Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 35 (3.5.1932)
- Date
- 1932-05-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 168 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 35, 3. V. 1932 Kleine Nachrichten Aus Anlaß des 59. Geburtstages des holländischen nonistischien Führers N e h e m i a de Lieme veranstaltete die Zionistische Vereinigung Hollands in Amsterdam eine Festver- Sammlung, in der F. Bernstein, Dr. K. J. Edersheim und Albert Ehrenfeld die Persönlichkeit de Liemes und seine Verdienste um den Zionismus würdigten. . Der berühmte Archäologe Sir Flinders Pctrie, der letzt in Gaza in Süd-Palästina Ausgrabungen macht, meldet, daß er soeben den Palast in der Mitte der alten Festung bloßgelegt hat. Von der Festung verlauten mehrere n.iicnrdischo Gänge unterhalb der Mauern, die eine Verbindung mit der Wüste hersteilen. Der Gelehrte ist der Meinung, daß ein so ungeheures Gelände voll archäologischer Schatze hier verborgen liegt, daß die Ausgrabungen 50 J all re in Anspruch nehmen müßten. . Wie aus Bombay gemeldet wird, fand dort die Fl ochzeit Schau khat Alis, des bekannten moslemischen Führers, der auch in Palästina-Angelegenheiten eine bedeu- *ende Rolle gespielt hat, mit einer Engländerin statt, die zum■ •יי"•'־ übergetreten ist. Wie es heißt, wird diese Verbindung ׳ '׳ moslemischen Führers mit einer Engländerin von der öffentlichen Meinung der Moslems mißbilligt, und während der Trauungszercmonie versammelte sich eine große Menschenmenge vor dem Gebäude. Im Zuge der Anti-Peßach-Kampagne des Jüdischen Atheisten-Verbandes ״Apikojres“ wurde in der antireligiösen Abteilung des den Namen des jüdischen Dichters Men'dele m o c 11 e r s f o r i m tragenden Staatsmuseums für jiddische Kultur in Odessa eine Anti-Peßach- Ausstellung arrangiert. Die Ausstellung hat den Zweck, den ,,Klassen- Charakter“ der Religion im allgemeinen und des religiösen Peßach-Festes im besonderen zu erweisen. Antisemitismus im Rundfunk. Der Rundfunk verbreitete auf der Deutschen Welle am vergangenen Dienstag ein Streitgespräch über Antisemitismus zwischen Polizeimajor a. D. B o r c k , nationalsozialistischem Mitglied des Preußischen Landtags, und dem _ Schriftsteller von Oppeln-Bronikowsky, der seine Anschauungen über jüdische Angelegenheiten aus dem nationaldeutschen Verband des Dr. Max Naumann bezieht. Es braucht kaum betont zu werden, daß dieses Gespräch ungefähr das Minderwertigste darstellte, was über dieses Thema geboten werden kann. Herr Borck erging sich, in den üblichen antijüdischen Beschuldigungen der antisemitischen Wald- und Wieseniiteratur, Flerr Oppeln-Bronikowsky suchte zwar die vulgärsten antisemitischen Argumente abzuwehren, aber in einer Weise, die für Juden und Judentum im besten Falle demütigend war. Daß beide Redner sich auch in 'öllig verständnislosen und unsachlichen Angriffen gegen den Zionismus ergingen, braucht kaum hervor gehoben zu werden. Ist die Deutsche Welle dazu da, mit bitter ernsten Dingen, derartige dilettantische Sersationsmacherei zu treiben und Gift in die Seelen von Millionen Rundfunkliörern zu träufeln? Wir haben gewiß nichts gegen sachliche Diskussioneu über die Judenfrage einzuwenden, auch wenn unter den Rednern Antisemiten sind. Aber eine solche Veranstaltung müßte geistiges Niveau haben und nicht den Stil provinzieller Versammlungen, in denen zürn Schluß unverhüllte Drohungen an die deutschen Juden ausgestoßen werden. Der Klärung der Judenfrage hat dieses Gespräch sicherlich nicht gedient. yjUll!ןott t f“ 1 ־• M w * vV j« t> r n1*t1 » irmn •***•*rr-»«*»»•י►■—i■»•«■׳■■■»»« Jüdische Studentenseelsorge. Alle jüdischen Studierenden sind zu der am Dienstag, dem 10. Mai, abends 9 Uhr, im Gemeindeh s, Fasanenstr. 79/80, stattfindenden Versammlung eingeladen. Es sprechen: Herr Professor Dr. Georg Bernhard über: ״Der jüdische Student in der Gegenwart“ und der Einladende, Rabbiner Dr. Max Wiener. Vermischtes Der Pianist Alexander Buch gibt am Dienstag, dem 3. Mai, abends 8J/1 Uhr, seinen ersten Klavierabend in Berlin. Auf dem Programm stehen Beethoven (Eroika-Variationen), Schubert (Wandererphantasie), Honnegger, Bartok und Prokoffieff. Ort: Hochschule für Musik, am Steinplatz. Karten zu M. 1,—, 2,~ und 3,— an sämtlichen Konzertkassen. Im Vorverkauf um 10 0/0 billiger. K.J. V. Unser Bumlesbruder Alexander Buch gibt am Dienstag, dem 3. Mai, abends 8';) Uhr, sein erstes Berliner Konzert. Einzelheiten darüber siehe die obenstehende Notiz. Es ist Ehrenpflicht jedes K.j.V.ers, zu diesem Abend zu erscheinen. Lehrerposten für eine Studien-Assessorin gesucht, die fünf Jahre an Berliner Studienanstalten untc-richtet hat und die über gute Zeugnisse verfügt. Die betreffende Dame, die auch eine Stelle an einer jüdischen Volks- oder Mittelschule annehmen würde, ist auch dazu in der Lage, Unterricht in Flebräisch und jüdischen Fachern zu erteilen. Auskunft erteilt: Z. V. f. D., Berlin W 15, Meinekestr. 10. Gründung einer jüdischen Leih- und Sparkasse in Berlin. Am 18. April d. J. ist auf Initiative den Zentralverbandes ostjüdischer Organisationen Berlins und mit Unterstützung von 32 jüdischen Vereinen und Organisationen die Gründungs- und Generalversammlung der neu gegründeten Leih- und Sparkasse ,,Esra“ auf genossenschaftlicher' Basis in Berlin zustande gekommen. Die Leih- und Sparkasse ist genossenschaftlich organisiert, und zwar so, daß jedes Mitglied mindestens einen Anteil von 25 M. übernimmt und mit einem Betrage von 25 M.!saftet. Die Kredite sollen durchschnittlich nicht höher als 200 bis 300 M. bis zur Höchstsumme von 590 M. sein. Der am 18. d. M. gewählte Aufsichtsrat der Genossenschaft bestellt aus folgenden Herren: Vorsitzender: Dr. M. Taizlin, 1. stellv. Vors.: Dr. B. Silbert, 2. stellv. Vors.: Dr. J. Brutzkus, M. Anker, J. Dlusniewski, S. Drimmer, S. Fröhlich, M. Goldmann, M. Grebler, P. Hauser, L. Koller, J. Kornfeld, S. Langnas, J. Luster, B. Scharf, M. Schneck, H. Schönhorn, L. Sperber, J. Tauber, A. Waldberg, K. Warth. Alle notwendigen Auskünfte erteilt das Biiro der Leih- und Sparkasse ״Esra“, Berlin N 54, Rosenthaler Str. 55, v. 111 Trp., Telephon: D 1 Norden 5514. Fünf Jahre Zionistischer Jugendbund ״Nordau“. Wir erhalten folgenden Bericht: Zur Zeit der Gründung vor fünf Jahren von vielen zionistischen Bünden und Gruppen als überflüssig angesehen und wegen seiner zionistisch-neutralen Ein- Stellung angegriffen, hat sich der Bund Zionistischer Jugend ״Nordau“ durch unbeirrte Arbeit zu einem Faktor in der zionistischen Jugendbewegung entwickelt, dessen Bedeutung heute von keinern mehr bestritten wird. Gerade seine Tendenz, über allen zionistischen Parteigruppen zu stehen, erhöht seine Verantwortung. Der Bund umfaßt junge Menschen im Alter von 16—25 Jahren, die nicht in der Jugendbewegung waren oder ihr schon entwachsen sind. Seine Menschen setzen sich aus allen Kreisen und Berufsschichten zusammen. Ihnen gibt der Bund eine zionistische Erziehung, die nicht gebunden ist an eine Partei oder Weltanschauung. Unsere Menschen sollen nicht Kämpfer einer Partei sein, sondern sollen ihre Kräfte in den Dienst der Gesamtorganisation stellen. Mitglieder unseres Bundes arbeiten heute zum Teil führend in zionistischpolitischen Gruppen und Ortsgruppen mit. Nach Jahren intensivster innerer Erziehungsarbeit ist der Bund im vergangenen Winter zum ersten Male stärker an die zionistische Oeffentlichkeit getreten. Eingedenk unserer besonderen Aufgabe, das Trennende in der Jugendbewegung zu überbriieken, haben wir Ausspracheabende' veranstaltet, an denen fast sämtliche Jugendbünde beteiligt waren. Wir hoffen, daß es uns g<» fingen wird, unter der zionistischen Jugend eine Front zti schaffen, die bei bestimmten Anlässen als geschlossenes Ganzes auftritt. ln der kurzen Zeit unseres Bestehens haben wir mehrere Chawerim nach Erez Israel geschickt, einige befinden sich jetzt in landwirtschaftlicher Ausbildung. Wir achten besonders darauf, daß unsere Mitglieder einen Beruf wählen, der sie befähigt, nach Palästina zu gehen. Berliner Keilender Berliner Zionistische Vereinigung. — Gruppe Lehniner Platz, gemeinsam mit der Charlottenburger Miiimerabteilnng des Bar Koehba-llakoah, Dienstag, den 3. Mai, im K.J. V., Bleibtreustraße 50. Dr. Alfred Ra bau: ״Erez Israel und Makkabiah'. —• Gruppo Savigny-Platz, gemeinsam mit den Leichtathletikabteilungen des Bar Kochba-Hakoah, Dienstag, den 3• Mai, abds. 8t/e Uhr, im Belh-Am, KurfOrstendamm 61, Dr. Lclewer: ״Erez Israel und Makkabiah". — Gruppe Schmargendorf, Mittwoch, den 4. Mai, bei Herrn Hirschweh, Rudolstädter Straße 99—101. S. Tschertok: Erez Israel und Makkabiah. — Gruppe Süd, Montag, den 9. Mai, abends 8.30 Uhr, im Deutschen Hof, Luckauer Straße 15. Dr. Werner Bloch: ,,Erez Israel und Makkabiah'. — Gruppo Tempelhof, Mittwoch, den 11. Mai, abends 8.30 Uhr, in den Emmerich-Bierstuben, Belle-AHiancestraßc 50, Ecke Dreibund- Straße. ״Erez Israel und Makkabiah'. Referent wird noch bekanntgegeben. Misrachi-Berlin. Donnerstag, den 5. Mai (Himmelfahrt), Eröffnungsfeier unseres neuen Heims und Versammlungslokals, in der Rosenthalcr Str. 5511. Ansprache: Dr. O. Wolfsberg. Im geselligen Teil wirken mit: Laz. Barth, Samv Gronemann, Oberkantor Katz- Cohen. —- Buffet. Beth-Am IwrL Der für,den 4. Mai angekündigte Empfang für Elieser S t e i m a n n ist auf Mittwoch, den 11. Mai, 8.30 Uhr, abends, verlegt. worden. Herr Slehnann referiert über ״Die modern« hebräische .Literatur' . ■—• Sonnabend, den 7. Mai, abends 8.30 Uhr, veranstaltet das, Betb Am zusammen mit dem Jugendrat für hebräisehe Arbeit «inen. Abend ,,Palästinaeindrücke‘ . Es referieren: N. Lewin, S. Tschertok, S. Rabinowitsch, Fritz Mautner u. a. Gäste willkommen. . Bar Koehba-Flakoah, Abteilung Süd: Mittwoch, den 4. Mai, Frühlingsfest im Cafe Europahaus, Stresemannstr. 92. Beginn 8.30 Uhr. Eintrittspreis 1,— Mk. Karten an der Abendkasse. Zionistischer Jugendbund ״Nordau". Im Rahmen der Feierstunde, die der Bund anläßlich seines 5jährigen Bestehens am 7. Mai im Lehrervereinshaus, am Alexanderplatz, veranstaltet, spricht Dr. M. Freier über: ״Die jüdische Jugend und Palästina“. Außerdem: ״Das ist kein Weg“, Sprechchöre von Dr. Salli Lewin, Musik: Daniel Samburski. Musikalische Erbauungsstunde für Erwerbslose und Notleidende aus den freien und geistigen Berufen, in der Synagoge, Prinzregen tenstr. 69/70, am Mittwoch, dem 4. d. M., abends 8 Uhr. Mitwirkende: Hermann Scho v (Bariton), Stefan Frenkel (Violine) und ein gemischter Chor. Leitung: Alexander Weinha um. Karten, die zum freien Eintritt berechtigen, sind bei den Standesorganisationen, den Arbeitsnachweisen und den Bezirkswohl• fahrtsämtern erhältlich. Auskunft beim Werbe- und Pressereferat der Jüdischen Gemeinde (Fernspr. Weidendamm 5921). בית־עם עברי• קבלת־הפנים לכבודו של הסופר המפורסם׳ עורך ה״כתובים"׳ מר אליעזר ששיינמן ודחה מיום ד׳ 4 במאי ליוס ד׳ 11 במאי׳ 8,30 בערב׳ מר שטיינמן ירצה על "הספרות העברית החדשה״. במוצ״ש׳ 7 במאי 8,30 שעות בערב עורך בית העם יחד עם המועצה לעבודה עברית בין הנוער נשף פומבי ע״ה "רשמים מארץ ישראל" בין המשתתפים: נחום לוין׳ ז• טשרטוק. זאב ראבינוביץ׳ פ• מויטנר• הכניסה חפשית• אורחים רצויים. Frankfurt a. M. (Zionistische Schülergruppe.) Am 7. Mai, pünktlich 17' - Uhr, im jüdischen Jugendheim, Eschersheimerldstr. 65 (II. Stock, gr. Saal) Fortsetzung der Vortragsreihe über: ״Religiöse Probleme der Gegenwart“. Leipzig. Bar Kochba, Zionistische Vereinigung, Nationaljüdische Arbeitsgemeinschaft, Keren Kajemefh Lejisrael veranstalten die Begrüßungsfeier für die Teilnehmer an der Makkahiah am Mittwoch, dem 4. Mai, abends 8',4 Uhr, im Jüd. Jugendheim, Elsterstr. 7. Es sprechen eine Reihe von Makkabiahteilnehmern, sowie gleichzeitig in Palästina anwesend gewesene Leipziger Freunde. Wir bitten um rege Beteiligung. §tujduauMcÄ£, UND BLUMENSPENDEN lost ma?» eb durch Natumaihmd* Telegramm« und Baum spenden tut Palästina * Tel «gram me st* I Mark bei allen Vertrauensleuten Etn Baum beutet 6 Mark wir senden cm« Bcnachnchttgun* an die aufgrgeben« Adresse und drucken die Gratulation im Äuiuiiti ab. KEREN KAJEMETH LEJISRAEL BERLIN W 15, MemekeairaSe 10 T.l'lon . ון Bismarck 7165. Postscheck - Koma 1 Berlin 28247 r Trude Vogel Markus Drimmer Verlobte Matnz» Hmdenburjstr. 29 ממצח׳ כ׳ ניסן תרצ׳ ן— Haifa __J -asa■■■■■■ ■■■■■■■■■■■■■■■ a■■■•« I ■ Scbreiömaschinen-Arbeiten ■ ■ Aushilfe, Halbtagsstelle fleSUCht. 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Auf die nach den Gewinnplänen des Nordstern abgeschlossenen Versicherungen werden den Versicherlen im Jahre 1932 die gleichen Dividendens&tze wie in den Vorjahren vergütet. * )lHlllllllllllllI(ll!l!lliillll!lllllll!llll1m1lllllllll1n1lllllllllllllll!l!ll!lllllll!lllltlll!lllllllllllllll(!U FESTDICHTON6EN ... ... Toasts / Tatallleder / uortrsge!»*- Postzeitungen / ßulfUtirungen vidu<•11 verfaßt Eine Anzeige in dieser Größe kostet 6.- Mk. für Abonnenten nur 4.50 Mk. (ausgenommen Geschäftsanzeigen) '-er an; wörtlicher Redakteur: Dr. Werner Bloch, Berlin •Wilmersdorf, Veriag: Jüdische Rundschau G.m. b. H., Berlin W 15. Verantwortlich für den Inseratenteil: R. Segal, Berlin-Wilmersdorf. Aoz.-Verw.: Jüdische Rundschau G.m. b. H. Berlin W 15, Meinekestr. 10 Druck von Siegfried Scholem, Berlin י Schöneberg