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Jüdische Rundschau · 1932-05-31 · Heft 43 (31.5.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 43 (31.5.1932)
Date
1932-05-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Hauptmann Goerings Judenprogramm Einzelnummer ogs Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u.F reitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. Auslandes hannemencs werden io der Wahrung der einreinen Linder berechnet. Anzeigenpreis: 8 Nonpareillexetie 0,50 G~M. Steüengeatiehe 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltang: Jüdische Rundschau G. m.b.H., Berlin W15, MeinekestrlO. Telefon: J 1 Bismarck 7165-70. P oitichitk - Konten : Berlin 17392, Basel V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 394 33, Budapest 59693. Dsnrlg 1973, Haag 140 470, Prag 59410, Riga 4155, Straaaburg 16430, Warschau 190706, Wien 156030 Bank ״ Kenten: Darmatädter- und Nationalbank, Depositen Kasse Berlin, Kurte rstendamm 52; Rumänische Kreditbank, Cerztauti (Rumänien); Anglo Palestine Co. in Haifa, Jerusalem, Tel -Aviv Nummer 43 | Berlin, 31. V. 1932 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״ה אייר תרצ״ב | xxxvii. jahrg. Oer Zlonlsmu» •!■»tretet tPr das JQdiache Volk dl» Schatfung •Imr «ff ntlUh. rechtlkh gesicherten Helmstllte in Palästina, ״Baseler Programm.• Kritische Tage Religionskäxnpfe in Aden 69 Jaden verletzt London, 26. Mai. (J. T. A.) Aus Aden, an der Südxüste Arabiens, trafen heute Nachrichten über schwere Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung ein, die an die jüngsten Religionskriege zwischen Mohammedanern und Hindus in Bombay und in anderen indischen Städten erinnern und wohl auch durch die infolge dieser Religionskämpfe entstandene Erregung ausgelöst sind. Auf Grund eines plötzlieh aufgetauchten Gerüchtes, Juden hätten eine arabische Moschee geschändet, indem sie Kehricht in den Hofraum der Moschee warfen, drangen große Trupps Araber in das jüdische Viertel von Aden ein und schlugen mit Stöcken und Steinen auf die jüdischen Einwohner los. Die Araber eröffneten auch ein Steinbombardement gegen die jüdischen Häuser, durch welches hunderte Fensterscheiben zertrümmert und mehrere Einwohner verletzt wurden. Nach der ersten Ueberraschung konnten die Juden sich zur Gegenwehr sammeln. Sie gingen geschlossen gegen die Angreifer vor und trieben sie nach kurzem Kampf aus dem jüdischen Viertel wieder hinaus. Inzwischen war Polizei eingetroffen und stellte einen Wachtdienst im jüdischen Viertel auf. Bei den Kämpfen wurden 16 Juden und 3 Araber schwer verwundet. Insgesamt, so heißt es in den Telegrammen, wurden 60 Juden verletzt, davon eine Anzahl so schwer, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. In den Telegrammen wird erzählt, daß nach dem ersten Ueberfall eine Art Waffen- Stillstand zwischen den Führern der Juden und denen der Araber abgeschlossen wurde, daß aber kurz darauf der Waffen- Stillstand von den Arabern gebrochen worden ist; die Unruhen flackerten trotz Vorsichtsmaßnahmen der Polizei von neuem auf. Sie erneuerten sich am 26. Mai vormittags auf dem Bazar an der Dampferanlegestelle, wo zahlreiche jüdische Geschäfte geplündert und aut die Geschäftsinhaber Steine und Flaschen geschleudert wurden. Die neugebildete, meist aus Arabern sich zusamraensetzende bewaffnete Polizei zerstreute die Exzedenten und stellte gegen Mittag die Ordnung wieder her. Dabei wurden 70 Verhaftungen vorgenommen. Polizeiwachen und Panzerautos patrouillieren durch die Straßen und verhindern jede Ansammlung. Die Polizei beherrscht nun die Lage und läßt es zu keinen weiteren Zusammenstößen kommen, aber die Stimmung unter Arabern und Juden ist weiter gespannt. •***>■•<• III r/c/u• .־ •;.'••״“׳’»י•:;*«*•יי«,./. ״r'.'i* .■* Aden, das der VerwaSuhi des Vizekönigs von Indien untersteht, besitzt eine sehr alte jüdische Gemeinde. Schon im Jahre 360 n. Chr. sollen Juden in der Stadt gelebt haben. Im British Museum befinden sich vier Grabsteine vom alten jüdischen Friedhof aus dem Jahre 1317. Als Jakob Saphir im Jahre 1860 Aden besuchte, fand er dort 250 Familien arabischer Juden und 300 Angehörige der ״Beni Israel“, d. h. schwarze Juden aus Bombay, vor. Im Jahre 1921 wohnten in Aden 3747 fast ausschließlich arabische Juden. Die Zahl der Beni Israel hatte schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts beträchtlich abgenommen. Die Juden Adens betätigen sich als Kaufleute, Mattenflechter, Blattbinder, Maurer, Buchbinder, Goldschmiede, Geldwechsler, Marketender und Lastträger. Die jüdische Gemeinde in Aden unterhält eine dauernde Verbindung mit den Juden des Yemen, sie besitzt vier Synagogen, ein Hospital und einige Schulen. In alter Kürze Der polnische Gesandte in Washington, Filipowlcz, gab zu Ehren S 0 k o 1 ow s einen Lunch. Die britische Reichsflugverwaltung beginnt in diesen Tagen versuchsweise mit der Einrichtung eines Luftfahrt- und Luftpostdienstes zwischen Jerusalem und Kairo. Der Flug dauert 31/8 Stunden. Der Jerusalemer Flughafen wird bei Rarnleh errichtet. Der Prozeß gegen die im November verhafteten Mörder der zwei jungen Juden Jochannan Stahl und Salia Zohar- Goldstein, die im Juni 1931 auf einer von Tel-Awiw aus unternommenen Küsten-Wandertour ermordet worden sind, findet am 10. Juni vor dem Jaffaer Gericht statt. Vergangene Woche ereignete sich in Wien ein Ueberfall nationalsozialistischer Gruppen auf jüdische Geschäfte. Die Nationalsozialisten versuchten auch, jüdische Passagiere aus der Straßenbahn zu ziehen und zu verprügeln. Die angegriffenen Juden vermochten sich aber erfolgreich zu verteidigen, bis den Demonstrationen von der Polizei ein Ende gemacht wurde. Wie aus Wien gemeldet wird, haben die ״arisch gesinnten“ Anwälte eine erfolgreiche Kampagne zum Austritt aus der Anwaltskammer organisiert, weil zum Präsidenten der Anwaltskammer der angesehene jüdische Rechtsanwalt Dr. Kantor (der übrigens auch Zionist ist) gewählt wurde. Die nationalsozialistischen Anwälte versuchen aus diesem Anlaß, eine Spaltung der Kammer durchzuführen. Berl Locker, Mitglied der Exekutive, hielt sich auf der Durchreise aus Oesterreich und der Tschechoslowakei nach London kurze Zeit in Berlin auf. Die Z. V. f. D. veranstattete am 26. d. M. eine Zusammenkunft mit ihm, an der Vertreter aller der Z. V. f. D. angehörenden zionistischen Gruppen teilnahmen. Der Vorsitzende, Dr. Rosenblüth, benutzte den Anlaß, um in einem warmen Nachruf des soeben dahingeschiedenen zionistischen Führers Joseph Cowen zu gedenken und der aufrichtigen Trauer aller zionistischen Kreise Deutschlands über diesen schweren Verlust unserer Bewegung Ausdruck za geben. Herr Locker hielt sodann ein ausführliches informatives Referat über alle Zweige der Tätigkeit der Exekutive und schilderte die politische, wirtschaftliche und finanzielle Situation. Anschließend war noch Gelegenheit, ein paar Fragen der Teilnehmer zu beantworten. Immer allgemeiner wird das Empfinden, daß der kommende Sommer Entscheidungen von größter Tragweite bringen muß. Die Frage, ob sich die Umbildung der gegenwärtigen Wett- und Gesellschaftsordnung zu neuen Formen in einer ruhigen und planvollen Entwicklung, unter der Kontrolle des menschlichen Geistes und Willens, vollziehen wird, oder ob Einseitigkeit, Fanatismus und Kurzsichtigkeit den blinden Gewalten die Bahn öffnen werden, die ein Chaos, das abrupte Ende einer Geschichtsepoche, herbeiführen, kann heute niemand beantworten. Explosivstoff ist genug angehäuft, und ein unvorsichtig entzündeter Funke kann die Wett in Brand steejeen. Lange schon sprach man nicht so viel von Krieg wie jetzt. Die ostasiatische Frage ist bedrohlich, und die Kombinationen, die an den etwaigen Ausbruch eines russischjapanischen Krieges geknüpft werden, zeigen deutlich die heutige enge Verflochtenheit fast aller Gebiete der Wett- Politik. In den letzten Tagen ist die Oeffentlichkeit durch Pressemeldungen über Danzig und Ostpreußen beunruhigt worden, von denen schwer feststellbar ist, wie weit sie bereits bestehende Oefahren anzeigen oder Gefahren erst erzeugen. Ist es ja überhaupt ein Merkmal des gegenwärtigen Unruhezustandes, daß überall Mißtrauen und Gespensterfurcht bestehen und durch die hiermit verbundenen Befürchtungen und Gerüchte die Gegensätze immer mehr verschärft werden, so daß Gefahren, die vielleicht zuerst nur erdacht waren, schließlich im Bewußtsein der Menschen zu Realitäten werden. (Sogar in Palästina kennen wir dieses Phänomen.) In Europa selbst ist In den wichtigsten Ländern ein Interregnum. Dabei Ist, wie Ex-Reichskanzler Brüning dieser Tage ausführte, nicht die politische Krise das Drückendste, sondern die wirtschaftliche Not großer Massen, die vor allem durch die Arbeitslosigkeit charakterisiert wird. Die beiden Dinge miteinander in engem Zusammenhang, sie bilden einen Zauberkreis, indem die Wirtschaftsnot die politische Krise verschärft und die Spannungen der Politik eine Normalisierung der Wirtschaft, die vor allem Stabilität und Vertrauen braucht, verhindern. Der gegenwärtige politische Zustand in Deutschland muß jedenfalls als äußerst delikat bezeichnet werden. Nach dem dramatischen Sturz der Regierung Brüning Hegt die Zukunft vorderhand noch im Dunkein. Aber schon die Tatsache, daß es nach der Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten, die im Kampfe gegen den nationalsozialistischen Ansturm durch den Zusammenschluß aller den Nationalsozialisten entgegenstehenden Kräfte zustande kam, gelungen ist, durch Eingriff des Reichspräsidenten eine Rechtsorientierung mit dem Ziel der Heranziehung der Nationalsozialisten in irgendeiner Form herbeizuführen, ist eine Enthüllung der wahren Situation. Man ist offenbar in einflußreichen Kreisen der Meinung, daß eine dauernde Femhaltung der im Nationalsozialismus gesammelten aktiven Kräfte von der Verantwortung schwer durchführbar ist, auch wenn sie ziffernmäßig nach parlamentarischer Arithmetik keinen An- Spruch haben. Demgemäß kann man auch in manchen linksstehenden Kreisen die fatalistische Meinung hören, eine nationalsozialistische Regierung sei unvermeidlich. Auf der anderen Seite ist interessant, daß im letzten Heft des ״Deutschen Volkstum“, das freilich als nationalsozialistische Intelligenz-Zeitschrift kaum für die praktische Politik der Partei maßgebend ist, der Redakteur A. E. Günther an leitender Stelle sich dafür ausspricht, daß die Nationalsozialisten nicht regieren sollen, sie sollen vielmehr die Rolle eines ״Volkstribuns“ spielen, der Sprecher des Volkes gegenüber der Regierung, nicht Regent ist. Die Meinung, daß eine Partei, die die Volksstimmung in so hohem Maße für sich gewann und nun — wie früher die Sozialdemokratie — geradezu als ״das Volk“ gelten will, auch regieren müsse, sei eine ״demokratische Ueberfolgerung“. Es sei ein natürlicher Zustand, daß die Vertretung des Volkes den Machthabern gegenübertritt, daß die Regierung sich stets mit diesen Volkstribunen konfrontiert sieht, aber ״natürlich kann die Regierung nie den nationalsozialistischen Volkstribunen die Wünsche des Volkes ganz erfüllen, so wenig sie sie den sozialdemokratischen Tribunen erfüllen konnte, so wenig der Volkstribun Schöpferische Geldnot Von Dr. Felix Weltsch, Prag. Neue Menschen sollen zur Beitragsleistung für den Keren Hajessod geworben, die säumigen Zeichner zur Erfüllung ihrer Pflicht ermahnt werden; es wird eine besondere Anstrengung von den Juden verlangt, um den Keren Hajessod, das Rückgrat des ganzen Palästina-Aulbaus, in schwerer Zeit zu stärken. Es ist heute nicht leicht zu werben. Der berühmte steinige Boden ist womöglich noch steiniger, die Wirtschaftselbst seine heutigen Forderungen erfüllen könnte, wenn er Staatsmann wäre“. Man kann vielleicht vermuten, daß in diesen Ausführungen eine Einsicht in die durch den schnellen Aufstieg der Partei bedingten Unzulänglichkeiten mitenthatten ist; aber wahrscheinlich wird im eigenen Lager von den Männern der praktischen Politik der interessante Standpunkt Günthers als ״weltfremd“ betrachtet werden. Inzwischen ist die nationalsozialistische Flut keineswegs eingedämmt. Bei den Wahlen in Oldenburg am letzten Sonntag gewannen die Nazi die absolute Majorität im Landtag, und damit fällt wieder die Regierung eines deutschen Landes in ihre Hand. Der gelungene Versuch in Oldenburg wird zweifellos die Wünsche, auch den preußischen Landtag zur Auflösung zu bringen, wieder vermehren. Im übrigen wird, wie oft gesagt wurde, die preu ßisehe Regierungsbildung abhängig sein von der Ent- Wicklung der Dinge im Reich. Man darf sich aber keiner Täuschung darüber hingeben, daß keineswegs, wie man manchmal liest, die nationalsozialistische Welle im Abflauen ist. Die Volksstimmung ist ihnen günstig, und damit wird auch die aggressive Judenfeindschaft immer mehr im Volk verankert. Man darf annehmen, daß bei den leitenden Personlichkeiten Deutschlands, die heute über die Heranziehung der Nationalsozialisten verhandeln, der Judenpunkt keine oder fast keine Rolle spielt. Hier sind die großen Fragen der Staats- und Weltpolitik maßgebend. Aber für die deutsehen Juden steht natürlich die Frage, wie bei einer Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten deren Juden- Programm sich auswirken wird, im Vordergrund des Interesses. In den letzten politischen und parlamentarischen Auseinandersetzungen, die z. B. zu den bekannten Prügeleien im preußischen Landtag geführt Haben, war so gut wie gar י nicht von Jude« die Rede, man hörte nicht einmal mtitlserm« tische Schimpfereien. Die NationalsoziaHsten selbst haben in ihren vorwiegend für das Ausland bestimmten Kundgebungen sich über ihr Judenprogramm verschieden ausgelassen. Man hat den Eindruck, daß taktische Momente dabei mitspielen. So hat Hitler in seinen an die amerikanische Adresse gerichteten Aeußerungen einen gemäßigten Ton angeschlagen. Die letzten Tage bringen eine für die italienischeOeffentlichkeit bestimmte Erklärung des Hauptmanns G o e r i n g, die wir an anderer Stelle wiedergeben. Hier wird eine radikale Durchführung des antijüdischen Programms angekündigt, in einer Sprache, die für die Juden beleidigend und demütigend ist. In den mehr literarischen Publikationen nationalsozialistischer Kreise, die freilieh meist privaten Charakter haben, wird zwar viel Ideologisches produziert, aber kaum ein Anhaltspunkt zu praktischen Lösungen gezeigt. Es wird zweifellos auch von den deutsehen Juden selbst abhängen, welchen Weg die weitere Entwicklung geht. Wenn die Juden weiter dabei verharren, die entscheidenden Grundeinsichten, die die unanfechtbare Lehre der letzten Jahre deutscher Geschichte sein müßten, zu ignorieren und durch ein Untertauchen als ״isolierte Individuen“ eine Lösung der Frage zu suchen, dann werden sie grausam aus ihren Kinderträumen erweckt werden. Nur ein selbstbewußtes, organisiertes Judentum, das sein jüdisches Schicksal bejaht und ihm stolz begegnet, kann den Prüfungen des Augenblicks gewachsen sein. Denn auch die Milderung der individuellen Nöte des einzelnen Juden, die sich vielleicht in der nächsten Zeit noch verschärfen werden, kann nur im Zusammenhang mit der Meisterung des kollektiven Schicksals der Juden erfolgen. Und in solchen Momenten wie dem gegenwärtigen, wo nicht nur in Deutschland, nicht nur in einzelnen europäischen Ländern, ungeklärte Verhältnisse herrschen, sondern weit mehr auf dem Spiele steht, eine Schicksalswende der Menschheit gekommen zu sein scheint, wo die nach jüdischer Legende beim Turmbau zu Babel geschaffene Sprachenverwirrung wieder einmal die Welt in allgemeine Verwirrung zu stürzen droht, ist für uns Juden, die zwar weltpolitisch machtlos, aber Träger einer ewigen Wahrheit sind, die Pflicht gegeben, um die Existenz des Judentums und des jüdischen Volkes zu ringen, uns zu ihm zu bekennen und unsere Kraft für seine Erhaltung einzusetzen. liehe und politische Situation ungünstiger geworden; nur für jene ist sie günstig, die nichts geben wollen; denn es ist heute nicht sclnver, Ausflüchte und Ausreden im Gewände ernster Gegenargumente aufmarschieren zu lassen. Es steht eine ganze Garderobe aktueller Trachten zur Verfügung, mit der sich Geiz und Herzensträgheit, Phantasiemangel und Gefühlsbeschränktheit drapieren können. Und so hört man denn in diesen Tagen die ganze Stufenleiter der Gegenargumente: Jetzt, in der Zeit der Wirtschaftskrise, der großen Wettnot, soll man für ein fernes Land Geld hergeben? oder; Jetzt, in dieser Zeit des wachsenden

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