Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 33-34 (26.4.1932)
- Date
- 1932-04-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 33/34, 26 IV. 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 163 Hebräische Philosophie Die Erwartungen, die die jüdische geistige Welt der philo* sophischen Arbeit an der Hebräischen Universität Jerusalem entgegenbringt, sind mannigfach. In den wenigen Jahren, in denen es Lehrstühle für Philosophie ln Jerusalem gibt, wurde bereits wertvolle Vorarbeit geleistet. Was allein es schon bc* deutete, die sprachlichen und terminologischen Hindernisse der unterrichtlichen Arbeit zu überwinden, kann der ermessen, der die Anfänge der Seminararbeiten etwa im Jahre 1029 miterlebte. Man stelle sich vor, daß in einem Seminar über die Philosophie Kants damals Käntiibersetzungcn in sieben Sprachen — mit Aus* nähme der hebräischen — zur Verfügung standen. Es gehörte eine hingebungsvolle Leistung dazu, solcher Schwierigkeiten Herr zu werden. Vielleicht wäre diese Aufgabe nicht gelungen, hätte nicht schon bei Beginn der Arbeit Hugo Bergmanns tief* grundiges Kantbuch in hebräischer Sprache Vorgelegen. Seit dieser Zeit hat die Philosophie an der Hebräischen Universität ihren Weg stetig fortgesetzt. Wie sicher diese! Fortschreiten ist, mag man an der Tatsache feststellen, daß im vergangenen Se* mester Bergmann über die Oegenwartsphilosophielesen konnte. Von Kierkegaard ausgehend, führte diese Vorlesung in dal Wesen der Existentialphilosophie ein. Wie immer man zu dieser philosophischen Richtung stehen mag, muß es doch als bedeutsam anerkannt werden, wenn die studierende Jugend Jerusalem• unter besonnener Führung mit einer Strömung bekannt gemacht wird, die zutiefst die Krisis unserer Zeit widerspiegelt. El liegt in der Natur der Sache, daß auch das Werk Rosehzwelgs, das Ansätze der allerneuesten Philosophie vorwegnahm, in Jeru* salem einer Betrachtung unterzogen wird. (Vgl, Scholem: Franz Rosenzweig wesifro.) , Der Wunsch ist berechtigt, eg möge bald ein Organ für die jüdischen Philosophen aller Länder geschaffen werfen, das in hebräischer Sprache die Arbeit der Jerusalemer Philosophen unterstützt. Der Verlag der Universität kündigt soeben eine im Druck befindliche wichtige Neuerscheinung an: Hugo Bergmann, ״Haphilosophia schel Schlomoh Mainion“. Dieses Werk wird eine Analyse der Philosophie jenes Mannes bieten, der eine so eigenartige Stellung ln der Philosophie des deutschen Idealismus einnahm. — Leon Roth, der Inhaber des Achad Haam-Lehrstuhls für Philosophie, unter dessen Re* daktion und Anleitung von J. Ur wichtige Schriften von Des* eartes, Leibniz und Rousseau als Seminarausgaben ins Hebrä- Ische übersetzt wurden, hat mit seiner letzten, nunmehr im Druck erschienenen Achad Haam-GedMchtnisvorlesung ein über* aus interessantes Thema angeschlagen. (Ch. L. Roth, hasechei weharazon kegormim datiim; Vernunft und Wille als religiöse Faktoren. Jerusalem, University Press 1932.) Die Vorlesung behandelt Platonismus und Aristotelismus als zwei mögliche und einander entgegengesetzte Grundlagen religiöser Entwick- Jung, wie in Ihnen sich auch zwei Grundlagen metaphysischer Daseinsdeutung offenbaren. Der Platonismus trennt diese unsere Welt von der wahren Welt der Ideen; dii Religiosität, die auf platonischem Qrund und in platonischer Tradition steht, überträgt die Zweiweitentheorie ins Ethische und trennt das Reich der Wahrheit, die nun Heilswahrheit wird, von der Welt des diesseitigen Scheins. Roth zeigt nun im Verlauf der Dar* Stellung, wie trotz der starken neuplatonischen Strömungen im Judentum den Grundlagen jüdischer Frömmigkeit der diesseits* positive Rationalismus der Arfstofeliker nähergestanden habe. An einer Analyse der verschiedenen Willensbegriffe bis zu dem Willensbegriff des Tenach hin wird dieser Sachverhalt kiarzu* stellen versucht. Im Rahmen unserer Notiz soll vor allen Dingen darauf!angewiesen werden, daß auch diese Vorlesung 111 Zwlespräche mit der Situation der Oegenwartsphilosophie steht. Die Vorlesung zeigt eine solche Reihe wichtiger Probleme auf, daß nur zu wünschen f«t, es möge der HebrWsehen Unlterslt« niemals ein Schülerstab ermangeln, der aus der Selbstverständlichkelt des jüdischen Lebens, da• Palistina dem Menschen schenkt, die Arbeit gesunder und wissenschaftlicher Reflexion über das eigene Dasein fortsetzt. Dr. SiegfriedUcko. Zum Thema Kommnnismas Es ist nicht meine Absicht, die Frage im ganzen ZU behan* dein, ich möchte nur einen Gesichtspunkt ablehnen, den Dr. A. Prinz in die Debatte wirft (״J.R.“ Nr. 21). Der Kommunis* mus oder die materialistische Geschichtsauffassung widerspreche dem Wesen des Zionismus. Mit dem ״Wesen des Zionismus“ dürfte es eine ähnliche Bewandtnis haben, wie mit dem ״Wesen des Judentums“, ln dessen Namen schon so vieles gefordert und abgelehnt wurde. Vor dreißig Jahren, als der Impressionismus und hart pour l’art als letztes Wort europäischer Kunst galten, hat Georg Herrmann in einem schönen Aufsatz darauf hingewiesen, daß in Max Liebermann das angespannte, erregte, aufnahmefähige Nervensystem (erg.: des Juden) den feinsten Intervallen in Form und Farbe nachtastet. Auch die Gegner der damals neuen Richtung lehnten sie als jüdisch und undeutsch ab, und heute, da der Impressionismus als kunstgefährdend gilt, schreibt A. J.-L. (״J. R.“ Nr. 21), daß gerade für den Juden unserer Zeit die Kunst nicht etwas ״Aesthetisches“ sei. Die Berufung der jungen nationaljüdischen Bewegung auf Blut und Rasse — gleichfalls materialistische Elemente — galt nicht nur den Predigern eines landläufigen Liberalismus, sondern auch einem Manne wie Hermann Cohen all durchaus antijüdisch, zur selben Zeit, da sich Martin Buber — gewiß kein Materialist — in seiner ersten Rede auf die Tiefe des Blutzuaammenhangs Und seiner Bedeutung für dal Judentum berief. Seit Maimonides nach* wies, daß Aristoteles und Judentum eigentlich identisch sei, während Jehuda Halevy das Judentum im Zusammenhang der Geschlechter — auch hier wieder der Pferdefuß eines hlstori* Sehen Materialismus? — fand, haben die Bemühungen nicht aufgehört, einen ״Kern“ des Judentums zu finden. Bemühungen, die durchaus berechtigt, ja, immer wieder notwendig sind, aber durchaus ungeeignet, als entscheidende Gegenbeweise in einer weltanschaulichen Diskussion zu gelten, die außerhalb der eigentlich jüdischen Belange geführt wird. Wenn das Volk der Bibel, des aktiven Schöpfergottes, den Pantheismus Ga* birols, manches kabbalistische System zwar bekämpft, aber dann doch auch wieder heilig gesprochen hat, so wird es ■— und der Zionismus ist das jüdische Volk unterwegs —, falls es nottäte, auch die materialistische Geschichtsauffassung verdauen können, die man ja nicht nur grob vereinfachend interpretieren, Sondern philosophisch tiefer verankern kann. Auch Interesse und Idee brauchen nicht gerade in einer Ebene zu liegen, in der sie sich notwendig bekämpfen müßten: die List der Idee ist nicht so leicht zu durchschauen. Da wir als Krön* Zeugen Bibel, Talmud, Sohar, Dezisoren und Philosophen zur Verfügung haben, ein Schrifttum, 801 widerspruchsvoll wlt Leben und Geschichte selber. 86 ist es im Grunde erstaunlich, daß noch niemand bewiesen hat, gerade der Kommunismus sei der tiefste Ausdruck des Judentums und damit des Zionismus. Darum sollte das ״Wesen des Zionismus“ ebenso wie die ״Idee, des Judentums“ als Beweisargument in dieser Debatte von vornherein ausgeschaltet werden. Moses Calvaty (Jerusalem). Anläßlich der Tourlstensalso« fanden ln der Oper ln Tel* Awiw mehrere Aufführungen des ״Zigeunerbaron״ in hebräischer Sprache statt. Ortigruppen (Teilweise wegen Raummangels verspätet.) Dortmund# Am 16. April sprach in einer gutbesuchten Ver- Sammlung der Zionistischen Ortsgruppe Dr, Harry Epstein über da» Thema: ,,Der Kampf ums Recht in der jüdischen Gemeinde“. Der Redner schilderte systematisch an Hand einer roßen Fülle von Material den selbst in dieser schweren Zeit en Zionisten und Ostjuden im innerjüdischen Leben aufge* zwungeitcn Kampf und wandte »ich im einzelnen auch gegen die antidemokratischen Bestrebungen der formellen Mehrheit der hiesigen Jüdischen Gemeinde. Deren sämtliche Vertreter waren der Veranstaltung ferngeblieben. Dag stellte in der Dis* kussion Herr Neuield feit, gleichzeitig bedauernd, daß kein einziger Gemeindevertreter der denunziatorischen Diffamierung der Zionisten, wie sie Eingaben de» Oemelndevorstandes an die Regierung enthielten, bisher entgegengetreten sei. Der Vor* trag fand starken Beifall. Kassel. Kürzlich hielt Df. Josef Prager (Breslau) in der Ortsgruppe einen Vortrag über das Thema ״Der jüdische Selbsthaß“, worin er die eigentümliche Lage des Juden im Verlaufe der Golusgeftchichte charakterisierte und anschließend über das Buch von Theodor Lessing referierte. Eine Ueber* Windung der pathologischen Erscheinung des Selbsthasses hewirkt heute der Zionismus durch seine Stärkung des jüdischen Selbstvertrauens und des Jüdischen Charakters. Der Vortrag machte einen tiefen Eindruck. — Am 12. April sprach Dr. Ernst Simon, Haifa, vor einem geladenen Kreise über das Thema ״Rosenzweig und Heidegger“. Es ist unmöglich! in einem kurzen Bericht die weitgreifenden philosophischen und geistesgejchlchtlichen Ausführungen des Vortrag .־iiden wiederzugeben. Zwei repräsentative Denker der Gegenwart, von denen der eine ein Jude, der andere Nichtjude ist, wurden einander gegenübergesfellt, ihre Gemeinsamkeiten und ihr letzter Unterschied aufgezeigt. Heidegger, so zeigte Dr. Simon am Schluß, trennt sich dort von den Gedankengängen Rosen* zweigs, wo Gott in das System eingeschaltet wird. Heidegger spricht nur von der Weltlichkeit, aber nicht von der Kreatur* lichkeit der Welt, er spricht nicht yon Gott. .,Dem großen Juden Steht der große europäische Heide gegenüber.“ Mannheim. Die hiesige Ortsgruppe hat es sich zur Auf* gäbe gesetzt, nicht nur ihren Mitgliedern ständig Kenntnis von innerzionistischen Fragen zu geben — diesem Zwecke diente ein außerordentlich Wertvolles Referat von stud. Leibmann aus Heidelberg Über die jungzionUtUche Bewegung —, non* dem sie will auch die Ideen unserer Bewegung In weitere Kreise der hiesigen Gemeinde tragen. — Herr Adolf Po Hak aus Jerusalem sprach am 18. April über: ,,Ein halbes Jahrhundert jüdischer Palästina-Arbeit“, und zu diesem informatorisehen Abend hatten sich auf Einladung der Ortsgruppe des C.-V. einige Herren des C.-V. eingefunden. Die Ausführungen des Herrn Pollak waren von solch objektiver Sachkunde und boten so viel Wissenswertes, daß für die außerordentlich zahlreiche Zu* hörerschaft der Abend eine Belehrung und Bereicherung war. In der neutralen Gemeindevereinigung sprach der verdienstvolle Vorsitzende der hiesigen Gemeinde, unser Gesinnungsgenoste Professor Dr. Moses, über die Idee der Gemeinde; der Vortragende zeigte, wie die Einheitsgemeinde geführt werden muß, utrt für alle Richtungen Rückhalt und Erhebung zu bieten. Die Ortsgruppe hofft, in Bälde wieder in einem größeren Vorträge allgemeine Kenntnisse über Palästina übermitteln zu können. Dr. O. S. München. Am 13. April fand die ordentliche Generalver- Sammlung der Zionistischen Ortsgruppe statt. Herr Bernhard Lustig als erster Vorsitzender erstattete Bericht über die Arhelfen im •bgelagfetiia Geschäftsjahr und über die Tätigkeit des Keren Hajessod. Ueber den Keren Kajemeth berichtete Frau Harburger, über die Erfolge des Jungzionistischen Arbeitskreises Herr Richard Eisen, Über die Schekelaktion Frl. Hohenberger, über die Hebräische Sprachschule und das Palästina-Amt Herr Paul Grünbaum, über die Arbeiten der Jüdischen Frauengemeinschaft Frau Dr. Eiiasberg. Herr־ Liehtenauer gab einen kurzen Ueberblick über die stattgefundenen Gemeindewahlen und Herr Dr. Julius Siegel über die Gemeindetäfigkeit. Zum Schluß erstattete Herr Hirsch den Kassenbericht, Nach vorgenommener Entlastung des Vorstandes wurde die Generaldebatte eröffnet, die zu einer lebhaften Diskussion führte. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Ehrenvorsitzender: J.-R. Dr. Elias Straus; erster Vorsitzender: Bernhard Lustig; zweiter Vorsitzender: Dr. Paul Weiß; Schriftführer: Richard Eisen; Kassierer: Gottfried Hirsch; Beisitzer: Dr. Ro* bert Beer, Prall Dr. Eliasberg, Dr. Ignaz Emrich; Keren Ha* jessod-Kommission: Justin Lichtenauer, Bernhard Lustig, Paul Grünbaum, Gottfried Hirsch, Dr. Albert Wcihi, Dr. Bcrthold Weiß; Nationalfonds-Kommission: Frau Harburger, Frau Dr. Eliasberg, Fritz Keßler, Hermann Renka, Fritz Rosenthal, Josef Orljansky, Frau Dr. Stadler; Schekelkommission: Camilla Hohenberger, Franz Holzlnger, Alfred Lieber; Presse*Ausschuß*: Jakob Reich, Dr. Julius Siegel, Dr. Raphael Straus, Manfred Sturmann; Kassenrevisoren: David Horn, Max Landmann; Hebräische Sprachkurse! J.-R. Dr. Elias Straus, Paul Grünbaum, Dr. Ernst Eisen; Palästina-Amt: Paul Grünbaum; Vertreter für den Gesamtvorstand: Dr. Leopold Berger, J.-R. Dr. Emil Frankel, Dr. M. J. Gutmann, Theodor Harburger, David Horn, Josef Orljansky. Frauen-Arbeit Frankfurt ä. M. (Verband jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit.) Von schönstem Erfolg begleitet, so- Wohl in materiellem wie ideellem Sinne, war unser diesjähriges Kinder-Purimfest. Ein namhafter Ueberschuß lohnte die aufgewandte Mühe und Arbeit und es sei n!1 dieser Stelle allen freundlichen Spendern und Helfern, insbesondere Herrn Zahnarzt Dr. Sally Levy Und Frl. Hennv Schiratzky, Herrn Architekt Richard Kaufmann und Frau. Herrn Saly Kaufmann und endlich unserem Vorstandsmitglied Frau Eiberger seitens der Leitung der Ortsgruppe der herzlichste Dank ausgesprochen. Königsberg. (Verband Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit,) Am 23. Jan, feierten wir Chamischo osser b’Sehwat durch ein Kinderfest, das sehr gut hesucht war und uns einen Ueberschuß brachte. Am 15. Februar sprach Frau Dr. M a 8 e h k e über Ruppins Soziologie der Juden. Ihr Referat war sehr interessant, Und einige der Zuhörerinnen beschlossen, In einer Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Frau Dr. Maschke sich intensiver mit dem Problem des Buches zu beschäftigen. — Vom 10.—13. März hatten wir die große Freude, Frau Recha Frey er (Berlin) bei uns zu sehen. Wir verdanken Ihr eine Reihe wohlgelungener Veranstaltungen. Ihre fesselnden Ausführung•« Über die ״Frau im Rahmen neuen jü* dischen Leben!'' erweckten bei den Anwesenden große Begeisterung und gewannen uns neue Mitarbeiterinnen. Auch in der ZSt. fanden ihre Ausführungen —• sie sprach über die Wizo chadascha — begeisterte Aufnahme. Die Amsterdamer Sephardische Jüdische Gemeinde befindet sich ln einer krltlschenPlnanziage. Das Budget für das Jahr 1932/33 beläuft sich auf 88 950 holl. Gulden; die Steuereingänge werden auf etwa 25 000 holl. Gulden geschätzt, der Rest wird Im außerordentlichen Wege aufgebracht werden müssen Vermischte» Erez-Israel und Makkabiah. Nach dem großen Empfang der Makkabiali-Tellnehmer im Lehrervereinshaus ist der Wunsch von vielen Seiten geäußert worden, im kleineren Rahmen aus* führliche Berichte über Palästina im Frühjahr 1932 und über die Makkabiah zu hören. Die Berliner Zionistische Verein!* gütig hat gemeinsam mit dem Rar Kocliba-Makoah in den verschledensten Bezirken Berlins derartige Berichtsversammlungen angegetzt, ״Erez-Israel und Makkabiah“ ist das Thema dieser Abende. E* werden mir Paläslinareisendc, die soeben nach Deutschland zuriickgekelirt sind, sprechen, so daß wir hoffen, daß das zionistisch und palästinensisch interessierte jüdische Publikum Berlins die Gelegenheit wahrnehmen wird, unmittelbare Eindrücke über Erfiz Israel zu erhalten, (Wir verweisen auf die Ankündigungen im Berliner Kalender, die alle näheren De* tails enthalten.) Thelma Bentwlch-Konzerf. Im Hause Manassc konzertierte die famose Cellistin Thelma B e!11 w i c h aus Jerusalem unter Mitwirkung von Bruno E i s n e r. Thelma Bcntwich-Jellin, die sich bekanntlich um die Musikpflege in Palästina besondere Verdienste erworben hat, erwies ihre Spielkultur und ihr vir* tuoses Talent an Werken von Beethoven, Bach, Valentini und einigen kleineren, aber sehr wirkungsvollen Stücken von Granados-Casaado, Herber Hughe* und Hamilton Hartz. Daß sie ein nachdenksamer Mensch ist, zeigte sie bei der Interpretation einer Solosuite von Bach einer nicht gerade einfachen Aufgabe. Besonders zart und differenziert gelang Beethoven» Adur-Cello* *onate, unterstützt durch Bruno Eisncrs ausgezeichnete Be* gleitung, der die aufmerksamen Hörer auch durch das grazile Spiel zweier entzückender Schubert-Stücke erfreute. Das Ganze war Hausmusik im besten Sinne -.schlicht und ohne Konzertsaai-Allüren in angenehmer Umgebung und wohltuend einge- *teilten! Kreis vorgetragen. A. J.-L. j Ausstellung von Schwerarbeitern Auf mehrfach geäußerten Wunsch zeigt die Jüdische Schule, Klopatockstr. 58 (1 Minute vom Bahnhof Tiergarten), noch einmal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in sämtlichen Klassenriiumen Arbeiten, welche die Knaben und Mädchen im Unterricht de» vergangenen Jahres angefertigt haben: Zeichnungen, Kleinplastik, Werk* Und Nadelarbeiten, Niederschriften, freie Arbeiten in Geschichte und Erdkunde, Statistiken, Unterrichtsprotokolle usw. Die Aus- Stellung wird am Sonnabend, dem 30. April, und Sonntag, dem 1. Mai, wieder von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. Eintritt frei. Forschungsinstitut für hebräisch® Dichtung. Im Sommer- Semester 1932 finden Vorlesungen mit dem Thema; ״Einführung in die nachbiblische hebräische Poesie, vierter Teil: Die hebräische Poesie in Spanien von Samuel ha-Nagid an“ (2 Stirnden vvöchendlich) statt. Ferner Uebungen für Fortgeschrittene: Die Dichtungen von Samuel ha-Nagid (ebenfalls 2 Stunden wöchentlich). Anmeldungen nimmt der Leiter des Instituts, Dr. H. Brodv, Berlin NW 87, Siegmundshof 1 (Tel. C 5, Hansa 3889) entgegen. Vorbesprechung und Beginn der Vorlesungen am Montag, dem 2. Mai 1932, um 20 Uhr.; Die Schule der Jüdischen Jugend versendet den neuen Arbeitsplan für das Sommertrimester Mal/Juni 1932. Dr. Oscar Wolfsberg wird als Eröffnungsvorlesung am Sonnabend, dem 30. April, abtfnds 8 Uhr, in der Aula der Knabenvolksschule, Kaiserstr. 29/30, einen Vortrag über da* Thema: ״Zur geistigen Situation des Judentums der Gegenwart“ halten. Ferner werden folgende Kurse veranstaltet: Die Juden in Rußland, Dr. Abraham Men es (Montag, 8—10 Uhr, Beg. 2. Mai); Ein- Führung ln jüdische Gegenwartsprobleme, Dr. Georg Lu* binski (Dienstag, 8—10 Uhr, Beg. 3. Mai); Erste Einlüh* rang in ein Gesamrwissen vom־Judentum, Dr. Manfred Swar« sensky (Mittwoch, 8—10 Uhr, Beg.4. Mai, Fasanensfr. 79/t6); Historische Urkunden in der Bibel, Dr. Elias Auerbach (Montag. 8—10 Uhr, Beg. 2. Mai); Ausgewählte Bereschith- Kapitel, Dr. Hermann Ocrson an Hand des hebräischen Textes (Beg. Mittwoch, 4. Mal, sonst Donnerstag, 8—10 Uhr); Die Juden und ihre arabische Umwelt, Dr. Moses Slster (Dienstag, 8—10 Uhr, Beg. 3. Mai, Fasanenstr. 79/80); Arbeitsgemein- Schaft für Werkunterricht, Leiter Hermann B 0 n e , Annie S b 0 - rowltz-Herzfeld (Montag, 7—9 Uhr, Beg. 2. Mai). — Hebräisch-Kurse für Anfänger, Fortgeschrittene und Weitfortgeschrittene, Leiter: Dr. Ernst Bloch, Josef Bras- 1 a w s k i, Itzchak £ f r a t i, Dr. Hermann G e r s o n , Milek Goldschein, Jehoshua O u t m a 11 n , Dr. Jaques Mendelssohn, Chanoch Rein hold, Meir Rosenberg. Sämtliche Kurse finden, wenn nicht anders vermerkt, in der Mädchenvolkshochschule, Auguststr. 11/13, statt. Aus führliehe Arbeitspläne sind kostenlos erhältlich in allen jüdischen Buchhandlungen, an den Theaterkassen Hermann Tietz, Leipziger Straße, Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Kaufhaus des Westens und in der Geschäftsstelle, Oranienbufger Str. 29, Tel. Weidendamm D 2, 5921. Am Rabbinerseminar Berlin beginnt das Sommerhalbjahr am Dienstag, dem 3. Mai. Die Aufnahmeprüfung findet vormittags 9 Unr, die Eröffnung 18.30 Uhr statt. Bei dieser wird Herr Do/. Dr. Moses Auerbach über ״Ziele und Wege der heutigen Rabbinerausbildimg“ einen Vortrag halten; den halachischen Eröffnungsvortrag wird Herr Doz. Dr. I, Weinb erg am 8. Mai halten. Vorsitzender des Dozentenkollegiums ist z. Zt. Dr. S. O r U n b e r g , an den auch Gesuche um Aufnähme (Anschrift: Rabbiner-Seminar zu Berlin, Berlin N 24, Artillcriestr. 31) zu richten sind. Der Zionistische Jugendbund ״Nordau“ veranstaltet am 7. Mai, abends 81/3 Uhr, anläßlich seines fünfjährigen Bestchens eine Feierstunde im Lehrervereinshaus, Alexanderstraße 4L Ansprache Dr. M. Freier: Palästina und die jüdische Jugend. Sprechchor: Das ist kein Weg . . zwei Bilder aus der jüdischen Gegenwart, Text von Sally Lewin, Musik von Daniel Samtmrsky. 'Rezitation: Kammerorchester. Eintritt inkl. Steuer 0,40 RM., für geschlossene Jugendgruppen 0,25 RM. 0*e-GesellsChaft. Am 27. April findet im Bechstcin-Saal ein heiterer österreichischer Abend zugunsten der Ose-Ge$e!lschaft statt. Mitwirkende: Roda Roda, Wilhelm Güttmann von der Städtischen Oper und der Pianist Kurt Appelbaum. Nledcrlasstingsmößlichkeit. In einem Landstädtchen in Nassau, dem Mittelpunkt einer großen Anzahl wohlhabender Dörfer, wird eine gute Niederlassungsmöglichkeit für einen Arzt gemeldet. Auskunft erteilt die Z. V. f. D., Berlin W 15, Meinekestraße 10. Zionistische Songs. Soeben erschien im Verlag der Z. V. f. D. das Songheft ״Die einzige Lösung“, 8 Songs und Sprech- Chöre für Klavier und Gesang aus dem gleichnamigen Stück de» ״Barak“, Text von Sally Lewin, Musik von Daniel Sambursky. Folioformat, 16 Seiten. Preis 1,80 M. Erhältlich in der Buchhandlung Rosenbaum, Meinckestr. 10. Frankfurt a. M. Zionistische S c h ü 1 e r g r u p p e (Z. S.G.). Sonnabend, den 30. April, pünktlich um 17(4 Uhr: Rabb. Dr, Moses König im Jüd. Jugendheim, Eschersheimer Landstr. 65 (II. Stock, großer Saal), ״Die religiöse Antwort auf die Problematik des jüdischen Lebens unserer Tage“. Gäste willkommen. *— Sonnabend, den 7. Mai, pünktlich um 171,4 Uhr, ebendort: Esraführer Herr Ernst B odenhei m e r: ״Die ortho* dox-religiöse Einstellung zum Zionismus“. Gaste willkommen.