•unten sieh 58 Vnlksschiiler, SO Mittelschüler und St höhere Schüler. Insgesamt haben wir 137 Knaben und?5 Mädchen erfaßt. Das Durchschnittsalter der abgciicndcn Volksschiilcr beträgt 14, das der höheren Schüler und Mittelsclmtcr tfi Jahre; das ist nicht unwichtig, wenn man bedenkt, (laß es sich um die Jahrgänge 1018 und 1020 handelt, d. 11. um Menschen, deren Kindheit in eine der schwierigsten Zeiten, in die Naciikriegszeit und die Inflation fallt, und daß man wahrscheinlich manche seelischen und körperlichen Schwierigkeiten bei dieser Jugend als Erbgut aus dieser ihrer Kindheit in Rechnung stellen muß. Es ist auch hei luiscrm Zahlenmaterial zu bedenken, daß wir nur solche Kinder erfaßt haben, die eine } ii il i s c h c Schule besuchten, und das ist ja auch heute noch eine Minderzahl, de freilich nach und nach sich erheblich verändern wird. Bcrufsziele Wir haben die Frage gestellt, welche Bcrufsziele ״ic Schüler sich gewählt haben und wieviele ihr Berufs ziel aut Palästina ab gesteckt haben. Auch hierfür geben unsere kleinen Zahlen ein symptomatisches Bild. Unter den Vrilksscliülern haben 34 ihr' Berufsziel als für Deutsch• land gültig bezeichnet und 24 für Palästina, unter den höheren Schülern (einschließlich der Mittelschüler) haben S|d1 א! für Berufsarbeit in Deutschland und 103 in Palästina entschieden. Insgesamt haben sich nach unserem Material ׳נ"" aller Schüler w Palästina, 43 ״/, entschieden. und für unserem Schülerinnen für Berufsausbildung Berufsausbildung für Deutschland Wichtiger als diese Zahlen sind die Berufe, die '',Jmt wurden. Audi hierin!,«teil, die das Leben der Cohen dürfte. ge• haben wir eine Auskunft er• . .. heutigen Juden dcutlicli wieder• ,; . Landwirtschaft und Handwerk do* יייnieren sowohl bei Volksschülern als bei höheren Schüf'm. Leider reichen die erhaltenen Auskünfte nicht aus, um?u spezialisieren, wieviele sich der Landwirtschaft oder dem Handwerk zuzuwenden gedenken. Aber zweierlei ist aus den u!'s gemachten Angaben ersichtlich: t. daß die Landwirtschaft ״'״ allgemein und durchgängig verbreitetes ״crufs/iel ist und 2. daß das Handwerk bei aller bunten Mannigfaltigkeit der gewählten Erwcrhs/wcigc der zweite “er beiden großen Ströme ist, in die die jüdische Jugend heute hindndrängt. Unter den Volksscliüicrn finden j'lr eine besonders reichhaltige Auswahl von handwerklichen ״erufen: Schreiner, Schlosser, Bauschlosscr, Tapezierer, Buch- “Jucker, Elektriker, Installateur, Optiker, Maler, Schneller *lnd die hauptsächlich gewählten Zweige. Unter den Mädchen «r Volksschulen finden sich an erster Stelle die Hauswirt- '®״aftlichen Berufe angegeben; auffallend häufig »mict sich die Hausangestellte als Bcrufs/iel, wah- Ltrjd man 1'n den jüdischen Arbeitsnachweisen in der letzten ~C|f immer wieder zu hören bekam, daß es unmöglich sei, ‘1״e jüdische Hausangestellte zu finden. Vielleicht tritt in ״!cser Beziehung jetzt ein Wandel ein. Eine häufig anz.u- ״cflendc Berufsart ist die Kindergärtnerin, die in sehr vielen fallen gewählt wird. Eine Reihe von Mädchen wollen Schnei- «rm oder Wäschenäherin werden, ein kleiiicrer Prozcntsatz «rklufcrin oder Btiroangcstcllte. — Bel den höheren Schu-?«ist das Bild nicht wesentlich anders. Auch hier steht r® Landwirtschaft im Vordergründe. Unter handwerklichen “״«hs! werden vorzüglich aufgeführtJ Sehr einer. Schlosser, Elektrotechniker, Optiker und Koch. Zuwellen taucht der Wunsch auf, Kaufmann zu werden, einige wenige entschließen sich für das Jescliiw,׳!Studium oder die Lehrerausbildung. Bei den Mädchen der höheren Schulen stellen im Vordergrund des Interesses Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Gärtnerei, In handwerklichen Zweigen sieht die Schneiderin im Vorder• gründe. Schließlich werden noch als Ziele gewählt: Laboren• tin, Korrespondentin und Kindergärtnerin. Der Wert efieser Angaben Wenn wir fest gestellt haben, daß 57 0׳,״ aller Schüler ihr Bernfsziel aut Palästina gerichtet haben, so hat eine solche Ziffer natürlich nur eine relative Bedeutung. Was berechtigt _ uns dennoch, an eine gew’isse Konsistenz, d 1 c s c r _ Z a 11 1 und ihre Allgcmcirigültigkcit zu glauben? Die heutige wirtschaftliche I.agc der Juden hat zu ihrer Ent- Stellung geführt. Zionistisches Ideal und ökonomische Realität gehen hier so stark ineinander über, daß sic kaum noch zu trennen sind. Nim liegt cs nahe zu sagen, daß 11- oder 1f)jäl1rigc Menschen ja heute noch nicht wissen können, was aus ihnen werden wird lind In welchem Lande sie zu einer Bmifsaitstiluing gelangen. Eine Reihe von Faktoren können und werden noch cintrcten, die diese Schüler bei ihrer Entscheidung gar nicht bcriicksichtigen konnten. Demgegenüber wäre hervorzuheben, daß ein nicht u 11 h c t r;i c h 111 c h e r Teil dieser Jugend schon jetzt zionistisch orientiert ist, und daß das Oe• daukengut, weh lies den jungen Menschen erfüllt, im all• gemeinen ihn so tief d u r c 111 r ä 11 k t, daß er sich nur schwer von ihm wieder lösen kann. Die Unterbringung der Lehrlinge Von unseren 222 Schülern hatten insgesamt 86 ( 30 ״׳״) bereits eine Lehrstelle. Diese Zahl entspricht ungefähr den all״e1ncinc11 Verhältnissen. Man wird damit rechnen dürfen, daß die Hälfte der jetzt die Schule Verlassenden, also ungefähr 2000 noch keine Ausbildungsmöglich* keit gefunden haben. Dieses Ergebnis ist als ungünstig zu bezeichnen. Bei unserem Material ist noch zu berücksichtigen, daß wir nur Zniiicn aus den Großstädten er• halten li.ilu'ii; in den Kleingern ein den dürfte es erlich• lieh leichter sein, wenn sechs oder sichen Schüler die Schule verlassen, diesen zu einer Lelirstätte zu verhelfen. Wo liegt (!ic Ursache dieser Inkongruenz zwischen der Nachfrage nach Lehrstellen und dein Angebot dafür? Soweit wir es übersehen können, haben die jüdischen Arbeitgeber im allgemeinen ilire Pflicht gegenüber der jüdischen Gesamtheit erfüllt und nach Kräften Lehrlinge eingestellt. Aber es ist mich zu berücksichtigen, daß gerade <lic Nachfrage nach einer handwerklichen Ausbildung das Problem akut werden läßt, ob cs genügend jüdische Handwerker gibt, die eine solche Ausbildung übernehmen können. Andererseits gibt cs noch kaufmännische Stellen fiir Lehrlinge, die zu besetzen wären, fi'ir die sich jedoch keine Bewerber finden. Das Problem der Nicht- Unterbringung eines beträchtlichen Teiles der Schüler bc• schäffigt offenbar alle Gemeinden. So wird uns aus Hamburg geschrieben, daß für diejenigen, die noch keine Lehrstelle gefunden haben, von der Gemeinde Vorkurse fürpraktisch e Berufe ci!1r׳cricl1tet worden sind, in denen man versucht, die freie Zeit nutzbringend zu verwerten. Ebenso hat man in Breslau Lehrwerkstätten zu dem gleichen Zwecke eingerichtet. In allen Städten stehen die Schulen in cn״er Zusammenarbeit mit der Berufsberatung und der Stellenvermittlung ihrer Gemeinde. IJchcrall wird eifrig für die Schaffung von Lehrstellen bei jüdi sc 11 cn Arbeitgebern geworben, doch scheint cs, daß diese Bemühungen nicht mehr allzu weit über das bisher Erreichte hinaitsgcdcihen werden. Die Angaben der Oeifcntliclikeit Diese 2000 voraussichtlich in absehbarer Zeit zu keiner Berufsausbildung gelangenden Menschen bedeuten für die jüdische Ocffcntliclikcit eine außerordentlich wichtige und nicht aufzuschicbcndc Aufgabe. Es besteht die Gefahr, daß sic, die zu keiner regulären Ausbildung gelangen, in provisorischen Kursen nur eine unzureichende Vorbcrcitung finden, die ihnen das weitere Fortkommen nur erschweren würde, da sie stets nur angelernte Arbeiter bleiben müßten. Und das liegt keinesfalls im Interesse der jüdischen Gesamtheit. Was nun eigentlich geschehen muß, um den drohenden Gefahren zu begegnen, dieses Problem ist gewiß nicht in einem Zeitungsartikel lösbar, und die Stellen, die sich mit der Frage bereits seit langem befassen, sind eben(,׳dis noch zu keinem endgültigen Re• stii tat gekommen. Ls bleibt aher eine Pflicht der jüdischen Presse, auf die Ungelöstiicit und Dringlichkeit des Nachwuchsprohlcms hin zu weisen und die Oeffentlichkeit an• zusporiicn, alle ihre Kräfte zur Bewältigung dieser Aufgabe einzusefzen. — Man hat vielfach in Anlehnung an die all• gemein heute herrschenden Bestrebungen auch für die jiidisehen Schüler ein Land jahr nach Beendigung der Schul• zeit vorgcsclilagcn; aber cs scheint, daß dieser Plan wenig Aussicht auf Verwirklichung hat, weil die Schwierigkeiten einer geeigneten Unterbringung sehr groß sind. Man hat A 11 s b i 1 d 1111 g s k 11 r s e geplant oder eingerichtet: aber jeder erkennt, daß diese Lösung völlig 11nbetricdi״end ist. Man hat schließlich auch daran gedacht, den Jugendlichen eine Ausbi I du 11 g im Ausland zu verschaffen; doch auch diesem Projekt steilen so viele Hindernisse entgegen, daß es sich schwer verwirklichen lassen wird. Und alles Tlicorctisicren bleibt schließlich bei der Grenze steilen, wo die Finanztrage beginnt. Unter 30 RM. im Monat läßt sich die Aus• hild 1111g eines jungen Menschen kaum ermöglichen, so daß nicht u n h e t r ä c 111! i c 11 e Summen auf ge wendet werden müßten, um der Masse der Ausbiidimgsbedürf• tigen zu helfen. Aufgabe der jüdischen Oeffentlichkeit ist cs vor allem, sicli innerlich mehr als bisher mit 1( £AU DE COLOGNE IW •PAHEuM Pas i'nteressyntesfe, plante Modeparföm ו«*ד-י• A«T4+U« •FAO ISC4+ IC INC •PA«?«ÜMC««I41N * «rf UIN Zu haben M allen einschlägigen Qcsch&ftmn ftn um!im 1 r%f^rwy־n t m im ו ffTr»,r j|* )iltaKHSii ÜS UI1UI4I114IU il Postscheckkonto: Berlin Nr. 104901 Bankkonto! Dresdner Dank, Oepositenkasee Kerf ßrstendam m 101 der Problematik der jungen Generation zu befassen, und die volle Bedeutung dieser Sache ermessen zu lernen. Denn wie auch die Lösung der Frage schließlich nussclien mag, sfe wird mir daun vollbracht werden können, wenn jeder' Jude sich beteiligt und mitverantwortlich fühlt und sich bc• willst bleibt, daß es um das Schicksal unserer Ge• m e i n s c h a f t geht. Es ist sclum oft darauf hingewiesen worden, daß die völlige Umscliichtun;׳• der Juden zu Handwerkern und Bauern nur mit gemischten Gefühlen betrachtet werden kann. Es geht auf diese Weise vielleicht viel kostbares geistiges Erbgut zugrunde. Audi ist cs nicht elnzusehen, weshalb Menschen mit starker kaufmännischer Begabung sich vom Kaufmannsbrrufc fcrnlinitcri sollten, in dem ihre luitiative wahrscheinlich Wertvolleres leisten könnte als in der mülisiii״ erlernten manuellen Arbeit. Aber so berechtigt solche Einwände sind — sic betreffen tatsächlich immer nur ein/eine besonders begabte Menschen, Die Mehrzahl der indischen Jugend hat sich für Handwerk und Landwirtschaff entschieden, und sie hat nach unserer Auffassung damit recht getan. Wenn erst einmal von den produk• tiven Berufen aus das jüdische Volk neu erschaffen sein wird, ii,11111 wird ganz von seihst aus der neuen Gemeinschaft eine neue geistige Schicht emporwaehsen, die die alten Traditionen mit modernen Erkenntnissen zu verbinden haben w׳ird. Mit der Umschichtung ist aucli eng verbunden ein Um* bruch der jüdischen Familie. Wo bisher akademische Berufe oder der Kaufmamisstand Tradition durch viele Geschlechter hindurch waren, kehrt nun plötzlich die Jugend zu in Boden und zum Handwerk zurück. Dies bedingt zugleich eine völlige Umwandlung der Gesinnung und des Berufsethos. Insbesondere an die ältere Generation werden dadurch erhebliche Anforderungen an ihre geistige Elastizität gestellt, und manche familiären Spannungen ergeben sich aus diesem Zusammenprall zwischen den Berufswertungen. Das Prahlern der schulentlassenen Jugend ist so zugleich das Problem der jüdischen Gesamtheit. Die Jugend muß ihren Weg selber gehen; aber wir müssen ihn ihr bahnen. Und wir müssen auch den Geist verspüren, mit dem diese Jugend an die Umformung und Neuschaffung unseres jüdisehen Lebens herangcht. Das Bestehen des Judentums ist nicht zuletzt eine Frage des geistigen Einklang» zwischen den Generationen. N. Nächste Abfahrten nach Palästina (mltgetcilt vom Palcstinc ft Orient Lloyd, Berlin NW 7, Frlcdrlchstr. 100, Tel. A6 Merkur 2915). Roma (33 000 Tonnen) 7. 4. ab Neapel Oerusalemme 11. 4. ab Triest Carmro M. 4. ab Triest Tcvere 12. 4. ab Genua 13. 4. ab Neapel Mariette Pacha 13. 4. ab Marseille Ausonia 14. 4. ah Triest u. Venedig Polonia 18. 4. ab Konstanza Italia 18. 4. ab Triest Araniis (22000 Tonnen) 20. 4. ab Marseille Patrla 20. 4. ah Marseille Esperia 21. 4. ab Genua 22. 4. ab Neapel Oerusalemme 25. 4. ab Triest Vienna 26. 4. ab Genua 27. 4. ab Neapel Sphinx 27. 4. ab Marseille Vulcania (21000 Tonnen) 2. 5. ab Neapel Touristen! Photos aus Palästina Wie alljährlich richtet der KKL. auch diesmal an alle die- . zu überlassen. Es ist eine langjährige Tradition, daß jeder Palästina-Tourist Abzüge seiner besten Aufnahmen dem Bild- Archiv des KKL. überläßt, welches hauptsächlich durch Bilder dieser Art in den Stand gesetzt ist, seine Biidpropaganda zu aktualisieren und auszubaiicn. Alben oder (bei Lcica-Aufnahinen) Kontaktabzügc, die dem KKL. zugehen, werden innerhalb 24 Stunden durcligeschen und zuverlässig sofort retourniert, und zwar mit einer Liste der vom KKL. gewünschten Bilder. Die Einsender senden dann ihre Filme an den KKL., der selbst die Vergrößerungen übernimmt und die Filme sofort retourniert. Die ״Haifa Boardtng School Ltd.“ (Leitung: Dr. Bi rum) weist darauf hin, daß Eltern, die Interesse Haben, ihre Kinder zum nächsten Schuljahre in diese Anstalt zu schicken, und die wünschen,!laß die Schule für die Einreiseerlaubnis sorgt, schon jetzt ihre Anträge stellen müssen. Mitteilung de» K. J. V. Palästina-Reise des K.J.V, Wir arrangieren für Anfang Mai eine Gesellschafts• rclso von Berlin resp. Frankfurt über Neapel mit der ״Vulkania“ nach Haifa. Anschließend erfolgt eine!!tägige Gesellschaftsreise im Lande. Die Rückreise erfolgt vermutlich über Konstanza—Lemberg Krakau. Auf jeden Falt wird der Termin der Rückreise so gelegt, daß dem Teilnehmer an der Gesellschaftsreise Im Lande mindestens 8 Tage zur freien Vertilgung verbleiben. Sofortige Anmeldungen resp. Anlorde• riingcn unseres Reiseprospektes erbitten wir an untenstehende Adresse zu richten. Wir übernehmen auch die Besorgung von Visen tisw., jedoch nur dann, wenn uns eine ausreichend lange Zeit zur Verfügung gestellt wird. Das Präsidium des K. J. v., Bcrlin-Chariottenburg. Blcibtrcustr. 50. — Das Präsidium des K.J.V. teilt mit: Auf unserem Hacbscharahbetriebe bei Riga sind sofort einige Stellen zu besetzen. Die Ausbildung erfolgt im gemischt landwirtschaftlich-gärtnerischen Betriebe, für die Mädchen Im landwirtschaftlichen Haushalt. Intere-ssenten bitten wir, sich umgehend mit kurzem Bewerbungs■ schreiben zu wenden an: Präsidium des K.J.V., Berlin-Charlottenburg, Bleibtreustr. 50, z. Hd. Hans Sternberg. KALENDARIUM 1934 — 14. Woche 5694 — 19. Woche Donnerilag s. April 20. Nusan יום ד׳ דחול המועד Freilag «. « שביעי של פסח ״ .21 Samslag r. » אחרון של פסח ״ .22 חדירים Sonntag ». M ״ .23 Montag ». « " .4ג S*bbaKXu>gan»1 bettln »•*. Rrt.leu J«, Frankfurt a. M. 7», MCndhan 7■ ft. UTI1 Ma*aa Hau «**»!>«.

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