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Jüdische Rundschau · 1932-12-30 · Heft 103-104 (30.12.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 103-104 (30.12.1932)
Date
1932-12-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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/?'<*** 4 %>:: D/e Wirtschaffskonfunktur in Palästina Ehtzchmmmcr 0,2* Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedenDienstagu.Freitag.liezuggpreisbei der Expedition monatlich 2,— Goldrnark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Aaalandsaboimmnant* werden io d«r Wlhmo* dir •tawlnen Lind« berechnet. Anzeigenprdis: 8 Nonpareiüezeil* 0,50 G.-ML Stellengesuch© 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag und Anzeigen -Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m. b. H-, Berlin W15, Meinekeatr.10. Telefon: J 1 Bismarck 7165-70. An2eigensdhlt3&: Dienstag and Freitag aachmittig;• 4Uhr Po.teeheck - Konten s Berlin 17392. B»*ei V 9355, 68032, Brüssel 39433, BudUput 59693, D*nri* 1973, Hu« 1404», Pr■* 59410. Ri** 4155. Strsefcbur* 16430, Warechea 190708, Wien 1560» Bank.Konten: Dresdener Bank, Depositen - Kaeee Berlin, KurftiretetKlainm 82; Ruminisch• Kredit benk, Cemeuti <Ru«nitai«m); Anglo Ca in Haifa. Terttaalem, Tel .Aviv. Nummer 103/104 1 Berlin, 30. XII. 1932 RedaktionsschluS Sonntag und Mittwoch nachmittag. א׳ טבת תרצ״ג | xxxvn. Jahr*. Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk dlo Schaffung elnar dffbntllch. rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Proorantm.** Ber Sir eil um Prolessof csirn Politik des Neinsagens? Die Reformgeseize in Palisiina (Von unserem palästinensischen Korrespondenten.) Ein Fall von gestern, heute und morgen Die letzten Ereignisse an der Breslauer Universität konnten nur denjenigen überraschen, der das Scheingefecht des akademischen Senats gegen die radau-antisemitischen Studenten zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung und zum Schutze der Lehrfreiheit des jungen jüdischen Professors Cohn für einen echten Kampf im Dienste der Gleichberechtigung und Lehrfreiheit gehalten hatte. Wer die Entwicklung der Verhältnisse im öffentlichen Leben Deutschlands und an den deutsehen Universitäten in den letzten Jahren verfolgt hat, mußte sich sagen, daß der akademische Senat der Universität Breslau sich nur widerwillig auf Seiten des von den nationalsozialistisehen Studenten angegriffenen jüdischen Professors stellte. Man erinnere sich an die Vorfälle in Verbindung mit Prof. Theodor Lessing in Hannover und an die Skandale an der Heidelberger Universität, deren Gegenstand Prof. (i u mb e I gewesen ist. In beiden Fallen versuchte man sich auf jüdischer Seite ein- Zureden, daß die Professoren Lessing und Gumbel nicht so sehr wegen ihres Judentums, sondern wegen ihrer politischen Haltung angegriffen worden wären. Man verkannte wohl nicht, daß die Heftigkeit der gegen Lessing und Gumbel gerichteten Angriffe ihre besondere Schärfe dadurch erhielt, weil beide Juden sind, versuchte sich jedoch zu täuschen, indem man annahm, nicht die Zugehörigkeit zürn Judentum beider Herren, sondern deren politische Betätigung wäre das auslösende Moment für die Krawalle und Skandale der antisemitischen studierenden Jugend gewesen, fn Wahrheit aber liegen die Dinge in Deutschland seit langem so, daß bei allen Fragen, die bezug auf Juden haben, nicht sb sehr der Inhalt der zum Angriff und zum'Kampfe gegen die jüdischen Menschen erhobenen Vorwürfe als das Judentum der Angegriffenen eine Rolle spielt. Daß die Dinge so liegen, beweist, sozusagen in Reinkultur, .der ■Streit um Professor Cffcft,ft. ' den Fällen Lessing und Gumbel darum gehandelt hat, daß die Bestallung beider Herren nicht ohne Einwirkung der vorgesetzten Behörden vor sich gegangen ist und daß beide durch I Schriften eine ausgesprochene Stellungnahme zu Fragen der Tagespolitik genommen hatten, war das Problem Prof. Cohn - Breslauer Universität ganz anders gelagert. Prof. Cohn wurde primo loco von der juristischen Fakultät der Breslauer Universität als Professor vorgeschlagen. Cohn ist nur Gelehrter, dessen wissenschaftliche Bedeutung schon in seiner Studentenzeit erkannt, in Frankfurt, wo er als Dozent wirkte, hochgeschätzt und durch das einstimmige Votum der juristischen Fakultät der Universität Breslau bestätigt wurde. Prof. Cohn ist politisch neutral. Seine menschliche und fachliche Eignung wird von keiner ernsten wissenschaftlichen Seite in Frage gestellt. Seine einzigen Fehler in den Augen der Gegner sind seine Abstammung und sein Name. Der Kampf gegen ihn wurde also nur wegen seines Judentums aufgenomracn, und niemand konnte sich einreden, daß irgendein anderer Grund für die antisemitischen Studenten in Breslau bei ihrem skandalösen Verhalten gegen Prof. Cohn maßgebend gewesen ist als der, daß Prof, Cohn Cohn heißt und Jude ist. Diese Sachlage versetzte zunächst den Lehrkörper der Breslauer Universität und die staatlichen Behörden in eine eindeutige Situation. Sie hatten die Wahl, gegen Cohn Stellung zu nehmen und offiziell zuzugeben, daß sie das Prinzip der Verdrängung jüdischer Lehrer gutheißen, d, h. daß sie sich grundsätzlich zum Antisemitismus bekennen, oder sie mußten den geltenden Grundsätzen der Gleichberechtigung aller Staatsbürger und der Lehrfreiheit an den Hochschulen zu ihrem Recht verhelfen. 111 dieser Zwangslage stellten sich die Behörden grundsätzlich und bewußt, Rektor und akademischer Senat äußerlich korrekt, innerlich aber mit gemischten Gefühlen, auf Seiten Prof. Cohns. Es ist bekannt, daß der Oberpräsident von Breslau, ein deutschnationaler Graf, das preußische Unterrichts- Abreise von Chalozim Das Palästina-Amt teilt mit: Die erste Gruppe von deutsehen Chaluzim wird am 2. Januar, abends, von Berlin wegfahren. Im ganzen reisen mit dieser Gruppe aus Deutschland zusammen mit den Chaluzim aus der Prpvinz ungefähr 35 Chaluzim und Chaluzoth, von denen ein Teil dem Hechaluz, ein anderer Teil dem Brith Chaluzim Datiim angehört. Am 9. Januar fährt durch Berlin die erste Gruppe der litauischen Chaluzim von über SO Chawerim und Chaweroth. Die zfveite geschlossene Gruppe deutscher Chaluzim, wird am 1. Februar abreisen. . # Silzuntj des zionistischen Parteirats In Polen Im Verlaut einer dreistündigen politischen Rede vor dem zäonistischen Parteirat für Polen, der am 26. dieses Monats in Warschau tagte, kam J. Grünbau rn auch aut die Frage der Rückkehr Weidmanns zur Führung in der zionistischen Bewegung zu sprechen. Die Revisionisten, sagte er, die auf keinerlei positive Taten hinweisen können um! die in der Verbreitung von Panikstimmung ihren Vorteil sehen, malen uns ein Schreckbild der Rückkehr Weizmanns iniu der kommenden Vorherrschaft des linken Flügels. Man schreckt uns mit dem Gespenst: ״Sozialisten über dir, Israel!“ Meine Beziehung zu Weizmann hat sich nicht geändert, ich rninisterium und auch die Reichsregierung den ernsten Willen bekundeten, im Interesse der geltenden Verfassung, und weil es sich um einen unpolitischen Professor handelte, dem Drucke der antisemitischen Studentenschaft und ihrer öesinnuiigsfreunde im Lehrkörper der Breslauer Universität nicht nachztigeben und Prof. Cohn in der Ausübung seiner Lehrtätigkeit zu schützen. Bekundung nach außen hierfür war die Ernennung Prof. Cohns, kurz nach Ausbruch der gegen ihn gerichteten Demonstrationen, zum Mitglied der juristischen Priiftingskommission. Wohl fühlten sich bei dieser Sachlage ein großer Teil des Senats und der Rektor der Breslauer Universität nicht. Man erzählte in informierten Kreisen, daß diese Herren, auch wenn sie sich äußerlich auf Seiten Prof. Cohns gestellt hatten, innerlieh davon peinlich berührt waren, für einen Cohn eintreten zu müssen. Da kam ihnen ein Zufall zu Hilfe. Der Berliner ״Monfagmörgen“ veranstaltete eine Rundfrage, ob man Trofzki ein Asyl in Deutschland gewähren solle. Der Unfug dieser Rundfragen bringt es mit sich, daß Bizepse von Boxern, Kehlköpfe von Heldentenören und Gehirne von Professoren bemüht werden, dem Sensationsbedürfnis einer Zeitung zu dienen. Es soll nicht darüber gestritten werden, ob es geschmackvoll ist — sofern man nicht als berufsmäßig Reklamebedürftiger auf ״Publizität“ angewiesen ist, was als Entschuldigung dienen mag —-, sich zum Objekt der Ausfragerei irgendeines sensationslüsternen Zeilenschinders zu machen. Prof. Cohn war naiv genug, in einer Reihe mit Max Schmeling und Kapitän Ehrhardt eine Antwort zu geben. Seine Antwort war keine Antwort. Sie sagte nicht ja und nicht nein und berührte — wenn man die Jugendlichkeit Prof. Cohns in Betracht zieht — wegen ihrer Lauheit und F®% losigkeit. eigentümlich, ^usammenfassend kann man sagen, 'Reden und Schweif feit■׳ lag. Öiese ״Bctanglosigielf'aAtinen 'titin■ Rektor und Senat der Breslauer Universität zum Anlaß, unt eine Erklärung in die Welt zu setzen, daß Cohns Lehrtätigkeit für die Breslauer Universität ״nicht mehr tragbar sei“. Vorangegangen waren eine nationalsozialistische Interpellation gegen Rektor und Senat im preußischen Landtag und heftige antisemitische Angriffe gegen den Rektor in der Breslauer ״Schlesischen Zeitung“. Prof. Cohn hat sich sofort nach Bekanntgabe der Erklärung des Breslauer Senats zum preußischen Kultusrninisterium begeben und den Sachverhalt dargelegt. Das Unterrkhtsministerium hat eingegriffen und den Rektor zu einer Ausspräche nach Berlin geladen, die in den nächsten Tagen stattfinden soll. Es ist anzunehmen, daß Rektor und Senat unter dem Drucke der Unterrichtsverwaltung eiyfCTt Rückzug antreten werden. v Man muß beachten, daß Rektor und ,Senat der Breslauer Universität sich über die Meinung des ■.!Breslauer Oberpriisidenten, der Unterrichtsverwaltung und d׳!r Reichsregierung in der Affäre Cohn völlig im klaren gewesen sind. Trotzdem haben sie in ihrer Erklärung gegen Prof. Cohn eine Haltung eingenommen, von der man nicht von vornherein wissen konnte, ob sie den genannten Faktoren genehm sein werde. Sie haben sich aber wohl im stillen gesagt, man werde ihnen Anerkennung zollen, daß sie ein Stichwort für alle beteiligten Kreise gefunden haben, die ledige Affäre Cohn in einer Weise zu liquidieren, die der Stimmung■ der überwiegenden Mehrheit der in dieser Sache Verstrickten — ausgenommen Prof. Cohn -- genehm sein wird. Durch das Aufsehen, das die Affäre auch im Ausland erregt hat, scheint dieser Plan zu einem Mißerfolg verurteilt zu sein. Er ist aber symptomatisch für die Grundstimmung, die heute in Deutschland herrscht. Man merkte es der Erklärung von Rektor und Senat an, daß sie erleichtert aufatmeten und vom Gefühl erfüllt waren, ״heimgefunden“ zu haben. Der Fall Cohn ist eine der krassesten Illustrationen der wahren Situation der Juden in Deutschland. s. n. glaube, die Zeit ist noch nicht gekommen, daß er zur Präsidentschaft zurückkehrt. Nicht mit Rücksicht auf uns hat er die Präsidentschaft verlassen, sondern weil er durch die englische Palästina-Polifik gehandicapt worden ist. Er hat durch seine Demission unterstrichen, daß die Linie des absoluten Vertrauens zu England gebrochen worden ist. Die Kadoorie - Land wirtschaltsschnle London, 27;Dezember. (J.T. A.) Auf eine Anfrage von Barnett Jänner im Unterhaus bezüglich der Hinterlassenschaft des Schanghaier Juden Kadoorie in Höhe von 120 000 Pfund für' Schulen in Palästina erwiderte der Kolonienminister Sir Philip Cunliffe-Lister, daß die Kadoorie - Landwirtschaftsschule für Araber im Januar 1931 mit 40 Schülern eröffnet worden ist; über die jetzige Schülerzahl habe er keine Information. Der Bau der Kadoorie-Landwirtschaftsschule für Juden hat sich wegen der Schwierigkeit, ein geeignetes Terrain zu finden, verzögert; diese Schule wird im September 1933 fertiggestellt sein und gleichzeitig zu funktionieren beginnen. Jerusalem, 26. Dezember (J. T. A.). Der Waad Leumi nahm eine Entschließung an, in der er sich mit Entschiedenheit gegen die von der Regierung in Palästina geplante Einführung einer Einkommensteuer ausspricht. gl Tel-Awiw, 13• Dezember 1932. Seif Jahren, de facto fast vom Beginn der Mandatsvcrwattung an, ist die Palästiuaregierung von allen Seiten wegen ihrer ״Rückständigkeit“, ihrer wenig fortschrittlichen Haltung, ihrer zögernden Politik augegriffe״ worden. Von Juden und Arabern wurde gleicherweise das bestehende absolutistisch-bürokratische System unter die kritische Lupe genommen und seine . Aenderung verlangt. Die Araber verlangten: Abschaffung des Mandates überhaupt und Selbstbestimmung des Landes; die Juden verlangten: eine stärkere Berücksichtigung der Wünsche der Bevölkerung, eine nähere Zusammenarbeit zwischen Regierung sind Regierten. Im Mittelpunkt dieser Debatten stand immer wieder die Frage der palästinensischen Kon s ti t ution. Als 1022 23 von Herbert Samuel eine Verfassung gegeben wurde, lehnten die Araber die Beteiligung ab, well sie darin impbc.'ie eine Anerkennung des Mandates (und damit der englischen Herrschaft und der zionistischen Rechte) sahen. Als dann 1028 29 die Frage von neuem aktuell wurde, hatte sich die Gegnerschaft der J 11 d e ת gegen das Projekt des Legislative Council merkbar verstärkt. Dennoch wäre fraglos die palästinensische Konstitution damals zu einer Tatsache geworden, wenn nicht die Augustunruhen das Rad zurückgeworfen und das ganze Problem unter den Tisch gefegt hätten. Es war aber für Klar::!1 ende schon damals klar, daß diese Unterbrechung mir eine Aufschiebung und keine Aufhebung des Planes bedeutete. Die Frage blieb aktuell. Und wir sehen jetzt, daß der neue High Commissioner, nachdem er das erste Jahr seines Regimes dem Studium der Landesverhältnisse gewidmet hat, die palästinensische Konstitution mit Energie wieder auf die Tagesordnung setzt. Der Legislative Council ist wieder einmal höchst aktuell geworden. Die palästinensische Oeffentlichkeit steht diese« neue# f . ■Kurse der Regierung ohne Begeisterung gegenüber. Wir müssen; * W ■ Tfftsarts reglftnersji,.. die ' b-e 1 d «> r ז die Araber und die Juden der rt«ren R״d’ י ■ der RefonWwrsciiiige/von denen die Konstitution nur ein Glied ist, ablehnend gegenüber stehen. Bei den Arabern hört mau wieder die alte Argumentation, daß eine Beteiligung am Couneil einer Zusammenarbeit mit Regierung und Juden gleichkäme und daher abzulehnen sei. Bei den luden wiederum wird auch heute, wie schon vor Jahren der Council abgelehnt, weil man eine Majorisierung durch die Araber ’fürchtet. Besonders heute, in der Zeit des Aufstiegs und wirtschaftlichen Wohlstandes, glaubt man die ganze Frage beiseite schieben zu können. Nach der Meinung der Juden muß der Aufbau der Demokratisierung so erfolgen, daß zuerst die lokale Selbstverwaltung verwirklicht wird, und wenn diese sich!gewährt hat, wird erst das Problem der Teilnahme der Bevölkerung an der zentralen Landesverwalfung zu erwägen sein. Freilich wird auch innerhalb des Jischuw an dieser Konzeption Kritjk geübt. Erst in der letzten Woche hat der ״Bustanai", das jjj^gan der Pflanzer, ironisch gefragt, wie man in einem Atem i«f"Namen der Demokratie eine lokale Selbstverwaltung fordern, wie man das von der Regierung vorgeschlagene Munizipalitätengesetz ablehnen könne, weil es der Regierung zu große Rechte gegenüber den Städten verleihe, — und zugleich eine demokratischere Gestaltung der Landcsvcrwattung ahlehnen könne. Diese Zeitschrift will natürlich damit keineswegs eine Lanze für den Gesetzgebenden Rat brechen, sondern einfach auf einen Mangel an Logik in der Argumentation hinweisen. Interessant ist auch ein Gegenvorschlag des ״D a w a r“, der (Bestellung eines Großteils der Arbeiterschaft charakterisiert. Darin wird als Grundbedingung für die Beteiligung der Juden am Council die paritätische Besch i k - kung dieser Körperschaft durch Juden und Araber gefordert, und zwar für immer, um die Losung des ״Nicht-Beherrschens und Nicht-Beherrschtwerdens“ zu symbolisieren. Hier haben wir wenigstens nicht eine glatte Ablehnung jeder Konstitution, wie wir sie sonst überaus häufig unter Juden finden, sondern einen Versuch, einen Gegenvorschlag zu bringen. Freilieh trägt dieser Gegenvorschlag ein reichlich theoretisches Gepräge. Denn es ist überaus unwahrscheinlich, daß sich die Araber auch nur auf die Diskussion eines solchen Projektes einlassen wurden und ebenso unwahrscheinlich, daß die Regierung cs aufnehmen wird. Die Frage des Legislative Council ist also heute auf einem toten Punkt angelangt. Es mag sein, daß ein Teil der Araber sich doch für eine schrittweise Lösung der palästinensischen Frage gewinnen läßt und dem Legislative Council in irgendeiner Form zustimmt. Das kann um so leichter geschehen, wenn die Gegnerschaft der Juden die Araber auf den Gedanken brächte — was in der palästinensischen Politik durchaus üblich ist , daß er für sie irgendwelche Vorteile enthielte. Wie sich die Dinge auch wenden mögen — wir haben mit sehr dornigen Verhandlungen, schwierigen Kämpfen und einer scharfen Politisierung der Atmosphäre in den nächsten Jahren zu rechnen. In den nächsten Jahren: denn der Legislative Council wird natürlich nicht von heute auf morgen durchgeführt, sondern seine Vorbereitung verlangt — besonders wenn sie mit dem Munizipalitätengesetz verknüpft wird — eine Vorbereitung von ein bis zwei Jahren. Wir wollen hier nicht nochmals auf die ganze Frage der palästinensischen Konstitution eingeben. Das Problem ist immer wieder diskutiert worden und wird im Laufe der nächsten Monate noch vielfach diskutiert werdet!. Jedoch scheint es notwendig, auf die Stimmung hinzuweisen, in der der Jischuw in die große kommende politische Kampagne eintrift. Es ist eine Stimmung des ״N e in s a g e n s״. Gegen gesetzgebenden Rat, ■׳.jf

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