Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 35 (3.5.1932)
- Date
- 1932-05-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 0,25 Goldmark Palästinafragen im englischen Unterhaus JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag «.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldtnark, Auslandsabonneraent« werden in dm Wahrung der einzelnen Linder berechnet. Anzeigenpreisu geep. Nonpareülezeile 0,50 G.-M. Stellengesuche 0,25 G.-M. Nummer 35 | Berlin, 3. V. 1932 Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m. b. H., Berlin W15, Meinekestr.10, Telefon: J 1 Bismarck 716570־. Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittags 4Uhr Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Postscheck * Konten; Berlin 17392, Basel V 9355, Belgrad 68032. Brüssel 394 33, Budapest 596 93, Danzig 1973, Haag 140 470, Prag 59410, Riga 4155, Strasshurg 1643h, Warschau 190708, Wien 156036 Bank Konten: Darmstädter־ und Nationalbank, Depositen־Kasse Berlin, Kurfürst«mdamrn 52; Rumänische Kreditbank, Cemauti (Rumänien); Anglo Palestine Co. m Haifa, Jerusalem, 'Fel-Aviv Der tioniimut erstrebt tUr das fildlsche Volk die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.‘* Nachhiang zu den Preuflenwahien Zweitausend Zertifikate Jerusalem, 2. Mai. (J.T.A.) Von der Exekutive der Jewish Agency ln Palästina wird mitgeteilt, daß die Palästina- Regierung für das Halbjahr April Oktober 1932 zweitausend Einwanderungszertifikate für Arbeiter bewilligt hat. 300 von diesen Zertifikaten sind für eingewanderte Touristen reserviert, die sich nachträglich entschließen, dauernd im Lande zu bleiben, von den restlichen 1700 Zertifikaten sind 400 für Frauen bestimmt. Die Jewish Agency hatte um 3750 Zertifikate angesucht, und hat dabei auf das gegenwärtig in Palästina bestehende starke Bedürfnis nach Arbeiterhänden hingewiesen. Die Jewish Agency ist unzufrieden, daß die Regierung 1750 Zertifikate weniger bewilligt hat und hat die Regierung um eine Begründüng ersucht. * Der politische Sekretär der Weltorganisation Agudas Jisroel hat vom Kolonienminister die Verständigung erhalten, daß der High Commissioner für Palästina Einwanderungs- Zertifikate für 26 Studenten der Or Soreach-Jeschiwah in Tel- Awiw bewilligt hat. Für die Hebräische Universität Das amerikanische Komitee der Freunde der H e b r M - Ischen Universität Jerusalem hatte aus Anlaß des 7. Jahrestages der Gründung der Universität am 1. Mai in New York eine Festversammlung abgehalten. In der Versammlung, an der die amerikanischen Mitglieder des Komitees teilnahmen, wurden durch Rundfunk eine Anzahl von Reden auswärtiger Persönlichkeiten verbreitet, die aus Europa telephonisch übermittelt und vom amerikanischen Sender übernommen wurden. Es sprachen u. a.: Oberrabbiner Israel Le vi (aus Paris), Thomas Mann (aus München), James de Rothschild und Herbert Samuel (aus London). Oscar Wassermann (aus Berlin). Wir werden über diese eigenartige Veranstaltung, die zum erstenmal d:e Errungenschaften moderner Uebertragungstechnik in den Dienst einer jüdischen Sache stellt und dadurch ein Bild der jüdischen Einheit bot, daß Juden aus aller Welt Uber eine gemeinsame Sache redeten, noch ausführlicher berichten. gää&t* Brodetsky and Locker vor englischeii Zionisten London, 29. April (J. T. A.). In einer von der Zionistisehen Föderation Groß-Britanniens und Irlands veranstalteten öffentlichen Kundgebung, die außerordentlich stark besucht war, sprachen Professor Dr. Selig Prodetsky, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, und Berl Locker, Mitglied der Zionistischen Exekutive, über zionistische Politik und Arbeit. Brodetsky berichtete über seine Eindrücke in Palästina. Es herrscht heute in Palästina ein Geist tatkräftigen O ptimismus', moderiert durch die Kenntnis der unbefriedigenden politischen Situation. Wir haben aber zwei Dinge gelernt: erstens, daß ein praktischer Fortschrit im Grunde genommen viel mehr von uns als von der Regierung abhängt; zweitens, daß man das, was man als Fehler erkannt hat, in der Zukunft nicht wiederholen soll. In politischer Hinsicht stellte Dr. Brodetsky fest: Ich habe das Gefühl, daß sich während der letzten Monate unsere politischen Beziehungen und Ausblicke wesentlich gebessert haben; wir müßten in der Lage sein, diese Tendenz zum Guten in den nächsten Monaten zu nutzen. Während der nächsten Monate werden wir durchaus Gelegenheit haben, unsere politische Position betrachtlieh zu verbessern. Die Gestaltung meiner Beziehungen zum Colonial Office und zum High Commissioner haben mich in diesem Glauben bestärkt. Ich erwähne dies, um zu zeigen, daß unsere Taktik in der Gegenwart und hoffentlich auch in der Zukunft nicht die sein wird, die englische Regierung zu bekämpfen, sondern diese Regierung von der Möglichkeit und dem Nutzen einer gegenseitigen Zusammenarbeit zu überzeugen. — Lasset uns, schloß Brodetsky, für einen Augenblick den Geist des Sichgeschlagenfühlens vergessen, der unglücklicherweise so populär unter uns geworden ist, und lasset uns noch einmal zu dem Geist der Hoffnung und des Idealismus zurückkehren, der uns vor den unglücklichen Ereignissen der letzten zwei oder drei Jahre zu beseelen pflegte. Beide Redner ernteten reichen Beifall. In aller Kürze Professor Brodetsky hatte im Unterhause eine Besprechnng mit dem britischen Kolonienminister Sir Philipp C u n I i f f e - L i st e r. JTA. berichtet hierzu, daß der Kolonienminister versprach, die zionistischen Forderungen wohlwollend zu prüfen. Der High Commissioner führt gegenwärtig eine Land- Inspektion durch, bei der er auch die jüdischen Kolonien besucht. Bei seiner Ankunft in der jüdischen Kolonie Artuff wurde er feierlich begrüßt. Dem Empfang wohnten die Mukhtars (Bürgermeister) der benachbarten arabischen Dörfer bei. Der High Commissioner gab in seiner Antwortrede seiner tiefen Bewunderung für die jüdische Aufbauarbeit in Palästina Ausdruck. Der High Commissioner besuchte auch die jüdische Jugendlichen-Kolonie Ben S c 11 e m e n. Der High Commissioner empfing den Führer des Misrachi i!1 Lettland, Rabbiner Mordcchai Nurok, und ermächtigte ihn zu folgender Erklärung: Alle, die in Palästina 1 n ־ d u s t r i e!1 begründen und zur Entwicklung des Landes beitragen wollen, sind hier im Lande willkommen. Ihre Einwanderung ist im Interesse des Landes notwendig und wird vom High Commissioner begünstigt werden. Dr. Arlosoroff, der ernstlich erkrankt war, hat seine Tätigkeit im Büro der Jewish Agence Exekutive in Jerusalem wieder aufgenommen. Der große Wahlerfolg der Nationalsozialisten hei den Preußenwahlen hat in der gesamten jüdischen Presse der Welt stärkste Beachtung gefunden. Es ist selbstverständlich, daß die jüdischen Zeitungen in Deutschland an das Wahlresultat längere Kommentare geknüpft haben. Man kann feststellen, daß auf jüdischer Seite der weiteren Entwicklung trotz aller möglichen Gefahren doch mit einer gewissen Nüchternheit entgegengesehen wird. Das mag wohl daher kommen, daß man durch den großen Erfolg der Nationalsozialisten auf jüdischer Seite keineswegs überrascht gewesen ist. Von Interesse sind die Folgerungen, die in einzelnen Organen aus dem Wahlergebnis gezogen werden. Wir haben in der Nummer der ״J. R.“ vom 26. April der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die neue Situation insofern ihr Heilsames haben könnte, als die Juden zur Erkenntnis gedrängt werden, daß bei der Behänd- Jung des Judenproblems fast alles auf sie selbst ankommt. Wir haben damit gemeint, daß die Juden nunmehr die Konsequenz ziehen werden, sich auf sich selbst zu besinnen und ihre eigene Gemeinschaft zu festigen. In einem Zeitalter, in welchem im politischen, sozialen und Wirtschaftliehen Kalkül nicht mehr Individuen, sondern nur Gemeinschaften eine Rolle spielen, ist es folgerichtig, daß man die Gemeinschaft, der man schicksalsmäßig zugehört, organisiert und geistig unterbaut. Vorderhand scheint diese Hoffnung nicht in Erfüllung gehen zu wollen. Beweis hierfür sind die Aeußerungen in der V.-Zeitung“ und im ״Schild“, der Zeitschrift des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten. In der C. V.-Zeitung untersucht Dr. Ludwig Holländer in einem längeren, ״Erdrutsch“ benannten Artikel die Ursachen des Aufstieges der nationalsozialistischen Partei. U. a. meint er, daß ״die kritische Prüfung der Gegenwart und der Vergangenheit uns eine Hoffnung bringt: wenn wir den Leitgedanken, unserer Tätigkeit, Arbeiten und nicht Verzweifeln, folgen werden, so wird die Judenheit wie immer in der Weltgeschichte trotz ihrer schweren ,Lage nicht Untergebern“. ״Deshalb müssen wir es bednugis“, Mg*t Bjr», IJoilae^^r,• ״daß׳ das von; allen jjolitisehftn “Sachverständigen als ausgezeichnet beurteilte Wahlmaterial des C. V. aus Mangel an Mitteln nur in verschwindendem Ausmaße hat verbreitet werden können.“ Dr. Hollaender stellt als Ziel auf: ״Wir müssen endlich lernen, den wirklich Jahresversammlung und Vortragsabend Die VI. Jahresversammlungdes deutschen Pro Palästina- Komitees fand am 30. April in den Räumen des ehemaligen Herrenhauses zu Berlin statt. In Vertretung von Graf Bernstorff, der durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, führte Herr v. Kardorff den Vorsitz. Herr v. Kardorff begrüßte zunächst die Vertreter des Auswärtigen Amtes, Ministerialdirektor Dieckhoff, Geheimrat Prüfer und Legationsrat Sobernheim, sowie das deutsche Mitglied der Mandatskommission des Völkerbundes, Herrn Ministerialdirektor Dr. R up pel, und verlas sodann Begrüßungsschreiben von Graf Bernstorff, vom Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, vom Staatssekretär des Preußischen Staatsministeriums für den Ministerpräsidenten Dr. Braun und vom Staatssekretär in der Reichskanzlei, Herrn Dr. Pünder. Graf Bernstorff schreibt aus Genf: Zu meinem lebhaften Bedauern gestattet mir nach langer Krankheit mein Gesundheitszustand noch nicht, eine Reise nach Berlin zu unternehmen, um unserer Jahresversammlung beizuwohnen, die ich bisher noch nie versäumt habe. Schon oft hatte ich Gelegenheit, mich öffentlich zur großen sozialen Idee des Wiederaufbaus Palästinas zu bekennen. Daher will ich bei diesem Anlasse nur kurz das gleiche Bekenntnis wiederholen mit der Bemerkung, daß mein Interesse und meine Anteilnahme an der Sache unvermindert geblieben sind. Wenn meine Gesundheit es erlaubt, hoffe ich, dieser Sache in den kommenden Jahren noch mit der gleichen Freude wie bisher dienen zu dürfen. Einstweilen nehme ich in Gedanken herzliehst teil an der Jahresversammlung und wünsche ihr einen vollen Erfolg. J. Bernstorff. Das Schreiben des Auswärtigen Amtes lautet: Im Aufträge des Herrn Staatssekretärs von BUIow spreche ich dem Deutschen Komitee Pro Palästina unseren verbindlichsten Dank für die freundliche Einladung zur diesjährigen Jahresversammlung aus. Der Herr Staatssekretär ist infolge seiner Abwesenheit von Berlin leider verhindert, derselben Folge zu leisten. Indem ich dem Komitee die besten Wünsche des Auswärtigen Amts zur Fortsetzung seiner bisherigen, so erfolgreichen Arbeit übermittle, gebe ich meiner Freude darüber Ausdruck, daß auch in diesem Jahr das Werk in Palästina so große Fortschritte macht. gez. Dr. K ö p k e, Stellvertretender Staatssekretär. Der Vorsitzende gedachte sodann mit warmen Worten der während der Berichtsperiode verstorbenen Mitglieder des Komitees: Geheimer Justizrat Dr. Felix Bondi (Dresden), Dr. Erich Buchholz (Hamburg), Universitiitsprofessor Dr. Georg Kerschensteiner (München), Universitätsprofessor Dr. Max Löhr (Königsberg), Reichskanzler a. D. Hermann Müller, Regierungsrat Dr. Nördlinger (Stuttgart) lind Admiral von Truppei (Berlin). nationalen deutschen Standpunkt dem verzerrten nationalistisehen mit Nachdruck entgegenzusetzen.“ Im ״Schild“ fragt Dr. Ludwig Freund in einem Leitartikel unter dem Titel ״Was nun?“, wie sich die Zukunft gestalten wird. Er kommt zu folgendem Schluß: ״Inzwischen wollen wir unsere Pflicht tun und für unser Teil Weiterarbeiten im Dienste der Auf* klärung und der Annäherung gespaltener Volksteile.“ Diese Proben beweisen, daß in weiten Kreisen der jüdisehen Gemeinschaft in Deutschland die Fähigkeit fehlt, selbst aus den handgreiflichsten Tatsachen die richtigen Erkenntnisse zu ziehen. Noch immer meint man, daß man mit: den allen Methoden imstande sein könnte, irgendeinen beachtenswerten Wandel zu bewirken. Man will sieh nicht eingestehen, daß die sogenannte ״Aufklärungs- und Abwehrarbeit“ ihren Zweck fast restlos verfehlt hat. Das schöne Wahlmaterial des C. V. mag, objektiv betrachtet, wertvoll sein. Aber wer nimmt von ihm Notiz? Es ist von Juden für Juden geschrieben und erreicht die Kreise, an die es sich wendet, nur in einzelnen wenigen Personen. Und wenn man die Auflagen der Abwehr- und Aufklärungsschriften noch so sehr vergrößern würde, was wäre damit gewonnen? Die Empfänger würden es von vornherein mit größtem Mißtrauen betrachten und in den Papierkorb werfen. Das Ziel, dem neudeutschen Chauvinismus den ״wahren deutschen Nationalismus“ entgegenzustellen, mag ja verlockend sein, aber wer entscheidet darüber in Deutschland, web eher Nationalismus wahr und welcher verzerrt ist? Und ist der ״wahre“ Nationalismus für die meisten Deutschen nicht von vornherein suspekt, wenn sich Juden zu seinen Propheten machen? Wir verstehen, daß es Menschen und Organisationen, die seit Jahrzehnten auf ein Programm festgelegt und an eine bestimmte Art zu werben und zu arbeiten gewöhnt sind, schwer fällt, einzusehen, daß ihr Lebenswerk Schilfbruch etlitten hat. Die Entwicklung aber ist wenig sentimental unfl, nimmt auf derartige subjektiv«. Einstellungen Sie geht achtlos Aber Organisationen una Menschen' hinweg, welche die Zeichen der Zeit nicht verstehen und sich in Vorstellungen eingesponnen haben, die in die Gegenwart nicht mehr hineinpassen. Nach Erstattung des Tätigl::WVc־T23tes und nach Entgegennahme eines ausführlichen Referates über die politische und wirtschaftliche Entwicklung Palästinas im Jahre 1931 wurde dem Präsidium Decharge erteilt und es wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung mit Graf Bernstorff als Vorsitzendem wiedergewählt. Hinzugewählt wurde der bekannte Berliner Großindustrielle Leo Simon. In den Ehrenausschuß des Komitees wurden per Akklamation und unter lebhaftem Beifall auf Vorschlag des Präsidiums die Herren Oberbürgermeister Dr. h. c. Heinrich Sah in und der frühere Botschafter Exzellenz Dr. S o 1 f neugewählt. * An die Jahresversammlung schloß sich eine Veranstaltung im großen Saal des Preußischen Herrenhauses, zu der sich ein zahlreiches Auditorium eingefunden hatte. Den Vorsitz dieser Versammlung führte Reichsminister a. D. Exz. Dr. Dernburg, der die Erschienenen begrüßte und in einer längeren Eröffnungsansprache die Ziele des Deutschen Komitees Pro Palästina erörterte. Dabei kam er auch auf die Entwicklung Palästinas in den letzten Jahren zu sprechen, schilderte die großen wirtschaftlichen Fortschritte auf dem Gebiet des Orangenbaus, der Industrie, der großen Unternelunungen (Hafenbau, Ruthenberg-Werk, Tote Meer-Ausbeutung, Pipe Line usw.) und betonte zum Schluß den Zusammenhang zwischen der Judenfrage und dem Palästina-Aufbau, der in den letzten Jahren besonders manifest geworden ist. Das erste Referat hielt der bekannte deutsche Kolonial- Politiker und Schriftsteller Prof. Paul Hohrbach der kürzlich von einer Weltreise, die ihn auch nach Palästina brachte, zurückgekchrt ist. Es war auch für gute Kenner der palästinensischen Verhältnisse interessant, den Ausführungen des Vortragenden zu entnehmen, wie die wirtschaftlichen und kolonisatorischen Möglichkeiten des Landes sich dem geschulten Auge eines Fachmannes auch bei relativ kurzem Besuch erschließen. Prof. Rohrbach hat Palästina dreimal besucht, in den Jahren 1898, 1911 und 1932, und er ist daher imstande, die gewaltigen Veränderungen zu beurteilen, die jeden Betrachter in Staunen versetzen müssen. Rohrbach gab in gemeinverständlicher Weise einen Ucberbück über die Eigentümlichkeiten der einzelnen geologischen und klimatischen Zonen des Landes, wobei es an wertvollen Hinweisen nicht fehlte, wie nach Meinung des Redners gewisse Partien des Bodens in Zukunft besser ausgenützt werden können. Die Möglichkeiten für den Orangenbau hält Redner noch nicht für erschöpft, im Hügelland wären noch große Obstpflanzungen anlegbar, sehr wünschenswert wären auch Anlagen für Aufspeicherung von Wasser, wie sie im Altertum schon bestanden. Das Hule-Gebiet wird nach Ueberwindung der Entsumpfungsschwierigkciten überaus fruchtbar sein, dagegen das Jordantal mit Ausnahme einiger Oasen kaum besiedelbar. Auch die Möglichkeiten des Ostjordanlandes sind bisher völlig Dorisches Komilee Pro Pal&sflna