Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 55 (12.7.1932)
- Date
- 1932-07-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Zum jüdisdtcn Berufsproblem Einzelnummer 0£5 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u •Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Atislandisahaniiementa worden m der Währung der einzelne!! Länder berechnet- AnreißmpTei*• 8 geep. NoapireiDezeüe 0.50 G.-M. Stellengesuche 0.25 G. M. Redaktion, Verleg und Anzeigen-Verwaltuni: Jüdische Rundechau G.m.b. FL, Berlin W15, MeinekeetrJO. Telefon! J 1 Bismarck 7165-70. P6»f»ch»ck - Konten! Berlin 173 92, Ba»el V 9355, Belgrad 680 3X BrCuwel 39433, Btidmpmm 59693, Danrig 1973, Haag 140 470, Prag 59410, Füg■ 4155. Stneabur* 16430, Warschau 19070», Wien 156030 Baak •leaiia: Darmatadter und Naiiooaibaak, Depositen - Kasse Berlin, Kurfümemdimm 52; Rumänisch« Kreditbank, Ceraauti {Rumänien), Angle Pslestine Co. in Haifa, leruaalem, Tel -Aviv. Nummer 55 | Berlin, 12. VII. 1932 RedaktionsacWuß Sonntag und Mittwoch nachmittag. 1 ח׳ תמוז תרצ״ב xxxvii. j*hrg. Der Ziowlamu» «niraM für da■ Jüdische Volk die Schaffung einer Affenlllch rechtlich gesicherten Heimstätte In PalSstlna. ״Baseler Programm.** Verteidigen oder fordern? Zur Lage der Juden in Deutschland Nahum Sokolow bei fn—r llilrr London, 8. Juli. (J. T. A.) Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, Nahum Sokolow, wurde am 7. Juli nachmittags yom britischen Kolonien-Minister, Sir Philip Cunliffe-Lister, zu einer längeren Unterredung empfangen. Sokolow legte im Verlauf der Unterredung dar, welche Erwartungen die amerikanische und die kanadische Judenheit, mit denen Sokolow während seiner letzten Amerikatour lange Zelt in Berührung war, in bezug auf Großbritannien als Mandatarmacht Palästinas hegen. Er setzte dem Außenminister den Plan einer umfassenderen Mittel- Standssiedlung, verbunden mit Kapitalinvestierungen in Palästina, auseinander und wies im Zusammenhang damit auf die Notwendigkeit einer radikalen Erleichterung der jüdischen Einwanderung nach Palästina hin. Mit diesen Ausführungen machte Sokolow sichtlichen Eindruck auf Sir Philip Cunliffe- Lister. Zum Schluß berichtete Sokolow eingehender über seine Tour durch das englische Dominion Kanada und teilte mit, daß die kanadischen Juden besonders an dem landwirtschaftlichen Kolonisationswerk auf Boden des Keren Kajemeth interessiert sind. Die Gleichberechtigung der Jeden Das ״Berliner Tageblatt“ vom 5. Juli berichtet aus München unter der Ueberschrift: ״Ein seltsames Schweigegebot": ״Wie die hiesige ,Welt am Sonntag‘ mitteilt, haben sich — unter Hinweis aut die zunehmenden antisemitischen Exzesse in Deutschland prominente Vertreter deutscher jüdischer Organisationen an das Reichskabinett gewandt und ihm die Frage vorgelegt, ob es entschlossen sei, den bisherigen Rechtszustand der staatsbürgerlichen Gleichberechfigung der Juden zu wahren. Die Reichsregierung hat hierauf durch Staatssekretär Planck antworten lassen, sie lehne jeden Antisemitismus ab, und alle Befürchtungen, daß die staatsbürgerliche Stellung der deutschen Juden sich verschlechtem könne, seien unbegründet. So selbstverständlich diese Erklärung der Reichsregierung auch ist, so auffallend ist es doch, daß Herr Planck sie mit der ausdrücklichen Bitte abgab, der Oeftentlichkeit von dieser Stellungnahme des Kabinetts keinerlei Kenntnis zu geben.“ Nach unseren Informationen enthält die vorstehende Nachrieht eine Reihe von Ungenauigkeiten. Die Kundgebung, um die es sich handelt, ist offenbar jene Erklärung, die von uns in der ״Jüdischen Rundschau“ vom 8. Juni ausführlich besprochen und gewürdigt worden ist. Wir haben *damals ל darauf liMgewteie«,' da#' «Me*vtmf* V. * Aeußerung einer ״gut Informierten Persönlichkeit“ verbreitete Nachricht offenbar von verantwortlicher Seite inspiriert ist und zur Beruhigung des In- und Auslandes in bezug aut die Judenpolitik der neuen Regierung beitragen sollte. Es ist aber unrichtig, daß sich ״Vertreter deutscher jüdischer Organisationen an das Reichskabinett gewandt“ haben. Staats- Sekretär Planck hat, wie uns bekannt war, tatsächlich in einem Briefe die in jener Mitteilung der J.T. A. dargelegte Auffassung bestätigt, doch war dieser Briet an eine Einzelpersönlichkeit gerichtet und keineswegs zur Veröffentlichung bestimmt, so daß er selbstverständlich, auch wenn wir von ihm wußten, von uns nicht erwähnt wurde. Dagegen entspricht es nicht den Tatsachen, daß ein ״Schweigegebot“ in dieser Hinsicht ausgesprochen wurde. Zar Eotsdiließong des Preoßischen laodtags London, 8. Juli. (J.T.A.) Auf eine Frage von Oberst Josiah Wedgwood im Unterhaus, wie sich die englische Regierung zu der vom Preußischen Landtag beschlossenen Beschlagnahme des Vermögens der eingewanderten Ostjuden verhält, besonders in Erwägung dessen, daß sich unter den unter das Gesetz fallenden, in Osteuropa geborenen Juden auch solche befinden, die englische Staatsbürger sind, erwiderte der Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Captain Eden, die englische Regierung stelle jetzt Nachforschungen an, ob durch das Vermögensbeschlagnahme-Gesetz des Preußisehen Landtags auch in Deutschland wohnende englische Bürger betroffen werden sollen. Eden ersuchte Wedgwood, seine Frage in der kommenden Woche zu wiederholen, die Regierung werde dann auf Grund durchgeführter Untersuchungen in der Lage sein, eine eingehendere Antwort zu erteilen, insbesondere anzugeben, welche Schritte sie in dieser Angelegenheit zu ergreifen gedenkt. (Es handelt sich nicht, wie in der Antwort des Unter- Staatssekretärs — wenigstens nach dem Text der JTA. — irrtümlich gesagt wird, um ein Beschlagnahme-Gesetz, sondem um eine ״Entschließun g“, die an sich, wie wir schon öfters dargelegt haben, k eine rechtlichen Fole n hat, sondern als reine Demonstration zu werten ist. er englische Minister kann freilich schwer aut den Gedanken kommen, daß eine parlamentarische Körperschaft sich zu derartigen Demonstrationen hergibt. — A. d. R.) Englische Gesellschaft für Palästina-Museum, In einem Brief an die ״Times“ teilen Sir Robert Mond, Sir Ronald Storrs, Innenminister Sir Herbert Samuel, der berühmte Archäologe Sir Flinders Petrie und Lady Erleigh mit, daß sie sich als eine Gesellschaft der Freunde des Palästina-Museums konstituiert haben mit dem Ziele, Palästina-Kunstgegenstände in der ganzen Welt zu sammeln und sie in einem eigenen Museum in Palästina unterzubringen. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, daß überall in der Welt Gegenstände verstreut sind, die ein Licht auf die Entwicklung der jüdischen, moslemischen und christlichen religiösen Kunst werfen. Es besteht die Gefahr, daß alle diese Kulturzeugnisse verschwinden. Besitzer solcher Gegenstände werden gebeten, sie der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die sie in dem Palästina-Museum zweckmäßig und in passendem Rahmen unterbringen wird. Gesammelt werden nicht allein Kunsterzeugnisse, sondern alle Gegenstände, die die Geschichte des Heiligen Landes und die Entwicklung der verschiedenen Bewegungen, die dort ihre Wurzel hatten, illustrieren, Wenn man sich die Entwicklung der letzten Jahre Im Verhalten der nichtjüdischen Umwelt in Deutschland zu den Juden und der Juden zur Umwelt vergegenwärtigt, so gelangt man zur Feststellung, daß man auf jüdischer Seite immer tiefer in einen Zustand hineingeraten Ist, über dessen wahren Charakter sich nur die wenigsten Juden Rechenschaft ablegen. Die Juden sind nicht nur realpolitisch in eine wenig aussichtsreiche Verteidigungsstellung gedrängt, sondern auch psychologisch haben sie sich mit einer Sachlage abgefunden, ln der sie froh wären, wenn man von ihnen gar nicht redete und sie vollständig vergäße. Die jüdische Gemeinschaft ist in einer hoffnungslosen Defensive, und alle üblen Begleiterscheinungen des defensiven Verhaltens wirken sich in der jüdischen Mentalität aus. Es ist im Laufe der Geschichte immer so gewesen, daß nur der Fordernde und Angreifende Schwung und Tatkraft aufzubringen vermochte und die Chance hatte, zu gewinnen. Der rein Defensive ist von vornherein den anstürmenden Gefahren gegenüber im Nachteil. Nun kann es sich nicht darum handeln, aus dieser Erkenntnis heraus urplötzlich den Entschluß zu fassen, daß man zur Bemäntelung und Tarnung seiner Schwäche so tut, als ob man an greife und etwas zu fordern habe. Es muß vielmehr der wahren inneren Einstellung entsprechen, wenn' man nach außen offensiv auftritt, sich nicht nur auf Verteidigung und auf Klagen beschränkt, sondern aus seelischer Schwungkraft heraus als Heischender auftritt. Wenn man sich an die Anfänge der zionistischen Bewegung erinnert, die, wie jetzt in allen vorurteilsfreien jüdischen Kreisen zugegeben wird, das Selbstbewußtsein der Juden in der ganzen Welt gehoben und in ihnen die Sehnsucht erzeugt hat, nicht mehr passive Objekte des Geschehens, sondern Subjekte ihres eigenen Oeschfckes zu sein, den Haupt- Impetus zu ihrem Aufschwung daraus schöpfte, daß sie der ׳•gameifWelt—gegeiiiber1*■ ׳• -®e winl■. uiaa - verstehen, welche Bedeutung es hai, wenn man Ziele auf stellt und sie verfolgt, anstatt daß man ängstlich darauf bedacht ist, den vorhandenen kleinen Besitz zu verteidigen. Die deutsche Judenheit ist aber in ihrer Mehrheit heute von der Vorstellung beherrscht, daß sie paradiesische Zustände, in denen sie einst gelebt hat, zu verteidigen habe. Diese Genügsamkeit, auf die Vergangenheit bezogen, ist der wesentliche Grund für die seelische Haltung der deutschjüdischen Gemeinschaft in •der gegenwärtigen politischen Konstellation. Dabei ist diese Voraussetzung durchaus unzutreffend. Es ist nicht wahr, daß die Lage der deutschjüdischen Gemeinschaft jemals und auch nicht, in den letzten Jahrzehnten irgendwie normalisiert oder stabilisiert gewesen wäre. Die deutschen Juden sind stets und bis auf den heutigen Tag weit entfernt davon gewesen, in Staat und Gesellschaft in jeder Hinsicht als gleichberechtigt und gleichwertig behandelt zu werden. Der Kampf um die Emanzipation ist niemals von einem vollen Erfolge begleitet gewesen. Auch im Nachkriegsdeutschland hat die jüdische Gemeinschaft, man erinnere sich an die Vorgänge kurz nach dem Kriege, vor und nach dem Kapp-Putsch, in der Zeit der Inflation usw., nicht die volle Gleichberechtigung zu erlangen vermocht. Wie es heute aussieht, braucht nicht ausführlich dargelegt zu werden, obwohl die noch geltenden gesetzlichen Bestimmungen den Juden in Deutschland volles und gleiches Recht verbürgen. Trotzdem haben die deutschen Juden in den letzten Jahren sich so verhalten, als ob sie im Grunde genommen mit ihrer Lage zufrieden wären und gar nichts mehr zu fordern hätten. Nun muß ja zugegeben werden, daß die allgemeine Umschwung im amerikanischen Zionismus? Bevor noch genauere Berichte vorliegen, läßt sich schwer abschließend beurteilen, was auf der Convention der amerikanischen Zionisten in Philadelphia vorgegangen ist. Aber schon die Kontroversen, die sich vor der Convention in der jüdischen Presse Amerikas abspielten, geben einige Anhaltspunkte. Der amerikanische Zionismus befindet sich seit Jahren in einer schweren Krise, die durch den wirtschaftlichen Niedergang Amerikas besonders akut geworden ist. Es hat sich schwer gerächt, daß die amerikanischen Zionisten in den Jahren unmittelbar nach dem Kriege ebenso wie während des Krieges die Hauptlast der finanziellen Verantwortung für Palästina tragen mußten, während bis zum Krieg weder organisatorisch noch geistig die Bewegung in Amerika ausgereift war. Es darf jedoch nicht vergessen werden, welche großen Leistungen das amerikanische Judentum in dieser für das Gesamtjudentum schweren Zeit vollbracht hat, sowohl für Palästina als auch für Osteuropa. Die amerikanischen Juden konnten damals aus dem Vollen schöpfen, und wenn auch die selbstgesteckten Ziele niemals ganz erreicht wurden, so sind doch erhebliche Summen aus Amerika für gesamtjüdische Zwecke gegeben worden, Diese große Anspannung Entwicklung für die Juden in Deutschland keine günstige gewesen ist. Man kann die Augen nicht vor der Tatsache verschließen, daß der liberale Staat nur noch in seinen Formen besteht, des ursprünglichen Inhaltes aber schon längst beraubt ist. Es wäre aber irrig, sich der Meinung hinzugeben, als ob durch diese Wandlung naturnotwendigerweise alle Errungenschaften und alle Merkmale, die im Zeitalter des Liberalismus für Staat und Gesellschaft charakteristisch gewesen sind, nun restlos zu verschwinden hätten. Ebenso wenig wie die kommenden Entwicklungen das Vorhandensein zahlreicher technischer Errungenschaften, viele Erkenntnisse der Wissenschaft zum Verschwinden zu bringen vermögen, ebenso wenig wird eine wie immer aussehende kommende Zeit Imstände sein, Zustände restlos zu kopieren, die vor Jahr* hunderten geherrscht haben. Mittlerweile sind doch Bindungen und Beziehungen entstanden, die über ein einzelnes Land und über ein einzelnes Volk hinausgehen. Keine nationale Gemeinschaft kann sich einbilden, daß sie in der Ordnung ihrer Angelegenheiten noch restlos souverän zu sein vermöchte. Die öffentliche Meinung der Welt, auf die man so große Hoffnungen gesetzt und die so oft enttäuscht hat, steht heute in einem sehr geringen Kurs. Man darf aber nicht den Fehler begehen, sie vollkommen aus all seinen Beredtnungen auszuschalten. Es gibt trotz alledem noch ein Weltgewissen, es gibt noch eine Weltverbundenheit und es gibt reale Interessen, die von einem Lande in das andere hinübergreifen und die den Exzessen autarkischer und chauvinistischer Völker Einhalt gebieten. Gerade die letzten Verhandlungen in Lausanne haben den Beweis erbracht, daß Tatsachen stärker sind als Deklarationen und Proklamationen. Sicherlich muß sich angesichts der kommenden Entwlcklangen die jüdische Gemeinschaft in ihrer bisherigen Struktur wandeln, aber auch auf dem Boden der neuen Gegebenheiten und ״. mt«־ . .Zugc11adsiaghB^«*siscr*-a.*4Mte.--4&4׳l*£h4־*: Schichtung wird die jüdische Gemeinschaft ihre Forde* rungen an jedes Volk, in dessen Mitte sie lebt, und an die Welt zu stellen haben. Wir halten uns nicht für den Nabel der Welt und für die wichtigste Gemeinschaft auf dem Erdenrund. Aber andererseits wäre es völlig abwegig und auch den Tatsachen nicht entsprechend, wenn wir in Apathie versinken und uns sagen würden, daß man den Ablauf der Dinge doch nicht zu beeinflussen vermag, und daß es darum das Vernünftigste wäre, sich mit den unleidlichen Zuständen abzulinden. Ein derartiges Vorgehen wäre innerlich unberechtigt und außerdem auch in taktischer Hinsicht durchaus verfehlt. Wir haben an die Welt Forderungen zu stellen. Man darf nicht vergessen, daß uns im Laufe von Jahrtausenden und bis auf den heutigen Tag fast überall Unrecht zugefügt wurde. Die Kulturmenschheit hat all die an dem jüdischen Volke in der Vergangenheit verübten Verbrechen noch nicht gutgemacht, und wenn auch die ganze Welt voll von Rassenantisemiten wäre, so sollte das die Juden in ihrer seelischen Haltung doch nicht irremachen. Wir sind nicht klein, häßlich und übelriechend, wie eine familiäre Wendung es ausdrückt, um darzutun, daß man geduckt und demütig alles über sich ergehen lassen soll. Chaim W e i z m a n n hat einst gesagt, es ist möglich, daß viele von uns die Söhne von Hausierern und Schnorrern sind, aber man darf nicht vergessen, daß Propheten unsere Großväter waren! Mehr Haltung, mehr Selbstbewußtsein! Wir haben das Recht, zU fordern: Existenzmöglichkeit, Recht auf Arbeit, Recht auf Betätigung auf Grund der Tatsache, daß wir Menschen sind und daß wir der Welt viel gegeben und bis heute nur bitteres Unrecht und harte Unbill erlitten haben. a. h. der Kräfte für die Geldsammelarbeit, die in Amerika mit dem Aufgebot der verschiedenartigsten Mittel der Technik und Reklame verbunden ist, hat es jedoch mit sich gebracht, daß menschlich und geistig der amerikanische Zionismus verarinte. Seit Jahren hören wir diese Klagen von amerikanischen Zionisten selbst, und immer wieder spricht man von der Notwendigkeit einer Erziehungsarbeit, die jedoch Hsher nicht erfolgreich organisiert werden konnte. So ist es vielleicht zu erklären, daß die Zionistische Organisation Ame• rikas als Körperschaft keineswegs den Rang im jüdischen Leben behauptete, der ihr in dem Lande der größten jüdischen Siedlung zukommen würde. Die inneren Kämpfe zwischen Brandeis-Gruppe und Keren Hajessod-Gruppe, später auch die Vorbereitungen für Erweiterung der Jewish Agency durch Nichtzionisten, haben zweifellos die Organisation geschwächt. Die Spannung entlud sich dann im Zusammenhang mit den in der Weltorganisation entbrannten Kämpfen. Es darf aber nicht übersehen werden, daß gerade in Amerika außer den rein parteimäßigen Gegensätzen auch eine Reihe von persönliehen und sozusagen ״sozialen“ Gesichtspunkten eine starke Rolle gespielt haben. Wir haben nicht die Absicht, die inneren Kämpfe in Erinnerung zu rufen, die vor zwei Jahren bei der Convention in Cleveiaml ihren vorläufigen Abschluß fanden. In Cleveland wurde die unter Führung von Lx>ui$ t