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Jüdische Rundschau · 1932-10-25 · Heft 85 (25.10.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 85 (25.10.1932)
Date
1932-10-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer Q£3 Qoldnutrk ״Was geschieht mit den Judenf" JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Ausiands»borm«rfnents werden in de» Wihrum? der einzelnen!Ander berechnet, Anreieenpreie: 8 Reep. NonpareüWzevle 0,50 G - M. Stellengeench« 0,25 G. M. Nummer 85 I Berlin, 25. X. 1932 Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.Hn Berlin W15, MeinekestrJO. Telefons J1 Bismarck 7165-70. Anm%«t*ehIaK; Di»n«t«K «*d freit«* »»ehmt**•*• 4Uhr RedaktionMchluS Sonntag and Mittwoch nachmittag. Postscheck - Konten : Berlin 17392, Bas«! V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 39433, Budapest 59693, Danzig 1973, Haag 140 470, Prag 59410, Riga 4155. Straeaburg 16430, Warschau 190708, Wien 156030. Benk»K0Bt«n: Dresdener Bank, Depositen ־ Kasse Berlin, Kurfü1*«uUtajn 52; Etzmiisiache Kreditbank, Cematxti (Rumänien); Angle Palestine Co, in Hall«, leruealem, Tel ״Aviv. תשרי תרצ״ג rn | xxxvn. Jahrg. Det■ Zlonlamu» eralrabt «Ir das jUdliche Volk Ule Schaffung elnsr ÖHentlkh . rechMIch gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.•• Von der Woche Die Nationalsozialisten entwickeln in Wien eine fieberhafte Tätigkeit. Vorige Woche kam es im Arbeiterviertel Simmering zu schweren Zusammenstößen zwischen Sozialdemokraten und Nationalsozialisten, wobei es Tote und Verletzte gab. Im Anschluß daran überfielen an der Technischen Hochschule und an der Universität nationalsozialistische Studenten jüdische Hoch Schüler, um ״Rache für die Vorfälle in Simmering“ zu nehmen. Die jüdischen Studenten vereinigten sich zu einem Proteste, In welchem sie es ablehnen, generell mit den Sozialdemokraten, gegen die sich der politische Kampf der Nationalsozialisten in erster Linie richtet, identifiziert zu werden. Die Christlich-Sozialen, die bisher in Oesterreich die stärkste Partei waren, erblicken in der nationalsozialistischen Tätigkeit eine schwere Bedrohung ihrer Position und versuchen, durch eine leidenschaftliche Betonung ihres seit Luegers Zeiten inzwischen gemäßigter gewordenen Judenhasses den Nationalsozialisten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Regierung Dolfuß ernannte einen gleichfalls antisemitischen Heimbund-Führer IVv zum Staatssekretär für Sicherheit und Ordnung, um den reaktionären antisemitischen Instinkten der Bevölkerung entgegenzukommen. Anläßlich einer Interpellation über die Ernennung und die Tätigkeit Staatssekretär Feys kam es im österreichischen Nationalrat zu schweren Zusammenstoßen zwischen Christlich-Sozialen und Sozialdemokraten. Tintenfässer wurden geschleudert, Handgreiflichkeiten ausgetauscht, wobei der sozialistische Führer Dr. Otto Bauer von den Christlich-Sozialen immer wieder mit dem Worte ״Sauj u d“ beschimpft wurde. Daß es dem ehemaligen Außenminister Oesterreichs, Dr. Bauer, der sich stets bemüht hat, seine Zugehörigkeit zum Judentum zu bagatellisieren, passieren muß, gerade seines Judentums wegen angegriffen und beleidigt zu werden, ist wieder ein Beweis, daß es keinem öffentlich wirkenden Judenstämmling gelingt, seiner Vergangenheit und Abstammung zu entrinnen. Die Vorgänge Im österreichischen Nationalrat ׳m vtwj. Entspricht der neue Kurs, den das neue Rundfunkregime in Berlin durchgeführt hat, den so oft proklamierten Grundsätzen ״christlich-nationaler Gesinnung“? Eines ist festzustellen: Alle Programme werden genau untersucht, ob in ihnen nicht jüdische Themen oder jüdische Autoren enthalten sind. Angeblich soll nach dem ״Vorwärts“ die Zurückweisung einzelner Personen wegen jüdischer Namen durch einen Vermerk geschehen, daß die Beschäftigung der betreffenden Persotten ״unerwünscht“ sei. Vor einigen Tagen wurde in der ,,Stunde der Unterhaltung“ im Berliner Rundfunk von Ludwig T rautmann als erstes Gedicht der bekannte ״Stur m“ von Morris Rosenfeld aus den ״Liedern des Ghetto“ (übersetzt von Bcrthold F e i w e 1) vorgetragen. Aber welche Ver- Wandlung erfuhr Rosenfelds ״Sturm“! Von ״Judenverfolgung und Judentod“, von ״wir sind verlorene, verlassene Juden“, war keine Spur mehr zu finden. Es hieß immer an Stelle von Juden ״Russen“ oder ״Menschen“. Das Gedicht hat durch diese Tarnung seinen ganzen Sinn verloren. Die Fälschung wirkt sinnlos und macht die dafür Verantwortlichen lächerlich. Aber es steckt System darin. Die wahre und erschütternde Schilderung eines Judenschicksals, die Rosenfeld gibt, könnte die Hörer nachdenklich machen und manchen zur wahren Erkenntnis der Judenfrage führen. Das aber liegt nicht in den Intentionen der einer vulgären Volksstimmung Rechnung tragenden Veranstalter. Wenn schon über Judenfrage im Rundfunk geredet wird, dann muß es anders geschehen. Wir haben nun auch dies erlebt. Am 22. d. M. hat der Redakteur der nationalsozialistischen ״Brennessel“, K ö h n, ehemaliger Theaterkritiker der Scherl-Presse, im Rundfunk unverblümt antisemitische Ausführungen machen dürfen. Seine Rede war weder witzig! noch geistreich, sie spekulierte nur auf die niedrigen Instinkte des' Pöbel-Antisemitismus. Nicht nur gegen diese T e n d e n z , son-> dern auch gegen das Niveau ist zu protestieren, aber es ist charakteristisch, daß für die Rundfunkleitung offensichtlich die Tendenz sogar das Niveau heiligt. Empörte Rundfunkhörer erkündigten sich sofort bei der Rundfunkleitung, wer der ano• nyme Schmäher sei, doch wurde ihnen keine Auskunft gegeben. Trotzdem gelang es, den Namen des Vortragenden, der an Stelle Alfred Kcrrs, welcher jahrelang ״Glossen der Woche“ im Rundfunk zu sprechen pflegte, von der neuen Rundfunk-Intendantur berufen wurde, festzustellen. Diese Berufung und der Vortrag Köhns lehren, was es mit der neuen ״überparteilichen“ Ein- Stellung des Berliner Rundfunks für eine Bewandtnis hat. Es hieß, daß man den Rundfunk aus den Klauen der Politisierung reißen wolle, weswegen man alle linksstehenden Autoren und Vortragenden — in der Hauptsache Juden — entlassen habe. Nunmehr zeigt es sich, was die Rundfunkleitung Berlins unter ״Ueberparteilichkeit“ versteht. * Anläßlich der jüdischen Feiertage entwickelte die Gottlosen-Propaganda in Sowjetrußland eine besonders eifrige Tätigkeit. Das Moskauer Exekutivkomitee beschloß im Zusammenhang mit dieser Aktion, die große Synagoge der städtischen Moskauer Kinogffjjischaft zu übergeben. Gegen diesen Beschluß appellierte der Synagogen1■ ■n -un.l beim alllw®e Tn^Kag &*" Moskauer Sowjets annullierte und erklärte, daß die große Synagoge nur jüdisch-gottesdienstlichen Zwecken zu dienen habe. Ein zweiter Erlaß bestimmt, daß Vorstände der jüdischen Gemeinde (Gabbaim) nur wahlberechtigte Bürger sein dürfen. Bisher galt es, auf Betreiben der Jewsekzia, als unvereinbar mit sowjetischem Bürgerrecht, das Ehrenamt eines Synagogenvorstehers zu bekleiden. Aus den Entscheidungen des Zentralexekutiv-Komitees geht hervor, daß die russische Regierung in der Frage der jüdischen Religionsgemeinden viel unbefangener und einsichtsvoller vorgeht, als die jiddischen Kommunisten cs haben wollen. Es liegt uns fern, der russischen Zcntralregierung in Angelegenheit der jüdischen Religion eine besondere Einsicht oder Rücksichtnahme zu bescheinigen. Der Wahrheit gemäß muß aber festgestellt werden, daß die nichtjüdischen Kommunisten in Fragen der jüdisehen Religion viel unbefangener urteilen als die Jewsekzia, die sich durch einen besonderen Elan in der Bekämpfung des ״jüdischen Klerikalismus“ als zuverlässig bei den Zentralbehörden zu empfehlen bemüht ist und außerdem ihre alten innerjüdisehen Parteiressentiments betätigen will. Wieder einmal wiederholt sich der aus der jüdischen Geschichte bekannte Vorgang, daß die ärgsten Verfolger des Judentums aus den Reihen der jüdischen Abtrünnigen kommen. Wirfsdiaftlldie MiglfdikeUen in Palästina Politische Arbeit Die Ankündigung des Geschäftsführenden Ausschusses und des Landesvorstandes der Z. V. f. D., daß die Resolution des Frankfurter Delegiertentages über die politische Stellung der Juden in Deutschland zur Grundlage einer intensiven politischen Tätigkeit der Z. V. f. D. gemacht werden soll, hat, wie wir bereits jetzt feststellen können, in den Kreisen der deutschen Zionisten eine sehr starke Resonanz, gefunden. Obwohl der Aufruf des Landesvorstandes erst in der vorigen Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ veröffentlicht war, sind uns bereits viele Zustimmungs-Kundgebungen zugegangen. Es zeigt sich, daß die Parole der Z. V. f. D. auf großes Verständnis gestoßen ist. Die Empfindung dafür, wie unbefriedigend die jetzige Situation in bezug auf die Juden ist und wie dilettantisch die jüdischen Fragen von den offiziellen oder selbst ernannten jüdisehen Wortführern von vorgestern behandelt werden, ist allgemein. Hat doch die politische Entwicklung dazu geführt, daß in den meisten jüdischen Kreisen, die noch vor kurzem ihre Unsicherheit hinter stark aufgetragenem Selbstbewußtsein verborgen haben, eine offen ein gestandene Ratlosigkeit Platz greift. Dieser Zustand ist aber nichts anderes als eine natürliche Folge der Halbheit, ein Resultat jener Haltung, die nicht versteht, daß am Anfang aller jüdischer Politik die eigene jüdische Erkenntnis der Judenfrage stehen muß. In Zeiten, wo es hart auf hart geht, kommen wir mit Verschleierungen und Versehwommenheiten nicht mehr aus. Auch die nichtjüdische Oeffentlichkeit beschäftigt sich in wachsendem Maße mit der Judenfrage, und die Erfahrung beweist, daß eine Auseinandersetzung nur dann erfolgreich geführt werden kann, wenn der Jude als Jude, im vollen Bewußtsein der historischen und blutmäßigen Bedingtheit seiner Position für die jüdische Sache eintritt. Die Aufgabe einer jüdischen Politik ist überaus verantwortungsvoll, weil wir nicht nur unsere Gleichberechtigung als Staatsbürger und unseren Platz in dem Gefüge der Gesellschaft zu verteidigen haben, sondern auch das Recht auf die Entfaltung unserer jüdischen Eigenart, auf jüdisches Ausleben, für uns in Anspruch nehmen müssen. Es hat sich gezeigt, daß jeder andere Versuch einer Eingliederung der Juden, etwa durch hemmungslose Assimilation, nicht nur sein Ziel verfehlt, sondern noch Begleiterscheinungen ,zeitigt, die für das Judentum und Äf ■ oidrtjüdisdte Weit unerwünscht .sind, partim liegt es nahe, daß eine ־־jUukwhe Politik ” n&r ttf tmserrm Bejahung des Judentums erfolgreich und zweckmäßig geführt werden kann. Die Z. V. f. Dkann die vom Delegiertentag gebilligten Pläne nur durchführen, wenn die Zionisten die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen. Die Antworten, die wir auf den Aufruf betreffend den Politischen Fonds der Z. V. f. D. erhalten haben, sind ein verheißungsvoller Anfang. Es ist zu erwarten, daß auch die Zionisten, die bisher nicht reagiert haben, sich in entsprechendem Maße beteiligen werden. Die Arbeiten müssen unverzüglich in Angriff genommen werden. Es ist also naheliegend, daß auch der den Arbeiten dienende Fonds schnell aufgebracht werden muß. Eine starke zionistische Organisation kann vieles schaffen. Aber ihre Stärke und Schlagkraft hängt von der Unterstützung der Zionisten ab. Der Frankfurter Delegiertentag hat uns einen neuen Impuls gegeben, dessen Wirkungen wir in der kommenden Arbeitssaison spüren werden. Die Verteilung der neuen Palästina-Zertifikate Jerusalem, 23. Oktober. Die Einwanderungs-Kommission der Jewish Agency hat in ihrer Sitzung am 21. Oktober beschlossen, von den von der Palästinaregierung der Jewish Agency für die laufende sechsmonatige Einwanderungs- Periode bewilligten 4500 Einwanderungszertifikaten 1000 Zertifikate für Verwandte von Palästinaeinwohnern zur Verfügung zu stellen. Schwierigkeiten ergeben sieh hinsichtlich der Höhe des für Mittelstandseinwanderung zu bewilligenden Teils der Zertifikate. Die Vertreter der Allgemeinen Zionisten erklärten, daß die Mittelstandseinwanderung heute wichtiger sei als die von Chaluzim; sie fordern demgemäß 1500 Zertifikate für Mittelständler, während für Chaluzim nur 1400 Zertifikate reserviert bleiben sollen. Die Allgemeinen Zionisten drohten, sie würden, wenn nicht den Mittelstandsein- Wanderern angemessene Einwanderungschancen gegeben würden, ihre Vertreter aus der Zionistischen Exekutive zurückberufen. (Wieso die Vertreter der Allgemeinen Zionisten erklären können, sie würden ihre Vertreter aus der Zionistisehen Exekutive zurückrufen, bleibt unerfindlich. Unseres Wissens sind die Mitglieder der Zionistischen Exekutive vom Kongreß gewählt und nur diesem verantwortlich. — A. d. Red.) Man glaubt, daß ein Kompromiß auf der Basis zustande kommen wird, daß den Mittelständlern etwa 500 bis 1000 Zertifikate zur Verfügung gestellt werden werden. Hier verlautet, daß 400 von den bewilligten 4500 Zertifikaten von der Regierung zurückbehalten werden würden, um sie zur Seßhaftmaehung jüdischer Touristen zu verwenden, die auf Grund von Touristen-Visen nach Palästina gekommen waren, sich aber nachträglich entschlossen haben, dauernd im Lande zu verbleiben. Die arabische Presse kommentiert in scharfer Form die Bewilligung von 4500 Arbeiterein Wanderungszertifikaten durch die Palästinaregierung. ״Felestin“ erblickt in dieser neuen Maßnahme des High Commissioners die unausgesprochene Absicht, junge Juden zu militärischen Zwecken nach Palästina kommen zu lassen. ,,Felestin“ schreibt: Wenn Tausende von Zertifikaten für junge Leute von 18 bis 36 Jahren bewilligt werden, so ist dies der beste Beweis dafür, daß die Regierung mit der Ausgabe der Zertifikate militärische Zwecke verfolgt und darauf abzielt, ״in Palästina ein Jüdisches Nationalheim, das über bewaffnete jüdische Streitkräfte verfügt, zu erbauen“. In der letzten Zeit hat sich in Deutschland und in anderen Ländern der Diaspora ein lebhaftes Interesse für die Möglichkeiten produktiver Kapitalinvestitionen in Palästina gezeigt. Wir glauben daher, vielen Lesern einen Dienst zu erweisen, wenn wir von Zeit zu Zeit Beiträge veröffentlichen, in denen Fachleute auf Grund ihrer paläsiinensischen Erfahrung die Möglichkeiten in einzelnen Zweigen der palästinensischen Wirtschaft erörtern. Indem ivir die Darlegung eines Agronoms über Grapc-Fruit in Palästina wiedergeben, möchten wir nicht verfehlen, darauf hinzuweisen, daß einer der ersten Pioniere der Grape-Fruil- Kultur in Palästina Prof. Otto Warb u r g gewesen ist. Prof. Warburg ist bereits zu einer Zeit, als die Grape- Fruit auf dem. europäischen Kontinent noch keineswegs populär war, für Grape-Fruit-Pflanzungen in Palästina in der ״Jüdischen Rundschau“ eingetreten. Am 19. Juli 1929 hat die ״J. R.“ einen Artikel von Prof. Warburg über dieses Thema gebracht. Inzwischen ist, teilweise dank der palästinensischen Produktion, auch in Deutschland die Grape-Frnit bekanntgeworden, und. wir konnten bereits im vorigen Jahre in der R.“ darauf hinweisen, daß z.B. in Perlin gerade die palästinensische Grape-Fruit sich einer großen Verbreitung und Beliebtheit erfreut Red. Grapc-Fruit - Plantagen Von Dr. B. Schönfeld, Agronom (Orangen-Grapefruit- Plantagenbcsitz.cr in Chedera). Die Geschichte der Grapefruit in Palästina ist eine kurze. Vor dem Kriege wurde die Grapefruit durch den Agronom Brill (״Pica“), eingeführt, der aus Florida das Veredelungsholz —ürapefruitzweige — hereingebracht, hier die ersten ßäurae veredelt hat und so die Kultur der Grapefruit, die hier im Lande vollständig unbekannt war, einführte. Es war ein Versuch, der sich im Bezirk der Versuchsstation abspielte und seinerzeit mehr wissenschaftlichen als wirtschaftlichen Interessen diente. Der Krieg, der wenige Jahre später ausbrach, hat die Möglichkeit weiterer wissenschaftlicher Forschungen auf dem Gebiete dieser Frucht ausgeschaltet. Nach Kriegsende gab cs in Palästina nur wenige Bäume — einige Dun am mit veredelter Grapefruit — und ganz wenige Kolonisten benutzten die Gelegenheit, um in ihren Plantagen Grapefruit einzuführen. Die Pica selbst war es fast ausschließlich, die die Anpflanzung dieser Frucht in ihren Plantagen erweiterte. Die ersten Grapefruit-Exporte wurden nach Aegypten gemacht. Die amerikanischen Touristen, die damals in der Wintersaison in Aegypten in den vornehmsten Hotels weilten, forderten Grapefruits, so daß die Nachfrage bei weitem größer als das Angebot war. Das Resultat war, daß man in Aegypten zirka 20 Shilling per Kiste Grapefruit erzielte, das heißt, zirka 14 Shilling netto vom Baum. Dieser Erfolg der wenigen tausend Kisten Grape-Fruit, die nach Aegypten geschickt wurden, gab Anlaß für die weitere Verbreitung dieser Kultur. Die führenden Kolonisten Palästinas empfahlen in Wort und Schrift die Anlage von Grapefruit im Ausmaß von 5«/ס vom Umfang ihrer Orangerien. Es waren nur wenige Kolo-

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