Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 23-24 (23.3.1932)
- Date
- 1932-03-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 23/24, 23. III. 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 113 Judenfrage und Demokratie Von Dr. Arthur Prinz. I. Das lawinenartige Anwachsen des Antisemitismus bringt den meisten deutschen Juden nicht nur eine schwere Bedrohung ihrer Existenz, sondern auch eine tiefe Erschütterung ihres politischen Weltbildes. Denn unter der demokratischen Verfassung, die von Hugo Preuß entworfen und von dem größten Teil der deutschen Judenheit mit Begeisterung aufgenommen wurde, ist ein Judenhaß aufgekommen, wie ihn Deutschland seit Generationen nicht mehr gekannt hat. Im Kaiserreich litten wir wohl unter einem staatlichen und gesellschaftlichen Antisemitismus, der uns von den Offizier- und Beamtenstellen fernhielt und unser Ehrgefühl kränkte, lebten aber in Sicherheit und wachsendem Wohlstand und erhofften uns das Beste von der siegreichen Kraft ״fortschrittlieh er“ liberaler und demokratischer Gedanken. Jetzt aber ist die Weimarer Verfassung, die uns auf dem Papier, besonders in den Artikeln 128 und 135—137, alles gebracht hat, was das jüdische Herz begehrte, über 12 Jahre in Kraft, und Juden sind wirklich mehrfach zu den höchsten Staatsämtern aufgestiegen, aber im Volke selbst greift ein furchtbarer, bis zum Vernichtungswillen gesteigerter Judenhaß um sich — und auf welche Aenderung der Staatsform sollen wir noch hoffen? Enttäuscht, bestürzt, rat- und verständnislos steht der im Central-Verein organisierte Teil der deutschen Juden dieser Entwicklung gegenüber, die in der Tat die liberale Fortschrittsideologie grausam deutlich widerlegt. Doch selbst im zionistischen Lager, das sich über die Schwere und den grundsätzlichen Charakter der Judenfrage keine Illusionen gemacht hat, herrscht noch wenig Klarheit über die jüngste Entwicklung, die meist viel zu einseitig auf Wirtschaftliehe Faktoren zurückgeführt wird (wie vor allem die Verelendung des Mittelstandes und die Ablenkung seiner antikapitalistischen Ressentiments auf die Juden im Interesse bestimmter Unternehmerschichten). Demgegenüber ist gerade der spezifisch politische Zusammenhang, d. h. die Bedeutung der Demokratie für die Gestaltung der Judenfrage, bisher kaum erkannt worden. Hierüber Klarheit zu schaffen, Ist dringendes Gebot in einer Zeit, in der nicht nur die geistige Führung der deutschen Juden mehr als je den Zionisten obliegt, sondern in der die Judenfrage bei uns Züge annimmt, die wahrscheinlich auch in anderen wichtigen Ländern, wenn auch weniger kraß, bald zum Vorschein kommen werden. II. Obwohl eines der ältesten Völker, sind die Juden bisher gegen politische Neuerungen nicht skeptisch, nicht mißtrauisch, ja nicht einmal nüchtern-realistisch geworden, sondern empfangen sie meist mit glühender Begeisterung oder blindem Abscheu — es sei nur an die kritiklose Ueberschätzung des Völkerbundes durch die meisten deutschen Juden erinnert. So wurden auch an die Einführung der Demokratie Hoffnungen geknüpft, die notwendig mit Enttäuschung enden mußten. Die Hauptursachen dieser übersteigerten Erwartung sind nicht schwer zu finden. Einmal war der Antisemitismus der früher herrschenden Schichten, besonders des Hofes und des Adels, wohl geeignet, uns eine Staats Umwälzung sympathisch 301 OMC&es,-und׳ diesmn •ar:mehr;׳.als»die. am-zur-׳••Macht drängende Arbeiterschaft zum Teil von Juden geführt wurde und den Antisemitismus durchaus ablehnte. Die Erinnerung an die großen Segnungen, die wir der französischen Revolution verdanken, und die Vorstellung, daß jede Zurücksetzung der Juden der Idee der demokratischen Gleichheit widerspreche, taten ein Uebriges. Und endlich mußte auch der Pariamentarismus, das ״govemment by discussion“, in hohem Maß dem Rationalismus und der dialektischen Begabung und Schulung der Juden angemessen erscheinen. Aber wenn man aus solchen Gründen die größten Hoffnungen auf die Demokratie setzte, so verwechselte man zum großen Teil Liberalismus und Demokratie, — eine Verwechslung, die freilich aus dem viele Jahrzehnte hindurch gemeinsamen Vordringen dieser beiden Strömungen historisch verständlich und auch in der nichtjüdischen Welt oft festzustellen ist*). Schon der Parlamentarismus, der sich zur Zeit seiner Einführung bei uns bereits überall im Abstieg befand, ist keine wesentlich demokratische, sondern eine der Welt des Liberalismus zugehörige, auf dem Glauben an Diskussion und Oeffentlichkeit beruhende Institution, — wie Carl Schmitt in seiner hervorragenden Schrift über ״Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus“ (2. Aufl. 1926) klargestellt hat. So haben wir jetzt in Deutschland eine schwere, vielleicht tödliche Krise des Parlamentarismus (wie des Liberalismus überhaupt), während sich die Demokratie in anderen, unmittelbareren Formen wahrscheinlich als durchaus lebenskräftig erweisen wird. Aber darauf können wir nicht näher eingehen. Ungleich bedeutungs- und verhängnisvoller ist für uns Juden die Verwechselung zwischen der demokratischen und der überalen Gleichheitsidee. Es ist keineswegs so, daß die ״Gleichheit all dessen, was Menschenantlitz trägt“, zur demokratischen Gedankenwelt gehörte — im Gegenteil! ״Die Gleichheit aller Menschen als Menschen“, so erklärt Carl Schmitt, ״ist nicht Demokratie, sondern eine bestimmte Art Liberalismus, nicht Staatsform, sondern individualistisch-humanitäre Moral und Weltanschauung“. — ״Jede wirkliche Demokratie beruht darauf, daß nicht nur Gleiches gleich, sondern, mit unvermeidlicher Konsequenz, das Nicht-gleiche nicht gleich behandelt wird.“ Zur demokratischen Gleichheit gehört also eine bestimmte Gleichheit der Substanz. Diese kann in der Uebereinstimmunq religiöser Ueberzeugungen bestehen, wie z. B. bei den englischen Sektierern des XVII. Jahrhunderts, oder in bestimmten physischen und moralischen Qualitäten, wie der ״virtus“ der klassischen Demokratie. Aber ״seit dem 19. Jahrhundert besteht sie vor allem, in der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nation, in der nationalen Homogenitä t“. Welche gewaltige Bedeutung gerade dieser Art substantieller Gleichheit für einen demokratischen Staat zukommt, wird vielleicht am ehesten klar, wenn man sich die ungeheuren Schwierigkeiten vor Augen hält, die selbst bei weitgehender nationaler Gleichartigkeit der Bevölkerung infolge der tiefen wirtschaftlichen und sozialen Gegensätze der Bildung einer aktionsfähigen (d. h. in sich leidlich geschlosses• nen), aber andererseits vom Willen der Volksmehrheit ge- *) Diese mangelnde Unterscheidung zwischen Liberalismus und Demokratie findet sich leider auch in der bemerkenswerten neuen Broschüre von Dr. G. Krojanker: ״Zum Problem des neuen deutschen Nationalismus“; bes. S. Z7> tragenen Regierung entgegenstehen. Es liegt wohl ebenso auf der Hand, daß diese ohnehin schwierige Bildung einer volontö gänärale, mit der sich demokratisch regieren läßt, durch die Existenz starker nationaler Unterschiede bis zur Unmöglichkeit erschwert werden kann, wie daß die tiefen Eingriffe in das Leben jedes einzelnen Bürgers, zu denen der moderne Staat schon durch die wirtschaftliche Entwicklung immer mehr gezwungen wird, nur einigermaßen erträglich sind, wenn Volk und Regierung von ähnlichem Geist erfüllt sind. (Daß es einen völlig einheitlichen ״Volksgeist“ und eine völlig homogene Bevölkerung nirgends gibt, braucht wohl nicht betont zu werden.) Es liegt deshalb durchaus in der Konsequenz des demokratischen Gedankens, daß z. B. Ein- Wanderungsstaaten wie Australien, Südafrika und U. S. A. immer mehr auf die Wahrung der nationalen Homogenität der Bevölkerung bedacht sind und alle ״schwer assimilierbaren Eiemente“ — zu denen die Juden meist in erster Reihe gehören! — von vornherein auszuschließen trachten. Noch viel bezeichnender aber war die in ihrem Radikalismus großartige Aussiedelung der asiatischen Griechen aus der neuen demokratisierten und jetzt national homogenen Türkei. III. Was ergibt sich aus den bisher angedeuteten Zusammenhängen für die Erkenntnis der deutschen Judenfrage? Zunächst die Feststellung, daß die Demokratie die politische Bedeutung der Fremd- und Andersa rti gk e it einzelner Bevölkerungsgruppen nicht vermindert, sondern stark erhöht. Eine solche politisch relevante Andersartigkeit aber wäre bei den deutschen Juden selbst dann vorhanden, wenn sie ״nur“ eine Religionsgemeinschaft wären, — tritt doch sogar die politische Bedeutung des viel geringeren Gegensatzes zwischen Katholiken und Protestanten immer wieder hervor. Welche Befangenheit in liberalem ״Aufkläricht“ (Hegel) gehört überhaupt dazu, vor das gewaltige Wort Religion ein ״nur“ zu setzen! Ueber Leben und Tod, Krieg und Frieden und eine Fülle ähnlich grundlegender Fragen denkt der deutsche Jude im allgemeinen anders als die Umwelt, — und zwar auch dann, wenn er den großen religiös-kulturellen Hintergrund, den Rahmen und Zusammenhang, in dem die jüdischen Wertungen einmal standen, längst vergessen hat. Daß dabei freilieh nicht ״nur“ die Religion, sondern die ganze psychophysische Eigenart des Juden mitwirkt, braucht in diesem Blatte nicht betont zu werden. Aber trotzdem hätte diese Andersartigkeit der deutschen Juden bei ihrer verschwindend geringen Zahl einen so ungeheuerlichen Antisemitismus niemals auslösen können, kämen nicht auf beiden Seiten eine Reihe erschwerender Momente hinzu. Die Zusammenballung der Juden in den Großstädten, und besonders ihre starke Beteiligung an Presse und Literatur, Theater und Film,, lassen sie einen unverhältnismäßig starken politischen Einfluß ausüben. Vor allem ist es die Existenz der sogenannten ״Judenpresse", d. h. der von Juden stark beeinflußten Zeitungen und Zeitschriften, durch welche die deutsche Judenfrage gerade in der Demokratie, in der ja die Presse eines der wichtigsten Organe politischer Willensbildung darstellt, zu einem Politikum ersten Ranges wird. Daß die jüdisehen Journalisten fast durchweg nach Kräften bemüht sind! die Interessen der deutschen Gesamtheit zti^v«rtrete1*>׳rIsft* gewiß richtig, — aber in der Auffassung dieser Interessen werden sie von ihrer jüdischen Geistesart und zum Teil auch von besonderen Bewußtseinsmomenten, wie der Angst vor dem Antisemitismus, bestimmt Geständen sie nun diesen Tatbestand sich und anderen offen ein, und schrieben sie in dem Bewußtsein, als deutsche Juden zur Meinungsäußerung in der Regel genau so legitimiert zu sein wie die anderen Bevölkerungsgruppen, — so wäre die Problematik der Situation gewiß nicht gelöst, aber erleichtert und vor allem entgiftet. Freilich würden sich aus einer solchen Ehrlichkeit auch gewisse Gebote des Taktes und der Zurückhaltung in bestimmten Fragen von selbst ergeben. Dagegen muß die unwürdige Art, in der viele jüdische Journalisten ihre Abstammung als ״partie honteuse“ behandeln und durch Namensänderung usw. zu verbergen suchen, immer wieder Argwohn und Verdacht erregen und zu den bekannten ״Entlarvungen“ Anlaß geben. Auf nichtjüdischer Seite aber haben Not und Niederlage und vor allem die immer wiederkehrenden außenpolitischen Demütigungen einen Zustand furchtbarer Ueberreizung geschaffen, die sich nicht in Aktionen gegen das Ausland entladen kann, aber irgendein Ventil braucht. Die in der Nachkriegszeit nur allzu oft bewiesene Unfähigkeit, dem Druck des Auslands einen geschlossenen nationalen Willen entgegenzusetzen, ja auch nur für den inneren Bedarf eine starke demokratische Regierung zu bilden, hat dann ein geradezu krankhaftes Minderwertigkeitsgefühl hervorgerufen, dem jeder irgendwie fremdartige Einfluß schon als eine Bedrohung des eigenen Wesens und der notwendigen Einigkeit erscheint. Erst unter solchen Umständen konnte die Existenz je eines Juden zwischen hundert Deutschen zu einer ganz Deutschland aufwühlenden Frage werden, erst unter solchen Umständen konnte auch die (von Stapel ״Antigermanismus“ genannte) Haltung einzelner hemmungs- und bindungsloser jüdischer Literaten als furchtbares Komplott gegen die Ehre der deutschen Nation erscheinen. Und erst auf diesem Boden konnte endlich eine Agitation Wurzel fassen, die uns zu Sündenböcken für Mißstände machen will, an denen ganz andere Leute schuld sind. Aber selbst, wenn man von all solchen im heutigen Deutschland einmalig hinzutretenden Faktoren absieht, bleibt grundsätzlich festzustellen, daß die Demokratie, weit entfemt, die Judenfrage in den Ländern der Galuth zu ״lösen“, sie im Gegenteil verschärft, eine Reihe wichtiger neuer Einzelfragen aufwirft und einen Zustand teils schafft, teils bloßlegt, der die Bedeutung des zionistischen Ausweges erhöht Zur Frage der Sabbatruhe. Diese Woche fand ln dem Büro der Jewtsh Agency eine Sitzung von Vertretern der Jewish Agency und anderer Institutionen und Körperschaften statt, in der die Frage der Sabbatruhe in den landwirtschaftlichen Siedlungen des Keren Hajessod behandelt wurde. An der Sitzung beteiligten sich die Herren H. Farbstein und Dr. Ariosoraff (Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency), ferner Raw Kuk (Oberrabbinat), Raw Ostrowsky (Waad Leumi), M. Ussischkin (KKL), Leo Herrmann (K. H.), Raw Fishman und M. Schaniro (Misrachi). Nach eingehender Erörterung der diesbezüglichen Lage in den Wirtschaften wurde beschlossen, auf eine Aenderung dieses Zustandes hinzuwirken und dementsprechende Schritte in aJkrnächster Zeit zu unternehmen. (JAB4 Nehemia de Lieme Fünfziger Nehemia de Lieme feiert dieser Tage seinen 50. Geburtstag. Er ist einer der prominenten Figuren, die das kleine holländische Judentum dem Weltzionismus gestellt hat. De Li cm es aufopfernde zionistische Arbeit als Direktor des Jüdischen Nationalfonds während des Krieges ist unvergessen. Er ist auch der Verfasser der Thesen zur Bodenpolitik des Keren Kajemeth, die seit 1920 noch heute in Geltung sind, sowie verschiedener zionistischer Publikationen, darunter einer holländischen Broschüre über Achad Haam.׳ Nach dem Kriege war er, der sich in verhältnismäßig jungen Jahren zu einer großen wirtschaftlichen und organisatorischen Position in Holland heraufgearbeitet hatte, eine der großen Hoffnungen der zionistischen Welt. Man glaubte, daß er als ein Mann von reichen Erfahrungen und Kenntnissen bei dem schwierigen Problem des wirtschaftlichen Aufhaus des Jüdischen Nationalheims eine entscheidende Rolle spielen werde. Demgemäß wurde er bei der zionistischen Jahreskonferenz im Juli 1920 unter dem Einfluß der amerikanischen Brandeis-Gruppe zusammen mit Julius Simon in die Exekutive gewählt, und kurz darauf unternahmen die beiden gemeinsam in Palästina eine Untersuchung des damaligen zionistischen Apparates, sowie eine Ueberprüfung der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit der begonnenen Siedlungen. Es ist bekannt, daß der Bericht dieser Kommission, der sögenannten Reorganisations-Kommission von 1920, von der zionistischen Oeffentlichkeit in Palästina und der Mehrheit außerhalb Palästinas abgelehnt wurde, worauf Simon und de Lieme ihre Demission gaben. Auf dem XII. Kongreß 1921 in Karlsbad hat de Lieme in einer großen Rede, die im Kongreß-Protokoll nachzulesen ist, seine Anschauungen verteidigt. Nachdem er unterlegen war, hat er noch viele Jahre innerhalb der zionistisehen Gremien mitgearbeitet und für seine Auffassung gekämpft. In den letzten Jahren hat er sich leider — zum Teil aus Gesundheitsgründen — von der aktiven Mitarbeit in der Welt- Organisation etwas zurückgezogen. Es soll bei diesem persönliehen Anlaß nicht der alte Streit erneuert und nicht untersucht werden, in welchem Punkte die Voraussagen de Liemes ein getreten sind. Es wäre auch müßig, heute festzustellen, daß die Durchführung des Reorganisations-Vorschlages von 1921 vielleicht zu einer ganz anderen Entwicklung der palästinensischen Verhältnisse geführt hätte. Wir stehen hier vor einer histori* sehen Tatsache, daß das damalige, durch die Kriegserlebnisse aufgewühlte Judentum insbesondere Osteuropas den Zionismus in ganz anderer Beleuchtung sah und für die Gedanken de Liemes und seines Kreises nicht zugänglich war. Wie dem aber auch sei, niemand wird bezweifeln dürfen, daß de Liemes Anschauungen und Vorschläge auch dort, wo sie populären Aktionen und Ideen widerstreiten, von echtem zionistischen Enthusiasmus diktiert und von realistischer zionistischer Zielbewußtheit erfüllt waren. De Lieme ist ein unerschöpflicher Führer und Anreger geblieben, und in seinem engeren Tätigkeitsbezirk im holländischen Zionismus genießt er eine unbestrittene Führer- Stellung und allgemeine Verehrung. Wir glauben, daß die zionistische Welt, die nicht viele Persönlichkeiten dieses Ranges aufweist, mit den herzlichen persönlichen Glückwünschen, die sie de Lieme zu seinem 50. Geburtstag übermittelt, den Wunsch verbindet, diesen Mann bald wieder aktiv im Leben der Welt- Organisation an der Arbeit zu sehen. Kurt Blamenleld ln Stockholm Von unserem Stockholmer H. R.-Korrespondenten. Auf Einladung fünf verschiedener Stockholmer jüdischen Vereinigungen (die, wie a1*f den» letzten Kongreß des ״Jugend■; varbMMM,->Skawtiaw1rie{1«<<.-. beseUfwscn«. .skh-. *usanunetl&Wl. sollen, um ausländische Persönlichkeiten des jüdischen Lebens zu Vortragsreisen nach Skandinavien einzuladen) sprach Kurt Blumenfeld (Berlin) über ״Judenschicksaf im Spiegel des Weltgeschehens“. Die geistreiche Art, das vielseitig umfassende Wissen dieses hervorragenden Redners auf allen Gebieten ist den Lesern dieses Blattes ja nur allzu gut bekannt, hier in Schweden war es jedoch für viele das erstemal, daß sie Blumenfeid sprechen hörten, und der begeisterte Beifall der Zuhörer, die den großen Gemeindesaal nicht nur bis auf den letzten Platz füllten, sondern überfüllt hatten, legte beredtes Zeugnis davon ab, daß dieser Abend ein unveressenes Erlebnis für alle im besten und ehrichsten Sinne des Zionismus geworden ist. Bemerkenswert ist, daß sich unter dem Auditorium sehr viele Juden rein schwedischen Ursprunges befanden, erste Persönlichkeifen der Stockholmer Gesellschaft, die dem allgemeinen jüdisehen Leben sonst hier oft fernbleiben. Die herzlichen Dankesworte Dr. Ehrenpreis׳ waren mehr als übliche ״schöne Reden“, die den prominenten Gast davon überzeugt haben mögen, welcher Wertschätzung er sich auch hier, ״an der Peripherie der jüdischen Welt“, erfreut. Blumenfeld besuchte von hier aus Upsala, wo er bei Dozent Hugo Valentin zu Gast war. Man hatte Professoren internationalen Klanges der Upsalaer Universität (als auch von Stockholm) versammelt, um sie für die Idee des Pro Palästina-Komitees resp. einer solchen Gründung in Schweden, zu gewinnen und auch schon viele positive Zusagen erster führender Persönlichkeiten der Kunst, Wissenschaft und Literatur erhalten. Blumenfeld hat den Grundstein bei seinem Hiersein gelegt, und wenn man mit Namen wie Ehrenpreis, Valentin usw. rechnen kann, wird dem Werk auch in Schweden eine erfolgreiche Zukunft beschieden sein. Am dritten Abend seines Stockholmer Aufenthalts fand im Hause von Herrn Dr. Nasiel ein Empfang für Blumenfeld statt, bei dem Blumenfeld eingehend über praktische Palästinafragen sprach und die Keren Hajessod-Aktion in Stockholm einleitete. lllllllIHlllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllli Mitteilung an alle Ortsgruppen Der Monat April soll besonders ln den Dienst der Schekelaktion gestellt werden. Wir haben zu zeigen, daß wir auch im kongreßlosen Jahr das Maximum zur Erhöhung der Mitgliedszahl der Zionistischen Weltorganisation zu leisten imstande sind. Allzuviele Schekelwerber, die kurz vor den Kongreßwählen ihr äußerstes tun, lassen in Ihren Anstrengungen 1m kongreßlosen Jahr nach. In diesem Jahr darf das nicht so sein, denn es sind folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen: Das deutsche Judentum Ist dem zionistischen Gedanken heute zugänglicher denn je; die Erfolgsmöglichkeiten hängen in hervorragendem Maße von der Stärke unserer Organisation ab; bei der Berechnung de r D e I e g i e r t e n z a h 1 wird auch das kongreßlose Jahr angerechnet; Wahlrecht zum diesjährigen Delegiertentag derZ.V.f.D. haben nur Zionisten, die den Schekel und den Landesbeitrag gezahlt haben. Die LandessciteKelkommi88lo!1 Postscheckkonto: Berlin 8091, Z. V. f. D. Volksbank Iwrla, Rosenthaler Str. 55, N 54