Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1932-10-07 · Heft 80 (7.10.1932) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 80 (7.10.1932)
Date
1932-10-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2653348-2653429--23212-2681549
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Memoiren eines Mbir&nnigen Einzelnummer OM Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. AusUndiiaHoaneTiisrsita werden in der Wührunc der einzelnen iJInder berechnet. Aneeiirenprei»; 8 «99p. Nonpareillezeile 0,50 G-M. Stellengesuch# 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag und Anzeigen -Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr.iO. Telefon: J 1 Bismarck 7165-70. Anseicamsdhlttfi: ÜUnit■! und Freite« nachmi tt a!• 4 U kr RedaktionsschluÄ Sonntag und Mittwoch nachmittag. Postscheck * Konten; Berlin 1739-2, Basel V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 39433, Budapest 59693, Dan»* 1973, Hang 140 470, Prag 59410, Riga 4155, Strasshurg 16430, Warschau 190708, Wien 156030. Rank-Konten: Qresdener Bank, rVpomien - Kasse Berlin, Kuriürstendamm 524 Rmnlnische Kreditbank, Cemauti (Rumänien): Anglo Palästina Co. in Hall», Jerusalem, Tel - Aviv. ז׳ תשרי תרצ״ג I xxxvn. jakrg. «■MMMMSMMMSMaMMaJLMmHSIMMMM■■ Per Zionismus erstrebt fOr Sei jUdlich• Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm." Kampf gegen Erwerbslosigkeit Am 25. September fanden in Berlin die Gesamtvorstands- Sitzungen der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge statt. Als wesentliehe Ergebnisse der Beratungen konnte der Vorsitzende die folgenden Punkte hervorheben: Der Gesamtvorstand legt einmutig den größten Wert darauf, daß die Einrichtung der dringend notwendigen Heilstätte für tuberkulöse jüdische Männer nunmehr baldigst und entschieden gefördert wird. Die Erholungsfürsorge soll im Hinblick auf den Gesundheitszustand vor allem der Kinder und Jugendliehen unbedingt aufrecht erhalten werden. Die Lehrgänge für j ü d i s c 11 - s o z i a 1 e Ausbildung und F o r t b i Idüng sollen eine Umgestaltung in der Richtung erfahren, daß sie auch in geeigneter Weise an mehreren Stellen im Reich veranstaltet werden. Die von dem Vorsitzenden des Wohlfalirtsamtes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin abgegebene Erklärung, daß mit der baldigen Errichtung des U e b e r g a n g s 11 e i m s für gefährdete jüdische Mädchen zu rechnen sei, wurde zur Kenntnis genommen. Der Gesamtvorstand erklärte sich ferner zur Mitarbeit an und zur Werbung für die Zeit- Schrift ״Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik“ bereit. Ueber die Fragen der Zusammenarbeit mit den großen interkonfessionellen Organisationen soll demnächst eingehend besonders berichtet werden. Im Mittelpunkt der Gesamtvorstandssitzungen standen Referate und Aussprache über: Hilfe für die Erwerbslosen — Kampf gegen die Erwerbslosigkeit! Dr. Friedrich Ollendorff schilderte die durch die außerordentlichen Einschränkungen der öffentlichen Wohlfahrtspflege für die jüdische Wohlfahrtspflege geschaffene neue Lage und erörterte die besonders gefährdete Lage der erwerbslosen jüdisehen Jugend und die auf diesem Gebiet geschaffenen und noch notwendigen Einrichtungen. Schließlich wurde die Frage ver- Der Einzug Iraks in den Völkerbund Von unserem Genfer Mitarbeiter. K-j, Genf, den 3. Oktober. Neben dem ״alteingesessenen“ Persien und der vor einigen Monaten aufgenommenen Türkei ist nun das Königreich Irak als dritter mohammedanischer und als erster nationalarabischer Staat in den Völkerbund eingezogen. Angesichts der Krise, die der Völkerbund durchlebt, haben grolle und kleine Staaten sowohl in der Generaldebatte und in den Kommissionen wie auch in der der Aufnahme Iraks besonders gewidmeten Sitzung der Völkerbundsversammlung mit begreiflichem Eifer dieses Ereignis als einen bedeutenden Aktivposten in der Entwicklungsgeschichte des Völkerbundes unterstrichen. Man kann natürlich bezweifeln, ob der Völkerbund durch den Eintritt eines Staates wie der Irak irgendeine tatsächliche Stärkung erfahren hat, aber man wird nicht ablcugnen können, daß das Erscheinen Iraks auf der Bühne der internationalen Politik als selbständiger Staat von weitreichender, ja historischer Bedeutung nicht nur für den Irak selbst, sondern auch für die ganze arabische Nation und für die künftigen politischen Entwicklungen im Nahen Osten ist. Der von den lraki nunmehr als ״Unabhängigkeitstag“ gefeierte 3. Oktober 1932 wird wohl gleichzeitig von der ganzen arabischen Nation als ein denkwürdiges und viel versprechendes Ereignis in der Geschichte ihrer aufkeimenden nationalen Wiedergeburt bewertet werdet!. Für die weiteren weltpolitischen Entwichlungen und für die mit Palästina verbundene Judenheit ist dieses Ereignis insofern von großer Wichtigkeit, als cs den ersten Schritt auf dem Wege zur gänzlichen Aufgabe des Mandatsystems in den Gebieten, die vor dem Kriege unter türkischer Herrschaft standen und kurz als Mandate der Kategorie ״A“ bezeichnet werden, bedeutet. Schon in seiner ersten Dankrede hat der Vertreter Iraks der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß ״seine Brüder, deren Schicksal noch nicht geregelt Ist, schon bald als gleichberechtigte Mitglieder des Völkerbundes in Genf werden erscheinen können“. Der Vorsitzende der Versammlung, M. P o I i t i s , und der britische Außenminister Sir John Simon hoben besonders hervor, daß es sich um den ersten arabischen Staat handelt, der Völkerblindmitglied wird. Der türkische Außenminister und der Vertreter Frankreichs sprachen ausdrücklich von der baldigen Emanzipation Syriens. Einige Genfer Vertreter der ״Syrischen Liga für die Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte“ verteilten unter dem Publikum ein Manifest, das die sofortige Befreiung Syriens und seine Aufnahme als Mitglied in den Völkerbund in für Frankreich nicht besonders freundlichen Tönen fordert. Die Regierung Iraks hat zu dieser für sie so wichtigen Völkcrbundvcrsammlung eine insgesamt 27 Personen zählende und sehr repräsentative Delegation entsandt. Neben dem Delegationsführer, Ministerpräsidenten Nouri Paschaes-Sa'id, gehören ihr der Finanzminister Rustan Haidar, der Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, ein Mitglied des Senates und zehn Abgeordnete an. Wie wir von einer dieser Delegation nahestehenden Persönlichkeit erfahren konnten, soll Ministerpräsident Nouri Pascha gleich nach seiner Rückkehr aus Genf dem Könige die Demission der ganzen jetzigen Regierung überreichen. Zu seinem Nachfolger ist der Führer der nationalistischen, jetzt in Opposition zur Regierung stehenden Partei, Jassim Pascha Haschimi, ausersehen. Die Gründe dieses Regierungsstärkter Mittelbeschaffung behandelt und auf die neue aussichtsvolle Form der sogenannten ״Blocksammlungen“ hingewiesen. Dr. Max Kreut zberger sprach sodann über ״P r o - dukti ve Erwerb slosenfürsorg e“. Nach einer Schilderung der allgemeinen und jüdischen Wirtschaftssituation in Deutschland mit besonderer Berücksichtigung des Umfangs und der Struktur der jüdischen Erwerbslosigkeit verlangte er eine Konzentration des jüdischen sozialen Aufwandes und eine sinnvolle und planmäßige Berufspolitik. Nach einem Hinweis auf die Siedlungsbestrebungen und auf die besonders schwierige Lage der Jungakademiker legte er eingehend die zur Verstärkling des jüdischen Arbeitsnachweiswesens notwendigen Maßnahmen dar. Zum Schluß verlangte er eine der Erhaltung der Wirtschafts- und Lebenskraft der jüdischen Gemeinschaft dienende Neuordnung der jüdischen sozialpolitischen Arbeit, zu der auch eine Rangordnung der Gemeindearbeit gehören müßte. Der Referent schloß mit einem Hinweis auf die internationalen Zusammenhänge und appellierte an die neuen und großen Verpflichtungen der jüdischen Gemeinschaft. Beide Referenten hoben die besondere Lage der Ausländer hervor und wiesen eindringlich auf die" dadurch gegebenen Notwendigkeiten hin. Die Sitzung der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise hatte folgendes Ergebnis: Die hohe Bedeutung des Land- Werks Neuendorf bei Fürstenwaide wurde allseitig anerkannt, dem Ausbau des jüdischen Arbeitsnachweis Wesens, unter anderem durch einen Werbemonat für diesen Zweck allseitig zugestimmt. Die Aufrechterhaitung der Wanderfürsorgeorganisation und der von ihr durchgeführten internationalen Zusammenarbeit wurde gefordert. Wechsels sollen in erster Linie mit dem geplanten allarabischen Kongreß Zusammenhängen, der schon jm Winter!alests׳ JI1WS"ftleh־‘'Bi||laf'"®6er'uleM''und" inte# dem' Ehrenvorsitz Königs Feisals stattfinden soll. Den tatsächliehen Vorsitz des Kongresses soll der für den Nachfolger Nouri Paschas ausersehene Jassim Pascha führen. Nouri Pascha, der sich gegenüber Großbritannien in den vorbereitenden Verhandlungen zum Eintritt Iraks in den Völkerbund naturgemäß persönlich ziemlich weit engagieren mußte, wäre für die Rolle des Vorsitzenden eines allarabischen Kongresses nicht die richtige Person; daher die Notwendigkeit seiner Demission, die keineswegs als ein Mißtrauensakt seitens des Königs, sondern als rein taktischer Schritt zu bewerten wäre. Aus der gleichen Quelle erfahren wir, daß Nouri Pascha gleich nach seiner Demission zum Gesandten in Paris und zum ständigen Vertreter Iraks beim Völkerbund ernannt werden wird. Die obigen uns erteilten Auskünfte müssen freilich mit Vorsicht und Zurückhaltung aufgenommen werden, da sie von einer der Oppositionspartei angehörenden Seite stammen. Gömbös ungarischer Ministerpräsident. Rassenschützler Gömbös, einer der radikalsten Führer der ״Erwachenden Magyaren“, die vor ungefähr zehn Jahren die blutigste Judenhetze in Ungarn betrieben und zahlreiche Morde an Juden verschuldet haben, ist nunmehr, nachdem er vorher jahrelang Honvcdminister gewesen war, vom Reichsverweser Horthy zum ungarischen Ministerpräsidenten ernannt worden. In seiner Antrittsrede erklärte Gömbös, daß er jedermann in Ungarn, der sich den Aufbau des Landes ernstlich angelegen sein lasse, als Ungarn anerkennen wolle. Die demokratische und liberale ungarische Presse stellt mit Genügtuung die Wandlung des Radauantisemiten Gömbös, des Bewunderers Hitlers, und Protektors der nach Ungarn geflüchteten Erzbcrger-Mürder, fest und hofft, daß Gömbös sein Versprechen, alle ungarischen Staatsbürger nach ihren Verdiensten und nicht nach ihrer Rasse und ihrem Glaubensbekenntnis zu behandeln, halten werde. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Hoffnung erfüllen wird. Immerhin verdient es, vermerkt zu werden, daß in Ungarn ein ehemaliger Pogromist allmählich bis zum Rang des Ministe! pr isidenten emporsteigen konnte. Zum Fall Weiß-״Angriff“. Nur, wer sehr optimistisch ist, wird sich der Meinung hingeben, daß durch das Urteil in dem Beleidigungsprozeß des Polizeivi/epräsidenten Weiß der Methode persönlicher Verleumdung und Verunglimpfung im politischen Kampf ein Ende gemacht ist. Der Kampf gegen Weiß wurde mit den Mitteln des infamsten Antisemitismus geführt. Die nationalsozialistischen Akteure dieser traurigen Skandalaffäre wollten Weiß diskreditieren, indem sie ihm sein Judentum vorwarfen, und wollten das Judentum diskreditieren, indem sie Weiß als jüdischen Repräsentanten hinstellten und ihm als solchen allerlei Verfehlungen andichteten. Immer wieder hörte man in dieser Sache die freche Frage: ״Kann denn ein Jude eine Ehre haben?“ — Dr. Weiß ist, wie nicht anders zu erwarten war, rehabilitiert. Die Hetze gegen das Judentum wird weitergehen. Ob das, was die Herren vom ״Angriff“ und ihre Genossen in dieser Sache getan haben, den von ihnen heraufbeschworenen ״deutschen Ehrbegriffen“ entspricht, das zu beurteilen muß dem deutschen Volksempfinden überlassen bleiben. Die nächste Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ erscheint wegen der Feiertage am 14. Oktober 1932 im Zeichen des Aufschwung Neujahrs - Ausblick in Palästina — Ein Jahr Waudiope — Palästinas handelspolitische Schlechterstellung — Araber in Genf Wie aus Palästina berichtet wird, ist der Neujahrstag von der dortigen jüdischen Gemeinschaft besonders feierlieh begangen worden. Alle Zeitungen erschienen in stark vergrößertem Umfang und durch alle Aeußcrungen zieht sich ein Ton der Zuversicht und Hoffnung. Die palästinensische Judenheit kann in der Tat auf ein Jahr erfolgreicher Arbeit zurückblicken. Wenn noch vor einem Jahr Befürchtungen über die Zukunft des Palästinawerkes die Stimmung beeinträchtigt haben, so hat sich in diesem letzter! Jahr ein rn e r k 1 i e h e r U m s c 11 w ung vollzogen. In den Peßaclitagen mit ihren großen Festlichkeiten, dem jüdischen Massenbesuch im Lande, der von der fortschreitenden Wirtschaftsentwicklung zeugenden Levante-Messe, hat sich zum ersten Male kulminierend diese neue Wendüng deutlich gezeigt. Ein halbes Jahr ist seitdem vergangen, und obwohl wir natürlich noch lange nicht aller Sorgen ledig sind, kann gesagt werden, daß die Hoffnungen des Frühjahrs nicht getrogen haben und sich ein dauernder Aufstieg der jüdischen Arbeit im Lande vollzieht. Diese Entwicklung ist der Entschlossenheft, der Initiative, dem Mut und der Ausdauer des palästinensischen Judentums zu danken, das genau weiß, welche gewaltige Rolle es trotz seiner numerischen Kleinheit im Gesamtjudentum zu spielen hat. Das Judentum überall in der Galuth nimmt lebhaften Anteil an den Vorgängen in Palästina, immer stärker wird das Galuth mit dem Lande verbunden, und wenn wir die palästinensischen Juden und die, die es in diesem Jahre geworden sind, zu ihrem Erfolg beglückwünschen, so sind wir uns bewußt, daß hier nicht ein jQ»§ «nr AuSensteheiidc ges«ndt wird, <sönieffc׳'daß׳ wir selbst, das jüdisch* Volk als Ganzes, an diesem Werk beteiiigt sind und es ein Teil von uns ist. Das vergangene jüdische Jahr war auch das erste Jahr der Regierung des neuen High Commissioners Sir Arthur Wauchope. Mit seinem Amtsantritt hat eine neue Epoche der Palästinapoliti 1c eingesetzt. Nach dem Sturz der englischen Regierung im Herbst 1931, durch den Lord Passfield aus dem Kolonialamt entfernt wurde, und mit dem gleichzeitigen Rücktritt Sir John Chancellors war eine neue Situation gegeben, der man zunächst abwartend gegenüberstand, die aber heute bereits allgemein als eine wesentliche Besserung empfunden wird. Lieber den neuen High Commissioner wurden in der A.-C.-Sitzung sehr freundliche Worte gesprochen, und die Würdigung, die seine Tätigkeit in der palästinensisch-jüdischen Oeffentlichkeit findet, zeugt von dem Respekt, den er sich erworben hat. Allgemein wird hervorgehoben, daß Wauchope sich nicht aus dritter Hand informieren läßt, sondern — getreu der Verheißung seiner Antrittsrede — das erste Jahr dazu benützt hat, die Verhältnisse des Landes persönlich so genau wie möglich kennenzulernen und sich ein unabhängiges Urteil zu bilden. Tatsächlich hat er auch das Land bereist, in jeder Siedlung und in jedem Dorf durch Fühlungnahme mit der Bevölkerung allseitige lnformationen eingezogen und es hat den Anschein, daß dieser Mann die spezifischen Probleme Palästinas begriffen hat und die Verantwortung, die mit dem Amt eines Gouverneurs auf so historischem Boden verbunden ist, empfindet. Das Jahr, das er sich selbst als Studienzeit gesetzt hat, ist nun vorbei, und man wird wohl nicht fehlgehcn, wenn man annimmt, daß Wauchope jetzt — wenn auch mit Vorsicht . zu konstruktiver Politik übergehen wird. Viele Probleme harren der aktueilen Behandlung, und wenn man auch glauben kann, daß der Bericht des Mr. French nicht die Billigung des High Commissioners und daher auch nicht der Regierung finden wird, so wird sich die Notwendigkeit ergeben, an Stelle der abgelehnten Politik eine andere zu setzen. Vielleicht wird es Wauchope gelingen, eine Milderung der Gegensätze zwischen den beiden Völkern Palästinas zumindest in praktischen Fragen herbeizuführen. Palästina hat Aufgaben zu bewältigen, die in keinem Verhältnis zu seiner Kleinheit stehen. Die Regierung hat die finanziellen Sorgen zu tragen, die durch die schwere Notlage des größten Teiles der Bevölkerung verschärft werden. Die Regierung hat daher das stärkste Interesse an einer wirklichen produktiven Ausnützung aller Möglichkeiten des Landes. Das Fellachen-Problem, mit dem die Regierung trotz aller Stcucrnachlässe nicht fertig werden kann, ist nur ein Teil des Problems der Liquidierung der wirtschaftlichen Rückständigkeit. Von jüdischer Seite liegen ausgearbeitete Vorschläge vor, die in Anbetracht der gegebenen Verhältnisse wohl als die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.