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Jüdische Rundschau · 1934-02-09 · Heft 12 (9.2.1934) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 12 (9.2.1934)
Date
1934-02-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Mente ist der Zwang einer Organisation da, die man sich seihst geschaffen hat. in den j>ro£M1״im׳n des J«niiiar naluncn die Kouiposilioncn ii'uiischcr ,Musiker einen /iemlieh irroßc״ Platz ein, Orei Chöre zeigten jfir können: der von Spott, von Roskin, von Sander (Knlinrhiind)• Der Spottsche Miinnerehor besitzt eine rhvtliinische ""!ו (!hnndiclie Ijulieillichkcil, die den Erfolg der' Konzert■ reisen vcisl.indlich machen; die Massivität der Stimmen und ein starrer Wechsel der Vortragsarten sind vielleicht durch (׳oben an!!״virtuoser Musik zu belieben. Roskin hat sich mit ,einem Chor, der mir aus Liebhabern besteht, viel Mühe geerben. Es wurde frisch und mit gutem Willen gesungen, Solisten des Abends waren Toni Tiirk, eine Sängerin mit recht gutem, solidem Material, und der Bnritonist Julius Pcillachowitsch, dessen Stimme durch einen stillen Cilanz .mffällt. per Operm-hor des Kulturbundes ist mehr mit seinem Dirigonten verbunden als die beiden anderen Chöre. Hcrthold Sander, dessen ungestümes Temperament mitreißend wirkt, hat ihn zu einem höchst biegsamen und gefügigem fnstrument seiner Interpretationen gemacht. Er liebt das Verfeinerte, Tänzelnde mul steigert es oft bis zur Bizarrerie. Raffinierte h'lanirwirlitingeii . wie r. B. plötzliche Crescendi und He- Crescendi auf einem Ton 11. v. m,, muten nicht nur bei Sichers l.orelev mul. bei Beethoven eigenartig an. Sander ist ein Talent, das mit ״Gelassenheit“ überzeugender wirken wurde — Mem Rezitator Max Koninski standen zu wenige?tiitmicnniiame״ zur Verfügung,;ייdaß er kleinste geistige Nuancen »len Hörern rirtmpcn I rwut- Kammermusik von Ueruinin 1 oMjschmldt. Der Komponist Fcrthold Gnldsclnuidt ist Eachleut-n kein Unbekannter. Seine Werke waren früher in Veranstaltungen der Internationalen Gesellschaft für neue Musik zu liörcn; 1032 wurde seine Oper ״Her gewaltige Hahnrei1‘ von Rosenstock in Mannheim urntifgcführt. Mas Neue Streichquartett spielte im Hause Schuster die Streichquartette op. 26 und op. 8; das Streich• itio op. 2Ü stand zwischen beiden Werken. Es ist hier nicht der Ort, Einzelheiten zu erwähnen. Das eine ist sicher: öoldschmidt hat formales Können und rhythmische Erfindung. Bewegunpsthemcn gelingen ihm am besten; die kantabkn besitzen jedoch häufig eine schwelgerische Melodieführung (ebenso harmonisch gestützt), die einen sofort an romantische Vorbilder denken läßt. Wenn Goldschmidt diese Seite seines Wesens überwindet, wenn er' Reminiszenzen nicht nachgibt and noch härter, bewußter wird, so kann er eine Einheitlichkeit des Stils erreichen, wie sie 1, B. der erste und zweite Satz von op. 26 und selbst das (in der Schule Franz Schrekers entstandene) op. 8 mehr aufweisen als das lebendige, jüngst entstandene op. 29. Hans Nathan. Konzert der Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde. Dieses Konzert hatte das Niveau, das man von diesen Vcranstal• tongen verlangen muß. Die ganz hervorragende Bianistiu Rosa Etkin dominierte zu sehr; für Kammermusik und das?immer wird sie ihre auf große Säle berechnete Tongebung modifizieren müssen. Neben ihr behauptete sich der Violonttllist Godfricd Zeclander durchaus, während die Violitii'tinJadwiga EIsncr-Frommcr manchmal Midie hatte. Des Programm, drei Klaviertrios, führte von der Klassik Mozarts über einen romantisierenden Beethoven zur Romantik Mendelssohns. Dr. Oskar Quttmann. Hebräische Abende der Hebr. Lehranstalt. Seitdem das Beth-Am seine Tore geschlossen hat, ist die Gelegenheit, h Berlin hebräisch hören und sprechen zu können, selten geworden, obwohl das Bedürfnis danach ungemein stärk geworden ist. Diesem Bedürfnis ist die Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde entgegengekommen, indem sie seit Anfang des Jahres für ihre Schiller — auch für die ehemaligen — einen hebräischen Klub geschaffen hat, der sich an den Sonnabend-Abenden versammelt, um jüdische Themen zu besprechen und _ die schönen Sabbat-Ausgangsiiedcr zu singen. Die Lewajat Malka der vergangenen Woche bot den Erschienenen eine besondere Weberrasclning. Herr Avigcdor, der Chacham der sclardischcn Gemeinde in Berlin, hatte cs übernommen, ein «tschauliches Bild vom Leben der sefardischen Juden und von ihren Sitten und Gebräuchen zu entwerfen. Sein Vortrtyj ״ot viel Anregung zu weiteren Fragen. Die nächste Lewajat Malka findet ain 17. Febr. statt. B-L• Ein Dank der B.Z.V. Der Erfolg unserer Palästina-Ausstellung ״Ercz Israel — ")י Land der ,Juden“, ist in erster Linie ein Ergebnis der ningcbimgsvollen Tätigkeit des künstlerischen Gestalters Gtte ״«!lisch und seiner Mitarbeiter. Es ist uns deshalb ein besonderes Bedürfnis, diesen Gesinnungsgenossen öffentlich zu danken. Dr. Gerhard Jacobsohn war maßgebend an der Aus- Jwitung des ganzen Planes beteiligt. Hans Jacob hat mit Besonderem Geschick den geschäftlichen Teil der Ausstellung pleitet. Wir danken hcrzlichst unseren Gesinnungsgenossen Leon Ritzker, Herbert Blutli, Willi Landsberg, Irma Selig- ״ann, Gerdi Keßler, Senta Orabowsky und den zahlreichen Mitgliedern der Junggruppen der B. Z. V. für ihre woclienlange, angestrengte Arbeit im vorbereitenden Atelier. Fiir den tage- Ul)d nächtclangcn Dienst danken wir allen Ordnern und Ausstellungsführcrn. Berliner Zionistische Vereinigung. Der Hauptvorstand. , R.-A. Benno Cohn. S. Tschertok. Kleine Nachrichten 'Vlrluchaltshltle der Jüdischen Gemeinde teilt mit: ״Der Zu- *ammcmchhiß der jüdischen Gviiiiiasliklchrcrinncn h.1t am 28. ■Ja- ״Usr beschlossen, s״|, der Gruppe berufstätiger Frauen innerhalb rs Jüdischen Frauenbundes als selbständige Gruppe anzuschlicßcn. fn jüdischen Ciymnastiklchrcrinncn ist damit der Zusammenhang ״"t den übrige״ berufstätigen Frauen gegeben, die in ihren bis- •engen Bcrulsorganisationcn nicht mehr bleiben konnten. Die »erittluiig von Arbeitsgelegenheiten liegt allein bei der ,Arbeits- *unriiisehalt Jüdischer Arbeitsnachweise, Lindcnstr. 48/50, Gemeinde* ״״glieder, die für sich oder ihre Kinder Gymnastikunterricht wün-!**! "׳ollen sich an den Arbeitsnachweis wenden, dem die Adressen amtlicher jüdischer Gymnastiklchrcrinnen, die sich in dem Zu- "imenschluß befinden, zugclcitct worden sind. Gymnastiklehrcrinnen, Slcl> bisher nicht gemeldet haben und an der gemeinsamen Arbeit j e5״»e haben, wollen sich bis zum L Mir* 1934 bei Frau ' Hfppner, Berlin W, Lutherstr. 21, schriftlich melden. Bi» zur r windigen Eingliederung erteilt die Wirtschaftshilfe der Jüdischen ״*«de wie bisher Auskunft." '*>!, h % l . ./ >■' v -Hl V % «I, 11 h\ i ׳»',. y. \ /,:׳ i f"' ■’t" ■ / '* וי־ ' A > ׳ •ין.( : r ״rv^'V krf' ( ( Ö ־"i *'#- ץ ז־ך ״;11L, :\ y. *־■« . i 't m rrrrr״!־. "*"* '־•**-wtsrtr ׳# ׳ / f ‘ ***mmtA , ך־־ץ גבנון ivn "V״»y>r, חיßü-rc! J:C נ ■ ׳ ■■ ־■־ ־״; £ , .y j x;.öl*** /,,$ י,^ \ ״ k יי' ד¬ ׳ ׳■-־f r! 4 'l! \ =״^7־ I tey* ' fA./ Photo■ Dernheim und Pins Die Aiissiclliuig h;1t, wie zu erwarten war, das lebhafteste Interesse gefunden, imgclülir 1500 Besucher werden täglich gezählt, die Schulkinder nicht mitgercchnct, die klassenweise 111 den Vormittagsstunden die Räume durchziehen. Ldder muß infolge anderweitiger Verträge der Gebäude-Verwaltung• die Ausstellung unwiderruflich Sonntag abends geschlossen werden. Sie ist Freitag auch abends und Sonnabend ganztägig geöffnet, jedoch wegen des Schabbath nur für Inhaber von Vorverkatifskartcn, die in der Memckestrnße 10, Im Zionistischen Heim, Kanlstr. 54, und bei LI. Locker, C 25. Mcmhardstr. 6 a. zu haben sind. In den nächsten Wochen wird die Palästina-Schau in den größten jüdischen Gemeinden1 Deutschlands gezeigt werden. Die Statistischen Bildtafeln der Ausstellung sind soeben als neues Heft der Schriftenreihe der ״Jüdischen Rundschau“ (Otte Waliisclt, ״Ercz Israel“, Preis 75 Pfennig) erschienen. Zionistische Verans!aliun{fen Hebräische Führung durch die Ausstellung. Am 11. Februar, vormittags 10,30 dir, lindct unter Leitung von Dr. Kaliko eine FUhrung durch die Palüslinu-Ausstellung der B.Z.V'. statt. Die Eiklätung erfolgt teils in deutscher, teils in hebräischer Sprache. Arbeitsgemeinschaft ״Ivrla". Am 13. Februar, 20.30 Uhr, Hotel König von Pm'iuga!, JJurgstr. 16, Dr. Georg Lubituki: ״W11 tun die deulsrlien Juden?“ Bczlrksgruppc Savlgnyptatzi 13, Februar, 20,30 Uhr, im Heim der B.Z.V., Kanlstr. 54, i.i! htbililcrvorlrag ״Tcl-Awiw und die Orangenkiistc1‘, Brgkiivnrtrag Walter Tempel. Bczlrksgruppc Wlttcnbcrjjplatr. Am 14. Februar, 20.30 Uhr, Im Heim der B.Z.V., Kanlstr. 54, Kurt Loewcnstein: ״Die neue Assimilation im deutschen Judentum“, Bczlrksgruppc Wilmersdorf. Am 12. Februar, 20.30 Uhr, Meineke* straßc 10: ״Wir diskutieren“. ״Judennot und Judenwanderung — Nationallleim oder Zufluchtsstätte“. Refcrcntclu Kurt Ltvinsohn, Dr. Arthur Prinz. 1 Frauth-Arbcitsgemclnschaft für Palästina. Gruppe West! 12. Febr., nachm. 4.30 Uhr, Arbcitsge.mcinsc ha ft, (,Stärkung des jü; dischcn Selbstbewußtseins", Bei Frau Dr. Freundlich, Dahlmann• straßc 28. — Gruppe Nord und Ost: 14. Febr., abends 8.30 Uhr, Reisebericht aus Palästina, Rcfcrentin! Frau Dr. T ug e » d r e 1 c h, Bei Sommer, Rosenthalcr Str. 14. - — Grupp« Grunew41‘dt 14. Febr., nachm. 4.30 Uhr, Arbeitsgemeinachnft, Thema• ״Stärkung des jüdischen Selbstbewußte int", Bei FraU Dr. 1Null bäumt Frankfurter, Dahlem, Königmiircksti. 4. — Gruppe Nordw«1t1 14. Febr., nachm. 4.30 Uhr, Arbeitsgemeinschaft: Achad Haam in drr *ion. Bewegung. In Pen׳.ion Malamuth, Cuxhavener Straße 18. Besondere Einladungen ergehen nicht. Jüdischer Chor. Es werden noch Teilnehmer für den neuen jiidischeu Chor der Kullurahtrilung der Berliner Zionistischen Vereinigung (I.ciliing; Dr. Hans Nathan) gesucht. Da der Chor noch in diesem Winter vor die Oeffentlit likcjt treten soll, bitten wir alle Interessenten, sich umgehend b.-i der Kuhurabtcihuig der B.Z.V.,’ W 15, Meinckeslr. 10, Bismarck 7165—70 Apparat 44 zu mehlen. Hebräischer Chor, I.eitung: Ben Uri, 10. Februar, 20,15 Uhr, im B.Z.V.•Heim, Kantstr. 54 (Nähe Wilmcrsdurfcr Straße). Neue Mit* glieder werden jederzeit aufgenommen. Hebräische Kurse der BZV. In nächster Zeit werden folgende Kurse eingerichtet: in Chnrlottenburg, am Bayerischen I’lat*, in Neukölln u. am Alexanderplalz, ein kl. Zirkel in der Sescnhcimcr Str. Del Unterrieht ist zweimal wöchcntl., je 1>/1 Stunden. Unterrichlsgehiihr 3 bis 4 RM. in Kursen mit kleiner Teilnehmerzahl, 2 RM. in Kursen mit 20—25 Teilnehmern. Aufnahmemöglichkeit für Ilcbräischlcrnende, die bereits Vorkcnntnisse besitzen, besteht in folgenden Kursen:, Kurse, die ab Mai 1933 bestehen: Brunnenstraßc, Steglitz, Mcinekestraße, Kantstraße;■ ab Juni: Schönhauser Allee, Hohrmollerndamm, Kant• itraße; ab Juli: Charlottenburg, Wedding, Hansa-Platz, Danziger Straße, Rüdeshcimer Platz; ab Augaat: Neukölln, Brunnenstraße, Münchener' Straße, Kantstraße; ab September: Wilmersdorf, Charlottenburg; ab Oktober: Steglitz, Hansa-Platz, WU. mersdorf, Charlottenburg, Neukölln, Zentrum, Tcmpelhof: ab November: Charlottenburg, Norden, Alezanderplatz, Bayerischer Platt, Brunnenitra Se, ׳ Kottbusser' Ufer; ab Dezember: Ai exanderplatz, Kantstraße. — Anmeldungen bitte an die Kulturabteilung dev BZV, Meinekestr. 10, IV. Stock. Anmeldungsgebühr 0,20 RM.

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