Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 94 (25.11.1932)
- Date
- 1932-11-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Modell, Dokument und Dichtung (Arnold Zweig) Einzelnummer 0,35 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Autlandsahonnetnvnt■ werden m der Währung: der einzelnen Linder berechnet, Anzeigenpreis: 8 geep. Nonpareiüezeile 0,50 G.־M. Stellengesuche 0,25 G. M. Nmnimer 94 I Berlin, 25. XI. 1932 Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische RundschauG.m.b.H., Berlin W15, MeinekestrJO. Telefon: J1 Bismarck 7165-70. An*«lg#n»chluS: Di• n» t• g ggd Fr>i<1| nachmittag, 4 Uhr Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Patiitk.ek -Konten; Berlin 17392. Baad V 9355. Belgrad 68032, BrO*Ml 394 33, Badapect 59693. Danrig 1973, Haas 140470, Prag 59410, Riga 4155, Sfr*M»Vmre 16430, Warschau!90708, Wien 156030 Bink.KoD'tn: Dresdener Bank, Depositen - Kasse Berlin, Kuriüratendamm 52; Rumänische Kreditbank, Gernauü (Rumänien); Augla Palcstixie Co. m Haiia, )emsaletn, Tel -Aviv. Oer Zionismus erstrebt für da» jOcHsgtia Volk die »chaffuwg einer «ffnntllch. rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.•• Konjunktur ■* und. dünn? Agency-veranstailung m Lettland Erklärungen Dr. B. Kahns Die lettländische Sektion der Jewish Agency veranstaltete zu Ehren von Dr. Bernhard Kahn, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, der auf seiner Rückreise aus Rußland sich in Lettland aufhielt, ein Bankett, das vom Vorsitzenden der Zionistischen Organisation Lettlands und Mitglied der Jewish Agency, Lazar Etingen, geleitet wurde. Im Namen der anwesenden Führer des lettischen Judentums dankte der Vorsitzende Herrn Dr. Kahn für seine hingebungsvolle Arbeit zur Rettung breiter jüdischer Massen aus Not und Untergang in Osteuropa und für seine Arbeit zugunsten des jüdischen Pal&stina. S, Tron, Dr, Blumenfeld, Prof. Minz, Dr. Wassermann, Prof. M. Laserson und Dr. J. Ilellmann Umrissen in Ansprachen Dr. Kahns Tätigkeit auf den verschiedensten Gebie• ten der sozialen Hilfe und des sozialen Aufbaus im Judentum. Dr. Bernhard Kahn erklärte in seiner Dankrede, die Wirt- »chaftskrisis habe es nicht vermocht, das Interesse der amerikanischen Juden für das soziale Werk der Juden in Europa zu vermindern. Wenn auch die Dollar-Millionen nicht in dem fleichen Maße wie in früheren Jahren fließen, so ist doch die lilfe jetzt eine konstante geworden. Dr. Kahn sprach von der Widerstandskraft der jüdischen Massen, die ungeachtet aller Not sich nicht der Verzweiflung hingeben und in immer neuen W irtschaftszweigen unterzukommen suchen. Die kulturelle Kraft der verarmten Massen sei wahrhaft bewundernswert. Nach dem Kriege, fuhr Dr. Kahn fort, wurden große jüdi sehe Gemeinschaften durch Errichtung neuer Grenzen 7erschnitten, die Gefahr der Assimilation wurde dadurch erhöht. Heilmittel gegen diese geistige Not ist Palästina, w0׳ ein jüdisches Zentrum, dessen Bedeutung für die gesamte jüdische Diaspora nicht hoch genug einzuschätzen ist, entstanden ist. Das Pionierwerk in Palästina beeinflußt auch das Aufbauwerk in der Diaspora, es ist kein Zufall, daß die erste jüdische Kolonie in der Krim von Cha- Ziele def Arbeiterpartei Von unsere» palästinensischen Korrespondenten. Wir haben in Nr, Oil der ,Jüdischen Rundschau“ einen Bericht über die Konferenz der Arbeiterpartei Palästinas veröffentlieht. 7.ur Ergänzung dieses Berichtes bringen ivir nachstehend aus einer hingeren Korrespondenz unseres palästinensischen Mitarbeiters diejenigen Teile, die die zwei Hauptreferate dieser Konferenz, das von Ben G u r i 0 n und B er l Kalzenelson, charakterisieren und auch für die weitere zionistische Oeffentlichkeil von Interesse sein dürften. Bei. gl., Tel-Awiw, 15. November. BcnOurion macht in seinem Referat den Versuch, dieAufabe der Arbeiterpartei in der jetzigen Situation, angesichts der erbröckelung des Judentums im üaluth und der Hochflut in Palästina, neu zu definieren. Er kommt dabei zu dein Ergebnis, daß heute von der Linken, der ״Vereinigten Partei“ und der Arbeiterorganisation, eine Verbreiterung ihrer Basis verlangt würde, die sich nicht als die Partei einer ״Klasse“, sondern als die Partei des Volkes zu konstituieren hätte, daß auf die Arbeiterschaft die Verantwortung falle für das Schicksal der gesamten Zionistischen Organisation und damit des Palästinawerkes; daß damit also von einer Politik der Klasse nicht mehr die Rede sein könne, sondern die Arbeiter als die einzigen, die die großen Zusammenhänge im Auge behalten, ihre Auffassungen und Ziele über die gesamte Zionistische Organisation ausdehnen müßten. Es ist in dieser Tendenz eine gewisse Aehnlichkeit mit dein ״Volkssozialismus“, der vor ungeführ einem Jahrzehnt den deutschen ״Hapoel Hazair“ und Teile der osteuropäischen Zdre Zion charakterisierte und von der damals feindlichen Schwesterpartei Achdutli Awoclah (Poaie Zion), die sich als marxistisch betrachtete, scharf angegriffen wurde. Der Ruf nach einer breiten volkstümlichen Basis, nach Verantwortung für das Ganze, Eroberung der Zionistischen Organisation wird in einem Teil der Arbeiterschaft einen Widerhall finden; ein anderer, der linke Flügel innerhalb und die meisten Gruppen außerhalb der Partei, werden ihn nicht aufnehmen, ihn entweder als utopisch oder reaktionär ablehnen. Es ist außerdem wahrscheinlich, daß die Arbeiterschaft im Lande in der nächsten Zeit ganz in Anspruch genommen sein wird durch die Abwehr der von der Rechten ausgehenden Angriffe und die Aufnahme der beginnenden Einwanderung; während die linken Parteien des Galutli durch die Krise absorbiert werden, die von ihnen spezielle Anstrengungen verlangt. Die Tendenz von Ben Gurion dürfte also in ihrer Verwirklichung auch innerhalb der Linken auf beträchtliche objektive und subjektive Hindernisse stoßen. Die Vorschläge und Ueberlegungen von Berl Katzen elson, die das zweite Kernstück der Konferenz bildeten, beschädigten sich weniger mit einer ideologischen Stellungnahme als mit praktischen Siedlungsfragen. Wir finden hier — sehr verständlich und durchaus aktuell — eine Verteidigung der bisherigen Siedlungsmethoden und des ,,nationaien Kapitals“, eine Zusammenstellung der Aktionen, die durch dieses nationale Kapital bzw. mit seiner Hilfe im Lande durchgeführt wurden und eine — vielleicht etwas einseitige — Unter• suchung der Gründe für die Rückgänge der Fonds. Neben der Analyse der Vergangenheit und des bestehenden Zustandes bringt K. auch Projekte. Diese sind weniger wegen ihrer Einzelheiten und Berechnungen interessant als in ihrer allgemeinen Tendenz. Man erkennt dabei die große Aenderung, die sich in der Psychologie auch der Arbeiterbewegung vollzogen hat. Mau betont zwar nach wie vor den Wert der Fonds, nimmt die Losung der Nationalanleihe wieder auf, fordert An- Siedlung durch nationale Mittel, macht den Rausch über das erlösende Privatkapitat nicht mit. Aber zugleich rechnet auch die Linke mit der gegebenen Situation und proklamiert eine Kolonisation, die zu einem großen Teile aus den eigenen Ersparnissen der Arbeiter finanziert werden soll. Die Ge- Iuzim aufgebaut worden ist. Aber auch in rein materieller Hinsicht nimmt Palästina bereits einen sehr wichtigen Platz im Wirtschaftsbudgel des jüdischen Volkes ein. In einer Zeit, in der die meisten Länder jüdischer Einwanderung verschlossen sind, nimmt Palästina jährlich mindestens 10 000 bis 12 000 jüdische Wanderer auf. In Kowno fand ebenso wie in Riga zu Ehren Dr. Kahns eine Sitzung des Verbandes der Kreditgenossenschalten Litauens statt. * Jewish Agency -Veranstaltung in Dessau (Vortrag von Dr. Friedrich Brodnitz.) Auf Einladung des Jewish Agency-Komitces Anhalt, dein die Herren Landgerichtsdirektor Alterthum und G. Borc h a r d t-Dessau, I. Schoenfel d-Köthen und E. Cohn- Bernburg angehören, sprach Herr Dr. Friedrich Brodnitz- Berlin im Gemeindesaal vor weit über hundert geladenen Gästen über ״Das deutsche Judentum und der Aufbau Palästinas*‘. In packenden, sichtlich wirksamen Worten legte der Redner, vom Standpunkt des Nichtzionisten ausgehend, die Verbundenheit aller Juden mit dem Palästinawerk dar und wies nach, daß in der heutigen Situation alle lebendigen Kräfte des Judentums sich auf dem Boden der Agency in diesem Werke zusammenfinden müßten. — Im Anschluß richtete Herr Schoenteld einen warmen Appell an die Teilnehmer der Kundgebung, sich am Palästina-Aufbaufonds zu beteiligen. Seine Worte, die unter dem Eindruck persönlichen Erlebens in Palästina standen, hinterließen eine starke Wirkung. Diese fand auch ihren Ausdruck in dem Ergebnis der sofort vorgenommenen Zeichnungsaktion, die ein gutes Resultat aufwies. Besonders erfreulich war, daß eine ganze Reihe neuer Freunde durch diese Veranstaltung gewonnen wurde. — Die Versammlung stand unter der Leitung des Herrn Landgerichtsdirektor Alterthum. A. Seilschaft ,,Nir“, vor einigen Jahren durch die landwirtschaftliehe Arbeiterorganisation gegründet als eine Basis für fandwirtschaftliche Siedlung, soll für diese Zwecke ausgebaut. Sparaktionen der Arbeiter in größerem Maßstabe dem Ziele dienstbar gemacht werden. Hier soll das was in den letzten Jahren in vielen Gegenden in kleinem Maßstabe versucht worden ist, zu einem System ausgebaut werden, um damit einen Stillstand der Arbeitersiedlung, der durch die Schwächung der Fonds einzutreten droht, zu verhüten. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben diese für Palästina neue Erscheinung, daß sich Arbeiter aus eigenen Mitteln um ihre Ansiedlung bemühten, immer häufiger werden lassen. Gruppen schließen sich zusammen, um Boden zu kaufen, oder dem Keren Kajemcth eine Anleihe zu geben, die ihm den Erwerb des Bodens für die Gruppe ermöglicht. Dann wird mit einem meist sehr geringfügigen Kapital, oft nur mit Anleihen, der Beginn einer Wirtschaff eingerichtet, die im Laufe von Jahren mühsam aufgebaut wird. Die Mittel zum Unterhalt oder auch für den Betrieb holt der Arbeiter aus seinem Verdienst als Taglöhner in der Kolonie heraus, meist unter schweren Entbehrungen und bei einer überaus bescheidenen Lebenshaltung. Bei dem Plan der ״Kolonisation der Tausend“ wurde diese Einnahme des Siedlers als ein fester Posten ins Budget des Betriebes eingesetzt und in Zeiten, wo es genügend Arbeit gibt und.die Löhne nur einigermaßen europäischen Anforderungen entsprechen, haben sich die Arbeiter meist durch die ersten schweren Jahre durchschlagen können. Eine endgültige Beurteilung dieser Methode kann natürlich erst nach einem längeren Zeitraum möglich sein. Jedenfalls wird die Tendenz, sich aus eigenen Kräften eine Wirtschaft aufzubauen, immer stärker, und der Vorschlag von K-, der sich auf diese Basis stützt und Wege andeutet, wie Anleihen für eine solche Siedlungsarbeit beschafft werden können, wird viel Anklang finden. Ob freilich auch die Verwirkiiehung in größerem Maßstabe möglich sein wird, bleibt fraglich, weil heute eben Gelder für öffentliche oder halböffentliche Zwecke — und darum handelt es sich doch — schwer zu bekommen sind. Waochope zurück Der High Commissioner Wauchope ist am 18. d. M. nach Palästina zurückgekehrt. * Die Rede des High Commission ers in Genf wird von der arabischen Presse Palästinas im allgemeinen ruhig kommentiert. Alle arabischen Zeitungen stimmen darin überein, daß die Darlegungen Wauchopes über die Verelendung des Fellachen anzuerkennen seien, nur müsse man fragen, was denn die Regierung zur Besserung des Loses der Fellachen getan hat. Was den Legislative Council betrifft, so erklären die arabischen Zeitungen, daß die Araber eine derartige Institution, die nach den Worten des High Comrnissioners in Ueberein- Stimmung mit den Bestimmungen des Mandats stehen müßte, nicht akzeptieren werden. Die Nachricht über den Rücktritt des Landentwicklungsdirektors F r e n c h wurde in Palästina im Regierungsblatt, der ״Offizial Gazette“ mit der Bemerkung veröffentlicht, daß der Rücktritt aus ״privaten Gründen“ erfolgt ist. Die jüdische Presse hat sich zunächst mit ihren Kommentaren zurückgehalten. Die arabische Zeitung ״Al Dschamia“ schreibt, French sei zurückgetreten, weil die Arabische Exekutive seinen Bericht abgelehnt hat. Der Rücktritt sei ein Triumph der arabischen Sache. — Es ist interessant, daß hier, w׳ie schon öfter, Juden und Araber im Negativen übereinstimmen. Von Adolf Böhm, Wien. Der Zustrom von jüdischem Kapital nach Palästina hält unvermindert an. Im Monat September wanderten 111 Personen mit einem Mindestkapital von je tausend Pfd. ein. In den Banken liegen sehr große Summen, Mil- Honen Pfunde, brach, deren Eigentümer nach Anlage suchen. Diese wird gefunden in Pflanzungen, städtischen Bauten und Industrie. Während in letztere nur ein bescheidener Teil der einströmenden Gelder fließt, ist in Bauten und Pflanzungen eine Konjunktur eingetreten, welche zum Teile schon an diejenige von 1925 erinnert, die sich bekanntlich sehr unheilvoll ausgewirkt hat. Die Bodenpreise steigen in einem beängstigenden Tempo. ״Mischar we Taasjah“, Nr. 12/13, berichtet, daß in Tel-Awiw infolge der Tätigkeit der Makler und Aufkäufer Steigerungen bis 50 Prozent zu verzeichnen sind. ״Boust ׳nai“, Nr. 28, berichtet, daß einige jüdische Organisationen mit Bodenbesitzern in Tel-Awiw verhandetten, zum Zweck des Baues eines neuen Viertels. Da kamen Bodenmakler dazwischen und boten zweifache Preise und darüber für den Boden. Solche Fälle lassen sich beliebig vermehren. Leider steht die Gesamtheit diesem Treiben ziemlich ohnmächtig gegenüber. Die bekannten Mittel einer städtischen Bodenpolitik: Konzentrierung einer großen Bodenfläche in den Händen der Verwaltung, richtige Verkehrs- und Steuerpolitik (Wertzuwachssteuer) usw. können teils angesichts des Mangels an Budgetüberschüssen der Gemeinde, teils aus anderen Gründen derzeit nicht helfen. Der KKL., der die städtische Bodenpolitik nicht mehr nur in seinem Programm hat, sondern sie in den letzten Jahren auch in großzügiger Weise betrieb, — siehe den Kauf der Haifabay- Böden, des Bodens für das Nord viertel von Tel-Awiw u. a. m. — ist jetzt durch den Rückgang der Einnahmen und der in diesem Jahre starken Belastung für Rückzahlung von Kaufshypotheken finanziell nicht in der Lage, ohne Erschließung neuer, besonderer Einnahmequellen städtischen Boden zu kaufen, um so mehr als er auch wegen verschiedener ländlicher Terrains zur Arrondierung seines Besitzes in Kaufverhandlungen steht. Jedenfalls aber sollte die Erinnerung an die Krise von 1925 und die jahrelange schwere Depression, die auf sie folgte, für die Käufer selbst, die für die Böden unangemessene Liebhaberpreise zahlen, eine ernste Warnung sein. Die Steigerung der Preise für Neukäufe erhöht automatisch für den Moment den Wert der schon bebauten Terrains, d. h. unweigerlich folgt eine Steigerung der Mieten mit ihrer Verteuerung des ganzen Lebens-Standards, der Arbeitslöhne usw. So schließt sich dann der Zirkel: die Kaufkraft der breiten Masse sinkt, der Absatz stockt, die Preise und Mieten fallen usw. Je teuerer jemand Boden gekauft und bebaut hat, desto mehr wird er daran verlieren. Schon an und für sich wird das Treiben der Preise durch die bestehende Kapitalsinflation im Lande, die in der Richtung einer Verteuerung wirkt, begünstigt, was sich nur deshalb noch nicht sichtbar auswirkt, weil das Pfund gefallen ist und auf einige Zeit eine Marge gegenüber den Goldländern besteht, die Spekulation, die hinzutritt, bringt die Preise auf ein unhaltbares Niveau. Sicherlich ist die Gefahr gegenwärtig noch lange nicht so groß, wie 1925, wo ein wahrer Taumel herrschte, ein richtiger ״Boom“, und die jüdische Wirt- Schaft weder so ausgedehnt, noch so konsolidiert und gesund war wie heute. Aber das Spekulationsfieber wird durch eine anhaltende Konjunktur genährt, und es ist nicht ausgeschlossen, daß auch diesmal die Uebertreibungen sich in einer Weise häufen werden, daß ein ernster Rückschlag eintreten kann. Es ist ohnehin unausweichlich, daß die Länder mit Preisen in entwerteten Pfund, also auch Palästina, langsam zu den Weltpreisen in Gold aufsteigen werden. Dieser Prozeß wird sich wahrscheinlich sehr langsam vollziehen, aber jedenfalls liegt schon darin ein Moment der Gegenbewegung gegen die Konjunktur, Es ist daher jedenfalls nötig, rechtzeitig ein Wort der Warnung auszusprechen, wie es auch 1925, damals ohne jede Wirkung von verschiedenen Seiten geschehen ist. (ln diesen Biättern wurde Schreiber dieser Zeilen 1925 wegen einer solchen Warnung ein ״Störer des Aufbauwerks“ genannt.) Nicht gegen die Ausdehnung der städtischen und ländlichen Siedlung sind diese Warnungen zu richten, nur gegen den W a h n, daß sich die Preise für Boden unmäßig steigern lassen. Wenn die Käufer von Boden sich weigern würden, Phantasiepreise zu zahlen, so würde der Uebcr- Spekulation begegnet werden. Diese Aufklärungsarbeit müßten die Stadtgemeinde Tel-Awiw und die