Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 25-26 (28.3.1934)
- Date
- 1934-03-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 12 I | «* ■j: *»׳“( י־׳ ׳* ■ 'i ן!*מוי r;! \ i - r yי■1, ן . 4 '•׳■>' i ,4• ־£»,' \ ■1 •f; >C k ל f!***• T ff חי ד״׳י־י״^ד יי^»י>• I ^,ך־ץ■ .ד״״יייי^ ך־ץ• ךי״ן• ץיןי"״# ״w* ץ ^!frW*41111L **HiihK^ii' 1141■ ^liiTlir-^tlii!4 ■tfcnnl» «LuLn. JO PUSCHE RUNDSCHAU Nr. 25/26 28.111. 0 * , *4 4 *■ J. il'holn, ILS S״w, rnrnm» «49 /r» 1 ^י״־ך .«1■ I1L ' JS1״ wichtiges Gebiet der Berufsumschichtung für Palästina!;!; Die Bilder dieser Seile führen uns eine Well vor Anteil, die bisher jenseits des jüdischen Interesses lag. Heule wissen wir, d,׳dl es keinen anderen Wo.• /tu־ Gesundung für uns Juden gibt, als die Rückkehr zu den Berufen, die früher nur im Schatten des als wertvoll Geltenden lagen. Wir wissen weiter, daß eine wirklich sinnvolle Ausübung handwerklicher Berufe für uns in erster Linie in Palästina möglich ist, wo die ökonomischen und sozialen Be- J ' ״*-,< '}*mm- - atiw-.s<' ■ fe■ ■»—• t «m-«/ X1XO f% 11, U~׳;**״****»- 1«^ k , Ü \ ■A dingiiiigon für diese Neiisehiclilung ungleich günstiger sind als in sämtlichen < ialuth• hindern. Der Gedanke der lU'iiifsumscliich* tiing ist bereits Allgemeingut geworden, und insbesondere hat unsere Jugend fast restlos den Willen zu ihr. Nicht alle Berufe jedoch sind geeignet; inan 11111(1 eine planmäßige Auswahl treffen und hei der riitsclieidmig die wirt* sc 11 a I t 1 i e h 011 lt e d i n g 11 n g c 11 P n ־ 1 ä s t i 11 a s berücksichtigen, Bin I and, das soeben;iiifangt, sieh aus eigener Kraft eine jüdische l.andwirts-ch.ift und ein jatlischcs Handwerkertum zu schaffen und das keineswegs zu diesem Zweck schon mit der genügenden Anz,1111 Menschen und einem ausreichenden Kapital versehen ist, hat naturgemäß für Luxus- und Spezial• berufe nur einen geringen Bedarf. Die jii• disclic Bevölkerung Palästinas ist in ihrer überwiegenden Mehrzahl eine Menschen• gruppe, deren Einkommen verhältnismäßig niedrig liegt, so daß Aufwendungen für Dinge, die nicht als unbedingt Ichcnsnot• wendig betrachtet werden können, im all• gemeinen vermieden werden müssen. Der Bend eines Photographen, einer Briscusc, und andere Berufe, die völlig zugeselmitfcn sind auf ein kapitalkräftiges, luxtisgewöhn• tes Publikum, sind, soweit Bedarf dafür herrscht, in Palästina zumeist völlig besetzt und für den Aufbau des 1 .־indes einstweilen ohne entscheidende Bedeutung. Der Aufbau des Landes vollzieht sieh zentral durch den Bauern und 11׳ a 11 d w c rk c r. Innerhalb des Handwerks steht naturgemäß in einem Lande, in dem neue Siedlungen ent• stehen, der Bau beruf und die mit ihm zusammenhängenden Beschäftigungen an erster Stelle. Der Maurer legt — und vielleicht nicht nur in handwerklichem Sinne — die L'undamcntc für ein neues Haus; der Betonbau ist die herrschende Bauart in Palästina, hierhin gehört auch die Herstellung von R c t o 11 7 i c g c 1 n, für die Arbeiter benötigt werden. Nicht min• der wichtig ist der Beruf des Rautisch• lers und B a 11 sc h Io s s e rs, und von ganz besonderer Bedeutung ist Her Bauk I e m p 11 e r, nicht mir für die Stadt, so!!• dorn in einem weit wichtigeren Sinne für das Dorf, wo er in den Plantagen die An• lagen von Wasserrohren zu bewerkstellig gen hat. Der Gerüstbauer, der V e r putzer und der Dachdecker haben an der Vollendung eines Baues ebenfalls einen nicht unwichtigen Anteil; auch diese Berufe werden in Palästina sehr benötigt. Hingegen sind andere Berufe, die an sieh ebenfalls mit dein Haushau zusammenhängen, im Augenblick nicht besonders dringend verlangt: Glaser, Maler und Ziinmcrlcutc sind bereits in Verhältnis• mäßig großer Anzahl mit der großen Welle der ostjüdischeil Einwanderung ins Land gekommen und reichen vorläufig aus, um der Nachfrage zu genügen. Was den Beruf w »■ ׳*7' f*JfejT■« I ' 1 1■•-■«* " fei יי - ׳ ' *י . , fe -• * *-- - * ׳* ־ ' •* / * } f (fcs llfck t r o t e c 11 n i k e r s anhelaiigt, so wird von maßgebender Steile der zur Zeit herrschen(!(’ /udraiig zu diesem Beruf als ungesund betuchtet, weil er in Palästina bereits überfüllt■ ist. Zur Vollendung eines Hauses ist der Beruf des Eli esc nie• £ c r s notwendig; diese Beschäftigung wird 111 Palästina vielfach von Brauen ausgeüht, und es besteht auch eine rege Nachfrage nach Arbeitskräften. Wir sehen in unserer Bihlscric schließ• lieh noch die Vertreter zweier ungelernter Berufe; den Z i e g c 11 r ä g c r und den Erdarbeiter. Diese beiden Bilder füll ren uns in (lie eigentliche Problematik der Sache hinein. Es sind meistens zwingende Gründe vorhanden, wenn Mensch•:״ aus den Unhithlämlern mit einer tmvolikoinmcneu oder ohne jede Berufsausbildung in einem Handwerk nach Palästina kommen, und die Beschäftigung in diesen primitivsten Arbeiten bedeutet nicht, daß sie darin verharren wollen, sondern cs ist ein Anfang in der Umstellung auf rein kürper• liehe Tätigkeit. Die Lebenshcdingmigen des Landes erfordern, daß jeder durch eine Bestimmte Tätigkeit in einem Berufe seinen Platz im Aufbauwerk sich erobert. Aber .-ml der anderen Seite ist immer wieder lirrvorzuheben, daß es in Pn'ästina keine U c b e r b e t o 111111 g des Lac 11 liehen gibt. Der in einem beliebigen Berufe ausgebildete Ankömmling muß bereit sein, wo sich die Notwendigkeit hierfür ergibt, hei jeder Arbeit einzuspringen und in jeder Lage seine Pflicht zu tun. Es ist keine Frage, daß Bauarbeiter sich vorzüglich auf die Städte konzcntricren, aber andererseits besteht doch eine deutliche Tendenz, des palästinensischen Dorfes, Handwerker in größerer Zahl lieranzuziclien. So gibt cs beispielsweise eine große Siedlung mit zahlreichen Mensehen aus Deutschland: Giwath Brcuticr (bei Rechowoth), wo eine; Anzahl handwerklicher Betriebe eingerichtet sind, in denen eine Menge Arbeiter .beschäftigt werden. Die ZusanimciKirüngung in den Städten kann nicht das Ideal sein und würde, auf lange Sicht gesellen, den 'Aufbau des Landes hindern. Nicht mir in jeder Kwuzah sind Handwerker nötig, sondern vielleicht in noch größerem Maße ,in den vielen Privatkolonien. Nach der offiziellen Volkszählung vom . November 1031 betrug der Anteil der Juden, die in Handwerk und Industrie tätig waren, 28,4 ״/n ihrer Gesamtzahl. 1111 Bau• gewerbe waren tätig 37 232 Menschen, an zweiter Stelle stand das Beklcidungsgc• werbe mit 28080 (einschließlich Hutmachcr, Schneider, Schuhmacher, Barbiere msw.), Im Elektri ׳iiätsgewerbe waren hingegen nur 1815, im Luxusgewerbe (cinschlicflHch Uhrmaclicr, Vcrgnügungsgcwcrbc) nur 3001 Menschen tätig. Ungefähr 750 Menschen werden zurzeit vom I ivelinliiz in Deutschland ju| H a 11 d w e r k s 1 c b c n in 1 > :11 ,11 * ן vorbereitet. Sie alle wissen jedoch gern■׳ daß cs mit der Benifsviirhcrcitimj 411^ nicht getan ist. Der handwerklichen 11«!,. scharah muß parallel gehen dir geistig( li ac 11 s c h a r a h, die innere Vnrhcrcitun׳ auf ein liartes, kämpferisches I ehe!) in P». kistina und das Bewußtsein, nicht |uf sjc!, allein zu arbeiten, sondern für eine bessere jüdische Zukunft.!f t