Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 76 (23.9.1932)
- Date
- 1932-09-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer Oß5 Goldmark Die doppelte Disziplin JCDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedenDiena tag u.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. AraUndsafaannementa werden in der Währung der einreinen Länder berechnet« Anreigenprei*: 8 geep. NonpareillezeÜe 0,50 G.-M. Stelleneemiche 0,25 G.-M. Nummer 76 | Berlin, 23. IX. 1932 Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m. b. H., Berlin W15, MeinekestrJO. Telefon: J 1 Bismarck 7165-70. Aazeigenaci11t1£: Dienstag und Freitag nachmittag• 4 U br Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Pflitichack - Konten! Berlin 17392, Baeel V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 394 33, Budapest 59693, Danzig 1973, Haag 140470, Prag 59410, Riga 4155. Strasburg 16430, Warschau 190708, Wien 156030 Bank-Konten! Dresdener Bank, Depositen ־ Kaase Berlin, KurfürateDciamn» 52! Rumämache Kreditbank, Cemauti (Kuminienh Anglo Paleetine Go. m Hella, lern aal em, Tel -Aviv. כ״ג אלול תרצ״ב | xxxvn. Jah,g. Psr Zlowlamwa •rstrabt für das Jüdisch• Volk dl• Schaffung •ln«r ttffantllch«rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. ״Baseler Programm." Die nädisfc zionisi. Arbeifsperiode Günstige Anzeidien Nach alter jüdischer Tradition wird das Arbeitsjahr in zwei Semester geteilt, die von Pessach bis Rosch Haschanah und in der Zeit nach Sukkoth bis Pessach laufen. Pessach und die Herbstfeiertage sind Ruhepausen, in denen Rückschau über das Vergangene und Pläne für die Zukunft gemacht werden. Auch die Arbeit der Zionistischen Organisation in Deutschland hat an diese alte Ordnung des jüdischen Lebens angeknüpft und teilte ihre Tätigkeit in Winter- und Sommerarbeit. Aus selbstverständlichen Gründen lag das Schwergewicht immer auf der Wirrterarbeit, und diese pflegte nach den Herbstfeiertagen zu beginnen. In diesem Jahre aber kann man feststellen, daß die Winterarbeit, die sonst erst im Spätherbst einzusetzen beginnt, schon in den ersten Septembertagen aufgenommen wurde. Hierfür sind zwei Gründe maßgebend gewesen: Estens die zweifellos vorhandene verstärkte zionistische Stimmung, besonders bei der jüdischen Jugend, und zweitens die Tatsache des Delegiertentages, der die Zionisten Deutschlands veranlaßt hat, sofort nach dem Ende der Sommerferien mit einer sonst für diese Jahreszeit ungewöhnlichen Intensität sich mit zionistischen Angelegenheiten zu befassen. Der Delegiertentag in Frankfurt, über dessen Bedeutung noch ausführlich zu sprechen sein wird, zeigte in seinem Verlaufe, sowie in den Nebentagungen und Beratungen, die ihn umrankten, daß die Zionistische Organisation in Deutschland sich in einem Zustande der Konsolidierung und des Aufschwunges befindet. Die starke Anteilnahme von Gästen, besonders jugendlichen Alters, die Jugendversammlung nach dem Delegiertentage, sowie die Hechaluz-lConferenz lieferten den Beweis, daß die Judenheit in Deutschland infolge verschiedener Ursachen aufgelockert und bereit ist, zionistische Gedankengänge in sich aufzunehmen. Diese Erscheinung ist kein Ergebnis der allgemeinen Verelendung, sondern eine instinktmaßige Reaktion auf die erhöhte Gefahr, der die jüdische Komponente des deutsch-jüdischen Menschen gegenwärtig infolge einer unglückseligen Entwicklung in den letzten hundert Jahren ausgesetzt ist. Die jüdische Substanz ist in Gefahr! Das ist die grundlegende Empfindung des größten Teiles der deutsch-jüdischen Jugend, und dieses Gefühl treibt die Jugend dazu, Anschluß an eine Richtung zu suchen, welche in Erkenntnis der jüdischen Galuthsituation das Prinzip vom Primate des Judentums in der jetzigen Epoche für jüdische Mensehen aufgestellt hat. Der Frankfurter Delegiertentag war ein glücklicher Auftakt. Dal gleiche läßt sich auch von der Tagung der deutschen ״Wizo“ sagen, die vor dem Delegiertentage in Frankfurt abgehalten wurde, ln den zwei Wochen, welche seit jenen Tagungen verstrichen sind, haben in einer ganzen Reihe von Ortsgruppen Zusammenkünfte stattgefunden, in denen die Anregern- Einkommensteuer 10 Palästina? Jerusalem, 20. September. (J. T. A.) Die Palästina- Regierung hat die Jewish Agency und die arabische Exekutive eingeladen, Vertreter in das Komitee zur Ausarbeitung eines Einkommensteuer-Entwurfs zu entsenden. Die arabische Exekutive hat die Entsendung von Vertretern aus dem Grunde abgelehnt, weil auch jüdische Vertreter eingeladen werden. In jüdischen Wirtschaftskreisen ist man entschieden egen die Einführung einer Einkommensteuer, die auf der einen eite den Zufluß von neuem Kapital nach Palästina dämmen, auf der anderen Seite doch hauptsächlich die jüdische Bevölkerung belasten wird. Hierin sind Industrielle und Kolonisten einer Meinung. * Jerusalem, 18. September. (J.T. A.) Vertreter der jüdischen Organisationen Palästinas hielten in Jerusalem eine Versammlung ab und beschlossen, eine Liga für Schaffung einer Zoll-Union zwischen Palästina und England zu gründen. Dem Organisationskomitee gehören an: Dr. Chajim Arlosoroff, je ein Vertreter des Waad Leumi, des Kolonisten- und des Industriellen-Verbandes, schließlich Dr. K a s t e I i a n s k y. _ Stadtkonlerenz Berlin Am Sonntag, dem 25. September, findet die zweite zionistische Stadtkonferenz in Berlin statt. Auf dieser Konferenz werden sich alle aktiven zionistischen Arbeiter vereinigen, um in sorgfältiger Beratung das Arbeitsprogramm für den kommenden Winter zu besprechen. Die erste zionistische Stadtkonferenz hat weit über den Rahmen der Delegierten das regste Interesse in allen zionistischen Kreisen Berlins gefunden, und daher ist zu erwarten, daß die jetzige Konferenz dein zionistisehen Leben Berlins einen starken Auftrieb geben wird. Die Tagung beginnt mit einem Berichtsreferat von Herrn Dr. Werner Bloch. Es folgt ein Referat des Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Kurt Blumenfeld, über die zionistische Aufgabe in Berlin. Nach der Aussprache zu diesen Referaten ist die Nachmittagssitzung der Palästinafrage gewidmit. Dr. Elias Auerbach wird diese Sitzung mit einem Referat ״Palästina von heute in unserer zionistischen Arbeit“ einleiten. N e w Y o r k, 19. September. (J. T. A.) Mit dem Dampfer ״Vulcania“ haben sich 200 amerikanische Juden — Chaluzim, Mittelstandssiedler, Studenten und Touristen — nach Palästina begeben. gen, die von Frankfurt ausgingen, bereits sichtbare Ergebnisse zeitigten. Wir erhalten fortlaufend Berichte von gelungenen Veranstaltungen, von lebhaften Aussprachen der interessierten und neuinteressierten Mitglieder der einzelnen Gruppen. Beispielgebend für ganz Deutschland ist diesmal Berlin gewesen. Die Versammlung vom 17. September im Lehrervereinshaus in Berlin war eine Heerschau der jugendlichen Zionisten in der Reichshauptstadt. Die hebräische Tagung der Jugend am 17. und 18. vereinigte Vertreter der meisten jüdischen Jugendbünde, und wer an dieser Tagung als Beobachter teälzunehmen Gelegenheit hatte, war von dem frischen Geist und der Schaffensfreudigkeit der jungen Menschen freudig überrascht. Viele Gruppenverbandstagungen sind angekündigt. Bemerkenswert ist, daß die diesjährige Rosch Haschanah-Aktion des Keren Kajemet Lejisrael wie niemals bisher über eine so große Anzahl von Helfern verfügt, daß auf jeden Sammler nur die Hälfte des Arbeitspensums aufgeteilt werden konnte, das sonst einem Sammler zugewiesen wurde. All das sind Symptome, die den tätigen Zionisten in Deutschland neuen Mut zur Fortsetzung ihrer Arbeit geben. Das Wort, welches auf dem Delegiertentage gesprochen wurde, daß die Zionistische Organisation eine ״Heimat unterwegs“ sein soll, wird zur Wahrheit in jeder Hinsicht Die Verhältnisse, unter denen die Juden jetzt in Deutschland leben, sind wenig tröstlich. In einer solchen Lage kommt es vor allem auf die seelische Haltung an, denn nur sie allein ist eine zureichende Voraussetzung, um sich angesichts der herrschenden Nöte und der drohenden Gefahren mit Aussicht auf Erfolg behaupten zu können. Um Hilfe in der Welt zu finden, muß man zuvor sich selbst gefunden haben. Die in der Zionistischen Organisation in Deutschland organisierten Juden schließen gegenwärtig ihre Reihen dichter zusammen. In einer Stimmung erhöhten Arbeitswillens, stärkerer Bereitschaft zu menschlichem, jüdischem und zionistischem Zusammenschlüsse ׳*dficken sie sich ah, im kommenden Halbjahr ihre zionistischen und jüdischen Aufgaben zu erfüllen. Die letzten Wochen haben gezeigt, daß die zionistische Auffassung von starkem Vertrauen der einzelnen Zionisten und von weiten Kreisen der noch außerhalb der Organisation stehenden Juden getragen wird. Unter diesen günstigen Auspizien ist zu erwarten, daß der kommende Winter eine Zeit fruchtbarer zionistischer Betätigung in Deutschland für die Zionistische Organisation und für das Wohl der gesamten Judenheit in Deutschland sein wird. Innerlich geschlossen, kampfbereit für zionistische und jüdische Aufgaben und abwehrbereit gegenüber Bedrohungen von außen blicken wir dem neuen Arbeitsabschnitt mit Zuversicht entgegen. Ueberlall auf ]Odische Touristen in Transjordanien Jerusalem, 19. September. (J. T. A.) Eine Gruppe i ü - discher Touristen aus Palästina, die einen Ausflug nach Transjordanien machte, wurde bei ihrer Ankunft in es-Salt von arabischem Mob angegriffen, wobei mehrere der jüdischen Touristen Verletzungen davontrugen. Den Erzählungen der nach Tel-Awiw zurückgekehrten Touristen ist zu entnehmen: An der Fahrt hatten sich 28 Touristen beteiligt. Als der Ausflugs-Autobus in es-Salt hielt, hörten die Touristen einen Schuß, der, wie sie bald merkten, das Signal für den nach Hunderten zählenden arabischen Mob war, sich zu einem Ueberfall auf die Ausflügler zu sammeln. Plötzlich wurde der Autobus mit Steinen bombardiert, während gleichzeitig die arabischen Polizisten, die zugegen waren, verschwanden und die Touristen ihrem Schicksal überließen. Der Autobus-Führer kurbelte, bevor noch die Angreifer bis an den Wagen herankamen, entschlossen die Maschine wieder an und fuhr schnell in der Richtung Amman davon. Seiner Geistesgegenwart ist es zu danken, daß man nicht noch mehr Verletzte zählt. Der kommandierende Offizier der arabischen Legion und Leiter des Sicherheitswesens in Transjordanien, F. G. Peake Pascha, übernahm mit zwei Autos, besetzt mit bewaffneten Polizisten, den Schutz des Ausflugs-Autobusses bis zu dessen Wiedereintreffen an der palästinensischen Grenze. Die überfallenen Touristen unterbreiteten dem High Commissioner eine Beschwerde über die mangelnde Sicherheit in Transjordanien. * Jerusalem, 20. September. (J. T. A.) Wie aus Amman mitgeteilt wird, hat die transjordanische Polizei in es-Salt 40 Araber verhaftet, die an dem Ueberfall auf die jüdischen Touristen aus Tel-Awiw teilgenommen hatten. 18 der Verhafteten stehen in noch sehr jugendlichem Alter. Die Verhaftun gen erfolgten auf Grund der durch die jüdischen Touristen beim High Commissioner in Jerusalem vorgebrachten Beschwerde. Jerusalem, 20. September. (J. T. A.) Wiederum haben arabische Hirten ihr Vieh auf die Felder der jüdischen Kolonie Sheik Abrek zur Weide getrieben. Bei einem Versuch der Kolonisten, die Araber zum Verlassen der Felder zu bewegen, kam es zu einem Zusammenstoß, bei dem ein jüdischer Kolonist verletzt wurde. Die Polizei verhaftete einen Araber. Bodengesellsdiaften und Mifielsiandskolonisaiion Von Heinrich Margulies; Tel-Awiw I. Das Schlagwort von der Ansiedlung des Mittelstandes steht in der letzten Zeit — man kann auch sie schon nach Jahren zählen — im Vordergrund zionistischer Debatten. Kongreß- Parteien haben sich seiner bemächtigt und so ist daraus eine Sache von Meinungsstreit, Theorie und Prinzip, von Kräfte* gruppierung und Fraktionspropaganda geworden. Unter dein, Druck dieser Gruppierung und Propaganda bemüht sich die Exekutive etwas zu tun, was abweicht von ihren früheren Tätigkeiten und worauf sie als spezielle Mittelstandspolitik hinweisen kann. Handelt es sich dabei um eine besondere Aktion für städtischen Mittelstand, Kleinindustrie z. B., so kann man vielleicht tatsächlich sagen, daß es so etwas früher nicht gegeben hat — nicht so sehr weil es sich um Mittelstand, sondern weil es sich um Industrie handelt, das allzu lang vernachlässigte Stiefkind zionistischer Kolonisation. Auch heute gibt es noch keine Instanz, welche industrielle ״Kolonisation“ betreibt, nämlich das Ansetzen von Fabriken, Fabrikanten und Arbeitern. Es gibt, mehr oder weniger, Kredithilfe an bestehende Fabriken, das ist alles. Darüber hinaus blieb und bleibt nach wie vor alles der Privatinitiative überlassen, d. h. der Unternehmer muß hundertprozentig sowohl die Investierung wie das Risiko bereitstellen, und erst wenn er das Schlimmste hinter sich hatte, nehmen ihn, langsam und schwerfällig, kreditgebende Instanzen zur Kenntnis. Ganz anders aber verhält es sich mit der land wirfschaftlichen Mittelstandskolonisation. Man kann nicht sagen, daß es sie noch nicht gab; nichts weniger als das. Und nicht nur, daß sie existierte: sie hatte, neben großen Mißerfolgen, ganz große Erfolge zu verzeichnen. Allerdings hatte, im früheren Stadium, die zionistische Exekutive nichts damit zu tun. Ihr Kolonisationsdepartment, konzentrierte sich bis in die vorletzte Zeit hinein auf die An■* Siedlung von Unbemittelten auf Keren Kajemeth-Boden. Alles was davon abwich, d. h. grundsätzlich jede Ansiedlung auf privatwirtschaftlichem Boden und unter Inanspruchnahme noch so geringer Gelder seitens des Siedlers selbst wurde als Privat- Wirtschaft bezeichnet und der Privatinitiative, d. h. sich selbst überlassen. . _ _ , In manchen Fällen hat diese Privatinitiative tatsächlich dazu ausgereicht, blühende Kolonien zu schaffen: MagdieJ z. B. und manche Orte, die von den ״Bnei Benjamin“, den. durchaus privatwirtschaftlich orientierten Kolonistensöhnen aufgebaut wurden. Aber man kann sich ausrechnen, wie eng die Grenzen einer solchen Tätigkeit bleiben mußten, wenn keine radikale Unterstützung durch Kolonisationsinstanzen einsetzte: Außer Kolonistensöhnen, die sich auf die elterliche Wirtschaft stützten, konnten nur kapitalkräftige Einwanderer die lange Ansiedlungsperiode durchhalten, und deren Anzahl war gering. In die Lücke, welche das Kolonisationsdepartment schuf, stellten sich einzelne Bodengesellschaften. Nicht die P. L. D.C., obwohl sie dem Einfluß der Zentralen am nächsten stand. Sie beschränkte sich entweder auf die reine Vermittlung von Bodenkaufen, teils für den Keren Kajemeth, teils für private Auftraggeber, oder sie kaufte Komplexe für eigene Rechnung (in der Stadt Jerusalem, auf dem Carmel usw.), um sie zu parzellieren und ohne darüber hinausgehende Verpflichtungen Einzelkäufern anzubieten. Das Herüberbringen und Ansetzen von Siedlergruppen, die Gewährung von Siedlungsbeihilfen und Bau- oder Equipierungskrediten, das alles lag außerhalb ihrer Tätigkeit. Die Haifa Bay Co. dagegen beabsichtigte, das große Terrain des Haifa Bay-Geländes, das sie für eigene Rechnung erworben hatte, so zu erschließen (״ameliorieren“), daß eine kolonisatorische Ansiedlung aus Kreisen des Mittelstandes möglich würde, sei es in Gruppen, sei es einzeln. Der Versuch mißlang, aber das Mißlingen hatte nichts mit dem Problem des Mittelstandes selbst zu tun: mit unzulänglichen Mitteln ausgerüstet und überdies schlecht verwaltet, blieb die Gesellschaff stecken, bevor sie zu den Ameliorierungsarbeiten kam, sie mußte zwangsausverkaufen und den weitaus größten Teil ihres Besitzes zu Verlustpreisen an den Keren Kajemeth, bzw. an die Palestine Economic Corporation abtreten. Auf den ihr verbliebenen Böden sind bisher Ansiedlungen (mit der einzigen Ausnahme eines rumänischen Pioniers, Katz) nicht erfolgt. Das Ameliorierungsprogramm der Haifa Bay Co. sah lediglieh vor: Sanierung, Parzellierung, Straßenbau und Wasseranschluß. Da ein großer Teil davon in der jüngsten Zeit fertiggestellt wurde, und da auf dem (nunmehrigen) Keren Kajemeth* Boden eine Arbeitersiedlung entstanden ist, die das erste Leben, in die Wüste brachte, wird die Frage der Ansiedlung auf den Haifa Bay-Böden bald wieder aktuell werden, aber es wird sich dann bemerkbar machen, daß das Programm der Gesellschaff zwar eine Bodenpräparierung, aber keine Ansiedlungshilfe (Bau- und Equipierungskredite) einschließt. Die Am zic ging darin weiter. Sie kaufte ebenso wie die Haifa Bay große Flächen für eigene Rechnung, um sie für- Mittelstandskolonisierung zu präparieren. Sie lieferte ihren Käufern nicht nur kultivationsfähige Böden, sondern baute ihnen auch Häuser gegen 18jährige Hypotheken zu 6 °/e (Herzlia) oder gegen die noch günstigeren Rückzahlung» bedingungen, die bei den Keren Hajessod-Siedlungen üblich sind (Balfouria). Schlechte Auswalil der Objekte und schlechte Verwaltung führten bei einzelnen Komplexen zu vollen Mißerfolgen: teils entstanden überhaupt keine, teils entstanden lebensunfähige Siedlungen, oder solche wie Baifouria, die noch viel Zeit und Kraft beanspruchen werden, bevor man sie als gesichert betrachten kann. Etwas anders liegt die Sache in Afule, dessen Entwicklung durch Wassermangel aufgehalten wurde und dieser Mangel ist jetzt offenbar behoben. Aber selbst wenn man wenigstens für die Vergangenheit Afule als nicht geglücktes Experiment bezeichnen will, so steht doch neben all diesen aufgczählten Dingen eine Siedlung, wie die von Herzlia, •die einen großen Erfolg und ein Musterbeispiel gelungener an dsko Ionisation darstellt.