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Jüdische Rundschau · 1934-03-02 · Heft 18 (2.3.1934) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 18 (2.3.1934)
Date
1934-03-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Pttl. lihai- ו.ינ־1: cht I ,Irr ייזי bc Von Efraim Frisch Ir meinen fr.ifxuicnfnrisclien ״Jüdischen Aufzeichnungen“ yprr «cur־ Mi-rhitt־, August BDI) schrieb ich über dir j!״ Wan-!)eider Zeit auffallend *ach gleichblciheudo Unfruchtbarkeit van polrmik und Apologie in der jüdischen Frage den Satz: ״Fs fehlt an weseMllieheii Vorausu-Iziiiigcii; an der Kenntnis jü- (1p1iH’r Wnklichkeii, wo sie jüdisch und wirklich ist zugleich, Jft der Kenntnis auch der nicht leicht zugänglichen Quellen jüdischer Religiosität nml jüdischer Lebensform“. Ich glaube, da! gilt i" (k’r akuten Krise von heute erst recht, und ich ,״rach damit nur eine jetzt wieder erhärtete Erfahrung aus, in auch wohlgemeinte Bemühungen innerhalb des Judentums, »•jsjüdisch oder Judentum sei zu erschließen, vielfach einen er- ,!tunlichen Mangel an Wissen Um jüdische Wirklichkeit aufwei- ,״!,einen Mangel, der durch keinen!noch so guten Willen oder roch so geistvolle gedankliche Konstruktion zu hehci.cn ist. Das Hin nicht mir auf den Durclischiiift 711, sondern reicht weit hinauf... M. I. Bcrdyczewski (Bin Ciorion) pflegte über diesen heiklen Punkt die lakonische Wendung zu gebrauchen: Man ״fiil m wenig, ■ - was bei ihm freilich noch eine andere Bc- (!rtiltmc hatte. Ich gestehe: nichts, zumal in der heutigen htiiatioii. scheint mir so wenig geeignet, das amlrängrmle Ver-!,up’ii lii-lur Abgefreiinler und amlerer nach mehr und besseltr Kenntnis Begieriger zu befriedigen, als die manmgfachtn jhdr.ikteu firurteriingen über das Wesen des Judentums. Das tt'fsm wird solclicrinaflei! enhvest und verliert nur au Sub- ,11117. F! bedarf der Tatsachen, es bedarf des Zustroms jüdi- (,-her Wirklichkeit in jeder Form, der Dinge, die für sieh (prcclicti und der spekulativen und sonstigen Deutung entraten können- Ich begrüße darum als einen solchen werth;iftcn Beitrag ins dein (iebiet des Schrifttums das Unternehmen der ״Bücherei des S c 11 o c 1< c n - V c r I a g s“. Fünf handli:he schmale Bündchen, repräsentativ nicht allein durch ihren r'amwn Druck und ansprechende Ausstattung, liegen mm vor. Alle cctioren sie in die Hände derer, die von der Unmiiteltekeit der Ansprache jüdischer Inhalte berührt werden kaltstn, in die llämle cier Jugend vor allem, ich beginne mit ■Irr ersten Nummer: ״Die Tröstung Israels“; sie ent- Ult wolil das I luchste, das je aus prophetischem (leist die '!««heu ,•!!!geweht, die Kapitel 40 55 aus Jcschajahu. (Je- <;4s) in inclhrisch rhythmischer Anordnung des hehr. Testes, •Ji’in die Verdeutschung von Bubcr-Roscimveig zeilenweise!111p1.it gegeinihergesleilt ist. Unverrückbar gegründet steht Fr Tröstung und Verheißung, ■waltet das unzerstörbare änrt, an dem sieli die Befriedung des Menschen je und je iKdcr entzündet... Was diese Uebersrtzting für den Juden Mti, ist hier auf engem Raum besonders intensiv zu füll* In: sie bringt wie ein wunderbarer Lautverstärker die in w Tiefe der Zeit verlorene Urstimmc wieder so nah, äSuiis der Schall des Hebräischen wie eine Drommete weckt «i das Herz in die gewaltige Spannung hineinreißt. Das st 50 stark, daß auch der Umvissende momcutweisc der n5,״c!«mg erliegen mag, das Urwort selbst unmittelbar z» umelunen. ~ Das zweite Bändchen bringt eine Auswahl der fVMungcn Jehtida Halcvis unter dem Titel; ״Zionslicdcf Ishtida llalcvis". Mit der Verdeutschung und Anmcr* Firch von!7ranz, Roscnz.weig, stellt schlicht darunter. ח* Zusammentreffen dieses Dichters und dieses Uchcrsct/crs יו ein Ereignis von höchster Bedeutung, das auf diesem knappen Raum zu würdigen sich von selbst verbietet und 1'■eh Rar nicht versucht werden soll. Wer hier ciudriugcn «111, darf es sich nicht zu leicht machen. Doch auch hier pH: entscheidender ist, daß einer wenn auch mir ein Cie- (Mit von Jehtula Halevi weiß, wirklich weiß, als alles, was ״über ilm erfährt oder liest. Man sollte es in dieser Hin-!!:!ii eigentlich wieder so halten, wie in den alten Schulen Ostens. Ein junger Jude, der etwa das große Zinns- Flicht so auswendig wüßte, daß er cs sich stets mit der '״Men Intention herzusagen vermöchte, hätte mehr Juden- י״י in sich, als wenn er noch so viel ״über“ das jüdische üofalcni studierte. — Als drittes Bändchen erscheint der i,;t Joseph-Roman ״Joseph und seine Br ii d e r", Nsch hcr.uisgegclien von Micha Josef hin Ciorion. Er folgt ™ wesenihehen dem Scler Hajascliar (Buch des Redlichen), isiem hebräischen Volksbuch aus dem Mittelalter, in wel- «in so vieles, was in nachbiblisdier Zeit frommer ülniibe, 1 Kintasie־ und riiekgcwaiultc Sehnsucht an den großen (ic- Fiten üer Vorzeit weiter gedichtet, geträumt und gedeutet 'ät1 wie in Hu Sammelbecken eingeströmt ist und, neben Ucbcrliefenmg, das Bedürfnis des Juden genährt und bc- ■nedigt hat, seine Lieblinge sich menschlich näher zu hrinß״ und seine Helden in scheuer Bewunderung mit mythi- ,”י Kräften auszustaltcu. Hat die Gestalt des biblischen :,H’ph bis heute nicht aiifgeliört, die Phantasie der abcml- *lischen Welt mi/uregeii, wie der neue grolle epische Furt lungswclt des ausklingenden Chassidismus, Seine Menschen lebet! und erleben in einem noch geschlossenen Kreise, der durch keine Kontraste einer fremden Außenwelt merklich altcricrt erscheint, mit allen Merkmalen einer geprägten jü• disclieii Lebensform. Diese Well mag in der Auflösung bcgriffen sein, der Dichter Agnon (er hat in den Uebrrsel/ern N. N, (iint/er und Gerhard Seholcm vorzügliche Interpreten gefunden) läßt ihre innere Vollständigkeit und Erfülltheit noch einmal lebendigwerden, ein Stück jüdischer Wirklich• keil, die trotz ihrer geographischen Nähe dein Westjuden bisher noch immer fremd geblieben ist. Fs mag deshalb ein moderner Leser aus dem Vergleich mit einer gewiss«! Art europäischer Literatur leicht den Eindruck empfangen, daß hier bewußt romantisierende Elemente liineiiigctragen seien, um künstlerische Geschlossenheit zu erreichen, er würde sich aber täuschen, wenn er annälimc, daß die fortschreitende Umformung auch der ostjiidisclien Welt cutscheidende religiöse Wcscnszügc hätte zerstören können. Was mehr oder minder manifest in Herzen und Köpfen dieser Menschen noch lebendig ist, ruht auf dem unerschüt• terten Vertrauen, daß der Bestand des Jüdischen von außen her gar nicht gefährdet werden könne, solange In der inner* jüdischen Weit die Bereitschaft zum Dienst, zum Opfer, zum Empfang der Botschaft nicht erloschen ist. Und des zum Zeichen dienen diese Geschichten: als Bewährung etwa der Kraft vles Gebets, der Erweckung zur Zciigenscbnft einer demiiligen, einfachen Seele, Aufstieg und Niedergang eines Lebens, als enthüllter Sinn einer Führung.., tmes Thomas Mann wieder bezeugt, so ist Joseph dem roß r, ׳" eht tf. I« : ‘,״äclicii Menschen aus dem jüdischen Volk besonders lieb 1J tfMT geblieben, auch wegen der mcssianischeii Vcr- .U,T׳, die sich an ihn knüpft. Die Herausgeber (Ralicl Fniatnicl bin Gorion) verzeichnen in ihrem Naclibcricht!^.Ausspruch dos Manasse ben Israel: ״Auch der Messias 'חי* י Solu! Josephs genannt, nicht nur deshalb, weil er ein a1's dem Stamme Josephs ist, sondern weil die Ge- Licbliugssoliitcs Jakobs wie die Gefangennahme *,,rhaiuunig von den Seinen ein Sinnbild für das lei-; ,ffaci-i sind,“ Die Erzählung, die sich streng an die Das Zeichen Ruhte auf ,frm S/ijizrU eine Wolke, Fhmmir nachts aus ihm ein Feuerschein, War es Israel,!!ent Gottesvolke, Klar: Hier wohnte sich der Ewige ein. Daß es sich voll Fhrfurcht von dem Zelle Abseits hielt. In Heiligkeit erhellte Dennoch sieh ein jedes Angesicht, Wenrt durch siebenfache Tefpidnennde Sprang der Flamme Widerschein ins Llchl Auf selbst noch so ferne Beterhänd», Alle Urnen ließen sich beherrschen l'on dem Zeichen, purpurn kund getan. Träumte Israel nach laugen Märschen Aus Mitrajim schon von Kanaan, A’eiek an lieben/lut und Aehrenwogent Daß, bevor vom SUflzelt fartgezogen Ficht die Wolke, jeder Pilgerstab Ruhte, abermals die große Reise Anhub. Wind sang jedem Wiistengrab Süßer 11 ojfntmg Auferstchungsweisn. Arthur Silbergleil. Niehls anderes besagen auch zum großen Teil die ״Hun« dert C h :1 s s i d i s c 11 c n G c sc 11 i c 111 c 11“ Martin Bit• hers, als diese auf einer höheren Stufe gleiche Haltung der Hing,alie, der Bereitschaft, das innere Hören und Empfangen können, um unmittelbar in spontanes Tun niuzusehlagen. Ich war vor kurzem erst Zeuge ihrer Wirkung und möchte diese Erfahrung hier miüciieu. Der Erzähler Ins eine Anzahl dieser Geschichten vor einem Zuhürcrkrcisc, von dem mail allem äußeren Anschein nach anuchmcn intilHc, daß ihn! nichts fremder und ferner sein konnte, ais die Welt, aus der jene stammten. Mußte der Verlesende nicht erst durch eine ausführliche Darstellung der Umwelt, des geistigen Klimas, durch eine Erörterung ihrer religiösen Grundbegriffe, die zum größten Teil iiiditjiklischen Hörer auf sie vorbereiten? Doch er ver/iclitetc fast ganz, darauf, begnügte sieh mit einigen Sätzen, brachte die Versammlung, man könnte sagen lediglich durch eine Assoziation auf das Gebiet aktiver Frömmigkeit und schloß daran unmittelbar und ohne Kommentar die Vorlesung der Geschichten au. Die Wirkung war erstaunlich. Man spürte aus allen jenen lmmißvcrständlichen Zeichen, durch welche sich die Gespanntheit, die Ziistim-!ming, die Ergriffenheit, das blitzartige Erfassen einer Niinucc in einer Versammlung von Menschen äußert, wie diese angeblic'h so fremde Atmosphäre plötzlich heimisch und vortraut wurde, wie einleuchtend die Wendungen ihrer Rede, wie durchschlagend ihre irrationale Logik, wie menschlich nahe die Cieslaltcn plötzlich rückten. Und alle späteren Acnl'icningen Einzelner bestiitigicu vollends, daß vor der Unmiitelbarkeit einer geformten geistigen Wirklichkeit alle Nebel der Problematik siel» wie von selbst auflösen. Zwei hebräische Dichter A. S. flabinowitz Anläßlich der Vollendung seines 80, Febensjahres (wie wir bereits berichteten ־ - k. J. R.) wurde jetzt Alexander SubkuKl R ab i iio witz in l*.1Usti״a gcfeierl. In Reden und Zeitungsartikel» werden seine literarischen und Wissenschaftliehen Leistungen, sowie seine persönlichen Qualitäten gewürdigt. A, S. Rahinowilz ist eine seltene Lrscliciming im geistigen Lehen und Schaffen des neuen palästinensischen Jiscliuw, an dessen Werden und Gestaltung er trotz seines hohen Alters aktiven Anteil nimmt. Fr erfreut sich einer großen Poptilarilat und Beliebtheit in allen Kreisen der palästiiiciisischcii Jndeiiheit. l in echter Tolstoicharaktcr — er hat auch eine grünere Abhandlung über ״Tolstoi als Pädagoge“ verfaßt —, ist er von tiefem Mitgefühl fiir das Schicksal der Besitzlosen und Leidenden erfüllt. Die literarischen Kreise verehren in ihm den bedeutende!! Seliriltslcllcr und Gelehrten, dessen belletristische und historische Werke sich durch kirnst- Icriselie Meisterschaft, um fassendes Wissen und lichtvolle sprachliche Klarheit aiis/eichneii. Sein edles Wesen, seine gütige, bescheidene Natur, seine Selbstlosigkeit, seine Hingabe;m Unsere nationalen Ideale, seine Begeisterung für die Aufricbtmig von Volk und Fand finden liier allgemein, ohne Unterschied der Paiteirichfimg, hohe Achtung und Wert- Schätzung. Wenn sein Herz rincli von Anteilnahme* am Eds der Mühseligen mul Beladenen erfüllt ist, so ist A. S. Rabinawitz doch nicht , 1• •nuin.t!;• 11“ im engen Sinne. Sein I.(■ben lind sein Werk sind der Nation geweiht. Sein Nationalbcwußtsein erhebt eich zu den Höhen wahren Menschentums. Weiß er doch aus den Quellen der jüdischen Lehre, mit denen er intim vertraut ist, daß die soziale Ethik der Grundpfeiler des Judentums ist. Möge es dem Veteran des Hebräischen Schrifttums und nationalen Schaltens vergönnt sein, nach lange Jahre in geistiger und körperlicher Frische sein Werk fortziisetzen. Josef Lin (Haifa). Salman Schncur Unter den modernen jüdischen Poeten, welche die bc- ׳ bräischc 11ml jiddische Literatur seit T0 Jahren timiiitcrbrochcti bereichern, nimmt einen der wichtigsten!,Fitze in beiden Literaturen der ewig jugendliche Dichter S ,11 tu ג n Schneur ein. br ist der gottbegnadete Dichter der Stärke und Schönbeit, des gesunden sprudelnden Lebenswillens — und in die Schnt/knmmcrii unserer beiden I iteraturen hat er ein riesiges Vermögen licreingeliradit. Die Schönheit der Welt, die Kraft lies Felsens, die 'l iefe der Einsnmkcit des Menschen in seinen! Alleinsein, den weiten Flug des Adlers, den goldenen Humor und den mächtigen Kampf von Natur, Mensch und Welt. Er ist durchaus Schwung und Kraft. Seine hebräischen Poemen in den Werken ״Oescharim“, ״Chesionotli“. ״Bamczar", ״F’jaldy Jisracl“ strotzen von Kraft und Schönheit. In Schniurs Poemen und Liedern erleben wir alles: scheinende Friiliniorgcnbläue gleich Kornblumen, duftende Dämmerung, brennende Leidenschaft gleich rotem Mohn. Wir linden bei ihm Lieder von Sturm und Donner, Kampf und Ringen, Schauder und Grauen. — Andere wieder, welche nusklingen in einem mächtigen Protest gegen mensch* liehe Knechtschaft, SdiniHir kam in die hebräische Literatur als Vollendeter, Reit in der Form und in der Technik, mit der Kraft eines jungen Löwen, welche er auch später in seinen jiddischen Schöpfungen überführt. Schneur hat in seinen Werken das Alltägliche timt das Ewige vereinigt und dadurch ist sein Schaffen immer neu, jung und frisch. Fr hat siet! nt einer gewaltigen Höhe cmporgcschwungen und durch seine Feder entstehen vor uns die Riesen der Natur in ihrer ganzen Macht und Pracht und erzählen uns von Ewigkeit und — Elend. Seine Verse sind rhythmisch voll Schönheit, in seinen hebräischen Werken ist er fast unvergleichlich, seine Lieder und Poeme sind ein Muster feinster Lyrik. Er ist der ersta indische Dichter, der uns die Natur mit solch unmittelbarer Kraft und Schönheit zcigf. Fs würde zu weit führen, wollten wir liier alles aufzählen, was Schneur in seiner meisterhaften Form der hebräischen und jiddischen Literatur im Laufe seiner färbenreichen und fruchtbaren dreißigjährigen literarischen Tätigjicit gebracht hat. Seine Bildersprache ist so reich, daß man bald erkennt, wie er die große lebendige Welt wie mit einem goldenen Reifen umklammert. Josef Lanczener. I ■11*״ Motive halt, ist von großer Einfachheit und Schönhn!1"1י ‘*c״ "I'°״ '■Ics echten epischen Volksbuchs, das (J'tndigcn Quellen gespeist wird. ., -r'r1'11Ii1i1 ist, daß sieli das Unternehmen nicht allein U c Wiedergabe und Uebersetzuug älterer Texte beschrän* ..|t sondern aus der Fidle des Vorhandenen die '!*irät ^crKa״fic|1he*t und unmittelbar auch die Gegenwart hob* ' hri״gt das vierte Bündchen eine bedeutende « neuliehräischcr Literatur; sechs Erzählungen van S. J. ff®0׳״ u״ter dem Titel ״In der Gemeinschaft der ii*"16״“ und das fünfte ״Hundert cliassi■ Geschichten“ von Mart. Bub er, eine nach der W J^rcatürlicher Lebensfrömmigkeit sorgfältig getroffene «ז } a,1s der Gesamtausgabe ״Die cbassidischen Bücher , A״zahl noch unveröffentlichter beigegeben ist. ־!iÄ8"״ Erzählungen aus dem ostjiidischen Leben kennaet ihre lebendige Nähe an der Gefühls- und Vorstei- Kurt Stochert, Palästina-Bericht eines Nichtjuden. Verlag L. Plager, Lcip/ig-W ien. Der Verfasser des Buches hat vier Monate in Palästina gelebt, ist in allen Gegenden des Landes gewesen mul hat viele Wochen in den Kolonien vcrl-acht. Bei so genauer Kenntnis des Landes, über die mancher Verfasser jüdischer Palästinabiiclicr nicht verfügt, ist ein sehr instruktiver Bericht zustande gekommen, dessen Werl durch die frische Ansehaulieh kt it der Darstellung, durch die Gewandtheit des Stiles erhöht wird. Der Vn-Iasser hat sich nicht mir mngeseheii, sondern mich verstanden; gerade die Berichte ober die dem Fremden nicht leicht zugängliche» Gebiete, / B. über die Kohinisatiousfoniu'n, über die Kollektiv- und die genossenschädlichen Siedlungen, sind in ihrer vorsichtigen und klugen Verteilung von Lieh t und Schatten ausgezeichnet. Allerdiiigs wird kaum jemals spürbar, daß _ es gerade ״Berichte eines Niehtjiideu“ sind, wie cs der Titel des Buches 11ervorhebt -־- leider, denn von einem so Rillen Freund Palästinas und des Zionismus hätte sich vielleicht mancher Rat und manche Anregung gewinnen lassen, auf die die allzu 1111• mittelbar Beteiligten nicht verfallen. Vermindert wird der Wert des Buches durch die vulgär-marxistische Perspektive, von der aus vieles gesehen und — oft nicht gerade sonderlich tiefsinnig — gewertet wird. Die Frage, wie ein solches Buch überhaupt erscheinen konnte, löst sich, wenn man aus mancherlei anderen Anzeichen erkennt, daß cs vor mindestens drei Jahren, wahrscheinlich kurz nach den Unruhen von lü'29, verfallt worden ist. Es enthält infolgedessen natürlich midi kein Wort über die neueste Entwicklung, und manche seiner Daten sind veraltet. Diese Tatsache hätte nicht vertuscht werden sollen. , «• k. Der Senat der Universität Dorpat und der Präsident der Republik Estland bestätigten die Nominierung vor! Prof. Dr. F. (i 111 k o w i c z, früher Leipzig, als Professor fiir jüdische Wissenschaften am Judaistischen Institut der Universität Dorpat. Das zweite lieft der von Ji/chak Lamdan herausgegebeneu neuen Monatsschrift ״Giljonotli“ (Tcl-Awiw) ist soeben erschienen und enthält neben Lamdans Nachruf auf Jacob Wassermann zahlreiche interessante literarische und essayistisehe Beiträge. Am 5. iMa4425 de« Jahr•• 1933, •Uo g*r!au vor •Inem Jaliro, beginnt dl• Ar 11keI r10 der ״Jüdischen Rundschau", dl• In dem Buch zusammengetaOt ist. Dlasea Buch ist unbestritten das maßgebende Dokument des deutschen Judentum! Im Schicksalsjahr• 1933, Wer das Buch noch nicht besitzt, bestelle es sofort l Praia RM 2,85 VERLAG ״JÜDISCHE RUNDSCHAU“, BERLIN W15 Auttliferung für BuchhMndl*r: JUdl*ch«r Verlag, BirllnWQO, Budiptitir 8tr1Q•!1 1

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