Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 25-26 (28.3.1934)
- Date
- 1934-03-28
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 22 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 25/26, 28. \\\ 1934 Das leben innerhalb der 1 Eiiiiioversdieii Jmlc 11 sei 1 nft vollzieht sich nni'li in primien, die anderswo iängst verfiiiwiiiulcii sind Es i h t ikkIi sogenannt e ,,alte I'a tu iS icn“. Die liberale l'arlci ist in Hannover in diesem Jahr überhaupt erst gegründet worden. IT gehört •1 icht etwa jeder Jude, der liier mtüässig ist, ipso fneto der Oenieinde an; in die Ucuuimle um II man hu mell nufgciumiiueu werden, tmd das f• c ichieilt erst dann, wenn der Auh׳agsh־ller eine Wirtschaftliehe hvistei!/ hat, die ihn zu einer (.:*,wissen Stein!־!cEtuiig befähigt erscheinen 1.1 l’d. Die zionistische Analyse der Juden• frage, tlie ia ihrer deutschen Prägung au» der geschieht- Hellen Welt der .illineiilHsclieii Provinzen östlich der Elbe erwachsen ist, ginnt!( mau liier nicht oder nur mit Ein- Schränkungen aiinehineii zu künnen. Die Judenfrage war Hier bis vor ganz kurzer Zeit noch nicht mit solcher Klarheit und Scharfe gestellt, wie in Ostdeutselilaiul. Das deutsche politisciic!,eben hatte hier vor dein Kriege in Stadt und I'ha iiiz langer «eine liberale Phy* Fiognouiie bewahrt als dort. So war die zionisliselic Itewegung viel stärker noch, nls es gewöhnlich der }*'all war, begrenzt auf die t )stjudeii, /u denen dann, wenige binprsessene, vorwiegend Studenten, stielten. Erst nach dem Kriege gelang es wirklich, zu einer grollen öffentlichen Diskussion mit den Gegnern zu kommen. Aber die Kräfte der Zionisten wurden weitgehend verbraucht in dem Kampf um die Gemeinde, der für eine freiere und modernere Ge- Haltung der Verwaltung mit Schärfe uml Energie, aber nur mit hegrcu/tein Erfolg, geführt wurde. Das Jahr I0T1 ist nicht spurlos au Hannover vorübergegangen. Her Zionismus gewann nun endlich die allgeme ine, wenigstens theoretische Anerkennung. Die Gartenbauschule Aliicni, die bis 11,111m nie voll gewürdigt wurde, richtete einen Uinschiehtungskursus ein und wurde so zu einer Art Haehscliarali-Unternchmen. Seit Ende Oktober fanden öffentliche Versammlungen statt; jede von ihnen, oh Adolf Pollak die wirtschaftliche Entwicklung des Landes um! die Leistung ries Keren Kajeinelh darsteille, oh Joachim Prinz, zu jüdischer Selbstbesinnung aufrief, üb Kurt llhimeiiteht die Stadien des jüdischen Erneucrungspro/csscs und die Hedciitung Palästinas in ihm analysierte, oder ob E11/0 Sereni die Portierungen Eroz-Isracls verkündete, wurde stark hesucht. Eine ganze Reihe vor! Privat/irlu'ln, die fiir _ den Keren Hajcssod und die Wizo veranstaltet wurden, erwiesen die Bereitschaft der Menschen, zu hören und zu helfen. Das Interesse an Palästina ist in allen Kreisen lebendig; sind doch auch Menschen, die vor wenigen Jahren selber cs nicht geahnt hätten, dorthin iibersicdelt. Bmifsumschichtung ist keine Molk Parole mehr; und cs gelingt, dank der rührigen Arbeit der hiesigen Zentral-Wohlfahrtssellc, nahezu sämtlichen, jetzt schulentlassenen Jugendlichen Lehr* und Arbeitstellcn 111 produktiven Berufen zu verschaffen. Das Interesse ist erwacht. Hat aber auch der Kern sich gestärkt? Die Zahl der Mitglieder und Spender hat unlcug* bar nigcnoiiimcni aber der zionistischen Arbeit sind neue Kr.ifle k;mm /ugckoiimieM. (tewill haben die zionistischen 111):en1 IIhiim le sehr gewonnen. Die ,,Wci'kleulc“ best eilen fast ansselilieltlieli ans Kiintern echt jüdischer Enmilicn, auch dem Har Koehha gelingt cs, ans seiner ostjiklDehcn Isolierung In■ raus/iikonuiH'ii, Ortsgruppe, Fond und Wizo aber ruhen auf ihm gleichen Schulten! wie zuvor, Enlseliicdencs und Eiliges Bekenntnis /um Zionismus In aller Form Ist nach immer schwer zu erreichen. Eine lu'imcuswerte Anzahl von osljüdischen E'ainilieii ist in die I lerkiin fDl'wider rtiriickgewamlert, nicht selten gehen mich Wcstjudni nach Palästina, aber insgesamt liegt die Ziffer der Auswanderer im Ver-!:Icirh zu andereu Städten recht niedrig, M;m findet, da man m rdigbiseii Dingen die assimilatorische Entwicklung nicht bis zu Ende mltgemacht hat, die zionistische Analyse des Assimilatioiisproz.csses zu weitgehend, zu scharf, und meint als״, den Weg zu Palästina unmittelbarer, problemlose!, einfacher finden zu!((innen. Die innere Problematik des jiidisdien Lehens in der Gallith ist noch den wenigsten nufgrg;a1u:en. Vor nichts hat man so sehr Befürchtungen, wie vor dem Zionismus, der mit dem Anspruch auftrilt, nicht lediglich ein bestimmtes Sachgebiet jüdischer Tätigkeit zu nein, omlcrn von seinem Blickpunkt aus das ganze Leben zu bet!achten und zu werten. U. Li/ioni“ in (!rr , ״״׳,,e k׳esel11״u|cr'V Ä ״׳kimiincrte, \ Polizei hat eint ן Gegen das Lokal von ,,I lanoar (lasse zu Sn ■ nowitz wurite eine 1 explodierte und das Lok.11 vollMäluli sehen kamen nicht zu Schaden. Die _ 111״ suclnmg cingelcitct ׳יחי,' זז"'י., Der Widerstund, den die liichijüdbcliei! Weberei- 1 in Lodz der Einstellung jüdischer Arbeiter ln ,!le V■‘" entgegensetzen, hat zu einem tätlichen Angriff i1"'׳ indischen Arbeiter geführt, der in der jüdischen t »׳■״/' Eitingon und _ Sehucfuß liosch.iltigt worden war |)/ן an'« 1■HIIIJ,t)H ‘״hl ' Dl» * י * י V 11 * I I 11 j ' l V1 (»lUCn Wflr I). heiter wurde In bedenklichem Zustand ins imli,rh/ l 4 *'• haus cingelielcrt. ' Kti"' ln Berlin trat der bei der Zcntralwolilfnhrlsstelle ge* ineiiis;1111 mit der Kcichsvcrlrctiing und dem ZcntrnlauRediuß gebildete Aiistalfsaiissclmll zu seiner zweiten Sitzung zus.iiu* men, an der nehen Vertretern der vorgenannten Stellen auch solche des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und des jüdischen ITaiienbumlcs tellimhmen. Es wurde zunächst von dom Medizinalstntisliker Dr, Georg Wollt ein cinlciten der Ueberblkk über den Altersaufbau der iüdisehen Bevölkerung und seine Bedeutung für das Anstaltswcseii gegeben. Die immer schwächer werdende Beset/iing der Jiigeiutgruppcn und die damit In Verbindung Mehemle U e b c r a 11 e r u 11 g der deutschen Juden Iaht Schlüsse auf Finschrün laingsmügliilikeitcn in den der Jugend und ihrer Erziehung dienenden Anstalten zu, läßt aber ebenso die Notwendigkeit erkennen, die vorhandenen Einrichtungen fiir Alte und Sieche zu erhalten und gegebenenfalls in saehgemalter Weise aus/iihauen. Heber die allgemeinen Verhältnisse der Altersheime in Deutsch Land sowie über die tage der einzelnen Heime wurde von Dr, Ollcndorft auf Grund umfassenden Materials Bericht erstattet, Aus den Darlcgungen und der sieh anschließenden Aussprache ergaben sich Vorschläge für N n c h ון r ii f u 11 g s- und R a 11 o 11 a 1 i s i e ■ rn 11!:sinnll iialim cn, deren alsbaldige Durchführung bc* schlossen wurde. Ein weiterer orientierender Bericht über den Stand der Arbeiten auf dem Gebiet der Erholungs- und Erziehungsheime schloß sieh an. Ueber die bereits ln erhebliebem Umfange durchgcführtcn Schließung»• und Einspaniiigsmallnnhmen hinaus werden weitere Schritte in dieser Hinsicht zu erfolgen haben. Kleine Nachrichten Der Genrralpostmcistcr der Palastiua-Re,׳imm״. , ״ I daß die oft beklagte Ucherfullung (| e s Pust ׳'״P in Tcl-Awiw auf die Tatsache zurml/iilulircn ist a'V'1 B neuen Immigi an len ihre Briefe postlagernd komme״ u'‘ t' bevor nie feste Adressen haben. | Die Bautätigkeit in Jaffa ist t׳m gegenüber dem v I jahr aut das Doppelte gestiegen. Wahrend i<))2 J 'יי | arheiter in Jaffa 101 500 Pfund ausgegeben wurden w1 *״ i. J. 1033 2*18000 Pfund. Die Zahl der Baulizenzin f8 I 420 aut 080, die Zahl der neu fertiggeslehtcri ZimnJ ז?י I Ucschäffuräume von 7־lü auf 2300 gestiegen. “5i '/ In Palästina sind gegenwärtig 3 570000 f»f״״d In n I riiiigsgfld Unit Scheidemünzen im Umlauf. Der ver*י,..־ ׳ * Gcldverkehr hat Ende Dezember die Nc11mn4׳f<U I Papiergeld und Münzen Im Werte von einer Viertel I Pfund notwendig gemacht. ‘ "IJt m Wie die Zeitschrift ״The Elcdrirnn'׳ mitteilt w״ä Projekt •!»gearbeitet, um Jerusalem, das v'crk־ ל. •, '1׳'!lisch etwas isoliert liege, in das Zentrum eines ״■ו'"' f IDI1 unctzrs zu rücken. Fs sollen neue Byhnon nv>M I frischem Betrieb nach Norden (Nablus), Osten (,\. Süden (Bersdieba) und ferner nach Jericho zum Tuten!.״׳! I gebaut Werden. Eine Verbindung nach dem Weste״ J besteht bekanntlich bereits. Eerner wird eine VertinVi!־ *' znm Roten Meer geplant, etwa in der Form einer i'.isenitf- Bersdieba—Akkaba. Es handelt sich offenbar nicht um oilu ' zielte Projekte. Der Frankfurter Opernspielldter Hermann Geiger i<׳ für die Dauer der italienischen Saison als Regisseur an & Tcatro Colon nach Buenos Aires verpflichtet worden, Schwere Erkrankung Salman Schncurt Paris, 25. März. (J. T. A.) Der Dichter Salman Sdinta• | ist schwer erkrankt. Sein Zustand hat die Ucbcriuhrun; in ein Sanatorium in Nizza notwendig gemacht. Mar. Pacha Ausortia . . Ararrtis. . . Esperia . . Vulcania . NEUEllÖFFNUNOI v 4׳. h , . 1 3. 4. Marseille , , 14. 4. Triest , . 20. 4. Marseille , . 21. 4. Genua , . 2. 5. Neapel Schlltfikarl#« ׳ Gesell$cho(t1rel»»n Vba-Btiorgung Rtiic Btratung Euchungssteile dorVertretung Berlin des Paiesfine & Orient Lloyd Wlrt»chafUdi«mf Deutschland-Palästina G.m.b.H. Ifiiung: Dr. E. F. Aschor BERLIN W 15, Kurfürstendamm 224, EckeMeinekestraftc J 1 Bismarck 3123/3124 r\% 5. Auflage (Jan. 1934) ki&J 4a«׳ i L נ־״ן ן־״/ a,־*־־־׳0 r Au**thn9id*n und in geathhst9mm Umschlag slrusndtn an das Palästina• Amtt BsrllnW15,Mtlnskestmßs 10 Bf-STEllSCHEiM Hltrdureh bitte ich um Uebtrsendun^ von: I ........... KM -.75 Porto —.15 PaUatin«, Wirtschaft und Verwaltung RM —.35 Porto —,10 (KichtgawCmcblt• durebstraichaa) Den Bfttrag luzujjt. Portoiptsen lagt ich In Brlclmarken bat Nftia«! 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