Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 1-2 (5.1.1934)
- Date
- 1934-01-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JODISCHE RUNDSCHAU Nr t/2. 5, I. 1934 Fulircrlogcr der „V/erklcutc" Vom 24, Dezember 1933 bis 1, Januar 1031 veranstalteten die „W e r k I e n te", Bund judischer Jnpcnd, in Berlin ein Lager der Führerschaft des Hundes, an dem etwa HK) Chaweiiin teititaliiiien. Es war das erste Treffen der üesnmtfuhrerseliaft des Hundes nach »einer Eiilscheiduiii: zum Zionismus, Im Mittelpunkt des Laders stand eine Rede von Hermann Gerson über die jüdische Stellung des linnd:s. Sic reifte »einen Weg von der Auseinamleisct/unR mit dem Lihcralismui zu einem jüdischen Nationalismus und nilrt/t 711111 Zio nismiis, dem es über die l.östmp der gesellschaftlichen Fragen hinaus vor allem um die geistige P.rlulltincr des jüdischen l.ebeiis geht, wie sie auf dem vom Hund seit Jahren l>ef*aiurencii Wepr des Leinens gefunden wird. Diese ^tdiuncr wurde von der Seite der objektiven Rr-ellsehafilicli-judischeii (ie^ebenheiten und Notwcmliirkciten und von der der Sinngebung und (jestaltnnr; des laiueilebens her begründet. hin/eine (irbiete der zionistischen Arbeit und ihrer Probleniatik behandelten Ri'ernte von Kurt Hlumenfcld, Euro Sereni und Marduk Scbattner. Kurt Hlumenfcld sprach über Probleme der Zionistischen Organisation. Es war für den Bund von besonderer Bedetitinu:, auf diese Weise mit Kurt R I ii m e n f e I d Verbindun;: zu gewinnen und von ihm in diese seinen Menschen bisher ferner liegende Problematik eingeführt ui werden. Das Referat von f.n/o Sereni hatte die Arnberfra,;e /um (leiyenstand, an die Sereni von neuen <iesiehtspiinkten'aus heran^in^. Die nnschliWiemle Diskussion rollte vor allem die Problematik der jüdisch-englischen llc/iclniü^cu auf. Marduk Sc h a 11 n c r sprach uber die Kibbu?.bcwcKung und ging dabei vor allem auf ihre Geschichte, die Problematik der wirtschaftlichen Gestaltung und die Unterschiede der einzelnen Kibhuziin ein. Wie bei allen Treffen des Bundes fanden auch auf diesem Lager täglich H i b e I k u r s e statt. Nirgends zeigte sich deutlicher als bei diesen Kursen, daß die Erkenntnis von der Notwendigkeit des jüdischen 1 rriieus im ganzen Hund in die Wirklichkeit umgesetzt wird, binen Abschnitt aus der jüdischen Geschichte behandelte ein Heferat über den Chassidismus. Unterhaltungen uber pädagogische Fragen zeigten eine Menge von Problemen imf, von denen hier nur eines angedeutet sei: Immer war für die Menschen des Bundes eine streng geformte menschliche Haltung bestimmend, die sie aus der deutschen Jugendbewegung übernahmen. Auch nach dem Verlassen der deutschjudisclicii Richtung, soll dieses Moment in die Erziehung einbezogen bleiben. Fusion I. P. D. — Makkabl Hazair Der Jüdische Pfad finderb und Deutschlands — LP. D. — und der M a k k a b i Hazair haben ant einem gemeinsamen l'ührcrlager in (Isenburg den Zusammenschluß beider Hunde beschlossen. Damit ist ein neuer großer zionistischer Jugendbund mit über 3000 Mitgliedern in 72 Ortsgruppen geschaffen. Der neue Hund I. P. D. „Makkabi liazair" (Mnkkabi Hazair, Brith Hazofim) erstrebt auf der Grundlage der Zofiut die Erfassung der jüdischen Jugend in Deutschland, Wesentlicher Ausdruck seiner Haltung ist Chaluziut. Durch die Verbindung mit dem Deutschen Makkabikreis wird dem Sport in der Erziehungsarbeit des Bunde« der gebührende Platz eingeräumt. Die Bildung des neuen Bundes innerhalb des Deutschen Makkabikreiscs, die in der Linie der Zusammenfassung zionistischer Kräfte auf allen Gebieten der Arbeit liegt, wird die zionistische Jugendarbeit in Deutschland einen starken Antrieb erhalten. l>rlctka:»!ea der Hcilaiillon Dr. Silberstein, Dflnj-Ijf. Zu Ihrer Anfrage, betreffend Siegfried Arno, werden wir au» Leserkreisen darauf aufmerksam gemacht, dal) die in verschiedenen Zeitungen veröffentlichte Mitteilung über den Tod von Siegfried Arno nicht den Tatsachen entspricht. Wir können das bestätigen, da wir von Siegfried Arno aus dem Hang einen Brief erhielten, da II er lebt und gesund ist. Nach einem bekannten Wort werden Totgesagte besonders alt. E. Alexander, Peine. In der Beschreibung des Bilde» in der letzten Nummer der „Jüdischen Rundschau" hat Bich, wie Sie richtig bemerken, leitler ein Fehler eingeschlichen. Es soll statt „Mistgabe!" ric'!ig heißen: „Heugabel", Dr. Auerbach. Köln, Wir danken Ihnen für Ihren Hinweis, daß unter Kvrus nicht Esrn, sondern Serubabcl nach Palästina zunickgcWbrt ist, Esra und Nehemia sind erst hundert Jahre spater unter Artaxcrm nachgefolgt, Den Anstoß 7Ii dieser neuen historischen Epoche, di endgültig von Esra geformt wurde, gab jedoch der Akt dei König» Kyrus. Nächste Abfahrten nach Palästina (mitgeteilt vom Palcsiine & Orient Lloyd, Berlin NW 7, Fricdriclistr. 100). Polonia 10. 1. ab Konstanza Italm 10. 1. ab Tiiest Patria 12. 1. ab Marseille Carnaro 17. 1. ab Triest Tcvere 18, 1. ab Genua Mariette Pädia 10. 1. ab Marseille Polonia 2t. 1. ab K'onstan/a Italia 21. 1. ab Triest Sphinx 26. 1. ah Marseiile Martha Washington 31. 1. ab Triest Vicntia 1. 2. ab Genua Patria 2. 2. ab Marseille Polonia 7. 2. »b Konstant« Mariette Facha 7. 2. ab Marseille Aquitania 12. 2. ab Nizza. Informatlons-Relsc. An die Z. V. f. D. ist mehrfach die Anregung ergangen, eine lnformations-Rci.se nach Palästina zu veranstalten, an der insbesondere Rabbiner, Lehrer, Leiter von Jugendorganisationen usw. teilnehmen sollten. Diese Reise soll den in Deutschland als Erzieher tätigen jüdischen Menschen eine unmittelbare Kenntnis des Landes verschaffen und ihnen insbesondere ermöglichen, die dortigen kulturellen und pädagogischen Verhältnisse unter sachverständiger Führung zu studieren, Um eine solche Reise möglichst billig zu gestalten, müßte sie in einfacher Form durchgeführt werden und nur etwa 4 -5 Wochen dauern. Die Kosten würde» alsdann zwischen 500 und 700 RM. liegen. Um einen ersten Ucberblick zu gewinnen, wieviel Teilnehmer für eine solche Reise in Frage kommen, bitten wir um unverbindliche Nachricht unter Angahe de* erwünschten Reisetermini an da» Palästina-Amt, Meinekestr. 10. In den Weihnachtstagen wurde in Lehnitz bei Berlin ein „Bund deutsch-jüdischer Jugend" gegründet, der eine Zusammenfassung der assimilatorischen jüdischen Jugendgruppen darstellt. Zum Führer de» Bunde» wurde Martin Sobotker bestimmt. An der Tagung nahmen, wie berichtet wird, auch der Vertreter de» C.V., Dr. Alfred Hirschberg, und der Vertreter dea R.J.F., Dr. Ludwig Freund, teil. Festspiel in Tcl-Awiw Am 21. 12. fand in Tcl-Awiw die Premiere eines Fe<4ftpnij von Avigdor Ifaineiri und Alfied Wolf glatt, die die I listadrtitli llaowdim aitl.illiicli ihres Hj.ihrigen Jut,i|.mm, veranstaltet hatte. Die Aufnahme im Publikum war uhcrav, nositiv und gipfelte am Schlüsse in einer Ovation für den Regisseur AKted Wolf. Auch sämtliche anderen Mitwirken, den, Arnusohn, 1 lameiri und vor allem die Schauspiel,, sowie die im Mittelpunkt der Aufführung stehende T.in/enn 1 Aurali Heitonoff, wurden bejubelt, nicht zu vergessen (jrr Film-Fachmann Walter (Jiristeller, der viel /um Gelingen des Abends beigetragen hatte. In sämtlichen Reden auf dtrn anschließenden Bankett kam /tun Ausdruck, daß zum erstenmal in der Theatergr<.cliichte des Landes der Weg zu einer eigenen Kunst gefunden worden sei. Korb ein Novum »t bei dieser Fest-Inszenierung zu verzeichnen: Zum ersten Male gelang es ehicm Regisseur, Schauspieler verschiedener Theaterverbande Palästinas zu einer Arbeit zu vereinen und sie noch durch neue Darsteiler, wie Josef Schapir» und den Rezitator Manfred (ieis, zu erganzen. Herta Tnrkanow sky hl PalüMlna. Die Berliner jüdische Pianistin Herta Tork a nowsky ist nach Pakistan übersiedelt. Ihr erstes Konzert in Frez Israel, das sie »m 3. Dezember in Haifa gab, war ein großer Frfolg. Demnächst wird sie auch in Tcl-Awiw und Jerusalem mehrere Konzert, abende veranstalten. Pcglscbah des I Iclialu/. In Leipzig. Am 17. 12. fand Li Leipzig eine Pegisehah der sächsischen und thüringische« Gruppen des Ilcclnlu? statt. Vertreten waren die Snifirn Leipzig, Göthen, Chemnitz, Zwickau, Erfurt, Magdeburg Gera und der Merkas I lerhalu/. Der Vormittag war einzelnen Arbeitsberichten gewidmet. Um die kleinen Snifim?u unterstützen, wurde beschlossen, daß alle Gruppen mit Ltip. zig in engen Kontakt treten und die Harlwbarah-Arbeit gemeinsam für Sachsen und Thüringen durchfuhren sollen. Am Nachmittag wurden technische Hacbsrharah-Fragen erörtert. Danach begann eine eingehende Diskussion der Methoden und Mittel der Tarbuth-Arbcit. Die Pegisehah regte an, die Zusammenarbeit mit den Zionistischen Ortsgruppen zu intern), vieren und die KKL-Arbeit noch stärker in unsere T;<:>g. keit einzubeziehen. Am Abend sprach E. Liebenstein über die Grundlagen der Chaluzarbcit. Das Deutsch-hebräische Wör'crbuch von Laser-Torczyner, das lange Zeit vergriffen war, ist, wie uns mitgeteilt wird, jetzt wieder lieferbar (Verlag Benjamin Harr, Berlin). Es ist ein unentbehrliches Hilfsmittel nicht nur k: jeden, der hebräisch lernt, sondern auch für solche, f t sich in der Uebcrsetzttng aus dem Deutschen ins Hebräische üben wollen. Auch bei schwierigeren und modernen Texten genügt dieses Worterbuch allen Anforderungen. Dr. To». czyner ist bekanntlich aus Berlin nach Jerusalem auf dm Acbad Haam-Lchrsttih! für hebräische Sprache berufen worden, Berichtigung. In dem Aufsatz „Der palästinensische Außenhandel" von Dr. Alfred Marcus in Nr. 102 vom 22. Dt. zember ist in der ersten Tabelle ein Druckfehler unterlauten. Die Biereinfuhr bezieht sich nicht auf Hektolittr, sondern auf Liter. Im zweiten „J il d I s c h - e n g i i s c h e n Re liebrief" („J. R." Nr. 103/4, Jahrgang 1933) ist ein Druckfehler stehengeblieben, auf den uns der Verfasser aufmerksam macht. Es muß im Absatz 2, Zeile 3 bei der Erwähnung der Vertreibung der Juden aus England statt Richard I. richtig heißen: Edward I. 0« Die r-y r—n r~" i fc~--*Ji tU.<*Jil;i in Titi^mil C"^ (T^ 77 TJ r\ *T\ ¥ tisc*^ ^""-YafriJa it. m tLi .Si ^m^ss* ist die große, zweimal wöchentlich erscheinende jüdische Zeitung Deutschlands, die über alle Gebiete des jüdischen Lebens informiert. Sie will dem deutschen Juden, der in eine für ihn ganz neue Lage geraten ist, helfen, seine Sorgen zu tragen und seine geistige Orientierung inmitten der Wirrnisse des Alltags zu finden. Die „Jüdische Rundschau" kämpft für die Erringung einer würdigen Rechtsstellung der Juden in Deutschland, für die Freiheit ihrer wirtschaftlichen Betätigung, für Berufsumschichtung und kulturellen Aufbau des deutschen Judentums. Sie unterrichtet ausführlich über alle Möglichkeiten und Vorbedingungen der Auswanderung und insbesondere über die mit Palästina und dem jüdischen Nationalheim zusammenhängenden Fragen. Sie ist das Organ der zionistischen Bewegung Deutschlands. Die „Jüdische Rundschau" bringt als ständige Beilagen mit allen für den Leser unentbehrlichen Ankündigungen BERLINER RUNDSCHAU / JÜDISCHES LEBEN IM REICH SPORT-RUNDSCHAU / HEBRÄIS CHER F E R N - U N T E R R I CHT In zwangloser Folge erscheinen außerdem u. a. die nachstehenden Beilagen: Palästina-BilderbeUage Palästina-Wirtschaft Von jüdischer Kunst Gemeinde - Rundschan Jugend-Rundscham Literatur-Rundschau Von jüdischer Musik Die jüdische Schule Kinder •Rundschau Demnächst wird in der „Jüdischen Rundschau" mit derVeröffentlichung belletristischer Literatur (Romane u. Erzählungen) begonnen, wobei denUcbersetzungen aus der modernen hebräischen Literatur ein besonderer Platz eingeräumt werden soll. DIE „JÜDISCHE RUNDSCHAU" DARF IN KEINEM JÜDISCHEN HAUSE FEHLEN Familien-Anzeigen, Stellengesuche und -Angebote, Geschäfts-Anzeigen und sonstige an die jüdische Öffentlichkeit gerichtete Mitteilungen finden die weiteste Verbreitung und größte Beachtung. 11 - ■" - 1 Hlir iblitiai il , An den Verlag „Jüdischo Rundschau", Berlin W t5 Ich bestelle hierdurch zur laufenden Lieferung ab 1. Januar 1934 die „Jüdische Rundichau" zum Preist von RM 2,- pro Monat / RM 5,75 pro Quartal (Nichtgewünschtes ist durchgestrichen) Name und Vorname: Ort u. Bcitellpostamt: StriBc und Nummeri