Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 10 (2.2.1934)
- Date
- 1934-02-02
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653461--24767-2681865- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1934«2■ n ׳0י־ •Nr 1jüdische Rundschau Seite IS 1 1׳3 .ן1,יו י'׳" י 3, I■', l,r<f l1״nr ־ Frank. ׳" ׳:|ln״pin, <30׳';׳ l :|!t I11׳ > r u :ן ז : r! r 11 tu 1 l’!1l>nt׳alj, ״r. S;,!t. 1' (:binar: )״'. l’rol. >r, 11 anpU :>r. Mat!, r. UnU't. byiini;״.■׳^!r: \Ve,u ..,'י rund.; ״Dir Ju. *! l'.irbt1•!0.30 l:11r, 10. Ff. S|1iin׳r, . Inr cl!;זו• (!1 min•" Cluijt jn Ahrou M isrnrhi, ״Srlial,. J י i R U ng }. ung ״JiU mul! :111( ־.Urt Billf lt'im, am Jmlwhcr m 4. Fc• Sonntag, t. Hulke, wüihmng lldclbergi itina die ,.Bericht wiw und > 1.(1. Ara f Purim• i ' Februar, |: von I)r, Arbfils- ’ tyuli״ ira f: St ha de» ktisgabe * einen 9pc. Es jung in IAN k Oe 89 11 m 181 ״־I en 1ö.s0 idem * •12?* יוי"’"׳^;19.50 offö feMo'Vcf 654 w 4 05 j/5!?'fit i 65 jshcr 5Sf öS! 3 re ••’*OSi fen jw0N *'*M HrrJ» nen *6;s eQt SB ׳׳! ln der letzten Sitzung der Repräsentantenver*!גmni 111 n g der Berliner Jüdischen Gemeinde, die lp• J;l״״ar stattfand, wurde im Anschluß an die Debatte r jer Sitzung vom 20. November IOI), über die wir in L g6 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 1. Dezember 1033 ausführlich berichtet haben, die Aussprache über die von der ,ionistisehen Fraktion angebrachten Anträge «־egen Erteilung einer Mißfallcnserkläriing, der anderweitigen Verteilung vou Dezernaten und der Zusammensetzung des Direktoriums fortgesetzt Mit der Aussprache war ein Antrag der Fraktion der Jüdischen Volkspartei verbunden «■egen Umbildung der Redaktionskommission des Gemeinde• btattes, in dem zugleich erklärt wird, daß die Fraktion mit dem Inhalt der Nummern vom Oktober und November nicht einverstanden ist. Weiter wurde in dem Antrag eine intcrfraktionelle Beratung über die schwebenden Fragen verlangt Wir können über den Verlauf der Aussprache, die sich an diese Anträge knüpfte, wiederum nur auf Grund des vom Ocmcindebiiro nusgcgchcncn offiziellen Berichtes referieren, dem wir folgendes entnehmen: Dr. Rau (Zionist Fraktion) rügt hinsichtlich des Oe• ״c!ndeM;dtes, daß es mir Aufsätze einseitiger Tendenz ver• Öffentliche, und auf die Weltanschauung der durch die zionistisctie Fraktion vertretenen Gcnuimlcmitglieder keine Rück• licht nehme. Der Gcmclndevorsland sei nicht In der Lage, sein Amt objektiv zu lülircn, was auch aus seinem Vcrhalten bei der Besetzung des Jugcndpflcgcdezcrnats hcrvorgchc. Die zionistische Fraktion verlange, daß sie im Direktorium eine angemessene Vertretung finde, daß das Gemeindeblatt anders als bisher geleitet wird, und daß auch die Jugendarbeit nach anderen Gesichtspunkten vorgenommen werde. Seitens der Versammlung sprachen hierauf die Herren Krcimiler, Dr. London (liberal) und Markus (liberal), die sich gegen die Vorwürfe, die Dr. Rau erhoben hat, wenden. ItcTr Krcindlcr beschäftigt sich mit der redaktionellen Ausgcstal• hing des Gcmeindeblattcs, Dr. London wendet sich gegen die Mißtrauens,inträge und Herr Markus hebt die Verdienste des Cieineimlcblattes hervor. Im weiteren Verlauf der Debatte bcschäftigf sich Dr. Klee (Volkspartei) zunächst mit der Haltung des Gemeinde- Wattes, tlie ihm zu einseitig insbesondere in den beiden in Frage kommenden Nummern war und regt an, durch Vcrvoll* ständigimg der Redaktionskommission zu einem besseren Einvernehmen mit den verschiedenen Richtungen zu gelangen. Er betont die Notwendigkeit eines weiteren Ausbaues des Schulsystems und einer stärkeren Heranziehung der Jugend- Organisationen aller Richtungen. Er weist darauf hin, daß im Jiigcndptlegc-Dczernat die zionistischen Jugendorganisahonen überhaupt nicht vertreten sind. Nach einer Erklärung des Herrn Rosenthal vom Gcmeindevorstand, der als maßgebend für die Fjaltung des Gemeindehlattes die Verantwortlichkeit des Oemeindevorstan־ des bezeichnet, und einer Rede von Herrn Sobotker, der sich gegen den Vorwurf verwahrt, daß das Jugendpflege-Dezernat nicht objektiv sei, ergreift Dr. Moses (Zion. Fraktion) das Wort. Er findet cs merkwürdig, daß der Vorwurf der Einseitigkeit von niemandem zurückgewiesen sei. Seine Fraktion verlange, daß das Direktorium aus vier Mitgliedern bestehe, wovon zwei Zionisten sein müssen. Das Jugendpflege-Dezernat müsse neu besetzt werden. Schließlich polemisiert Rechtsanwalt Stern (liberal) gegen Dr. Moses mit dem Hinweis, daß gegen den Gemeindevorstand keinerlei sachliche Gesichtspunkte vorgebracht worden seien. Nach Beendigung der Aussprache zieht die zionistische Frak- 1ion ihren Antrag, dem Dezernenten und der Redaktion des Gemeindeblattcs das Mißfallen atiszusprcchen, zurück. Die sonst von der zionistischen Fraktion gestellt e n Anträge werden a b g c 1 e 11 n t, Vou der Erklärung der Fraktion der Jüdischen Volkspartci hinsichtlich der beiden in Frage kommenden Gemcindcbiatinummcrn nimmt die Ver- Sammlung Kenntnis, in die Redaktionskommission werden an Stelle von vier ausgcschicdcnen Mitgliedern die Herren Dr. Klee, Kozower, R.-A. Stern und Dr. Sachs gewählt. Im übrigen wird in Aussicht genommen, die in der volksparteilichen Erklärung berührten Fragen in einer Aussprache zwischen den Fraktionen noch weiter zu behandeln. * Damit Ist diese Aussprache in der Berliner Repräsentanten- Versammlung zu einem formellen Abschluß geführt worden. Wir glauben, daß die Angelegenheit selbst damit nicht bereinigt ist, Die Gesichtspunkte, unter denen in der Berliner Oemcimlcstube die grundlegenden Probleme des deutschen Judentums behandelt werden — können sic auch nicht immer rein prinzipiell besprochen werden, sondern im Hinblick auf einzelne praktische Maßnahmen, die erforderlich sind — entsprechen nicht der Größe der Aufgabe, die vor dem deuischcn Judentum und damit auch vor der Berliner Gemeinde steht, Ls ist nicht mehr möglich, nur unter dem Gesichtspunkt einer möglichst präzise ablaufenden Verwaltung jüdische Arbeit zu feisten. Die in der Berliner Gemeinde auf Grund von Wahlen, die unter ganz anderen äußeren Verhältnissen vorgenommen Wurden, heute noch herrschenden Liberalen haben dies nicht erkannt. Die Mehrheit der Berliner Juden wünscht, daß die Gemeinde zu einem lebendigen Organismus wird und in sich ein volles, ungebrochenes Judentum verkörpert. Die Bemühungen der Liberalen, diese Bewegung abzubremsen, «I es nun, daß man mit Hilfe des Oemcindeblattes den positivjüdischen Bestrebungen entgegentritt, sei es daß man insbesondere auf dem Gebiet der Jugendarbeit alles zu vcrhliw dem sich bemüht, was von der Jugend selbst an lebendigem Judentum gesell,affen und verlanget wird, sind letzten Endes zur Aussichtslosigkeit verdammt. Die Zeit arbeitet gegen die Intentionen einer Generation, die nicht mehr umlernen kann und leider auch nicht die Gelegenheit benutzt, die ihr oft genug geboten Wird, daß sie nämlieh trotz ihrer Unfähigkeit zur Oewinnung einer neuen gefstigen Basis doch in praktischen Dingen den Erfordernissen der neuen Zeit entspricht. Auch wenn in der Repräsciitantcnversammlung bisher kein positives Ergebnis für die zionistischen Forderungen und die Wünsche der jungen Generation erzielt worden Ist, glauben wir doch, daß der Kampf, der in der Berliner Gemeinde weiter geht, Zwangsläufig zu einem Erfolge führen muß. *־ Uebcr den sonstigen Verlauf der Sitzung sagt das offizielle Coimtiiiniquö im übrigen: Zu Beginn der Sitzung teilt der Präsident, Rechtsanwalt Heinrich Stern, mit, daß der Repräsentant Dr. Alfred Wiener sieh für länger als drei Monate beurlaubt hat, und daß für ihn Herr James Goldschmklt einberufen wird. Sodann wird durch Zuruf die Wahl des Präsidiums für das Jahr 1934 vorgenomnien. Es werden gewählt zum Vorsitzenden: Rechtsanwalt Heinrich Stern, zum 1. Stellvertreter: Rechtsanwalt Kozower, zum 2. Stellvertreter: Dr. London; zu Schriftführernt Dr. Gutmann und Dr. Sadger. Ein Antrag der Fraktion der Jüdischen Volkspartei, In allen Stadtteilen Sederfefcrn zu veranstalten, wird einstimmig angenommen. Vom Tische des Gerneindevorstandes begrüßt Herr Schover die Anregung, welcher der Vorstand gern folgen werde. Für Herrn Rechtsanwalt Dr. Max Kolienscher, der seinen Wohnsitz von Berlin verlegt hatj ist eine F.rs atz wähl eriorderlich. Durch Zuruf wird (wie in der ״J, R.“ bereits berichtet) ohne Widersprach und einstimmig Herr Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee zum Miiglicde des Gcmeindcvorstandca gewählt. Der Vorsitzende der Versammlung rictitet an den Gewählten Worte herzlicher Begrüßung, denen sich Dr. Kurt Fleischer anschlicßt. Zur Vorberatung des Etats für 1934 wird ein aus neun Mitgliedern der Versammlung bestehender Sonderausschuß gewählt. Sodann nimmt die Versammlung verschiedene Abord• nun gen in Verwnltungskommissianen und Wahlen von Gemcindcmitgliedcrn in solche vor. Eine Zuwendung des Herrn Waldemar Meyer zur Errichtung einer Waldemar- und Helcnc-Mcyer-Stiftung wird angenommen. Dem Jüdischen Schulverein wird ein Darlchn von insgesamt 40000 RM, bewilligt. Hierzu wird ein Amendement Fleischer wegen des Austausches von Lehrern angenommen. Palästina als Reiseland Die Touristen-Saison in Palästina hat ihren Anfang genommen. Es sind, wie ״Near East and fndia“ berichtet, eine ganze Reihe von englischen Persönlichkeiten zum Bestich in Palästina eingetroffen, so drei hohe Beamte des Kolo n I a 1 a m t e s, nämlich Sir John Maffcy, A.C. C, Parkinson und Bevir, ferner die Marquise von Londondcrry (Gattin des englischen Luftfahrtministers) und ihre Tochter, ferner Lord Lvtton (Präsident der Palcstine Potash Comp.) Samt Familie, die Parlamentsmitglieder John Rhvs-Davics und Col. Wed gwood, der altbekannte Freund des Zionismus. Die bisherige Touristcn-Saison ist aber als sehr schlecht zu bezeichnen, was allgemein auf die Weltwirtschaftskrise zurückgeführt wird. Mit Rücksicht darauf, daß der Fremdenverkehr ein wesentlicher Wirtschaftszweig des I.,indes ist, wurde in maßgebenden Kreisen heftig Kritik an der Regierung geübt, daß sie nichts zum Fremdenverkehr beiträgt. Die Gesellschaft für Entwicklung der Touristik wurde bei der Regierung vorstellig und wies darauf hin, daß die benachbarte ägyptische Regierung zur Förderung des Frcmdenverkehrs Subventionen bis zu 10000 Pfund im Jahre ausgehe, während in Palästina der genannter! Gesellschaft eine Subvention von auch nur 500 Pfund verweigert wurde. ״The Ncnr East and fndia“ weist darauf hin, daß Palästina ein einzig, artiges, große landschaftliche und historische Reize bietendes Reiseland ist und daß ein Aufenthalt dort weniger kostet als ein Aufenthalt von einem Monat in einem europäischen Kurort. Wie jetzt gemeldet wird, hat die Regierung nunmehr eine Kommission zur Förderung des Fremdenver* kchrs ernannt, die unter detn Vorsitz von Hyarnson•, dem Leiter des Einwanderungs-Departments, steht. Der Kommission gehören Juden und Araber an. Waad Leami-Anleihe genehmigt Jerusal em, 25. Januar. (J.T, A.) High Commlssloner Sir Arthur Wauchope hat die Aufnahme einer Anleihe von 25000 Pfund durch den Waad Lcuml bewilligt. Die Anleihe Ist dazu bestimmt, die Auszahlung rückständiger Gehälter an die Lehrerschaft der hebräischen Schulen zu ermöglichen. Spinoza-Straße In Czernowitz wird nmbenannt Czcrnowitz, 28. Januar. (J.T.A.) Anläßlich des Spl• noza-Jubilämhs war eine Straße in Czernowitz nach Spinoza benannt worden. Gegen diesen Beschluß der Stadtverwaltung hatte vor einiger Zeit der Universitätsprofessor Dr. Alexi,11111 in einer Klage vor Gericht Einspruch erhoben lind die Aufhebung des Beschlusses verlangt, Das Gericht hat der Klage mit der Begründung sta 11g egeben, daß die beanstandete Straßcnbezdchnung geeignet sei, zu Störungen der öffentlichen Ordnung Anlaß zu geben, da gewisse Bcvöl-, kmmgskreise an der Benennung von Straßen nach ״Fremden" Anstoß nähmen. CW4 t Chiffre-Briefe können nur bi» «ech» Wochen nach Abdrude der Anzeige oufbewahr! werden. Zusendung eingehender Briefpost erfolgt nur nadi Vereinbarung gegen Zahlung einer Auilagen-Pausdiale von RM —,60 für Grob-Berlin, RM -,80 Inland, RM 1,50 Ausland. Nech Ablauf von sedisWochen werden die Briefe uneröffnet vernichtet. Bitte daher keine Original• Dokumente In Chiffre-Briefen *u versenden. A!ueläe!1'Verwalf1111ä der ״lliäiidien «anflsöiau״ in Bnci-Brak bei Tel-Awiw wird in Kürze eine Fabrik errichtet, welche die Herstellung von sechseckigem Drahtgeliecht und ähnlicher Drahtcrzeugnissc betreiben wird. Dieses Geflecht ist bisher für Bauzwecke (Rnbitzciraht) und Umziiuniingen, insbesondere für Hühnerfarmen, Bauzäune und Orangengärien eingefiilirt worden. Mit der Fabrik verbunden ist eine Verzhikimgsanlagc, in welcher das Geflecht am Stück verzinkt wird. Verbunden hiermit wird die Herstellung von Drahtstiften und Krampen. Die Wiener Handelskammer hat das Protektorat über die österreichische Industrie- und Handelsausstcliung auf der Levante-Messe in Tel-Awiw im Frühjahr 1934 übernommen. ' . , , Der Beirat des Jüdischen Nationalfonds und der Palcstine Economic Corporation hat weitere 21 Ansuchen um Zuteilung von Grundstücken in der Industriezone, des Qebietes an der Haifabucht (Emek Sebulun) bewilligt. Aus paliisllncnsisclicii Zeitungen Vom arabischen Schulwesen ,Gas von der palästinensischen Regierung wegen seiner heiligen Angriffe auf die Regierung und auf die Juden kürzlich suspendierte Jaffacr Tageblatt ״A Id sch am ia a 1׳ Islainia‘* veröffentlichte in einer seiner letzten Nummern einen Artikel, in welchem es Klage führt über die Zurüctalnmgmig der Kenntnls der islamischen Vergangenheit in den Schulen. Wenn pinn — schreibt .das Blatt — die Stellung, welche die europäische Geschichte in den Schulen einnimmt, vergleicht mit der Stellung, .welche der Kenntnis der islamischen und arahischcn Geschichte cingeriitimt wird, dann kommt man zu dem Resultat, daß die Bewertung eine ganz verkehrte ist. Schon die kleinen Kinder lernen aus der europäischen Geschichte und aus der Ocschichte der europäischen großen Männer zehn* mal so viel, als sie von der Geschichte ihrer eigenen Vorfahren erfahren, und diese Wertung setzt sich vielfach auch in der Geographie, in der sozialen und ökonomischen Ge* schichte, ja selbst In kleinen Anekdoten, welche den Kindern erzählt werden, fort. Die Lehrer seihst sind In dieser Weise gebildet Worden, und die Schüler sind nur die Kopien ihrer Lehrer. Die Lehrer blicken mit Ehrfurcht auf alles, was mit dem Westen ziisammenhängt. Wenn man sie aber fragt, warum sie nicht, ein viel größeres Gewicht darauf legen, den Kindern Einzelheiten aus der Geschichte Mohammeds und des Islam beizubrlngem dann sagen sie, das sei eine reaktionäre Forde« rung. Der Fortschritt sei über diese Dinge hinweggegangen, und man möge sie und die Kinder mit solchen Märchen ln Ruhe lassen. Wenn aber die englische Ocschichte sowohl im Geschichtsunterricht wie im englischen Sprachunterricht erzählt wird, dann wissen die Kinder Details aus der Eroberung Englands durch die Römer, lernen die Erzählung vom König Arthur und seiner Tafelrunde, von Richard Löwenherz usw. So werde das ganze Volk von einem ״Aussatz der Nachahmung“ frcmdcrVölker an gesteckt. Die Wahrheit ist — fährt das Blatt fort —, daß alle Völker des Ostens von diesem Aussatz angesteckt waren; aber es ist ihnen gelungen, sich hiervon zu befreien. Der Artikel führt als Bei• spiel die Türken und die Perser an, wo die Hintan- Setzung der eigenen Geschichte verschwunden ist. Ein. Volk, das sich selbst ehrt, werde nicht seine eigene Geschichte ln dieser Weise 711 riickdrängen lassen. Der Verfasser führt dann zahlreiche Beispiele aus der Geschichte der Begründung der Islamischen Religion an, um ihren pädagogischcn Wert aufzuweisen. * Gafuih-Psychologie und Palästina-Aufbau Im ״Doar Hajotn" unterzieht Mosche Smifanskf die Fehler, welche bei der Besiedlung Palästinas durch Uebertragunp der Galuth-Psychologie in das neue Land gemacht werden, einer scharfen Kritik. Wir sehen vor unseren Augen, wie der ökonomische Bau des Oahith-Jiidciiiums zusammen- Rricht, weil die Juden in großer Zahl unproduktive Berufe ergriffen haben. Der Zionismus hat gefordert, daß die ökonomische Schichtung des jüdischen Volkes in Palästina eine gesunde und normale werde. Statt dessen sehen wir, daß all diese Lehren in Palästina vergessen werden, ln den Straßen von Tel-Awiw, ja seihst in den Kolonien schießen die Reihen der Geschäfte wie Pilze empor. Wir müssen darum weinen, nicht nur, weil uns teure Illusionen, die wir gestern noch genährt hatten, zerrinnen, sondern auch weil das Schicksal des morgigen Tages uns unter solchen Umständen mit Bangen erfüllen muß. Sollen wir wieder ein Händlervolk werden? Wer wird denn die Produkte erzeugen, die in diesen Geschäften verkauft werden? Und wer wird sie kaufen? Müssen wir nicht fürchten, daß eines Tages diese Läden verödet sein werden, wie schon Tausende und Zehntausende jüdischer Läden fit anderen Ländern? Die Galuth-Psycliologie zeigt sieh aber auch auf anderen Gebieten. Wie in Litauen und Polen häufen wir auch in Palästina Gymnasien auf Gymnasien, aber niemand sorgt für gute Hnndwcrkerschulcn. Niemand sorgt für eine gute fachliche Ausbildung jüdischer Handwerker in dem wichtigsten Gewerbe des Landes, im Rauh andwerk. Wieviel Handwerkcrscliulcn zählt das offizielle Schulnetz der lcwlsh Agency? Wieviel Handwcrkerschulen haben unsere Städte und Gemeinden errichtet? £utch aridere Berufe brauchen dringend eine gute fachliche Heranbildung ihrer Lehrlinge. Das Chauffeur-Gewerbe wird im Lande immer wichtiger, aber niemand kümmert sich um eine Ausbildung, die dieses Namens würdig wäre. Ein Monat Praxis und schon hat man den Erlaubnisschein in der Tasche. Passiert nachher dem Chauffeur eine Panne, so weiß er sich nicht zu helfen. Und sucht man vollends etwa einen Chauffeur für seinen Traktor, so findet man kaum einen unter zehn, der mit der Maschine Bescheid wüßte. Und Tischler, Schmiede, Bauhandwerker, wie viele findet man, die auch nur eine einfache Zeichnung lesen können? Und wie viele Putzer ver* stehen ihr Handwerk? Etwas ist falsch im Aufbau unseres Erzichungssystems und in der Psychologie, mit der wir Palästina aufbauen wollen. Und doch Rängt das ganze Schicksal unseres Palfistina-Aüfbaus von unseren Erziehung«* methoden ab. Col. Wed gwood, der sich jetzt!11 Palästina befindet,hat, wie gemeldet wird, das Büro der Exekutive der Jewishf Agency besucht und sich dort insbesondere über die Tätigkeit für die Ansiedlungdeutscherjudcn in Palästina informieren lassen. Die Exekutive der Jewish Agency hat zu Ehren von Col. Wedgwood und seiner Gattin einen Empfangsabend veranstaltet, an dem auch der Chefsekrrtär der Regierung, Hüll, und der Finanzsekretär Johnson teiinahmen. KALENDARIUM 1934 - - 6. Woche 5694— tt. Woche Freilag X Februar 17. Schwat Semitag 5. . 18. י״־י . Sonntag 4. » 19. «9 Montag 5. » 20. m Dlenalag <• . 21. n Mlttwodi 7. 2X M Donnerstag 8. 25. f# Sabbat-A1u|an|1 Bailln 9», Breilau 9". frankfuil a M. »">. MOnthen 5”. J. S. ISOTl S. 2. 18941 8 1. IS7S1 ErCffnun( du ron Napoleon Unberufenen Jfld. lynticdrio■ In Parii Profeuor L. LenrandowiVy, Komponlii «ynafognler Muitk fMlofbai. ' Marita Baker In Wien geboren.