Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 57 (19.7.1932)
- Date
- 1932-07-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zu den bevorstehenden zionistischen Tagungen Einzelnummer 0.35 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Auslattdaahonnements werden m d«t Währung der einzelnen Linder berechnet Anzeigenpreis: 8 gesp. Nonpareillezefle 0,50 G.-M. Stellengesuche 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr.lO. Telefon: J 1 Bismarck 7165-70. P81t1tb1ck.Ko»nn: Berlin 17392, B»el V 9355, Balcnd 68032 Bfüw#! 39433, Bud.p«t 59693, D.nrtg 1973, H•470 140 ״, Pur 59410 Ri«■ 4155, Str«»hurg 16430, W«r«ch*a 190708, Wien 156030 B«nk . Konten: Darmetädtsr- und National b.nk, Depo«1t«n - Km« Bnrlin, K.urivJr»tendsmm 52; Rumänische Kreditbank, Cemaufi (Rumänien). Angln Palästina Co. in Haifa, Jerusalem, Tel-Aviv. Nummer 57 1 Berlin, 19. VII. 1932 Redaktionsschlufi Sonntag und Mittwoch nachmittag. ט״ו תמוז תרצ״ב | xxxvil Jahrg. Der Zionismus erstrebt für Das Jüdische Volk die Schärfung einer dffentllch ■ rechtlich gesicherten Helmstltte In Palästina. ״Baseler Programm.“ BnuMMfcnnäs-PNHiKWNk Nochmals Kurfürstendamm | Lord Plmner [ Wie aus London gemeldet wird, ist dort am 16. Juli Feldmarschall Viscount Herbert Fl um er gestorben. Flumer war der zweite High Commissioner Palästinas. Er stand von 1925 bis 1928 au der Spitze der Palästina-Regierung. (Plumer war der unmittelbare Nachfolger Sir Herbert Samuels, der 192(1 bis 1925 Palästina verwaltete; nach Plumer kam Sir John Chancellor, 1928—1931, auf diesen folgte Sir Arthur Wauchope, der gegenwärtige High Commissioner.) Plumer ist einer der angesehensten Generäle der britischen Armee gewesen. F.r hat auch schon am Sudan-Krieg 1881־ und am Buren-Krieg tcilgenominen, war während des Weltkrieges Armeekommandant und später Befehlshaber der britischen Rheinarmee, übernahm dann das Oouvernorat von Malta, von wo er 1925 nach Palästina entsandt wurde. Plumers Amtszeit in Palästina war eine Zeit der Ruhe und Sicherheit im Innern und an den Grenzen, trotzdem damals gerade in der unmittelbaren Nachbarschaft Palästinas, im Drusen-Gebirge und in Syrien, ein Aufstand tobte. Seine Amtsführung stand vielfach unter militärischen Gesichtspunkten, und wenn auch die wichtigsten von ihm durchgeführten Maßnahmen, so die Auflösung der gemischten Gendarmerie und die Aufstellung des (judenreinen) transjordanischen Grenzkorps, von den Juden heftig kritisiert wurden, so schien doch in seiner Amtszeit jede Ruhestörung ausgeschlossen. Bekannt ist das charakteristische Gespräch geworden, das er einmal mit dem Präsidenten der Arabischen Exekutive, Muza Kazim Pascha, führte. Als dieser gewisse Forderungen stellte und sagte, im Falle der Nichtgewährung könne er keine Garantie für Ruhe und Sicherheit übernehmen, antwortete Lord Plumer: ״Diese Garantie brauchen Sie nicht zu übernehmen, dazu bin ich da.“ Die jüdische Oeffentlichkeit trat Plumer zunächst mit großer Zurückhaltung gegenüber, da es gefühlsmäßig eine schwere Enttäuschung bedeutete, daß nach Herbert Samuel ein Nichtjude zum High Commissioner ernannt wurde. Später aber gewann Plumer immer stärker die jüdischen Sympathien, insbesondere als er in der Zeit der schwersten jüdischen Arbeitslosigkeit, in den Jahren 1926/27, sich mit Wärme für eine Erleichterung der Situation einsetzte und persönlich für die Beschäftigung jüdischer Arbeitsloser bei öffentlichen Arbeiten eintrat. Andere wichtige Regierungsakte, die in Plumers Amtszeit fallen, sind d,m Gesetz über die Munizipalwahlen, das Gesetz über die jüdisehen Gemeinden uit#4.־i«,AliiiPÄ‘Anieihe Vpn WM#, Feptey, wurdlWöWntlfel1e:־Ä«ld''W«stinas (Anteil an 'der ottomanischen Staatsschuld und Defizit der Militlradmlnistration vor 1920) aus den Ueberschüssen des Budgets vollständig zurückgezahlt (insgesamt 820 000 Pfund). Plumer verließ bereits nach drei Jahren seinen Posten in Jerusalem, angeblich wegen Differenzen mit dem Londoner Kolonialamt in der Frage der Re- Organisation der militärischen Kräfte im Vorderen Orient. Kurz nach Plumers Abgang spitzten sich bekanntlich infolge der Aufbauschung der Kiagemauer-Affäre die Beziehungen zwischen iuden und Arabern überaus zu und unter Plumers Nachfolger am es 1929 zu dem furchtbaren Massaker. Auch nachdem er sich zur Ruhe gesetzt hatte, bekundete Plumer reges Interesse für Palästina-Angelegenheiten. In alter Kürze Der Waad Leurni beschloß, an der vom American Jewish Congress für den 14. August nach Genf einberufenen jüdischen Weltkonferenz teilzunehmen. Zu Delegierten des Waad Leumi wurden Rabbi Meier Berlin, Joseph Sprinzak und Elijahu Berlin gewählt. Der Waad Leumi hat in seiner letzten Sitzung seinen Vertretern im Zionistischen Aktions-Comite, das am 28. Juli in London Zusammentritt, die Instruktion gegeben, sich in der A.-C.-Sitzung dafür einzusetzen, daß das hebräische Unterrichtswesen, welches bisher von der Exekutive der Jewish Agency verwaltet wurde, an die Knesseth Jisroel übertragen werde, vorausgesetzt, daß die Jewish Agency für die nächsten drei Jahre je 40 000 Pfund jährlich zum Unterrichtsbudget beiträgt. 6000 jüdische Kinder nahmen an einem vom George Washington-Wald-Komitee des Jüdischen Nationalfonds arrangierten Marsch durch New York teil. Jedes der Kinder verpflichtete sich, je einen Baum für den George Was hington-Wald in Palästina aus Anlaß des 200. Geburtstages des amerikanischen Befreiers zu spenden. Im spanischen Parlament stellte der Deputierte Antonia Jean den Antrag, die historisch bedeutsame Synagoge in Cordova der sephardisch-jiidischen Organisation zurückzugeben, Das Parlament beschloß, den Antrag der Kornmission für öffentlichen Unterricht zur Erledigung zu überweisen. Max Lfebermann, der dieser Tage seinen 85. Geburtstag feierte, ist aus diesem Anlaß Gegenstand vielfacher Ehrungen und auch Würdigungen in der Presse. Liebermann stammt aus dem Berliner jüdischen Bürgertum und ist einer der bedeutendsten Repräsentanten einer Kulturepoche, in der das Judentum, eng verbunden mit der Kultur und Geist ״/;Strömung seiner Umwelt, eine Anzahl hervorragender Pers'Wichkeiten stellte, die sich innerhalb dieses Kulturlebens durch Spitzenleistungen auszeichncten. Ueber die Bedeutung des Malers Liebermann braucht an dieser Stelle kein Wort verloren zu werden. Liebermann hat aber zeitlebens sich auch treu zum Judentum bekannt. Vor einiger Zeit haben wir einen herzlichen Brief wiedergegeben, den er an die Künstlervereinigung von Tel- Awiw gerichtet hat. Bis vor kurzem war er Präsident der Akademie der Künste. Er hat dieses Amt vielleicht nicht nur wegen seines hohen Alters, sondern auch wegen der veränderten Zeitverhältnisse niedergelegt. Dem Künstler, der sich eine erstaunliche Rüstigkeit und Frische bewahrt hat, wenden sich auch die Glückwünsche der jüdischen Gemeinschaft zu. Je näher der Wahltag des 31. Juli kommt, um so leidenschaftlicher werden die Kümpfe der einander in Deutschland befehdenden Lager. Der 17. Juli war ein schwarzer Sonntag für Deutschland. Straßenkämpfe an allen Enden des Reiches, Tote, Verletzte, Feuerüberfälle, Eingreifen der Polizei und auch der Reichswehr. Neben diesem furchtbaren Geschehen sind die ״friedlichen“ Demonstrationen, welche die Nationalsozialisten am Abend des 17. Juli in der Berliner Prunkstraße, auf dem Kurfürstendamm, unternommen haben, eigentlich kaum bcachtenswert. Trotzdem aber müssen wir uns besonders mit diesem ״Spaziergange“ der nationalsozialistischen Soldaten der Sturmabteilungen beschäftigen. Denn diese Demonstration trug einen ausgesprochen antijüdischen Charakter. In den Straßenkänipfen mit den politischen Gegnern, der Eisernen Front, den Reichsbannerleulen und den Kommunisten, werden von den Nationalsozialisten die Kampfhandlungen auch mit antisemitischen Rufen wie ״.Inda verrecke“, ״Judenbengel“, ״Judenknechte“ usvv. begleitet. Diese antisemitische Komponente ist jedoch nicht das Hauptmotiv bei der Austragung der Straßenschlachten. Es ist eine bei den Nationalsozialisten selbstverständliche Begleitmusik. Wenn jedoch die hitlerischen Sturmabteilungen auf dem Kurfürstendamm promenieren, so ist die Hauplabsieht Betätigung der Judenfeind- Schaft. Für die Nationalsozialisten sind nämlich Juden und Kurfürstendamm identische Begriffe. Dos geht aus zahlreichen Aeußerungen der Nazi-Presse hervor und ist schon einmal am jüdischen Neujahrstage 1931 durch die damaligen Krawalle erhärtet worden. Die Aktion von 1931 spielt bis heute in den Diskussionen und Reden der Nationalsozialisten eine große Rolle. Man kann es auf nationalsozialistischer Seite nicht vergessen, daß damals die Gerichte die festgenommenen Exzedenten scharf angepackt und sich nicht einmal davor gescheut haben, den Grafen Ilelldorf, den Oberkommandanten der Berliner S. A.-Leute, verhaften zu lassen und zur Verantwortung zu ziehen. Das Vorgehen der Strafbehörde wird bis heute in nationalsozialistischen Kreisen als ein unerhörtes Unrecht betrachtet und noch vor wenigen Tagen hat der Vorsitzende der nationalsozialistischen preußischen Landtagsfraktion, Herr 'ltj~der Jssttedebatte de• ־ Preußischen Landtages alle in dem damaligen Strafverfahren beteiligten Anklagevertreter und Richter mit den unflätigsten Worten belegt und ihnen angedroht, daß man, wie im Teutoburger Wald© den römischen Richtern, ihnen die Zungen wenn auch nicht herausreißen — Kühe meinte, die Sitten hätlen sich seit Arminius Zeiten doch geändert — aber dach lühmen werde. Mittlerweile ist die Straf- Verfolgung der Kurfürstendamm-Krawallc von 1931 versandet. Ilelldorf ist Landtagsahgcordneler, es wird über eine Amnestie verhandelt — wer weiß, warm diese Sache rechtskräftig zur vollständigen Erledigung gelangen wird. Nun zieht es, nach einer bekannten Erfahrung, die Täter immer wieder nach dem Schauplatz ihrer Taten. Die nationalsozialistischen S. A.- Trupps sind wieder erlaubt, sie tragen die neue Uniform und darum fühlten sie wohl das Bedürfnis, sich wieder einmal auf dem Kurflirstcndamm zu zeigen, um darzutun, daß sich seit September 1931 die Dinge in Deutschland einigermaßen ge- Die Einheit in der WIZO wieder hergestellt Tagung des WI£0 - Councils in Wien Bei der der Council-Tagung in Wien unmittelbar vorausgegangenen Exekutivsitzung der Weltorganisafian zionistischer Frauen (Wizo) wurde eine Einigung darin erzielt, daß die 1931 in Basel ausgeschiedenen Exekutiv-Mitglieder in London und Palästina wieder in die Exekutive eintraten. Dieser Beschluß wurde vom Council durch lebhafte Akklamation angenommen. Die sachlichen Gegensätze des Vorjahres werden vom Council, der zurzeit noch tagt, bei der Diskussion des Uebereinkotnmens der Exekutive überwunden. Ueber den weiteren Verlauf der Beratung wirej mitgeteilt: Die Berichterstattung der Exekutive über die Arbeit des letzten jahres wurde* vom Council mit großem Interesse entgegengenommen, und da sich in ihr die trotz der herrschenden Krise überaus erfolgreiche Arbeit der Exekutive widerspiegelte, bereitete der Council der Exekutive lebhafte Ovationen. Durch eine überaus geschickte und weitsichtige Finanzgeharung (die Budgets der Institutionen waren rechtzeitig bei Ausbruch der Krise um 25 0/0 gekürzt worden), gelang es der Exekutive, die Institutionen vollkommen auf ihrer früheren Höhe zu erhalten, ja sie noch weiter zu entwickeln. Besondere Genugtuung äußerte der Council über die Eröffnung der neuen Mädchenfarm in Ness Zio na , für die die rumänische Föderation im Laufe des letzten Jahres £ 5500 aufgebracht hatte, und begrüßte den Anschluß der zionistischen Frauenorganisationen Südafrikas an die Wizo, der eine große ideelle und finanzielle Bedeutung hat und den Frau Dr. Vera Weizmann zustande brachte. Ferner ratifizierte der Council mit besonderer Freude den Anschluß der palästinensischen Frauenorganisation Histadruth Naschim Ivrioth an die Wizo. Der Beratung wohnen die folgenden Mitglieder der Exekutive bei: A.) Kontinent: Die Frauen Margulies, Roth, Hanna Steiner; B.) London: Irwell, Ehrenvizepräsidentin; Roinana Goodman, Vorsitzende; Vera Weizmann, Ehrenschatzmeisterin; Olga G. Alman, Mitglied der Finanzkommission; Jacob, Ehren- Sekretärin; Samuel (Hadassa), zweite Schatzmeisterin; Dr. Celina Sokolow; C.) Palästina: Ada Fishman, Jevnin, Maisei- Schochat. Ferner nehmen an der Beratung teil als Vertreterin der Histadruth Naschim Ivrioth Frau Zimel, Palästina; als Organisations-Sekretärin: F. Grubwieser-Hausner, London, und die folgenden Council-Mitglieder: Ostrovsky (Histadruth Ar/ith) (Palästina); Sacher, England, (Aegypten); Diamand, England (Belgien, Antwerpen); Dr. Aurelie Horowitz (Bukowina); Dr. wandelt haben. Womit sie allerdings etwas zum Ausdruck bringen, was leider den Tatsachen entspricht. Diesmal haben die nationalsozialistischen ״Spaziergänger“ auf dem Kurfürstendamm darauf verzichtet, Juden zu verprügeln. .Sie begnügten sich mit antisemitischen Zurufen und mit dein erschreckenden Eindruck, den ihr Erscheinen auf die Besucher der auf den! Kurfttrstendamm gelegenen Cafehäuscr und Lokale übte. Sie verfolgten wohl die Absicht, das ״Judenpack“ einzuschüchtern, und es muß gesagt werden, daß ihnen diese Absicht leider gelungen ist. Nun ist es begreiflich, daß friedfertige Menschen beim Anblick uniformierter Parteisoldaten, die schon einmal auf dem Kurfürstendamm gezeigt haben, was sie, ohne daß sie im geringsten provoziert worden wären, zu verüben fähig sind, die Empfindung des Unbehagens haben, und es vorziehen, dem Uebel nuszuweichen. Aber man vergegenwärtige sich doch die ganze Situation! Wie schimpflieh und unwürdig ist das alles! In welche seelische Verfassung ist man allmählich durch die Ereignisse hineingedrängt! Sicherlich sind im Raufhandel und im Handgemenge die uniformierten Landsknechte der Hitlerpartei in der Uebermacht. Aber ist denn tatsächlich rohe Gewalt die ultima ratio? Ist man wirklich als Jude so wehrlos, daß man fatalistisch alle Dinge über sich ergehen lassen muß? Wohl wissen wir, daß Ideen wie Gerechtigkeit, Zivilisation und Kultur gegenwärtig auf dem Markt der deutschen Straßenpolitik leider nicht allzu hoch notieren. Non-valeurs sind aber diese Wert® doch nicht geworden. Es gibt in Deutschland heute wieder eine machtvolle abwehrbereite Front gegen mittelalterliche Diktaturpläne. Es gibt, trotz eigener Nöte und politischer Schwierigkeiten, in der Welt eine öffentliche Meinung, deren Kraft von niemandem mißachtet werden darf. Wir Juden in Deutschland stehen nicht allein in der Welt. Das provokatorische Benehmen der Llakenkreuzler gegenüber den Juden, ihre fortwährenden Drohungen, ihre Reden und Anträge, ihre Boykottparolen und Verdrängungsaktionen sind schmerzvolle Erlebnisse für uns Juden. Aber wenn wir auch zahlenmäßig in Deutschland schwach sind und wenn auch weite Kreise des deutschen Volkes geneigt sind, die antisemitische Verhetzung durch die Nationalsozialisten. •Mlladiweigend eh dulden «dsr sogar .ansb zu fördern, der Kampf um unser Recht und um unsere Menschenwürde ist noch keineswegs zu unseren Ungunsten entschieden. Wir denken nicht daran, nicht nur darum, weil dies aussichtslos wäre, Methoden in Anwendung zu bringen, die denen der Nationalsozialisten auch nur im entferntesten ähnlieh sind, aber unser Wille zur Selbsthilfe wird Mittel und Wege finden, der Bedrohung durch den unerbittlichen Feind mit stärkster Entschiedenheit entgegenzuwirken. In nationalsozialistischen Kreisen scheint die Ueberzeugung überhandnehmen zu wollen, daß wir Juden wehrloses Freiwild sind. Diese Auffassung ist irrig. Das sollen sich die Drahtzieher der nationalsozialistischen Spaziergänge auf dem Kurfürstendämm gesagt sein lassen. Es gibt Grenzen, die nicht über* schritten werden dürfen. Wir sind hart an diese Linie gelangt. Wir wissen das, und wir denken nicht daran, die Flinte ins Korn zu werfen. a.h. Recha Freier (Bulgarien); Edith Eder, England (Canada); Minna Arje, Lene Hofmann, Lotte Liebstein (Tschechoslowakei); Blumenfeld, Löw-Tachauer (Ersatz) (Deutschland)״ Rebecca Sieff (England); Dr. Klompus (Estland); Tatjana Cemachowitsch (Finnland); Netter (Frankreich); Vromen-Snapper (Holland); Steindler, Dr. M. Hofmann (Jugoslawien); Sabine Passweg (Lettland); Dr. Kantor (Litauen); Nathan (Neuseeland); S. Löwenherz (Oesterreich); N. Braude, Dr. Ueberali, Dr. Horowitz (Polen: Lodz, Lemberg, Krakau); Esther Hodess, London, (Portugal): Sabine Weiß, Louise Bischoff (Rumänien, A. C. F.); Lunka Reiter (Transsylvanien); Alice Marer (Ungarn), Für and gegen die Jüdische Weitkonlerenz Paris, 14. Juli. (J. T. A.) Die Alliance Isradlite Universeile befaßte sich in ihrer letzten Sitzung mit der seitens des American Jewish Congress an sie ergangenen Einladung, zu der am 14. August d. J. in Genf beginnenden jüdischen Weltkonferenz Delegierte zu entsenden. Die Alliance beschloß, der Einladung des American Jewish Congress nicht Folge zu leisten. Gründe für diesen Beschluß werden nicht bekanntgegeben. Warschau, 14. Jul!. (J. T. A.) Die Repräsentanz der Warschauer Jüdischen Gemeinde befaßte sich in ihrer letzten Sitzung mit der Frage der Vertretung der Gemeinde auf der jüdischen Weltkonferenz in Genf, die über die Schaffung eines Jüdischen Weltkongresses als ständige Institution beraten soll. Die Zionistische Fraktion beantragte, daß den Delegierten der Gemeinden die Direktive gegeben werden solle, für den Jüdischen Weltkongreß zu stimmen und sich ferner dafür einzusetzen, daß der Kongreß sich auch mit Palästina als dein Zentrum des jüdischen Lebens befassen solle. Die Agudah- Mehrheit der Repräsentanz lehnte den Antrag ab, den Delegierten Direktiven zu geben. Mit der gleichen Mehrheit wurde beschlossen, den Präsidenten der Gemeinde, Herrn M a z u r, einen Führer der Agudah, als Delegierten zu der Konferenz zu entsenc.cn. Die Zionisten verließen nach dieser Wahl unter Protest die Sitzung. Bemerkenswert ist, daß die Warschauer Jüdische Gemeinde einen Agudah-Führer zur Konferenz entsendet, obwohl die Welt- Organisation Agudas Jisroel ihrerseits eine Teilnahme an der Jüdischen Weltkonferenz abge lehnt hat. Der Jüdische Kaufmännische Verein Warschaus beschloß, eine Abordnung zur Jüdischen Weltkonferenz nach Genf zu entsenden. Gleichzeitig beschloß der Verein, ....111111111.um.!!!ווו.....iiiiiiiiiiiiiihiiiiiiiii....