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Jüdische Rundschau · 1932-04-08 · Heft 28 (8.4.1932) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 28 (8.4.1932)
Date
1932-04-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 28, 8. IV. 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 135 Durch verschiedene Brillen Von unserem palästinensischen Korrespondenten. gl Tel-Awiw, 28. März 1932. I. Rausch des Aufstiegs lieber das jüdische Palästina geht es wie eine Rauschwelle. Dieses Jahr ist es nicht nur der Frühling, wo das ganze Land wie frisch gewaschen, neu gemalt aussieht, wo die jungen Ziegen auf den Bergabhängen springen, die Eselsfüllen auf den Wegen laufen und alles in einer Orgie von Buntheit und Blumen zu versinken scheint. Diesesmal ist es nicht nur der natürliche Rausch der Jahreszeit, sondern auch der künstliche der Feste. Die Feiern dringen einander, schlicßen sich aneinander und gehen ineinander über. Das normale alltägliche Leben, ein Leben der Arbeit und des schweren Kampfes um jeden Fußbreit Boden wird für den Moment tinsichtbar.. Was hervortritt, was der Zeit ihr Gepräge gibt, ist Purim, ist die Makkabiade, ist die Levante-Messe. Aber der wahre Grund der Feststimmung ist die Begegnung des Jischuw mit den Tausenden von Besuchern aus aller Welt, das Bewußtsein, daß es heute für die Juden in Palästina besser aussieht und mehr Möglichkeiten gibt als in anderen Ländern; daß dieses Land, das bisher fast immer vom Galuth nahm, was es zu geben hatte, sowohl Geld wie Menschen, heute imstände erscheint zu geben. Man hofft auf eine neue Pcr i ° de des Aufstiegs, auf eine Zeit wirtschaftlicher Tätigkeit, auf neue Einwanderung. Die Melodie eines neuen ״Boom“ schwirrt in der Luft. Und wieder wie in früheren Zeiten solcher Art hängt für den Jischuw der Himmel voller Geigen. II. Man trage den Touristen Wenn man heute wissen will, was in Palästina vor sich geht, soll man die Touristen fragen. Sie alle sind einer Meinung darin, daß der eingesessene Palästinenser die Lage kaum abzuschätzen w׳eiß. Für den jüdischen Besucher — woher er auclt immer kommen möge — ist heute das Land ein gewaltiges Erlebnis, zumindest sein jüdischer Teil. Der Gegensatz zu seinem Wohnland ist schlankweg überwältigend. Daß er in ein Land kommt, das atmet und im Aufstieg, in der Entwicklung begriffen ist, daß er durch Städte geht, in denen Häuser gebaut und Wege angelegt werden, daß er es mit einem Wirtschaftskörper zu tun hat, der nicht auf Liquidation, sondern auf Expansion eingestellt ist — all das ist überwältigend. Für den Reisenden, der zum ersten Male das Land sieht, ist der Rausch der ersten Berührung mit dem Boden des Heiligen Landes bereitet. Für den, der es vor Jahren gesehen hat, das Ergebnis des Fortschritts und der Ausbreitung. Dem Einheimischen wird das Vorwärtskommen nur schrittweise spürbar; dem Besucher erscheint es wie ein gewaltiger Sprung. Er ist imstande, nach Unterschieden zu urteilen, die Jahre aneinander zu messen. Er sieht mit einem! umfassenden Blick die Wandlungen der letzten Jahre, die Fortschritte des Emek und die Ausbreitung Tel-Awiws; die Bepflanzung des Scharon und die neuen Viertel Jerusalems; das Wachstum, die Bereicherung der alten Kolonien und die schä- ,flen Häuserreihen von Hadar HafcarmeL Neben den״ großen Errungenschaften ist er beglückt über' die zahllosen Fortschritte in Einzelheiten.. Er freut sich an der sauberen und bequemen Unterkunft, an neugeschaffenen und guten Produkten, an den großen roten Autobussen von Tel-Awiw und den frischen Eiern und dem guten Käse. Und über allein schwebt eine Stimmung von blauem Himmel und blauem Meer, von fröhlichen Mengen, von Musik und Tanz. Sichere Banken, keine Arbeitslosen Nach dem ersten Erwachen aus dem Rausch, den ersten Ankunftstagen beginnt der Tourist mit sachlichen־Untersuchungen. Und da stellt sich heraus, daß Palästina heute Aktiven besitzt, die vielen hier noch gar nicht zum Bewußtsein kamen: da ist zum Beispiel die verblüffende Tat- Sache, daß die Banken im Lande festen Boden unter den Füßen haben und Depositen bei ihnen sicher sind; daß es möglich ist, Geld zu investieren, das seine sechs und acht und zehn Prozent trägt; daß augenblicklich so viel Arbeit im Lande vorhanden ist, daß die Aemter die Nachfrage nach Arbeitern nicht befriedigen können. Wo findet man das heute so leicht wieder? Muß man nicht alles daransetzen, zu retten, was zu retten ist und hierher zu kommen, in eine Luft, wo sich atmen läßt, in ein Land, wo man arbeiten kann, in Städte, wo man nicht Tag für Tag um sein Geld, seine Stellang, seine Ruhe bangen muß? IV. Stimmen der Kritik In diesen Reigentanz der Begeisterung, der auch die Einheimischen zu erfassen beginnt, in die aufsteigenden Klänge des ״Boom״ mischten sich ein paar Warnungsfanfaren. Sie kamen von verschiedenen Seiten. Zuerst trat der verdiente Publizist L o f b a n in der Wochenschrift ״Hapoel Hazair“ auf den Plan mit einem großen Aufsatz unter dem aktuellen Titel ״Das fliegende Kamel“. Es ist jenes Abzeichen der Levante- Messe gemeint, das heute an allen Straßenecken, an allen Laternenpfählen, auf allen Plakaten zu finden ist. (In Berlin hat man dafür die sinnige Bezeichnung ״Pegamal“ geprägt. — A. d. R.) Und Lofban warnt vor der neuen Stimmung, vor der neuen Wirtschaftsmentalität, die heute in Palästina den ״Mittelpunkt des Nahen Ostens“ sieht, die sich stützt auf den Hafen von Haifa, die Bagdad-Bahn und die Petroleum-Röhren-Leitung, er warnt vor den übertriebenen Hoffnungen, die man auf die neue Mittelstands-Einwanderung setzt, warnt vor dem Sprung aus den politischen Illusionen in einen ״Konjunkturziczismus“. Er deutet auf die Anarchie, die immer mit einer derartigen Immigration verbunden ist, und die sich heute in einer geradezu krampfhaften Vermehrung der fnformationsbüros, einem Durcheinander der Organisationen ankündigt; er warnt vor dem Einströmen eines Kapitals, das gezwungen ist, hemmungslos seinem Gewinn nachzujagen, das. zu Latifundienwirtschaft und billiger Arbeit führen muß. Dabei betont Lofban wieder und wieder, daß er sich nicht gegen die Privatinitiative wende, sondern gegen die Spekulation, nicht gegen Einwanderung der Mittelklasse, sondern gegen eine Uebertölpelung durch die Konjunktur. Er schließt mit einem Abstecher ins Ideologische, einem Ruf zur nationalen Kolonisation, zur Rückkehr zu den ״ewigen Wahrheiten“ des Zionismus. Denn man solle sich keine Illusionen darüber machen, daß es möglich sei, ״auf dem Rücken des fliegenden Kameles“ nach Palästina zu gelangen. Von einem ganz anderen Standpunkt und mit anderer Begründung erhebt Mosche Sm ilansky, der Führer der Pflanzer und Champion der Mittelstands-Einwanderung, seine Warnungsstimme im ״Bustenai“. Er stellt zuerst einmal fest, warum heute der Einwanderungswille unter den Juden gewachsen ist: wegen der Krise im Galuth und der Hoffnung auf Möglichkeiten im Lande. Und ohne sich weiter mit Ideologien abzugeben, versucht er die Fragen praktisch anzupacken. Er konstatiert ohne Umschweife: eine Erweiterung der Arbeitsmöglichkeiten bestellt nur dann, wenn diejenigen einwandern, die noch genügend gerettet haben, um hier etwas anfangen zu können. Dieser Typus allein kann dann auch den Weg frei machen für die Mittellosen. Er warnt vor unüberlegten schnellen Entschlüssen, beklagt das wilde Durcheinander der Informationen, den Mangel an Vorbereitung und fordert: wer imstande ist, herzukommen und ein Kapital von tausend Pfund mitzubringen, der sichere zuerst sein Geld in einer Bank und wende sich für ein oder zwei Jahre der Arbeit zu. Dann wird er wissen können, was er zu tun hat und die Ratschläge der verschiedenen Seiten verliünftig gegeneinander abwägen können. Zu dem Politiker Lofban und dem Wirtschaftler Smilansky gesellt sich in einem bitteren Aufsatz der Dichter Lamdan in ״Mosnajim“. Er läßt die Wirtschaft beiseite und reitet eine heftige Attacke gegen die herrschende ״Purim- Stimmung“, mit ihrem Lärm, ihren Uebertreibungcn, ihrer Unwahrhaftigkeit. Sie bewirke nichts als Täuschungen, sei nichts als Schminke, die über das Fehlen der Röte der Gesundheit hinwegtäuscht. Und der Artikel gipfelt in einer Philippika gegen den ״Purim-Stil“, der das ganze Jahr und nicht jiur einen Tag bei uns herrscht, gegen die Tendenz, immer nach außen zu leben, in einem ewigen Zirkus, immer alles zu übertreiben, so daß schließlich ein Levantinismus herauskommt, der nur Ueberstcigerungen und Extremen zugänglich ist. V. Ein Purim wie noch nie So verschieden erscheint heute Palästina durch die verschiedenen Brillen. Der eine sieht es an der Schwelle eines großen wirtschaftlichen Aufstiegs; der andere am Beginn einer Konjunktur und eines wirtschaftlichen Illusionismus. Der eine wird geblendet durch das jüdische Tel-Awiw, der andere stellt den Levantinismus eben dieser Stadt an den Pranger. Und in dem Geschmetter der Festtrompeten und dem Lärm der Umzüge gehen die Warnungsstimmen ungehört unter. Auch die Zweifelnden, die Kritiker, die Warner werden mitgerissen von dem allgemeinen Strom. Denn Tel-Awiw hat dieses Jahr einen Purim gesehen, wie vielleicht noch nie in seiner so wechselnden, wenn auch kurzen Geschichte. Der Besuch von Touristen war ungewöhnlich groß, die Gäste aus Städten und Kolonien ebenfalls sehr zahlreich. Man schätzte die Menge auf den Straßen am Karnevalstag auf nahezu hunderttausend. Und wer dieses Meer von Köpfen gesehen hat, das die Hauptstraße bedeckte, so daß auch nicht ein Fuß breit Bodens leer blieb, wer diese Menschentranben sah, die auf den Dächern, auf den Baugerüsten, an den Zäunen?hingen, der glaubte leicht an diese Zahl. Man hjrtte tliesgsmal für'eltt umfangreiches Festprogramm vorgesdrgf mit Musik und Tänzen und Feuerwerk; hatte eine Festbühne erbaut, einen symbolischen Aufzug der verschiedenen Einwanderungen ins Heilige Land vorbereitet, von Abraham bis zu ״Stop Immigration“. Die viele Mühe, die auf die Feste verwandt war, hat sich gelohnt. Der Umzug war dieses Jahr sehr viel geschmackvoller und eindrucksvoller als in früheren Jahren. Der größte Eindruck jedoch, der von dieser Festwoche zurückblieb, war die Haltung des Publikums. Wie immer bei solchen Gelegenheiten zeigen sich die Juden von ihrer besten Seite. Man versteht bei einem solchen Anlaß nicht, warum sie als ein undiszipliniertes und hysterisches Volk gelten. Man stelle sich vor, daß eine Stadt wie Tel-Awiw über Nacht auf die doppelte Einwohnerzahl anschwillt; daß sich die Menschen zu bestimmten Stunden sämtlich auf der Straße befinden; daß die Chauffeure der übermäßig stark in Anspruch genommenen Autobusse Tage und Nichte durcharbeiten; daß sich in der Menge zahllose Kinder befinden; DAJOS B E L A Freymuth Syncopators tpialtn auf dem BALL der Jüdischen UolHspartel Dr. S. Hildesheimer Semmy Gronemann konf»ri«rw« Blandine Ebinger * Dora Gereon * Eugenia Hellbrunn• Lopez Leo Gollenln « Fritz Grilnbaum * Willi Prager Joseph Schmidt wirkm mit Im KABARETT zu Gunsten der Selbsthilfe erwerbaloser jüdischer Jugend Sonnabend, 9. April In allen KrollsBlen. Anfahr! Gr. Quarall•• Eintrittskarten: Vorvtrkau! RM. 2,90 / Ab.ndka»״ RM. 3,50. Vorverkauf: Kaufh»u« daa Waatana - Harmann Tlatz, leipziger SlraBe und Alexanderplatz - Bote ft Beek, Leipziger StraBe 37 und TauentzienatraBa 7b - Bar Kochba-Hakoeh, Oranienburger StraBe 60/63 - Z. V, f, D., MeinekeatraBe 10. Tiechbeeteltungen nur Ballbtlro, SchlUterstraB• 60, Tel.; C1 Steinplatz 2388 Tombola-Hauptgewinne: 1 kompletten Herrenzimmer, kaukae. Nu8bäum, geatmet von dar Firma Möbal-Kroll, ein Nora-Drelröhren-Kraftverstirker mit Lautepracher, gestiftet von den Nora-Radiowcrhtn, eine Schneilnlhmaecbine, geatütat von der Firma Louia Llttauer, ein Vor. werk-Toumay-Teppleh, gestiftet von der Firme Fischer 8 Wolf 6, m. b. H, / daß das Aufgebot der Schutzleute ein ganz geringes ist und völlig in der Menge verschwindet. Das Resultat: kein einziger Unfall während der drei Festtage; kein Betrunkener auf der Straße; keine Frau wird unterwegs belästigt, auch wenn es Nacht ist und sie alleilt geht; Gruppen von Kindem sind bis spät abends allein auf den Straßen, ohne daß das mindeste zu befürchten ist. Dieses Resultat kann gar nicht hoch genug gewertet werden. Und wenn auch in der erwähnten Kritik des ״Festrummels“ sicher viel Wahrheit steckt, so muß man eines nicht aus den Augen verlieren: die Juden haben sich in diesen Tagen wieder als ein hochzivilisiertes vernünftiges Volk erwiesen, das sich zu benehmen weiß. Die Konzession auf die Tiberias-Quellen Arabische Unzufriedenheit 111 ״Palcstine Bulletin“ erzählt Judge Rosen bl att die Vorgeschichte seiner Erlangung der Konzession für die Ausbeutung der Quellen von Tiberias. Die erste Bemühung erfolgte im Mai 1922, jedoch erst im. Jahre 1928 gelang es, die Majorität»• rechte aus der Hand der bisherigen syrischen Konzessionäre, die nocli aus türkischer Zeit ihre Rechte hatten, zu erhalten. Ein Teil der Aktien verblieb in den Händen palästinensischer Araber, und nach Bildung der geplanten Gesellschaft werden zunächst dem palästinensischen Publikum ohne Unterschied der Volkszugehörigkeit Aktien angeboten werden. Gegenüber einem von moslemischer Seite geäußerten Protest betont Rosenblatt, daß in dieser geschäftlichen Angelegenheit keinerlei religiöse oder nationale Unterschiede gemacht werden sollen. Das Wirtschaftsleben Palästinas müsse sich von derartigen Voreingenommen»- heiten befreien. Bei einem geschäftlichen Unternehmen müsse man nur fragen, ob es sich rentiert und ob es anständig geführt wird, nicht aber, ob sein Präsident in einer Moschee, Kirche oder Synagoge betet. Diese Grundsätze könne Palästina von Amerika lernen. Was die Quellen von Tiberias betrifft, so sind heute sowohl Araber als auch Juden dort angestellt, und im Falle von Gewinnen wird die palästinensische Regierung und dadurch die Bevölkerung einen wesentlichen Anteil haben. Auf diese Bemerkungen antwortet die englische Ausgabe des ״Felestin“, Mr. Rosenblatt habe theoretisch recht, aber es dürfte ihm nicht unbekannt sein, daß alle jüdisch geleiteten Unternehmen in Palästina es zu ihrem Grundsatz erhoben haoen, keine Araber anzustellen. Darum dürfe man es den Arabern nicht übelncimien, wenn sie von der Tatsache, daß eine Kon- Zession einem ״Synagogenbesucher“ übergeben _ wird, beunruhigt sind. Die Araber haben nichts gegen die Synagoge, aber sie haben etwas gegen die Anschauung, daß in einem ökonomischen Unternehmen die Synagogenbesucher ein Vorrecht haben sollen. Wenn man weiß, daß z. B. der Jüdische Nationalfonds in seinen Verträgen jede arabische Arbeit auf jüdischem Boden ausschließt, könne man die Araber nicht der Intoleranz beschuldigen, weil sie gegen den Uebergang ökonomischer Positionen in jüdische Hände protestieren. Makkabiah ־ Ausklang Die Endspiele der Makkabiah im Ring- und Boxkämpf fanden in den letzten Tagen in Haifa statt lm Leichtgewichtsringkampf siegte Kusland (Dänemark) über Schmerling (Palästina). Im Mittelgpwichtsringkampf siegte VU.« dermann frahetpark) über Elklnd (Palästina), ln der rieg®•■ gewichtsklasse des Boxmatch siegte Urkowitz (Polen) über Neumann (Palästina), in der Federgewichtsklasse Anders (Polen) über Davidesku (Palästina), in der Leichtgewichts* klasse Bern zweig (Polen) über Wohlhandler (Palästina). Bei dem in der großen jüdischen Kolonie Rechoboth im Rahmen der Makkabiah stattgefundenen Tennis-Türn i e r schlug die polnische Mannschaft die Palästina-Mann* schaft. Im Tennis-Finale, das ebenfalls in Rechoboth ausgetragen wurde, siegte die tschechoslowakische Mannschaft über die polnische. In den Schwimm Wettbewerben, die in der Haifa-Bucht ausgetragen wurden, ging die österreichische Mannschaft als Sieger hervor. Lady Erleigh überreichte in der Makkabi-Halle in Jerusalem der deutschen Makkabi-Mannschaft den Melchett-Schild, der für den Gewinner im Stafettenlauf auf der Makkabiah gestiftet war. In aller Kürze Von den 710 Personen, dieim Februar 1932inPalästina eingewandert sind, waren 611 Juden, unter ihnen 455, die als Touristen ins Land gekommen waren und dann dauernde Aufenthaltserlaubnis erhalten haben. In dem gleichen Monat Februar verließen 76 Personen, unter ihnen 26 Juden, das Land. High Commissioner Wauchope hat am 5. April in feierlicher Zeremonie den letzten Baum in dem auf Boden des Keren Kajemeth angelegten, jetzt aus 300000 Bäumen bestehenden Balf ou r-Waid gepflanzt. In der Nachbarschaft des Balfour-WaldAs wird demnächst mit der Pflanzung des Washington-Waldes begonnen werden. Dr. Weizmann leitete am 4. April in Rhodesia die Keren Hajessod-Aktio* ein. Es wurden sofort 500 Pfund für den K. H. gespendet./ In Johannisburg wurden seit dem Weizmann-Abend mehr als '21 000 Pfund für den K. H. aufgebracht. Bei Anwesenheit mehrerer Regierungsbeamter, der auswärtigen Konsuln in Palästina und jüdischer Künstler und Schriftsteller wurde am 2. April in Tel-Awiw das Kunstmuseum eröffnet. Der Distriktskommissar, der die Eröftnungszeremorfe vollzog, führte in seiner Ansprache aus, Tel- Awiw bilde sielt zum Zentrum von Kunst und Kultur im Nahen Orient heran. Die ״Jüd. Rundschau“ hat in Nr. 27 über das Museum berichtet. Professor>'Max Leopold Margolis, Leiter der Bibel-Abteilung am propsie College der hebräischen Wissenschaft zu Philadelphia; eine der ersten Autoritäten in Amerika auf dem Gebiete de ן biblischen Wissenschaft, verstarb am 2. April in Philadelphia im Alter von 66 Jahren. Margolis war 1924/25 Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem. Am 2 April begann in Verria in der Nähe von Saloniki der Pro7.1 ß gegen 11 Personen, die der Aufreizung zu den antisemitischen Ausschreitungen in Saloniki im Juli 1931 angeklagt siid. A1J 4. April nachmittags wurde in der jüdischen Kolonie Kfar Bar ach (im Emek Jesreel) die neuerbaute prächtige Synrgoge eingeweiht, die der rumänisch-jüdische Philanthrop Zentier gestiftet hat. Ansprachen hielten Emanuel Neumau und Leib Jaffe. Der jiddische Dramatiker David Pinski beging in den lebten Tagen seinen TO. Geburtstag und gleichzeitig das Jubb Iqim seiner 40jährigen literarischen Tätigkeit. Er war einer der q׳'sten, die den jüdischen Arbeitertypus erzählerisch verwertete* feine Dramen ״Eisik Scheftel“, ״Jakob, der Schmied“ und ״Fa« jnilie Zwi“ wurden auf der jiddischen Bühne sehr viel gespielt*

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