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Jüdische Rundschau · 1932-07-15 · Heft 56 (15.7.1932) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 56 (15.7.1932)
Date
1932-07-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 56, 15. VE 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 269 Die Juden und der FÜnffahresplan Wir haben in Nr. 47 vom 14. 6. d. J. aut einen Aufsatz Bezug genommen, der in der amerikanischen ״Nation“ unter obigem Titel aus der Feder von Louis Fischer erschienen ist. Mittlerweile hat das ״Tage-Buch“ vom 25. Juni diesen Aufsatz in extenso veröffentlicht. Der Moskauer Korrespondent der ״Nation“, Herr Fischer, beschränkt sich in seinen Ausführungen nicht auf die Darstellung der aut die Juden bezügliehen Siedlungstätigkeit der Sowjet-Regierung in der Krim und in Biro Bidschan, und auf die Schilderung, wie die gewaltige Aufbautätigkeit den Juden Rußlands die Aufnahme in (he Fabriken und die großen Unternehmungen ermöglicht, sondern er geht auch auf die Frage der Erhaltung der jüdisehen Gemeinschaft in Sowjet-Rußland ein. Bei dieser Gelegenheit kann er es nicht unterlassen, sich heftig gegen den Zionismus auszusprechen. Er stellt fest, daß nicht so sehr das Verbot des Zionismus durch die Sowjet-Regierung diese Bewegung gehemmt hat, wie die erfolgreiche Produktivierung der jüdischen Massen und die Bekämpfung des Antisemitismus und der Pogrome durch das Sowjet-Regime. Die Hauptquelle der zionistischen Bewegung ist nach Louis Fischer bei den russischen Juden die ständige Pogromfurcht gewesen. Da diese dank dem Sowjet-Regime endgültig gebannt ist, haben die russischen Juden auch am Zionismus kein Interesse. Fischer stellt ferner fest, daß die Mischehe in großem Umfange, das allmähliche Verschwinden der Religion, die schnelle Assimilierung der Sowjet-Juden in sich schließt. Er stellt die Frage: Werden die russischen Juden als Rasse-Einheit verschwinden? Ferner weist er darauf hin, daß die Sowjet-Regierung jiddisch-kulturelle Institutionen fördert, daß 'sie in einzelnen Gegenden die jiddische Gerichtssprache eingeführt hat, und daß die Bolschewiken alle Formen der jiddischen Kultur fördern. Er schließt seine Betrachtung über die Zukunft folgendermaßen: Niemand wird so unvernünftig sein, Prophezeiungen machen zu wollen. Komplizierte Faktoren sind 1m Spiel. Man wird sie mit Interesse beobachten. Das Vorurteil aber, jüdische Interessen würden verletzt, ist nur imstande, die Perspektive zu verdunkeln und eine ruhige Beurteilung zu verhindern. Nicht so sehr in dem, was Louis Fischer zu erzählen weiß, als in dem, was er nicht weiß oder was er verschweigt, liegt die wahre Charakteristik der jüdischen Gemeinschaft in der Sowjet-Union. Da wird breit ausgemalt, wie die Sowjet- Regierung jiddische kulturelle Institutionen fördert. Es •wird aber verschwiegen, daß die ungefähr drei Millionen russischer Juden nur über wenige jiddische Organe verfügen, deren Ge- Samtauflage noch nicht 50 000 beträgt. Wobei zu bemerken ist, daß diese Organe auf Staatskosten hergestellt werden und sehr billig sind. Es wird verschwiegen, dal die einzige Sicherang jüdischen Bestandes, nämlich 'das jüdische Milieu, in Auflösung begriffen ist und bald restfos verschwunden sein wird. Louis Fischer weist selbst daraut hin, daß die Iandwirtschaftlichen Siedlungen in der Krim und auch in Biro Bidschan von den Juden verlassen werden, weil sie es vorziehen, in Anbetracht der Zulassung als Arbeiter und Angestellte in Fabriken in die Staat zurückzukehren. Während sich in den Siedlungen, einerlei ob diese florieren oder mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, ein jüdisches Eigenleben zu entwickeln vermöge, ist das jedoch in den Fabriken, wo der Prozentsatz der Juden auch in den allergünstigsten Fällen nur ein sehr geringer sein kann, nicht der Fall. Das Bewußtsein der eigenen Art, der eigene Lebensstii gehen auf diese Weise verloren und Mischehen, sowie Assimilation an die nichtjüdische Umwelt tun das übrige. Louis Fischer meint trotzdem, man könne in dieser Hinsicht nicht prophezeien, das heißt, er verläßt sich da aut Wunder >1§14 begibt sich in mystische Oefilde. ״Gottergeben“ meint .״«t «daß das Vorurteil, jüdische Interessen würden Verletzt, eine ruhige Beurteilung verhinderte. Dieses Vorurteil besteht aber nun einmal auf jüdischer Seite und für jüdische Menschen, denen die Erhaltung ihrer Art nicht gleichgültig ist, spielt dieses ״Vorurteil“ eine besondere Rolle. Ja, unter gewissen Bedingungen wird dieses Vorurteil zur Hauptsache. Wie oft haben im Laufe der jüdischen Geschichte große Teile der jüdischen Gemeinschaft aut alle Vorteile verzichtet, nur um ihre Art erhalten zu können, und wenn dies nicht möglich war, so ist es oft vorgekommen, daß Juden anstatt der Aufgäbe ihrer Art den Märtyrertoa wählten. Alle Schilderungen aus der Sowjet-Union, auch die von Louis Fischer, vermögen nicht die Sorge zu bannen, daß der Bestand der jüdischen Gemeinschaft in der Sowjet-Union aut das schwerste gefährdet ist. Gerade die fatale Entwicklung der jüdischen Siedlungen in der Sowjetunion und die Zerstreuung der Juden über das ganze Sowjetgebiet schließt in sich die schwere Gefahr der Atomisierung und Auflösung der jüdischen Gemeinschaft. Konferenz der!Odischen Sozialarbeiter Die jüdischen Teilnehmer an der Zweiten lnternationalen Konferenz für soziale Arbeit in Frankfurt a. M. halten gegenwärtig ein ״informal meefing“ ab. Etwa 100 führende Vertreter der jüdischen Sozialarbeit in der ganzen Welt versammelten sich in der Religionsschule Unterlindau. Besonders stark sind die Amerikaner vertreten, deren Delegationsführer Dr. Maurice J. Karpf, Direktor der Akademie (Graduate School) für jüdische Sozialarbeit in New York, auch den Vorsitz in der Versammlung übernahm. Gemeinderabbiner Dr. J. Horovitz (Frankfurt a. M.) streifte kurz das Haupt- Problem der Internationalen Sozialkonferenz: ״Die Krise der Familie“. Begrüßungsansprachen hielten dann noch Dr. M. J. K a r p f (U. S. A.), Justizrat Dr. J. B1 a u , Präsident der Frankfurter Jüdischen Gemeinde, S. C o h e n (London), Dr. Becker (Danzig), Celia Razopki (New York), Zu ns er (New York), Dr. Kreutzberger (Berlin), Dr. Neustadt (Warschau), Dr. Fritz Lamm von der Jüdischen Gemeinde Berlin und Dr. Friedrich Ollendorff (Berlin), der Leiter der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Dieser faßte das Ergebnis der Diskussion dahin zusammen, daß zur Sicherung eines engeren Kontaktes zwischen den Sozialarbeitern in der ganzen Welt keine neue Organisation geschaffen, dagegen aber der persönliche Kontakt zwischen den führenden Stellen und die gegenseitige Information besser ausgearbeitet werden sollen. Die Einzeifragen der Konferenz werden in mehreren Kommissionen beraten. Die eine dieser Kommissionen behandelte das Problem des Frauen- und Mädchenschutzes im Anschluß an ein von S. Cohen (London), Leiter der Jewish Association for the Protection of Girls and Women, der Konferenz zugeieitetes ausführliches Memorandum, die zweite Kommission behandelte Ausiänderfragen und Fragen der Ein- und Aus- Wanderung, andere Kommissionen erörtern Gesundheitsfragen, sowie Fragen der Sozialversicherung und der sozialen Ausbildung. Einen wichtigen Raum nahm auch die Frage der Zentralisierung, der Werbung und der Finanzierung auf dem Gebiete der internationalen Sozialarbeit ein. Der Direktor des American Joint Distribution Committee, Dr. Bernhard Kahn, erstattete Bericht über die soziale und wirtschaftliche Lage der Judenheit in den europäischen Ländern. Die Ausführungen Dr. Kahns, der in großen Zügen ein einprägsames Bild der jüdischen Gegenwartssituation entwarf und die großen Leistungen der amerikanischen Judenheit für ihre europäischen Brüder hervorhob, machten auf die Zuhörer tiefen Eindruck. Aus den Gemeinden Die Badische Landessynode Die Zusammenfassung der in Baden lebenden Juden in dem Verwaltungsorgan (Oberrat) und dem gesetzgebenden Organ (Synode) ist eine staatliche Regelung, die in einigen Jahren auf ein Bestehen von 125 Jahren zurückblicken kann. Die Synode, die in den ersten Tagen des Juli in Karlsruhe zusammentrat, hatte einen Haushaltsplan mit Positionen von zusammen etwa 480 000 M. Ausgabeposten zu verabschieden. Da die allgemeine Not die Eingänge für äußerst zweifelhaft erscheinen läßt, so mußte •die Möglichkeit der Erhebung eines sogenannten ״Kirchgeldes“, was nach einem besonderen badisehen Landesgesetz zulässig ist, in Betracht gezogen werden. Vom Standpunkt unserer Auffassungen aus wurde besonderes Gewicht auf die Positionen gelegt, die eine Stärkung jüdischen Gemeinschaftswillens erwarten lassen. Es wurde ferner von unserer Seite betont, daß es für uns untragbar ist, wenn die künftige Reichsorganisation, die wir selbstredend an sich begrüßen, die Bevorzugung des Central-Vereins im Zusammengehen mit diesem, bringen würde. Die vom Vertreter der Landgemeinde Gailingen nachgewiesene Tatsache, daß dort ein erheblicher Zuzug von der Stadt auf das Land zu erwarten ist, konnte von unserer Seite nur freudigst begrüßt und alles zur Unterstützung lebensfähiger Landgemeinden lind dort naturgemäß eintretender Berufsumschichtung zu Veranlassende mit Nachdruck verlangt werden. Zwar stand die Synode, durch die Zeitumstände ohne weiteres verständlich, unter dem Zeichen gegenseitiger Verständigungsbereitschaft, was uns aber an nachdrücklicher Vertretung unseres Standpunktes in grundsätzlichen Fragen und Erlangung entsprechender Positionen keineswegs hindern konnte. Rechtsanwalt Dr. Otto Simon (Mannheim). Goethe-Feier an der Hebräischen Universität Jerusalem. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Aus verschiedenen Gründen verspätet, dafür aber um so zahlreicher besucht, besonders von der Jerusalemer Jugend aller Schattierungen, fand am 26. Juni im großen Saal des Bibliotheksgebäudes die schon längst geplante Goethe-Feier der Hebräischen Universität statt. Dr. Heinz Pflaum sprach in formvollendeter Weise über Goethes Faust, besonders im Zusammenhang mit Goethes sonstigem Schaffen und unter Hervorhebung der bipolaren Natur des faustischen Strebens. Frau Ben Gabriel trug teils im Original, teils in hebräischer Uebersetzung mehrere Goethesehe Dichtungen vor und erntete wegen ihrer hinreißenden Interpretation und bei den hebräisch vorgetragenen Stücken auch wegen der besonders reinen semitischen Diktion den stärksten Beifall. Professor J. Klausner beschloß die Feier mit einer eingehenden literarhistorischen Darstellung von Goethes Schaffen, wobei vor allem Goethes Beziehung zur Roinantik betont wurde. Der deutsche und der österreichische Generalkonsul nafimen an der Feier teil. g. Vermischtes Sterbelall. In Wien verstarb im Alter von 55 Jahren Boris E i t i n g o n , Mitglied des Councils der Jewish Agency. Boris Eitingon, ein Mitglied der in der ganzen Welt bekannten jüdischen Industriellen- und Kaufmannsfamilie Eitingon, war einer der repräsentativen Juden in Polen. Der Verstorbene war aus Rußland nach, Lodz eingewandert, wo er Hauptaktionär der TextilaktiengeseUscbaft־ N, Eitingon 8» G®. gewesen■ i«fe- ©hn@ parteimäßig gebunden zu sein, interessierte er sich stets für Palästina und als die Jewish Agency erweitert wurde, schloß er sich als einer der ersten in Polen der Jewish Agency an. Er nahm auch regelmäßig an den Tagungen des Councils der Jewish Agency teil und brachte dem Palästinaaufbau bis an sein Lebensende ein tiefempfundenes Interesse entgegen, ln Boris Eitingon verliert das polnische Judentum eine der vornehmsten Gestalten. Klub junger Zionisten. Sonnfag, den 17. d. M., Fahrt nach Müggelsee-Müggelberge. Treffpunkt: 7.30 Uhr oben auf Bahnhof Zoologischer Garten mit Fahrkarte bis Friedrichshagen, bzw. 8.15 Uhr Bahnhof Friedrichshagen, Ausgang zum Müggelsee. — Dienstag, den 19. d. M., abends 8.30 Uhr präzise, zwangloses Beisammensein im ״Zwillingsschlößchen“, an der Krummen Lanke. Gäste willkommen. Das jüdische Kurhospital Kolberg (Ostsee) macht darauf aufmerksam, daß in den Monaten August und September Erwachsene und Kinder bei mäßigen Preisen aufgenommen werden können, auch ist Aufnahme für kürzere Zeit möglich. Eine neue Habima-Platte. Die Columbia-Grammophone-Com pany bringt soeben eine neue Habima-Platte heraus, die mir wert erscheint, vor der breiteren jüdischen Oeffentlichkeit dringend empfohlen zu werden. Die eine Seite bringt uns ein ergreifendes Klagemauer-Lied, das von Frau Rowina gesungen, gesprochen und rezitiert wird. Es ist eine Art Monolog, und zwar der Monolog einer armen Frau, deren Mann ins Feld gezogen ist für die Freiheit des Volkes und Frau und Kind zu Hause gelassen hat. Und nun tritt diese Frau und Mutter unter die Klagemauer und ruft ihre Angst, ihr Leid, ihre Sorge um das verlassene Kind, ihr Zittern um den Mann im Felde die uralten Steine der Klagemauer hinauf. Das geschieht in einer ganz ergreifenden Form, halb Sprache, halb Rezitativ und in den Höhepunkten bis in die Sangbarkeit religiöser und synagogaler Musik hinein. Die herrliche Stimme der Rowina kommt in geradezu großartiger Weise heraus und zur Geltung, alles erinnert an die erschütternde Schlußszene aus dem Dybuk, die wir alle kennen. — Die Rückseite der Platte bringt den Gesang der Juden aus dem ״Golem“ von Elijahu dem Propheten, Elijahu, dem Thisbiten, das ja auch in jedem gläubigen Haus am Sabbat-Ausgang gesungen wird. Es ist eine ergreifende Melodie, die mit dem einfachen, überlieferten Texte, mit leichter Musikbegleitung versehen, stärkste Wirkung ausübt. Wir empfehlen die Platte als ganz besonders schön und in jedem hebräischen Worte verstandlieh allen Verehrern der Habima und der hebräischen TheaterkunsL Emil Bernhard-Cohn. Zur Warnung In Nr. 54 der ״Jüdischen Rundschau“. Auf verschiedene Anfragen, die an uns gerichtet wurden, teilen wir mit: Die in Nr. 54 erlassene Veröffentlichung über die Sammlung des Herrn Ben Chorin in Deutschland soll in keiner Weise besagen, daß die so gesammelten Gelder etwa mißbräuchlich für persönliche Zwecke verwendet würden, sondern feststellen, daß diese Sammlung durch keine uns gegenüber legitimierte Instanz autorisiert worden ist. — Zionistische Vereinigung für Deutschland. Arbeitsnachweis. Wir geben bekannt, daß während der großen Ferien, vom 17. Juni bis 1. August 1932, die Sprechstunden der Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung ausfallen. Stellenmeldungen an die Berufsberatung der Jüdischen Gemeinde, Berlin N 24, Auguststr. 17. Die Sprechstunden der gewerblichen Abteilung finden täglich (außer Mittwoch) von 12—1 Uhr statt. Arbeitsgemeinschaft der jüd. Arbeitsnachweise, Abtlg. Berufsberatung und gewerbliches Personal, Berlin N 24, Auguststr. 17 (Tel. Weidend. D 2* 5936). Sl\t?M\l tl WELTV m □ and # r \ * t Im/ 1 Verbandsausschuß in Wien. Vom 8. bis 10. Juli tagt« in Wien der Verbandsausschuß des Makkabi-Weltverbaiide* unter großer Beteiligung von Delegierten aus acht Ländern. Es wurde ein umfangroiches Arbcitsprogramm bewältigt und eine große Reihe von Beschlüssen weittragender Bedeutung gefaßt. Ein genauer Bericht der Tagung erscheint in der *weilen Nummer des Wellverbandsorgan* ״Ilamakkabi". Hervonuheben sei der Beschluß der Konferenz, den Ozar Ilamakkabi *um zentralen Fond» des Wcitverbande» »uszubauen und an die Vorbereitungen einer Ansiedlung von Makkabim in Erez Israel zu gehen. Rumänien. Am 27. und 28. August findet anläßlich de® 15jährigen Jubiläum» des Makkabi in Chisinau (Kischinew) das 4. Kreissportfest des Rumänischen Makkabi-Verbandes in Chisinau statt. Es werden Kämpfe ausgelragen in Fußball, Tennis, Leichtathletik, Geräteturnen und Freiübungen. Al* Abschluß ist ein Fackelzug sämtlicher Sportler vorgesehen. Polen. Der Makkabi in Baranowicze feiert *m 16. una 17. Juli sein lOjähriges Jubiläum durch ein großes Sportfest, *u dem *ahlreiche Vereine des polnischen Makkabikreises kommen werden. Deutscher Kreis Turntag und deutsche Kreismeisterschaften. Das Präsidium hat beschlossen, den Turntag des deutschen Kreises am 27. und 28. August in Berlin zu veranstalten. Auf der Tagesordnung stehen Referate über die Aufgaben der deutschen Makkabibewegung, Ozar Ilamakkabi, Turnen, Sport, Jugend- und Sportheime, Finanzen, Jugendarbeit und Makkabi-Ifazair, Kulturarbeit im Makkabi. Das genaue Programm wird noch Iwkanntgegeben. — Die deutschen Krcismeistcrsrhafteii finden am 4. September in Leipzig statt. Die Ausschreibungen werden in den nächsten Tagen der Oeffentlichkeit übergciien. ׳— Fritz Lewinsohn!*■gibt sich am 17. August nach Leipzig, um mit den dortigen Bar Kochbancm die Vorbereitungen für die Krcisnieistcrschaften zu treffen. Große Erfolge des Bar Kochba Danzig. Nachdem die erste Herrenmannschaft unserer Handballabteilung in der Jahresrund« 31,«32 in der 1. Klasse des Kreises Danzig im Baltischen Sportverband sämtliche Rundenspiele siegreich gewonnen hat, ist sie jetzt in die Jdgaklasso aufgestiegen. Die Mannschaft, die in der 3. Klasse ihre Ilandballaufbahn begann, ist jetzt in die höchste Stufe emporgestiegen. Die beiden letzten Spiele gewann sie gegen B. u. E. V. 5: 1. gegen Schutzpolizei (langjähriger Meister der 1. Klasse) 14:1. Wir flauben, daß wir uns auch in der Liga gut behaupten worden, und wir würden es auch sicherlich tun, wenn nicht gerade unsere besten Spieler im kommenden Jahr nach Erez Israel gehen werden. I. Treffen der jüdischen Turner und Sportler West׳• und Süd- Westdeutschlands In Köln. Der Jüdische Turnverein Köln gogr. 1902 und der Zionistische Sportklub ״Bar-Kochba“ Köln veranstalten gemeinsam am 24. Juli auf der Westkampfbahn dea Stadions Köln das I. Treffen der jüdischen Turner und Sportler West- und Süd- Westdeutschlands. Das Sportfest ist offen für alle jüdischen Sportler aller Vereine aus allen Verbänden und für alle jüdischen Jugendbiinde. Die Veranstaltung soll über den Rahmen einer gewöhnlichen Sportveranstaltung hinaus ein Fest für die gesamte jüdische Jugend West- und Südwestdeutschlands werden. — Ausschreibungen für das Sportfest: Sportler über 18 Jahre: 100 m, 400 m, 800 m, 5000 m, Weifsprung, Hochsprung, Kugelstoßen (71/4 kg), Staffeln: 4x100 m, Schwedenstaffel (400, 300, 200, 100 m) Emil- Blumenau-GedenkStaffel; 10x100 m (5 Jugendliche, 5 Sportler). Jugend 16—18 Jahre: 100 m, 200 m, 1000 m, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen (5 k|), Staffeln: 4X100 m. Jugend 14—16 Jahre: 100 m, 800 m, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen (5 kg), Staffel: 4xHK) m. Sportlerinnen: ICK) m, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen (4 kg), Staffel: 4X100 m. Schüler bis 14 Jahre: 60 m, Weitsprung, Ballweitwerfen (Dreikampf), Staffel: 4x50 m. Schülerinnen bis 14 Jahre: 60 m, Weitsprung, Ballweitwerfen (Dreikampf), Staffel: 4x50 m. — Völkerballturnier für Jugendbünde und Schulen. Das Sportfest ist offen für alle jüdischen Sportler aller Vereine und Verbände. Die Schüler- und Jugendwcttbewerbe sind auch offen für alle jüdischen Schüler und Schülerinnen der Volks- und Höheren Schulen. Das Völkerballturnier ist offen für sämtliche Jugendbünde. Die Meldungen sind bis spätestens zum 17. Juli 1932 unter Entrichtung eines Startgeldes von 0,20 M. für Sportler und Sportlerinnen und 0,10 M. für Jugendliche (für Schüler kein Slartgeld) an eine der untenstehenden Adressen zu * richten: Hermann Rothkopf, Köln, Engclbcrtatr. 26, Sportwart des Zion. Sportklub ״Bar-Kochba“; Moritz Weiler, Köln, Schlachthof, Börsenzimmer 24, Sportwart des Jüdischen Tumverein Köln 1902. Gottesdienste. Freitag, den 15. Juli 1932, abends: In den Synagogen mit altem Ritus; Synagoge Köpen'ck und Altervcrsorsun■ sanstallen: 7,30 Uhr; in den Synagogen mit neuem Ritus (außer Syn. Prinzregeritenstr.) und Syn. Schmargendorf (Altersheim', Rerkaer Sir. 32: 7 Uhr; Syn. Prinzregontenstr.: 7,15 Uhr. Predigt: Syn. Friedenstcmpel: Dr. Bergmann. — Sonnabend, den 16. Juli, morgens: Alto Synagoge und Syn. Pestalozzistr.: 8,30 Uhr; andere Synagogen mit altem Ritus und Altervorsorgungsanstalten: 9 Uhr; FrühgoUosdienst: Syn. Rykestr. und Kottb. Üfer-Ahawas Reim 6,45 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus: Frühgoltesdienst (außer Syn. Friedenstempel) 7,30 Uhr; Hauptgottesdienst: 10 Uhr; Syn, Friedenslempel: 9,30 Uhr; Syn, Köpenick: 9,45 Uhr; Syn. Schmargendorf (Allersheim): 10 Uhr. Predigten: Alte Synagoge: Dr. Freier; Svn. Kaiserstr.: Dr. IV. Lewv. Schrifterklärung: fevn. Münchener Str.: Dr . A. Lovv. Sabbat-Ausgang: 9,19 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen alx'nds in allen Synagogen: 7,30 Uhr; morgens: Alto Synagoge; Syn. Kaiserstr. und Rykestr.; 6,30 Uhr; Syn. Koltbusscr Ufer-Ahawas Reim, Pestalozzistr., Münchener Str., Grunewald und Synagogen mit neuem Ritus: 7 Uhr, Gottesdienst des Misrachl, im Heim, Rosenthaler Str. 55. Freitagabend und Sonnaltend. Zeiten wie in den Gemeindesynagogen mit altem Ritus. Gruppe Hansa-Platz der B. Z. V. Montag, den 18. Juli, pünktlieh 8,30 Uhr, intern bei Herrn Paul Lorenz, Lessingstr, 57. Dr. Ernst Mcchner spricht über: ״Glückliche Insel'‘. Eine Palästinafahrt im Juni 1932. Snif Hechaluz. Sonnabend, den 16. Juli, im Heim des Briih- Haolim, Auguststr. 17, 8(4 Uhr: Gdud Hechaluz: Sicht!! über ״Hanoar Haowed“ in Palästina Nechemia Aloni. — Aelterenkreis: Palästinensische Presseumschau von Georg Pape. Nauheim. Die V. J. St. ״Saronia“ im K. J. V., Frankfurt a. M., veranstaltet am Sonnfag, dem 17. Juli, abends 20 Uhr, in BadNauheim,in den oberen Räumen des Cafe König, Ludwigstr. 17, einen zionistischen Werbeabend. Das Programm umfaßt hebräische Chöre, eine Rede, sowie eine Bildrevue ״Neuland“ mit zehn Bildern, Sprechchöre und Songs. Es wirken mit: V. J. St. Saronia im K. J. V., Zionistische Studentinnengruppe und Kadimah.

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