Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 96 (2.12.1932)
- Date
- 1932-12-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 468 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 96, 2. XII. 1932 Kritik an Otto Hellers Buch ln der sozialdemokratischen theoretischen Zeitschrift Di e Gesellschaft“ November 1932, bespricht Otto Manchen-Helfen, der Fachmann der Zeitschrift für fernöstliehe Fragen, das Buch von Otto Heller: ״Der Untergang des Judentums“. Nachdem Mänchen-Hclfcn sich im ersten Abschnitt mit der Aufnahme des Buches bei den verschicdenen Gruppen beschädigt, wobei er richtig feststellt: ״Den Wcltbüline- und Tagehuchlesern, dem Pisrator-Publikum war es wie eine Offenbarung. In Wirklichkeit ist es eines der übliehen pseudowissenschaftlichen kommunistisehen Machwerke“, weist er darauf hin, daß die theoretischcn Begriffe der marxistischen Vorkriegsliteratur entnommen und keinesfalls Hellers Kopf entsprungen sind. Bei Kautzky ״Der Ursprung des Christentums“ 1903 und ״Rasse und Judentum“ 1914, auch bei Otto Bauer ״Die Sozialdemokratie und die Nationalitätenfrage“ 1906 finden sich alle ״leninistischeu Entdeckungen“ wie: die Juden sind lediglich eine Kaste, die Forderung einer nationalen Autonomie usw. In diesem Zusammenhänge erhebt Mänchcn-JSeifen gegen Heller den schweren Vorwurf des Plagiats. Im zweiten Teil der Kritik weist M.-H. auf die wirtschaftliche Vernichtung des russischen Judentums durch die Revolution von 1917 und auf die sich daraus ergebende Notwendigkeit der Produktivierung. Er schreibt dann weiter: ״Diesen Umschichtungs- und Produktivierungsprozeß darzustellcn, wäre eine dankbare Aufgabe gewesen. Das Hellerschc Buch versagt auch hier. Man muß nur einmal einen halben Tag L11 dem Paßbiiro der administrativen Abteilung der Moskauer oder Leningrader Sowjets gestanden haben, uni zu wissen, wie verlogen die Behauptung ist: ״Was östlich der Sowjetgrenze lebt, denkt nicht mehr an Emigration“. Hätten die Sowjets die Auswanderung freigegeben, wären 1mgeh eure Massen von Juden ausgevvandert von Weißrußland, wo nach Hellers eigenen Worten (S. 313) 1926 Ihre wirtschaftliche Lage verzweifelt war, bis nach Samarkand, wo sie im Winter 1929 ״effektiv“ hungerten (S. 321). Die Möglichkeiten landwirtschaftlicher Siedlung sind recht eng begrenzt. Biro- Bidsehans Gegenwart ist überaus dürftig, darüber kann selbst der Glanz, der von den Hellerschen Schilderungen von Sonnenuntergängen im Urwald auf das Soziale abfällt, nicht täuschen.“ Er weist ferner darauf hin, daß vielfach die Meiming herrschte: Von Biro-Bidsclian sei ein Sprung nach Aracrika; auch darauf (was Heller bewußt verschweigt), daß die ersten jüdischen Siedlungen nach dem Kriege in der Krim von Zionisten durchgeführt worden sind. Mänchen-Helten schließt seine Kritik mit dem Hinweis auf die Unglaubwürdigkeit der Hellerschen Tatsachen.״ Den Statistiken, die Heller bringt, ist nicht zu trauen. In Weißrußland sind rund 10 000 jüdische Familien Mitglieder von Kollektivwirtschaften (S. 245) Seite 240 liest man, daß es in Weißrußland gibt: 5340 Familien in Vor- Stadtsiedlungen, 3600 in Bodenfondskolonien, 1600 in alten Kolonien. Am 1. März 1931 waren von den 9300 Familien der Vorstadt- und Bodenfondskolonien 4800 in Kollektiven vereinigt (S. 245). Daraus folgt, daß von 1600 Familien der alten Kolo- «len sich 5200 zu Kollektiven vereinigt haben! Nirgends halten die Zahlen einer eingehenden Prüfung stand. Ueberall die gröbsten Fehler. Die Georgier sollen sich selbst Grusier nennen (S. 311), was aber bekanntlich nur der russische Name für sie Ist. Heller, der so viel über die Kollektiven schreibt, hat nie ein Kollektivstatut in der Hand gehabt, sonst könnte er nicht schreiben, daß die Artels am Jahresschluß, je nach eingezahltem Anteil, den Gewinn verteilen (S. 382). Die Reihe ließe sich unschwer noch lange fortsetzen. Zusammengefaßt: Zum Teil Plagiat, zum Teil Unwissenheit, das ist die ״mathematische Enträtselung der Judenfrage•‘ durch den Kommunisten Otto Heller. Der ״Wissenschaftler“ Otto Heller hat mit seinem Buch über die Judenfrage wenig Glück gehabt, sogar 1'm eigenen kommunistischen Lager war die Kritik sehr scharf; und als nun die ״Rote Fahne“ die Hellersche Grundthese, die Juden seien nur eine Kaste, für unkommunistisch erklärte, war der ״Wissenschaftler“ Heller von dem Wink von oben so schnell überzeugt, daß er seine Grundthese fix fallen ließ und einen jüdischen Nationalcharakter und eine jüdische Nation anerkannte. Wir werden nicht müde werden, immer wieder in allen Versammlungen auf die Unhaltbarkeit und Wandelbarkeit der Hellerschen Theorien hinzuweisen; auch wenn Heller unsere Leute als ״Antimarxisten“ aus dem Saale weist, wie es vor zwei Wochen in der Marxistischen Arbeiterschule geschah oder wenn er unseren Leuten als ״Konterrevolutionäre“ das Wort entzieht, wie es im vorherigen Semester in derselben Schule geschah. E. B. ״Im dunkelsten Deutschland“ Der Londoner ״J e w i s h C h ron i c 1 e“ bringt im An- Schluß an seine vorwöchentliche Veröffentlichung ״Im dun- Leisten Deutschland“ (s. ״J. R.“ Nr. 94) in seiner letzten Nummer einen weiteren Abschnitt unter demselben Titel, worin Auszüge aus Hitlers Buch ״Mein Kampf“ gegeben werden. Gleichzeitig werden eine Reihe von Zuschriften christlicherEngländer wiedergegeben, denen das Material des ״Jewish Chronicle“ zugeschickt worden war und die sich äußerst abfällig über den Antisemitismus aussprachen. Bei aller Zurückhaltung, die englische Politiker den inneren Vorgangen eines fremden Landes gegenüber zu üben pflegen, wird doch von vielen der Schreiber erklärt, daß der Antisemitismus der Nazis mittelalterliche Barbarei sei und unwürdig eines zivilisierten Landes (so schreibt z. B. Lord Bertrand Rüssel, der bekannte Forscher). Prof. Gilbert Murray, der berühmte Völkerrechtler, nennt das nationalsozialistische Programm ein Zeichen für den pathologischen Zustand Europas. ״Jewish Chronicle“ schreibt hierzu in seinem Leitartikel, es sei auffallend, daß die nichtjüdische öffentliche Meinung Englands bisher gegenüber dem nationalsozialistischen Antisemitismus so indifferent gewesen sei. Teilweise sei dies dadurch zu erklären, daß zuverlässige Informationen mangelten und daß man daher die jüdischen Befürchtungen für Produkte der Hysterie oder Feigheit hielt. In einer ganzen Reihe von Zuschriften an den ״Jewish Chronicle“ drücken englische Christen ihr Erstaunen aus, daß die Dinge sich so verhalten, wie in den Dokumenten dargelegt wird. ״Jewish Chronicle“ betont aber, daß seine Aktion keine Gegnerschaftgeen Deutschland bedeutet; noch heute sei Deutschland eineswegs durch offizielle Propaganda so sehr von Judenhaß erfüllt, wie etwa früher das zaristische Rußland. Die Mehrheit des deutschen Volkes hat das Nazi-Programm nicht akzeptiert und viele Deutsche, angefangen vom Reichspräsidenten, haben nationalistischen und religiösen Haß verurteilt. Deutschland, so schreibt das Blatt weiter, hat in seiner schweren Krise die Sympathien aller rechtlich denkenden Menschen in der Welt für sich, und man kann nur wünschen, daß diese sich io praktische Maßnahmen der Zusammenarbeit Umsetzen. Felix RosenblUth, der frühere Vorsitzende der Z. V. f. D., hat sich, was viele unserer Freunde interessieren wird, nach erfolgreicher Ablegung der palästinensischen Anwaltsprüfung in Tel-Awiw als Rechtsanwalt niedergelassen. Herr Rosenblüth hat kürzlich auch in England eine Reihe von juristischen Prüfungen abgelegt und, wie manchen erinnerlich sein wird, vor einigen Wochen in Berlin einen Vortrag über englisches Verfassungsrecht gehalten. Briefe an die Redaktion Die Krise In der PaUUHna •Exekutive Jerusalem, 20. November 1932. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Berlin W 15. Sehr geehrte Redaktion! Ich habe heute Ihre Ausgabe vom 11. November bekammen und ersehe daraus leider, daß bei Ihnen unzutreffende Nachrichten über die Krise in der Exekutive eingegangen sind, jedenfalls was meine Person angeht. Ich halte cs deshalb für meine Pflicht, folgende Dinge ganz klarzustellen. Ich habe in London von der Treasury demissioniert, weil ich die vom Administrative Committee beschlossene Budgetpolitik für falsch gehalten habe und mich nicht in der Lage fühlte, die Durchführung dieses Budgets zu übernehmen. In London wurde dann ein Treasury-Committee zusammengestellt, bestehend aus den Herren Farbstein, Neumann und Arlosoroff. Als dann in Palästina an die endgültige Aufstellung des Budgets und eines Finanzplanes herangegangen wurde, zeigte es sich sehr bald, daß das in London angenommene Budget nicht durchführbar ist• Nach langen Verhandlungen nahm die Exekutive dann eine Kürzung bzw. Verschiebung von Budgetpositionen vor, die — was angesichts der verschlechterten Situation auch notwendig war — sogar noch über meine Vorschläge in London hinausgingen und ersuchte mich, die Treasury wieder zu übernehmen. Gleichzeitig erfolgte die Demission der Herren Farbstein und Neufnann. Selbstverständlieh konnte ich nicht die Treasury im Moment einer Exekutivkrisis übernehmen. Auf Grund von Verhandlungen der zionistischen Koalitionsparteien übernahm dann das Treasury- Committee, das sich in der Zwischenzeit aufgelöst hatte, wieder die Treasury, da ich es auch jetzt ablehnte und weiter ablehne, die Durchführung eines Budgets mit Kürzungen zu übernehmen, die ich für unzureichend hielt und halte. Die von dem Treasury-Committee der Exekutive vorgeschlagenen Kür- Zungen belaufen sich auf ca. £P 19 000 gegenüber dem vom A.-C. in London angenommenen Budget. — Die Exekutive wird in ihrer Gesamtheit über die Vorschläge des Treasury- Committees in den nächsten Tagen Beschlüsse fassen. Auch die Nachrichten der!TA. bezüglich der ferneren Verwaltung des Immigrations-Departements sind ungenau. Es sind keinerlei neue Beschlüsse gefaßt worden. Bereits in London wurde zwischen Herrn Farbstein und mir vereinbart, daß bei Behandlung der Immigrationsfragen des Mittelstandes sich Herr Farbstein beteiligen wird. Hochachtungsvoll Dr. Werner Senator. MahkabSerlest 1932 Massenszenen — Sprechchöre — Songs. In dem großen Makkabäerfest des Makkabi-Hazair wird dargestellt, wie sich verschiedene jüdische Typen zu der Situation stellen, die von außen auf sie hereinstürmt. Sie verleugnen ihr Judentum, wollen nicht daran erinnert werden, daß sie mit diesem Volk schicksalhaft verbunden sind, selbst wenn sie es noch so wenig wollen. Die neue jüdische Jugend aber kümmert sich nicht mehr um diese, sie will ihren eigenen Weg, will hinaus aus dem Sumpf dieser Welt. Theodor Herzl zeigte den Weg zur Befreiung, die neue Jugend ist einen ganzen Teil dieses Weges schon gegangen. Sie hat die Makkabiah veranstaltet, sie hat die wüsten und fieberreichen Gegenden Palästinas urbar und fruchtbar gemacht, hat neue jüdische Fabriken und Siedlungen geschaffen. — Das alles wird dargestellt am Sonntag, 11. Dezember, vorm. 11.15 Uhr, im Volkskino Königstadt, Schönhauser Allee 10/11. Karten zu 2, 1, 0,75 M. in der B. Z. V., Mdnekestr. 10, im Bar Kochba-Hakoah-Büro, Oranienburger Str. 60, und bei den Mitgliedern des Makkabi- Hazair, sowie an der Kinokasse, ״Ein Sünder fährt in Heiliges Land". Der Mann, der sich hier selbst als ״Sünder“ bezeichnet und damit wohl andeuten will, daß nicht religiöse Sehnsucht, sondern weltliche Reiselust ihn nach Palästina brachte, ist der Berliner Journalist Ernst von der Decken, der über seine Eindrücke und Erlebnisse in einem Buch berichtet, das unter dem erwähnten Titel im Verlag Carl Reißner, Dresden (Preis 4,80 RM.), erschienen ist. Wir besitzen bereits eine ganze Literatur von Palästina- Reiseschilderungen, und es ist immer wieder reizvoll zu sehen, wie das Land auf verschiedenartige Beobachter wirkt. Ernst von der Decken ist ein junger deutscher Aristokrat mit aufgeschlossenen Sinnen und Freude am Schönen, der nicht die Prätention hat, die Tiefe der Probleme zu ergründen, sondern mehr feuilletonistisch und persönlich den Verlaut seiner Reise schildert, wobei freilich auch hier und dort der Ernst der Dinge gestreift wird. Für zionistische Leser ist natürlich vor allem interessant, was der Verfasser über das jüdische Siedlungswerk zu sagen hat; und gewill ist es für uns eine Freude, festzustellen, welche außerordentliche menschliche Wirkung Arbeit und Leben der neuen Juden Palästinas auf diesen unbefangenen Betrachter ausübt, der sicherlich nicht mit Vorurteilen ins Land kommt und den man nicht beschuldigen kann, daß die Liebe zur ״eigenen“ Sache ihm den Blick trübt. Dieser Reisende weiß zu erzählen und versteht die ganze Buntheit der palästinensischen Welt auch den Leser mitempfinden zu lassen. Er steht der jüdischen Aufbau-Arbeit nicht kritiklos gegenüber, aber man merkt, wie das Zusammentreffen mit den Menschen und ihrem Werk ihn allmählich immer mehr warm werden läßt, so daß er schließlich von Liebe und Bewunderung erfüllt ist. Palästina hat dem ״Sünder“ recht viele Enttäuschungen bereitet, vor allem hat er in den christlichen Kirchen und Kult• Stätten wenig Erbauliches gefunden; aber ein Positives hat er mitgenommen, nämlich die Kenntnis des ״neue n“ Palästina, Ben Schemen und Tel-Awiw, die Begegnung mit einem Volke, das sich stolz mit eigener Kraft seine Zukunft baut. Diese Kunde von der Deekens wird auch den zionistischen Leser, dem das Buch sonst über Palästina vielleicht nicht viel Neues zu sagen hat, mit Genugtuung erfüllen, und wird die Freude über das lebendige, temperamentvoll geschriebene Buch erhöhen. Ludwig Strauß’ Gedichte. Zu der Notiz in Nr. 95 der ״J. R.“ über die geplante Herausgabe der Gedichte von Ludwig Strauß ist zu berichtigen, daß die Adresse des Verlags Jakob Hegner nicht mehr Helierau lautet, sondern Leipzig, Kahlgartenstr. 20. Dorthin sind auch Bestellungen zu richten. Die Vereinigung für die Interessen der Alten Synagoge beginnt ihre Winterarbeit Sonnabend, den 3. Dezember, abends 8 Uhr, Rosenstr. 2/4, mit einem Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Jacob F r e i m a n n über Spinoza. Als Neueinführung folgt ein Zyklus: ״Gesänge, die wir in der Synagoge nicht hören“, vorgetragen von Herrn Oberkantor David Katz-Cohen. Die Besucher und Besucherinnen der Alten Synagoge sowie Gäste sind willkommen. Vermisdites SUdwestdeutscher Gruppenverband. Sonntag, den 4. Dezember, nachm. 2>/a Uhr, findet in Frankfurt a. M., im Cafö Falk, Eschersheimer Anlage 38, Feine Sitzung des Arbeitsausschusses des südwestdeutschen üruppenverbandes statt. Tagesordnung: Zwecks Einleitung der Diskussion über die Arbeit sprechen in 15 Minuten langen Referaten: Siegfried Ettlinger, Karlsruhe, über die Ausgestaltung der Ortsgruppenarbeit, Refr. Georg üutmann, Frankfurt, über Fonds-Propaganda, Josef Horowitz über die Unterstützung der Jugendarbeit durch die Ortsgruppen, Aenne Pomcranz über Fonds-Arbeit, Dr. Martin Pleßner und Kurt Loevvenstcin, Frankfurt, über Propaganda, Organisation und Finanzierung des Gruppenverbandes. Der diesjährige Altherrentag des Kartells Jüdischer Verblndungen findet Sonntag, den 4. Dezember, um 10 Uhr vormittags, im Großen Saal des Logenhauses, Klciststr. 10, statt. Tagesordnung: 1. Eröffnung und Begrüßung des Altherrentages. 2. Referat Bbr. Dr. Edgar Marx (Hamburg): ,Unser Kampf um das deutsche Judentum“. 3. Debatte. Kurze Mittagspause. Mittagessen gemeinsam im Logenhaus. — 3 Uhr nachmittags Generalversammlung der Kreditgenossenschaft Jüdischer Akademiker, c. G. m. b. H. —- Nachmittagssitzung: 4 Uhr pünktlich. 4. Dr. Boris Gurcwitsch (Riga): ״Möglichkeiten und Aufgaben des K. J. V.ers in Palästina“. 5. Debatte. — Sonnabend, den 3. Dezember, im gleichen Saal, um ג a0 Uhr, Regrüßtingsabend, bei dem die zionistische Propagandatruppe ״Rara k“ Szenen aus ihrem neuen Stück ״Einer von uns“ vorführen wird und zu dem wir die Bundesbriider mit ihren Damen herzlichst eingeladen. Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Für unser Abend heim benötigen wir dringend ein Klavier. Wer würde uns ein solches zur Verfügung stellen? (Eventuell billigst leihweise.) Mitteilungen erbeten an Bismarck 7165. — Gruppe G r u n e w a 1 d: Sonntag, den 4. Dezember, vorm. 11 Uhr, im Atlantic-Kino, Charlottenburg, Bismarck- Straße 46, Aufführung des Films ״Kinderdorf Ben Sehemen“ und von zwei Micky-Matis-Filmen zugunsten des Frauenwerkes in Palästina. Karten für Erwachsene ä M. 1,—, für Kinder ä M. 0,50 erhältlich bei Frau Käthe Roth, Steglitz, Opitzstr. 3 (Stegl. 5345), im Büro der F. A. P., Meinekestr. 10 (Bism. 7165), und an der Theaterkasse am Tage selbst. — Chanukkahgeschenke. Die Gruppe Lichterfelde hat Sonnabend, den 3. Dezember, abends 8•4 Uhr, bei Frau Kreschower, Steglitz, Schloßstr. 67, einen T e e a b e n d, bei dem selbstangefertigte Handarbeiten zum Verkauf gestellt werden. Unter den vielen vorhandenen Sachen wird jeder etwas finden. Eintritt M. 0,50. Wir laden alle Freunde, auch Mitglieder anderer Gruppen, ein. — Montag, 5. Dezember, abends 81/2 Uhr, 4. Abend im Schulungskursus: Frau Siddy Wronsky: ״Soziale Arbeit in Palästina“. Im Sitzungssaal, Meinekestr. 10. — Gruppe Neukölln: Donnerstag, 8. Dezember, abends 8»/4 Uhr pünktlich: Arbeitsgemein- Schaft unter Leitung von Frau Dr. Hertha Heinrich: Diskussionsabend über Pinsker: Autoemanzipation. Voraussetzung ist das vorherige Lesen der kleinen Schrift. Bei Frau Landowsky, Waldemarstr. 68. Gäste willkommen. — Gruppe Grunewald: Dienstag, 6. Dezember, nachm. 4*4 Uhr: Studiengemeinschaft unter Leitung von Frau Helene Koigen. Bei Frau Arnold Weinberg, Hohenzollerndamm 82, Uhl. 7869. Georg Landauer berichtet über seine Reiseeindrücke in Palästina und über die Tagung der Vereinigten Arbeiterpartei in einer Veranstaltung der Sozialist.-zionistischen Vereinigung Poale Zion-Hapoet Hazair am Montag, dem 5. Dezember, abends 8»/» Uhr, im Logenhaus, Klciststr. 10. Alle Freunde der Partei sind eingeladen. Ein Hauskonzert zugunsten des Jüdischen Schulvereins findet am Sonnabend, dem 10. Dezember, im Hause von Herrn Professor Dr. Ernst Sachs, Brückenallee 1, statt. Mitwirkende: Gabriele Tcrgit, Edith Wolf-Boroschek, Elisabeth Lesser-Cohn. Karten durch das Sekretariat des Jüdischen Schulvereins, Klopstockstr. 58, Tel.: Tiergarten 2084. Konzert zugunsten des Frauenwerkes ln Palästina. Sonnabend, 17, Dezember, abends 8 Uhr, Singakademie, ״Biblische Szenen in alter Musik“; Werke von Händel, Huhnau, Carissimi (Erstaufführung: Jephta). Mitwirkende: Hede Türk, Edith Wolf, Paula Lindberg, Emst Wigram, Dr. Leo Barczynski, Karl Salomon, Dr. V. E. Wolff, Kammerchor, Kammerorchester. Karten zu M. 1,50,2, 3,4, 5 bei Bote u. Bock, Werth ei m, Abendkasse und im Büro der FAP., Meinekestr. 10, Bism, 7165. Verband der ostjüdischen Vereine zu Berlin e. V. (Rosenthaler Str. 49).. Sonntag, den 4. Dezember, 10»/2 Uhr vormittags, im Plenarsaal der Jüdischen Gemeinde, Rosenstr. 2/4, Eröffnung der Abendkurse für das Wintersemester 1932/33 über ״Wirtschaftlich-soziale und kulturelle Probleme bei den Juden“. Dozenten: J. Lestschinsky, Ben-Adir, A. Menes, Dr. A. Steinberg, Dr. J. N. Steinberg, J. Koralnik u. a. Dr. Joachim Prinz spricht am Sonntag, dem 11, Dezember, im Hause von Dr. Harry Cohn, Wannsee, Waltharistr. 20, über ״Die Fragwürdigkeit der jüdischen Erziehung“. Anschließend wird C. Z. Klötzel, Mitarbeiter des Berliner Tageblattes, über seine letzten Reisen in Asien und Afrika berichten. Die Veranstaltung findet zugunsten des Jüdischen Schulvereins statt. Einladungen durch das ״Sekretariat, Klopstockstr. 58, Tel.: Tiergarten 2084. Nachtvorstellung zugunsten erwerbsloser jüdischer Künstler. Unter Mitwirkung von Irene Triesch (Kammerspiele, Berlin) und Alexander Granach (Staatstheater, Berlin) 10. Dezember, nachts 1/412 Uhr, im Volkskino Königstadt (ehern. Ufa), Schönhauser Allee 10/11. Weitere Mitwirkende: Elsa Koch (ehern. Mitglied der Staatsoper), S. Schidlow (früher Mitglied der Wilnaer Truppe), Juro Henis (jüdische Volkslieder), Das jüdische Studio (früher im Renaissance-Theater) spielt Szenen von J. L. Perez. Conference: Alfred Dreifuß (Junge Volksbühne). Karten M. 1 bis 3 an der Kinokasse. Die Kadlmah- und Brith-Haolim-Feier zugunsten der Walter Mecklenburg-Aktion findet am 10. Dezember, um 20 Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstr. 18, statt. Karten durch Kadimah, Brith Haolim und Haschomer Hazair. Aus dem Programm: Chor, Orchester, Ansprache, Kinder-Theater, Film (ein Jahr unter Kadimahnern), Theaterstück ״Ahasver“. Karten für Erwachsene zu 75 Pf., für Jugendliche 40 Pf. sind bei den Chawerim der oben angeführten drei Bünde und an der Abendkasse erhältlich. Synagogenverein Friedenstempel. Vortrag Dr. Meitlis Im Vorraum der Synagoge 5. Dezember, abends 8>/2 Uhr, über: ״Was haben unsere Vorfahren im Ghetto gelesen“. Eintritt frei. Jüdische Schule Klopstockstraße 58 (eine Minute vom Bahnhof Tiergarten). Oster-Anmeldungen für Knaben und Mädchen für sämtliche Klassen und für den hebräischen Kindergarten an allen Wochentagen von 12 bis 13 Uhr bei der Schul- Feiterin Frau Nathan. Frankfurt a. M. Zionistische Jugendgruppe (Z. J.O.) (Eschersheimer Landstr. 65, il. Stock). O e f f entliehe Jugendversammlung, Sonnabend, 3. Dezember, 201/4 Uhr, Walter Zedn er (C.-V.): ״Die Juden in den Augen deutscher Dichter“ (von Lessing bis Thomas Mann). Anschlie- Bend Diskussion. Eintritt frei. 5 Minuten Pressebericht.