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Jüdische Rundschau · 1932-08-19 · Heft 66 (19.8.1932) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 66 (19.8.1932)
Date
1932-08-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 316 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 66, 19. VITT. 1932 Aushau der Universität Jerusalem Kultur, die ihre früheren Blüten in Palästina wiederum zeitigen soll, 11m die Kultur des Landes entscheidend zu befruchten. Die überwältigende Majorität der Zionistischen Organisation und des jüdischen Volkes steht hinter der auf dem Karlsbader Kongreß abgegebenen Erklärung, die auch die englische Regierung in ihrer offiziellen Verkündigung über die britische Politik mit höchster Befriedigung zitiert: ״Es ist die Ent- Schließung des jüdischen Volkes, mit dem arabischen Volk in Beziehungen der Eintracht und der gegenseitigen Hochachtung zu leben und zusammen mit ihm das gemeinsame Heim in ein blühendes Gemeinwesen zu verwandeln, dessen Aufbau einem jeden seiner Völker eine ungestörte nationale Entwicklung sicherstellt.“ In einer geläufigen Terminologie ausgedrückt: auf Grund des endlich verkündeten Mandats kann und wird in Palästina ein N ationalitätenstaat entstehen, in welchem die Juden und die Araber mit gleichem Recht nebeneinander leben und die Kultur eines jeden Volkes unangetastet in Kooperation und in edler Konkurrenz sich entfaltet, um die besten und schönsten Formen des sozialen Lebens in Palästina zu verwirklichen. Dies zu sagen in diesem Moment der großen Erfüllung, &te die Arbeit von Jahrzehnten krönt, ist das Gebot der sittliehen Pflicht und der politischen Klugheit, die letzten Endes in großen historischen Entwicklungen Hand in Hand gehen und dasselbe nur in verschiedenen Formen ausgedrückt bedeuten.“ Wenn wir die heutige politische Lage, zehn Jahre nach der Mandats-Bestätigung überblicken, so muß gesagt werden, daß zwar das jüdische Aufbauwerk einen außerordentlichen Aufschwung genommen, gewaltige Leistungen geschaffen hat und sich in seiner unaufhaltsamen Dynamik noch weiter auswirkt, daß jedoch das politische Hauptproblem, von welchem Dr. Jacobson in dem hier zitierten Artikel spricht, nicht weitergekommen ist. Jacobsons Ausführungen lassen erkennen, daß man sich auch im Moment der Mandatsbestätigung bewußt war, daß dieser Akt nicht alles ist, daß er nicht die realen Konflikte löst. In Palästina bestand aber ein Problem, das aktiven Zugriffs bedurfte. Die Araber waren eine Realität, mit der die Mandatarmacht rechnen mußte. Wenn später die Theorie von dem ״Dualismus“ des Mandates aufkam, so liegt dies nicht so sehr an unvollkommenen Formulierungen, als an der Tatsache, daß zwei Faktoren da waren, die das Leben mitbestimmten. Die englische Auffassung der Durchführung des Palästinamandats wurde in der letzten Palästina-Debatte, die im Unterhaus stattfand, und zwar am 22. April 1932, von dem Unterstaatssekretär für Kolonien, Sir Robert Hamilton, der als Freund der zionistischen Sache galt und sogar der ״Liga für das siebente Dominion“ angehörte, folgendermaßen formuliert: ״Wir haben alle Mitgefühl mit der Enttäuschung, die jeden befallt, der mit großer Begeisterung an eine Sache herangeht und schließlich sieht, daß die Zeit verstreicht und die von ihmi erhofften Errungenschaften noch ein Zukunftstraum sind, ln den letzten Jahren hatten wir ein Zusammentreffen von Ereignissen, die für alle, die einen schnelleren Fortschritt deT Dinge in Palästina wünschten, Enttäuschung brachten. Die Frage des Jüdischen Nationalheims in Palästina hat mich immer an eine Reise erinnert, die jemand in einem Boot stromaufwärtsi unternimmt. Wenn er plötzlich auf Untiefen und Stromschnellen stößt, muß er das Boot ausladen und um die Stromschnellen herumtragen. Dann meint er, die Schwierigkeit überwunden zu haben und eine leichte Wendung vor sich zu haben, aber kaum biegt er um die Ecke, ist eine neue Stromschnelle vor ihm, und das Boot muß wieder entladen und wieder getragen werden. Es ist eine sehr harte und entmutigende Arbeit, aber gleichzeitig muß man wissen, daß, wenn man nicht die Ladung aus dem Boot nimmt, man das ganze Boot in den Stromschnelien verliert. Dies ist es, was uns in Palästina geschehen ist. Wir waren gezwungen, langsam vorzugehen, um zu verhindern, daß der ganze Plan von den Stromschnellen, durch die er zu gehen hatte, zerschmettert wird.“ * Das Palästinamandat hatte eine klare Sonderstellung innerhalb der Völkerbundsmandate. Der Gedanke eines ״Nationalheims“, der hier zum ersten Male in einem internationalen Dokument steht, war ein staatsrechtliches Novum. Der Streit, was darunter zu verstehen sei, wurde seitens der Mandatarmacht noch vor Bestätigung des Palästinamandates durch die authentische Interpretation im Churcliillschen Weißbuch vom Juni 1922 beendet. Innerhalb der zionistischen Welt freilich ist die leidenschaftliche Diskussion darüber weiter fortgeführt worden. Eine interessante Illustration zu diesem Streit lieferte in diesen Tagen eine Episode anläßlieh der Aufnahme der Türkei in den Völkerbund. Der Präsident der armenischen Delegation hat namens der armenischen Flüchtlinge an alle Mitglieder der Völkerbundsversammlung eine Petition gerichtet, worin daran erinnert wird, daß die Völkerbundsversammlung im Jahre 1921 eine Resolution zugunsten der Schaffung eines autonomen ״Nationalheims“ für die Armenier in der Türkei angenommen hat. Bekanntlich ist aus den den Armeniern gegebenen Versprechungen nichts geworden (wenn man von den Flüchtlingssiedlungen in Syrien absieht). Daß aber dasselbe Wort ״Nationalheim“' für die geplante armenische Kolonie in der Türkei verwendet wurde, läßt erkennen, daß im Völkerbund damals zumindest recht unklare Vorstellungen mit diesem Begriff verbunden wurden. Das Mandatssystem ist heute im Umbau. Gerade dieser Tage wurden Nachrichten verbreitet über Ver- Handlungen, die der Hochkommissär von Syrien, Ponsot, wegen der Ersetzung des syrischen Mandates durch einen Vertrag Syriens mit Frankreich führt. Irak soll bereits im nächsten Monat in den Völkerbund eintreten. (Aue! über den bevorstehenden Eintritt Aegyptens, das nicht zur Kategorie der Mandatsländer gehört, wird verhandelt.) Das Palästinamandat bleibt das einzige Mandat der Kategorie A, und es sind bekanntlich Mächte am Werk, die auch in Palästina in absehbarer Zeit eine Aenderung des Status herbeiführen möchten. Wie immer sich die Entwicklung gestalten mag, die im Mandat gegebenen Zusicherungen und Versprechungen werden stets die Grundlage und den Ausgangspunkt für alle künftige Am 14. August fand in London unter dem Vorsitz des Präsidenten der Hebräischen Universität, Dr. Chairn W e i z - mann, eine Sitzung des Kuratoriums und des akademischen Rates der Universität Jerusalem statt. Der Kanzler der Universitat, Dr, J. L. Magncs, beleuchtete in einem ausführlichen Expose die gegenwärtige Lage der Universität. Nach seinem Referat fand eine Aussprache statt, an der sich der Vorsitzende des akademischen Rates, Prof. L. S. Ornstein, Sir Herbert Samuel, James de Rothschild, Prof. Brodetsky, M, M. Ussischkin, Dr. Hexter, Dr. Maurice Karpf, Norman Bentwich, Prof. Kligler, Prinzipal Dr. Btichler, Prof. L. Roth, Dr. Ratnoff, Dr. D. Eder, Herr Green, Herr Hyman, Prof. Fraenkel, Harry Sacher, Dr. L. Kolm und S. Ginzberg beteiligten. — Die Sitzung des akademischen Rates wurde am Nachmittag unter dem Vorsitz von Prof. Ornstein abgehalten. Es wurden wichtige, den Ausbau der Universität betreffende Beschlüsse gefaßt, die u. a. die Errichtung zweier neuer Lehrkanzeln vorsehen. Dank der Freigiebigkeit von Sir Percival David (London-Bombay), der die Mittel für die Erhaltung eines Lehrstuhls für Kunst und Archäologie des Nahen Ostens für den Zeitraum von acht Jahren zur Verfügung stellt, wird dieser Lehrstuhl unter dem Namen ״Sassoon David-Lehrstuhl für Kunst und Archäologie des Nahen Ostens“ demnächst errichtet werden. Für die Besetzung des Lehrstuhls wurde bereits eine geeignete Persönlichkeit ausfindig gemacht. Es wurde ferner beschlossen, zwei neue Fachkombinationen für Prüfungszwecke aufzustellen, und zwar Klassizismus (nach Wahl entweder griechische Sprache und Literatur oder antike Geschichte in Verbindung mit lateinischer Sprache und Literatur) und Geschichte (griechisehe und römische Geschichte. Geschichte des Mittelalters) und internationales Friedensrecnt. Diese beiden Studiengruppen werden vorläufig als Nebenfach-Prüfungsgegenstände betrachtet werden. Für den Unterricht in lateinischer Sprache sollen Mitglieder des bisherigen Lehrkörpers herangezogen werden. Für die nächste Sitzung des Kuratoriums ist die Ent- Scheidung über die Berufung eines Dozenten für Geschichte der Neuzeit vorgesehen. Durch diese Berufung soll die historische Abteilung vervollständigt und damit Geschichte zu einem Hauptprüfungsfach ausgestaltet werden. Das Studienjahr 1933/34 wird einen weiteren bedeutenden Ausbau der Universität bringen. Für dieses Jahr ist die Errichtung einer landwirtschaftlichen Fakultät in Verbindung mit der Universitätsabteilung und landwirtschaftliehen Versuchsstation der Jewish Agency geplant. Die Fakultät wird unter Leitung von Dr. Chaim W e i z m a!1 n stehen. Für diesen Zweck werden im Laufe des nächsten Jahres besondere Mittel aufgebracht werden. Es wurde ein Komitee eingesetzt, das einen detaillierten Plan ausarbeiten soll, nach dem Forschung und Unterricht in angewandter Naturwissenschaft an der Universität eingerichtet werden sollen. Auf der Sitzung wurde ferner berichtet, daß die Arbeiten des mit der Aufbringung von Mitteln für eine Universit ä t s k I i n i k betrauten amerikanischen Komitees genügend weit vorgeschritten sind, so daß es notwendig erschien, ein Komitee einzusetzen, das einen geeigneten Bauplatz für diese Klinik ausfindig machen soll, damit bereits demnächst mit der Errichtung des Gebäudes begonnen werden könnte. Besondere Aufmerksamkeit wurde im Verlauf der Beratungen der Frage der Erschließung v 0 n Einnahmequellen für die Universität außerhalb Amerikas — das bisher fast das ganze Universitätsbudget gedeckt hat — Gestaltung abgeben müssen. Die Kräfte, die das jüdisehe Volk in das Palästinawerk versenkt, werden letzten Endes für die Lebenskraft des im Palästinamandat inkorporierten Gedankens maßgebend sein. Ein historisches Dokument, das man nicht in seiner richtigen Perspektive erfaßt und zu einer lebendigen Realität macht, bleibt im Grunde ein leeres Papier. Wenn aber ein Werk von innerer Notwendigkeit und eigener Spontaneität an das Dokument anknüpft, dann wird dieses Werk sein Eigenleben weiterführen. Die revisionistische Weltkonterenz in Wien Für die fünfte Weltkonferenz der Zionisten-Revisionisten, die am 28. August in Wien zusammentreten wird, ist eine einwöchige Tagungsdauer vorgesehen. Die feierliche Eröffnung wird im Zirkus Renz stattfinden. Bei dieser Gelegenheit werden Jabotin sky und Groß mann programmatische Reden über die Lage im Zionismus und die Ziele des Revisionismus halten. Die Geschäftssitzungen der Konferenz werden im Hotel Continental abgehalten werden. Die Wiener Polizeidirektion hat den Einberufern versichert, daß sie für Aufrechterhaltung für Ruhe und Ordnung unbedingt Sorge tragen werde. Man erwartet, daß etwa 150 Delegierte auf der Konferenz anwesend sein werden. Die revisionistische Exekutive desavouiert die palästinensischen Revisionisten Das Exekutivkomitee der Weltunion der Zionisten-Revisionisten in London veröffentlicht eine Erklärung, in der es feststellt, daß weder die Exekutive noch die revisionistische Bewegung als solche irgendwie für die Meinungen, die in der in Jerusalem erscheinenden hebräischen Wochenschrift ״Chasith Haarn“ zum Ausdruck gebracht werden, verantwörtlich gemacht werden kann. ״Chasith Haarn“ wird von einer Gruppe palästinensischer Revisionisten herausgegeben, von Achi-Mayer, einem der Führer der palästinensisehen Revisionisten redigiert und ist aut einen äußerst extremistischen Ton eingestellt. Achi-Meier ist der Anstifter der Stinkbombenszene bei der Antrittsvorlesung Bentwichs und der Anführer der Agitation gegen die palästinensische Volks- Zahlung. Er wurde, als er sich vor Gericht zu verantworten hatte, von den Revisionisten als eine Art Nationalheld gefeiert. Es ist zu begrüßen, daß die revisionistische Leitung von dieser Gruppe endlich abrückt. Aut der am 21. August in Kaschau beginnenden Zeitungs-Weltausstellung wird auch eine Sonderexpedition der hebräischen Presse in Palästina untergebracht werden, die auf Anregung des ehemaligen tschechoslowakisehen Konsuls in Palästina, Dr. Fric, durch den Keren Hajessod nach Europa gesandt wurde, zugewandt. Es wurden Maßnahmen erwogen, das unmittel■ bare Einkommen der Universität in Form von Vergütung für wissenschaftliche Leistungen usw. zu erhöhen und die jüdische Oeffentlichkeit in verschiedenen Ländern für die Bedürfnisse der Universität und ihre finanziellen Probleme zu interessieren. Ungeachtet der durch die gegenwärtige wirtschaftliche Krise bedingten großen Schwierigkeiten bei der Aufbringung von Mitteln konnten schädigende Einsparungen vermieden werden. Das Kuratorium beschloß, das Budget für das kommende Jahr mit 37700 Pfund festzusetzen. Mit diesem Budget wird es möglich sein, die bestehenden Abfcilungen zu erhalten und das im vorigen Jahre begründete biologische Lehrinstitut auszuhauen. Die Möglichkeit ausreichender Finanzierung der bestehenden Abteilungen und die Vorarbeiten für die Errichtung der landwirtschaftlichen Fakultät und der Universitätsklinik sind in hohem Maße den energischen Bemühungen Dr. N. Ratnoffs in New York zu verdanken, der es übernommen hat, eine Sonderaktion zur Aufbringung der nötigen Mittel als Ergänzung zu dem seit dem Beginn der Krise wesentlich gesunkenen ordentlichen Einkommen der Universität durchzuführen. Es wurde ein Komitee zur Ausarbeitung des endgültigen Entwurfs einer Verfassung für die Universität und zur Untersuchung der Möglichkeit einer Vereinfachung ihres Verwaltungssystems einschließlich einer Reorganisation des Kuratoriums sowie einer Ueberprüfung der Funktion und Zusammensetzung des Akademischen Rates eingesetzt. Andere Komitees werden sich mit dem vom Dozentenkollegium der Universität aufgeworfenen Fragen der Regelung der Lehrtätigkeit, der Priifungs- und Promotionsordnungen sowie mit den die studentische Diszip'in betreffenden Problemen befassen. Es wurde ferner beschlossen, die gegenwärtige Praxis der Bestätigung von Abschlußzeugnissen anerkannter hebräischer Mittelschulen in Palästina durch die Universität fortzusetzen und die Möglichkeit einer eventuellen Mitwirkung der Uni■ versität bei der Lösung der Frage der Abschlußprüfungen an den palästinensischen Schulen zu untersuchen. Im kommenden Jahre werden die ersten öffentlichen Aufnahmeprüfungen an der Universität abgehalten werden. In das Kuratorium wurden folgende Mitglieder neu gewählt: Mrs. Edouard Jacobs (New York), Richter Greenberg (Südafrika), Senator Van den Bergh (Haag) und Eh־. Israel Wechsler (New York). Ein Akademikerverband für die Universität 111 den letzten Wochen hat ein Initiativkomitee Pläne für die Gründung eines Weltverbandes jüdischer Akademiker zur Unterstützung der Hebräischen Universität ausgearbeitet. Die Piärie sehen die Gründung von Akademiker- Vereinigungen in den größeren Zentren der europäischen Länder vor, sowie eine diese umfassende Landesorganisation. Ein in jedem Land! festzusetzender Mitgliedsbeitrag soll erhoben werden, der sich etwa in der Höhe eines englischen Pfundes pro Jahr bewegen wird. Den Mitgliedern wird regelmäßig ein Nachrichtenheft zugehen, das in Jerusalem veröffentlicht wird. Das erste Heft ist bereits erschienen und enthält eine Reihe von Aufsätzen über verschiedene Tätigkeitsgebiete der Universität, insbesondere Beschreibungen von Instituten und Abteilungen, welche von deren Leitern verfaßt wurden. Es ist zunächst nur eine deutsche Ausgabe vorgesehen. Es besteht die Hoffnung, daß im Laufe der nächsten Monate sich ein Netz solcher Vereinigungen in allen europäischen Ländern bilden wird. Verschärfte Pressevorschriften in Palästina Jerusalem, 17. August. (J. T. A.) Soeben wurde eine neue Verordnung über das Pressewesen in Palästina veröffentlicht, durch die die bisherigen Vorschriften wesentlich verschärft werden. In der Verordnung wird bestimmt, daß der leitende Redakteur gleichzeitig auch der verantwortliche Redakteur sein muß. Eine Zeitung, die Nachrichten oder Artikel veröffentlicht, durch die die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdet werden könnten, kann vom High Commissioner suspendiert werden. Die Veröffentlichung von aufrührerischen oder verleumderischen Artikeln kann von den Gerichten mit Verbot der Zeitung für drei Jahre geahndet werden. Jede Tageszeitung, einschließlich der schon bestellenden, hat eine Sicherstellung von 150 Pfund zur Deckung der Strafbeträge der eventuellen Pressevergehen zu erlegen. Arbelterkonflikt in Palästina Jerusalem, 15. August. (J. T. A.) Zwischen dem Leiter der Ansiedlung holländischer Juden ״rladar“ *und laridwirtschädlichen Arbeitern des allgemeinen jüdischen Arbeiterverbandes Palästinas, Histadruth Haowdim, ist ein Konflikt ausgebrochen, weil der Leiter der Siedlung, statt die Arbeiter der Histadruth zu verwenden, Mitglieder der religiösen Arbeiterorganisation Paale Hamisrachi aus Petach Tikwah herangezogen hat. Als die misrachistischeii Arbeiter die Arbeit in der Siedlung aufnehmen wollten, kam es zwischen ihnen und den Mitgliedern der Histadruth zu einem Zusammenstoß, 20 Mitglieder der allgemeinen Arbeiterorganisation wurden verhaftet und werden sich wegen Störung der öffentlichen Ordnung vor Gericht zu verantworten haben. Kurze Nachrichten ■Wie aus den soeben veröffentlichten Berichten hervorgeht, haben die Einnahmen der Palästina-Regierung in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 657 289, die Ausgaben 511 655 Pfund betragen. Durch eine Verordnung des Distriktskommissars wurde im Distrikt Jerusalem das Verbot des Waffentragens und der Abhaltung von Versammlungen auf weitere drei Monate verlängert. in Te 1-Awiw wurde am 12. und 13, August die 50-Jahrfeier des Beginns der palästinensischen Kolonisation durch die Bilu festlich begangen. Die Hauptversammlung fand im Hofe des Herzl-Gmnasiums statt, wo sich nebst anderen Festgästen sämtliche noch überlebende Mitglieder der Bilu versammelt hatten. Zwischen der misrachistischen Kwuzah Kfar Baruch im Emek Jesreel und dem Beduinenstamm Iljadin, von dein ein Mitglied Anfang Juli bei einem Zusammenstoß zwischen jüdischen Kolonisten und Beduinen, die ihre Herden auf jüdischem Gebiet weiden ließen, getötet worden war, ist ein Friedenspakt abgeschlossen worden. — ........iiiiiiiiiiiih.....iihiimii..

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