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Jüdische Rundschau · 1932-04-08 · Heft 28 (8.4.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 28 (8.4.1932)
Date
1932-04-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Heute: Palästina durch verschiedene Brillen Einzelnummer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5*75 Goldmark. Aualandsabonnements werden in d«r Wahrung der einzelnen Linder berechnet. Anzeigenpreis: 8 *esp, Nonpareülezefle 0,50 G.-M. Stellengesuche 0,25 G M. Redaktion, Verlag und Anzeigen -Ver waltung. Jüdische Rundschau G. m. b. H״ Berlin W15, Meinekestr.10. Telefon; J 1 Bismarck 7165-70. Am#if#»j*cWuS: DUmtai und Freit»! 11ehnltt»|» 4 Uhr Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Poat«ch.ck ־ Koat.n: Berlin 17392, Baaei V 9355, B«Sgr.d 68032, Brüml 39433, Bud.pwt 596 93, D.nrig 1973, Ha.» 140 470, Prag 59410, R%a 4155, Stra»bor* 16430, Warachau 190708, Wien 156 030. Bank . Koma; D*rnwtfdMrand Naäonaibank, Dep0*it«j - Kaaa. Ba.Ua, Karfüratandamm 52; Ruminiacha Kreditbank, Caraauti (Ruminian); Ab *lo Palamtne Co. in Haifa, fentaalam, Tel ־Aviv Osr Zionismus erstrebt tUr da» jüdische Volk dl• Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Helmstitte In PalSstlna. ״Baseler Programm.1* Der zweite Wahlgang Reichspräsidentenwahl 10. April Nach dem Ergebnis des ersten Wahlganges am 13. März war nicht anzunehmen, daß der Wahlkampf für den zweiten Wahlgang, bei dem für die Wahl des Staatsoberhauptes eine relative Mehrheit genügt, derartig heftige Formen annehmen wird, wie es tatsächlich der Fall ist. Die Nationalsozialisten ‘ liefern einen Wahlkampf von so ungeheuerlichen Ausmaßen, wie sie in Deutschland bisher noch nicht festzustellen waren, Flugreisen der Redner, Werbekolonnen in die verstecktesten Winkel des Reiches, Millionen und aber Millionen Plakate und Flugblätter — all das wird aufgeboten, um im zweiten Wahlgange die Zahl der bei der ersten Wahl erreichten 11 Millionen zu steigern. Dies geschieht wahrscheinlich, da ein Erfolg bei der Reichspräsidentenwahl für die Nazis nicht zu erwarten ist, im Hinblick auf die Wahlen zu den Landtagen in den meisten deutschen Ländern am 24. April. Die National- Sozialisten bemühen sich, den Prestigeverlust, den sie beim ersten Wahlgang für die Reichspräsidentschaft erlitten haben, weil sie mit Siegeszuversicht prophezeit hatten, Hitler werde mehr Stimmen aufbringen als Hindenburg, durch eine Steigerung der auf ihren Präsidentschaftskandidaten Hitler ab״egebenen Stimmen am 10. April wettzumachen. Demgegenüber arbeitet der Hindenburg-Ausschuß mit der Parole: Am 10. April 20_ Millionen Stimmen für Hindenburg. Noch stärker als beim ersten Wahlgange tritt bisher beim zweiten in Erscheinung, daß die J 11 d e n f r a g e und der Anteil jüdischer Wortführer ganz in den Hintergrund gedrängt sind. Damit darf man aber keineswegs die Vorstellung verbinden, daß die Nationalsozialisten ihr Judenprogramm als nebensächlich betrachten. Die Zurückstellung der judenhetzerischen Propaganda_ durch die Nazis ist vielmehr darauf zurückzuführen, daß sich der Kampf um die Gewinnung von mehr Stimmen egenüber dem ersten Wahlgange hauptsächlich innerhalb der nhängcrschaft Hugenbergs vollzieht, bei der es die Nazis nicht für nötig halten, das Werbemittel des Antisemitismus zu verwenden, weil diese Anhängerschaft ja schon ohnehin programmatisch antijüdisch ist. Von jüdischer Seite verdient Terrorakte in Palästina? Die *•Times" über Zuspitzung der Lage Aus den letzten Tagen liegen aus Palästina folgende Meldüngen vor: Am 3. April morgens wurde in J e r u s a 1 e m der 21 jährige arabische Chauffeur Ismid Elareff ln seinem Auto mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden, und zwar ungefähr an der gleichen Stelle, wo zwei Tage vorher der amerikanisch-jüdische Tourist Israel Wolf, ebenfalls mit durchschnittener Kehle, tot aufgefunden wurde. Die Mitglieder der Arabisehen Exekutive Palästinas sprachen am 3. April nachmittags beim High Commissioner vor und erhoben die Forderung nach strengster Untersuchung des Falles. Die Delegatlon erklärte, sie halte Elareff für einen neuen ״arabischen Märtyrer“. Der stellvertretende Chefsekretär der Pafästlna-Reg i e r u n g hat die Redakteure der verschiedenen palästinensisehen Zeitungen zu einer Besprechung Uber Fragen der öffentlichen Sicherheit eingeladen, der der stellvertretende Polizeikommandant und andere hohe Beamte beiwohnten. Der stellvertretende Chefsekretär ersuchte die Presse- Vertreter, der Regierung darin behilflich zu sein, Ruhe und Ordnung im Lande aufrechtzuerhalten. Die Veröffentlichung von Gerüchten oder Kommentaren, die dazu angetan wären, den inneren Frieden zu gefährden, würde streng geahndet werden. Am vergangenen Freitag haben Araber jüdische Pflüger auf einem Felde von Kfar Chassidim, der Kolonie jüdischer Orthodoxen, angegriffen. Die Juden wiesen den Angriff zurück. Dabei wurden ein Jude und ein Araber leicht verletzt. Zwei Juden wurden von der Polizei verhaftet. 4t Die Londoner ״Times“ vom 5. April veröffentlicht ein Telegramm ihres Jerusalemer Korrespondenten, worin es heißt: Die nervöse Spannung zwischen Juden und Arabern hat sich über das letzte Wochenende sehr verschärft infolge verschiedener Vorfälle, die vielleicht in gar keinem Zusammenhang untereinander stehen, aber als Racheakte gedeutet werden. Am Freitagmorgen wurde die Leiche eines amerikanischen Juden aus Los Angeles in der Nähe von Rechawia, dem westlichen (jüdischen) Vorort Jerusalems, mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Es gibt Gründe für die Annahme, daß es sich um Selbstmord handelt. Die Tatsache, daß der Mann 800 Pfund bei sich hatte und erst am Tage zuvor aus Australien angekommen ist, gibt der jüdischen Presse Anlaß, übereinstimmend den Vorfall aufzubauschen und zu behaupten, es handle sich um einen Mord, wobei angedeutet wird, dies sei ein Fall aus einer Kette von Morden an Juden, die angeblich von den Arabern organisiert sein sollen. Am nächsten Tage wurde in der Nähe desselben Platzes ein arabischer Chauffeur tot aufgefunden. Seine Kehle war in derselben Weise durchschnitten. Es gibt Gründe für die Annahme, daß er ermordet worden ist. Am selben Abend hat ein Araber, der aus Jerusalem nach dem benachbarten Dorfe Lifta zurückkehrte, berichtet, auf dem Wege durch Romeraa, die nördliche jüdische Vorstadt Jerusalems, seifen vier Revolverschüsse auf ihn abgegeben worden. Am Freitag fuhr ein Autobus mit zehn Arabern *und einem Juden von Jerusalem nach Ramleh, und unterwegs fiel der Jude aus dem Wagen. Die arabischen Passagiere erklären, es sei ein ״Unfall׳‘ gewesen; die Juden behaupten, er sei auch vermerkt zu werden, daß der Kronprinz Wilhelm offen für Hitler eingetreten ist. Der Kronprinz unterhielt bis zu den letzten Tagen, wie allgemein versichert wird, persönlich einen regen Verkehr mit Juden. Trotzdem fühlte er sich nicht im geringsten geniert, öffentlich für Hitler Stellung zu nehmen. Aufsehen erregte auch die Parteinahme des weitbekannten Chirurgen Prof. Bier für Hitler. Bier war seit jeher als Mann konservativer Grundsätze bekannt. In seinem Lehrer- und ärztlichen Beruf arbeitete er kollegial und freundschaftlich mit zahlreichen jüdischen Kollegen ein Menschenalter lang zum Wöhle der ärztlichen Wissenschaft und unzähliger Patienten. Daß ein solcher Mann sich der Anhängerschaft des radauantisemitischen Naziprogramms zugeseilt, ist ein beachtenswertes Symptom der Zeit. Soweit die jüdischen Wähler zahlenmäßig und durch ihren Anteil bei den einzelnen Parteien in Deutschland Einfluß nehmen können, sollten sie in der gegebenen Situation alles tun, um den Plänen und Absichten der Nationalsozialisten entgegenzuwirken. Wie die Dinge liegen, geht der Kampf hauptsächlich zwischen Hindenburg und Hitler. •Die Sonderkandidatur Thälmanns hat im zweiten Wahlgang nicht einmal die Bedeutung einer Zählkandidatur. Soweit es notwendig war, zu demonstrieren, wieviel Anhänger die Kornmunisten in Deutschland haben, ist das bereits im ersten Wahlgange geschehen. Nach den Enthüllungen der Putschplane, die von den Nationalsozialisten für die Nacht vom 13. auf den 14. März d. J. vorbereitet waren, kann es keinen Zweifel geben, wo im Augenblick der erbittertste Feind jeder Freiheit, also auch der Möglichkeit für die Juden, zu existieren, steht. Politik ist eine nüchterne Angelegenheit, die namentlich bei Wahlen mit vernünftiger Ueberlegung getrieben werden muß. Vernunft und jüdischer Seibsterhaltungstrieb gebieten, daß die jüdischen Wälder beim zweiten Wahlgange restlos ihre Pflicht erfüllen und ihre Stimmen gegen Hitler abgeben. aus dem Wagen gestoßen worden und nachher an seinen Verwundungen gestorben. Freitag mittag soll, wie berichtet wird, eine Gruppe von Juden sich gegen den Widerstand der arabischen Torwächter gewaltsam den Weg auf den Platz der Omar-Moschee (den ehemaligen Tempelplatz) in Jerusalem gebahnt haben. Die Araber verbreiten die Darstellung, daß die betreffenden Juden gesagt haben: ״Dies ist unser Platz und wir können ihn betreten, wenn wir wollen.“ Sowohl Juden als auch Araber sind bestrebt, diese Vorfälle zu übertreiben und als provokatorisehe Vergeltungsakte hinzustellen. Jerusalem wird von bewaffneten Polizeitrupps patroulliert. Die Regierung hat die Redakteure der Zeitungen zu sich berufen und sie aufgefordert, das Publikum zu beruhigen und sich jeder Aufreizung der Leserschaft zu enthalten. Die Situation ist um so heikler wegen des bevorstehenden moslemischen Nebi Muza- Festes und wegen der Anwesenheit einer großen Anzahl junger und kraftvoller ausländischer Juden, die an dem großen internationalen jüdischen Sportfest der Makkabiah teilgenommen haben. # Soweit der Bericht der ״Times“. Wir nehmen an, daß es sich hierbei um eine Uebertreibung von Einzelfällen handelt, die im Gesamtleben Palästinas gar nicht merkbar sind. Nach unseren Informationen ist zu Beunruhigung kein An- 1 a ß. Doch ist es richtig, daß bei der im Lande herrschenden Spannung und bei der oft skrupellosen Hetze der Zeitungen leicht Verwirrung entstehen kann, und auch unbegründete Panik hat schon häufig Unheil angerichtet. Wir sind aber überzeugt, daß es den besonnenen Elementen gelingen wird, die Ruhe aufrechtzuerhalten, zumal, wenn die Regierung entschlossen ist, jeden Versuch einer Ruhestörung im Keime zu unterdrücken und vor allem auch hetzerische Propaganda nicht zu dulden. New Jersey für den Zionismus. Der Senat des amerikanisehen Staates New Jersey hat nach Anhörung einer Anspräche Nahum Sokolows am 14. März folgende Re solution angenommen: ״Der Senat von New Jersey hat mit tiefem Interesse die Ansprache Nahum Sokolows, des Präsidenten der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, angehört und freut sich sehr über die Aussichten der \Vicderherstellung des jüdischen Volkes auf dem historisehen Boden seines alten Heimatlandes Palästina. Der Senat dankt diesem angesehenen Vertreter des Weitjudentunis für seinen Besuch auf dem Capitol von New Jersey und für seine meisterhafte Darlegung dieser epochalen 'Bewegung, die soviel für die Menschheit im allgemeinen und für das jüdische Volk im besonderen bedeutet. Der Senat beschließt, die im Jahre 1919־ von den gesetzgebenden Körperschaften New Jerseys angenommene Resolution zu bestätigen und neuerlich seine Sympathie mit diesem historisdien Unternehmen auszusprechen und ihm eine erfolgreiche Vollendung zu wünschen.“ Kürzlich fand in New York unter dem Vorsitz von Louis Wiey (von der ״New York Times“) eine Pressekonferenz statt, an der die Vertreter der bedeutendsten Zeitungen Amerikas teilnahmen. Nahum Sokoiow gab eine eingehende Darlegung des Wesens des jüdischen Nationalismus und des Erwachens der hebräischen Literatur. Budget ״V erweigerung Zu den Vorgängen auf der Verbandsfagung der Preußischen Judengemeinden Die zwei Tendenzen, welche in der Gesamtjudenheit der Welt wirksam sind, zeichnen sich in besonders scharfer Weise innerhalb des deutschen Judentums ab. Gegenüber dem Bestreben, das Judentum zu atomisieren, es durch Verwässerung seines wesentlichsten Inhaltes den verschiedenen Un*• gebungen anrupassen, steht der neu erwaciite Wille, das jüdische Volkstum zu regenerieren, es zusammenzufassen und jüdische Politik im Hinbück auf ein einiges Gesamtjudentum in der ganzen Weit zu treiben. Ebenso wie das deutsch« Judentum in soziologischer Hinsicht, in bezug auf seine politische Situation gegenüber der Umwelt und als Objekt anti» semitischer Tendenzen geradezu zum Paradigma der Ge« samtjudenheit geworden ist, ebenso erlangen die Konturen der innerjüdischen Gegensätzlichkeiten im deutschen Judentum ihre schärfste Ausprägung. Auf dem Verbandstage kam die Anti« these im deutschen Judentum am schärfsten in den Reden von Kurt Blumenfeld und dem C.-V.-Direktor Dr. Hol* 1 a e n d e r zum Ausdruck. Es lag ein anerkennenswerter Wille zur Objektivität darin, daß Dr. Hollaender einräumte, die große Zukunftskonzeption des Judentums sei in der zionistisehen Haltung, wie sie durch Blumenfeld zum Ausdruck kam, zu finden, während er für seine eigene Partei nur die Ein» Stellung auf die Bedürfnisse des Tageskampfes in Anspruch nahm. Freilich übersah er dabei, daß auch dieser Tageskainpf mit Erfolg nur durch Einordnung in gesamtjüdische Zusammenhänge und mit dem Glauben an ein jüdisches Ideal geführt werden kann. Die Meinung, man könne durch Apologetik, deren ״wissenschaftliche“ Qualifikation Dr. Hollaender offenbar überschätzt, Dinge des Lebens meistern, ist ein heute kaum mehr zeitgemäßes Ueberblcibsel aus einer längst versunkenen rationalistischen Epoche. Aber selbst bei einer Auffassung, wie sie Dr. Hollaender vertritt, ist es kaum glaubhaft, daß er und seine näheren Freunde in den Fragen, die später den Verbandstag beherrschten und so unliebsam beeinflußten, die jedes Verständnis für größere Aspekte verleugnende, provozierend antizionistische Politik der Liberalen mitmachten. Es gibt In keinem Lande der Welt außerhalb Deutsch*'׳ lands einen organisierten Anti Zionismus, und darum ist es innerhalb keiner einzigen jüdischen Gemeinschaft in andere« Ländern bisher zu so scharfen ideologischen Auseinander« Setzungen gekommen, wie gerade innerhalb der deutschen Judenheit. Es schien allerdings in den ersten Jahren der Nachkriegszeit, als ob ein modus vivendi zwischen den beiden innerjüdischen Tendenzen in der praktischen Arbeit de% Ge« meinden und Landesverbände gefunden worden wäre. Mit dem Erstarken reaktionärer Strömungen in der allgemeinen Politik erstand aber neuerdings die Vorkriegsideoiogie der antizionistischen Richtung in stärkerem Grade und begann sich insbesondere in der größten jüdischen Gemeinde Deutsch« lands, in Berlin, geltend zu machen. Ein kämpferischer Libe« ralismus von Scharfmachern und Heißspornen erlangte im November 1930, kurz nach dem großen Erfolge der National« Sozialisten bei der Reichstagswabl am 14. September 1930, mit den Parolen ״gegen Zionismas und Ostjudentum“ in der Berliner Gemeinderepräsentanz eine große Mehrheit und ist seit jener Zeit leider mit grofem Erfolge am Werke, jede Zusammenarbeit der Hauptrichfüngcn im Judentum, der zionistischen und assimilatorischen; unmöglich zu machen. Die rücksichtslose Ausnützung der Macht in der Berliner Ein« heitsgemeinde, gekennzeichnet durch eine ganze Reihe von Beschlüssen und Verwaltun/sakten — man erinnere sich an den Lehrstuhl der Jerusaleher Universität, an die Streichung der Subvention für den Hechaluz, an die Beamtenpolitik und den Schulabbau — verschärfte die Beziehungen zwischen der liberalen Mehrheit und ier zionistischen Opposition bis zu einem unerträglichen G/ade. Diese scharfen Kämpfe waren glücklicherweise, wenn man alle deutsch-jüdischen Großgemeinden im Auge Inhalt, nur auf Berlin beschränkt. Auch der Landesverband dtr preußisch-jüdischen Gemeinden blieb zunächst von diesen scharfmacherischen Methoden verschont. Ais in der Berliner Gemeinderepräsentanz die bisher viele Jahre hindurch an den Hechaluz gewährte Subvention abgelehnt wurde, wies(*! die Voiksparteiier darauf hin, daß dieselben Liberalen, yelche in der Berliner Gemeinde die zionistische Richtung /u diffamieren versuchen und im Falle des Hechaluz die ״g/nze Richtung“, die ihnen nicht paßt, treffen wollen, im Ratffdes Landesverbandes dem Subventionsgesuch des Hechaluz 7/gestimmt haben. Darauf ertönten von radikalliberaler Seite /urufe: ״Dann wird das eben geändert werden.“ An diese! Vorfall muß man erinnern, wenn man zum Verständnis /er Vorgänge gelangen will, die sich auf der Verbandstagfag (s. den Verhandlungsberieht) abgespielt haben. * Der Gegen/tz zwischen Voiksparteiiern und Liberalen auf der Verbandstatung kam bei vielen Punkten der Tagesordnung zum Aus/uck. In der Frage des Reichsverbandes, in der Frage dri Judengesetzes, in der Angelegenheit der auf den ersten ßick parteipolitisch indifferenten Pensionsversicherung, in der/frage der politischen Arbeit gab es Meinungsverschied^heiten und grundsätzliche Differenzen. Aber all das entsprich Vorgängen, wie sie sich bisher auf allen Verbandstagur/en abgespielt hatten, ohne daß die Volkspartei von dem Schärfsten Mittel, das in einer parlamentarischen Körpershaft angewendet werden kann, Gebrauch gemacht hätte, nätrtch von der Ablehnung des Etats und der Steuerforde^ rügen. Auf dieser Verbandstagung konzentrierte sich der Qtgensatz beider Lager in der Frage der Subvention für! / /

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