Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 4 (12.1.1934)
- Date
- 1934-01-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 4, 12.1.1934 rtin^, der junge Jude von heute kamt nicht im beruhigt bürgerlichen Menschen von gestern seine Vorbilder sehen» er muß die wahre Tragik der jüdischen Oahtth- Existenz, die ihn gestern vor diese Erfahrungen gestellt hat und Um morgen vor jene Erfahrungen stellen kann, voll durchleben, und wenn er ein echter jugendlicher Mensch mit innerer Wahrheit ist, dann wird er fühlen, daß all dies Stückwerk bleiben muß, solange nicht eine jüdische L c b e n s w i r k I i c 1! k e i t geschaffen wird, die für jeden Juden Maß und Richtung sein kann. Wir Zio nisten sind frei von Selbstzufriedenheit; wir wissen sehr wohl, daß bei vielen Zionisten, auch in zionistischen Jugendkreisen, der Zionismus zu äußerlich und mechanisch aufgefaßt wird; cs kommt auf eine wahre Erfülltheit mit .ebciuligcm Judentum und Menschentum an. Aberder Zionismus steht gewissermaßen dauernd in der Feuerprobe; während das neue Deutsch-Judentum in der Vor» suchung steht, sich mit papierenen Worten oder mit antiquarischen Gütern zufrieden zu geben. Es ist ein Verdienst der jetzigen historischen Sitation, daß die Uchung, den charaktervollen .Juden geringer zu bewerten als den Renegaten oder den pathetischen Gesinmingsschwätzer, aufgehört hat. Erst dies hat viele Juden zum Judentum gebracht und ihnen ihr Selbstge fühl wiedergegeben. Wir sagen heute zur deutschen Umwelt: nur dann können Menschen ihr Bestes hergeben lind unvcrkriippelt leben, wenn ihr Selbstgefühl nicht dauernd unterdrückt wird. Aber für uns ist not* wendig zu wissen: Wiedererlangtes Selbstgefühl ist nur eine erste Stufe. Die zweite Stufe ist Verantwortung. Ein Bekenntnis zur jüdischen Gemeinschaft, wie es jetzt gang und gäbe geworden ist, reicht nicht mehr aus; man wird in alle Probleme dieser Gemeinschaft hincingczogcn, und die Judenfrage als Weltprob lern zwingt zu einer umfassenderen Betrachtungsweise. Vollends unerträglich wird es, wenn ein positiv-jüdisches Programm sich mit einer negativen Haltung gegenüber Palästina verbindet. Wir sind überzeugt, daß diese Wahrheit sich auch an den deutschen Juden erfüllen wird. Denn die Ablehnung der liberal-assimilatorischen Haitung der früheren Generation nimmt auch in ihren eigenen Kreisen zu. Bei dieser geistigen Neuorientierung aber kann man, wenn man ehrlich ist, nicht auf halbem JVege stehen bleiben. /n //; ף׳. ft “4 "׳׳•4 y. C" V ך־.. kr*' 4 Vi''* V fl /?-ך ׳ IfT Zum Tode Leo Motzkins In der Zeitschrift ״Nation und Staat" (Verlag ßrniimtllfer, Wien), die für den Verband der deutschen Volks■ gruppen (Minderheiten) t’on Ferdinand von iJcxhüll heraus• gegeben wird, finden wir einen Nachruf auf Leo Molskin, der tim so bemerkenswerter ist, als er von dem deutschen Sekretär des Mindcrhciien-Kongrcsscs, Dr. Ammen de, stammt. Die enge Verbundenheit mit dem deutschen Volks• tumsgedanhen, der heute das ganze deutsche Volk im Reich und außerhalb des Reiches auf das tiefste brwegt, mit dem ftidischen Mindcrheitenproblcm gelangt in den Worten Am• mvndcs klar xum Ausdruck, Die ״Nntionalitiiicn-Prcsscschau“ Nr. 15 widmet dem verstorbencu Präsidenten des Komitees der jüdischen Delegation folgenden Nachruf: ״Von den langjährigen Mitgliedern der Exekutive des Nationalitätenkongresses ist als erster nach einem Lehen reich an Arbeit und Erfolgen im Kampfe um die Volkstumsrechte Leo Motzkin dahingegangen. Seit dem ersten Kongreß im Jahre 1025 hat er an allen Arbeiten und Geschehnissen der Nationalitätcnbcwcgung teilgenommcn. Er erfreute sich bei allen Mitgliedern des Kongresses und im besonderen Maße natürlich‘ bei den Mitgliedern des Kongrcllaiissclitisscs der allergrößten Achtung. Seine Handlungsweise wurde von ihm seit Jahrzehnten konsequent und geradlinig cingchaltcn- Wem! cs nach Motzkin gegangen wäre, sowürdedas J u d c 111 u m s i c h heute allcrwärts mit Stolz zum eigenen Volkstum bekennen und verzichten, darauf zu beharren, In den verschicdcnsteit Ländern einen Teil des Mdirheitsvolkes, so etwa in Deutschland, in Polen oder Oesterreich, zu bilden. Ja, man kann dieses Bekenntnis zum eigenen Volkstum geradezu als ein Vermächtnis Leo Motzkins an die Juden in allen Teilen der Weit bezeichnen. Es ist das ein Vermächtnis, das, wenn cs berücksichtigt würde, der großen Auseinandersetz.ung, die jetzt verschiedenen Ortes in der J u d c n f r a g c beginnt, von vornherein den g r ö ßt c n T e i I ihrer Schärfe nehme n w ü r d c. In der Tat, einem Judentum, das sich stolz zu seiner Eigenart und seinen jahrhundertealten Ueberlieferungen bekennt und das es ablehnt, unbedingt assimiliert zu werden, das heißt einen Teil der Volkstumsubstanz anderer Völker zu bilden, wäre cs unmöglich, auf die Dauer das Anrecht auf alle Freiheiten und Rechte eines jeden Volkstums abzusprechen. Wenn Leo Motzkin mit Rücksicht darauf, daß dem Ansuchen der jüdischen Gruppen nach einer Entschließung zur Frage der nationalen Dissimilieruug, die nicht nur einen generellen, sondern einen speziellen Charakter getragen hätte (dieses wäre nicht im Einklang mit den Statuten des Kongresses gewesen) nicht Reellmmg getragen werden konnte, auch am letzten Nationalitätenkon grell in Bern nicht teiluahm, so hat er doch bis in die letzten Tage seines Lebens mit den Mitgliedern des National!• tätenkongresses in einer engen Verbindung gestanden. Ja, trotz der Anwürfe gegen ihn seitens eines bestimmten Teiles der jüdischen Presse weigerte er sich, den Austritt der jüdischen Gruppen aus dem Nationalitätenkongreß endgültig vorzunchmen. Er beschränkte sich mir darauf, seine Funktion als Mitgllcd des Kongreßausschusscs nicderzulcgcn. Obwohl er das Vorgehen des letzten Nationaiitätenkongrcsses nicht billigte, gab er sich der Hoffnung bin, daß es gelingen würde, die So- Hdarität der Nationalitäten aus den europäischen Staaten aufrechtzuerlialten. Vorausgesetzt allerdings, daß alle Teile den ehrlichen Willen dazu besäßen. Mit vielen Mitgiiedern des Ausschusses und des Kongresses verband ihn eine aufrichtige Freundschaft und immer wieder konnte man allen seinen Worten und Handlungen entnehmen, in einem wie hohen Maße die Sache der Volkstumsrechte als solche — auch dann, wenn es sich nicht nur um daseigcneVolk handelte — ihn erfüllte und beseelte. Mitten im Kampk um diese Rechte verließ ihn die Kraft und das bereits seit Jahren zermürbte und geschwächte Herz hörte zu schlagen auf. Motzkin wird ehrlich von allen, die ihn kannten, vor allem auch seinen Kollegen im Nationalitätenkongreß, betrauert werden. Doch was am meisten für ihn, seinen Charaktcr und seine Leistungen spricht, ist der Umstand, daß er überhaupt keine Feinde besaß. Dr. Amt«ende.“ Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tcl-Awlw, Ende Dezember 1933. Der Rat der!,׳mdwirlscbattliclien Arbeiter tritt zusammen. Drei Tage und fast ebensoviel Nachte sitzt man dicht zusammciipcdräiigt in einem engen Raume und diskutiert die nktuellen Fragen der jüdischen Landwirtschaft. Ei geht all« In jgeschlosseiH’in Kreise vor sieh, nur die Mitglieder des Rates sind anwesend und Vertreter der einzelnen Orte. Es sind keine Propagamla-Versammlungeu, sondern Arhcitssitzungen. Fs ist noch Hiebt lange her - - ein Jahrzehnt und weniger — als eine solche Beratung landwirtschaftlicher Arbeiter eines der zentralen öffentlichen Ereignisse im Lande war. Auf einer sol* dien Beratung fand man nicht nur die Führer der Landarbeiter uml der Siedler, sondern ungefähr alles, was sich für öffeiltliehe Dinge, für den Fortschritt der Kolonisation interessierte. Mau kam aus den fernsten Gegenden und e» war ein große» Händeschütteln und Begrüßen, Fragen und Antwortet». Die Judenschaft des Landes war damals viel kleiner, die Menschen, die an verantwortlicher Stelle am Aufbau beteiligt waren, kannten sich genau, hatten meist an den verschiedensten Orten zusammm gearbeitet, gefiebert und sich Schritt für Schritt durch« gekämpft. In den Siedlern, in den Lohnarbeitern, in den Kolo* nie» lag damals der Schwerpunkt aller Palästina-Arbeit über- Haupt. Die Gemeinschaft der landwirtschaftlichen Arbeiter stellte im Gegensatz zu anderen Ländern das geistig bewegteste und stärkste Kontingent des Jisctiinv, Heute haben sich die Kräfteverhältnisse stark verschoben. Die aus öffentlichem jüdischem Kapital, aus den zionistischen Fonds geschaffenen Siedlungen sahen neben sich eine mannig* faltige Privatwirtschaft aufblühen, neben dem Dorfe behauptete die Stadt stärker und stärker ihre Rechte. Und auch im Kreise der Landwirte war eine starke Differenzierung eingetreten. Es begannen sich zwei große Gruppen voneinander abzusondern, die nur noch gemeinsame Grenzgebiete besaßen: die Siedler und die Lohnarbeiter. Zwar hatte cs diese beiden Kategorien immer gegeben, aber sie waren nicht streng voneinander gctrennt. Wer bereits die ersehnte Stufe der Aiisicdlung erreicht halte, schien mir einen Schritt weiter auf dem Wege aller zu sein. Denn es wurde gehofft und geglaubt, daß jeder neue Ein- Wanderer zwar zuerst seine Sporen als Lohnarbeiter in einer Kolonie sieh verdienen müsse, daß aber diese Arbeit nur ein Durchgangsstadium sei und zur Ansicdluiig führe. Daß sich viele, Tausende oder Zehntausende dazu würden verstehen müssen, ihr Leben als Lohnarbeiter in der Privatwirtschaft zu verbringen und niemals zu der Stufe de» Siedler» gelangen könnten, wurde nicht geglaubt. Unterdessen ging die Entwicklung andere Wege. Mit der Ebbe in den nationalen Kassen und der Hochflut ues privaten Kapitals mehrte sich da* Heer der landwirtschaftlichen Loht!. 1’■% arbritcr. ■'* In größeren Manen Jahr um Jahr zur Ansic<lh!n., I! zu bringen, wurde überaus schwierig. Freilich bildete sirh mit f l den besseren Erfahrungen und der festen Beschäftigung jn | J Plantagen eine neue Form der Kolonisation heraus! Arbeiter, י ין gruppen siedelten sich rund um größere Plantagcnkompiexe J 1 auf Nation;ilfondsbodcn an, ohne öffentliche Mittel ln nennens. *■! wertem Maße in Anspruch zu nehmen. Sie sparten von ihrem I * Lohne, arbeiteten in ihrer Freizeit in ihrer eigenen Wirtschaft jvf und erhielten so die Hoffnung, sich nach und nach von den r '1 Lohncinküntten unabhängig zu machen und auf eigenem Bode!, f j zu sitzen, Aber «auch diese Art der Aiisicdlung, die sehr viel j-"' Tüchtigkeit, eigene Initiative und Ausdauer verlangt, kann j> I t nur für einen Teil In Betracht kommen. Es bleibt immer eir!t mächtige Reserve von Menschen, die als Lohnarbeiter dauernd existieren müssen und diese Reserve wird Monat um Monat durch die Immigration vermehrt. Es war unausbleiblich, daß bei dieser Entwicklung zwe] Lager mit verschiedenen Interessen entstanden: die Siedler und die Arbeiter in den Kolonien. Der Trennungsstrich, der zwischen ihnen hindurchläuft, ist schon heute ganz klar ersieht, lieh. Und die landwirtschaftliche Organisation umfaßt in der Tat zwei entsprechend getrennte Abteilungen. Die alteren Sicillwn. gen schließen stell natürlicherweise etwas in sich ab. Die Wirf, schalt verlangt Ihre ganze Aufmerksamkeit und ihre Kräfte. Bit neueren Siedlungen haben noch eine stärkere Verbindung mit allgemeinen Fragen, aber je mehr sie sich basieren, je mehr sie *ich entwickeln, desto stärker absorbiert sich auch das Interoie ihrer Mitglieder im Aufbau ihrer Wirtschaft. Auf der anderen Seite stehen die Lohnarbeiter vor ihre» eigenen Sorgen und Aufgaben. Hier sind cs echte Gewerk, schaftsfragen, die im Mittelpunkt stehen: Lohnfragen, Organialcrung; ein besonderes und meist sehr schwierige» Kapitel bildet die Eingliederung neuer Einwanderer. Viele der jetzt Kommenden wissen überhaupt nichts von Palästina, sind weder 1 auf die Forderungen der Arbeit noch des Gemeinschaftsleben! vorbereitet. Für die landwirtschaftlichen Arbeiter bringt di« Einwanderung oder richtiger gesagt, die mit ihr verbunden« Konjunktur noch ein besonderes Problem: ihre Reihen lichten »Ich durch eine starke Abwanderung, sowohl in die Stadt wie auch in handwerkliche Berufe innerhalb der Siedlungen. Beider Knappheit im Baugewerbe sind die Löhne hier stark gestiegen lind der Arbeiter zieht dem höheren Lohne nach, geht aus den Plantagen zum Häuserbau in den Siedlungen, aus den Sied• hingen in die Städte. Man berät in der Versammlung übet Mittel gegen diese Flucht, die eine Knappheit an Landarbeitern schafft, so daß die Arbeitsämter nicht die Forderungen der Pflanzer befriedigen können. Zu einer vollen Lösung gelangt man nicht, denn ein Kampf gegen solche Kräfte der Ökono« mischen Situation ist fast aussichtslos. Mieiersdiuizgeseiz in Tel-׳Awiw Die Lage auf dem palästinensischen Wohnungsmarkt ist bekannt. Die Wohnungen sind infolge der verstärkten Einwanderung der letzten Monate, besonder» ln Tel-Awiw lind Haifa, knapp und die Preise hoch. Die Folgen dieser Situation sind klar. Die Ncucinwandcrer werden ausgenutzt, ihre Einordnung erschwert oder gar unmöglich gemacht. Diese Wolmungsmarktlnge hat nun zwar eine starke Bau- Bewegung mit sich gebracht. So wurden z. B. allein in Tel-Awiw im Monat September 1933 für 1318 Zimmer und 37 Läden, im Oktober für 2298 Zimmer und 20 Laden und im November für 2631 Zimmer lind 57 Läden Baugenchmigungen beantragt. Diese Baubewegung hilft aber nicht dem augenblicklichen Mangel an Wohnungen ab, sondern bleitu hinter der gegenwärtigen Nachfrage erheblich zurück. Infolgedessen ist hierdurch der Wohnungsmarkt nicht ent* scheidend entlastet worden. Ebenso haben moralische Mittel, die Mietpreise in angemessenen Grenzen zu halten, z. B. ein Appell von Dlzengoff an die Ocffcntllchkcit, versagt. Die beteiligten Kreise ln Tct-Awlw sind »Ich daher darüber klar geworden, daß eine sofort wirkende Erlcichtcrung auf dem Wohnungsmarkt nur durch ein Wohnungsgesetz geschaffen weiden kann. Die Stadt Tel-Awiw hatte zwar aut Grund eines Ocsetzc» vom April 1933 die Mög* lichkcit, in gewissen Grenzen Höchstpreise für Wohnungen fcstzusctzcn. Sie hat jedoch seinerzeit von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht, da sic die erheblichen Bedenken gegen ein derartiges Gesetz, nicht überwinden konnte. Jetzt hat sie sicli zur Durchführung eines derartigen Gesetze» entschlossen. In einer ihrer letzten Sitzungen hat sie nach längeren Beratungen den Entwurf eines M1cterschutzgc»ctzes angenommen, dem folgende Prinzipien zugrunde liegen: Sämtliche lnutcmtcn Mietverträge sollen bis *um 30. Juni 1835 verlängert werden.!•V'.Urizung von llüelntmieten für alle neuen Wohnungen und in gewissen Grenzen auch fitr alte Wohnungen! I’rcUhcgrctuimg im Fidle der Untcrvermiotung. Ferner «ollen alle Mietssircitigkriteii der Zuständigkeit der allgemeinen Gerichte ent• zogen und einem besonderen Mictgciicht übertragen werden. Der Gesetzentwurf ist bereits der Regierung zur Bestatigung übermittelt worden. Vermutlich wird die Regierung der Verlängerung der Verträge und der Begrenzung der Mieten zustimmen: insoweit hat sie Bereits früher Ihr prlnzlpicllcs Einverständnis gegeben. Zweifelhaft ist dagegen die Haltung der Regierung hinsichtlich der Aendcrung der Zuständigkeit. Leider wird das Gesetz überhaupt etwas verspätet kotnmen; es hätte viel Schaden vermieden werden können, wenn cs bereits vor einem, oder wenigstens vor einem halben Jahr in Kraft getreten wäre. Man ist sich darüber klar, daß ein derartiges Mieter- Schutzgesetz kein sehr ideales Mittel zur Normalisierung des Wirtschaftslebens ist. Es wird vor allem eine ungünstige Beeinflussung der Baubewegung befürchtet. Das muß und kirnt aber verhindert werden. Die Bnubcwcgung ist letzten Endes das einzige Mittel, um ein normales Verhältnis zwischen Angebot mul Nachfrage herbeizuführen, die überhöhten Mieten wieder angemessen zu gestalten und das Gesetz möglichst bald wieder überflüssig zu machen. Die Mieten sind nur nach dem Mieterschutzgesetz 80 hoch zu halten, daß sich das Bauen noch lohnt, in diesem Sinne hat Dizcngoff am Schlüsse der Beratungen zu dem Gesetz, erklärt, daß bei der Preisfestsetzung auf jeden Fall eine Verzinsung von 8 bis 10 »/o des investierten Kapitales gesichert werden soll Advokat Dr. Zysmänn, Tel-Awiw. , Jerusalem, 5. Januar .(J.T, A.) Das Berufungsgericht nat einstimmig die im Oktob« über die des Mordes «n dem jüdischen Kolonisten Josef Jakoby und seinem neunjährigen hohn überführten Araber Aciimcd Galiani und Mustafa Ali Achmed verhängte Todesstrafe bestätigt. Die geplanten arabischen Demonstrationen Jerusalem, 9. Januar, fj.T. A.) Die palästinensisch« arabische Exekutive hat eine Sitzung abgehalten, nach der, eine Proklamation veröffentlicht wurde, die Anweisungen; für die Durchführung der Kundgebung am; 16. Januar enthält. Der Demonstrationszug soll vom Gebiet! der Omar-Moschee ausgehen und sich bis zum Zion-Tor j bewegen, wo eine Protestresolution verlesen und Reden ge«! halten werden sollen. Die Kundgebung soll auf die Altstadt beschränkt bleiben. Dem Distriktskommissar für Jerusalem Campbell wurde der Demonsirationsplan mitgetcilt, die Stadt« und Dörfer in der Provinz sind telephonisch aufgefordert worden, gleichartige Kundgebungen zu veranstalten. I , t Die Ariosorott •־Morduntersuchung j Jerusalem, 9. Januar. (J.T. A.) Bei der Fortsetzung der Verhandlungen in der Ariosoroff-Morduntcrsuchung kam es fm Anschluß an die Vernehmung des Ingenieurs Andrew Guth zu einen! Zusammenstoß ־/wischen öffentlichem An• Wäger und Verteidigung. Ing. Guth hatte ausgesagt, er habe an dem Mordabend um 10 Uhr abends in der JarkonstraBe in Tel-Awiw einen Besuch gemacht und seinen Wagen vor dem Hause stehen lassen. Um »TU Uhr hörte er Hupen; slgnale. Ein Mann, der vor dem Hause stand, erklärte, es sei jemand angeschossen worden und müsse ins Krankenhatn geschafft werden. Auf seine Frage wurde dem Ingenieur, «sagt: ״Ich wurde angeschossen. Einzelheiten werde ich im, rankenhuuse mittcilcn.'• An diesem Punkt des Zeugenbe• richte» begann der öffentliche Ankläger, Kommissar Shitreet, ein Kreuzverhör. Er forderte den Zeugen aut, nochmals genv. die Worte zu wiederholen, die Dr. Arlosoroff gesprochen habe, Richter Bodiily fragte, warum der Staatsanwalt sich diese Angabe) habe wiederholen lassen. Kommissar Shitreet: antwortete: Sie ist wichtig, weil die Verteidigung versucht, gegen Frau Arlosoroff die Beschuldigung zu erheben, sic habe ihren Qattcn selbst erschossen. Diese Behauptung Shitreets wurde von R.-A. Fiorace Samuel zurückgewiesen. Samuel erklärte, er habe niemals derartiges b<• hauptet. Aber die Tatsache, erwiderte der öffentliche Ankläger, daß Sie die Vorlage von Dr. Arlasoroffs Revolver verlangt haben, deutet darauf hin, daß Sie gegen Frau Dr. Arlosoroff eine Beschuldigung erheben wollen. Richter Bodiily erklärte: Da eine solche Behauptung nicht in meiner Gegen• wart aufgestcllt wurde, lasse ich die weitere Befragung nicht zu. Konstituierung des polnischen Pro Palästina-Komitees Warschau, 7. Januar. (J.T.A.) Das Hauptziel de! Anwesenheit des Präsidenten der Jcwish Agency Nahum Sokolow in Polen, war die Schaffung eines polnischen Pr» Palästina-Komitees, dem die führenden Persönlichkeiten i" Diplomatie, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft Polens an• gehören sollen. Nachdem die Vorarbeiten beendet waren, fand am 8. Januar im Sitzungssaal des polnischen Senats d»£ Gründungsvcrsammlung des Pro Palästina-Komitees statt, djc vom SenatsprÜsldenten Raczkiewicz geleitet wurde und »n der Sokolow ein ExpoSd über das Jüdische Nationalheim Palästina hielt. Zu der am 8. Januar im Sitzungssaal des polnischen Senats abgchaltencn konstituierenden Sitzung hatten »ich zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten der pol• mschen Republik eingefunden. Den Vorsitz führte Fürs‘ Zdzislav Lubomirski. Außer ihm hatten am Pf**׳•; diumstlsch der ehemalige Außenminister Graf August Zaleskl, General Orlicz und Dr. Nahum Sokolow Platz genommen•; Nach mehreren Ansprachen erfolgte die Konstituierung dt* Komitees. Zu seinem Präsidenten wurde Fürst Lubomirski gewählt. f 1 f t r l s l I r t y l 6 w־ V % » ט K 1 h h d a f d F e \ z d k 8 r. v s 8 8 S V d R st in li k. G 8i fr St VI ht <5U g« »ft sei Kl ZI fl« wl m »« w d« A Di r% B. B n nt G ei P d K s< d w S st b st tl 1t w St z־ s«