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Jüdische Rundschau · 1934-02-20 · Heft 15 (20.2.1934) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 15 (20.2.1934)
Date
1934-02-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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FEBRUAR 1934 D«r Zionismus erstrebt tPr ds* Jüdische Vom die Schaffung einer öffentlich - rechtlich eoslcherten Heimstätte ln Palästina. ״Baseler Programm•* AnuIftBUrif 1 Die l2*rMpalt«n« MiHim*t**r*Z#l1• RM, —,20, hir 5tnHenf»*au<Jh• BML —40־, für FemUirmnaehrichien JIM. —45. £1מ«י,־ן1־*ורו»1»*מ nur *#•*»« VnrotM• tahltm* tu( I’ost*<h1»ck-Konto Brrlin 716lft oder ln der Antripm.Annahme Mrmf•■ bl« Freitag 9—15 Uhr. AnnshmrsrhhiÄ Jur die Di*n«ta£.Auagsb« Mmih( 10 Uhr lür die!,relteg'Auftcshe Mittwoch 13 Uhr (r*mili*n*n*c»ßt'r» bis Donnerst** 10 Uhr) h ץלל״ז ri וייו״ן ן ךייייייי״״״״ץ 1״^ I ־ x־־ י %'״ ״ ויי—ץ ףיייין ץי^" '״י׳^ J f IkJ 4 «41 ks&g* rl 1 ) ׳ M «►4^" *a—«»4 \ 1 ׳ -ן ^ß״m« s, * i 1 | ץ**»*• ' | ף I 1 k ״I |s : .JL. ■*41••־ ^✓k. {*>... ,■1 m ־*־־r , » ».;,teil ן.,.,;,׳« Eine Rede des Reichsinnenministers Dr. Er ick Die Grundlagen der detilschcn Rasscngcsctzgcbung des vergangenen Jahres wurden vor einigen Tagen Kitcns des R e i c h s i it n c 11 in i n i s t c r s Dr. Trick in einer Rede dargcstclll, die er auf Einladung des Leiters des Außenpolitischen Amtes der NSDAP., Alfred Ros en borg, vor dem diplomatischen Korps und sonstigen geladenen Gästen hielt. Diese Rede bcleuchtete in umfassender Weise die Grundlage״ der neuen Rasscngcsctzgcbung sowohl in ihren völkischen Ausgangspunkten wie auch in ihrer praktischen Durchfiilirung und ihren letzten Zielen. Naturgemäß beschiiftigte sich ein •erheblicher Teil des Vortrages mit dein Arierparagraphen und der Stellungnahme gegenüber den deutschen Juden. Wir entnehmen auf Grund der Berichte, die in der Tagespreise erschienen sind, dem Vortrag von Dr. Trick ioigemle für uns besonders wichtige Steilen: ,,Wer den Sinn der deutschen Revolution von 1933 vor* ö;heil will, muß wissen, daß sic das Ziel hat: Deutsch-! .1 n tl d er Deuts e 11 c 11 unter deutscher 1 ü h r 11 n g. Bi< /nr nationalen Trliebimg wurden die Träger der natio- 1uko/ial!sli'-1T1rn Bewegung verfolgt, verfemt und unterdrückt von einem System, das im wesentliche» ein gefügiges Werkzeig in tl'1־ II,iml einer art- und volksfmtnlen Rasse war. Die rationale Revolution befreite das deutsche Volk voll diesem;irilmmlcn I inlliilS, der gleichermaßen die deutsche Politik, Kultur. Wirtschaft, 1111:111/, Presse, Theater, Film und Rundhink, die I,,11 teil 11 und das öffentliche Lehen in vevhiiuguisvollster Weise beherrschte und lähmte... Und doch war in IVutsthlaml durch Partei- und Parlanientslierrscliaft und vor at״'m durch ihr Geld itn November 1018 eine /,war /alilenm!ßi״ geringe, aber politisch und sozial sehr einflußreiche, dein deutM'iii 11 Volke artfremde Rasse zur Macht gekommen, deren Angehörige 211111 Teil erst seit wenigen Jabren das (üsircciit des deutschen Volkes genossen: die jüdische Kasse. Wie stark die U e h e r fr e 111 d 1111 g wichtiger ölf ent I i c 11 c r A c 1111 e r und Berufe durch sie fortgeschritten war, darüber einige Zahlen. Von den Aerzleit »ircn •18 vom Hundert, von den Wohlfahrtsärzten (12 vom Hundert, von den Rechtsanwälten 51 vom I furniert und von den TlicaterdireUfircn gar SO vom Hundert Juden. Von 1000 crweihsi.itigeti Juden Preußens befanden sich 315 in leitendm Stellen in Handel lind Verkehr, gegenüber 37 vorn Tausuul Lrwerh.datiger in Preußen überhaupt — ihr Anteil an dnt leitenden Stellen war verhältnismäßig also fast ־zehneigenen Interessen auf Kosten aller Völker der Welt mit äußerster Zähigkeit, mit allen Mitteln und mit größter Rücksicht«־ losigkeit folgt. In anderen!.ändern hat man oft das gleiche Lrgebnis wie in Deutschland auf anderem Weg angestrebt und auch erreicht, und in der Praxis, ohne den Cicsct/gcbcr zu bemühen, die Juden oder andere Volks- und Rassenangehörige aus Staatsstellungen entfernt oder sic dazu überhaupt!lieht oder noch nicht in dein Midie ziigelnssen, wie es in Deutschland seit dem November!,)IS geschehen ist. 111 dem Rechtsstaat Deutschland war nur der gesetzliche Weg möglich! Aber wir Italien die nicht,■irischen beamten nicht einfach ausgestoßen, sondern sie in Uhren mit Vcrsor* gmigsbi'/ügrii pensioniert. Gesetzmäßiger und milder konnte der völkische Staat nicht Vorgehen. Daß Deutschland nicht das Judentum wahllos treffen, sondern nur seine Auswüchse beseitigen wollte, geht schon daraus hervor, daß das Gesetz vom 7. April FBI die nicht,arischen Beamten unbehelligt ließ, die schon vor dem I. August 1914 Beamte gewesen sind. Wenn ferner über zn weite Ausdehnung■ des Arierparagraphen insofern geklagt wird, als auch 11 a 1 b - u n d Viertclaricr erfaßt werden, so ist darauf zu erwidern, daß die Ucbcrfretndtmg im Beamlenkörper, bei Rechtsanwälten, Kassenäizfeil usw, einen so gefährlichen Umfang angenommen hatte, daß dadurch vielfach dem jungen Deutschen der Zutritt in diese Berufe so gut wie unmöglich war. Die gesetzlichen Vorschriften müssen auch die Gewähr dafür bieten, daß die eben bekämpften freindrassigcn Einflüsse sich nicht so bald wieder au.lirciten können, und daß auch in Zukunft die Geschicke Deutschlands grundsätzlich nur von Männern dcutsehen Blutes bestimmt werden. Ich glaube gerade in diesem Kreise volles Verständnis dafür zn finden! Denn auch andere Länder werden sich mir von Männern ihres eigenen Volkes ftcgkjaMt lassen. Noch stärkeren Aiifeiduiigen sind wir deshalb ausgesetzt, Weil die Gedanken des Arierparagraphen mich über die itnmittelbare Sphäre des Staates hinaus auf kulturelle Gebiete und auf die freie Wirtschaft über* gegriffen haben. Spielte bei den von mir bisher erwähnten Gesetzen und Verordnungen ein starkes öffentliches Interesse ,ווו der Ausschaltung nicht,irischer Einflüsse mit, so schießt es doch über das Ziel hinaus, wenn, wie es manchmal geschehen ist, die Grundsätze des $} 3 wähl- und kritiklos auf Gebiete übertragen Werdern für die sie nicht be-׳ stimmt sind, ln zahlreichen Fällen sind solche Fe hl griffe bereits durch die zuständigen Be-■ It ö r tl e n r i c h t i g g e s t e 111 worden. So hat das Reichsarbciisgerieht erst unlängst fcstgestellt, daß die hier und da aufgetrolcne Behauptung, jeder Angestellte nlchtnrisrlier Abstammung könne fristlos entlassen werden, nicht aimterkennen ist, auch nicht unter der veränderten Einstellung gegenüber dem Judentum im nationalsozialistischen Staat. Ebenso hat die Anschauung, daß die Zugehörigkeit eines Elleteils zur jüdischen Ibisse zur Anfechtung der Ehe beredttige, sidi nicht durcligesd/t. Vor allem hat aber die deutsche Regierung in dieser Beziehung immer den Standpunkt vertreten, daß derartigen U e b c r g r i f f e n in i t aller Ents c h i e d c n h e i t entgegen getreten w c r d e n muß, und erst in diesen Tagen die Behörden nochmals darauf hingewiesen, daß sie ihren Maßnahmen und Entscheidungen mir die geltenden Gesetze zugrunde legen und sieh mit diesen auch dann nicht in Widerspruch sclzni dürfen, wenn sie vielleicht nationalsozialistischen Auffassungen nicht voll zu entsprechen seheinen. Denn «len Zeitpunkt und das Ausmaß der Verwirklichung unseres Parteiprogramms bestimmt ausschließlich der Führer. Allerdings darf bei derartigen Lrscheintutgen nicht übersehen werden, daß sich das deutsche Volk selbst der völkischen Forderungen in Wasscnfragcn immer mehr bewußt wird, und von sieh aus ohne behördliche Ein- Aus dem Inhalt: Ju^״ Arbeit (Eine Re- •' portage) — Verschärfung der Judenfrage in Polen — Hutindustrie und Arierprinzip — DieTransfer-Rcgelung — Jerichos Auferstehung — Mittelmcerfestspicle Tel-Awiw jüdische Schule“: Die neuen Schulerlasse — Werkunterricht — Lehrerbildung — Erfahrungen eines Lehrers — ״Berliner Rundschau“: Berliner Juden unter Friedrich dem Großen ,.Pie 1101 so ״וין!( als jener der Deutschen. Der Vorstand der I'imhtkkiilmise in Berlin zählte 1(» Mitglieder, von denen 12 jütliselier Rasse waren! In den wichtigsten politischen und so/iali-ti Kreisen des Reichs hatten sie bestimmenden oder nhmiieip mlen Einfluß. Dadurch bekam das Ausland ein DM falvhrs Bild von dem Wesen und der Art des deutt lifn Volkes. Im Reiche seihst wirkten diese Tatsachen 'ן :gificntl au* «len Geist und die Seele des Volkes, wie auf öe sozialen und politischen Verhältnisse. Die nationale Rcvo- Dion ist der Durchbruch des Willens, jede Art der äußeren nlcr inneren Fremdherrschaft mit legalen Mitteln zu bc- ®eiligen. ... . Gegenüber hier und da immer noch zutage tretenden irrtgeri Auffassungen muß ich aber ausdrücklich fcststdlen, öl! sich unsere (leset zc in keiner Weise gegen 1״ e j ti d i s c 11 e Religionsgemeinschaft, die Aus- 111111 n g der jüdischen Religion oder die Frei- Jf i t d es j ii tl i sc 11 e n Gl a 11 b c n s rieht c 11. Das ״r'*F Reich gewährt vielmehr jeder Religionsgemeinschaft ",יי Schutz des Staates. Es ist uns daher unverständlich, Df jüdische Emigranten bei ihrer MetzpropagaiuLi gegen ociiLrlilmnl im Auslände, insbesondere auch in kirchlichen ®■reisen Gehör und Unterstützung finden konnten, zumal "זי liei der Säuberung des öffentlichen Dienstes von Fremd- I״sigrn niemand gezwungen Italien, das Reichsgebiet zu, 'erlassen. Wer fluchtete, tat dies aus eigenem Antrieb, weil ץ׳ offenbar die Verfolgung krimineller Handlungen zu bcwellten hatte.... Das Deutsche Reich hat nie- I 15 an eine zwangsweise Aussiedlung Uerj j11 de n gedacht. Fs hat nichts anderes getan, als aut .״u«d eines verfassungsmäßigen Gesetzes sein Bcriifslicmnten- ’ wieder so liergestcllt, wie es zur Sicherung des Reiches seiner Verwaltung nötig erschien. Man kann diese Mali- . <ft1 nicht im geringsten mit Aussiedlungen, Latulcsverctstiiigen oder Vertreibungen von Völkern und Volkstcilcn :״gleichen, wie sic in anderen Ländern — allerdings nicht- T'utschcn Völkern und Rassen gegenüber — noch in der Mgslen Vergangenheit mehrfach vorgekommen sind. ״ Minister Dr. Flick gab im Anschluß hieran eine Dar- ״י hing über die Wirksamkeit des A r i e r p a r a g r a p h c n ,1״den verschiedenen Gebieten der Gesetzgebung. Er führte weiteren Verlauf des Vortrages 11. a. noch aus; Von Anfang a!1 waren cs namentlich die luden selbst fine Anzahl von vermeintliche״ ,Menschenfreunden‘ 111 , Ranze״ Welt, die das barte Schicksal beklagen, das 115.1,l(l«׳n in Deutschland getroffen habe. Gerade in dieser ‘Miclumg ist aber wohl im laufe der Zeit eine ruhigere d'u,'ci|t1ng des Problems eingetreten. Auch anderwärts fin- ,־? Deutschland allmählich Verständnis dafür, daß die Deut- ״״w sich nicht dauernd der Macht einer fremden ״»ssc beugen wollen, die über die ganze Welt zer- ״I,1״ und schon darum international eingestellt ist, aber «mchwohl in allen Ländern der Erde zusammenhält und ihre tum und nahmen im und' der Zur Lage der luden in Oesterreich Wien, 15. Februar. (J.T. A.) Einer jüdischen Dclcg a t i o 11, die im 111 n c n 111 i 11 i s t c r i u 111 vorsprach, um eine unzweideutige Aoulkrimg der maßgebenden Regierungsstellen über die von der Regierung geplante Juden politik zu veranlassen, wurde erklärt, die jüdische Bevölkerung könne versichert sein, daß die Regierung keine gegen die Juden speziell g c r i c 111 c t c Maß- 11 a 11111 e n p! a 11 e. Wien, IS. Februar. (J.T. A.) Oie als Ergebnis der jung• steil politischen Entwicklungen und Kämpfe in Oesterreich erfolgte Proklamierung vier autoritären Staatsform als ״deutsch-christlicher Korporationsstaat‘‘ gibt ungeachtet der Tatsache, daß die maßgebenden jüdischen Faktoren sieh vot hehalilos zum vaterländischen Gedanken bekannt haben mul daß von Rcgicrungsseite die Erklärung abgegeben wurde, die jüdische Bevölkerung werde als solche in ihrer 1111 r g e r I i e h e 11 Rechtsstellung!1 i c 111 b c c i n trächtig t werden, doch einiger Besorgnis bezüglich der weiteren Gestaltung der wirtschaftlichen und politischen Lage der österreichischen ludcnschaft Raum. Aus Presseäullcrtingen, auch solchen von Blättern, die Kreisen der Regierung nahestehen, ist zu entnehmen, «lall von mancher Seite der Begriff lies ״christlich-deutschen Staates“ in dem Sinne vorstanden wird, daß nur christliche Deutsche arischer Abstam- Utting ■den Anspruch haben sollen, Träger der Staatsidee zu sein. Fs ist klar, «laß diese Anschauung, falls sie sich durchsetzen sollte, nicht mir einer lebendigen Verknüpfung der österreichischen Juden mit dem Staatsaufbau hindernd im Wege steilen würde, sondern auch schwerste Folgen für die jüdische Bevölkerung nach sich ziehen müßte. l>ie im Zuge der Neugestaltung der Verhältnisse in Wien 1 und in anderen Städten durcligefülirtcu Reformen der Vorwaltmig haben zur Ausschaltung zahlreicher i ti - d i s e 11 e r Angestellter nicht mir aus dem öffentlichen Dienst im engeren Sinn, sondern auch aus den zahlreichen, den städtischen Verwaltungen unterstehenden Betrieben, ja sogar den ihnen luhegcstaiulcnen Banken und Versicherung»• gesellschafteil, geführt. Die Wiener Israelitische Kultusgemeinde war genötigt, eine Hilfsaktion für die Betroffenen mit Hilfe größerer Mittel, die ihr von einem ungcnannt sein wollenden Philanthropen zur Verfügung gestellt wurden, eiuzulciten. Wie die Jüdische Tclegraphcn-Agcntur von der österreieliisehen Gesandtschaft in London :rfährt, hat die Gesandtscliaft auf Anfrage in Wien die Versicherung erhalten, daß entgegen den in einem Teil der Londoner (auch Berliner — A. d. R.) Presse erschienenen NachrichtenkcineMassenflucht österreichischer Juden eingesetzt hat. Es wird hinzugefügt, daß die Regierung gegen die jüdische Bevölkerung gcriclitcte Maßnahmen nicht plant.‘ Wirkung die entsprechenden Folgerungen zieht, z. B. nicht* arische Acrztc oder Rechtsanwalt«• weniger aufsucht als früher. Die deutsche K n s s 0 n g c s e t / g c b 11 n g wm kein Urteil fällen über cl i e < i 111 o und «len Wert anderer Völker und an d e rer R ,׳« s s c 11. Unser Füllrer sagt darüber seihst in seinem Werke ,Mein Kampf‘: ,Es Ist ein müßiges Beginnen, darüber zu streiten, welche Rasse oder Rassen die ursprünglichen Träger der menschlichen Kultur waren und damit die wirklichen Begründer dessen, was wir mit dem Worte Menschheit alles umfassen.‘ Aba־ wir Deutschen möchten meinen, daß auch andere stolze Völk«*r auf dem gleichen Standpunkt stehen und grundsätzlich ebenso Wert darauf legen, ihre rassische Zusammensetzung möglichst ■ unverfälscht und unvermisclit zu erhalten.“ Diese Ausführungen des Reichemncuniinisiers unterstreichen erneut mit aller Deutlichkeit den Grundsatz, daß die zuständigen Bcitürden Uebergriffen bei der Anwendung des Arierparagraphen auf Gebiete, auf denen dieser Paragraph keine Geltung haben soll, mit Entschiedenheit entgegengetreten werden. Nicht weniger bedeutsam ist für uns natürlich daneben der Satz, daß die deutsche Rasscngeselzgcbung kein Urteil ,über die Güte und den Wert anderer Völker und anderer Rassen fällen will. Auf die Juden angewandt, würde dies be* deuten, daß die Betonung ihrer Andersartig* k e i t, die auch weiterhin stattfimlen soll, keine Diffamierung des Judentums und keine Minderbewertung seiner Eigenart als solcher beabsichtigt. Die deutliche Hervorkebrung dieses Grundsatzes dürfte für die Zukunft von großer Bedeutung sein, da cs sich ja darum handelt, einen Weg des Zusammenlebens zu finden, der innerhalb der neu geschaffenen und noch zu schaffenden Lebensformen des deutschen Volkes auch den deutschen Juden eine I.ebcnsmöglichkeit gibt. Audi für uns Juden aber ist die Ehre das höchste Gut und nichts trifft uns schwerer als eine auf rassischen Motiven fußende Diffamierung. Wo diese nicht erfolgt, muß sielt auch eine Lösung der andern Fragen des Zusammenlebens finden lassen. Interessant ist für uns in der Darstellung Dr. Fricks auch noch der Abschnitt, in dem er fcststcllt, daß da3 Deutsche Reich niemals an eine zwangsweise Aus* Siedlung der Juden gedacht hat. In diesem Zusamnienhange verweist er auf die Umsiedlung der kleinasiatischen Griechen bzw. der griechischen Türken als. ein Beispiel einer gewaltigen Völkerwanderung in der Nachkriegszeit. Dieses Beispiel zeigt allerdings zugleich die Besonderheit der Lage des jüdischen Volkes, das überall eine Minorität bildet, ohne ein Zentrum zu besitzen, das, mit staatlicher Macht ausgestattet, in der Lage wäre, ganz große Massen des jüdischen Volkes aus der Diaspora aufzunchnicn. An diesem Punkt erweist sich erneut die Bedeutung Palästinas und die Erweiterung seiner Aufnahmefähigkeit für die Lösung der Judenfrage nicht nur in Deutschland, sondern in den meisten Ländern der Welt, Wenn trotz den infolge des bestehenden Verhältnisses beschränkten Möglichkeiten der Eingliederung in an*

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